PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hallo...:-)



Dreamfly
28.10.2010, 17:20
Ich bin seit gut 1 Jahr selbständig....in der Touristik...Reisebüro.

Hab einen gut eingeführten Laden übernommen. Es läuft...so ..la.la.

Ich sitze 9-10 Stunden im Büro..Fahrzeit von und nach Hause.....ca 1 Stunde.

Ich bin total breit! Ich arbeite 6 Tage in der Woche. Hab einen Tag frei. Ich weiss manchmal nicht , welcher Tag gerade ist.

Ich hab gerade das Gefühl...alles falsch gemacht zu haben! Ich bin 2 Stunden zu Hause, geh ins Bett, weil vollkommen übermüdet...ich schlafe schlecht, bin nervös.

Ich fühle mich wie in einer Tretmühle....

Was kann ich tun.....ich bin ganz unglücklich!

Tabetha
28.10.2010, 18:57
Ich bin total breit!

Also mit den Drogen würde ich aufhören ;- )

Gut eingeführt - warum läuft er dann "so lala"?
Soll heißen, der Umsatz ist gesunken?

Da Du Reisebüro erwähnst ... Ich las kürzlich etwas darüber, wie wenig - um nicht zu sagen gar nicht - Reisebüros mit der Modernität Schritt halten. Und genau das dachte ich auch, dieser Mief, ewig gleiche Regale, nur Kataloge, ein aufgeblasener Globus, ewig gleiche Zettel im Schaufenster ... Ich weiß schon, warum ich noch nie ein Reisebüro aufgesucht habe.
Ich kenne aber Kunden, die ihre Buchungen über kleine, individuelle Reisebüros abwickeln lassen und deren Service schätzen. Vielleicht ist das ja etwas für Dich.
Aber zuerst müsste man das Problem kennen, siehe oben.

Tabetha
29.10.2010, 12:32
Ich sitze 9-10 Stunden im Büro..Fahrzeit von und nach Hause.....ca 1 Stunde.



Noch eine Frage, findest Du 9-10 h Arbeit viel? Wenn ich mal überlege ... Das Büro öffnet um 9 und schließt um 18 Uhr, als Beispiel. Hattest Du weniger Arbeit erwartet? Eine kürzere Arbeitszeit als Selbstständige? Und wie kamst Du zu dieser Annahme?

Dreamfly
29.10.2010, 14:35
Hallo Tabetha,

erst einmal vielen Dank für Deine Antworten und Fragen.

Der Umsatz des Büros in diesem Jahr ist fast deckungsgleich mit dem des Vorjahres. Allgemein ist es nur so, dass die Zahlen da schon eher rückläufig waren.

Dass ich lange Arbeiten muss, das war mir schon klar. Nur ist es ja auch mit der Ladenöffnungszeit nicht getan. Buchhaltung, Werbung, Ablage etc....muss ja auch noch alles gemacht werden.

Mir macht mein Job auch sehr viel Spass und ich bin schon sehr engagiert, was man auch an den Rückmeldungen der Kunden merkt.

Ich hab halt im Moment das Gefühl, das mein "restliches" Leben an mir vorbei geht. Ich hatte seit 10 Monaten keinen Tag frei...Sonntags klar...und irgendwie schlaucht mich das doch mehr als ich vorher angenommen habe. Vielleicht bin ich da etwas zu naiv rangegangen.
Eine Aushilfe kann ich mir noch nicht leisten. Eine Zweitkraft hat der Laden vorher schon nicht her gegeben. Der Vorbesitzer hat die letzten Jahre auch allein gearbeitet.

Und die Konkurrenz sitzt vis á Vis auf der anderen Strassenseite.

Inaktiver User
29.10.2010, 14:52
Wieso hast du den Laden überhaupt übernommen?

War dir nicht klar was auf dich zukommt?

Konkurrenz oder besser Mitbewerber in direkter Nähe ist nicht einfach, da mußt du noch besser und vor allem noch günstiger sein.

Gibts niemanden in deiner Familie der dir helfen kann? Ablage kann Schwester oder Mutter doch auch mal machen - oder eine Freundin??

Dreamfly
29.10.2010, 15:14
Hallo Dharma

ich hab mir mit der Entscheidung den Laden zu übernehmen gut ein Jahr Zeit gelassen. Ich hab es hin-und her überlegt. Ausschlaggebend war dann, dass ich arbeitslos wurde, mein Chef konnte mich nicht mehr bezahlen und ich in der Branche einfach nichts gefunden habe. Das Arbeitsamt hatte mir dann schon vorgeschlagen mich in meinem alten Beruf ( Erzieherin) nochmal zu schulen damit da die Chancen steigen. Bloss aus dem Beruf bin ich schon seit 1995 raus.

Ich kenne den Vorbesitzers des Büros auch schon lange, ich hab meine ersten touristischen Gehversuche bei ihm gemacht und ich kannte auch das Umfeld und die Kunden. Das hat natürlich auch zur Entscheidungsfindung beigetragen.
Ich muss allerdings sagen, dass sich das Umfeld in den letzten 10 Jahren dort sehr verändert hat. Früher waren wir in dem Büro mal 4 Leute. Zum Schluss war der Chef nur noch allein. Das war mir auch voll bewusst.

Ich hab auch früher immer Vollzeit gearbeitet, manchmal bis 22 Uhr. Aber da war dann halt ein Wechsel drin, so dass man auch mal früher zu Hause war.

Jetzt bin ich jeden Tag 20 Uhr zuhause und der Tag ist gelaufen. Ich schaffe es gerade noch ein wenig was ein zukaufen, Kino, konzerte, Freunde treffen muss alles auf WE gelegt werden. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass mir mein Privatleben abhanden gekommen ist.

Dreamfly
29.10.2010, 15:17
Ach so ja...

Meine Familie oder was davon noch übrig ist, leben alle weit weg. Meine Freunde haben alle Vollzeitjobs. Ich versuche auch soviel wie möglich im normalen Büroalltag ab zuarbeiten. Aber Buchhaltung macht man ja mal nicht so nebenbei.

Inaktiver User
29.10.2010, 15:17
Das war mir auch voll bewusst.

(...)

Jetzt bin ich jeden Tag 20 Uhr zuhause und der Tag ist gelaufen. Ich schaffe es gerade noch ein wenig was ein zukaufen, Kino, konzerte, Freunde treffen muss alles auf WE gelegt werden. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass mir mein Privatleben abhanden gekommen ist.

Ich glaube, voll bewusst wird Dir eher erst jetzt, worauf Du Dich eingelassen hast... :pfeifend:
Grau ist alle Theorie.
Selbstständig heißt nun einmal "selbst" und "ständig" ...

Inaktiver User
29.10.2010, 15:26
Jetzt bin ich jeden Tag 20 Uhr zuhause und der Tag ist gelaufen. Ich schaffe es gerade noch ein wenig was ein zukaufen, Kino, konzerte, Freunde treffen muss alles auf WE gelegt werden. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass mir mein Privatleben abhanden gekommen ist.

Ich bin auch selbständig, andere Branche, aber trotzdem. Im Moment - mein 7. Jahr - geniesse ich etwas Auszeit. In den 6 Jahren davor habe ich bis auf insgesamt 3 Wochen verteilt auf 6 Jahre durchgearbeitet - incl. Sonntage und mehr als 9 Stunden am Tag und auch oft länger als bis 20.00 Uhr. Das ist hart und muss man auch durchhalten können. Privatleben war ein Fremdwort. Ich habe da zum Glück viel Kraft und Energie von der Natur mitbekommen. Aber ich denke, dass ich da eine relativ normale Existenzgründungszeit durchgemacht habe.

Du hast jetzt 1 Jahr hinter dir und bist müde. Ich verstehe das gut, aber bei dem, was du schilderst, scheint es mit weniger nicht zu gehen - wohl nur mit anders: anderes Konzept, andere Öffnungszeiten - vielleicht ein Misch aus Ladengeschäft und Online-Angebot, so dass du auch mal zu Hause vom Laptop aus dem Bett arbeiten kannst.

Ich weiß nicht, ob es möglich ist, aber ich würde auch überlegen, ob du den Laden wieder abgibst. Alleine wird das hart und anstrengend bleiben. Das Reiseverhalten wird eher kritischer und die Kunden anspruchsvoller. Und - es ist auch sehr einfach, alles ohne Reisebüro am PC selbst zu organisieren.

So wie du es beschreibst, ist das Geschäft ja auch eher rückläufig, so dass der Einsatz allein von Zeit m. E. nichts bringt. Du müsstest die zündende Idee haben, wie du dich von deinen Mitbewerbern abgrenzen kannst - dann kannst du auch vielleicht mal einen Tag zu lassen oder einen Nachmittag.

Nur - wie Wolkentier auch schrieb: selbst und ständig. Das ist eben der Unterschied zum Angestellten.

Ich wünsche dir viel Glück und Kraft und besonders die zündende Idee.:blumengabe:

IchbindieHaeuptling
29.10.2010, 16:35
Hallo,

Du schreibst, eine Aushilfe kannst Du Dir nicht leisten. Ist das ein gefühltes Nichtkönnen oder ein durchgerechnetes?

Ich frage deshalb, weil ich in meinen diversen Jobs immer Aushilfen hatte, welche die Ablage erledigten. Schau mal bewusst, wieviel Zeit die z. B. pro Woche beansprucht. 400-Euro-Kräfte machen das meines Wissens für unter 10 Euro pro Stunde. Macht an meinem jetzigen Arbeitsplatz ca. 80 Euro im Monat und erspart mir 8 Überstunden (und meinem Chef, denn der bezahlt mich schließlich und ich koste mehr als die Aushilfe). Wie wäre es bei Dir? Kannst Du Dir wirklich nicht die 80 oder 100 Euro im Monat leisten? Dir würde es sicher eine beachtliche Anzahl Freizieitstunden einbringen - und die potenzielle Hilfe wäre auch glücklich, etwas zusätzliches gefunden zu haben.

Grüßle,

H.

Dreamfly
29.10.2010, 16:59
Danke für Eure Antworten!

Momentan ist es eine vom Steuerberater gerechnet Grösse.

Ich bräuchte auch wenn eine Aushilfe für den Laden, weil ich wie gesagt, das meiste an Nebenarbeiten in den Bürotag mit integriere. Die Buchhaltung mach ich dann geballt einmal in der Woche zusätzlich, damits kein Chaos gibt und die Zuarbeiten für den Steuerberater einmal im Monat. Aber das dauert ein wenig länger.

Eine Spezialisierung ist für ein schon langjähriges Allround- Reisebüro eher schwierig, dafür fehlt uns hier auch das Klientel. Hier wohnen vorwiegend Familien mit mehreren Kindern, weil die Mieten sehr günstig sind. Ich mache auch diesbezüglich Werbung...Familienangebote, Schaufenster, Flyer in der Fussballvereinszeitung. Wir haben auch schon Flyer verteilt im Wohngebiet. Zeitungswerbung gab es auch schon. Ich bin Sponsor für die Herrenfussballmannschaft, wo auch Werbung fürs Büro dabei ist.
Zusätzlich hab ich einen Ticketservice für Veranstaltungen.

Die langjährigen Altkunden, sind auch meist schon älter und in den letzten Monaten hab ich schon einige "verloren" aus Altersgründen.
Viele reisen dann weniger, manche sind verstorben...ja und die gutbetuchteren gibt es schon auch ...aber weniger.

Ich merke sehr, dass hier im Wohngebiet den Leuten immer mehr das Geld fehlt.

Und mir die Zeit für Privates..:-(

Inaktiver User
29.10.2010, 17:04
Das hört sich für mich aber ehrlich gesagt so an, dass eine Überlegung nicht ausgeschlossen sein sollte:

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich hoffe, du hast dich für die Übernahme nicht zu sehr verschuldet. :blumengabe:

Tabetha
31.10.2010, 08:59
Eine Spezialisierung ist für ein schon langjähriges Allround- Reisebüro eher schwierig, dafür fehlt uns hier auch das Klientel.

Dir fehlt aber anscheinend auch das Klientel für das, was Du anbietest. Also heißt es handeln.


Die langjährigen Altkunden, sind auch meist schon älter und in den letzten Monaten hab ich schon einige "verloren" aus Altersgründen.

Tja, und als der Besitzer verkaufen wollte, nannte er das wohl "alt eingeführt" ...



Ich merke sehr, dass hier im Wohngebiet den Leuten immer mehr das Geld fehlt.

Du möchtest mir aber nicht sagen, dass Dein Laden nur von einem Wohngebiet abhängt? Nur auf ein Wohngebiet baut?
Wie groß ist die Stadt, bist Du in der FGZ (ich nehme mal an, ja, da gegenüber noch ein Reisebüro ist)?



Und mir die Zeit für Privates..:-(

Nein, Du organisierst Dich falsch. Wie alt bist Du? Willst Du wirklich noch jeden Tag in die Disco? Ein Abend mit der Freundin zum kleinen Essen und ein wenig Entspannung ist doch bei einer Arbeitszeit bis 18/19 Uhr drin. Man trifft sich direkt am Laden und geht gemeinsam zum Restaurant. Meinst Du, andere machen das anders? Was heißt einkaufen - auch das macht man nicht jeden Tag.

Ich fasse mal kurz zusammen:

1. Das Geschäft lief/läuft nicht so gut, wie im ersten Beitrag geschrieben. Du bist meiner Meinung nach sehenden Auges da reingelaufen, die Reduktion des Ladens von Inhaber + 4 Personen war Dir bekannt. Schon Stillstand ist Rückschritt, was ist das dann?

2. Die Lage ist auch nicht so gut, da keine Alleinstellung und die Konkurrenz sogar direkt gegenüber ist.

3. Die Stadt ist eventuell zu klein für zwei Reisebüros.

4. Und das ist der wichtigste Punkt für mich: Du hast mit der falschen Intention gegründet. Man gründet nicht, weil das Arbeitsamt gerade nichts anderes bezahlt, nichts anderes möglich ist oder man keine bessere Idee hat. Das hat aber in Deutschland inzwischen Methode und wurde und wird zwecks Statistikenbeschönigung fleißig mit irgendwelchen kruden Gründungsformen gefördert. Da werden Leute ohne jegliches "Selbstständigengen" plötzlich hochtrabend zu Unternehmern erklärt.
Man gründet, weil man selbstständig sein will. Etwas unternehmen will. Unternehmerin sein will. In einem weiten Feld Verantwortung tragen will - und sich dessen sehr bewusst ist, was das heißt und wie einschneidend dies insbesondere in den Anfangsjahren das Privatleben reduziert.

Niemals, niemals, weil es der angebliche Ausweg aus der Arbeitslosigkeit ist. Man kann mir mit der üblichen Ausnahme von der Regel kommen, ich kenne keinen einzigen erfolgreichen Unternehmer, der es vor diesem Hintergrund zum Erfolg gebracht hat.
Erfolgreiche Unternehmer, seien es große Unternehmer oder die engagierte Ladenchefin, haben mit der Gründung genau das getan, was sie immer schon machen wollten.
Dann hört man auch keine Beschwerde bei den von Dir absolut normal zu nennenden Arbeitszeiten.

Du musst Dich hinsetzen und Dir mal sehr genau überlegen, ob Du wirklich die richtige Frau an diesem Platz bist.
Nicht "ich habe sowieso keine andere Chance", sondern "ich mache das jetzt und arbeite an mir und für mich" muss als Ergebnis herauskommen, um den Laden zu behalten und zum Erfolg zu führen.

Hierbei helfen könnten Business Angels, zumindest was das Organisatorische anbelangt. Wenn Du die Entscheidung für den Laden triffst und diese auch einer kritischen Überprüfung standhalten würde, was die finanziellen Rahmenbedingungen anbelangt, müsstest Du Dich dringend um das Marketing kümmern. Von nichts kommt nichts und schon gar nicht, wenn die Kunden die Wahl haben, nach links oder nach rechts in ein Reisebüro einzutreten.

Inaktiver User
31.10.2010, 22:33
Konkurrenz oder besser Mitbewerber in direkter Nähe ist nicht einfach, da mußt du noch besser und vor allem noch günstiger sein.




Besser ja , günstiger nicht unbedingt bzw. sähe ich keinen Sinn . In dem Pauschalsegment wird eher wenig Marge hängen bleiben bzw wird übers Netz noch günstiger gebucht . Verdienen kann man glaube ich eher mit individuellen Angeboten und Reisen die kaufkräftige Kundschaft anspricht denen auch günstig nicht so wichtig ist .

Dreamfly
01.11.2010, 11:34
@Tabetha

Danke für Deine ausführliche Betrachtung.

Allerdings trifft es nicht den Kern dessen, was ich meinte.

Man darf auch als Selbständiger mal Zweifel an seinem "Unternehmen" haben. Du redest mich hier eher in Grund und Boden. Sicher bin ich nicht der TOPUNTERNEHMER...aber ich bin sehr engagiert. Und ich überlege tagtäglich wie ich das Angebot und meinen Service verbessern kann.

Ich bin über 40, hab mir sehr wohl überlegt, welchen Schritt ich gehe, ich schrieb ja schon, dass die Entscheidungsfindung für das Büro ca. 1Jahr gedauert hat. Und ich habe während meiner Arbeitslosigkeit auch noch in zwei anderen Verkaufsbereichen gearbeitet und habe das sehr als Bereicherung und auch als "Lehre" angesehen. D.h. ich habe mich auch etwas umfassender vorbereitet.

Ich bin auch nicht vom AA gefördert. Ich habe alles selbstfinanziert ohne Kredite. Ein Gründungsseminar habe ich in einem renommierten Unternehmen absolviert, selbst organisiert.

Und Du kannst noch so gut vorbereitet sein...das ist alles graue Theorie. Die Praxis sieht eben anders aus. Ich wusste auch, dass das alles kein Zuckerschlecken wird. Aber vielleicht habe ich es einfach unterschätzt.

JA und auch "Selbstständige" dürfen manchmal jammern! Ja und ich habe das Gefühl, dass mein Privatleben zu kurz kommt. ABER DAS ist auch menschlich.

Danke für alle Beiträge!

Tabetha
01.11.2010, 12:27
Du musst Dich hinsetzen und Dir mal sehr genau überlegen, ob Du wirklich die richtige Frau an diesem Platz bist.
Nicht "ich habe sowieso keine andere Chance", sondern "ich mache das jetzt und arbeite an mir und für mich" muss als Ergebnis herauskommen, um den Laden zu behalten und zum Erfolg zu führen.

Hierbei helfen könnten Business Angels, zumindest was das Organisatorische anbelangt. Wenn Du die Entscheidung für den Laden triffst und diese auch einer kritischen Überprüfung standhalten würde, was die finanziellen Rahmenbedingungen anbelangt, müsstest Du Dich dringend um das Marketing kümmern. Von nichts kommt nichts und schon gar nicht, wenn die Kunden die Wahl haben, nach links oder nach rechts in ein Reisebüro einzutreten.

Ich zitiere mich mal selbst, denn nein, es war nicht meine Absicht, Dich in Grund und Boden zu reden. Aber sehr wohl aufzuführen, dass es Zeit für eine kritische Betrachtung ist, die zu einem Ziel führen muss. Entweder ein klares Ja zum Laden, oder ein klares Nein. Da stimme ich einer Vorschreiberin zu, das Nein sollte man auch in Betracht ziehen. Und meiner Meinung nach sollte man eine solche Entscheidung nicht so lange hinauszögern, zumal von ihr weitere Handlungen abhängen.

Du schreibst selbst: Du hast es unterschätzt. Und nun musst Du überlegen, ob Du mit dem, was Du nun weißt weitermachst oder die Bremse ziehst. Und was Du änderst, wenn Du das Reisebüro behältst.

Ich möchte keinen in Grund und Boden reden, ich rede im Job nur ziemlich Klartext und geradeaus. Und ich sehe schon eine Diskrepanz zwischen der Darstellung der Geschäftssituation im ersten Beitrag und in den späteren Beiträgen.

Inaktiver User
01.11.2010, 16:55
tabetha, ich empfand deinen beitrag als ausgesprochen konstruktiv und auch sehr durchdacht und hilfreich. ich kann aber auch dreamfly verstehen, die sicher derzeit sehr dünnhäutig ist. Aber letztendlich ist es wohl auf den punkt gebracht - egal, ob die entstehungsgeschichte nun richtig oder falsch wiedergegeben wurde:
die dinge, die du beschreibst, dreamfly, sprechen sehr dafür, von neutraler seite aus. du selbst bringst derzeit ehrlich gesagt nicht viele argumente, die für eine fortführung sprechen, sondern sowohl in geschäftlicher als auch persönlicher sicht eher für einen ausstieg.

Vielleicht schreibst du - für dich - mal auf, was für die fortführung spricht. die bri community hier kann sicher keine fundierte unternehmensberatung/-prüfung ersetzen. aber nach meiner erfahrung ist sie ein gutes sounding board für eigene standpunkte.

ich wünsche dir weiter viel erfolg!

(vom handy, daher smiley und grossbuchstabenfrei)









perspektiven deines reisebüros zu beleuchten. Denn

Lilith10
01.11.2010, 17:57
Hallo Dreamfly

Wenn deine Entscheidung ein klares Ja beinhaltet, wirst du erst einmal NOCH MEHR arbeiten müssen.

Ich hab keine Ahnung von Reisebüros oder wie dein Laden aussieht. Mir fiele nur ein, z.B eine gemütliche Ecke einzurichten, in der man über versch. Länder mehr erfahren kann. Oder Diavorträge, oder Lesungen durchzuführen. Lesungen für Kinder über Afrika meinetwegen. Damit schaffst du erst mal neue Leute in den Laden...

Weiß nicht, wie und ob man das realisieren kann. Aber du musst dir überlegen, wie DU dich abhebst. KREATIVITÄT ist das Zauberwort...

LG

Lenea
01.11.2010, 23:06
Hi Dreamfly, kann dich schon verstehen, nach der Euphorie der Gründungsphase kommt nun die Realität des Selbständigenalltags. Und der ist nicht zu unterschätzen - egal, ob man die "geborene Unternehmerin" ist oder sich dafür entschieden hat, erst eine zu werden.
Die Motive sind ja durchaus unterschiedlich für die Wahl dieses Berufsweges und sie dürfen es ja sein. Frag mal alle Firmennachfolger, ob sie wirklich das Unternehmen weiter führen wollten...

Also - man kann vieles lernen und es spricht für dich, dass du dich getraut hast. Nun musst du aber auch lernen, dich selbst wichtig zu nehmen und das heißt - "Auszeiten im Alltag" einplanen. Muss ja gar nicht viel sein - manchmal reicht eine kleine Veränderung. Wie könnte die aussehen? Was würde dir das Gefühl geben, ein wenig mehr Freiraum zu haben?

Für ein paar Euro lässt sich hin und wieder eine Aushilfe einstellen, einen Versuch wäre es wert.

Ich würde mir auch den Mitbewerber nochmal genau anschauen - was hat er, das du nicht hast bzw. was könntest du deinen Kunden bieten, das ihm fehlt? Konkurrenz belebt das Geschäft. Nicht jeder Kunde wird auf das Reisebüro gegenüber stehen - warum auch immer - er wird dann bei dir landen, wenn du ihm anbietest, was ihn interessiert.

Du sagst, in deinem Wohngebiet wohnen Familien. Die haben bekanntlich oft wenig Zeit und wenig Geld. Was sie aber lieben, sind Leute, die ihre Kinder mögen. Was könntest du für die Kinder in deinem Umfeld tun, um ihnen (und damit ihren Eltern...) Lust auf Urlaub zu machen?

Frag doch mal in der nächsten Berufsschule nach, die Erzieherinnen ausbildet. Viele von denen suchen einen Praktikumsplatz. Denen bietest du an, ein paar Monate in deinem Laden "Kinderanimation" (= Urlaub im Alltag) zu machen - möglichst jeden Monat typisch für ein anderes Land, das man ja unbedingt mal besuchen sollte...

Ich hätte da Ideen... Lass dir die Lust nicht rauben, sei kreativ - sowohl was deine eigene Zeitplanung betrifft als auch die Ideen für deine Kunden. Mach das, was sich sonst keiner traut und höre nicht auf die Unken!

Sagt eine dreifache Mutter, Freiberuflerin und für den Anfang durchaus erfolgreich.

Kopf hoch!
Lenea

Tabetha
02.11.2010, 09:19
Wenn deine Entscheidung ein klares Ja beinhaltet, wirst du erst einmal NOCH MEHR arbeiten müssen.

Da sagst Du etwas Wahres, und das muss Dir, Dreamfly, auch klar sein, wenn Deine Entscheidung für das Büro fällt. Dann geh aber einfach mit einem anderen Gedanken heran: Je mehr Du Dich engagierst, desto erfolgreicher wird der Laden und desto eher kannst Du Dich persönlich mit einer Hilfe entlasten.



Ich hab keine Ahnung von Reisebüros oder wie dein Laden aussieht. Mir fiele nur ein, z.B eine gemütliche Ecke einzurichten, in der man über versch. Länder mehr erfahren kann.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass Reisebüros rein optisch noch in den 50er Jahren stecken. Wenn ich ein Reisebüro hätte, sähe es wie folgt aus:
Kleines Café, passend zum Reisethema dekoriert. Jeden Monat ein anderes Thema. Bücherregal mit Romanen, die gut zum Reisen und den jeweiligen Ländern passen. Das Café sähe aus wie eine Bibliothek, mit aktuellen Romanempfehlungen von Schriftstellern aus der beworbenen Region.

Kooperationen mit Partnern, die passend zum Thema etwas anbieten können - Landschaftsmaler, Buchhandel, Schmuckdesigner und wenn ich Reisen in die Antarktis im Angebot hätte, dürfte die Boutique von nebenan ihre Wollpullover vorbeibringen ...
Bei Buchung bestimmter Reisen gäbe es von den Kooperationspartnern etwas dazu, was eine Nähe zum Reiseziel aufweist, den Schal für die Kirchen in Rom, das thailändische Essen im Restaurant zur Einstimmung ...

Funktionieren kann so etwas allerdings nur in Lauflage.
"Einfach so" läuft heute kein Laden mehr, denke ich. Also gilt es, sich abzuheben.

Dreamfly
02.11.2010, 15:36
@all

DANKE für all die Betrachtungen und Anregungen.

Ja....dünnhäutig trifft den Nagel auf den Kopf.

Ich bin und war schon immer ein Kämpfer...Stehauffrauchen. Durchboxen musste ich mich schon ganz oft. Und bisher hab ich alle Klippen gut umschifft und gut gemeistert...zwar manchmal mit Schramme am Bug...aber es ging.

Ich weiss auch nicht, warum mir mein Leben im Moment so schwer fällt?

Die Ideen die ihr habt, sind toll!

@Lenea.......schön, dass es bei Dir so gut läuft. Das freut mich!
Sehr schöne Ideen hast Du! Ich hab so ähnliches auch schon durchdacht...ich hab eine Kladde, wo alle meine Ideen drin stehen, nur ist wirklich wenig...HIER...davon durchsetzbar.

Der Laden wäre viel zu klein, für Events mit Kindern. Im Kieztreff müsste ich Miete extra zahlen...hab ich schon nachgefragt...andere Räumlichkeiten gibt es nicht.

Ich hab im Frühjahr einen Tag der offenen Tür gehabt...mit Hüpfburg...Gewinnspiel..etc. Ich hab Kuchen gebacken, wir haben Luftballons und Blumen verteilt...zum verweilen standen Bierzeltgarnituren vor der Tür.

Die Resonanz war trotz Werbung sehr mager. Da hab ich sehr drauf gezahlt. Leider hat das auch keine Buchung mehr nach sich gezogen.

Ich lasse mir immer was Neues für meine Deko einfallen, hatte schon Frankreich mit Gutscheinen für den Bäcker nebenan, Rätsel im Schaufenster mit Gewinnspiel, vorangekündigt per Flyer.
Ich hab im Laden Bilder ausgestellt, für Wellness geworben mit Gutschein für einen Tag in der Therme........

Nur irgendwann gehen einem auch die Ideen aus...:-(

Mein Sohn ( er studiert VWL) erstellt für mich regelmässig eine Statistik...wer bucht wann was.....um vielleicht ein Schema zu entdecken.....nur bisher gibt es keins.

Es gibt einige ältere Kunden, die auch gern mal auf einen Plausch vorbei schauen. Vielleicht wäre Seniorenbetreuung eher mein Metier ..:-)

Heute habe ich meine Zustimmung für ein Schülerpraktikum bei mir erteilt. Ich hab das noch nie gemacht aber Ideen dafür hab ich auch schon. UND vielleicht lerne ich ja auch noch was!

Ich bin ja nicht untätig!

Aufgeben? Will ich das? NEIN...aber um ein wenig auf einen grünen Zweig zukommen, renne ich gegen Windmühlen an.
Das macht müde! Ja, auch leider jetzt schon. Zu wenig Atem?
Könnte sein!

LG dreamfly

Lilith10
02.11.2010, 16:03
Hm, wenn ALLES nicht hilft, solltest du dir einen neuen Standort suchen. Und zwar schleunigst...

da-sempre
02.11.2010, 16:19
Kooperationen mit Partnern, die passend zum Thema etwas anbieten können - Landschaftsmaler, Buchhandel, Schmuckdesigner und wenn ich Reisen in die Antarktis im Angebot hätte, dürfte die Boutique von nebenan ihre Wollpullover vorbeibringen ...
Bei Buchung bestimmter Reisen gäbe es von den Kooperationspartnern etwas dazu, was eine Nähe zum Reiseziel aufweist, den Schal für die Kirchen in Rom, das thailändische Essen im Restaurant zur Einstimmung ...

Funktionieren kann so etwas allerdings nur in Lauflage.
"Einfach so" läuft heute kein Laden mehr, denke ich. Also gilt es, sich abzuheben.

Da hast Du einfach Superideen, Tabetha. Das mit den Kooperationen haben wir ja im Onlineshop Thread nebenan schon mal kurz angesprochen. Mir scheint auch, dass so etwas für ein Reisebüro sehr gut passend ist. Eine Freundin von mir sitzt auch allein (allerdings angestellt) in einem Reisebüro und träumt davon solche Dinge machen zu dürfen!! Aber der Chef zieht nicht mit. :gegen die wand:
Den Schal für Rom müsste sie aber unbedingt von meinem Shop beziehen - ich würde ein Extramodell auflegen :pfeifend:(oder das mit den Engerln empfehlen, das ich derzeit im Programm habe) :fg engel:.

Tabetha
02.11.2010, 16:34
Den Schal für Rom müsste sie aber unbedingt von meinem Shop beziehen - ich würde ein Extramodell auflegen :pfeifend:(oder das mit den Engerln empfehlen, das ich derzeit im Programm habe) :fg engel:.

Du weißt ja, dass ich viel von Kooperationen halte - Männer, wir nennen es Seilschaften, machen das immer vor. Kooperationen klingt netter, Frauen tun sich aber schwer damit.
Was ich tun würde, wenn ich so einen Laden hätte? Mich in meiner Nähe umsehen - welche Läden haben auch Inhaberinnen? Dann würde ich einen Unternehmerinnen-Treff gründen und gemeinsam Aktionen und Vermarktung angehen.
Man braucht manchmal schon den Gruppendruck, insbesondere, wenn es hakt und man wie die TE gerade Probleme herumschiebt. Und Erfahrungsaustausch kann auch nicht schaden. Vielleicht findet sich dann auch für das ein oder andere Problem eine Lösung.

Und selbstverständlich, hätte ich ein Geschäft, lägen Deine tollen Schals dort. Stilvoller könnte man im Vatikan doch gar nicht gewandet sein. Das mit den Engeln würde ich nicht machen, die Oberengel in Rom könnten eingeschnappt sein, die lassen sich ungern die Schau stehlen ;- )

Tabetha
02.11.2010, 16:46
Ich hab im Frühjahr einen Tag der offenen Tür gehabt...mit Hüpfburg...Gewinnspiel..etc. Ich hab Kuchen gebacken, wir haben Luftballons und Blumen verteilt...zum verweilen standen Bierzeltgarnituren vor der Tür.

Die Resonanz war trotz Werbung sehr mager. Da hab ich sehr drauf gezahlt. Leider hat das auch keine Buchung mehr nach sich gezogen.



Ganz ehrlich Dreamfly, das ist eine Aktion, die keinen mehr hinter dem Ofen vorlockt. Was wäre z. B. mit einer Weinverkostung südafrikanischer Weine anlässlich Deiner Südafrika-Angebotswoche? Nur mal als Beispiel. Wobei ich darauf hinweise, dass alles mit Lebensmittel ggf. einer besonderen Genehmigung bedarf, das könnte aber der kooperierende Weinhandel beantworten. Oder Du springst bei ihm an einem Weinabend mal mit ins Boot, veranstaltest eine Lesung über ein passendes Reiseziel usw.

Es gibt so viele Möglichkeiten. Sehr häufig sind übrigens die, die eine gewisse Regelmäßigkeit ("Tradition") aufweisen, die erfolgreichsten Veranstaltungen. Also gar nicht so viel durcheinander, sondern überlegen, was passt am besten, wo bekomme ich gute Unterstützung und was kann mir zum Vorteil gereichen. Sonst verzettelt man sich. Und dann auf das konzentrieren, wofür man sich entschieden hat. Und regelmäßig, regelmäßig, regelmäßig. Das ist ein Kernthema im Marketing.

Lilith10
02.11.2010, 16:48
Du weißt ja, dass ich viel von Kooperationen halte - Männer, wir nennen es Seilschaften, machen das immer vor. Kooperationen klingt netter, Frauen tun sich aber schwer damit.
Was ich tun würde, wenn ich so einen Laden hätte? Mich in meiner Nähe umsehen - welche Läden haben auch Inhaberinnen? Dann würde ich einen Unternehmerinnen-Treff gründen und gemeinsam Aktionen und Vermarktung angehen.
Man braucht manchmal schon den Gruppendruck, insbesondere, wenn es hakt und man wie die TE gerade Probleme herumschiebt. Und Erfahrungsaustausch kann auch nicht schaden. Vielleicht findet sich dann auch für das ein oder andere Problem eine Lösung.

Und selbstverständlich, hätte ich ein Geschäft, lägen Deine tollen Schals dort. Stilvoller könnte man im Vatikan doch gar nicht gewandet sein. Das mit den Engeln würde ich nicht machen, die Oberengel in Rom könnten eingeschnappt sein, die lassen sich ungern die Schau stehlen ;- )
Das mit den Kooperationen hab ich damals auch probiert. Ging nicht:knatsch:

Alle fanden die Ideen gut, haben sich aber nie wieder gemeldet.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, das alle dachten, sie würden übervorteilt!?

Aber vielleicht hatte ich auch nur komische "Nachbarn"

Tabetha
02.11.2010, 16:56
Wenn sie dachten, übervorteilt zu werden, ist schon am Konzept etwas falsch gewesen.

Es dauert eine Zeitlang, bis man den "harten Kern" einer Truppe zusammen hat. Am Anfang sind alle begeistert, wenn es an die Arbeit geht springen die ersten ab, dann gibt es noch weitere Zu- und Abgänge und was dann übrigbleibt, ist der Kern. Und der kann durchaus jahrelang zusammenarbeiten.
Ich würde nach einem Mal nicht gleich das Handtuch werfen. Vielleicht hast Du die falschen Partner erwischt, versuch es auf eine andere Art und Weise.
Bei klarer Trennung der Branche und klarer Festlegung der Konditionen sollte sich keiner übervorteilt fühlen müssen. Vielleicht hattest Du auch kooperationsunerfahrene Partner, dann wird es ohne fachliche Anleitung natürlich schwer. Ich empfehle z. B. den Weinhandel, die sind in ihren Aktionen häufig sehr fit und erfahren.
Will sagen, einer sollte wissen, wo es lang geht. Sonst wird es wirklich schwierig.

Bei einem Unternehmerinnen-Treff können z. B. auch Fachfrauen aus dem Marketing mitmachen. Man legt Wissen und Fachkenntnisse zusammen. Damit kommt man dem Ziel schon näher. Unternehmerinnen-Treffen lassen sich übrigens sehr gut über die Presse vermarkten und für eigene Zwecke einspannen.

da-sempre
02.11.2010, 17:02
Das mit den Kooperationen hab ich damals auch probiert. Ging nicht:knatsch:

Alle fanden die Ideen gut, haben sich aber nie wieder gemeldet.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, das alle dachten, sie würden übervorteilt!?

Aber vielleicht hatte ich auch nur komische "Nachbarn"
Ich habe zwar einen Onlineshop, habe aber jahrelang mit einer Blumenwerkstatt hier vor Ort "stationäre" Verkaufsaktionen gemacht. Wir haben uns toll ergänzt und uns auch neue Kundinnen gegenseitig gebracht. Sie hat ein ganz bestimmtes Ambiente und ihre Zielgruppe hat zu meiner prima gepasst - und meine zu ihrer.
Mir war es dann zu viel Schlepperei, da ich ja praktisch mein ganzes Lager dorthin bringen musste, dann noch alles schön dekorieren und das Ganze für einen Tag. Aber sie macht das mit Töpferinnen, Bildhauerinnen, "Schmucklerinnen".... immer mit Frauen und es macht Riesenspaß. Manchmal behält sie die Sachen auch in Kommission und verkauft sie nach und nach.
Umgekehrt könnte dies ja auch ein Reisebüro anbieten. Eine Vitrine mit passenden Accessoires z.B. , wie Tabetha schon aufführte. Mit Weinverkostung und Reiseträumen, da kommen auch die (meist zahlungskräftigeren) Männer mit!:smirksmile:

Lilith10
02.11.2010, 17:31
Wenn sie dachten, übervorteilt zu werden, ist schon am Konzept etwas falsch gewesen.

Es dauert eine Zeitlang, bis man den "harten Kern" einer Truppe zusammen hat. Am Anfang sind alle begeistert, wenn es an die Arbeit geht springen die ersten ab, dann gibt es noch weitere Zu- und Abgänge und was dann übrigbleibt, ist der Kern. Und der kann durchaus jahrelang zusammenarbeiten.
Ich würde nach einem Mal nicht gleich das Handtuch werfen. Vielleicht hast Du die falschen Partner erwischt, versuch es auf eine andere Art und Weise.
Bei klarer Trennung der Branche und klarer Festlegung der Konditionen sollte sich keiner übervorteilt fühlen müssen. Vielleicht hattest Du auch kooperationsunerfahrene Partner, dann wird es ohne fachliche Anleitung natürlich schwer. Ich empfehle z. B. den Weinhandel, die sind in ihren Aktionen häufig sehr fit und erfahren.
Will sagen, einer sollte wissen, wo es lang geht. Sonst wird es wirklich schwierig.

Bei einem Unternehmerinnen-Treff können z. B. auch Fachfrauen aus dem Marketing mitmachen. Man legt Wissen und Fachkenntnisse zusammen. Damit kommt man dem Ziel schon näher. Unternehmerinnen-Treffen lassen sich übrigens sehr gut über die Presse vermarkten und für eigene Zwecke einspannen.
Na ja, das war vor 10 Jahren. Da waren diese Dinge noch nicht so weit verbreitet und bekannt!?

Ich finde diese Ideen super und werde sie sicher in mein neues Konzept mit einbauen.

Und auch Unternehmerinnentreffen find ich gut. Vielleicht auch was für die TE??

Tabetha
02.11.2010, 17:48
Zehn Jahre, Lilith, bitte ;- )
Da sieht es heute sicher anders aus.

Dreamfly
02.11.2010, 18:13
@Tabetha

Jetzt würde ich doch sehr gern mal wissen, welche Probleme ich hier verschiebe?

Ich stelle mich der Situation und versuche das Beste rauszuholen.

Okay....wir haben hier eine kleine Einkaufszone...zwei Bäcker, einen Lottoladen, einen Optiker, zwei Apotheken. einen Schlecker, zwei Frisöre, einen Computerladen, einen Sportladen, eine Ramschdrogerie, einen Blumenladen, Kaisers und weiterweg Aldi und Lidl. Und zwei türkische Imbisse, einen Containerasiaten und zwei Kneipen....KNEIPEN!

LADEN falsch gewählt? Vielleicht...aber hier wohnen Menschen , Kunden schon recht lange.

LADEN umziehen.....wohin denn in einer Grossstadt mit flächendeckend mehr RBs als es Einzelhändler gibt!?

@Tabetha...ich möchte Dir nicht zu nahe treten...ABER...IDEEN hab ich auch en masse...nur man muss sie auch umsetzen können.

Ich bin geschafft aber sprühe auch vor Einfällen....

Mach mal ne Weinverkostung in einem Büro...wo draussen schon morgens Biertrinker rumlaufen! Und es km...weit keinen Weinhändler gibt. Und es prozentual mehr Familien als andere Kunden gibt. Soll ich ne Cola-verkostung machen?

Du bist sehr innovativ.....!

Aber ich wohne nicht in München, Hamburg oder Bad Harzburg.

Alles Theorie!

Sorry...aber ich hab doch auch schon alles durch....Verbindung mit dem Kunstverein, Freitickets fürs Kirchenkonzert oder den Zirkus ums Eck.....

Ja, sicher hatte das jeder schon!.....

Sorry, ich will Dich nicht angreifen...aber das klingt alles so abgehoben...dafür muss auch das Klientel stimmen!

Tabetha
02.11.2010, 18:30
@Tabetha

Jetzt würde ich doch sehr gern mal wissen, welche Probleme ich hier verschiebe?

"Herumschiebt" schrieb ich. Wie "Probleme wälzen. Redewendung.





Okay....wir haben hier eine kleine Einkaufszone...zwei Bäcker, einen Lottoladen, einen Optiker, zwei Apotheken. einen Schlecker, zwei Frisöre, einen Computerladen, einen Sportladen, eine Ramschdrogerie, einen Blumenladen, Kaisers und weiterweg Aldi und Lidl. Und zwei türkische Imbisse, einen Containerasiaten und zwei Kneipen....KNEIPEN!

[...]
LADEN umziehen.....wohin denn in einer Grossstadt mit flächendeckend mehr RBs als es Einzelhändler gibt!?

@Tabetha...ich möchte Dir nicht zu nahe treten...ABER...IDEEN hab ich auch en masse...nur man muss sie auch umsetzen können.

[...]
Mach mal ne Weinverkostung in einem Büro...wo draussen schon morgens Biertrinker rumlaufen! Und es km...weit keinen Weinhändler gibt. Und es prozentual mehr Familien als andere Kunden gibt. Soll ich ne Cola-verkostung machen?

Du bist sehr innovativ.....!

Aber ich wohne nicht in München, Hamburg oder Bad Harzburg.

Alles Theorie!

Sorry...aber ich hab doch auch schon alles durch....Verbindung mit dem Kunstverein, Freitickets fürs Kirchenkonzert oder den Zirkus ums Eck.....

Ja, sicher hatte das jeder schon!.....

Sorry, ich will Dich nicht angreifen...aber das klingt alles so abgehoben...dafür muss auch das Klientel stimmen!

Ja aber entschuldige bitte, das Umfeld hattest Du doch noch nicht beschrieben. Ich habe schon in einem meiner ersten Beiträge darauf hingewiesen, dass es dies natürlich zu bedenken gilt. Du wirst Deinen Umsatz aber nicht nur auf ein paar Anwohnern aufbauen können.

Nach Deiner Beschreibung und der Tatsache, dass Du die geschilderten Anwohner bzw. das Umfeld (morgendliche Biertrinker) mit Deinem Klientel gleichsetzt, muss ich leider wieder sagen, dass ich denke, dass Du einen Fehler gemacht hast.
Mir klingt das Umfeld überhaupt nicht nach Kunden, die Urlaub im Reisebüro buchen. Und die, die vielleicht dafür das Geld haben, möchten sich den Weg zur Buchung der angeblich schönsten Wochen im Jahr auch nicht durch Biertrinker bahnen.

Selbstverständlich ging ich von einem Laden in einer etwas weniger problembehafteten Gegend aus, wie glaube ich die meisten hier. Es waren auch nur Ideen, Vorschläge - die muss man natürlich auf die eigenen Gegebenheiten anpassen.
Aber mein Eindruck verstärkt sich, dass das keine Gegend für ein Reisebüro ist.

Dennoch, ich versuche es weiter.
Was macht denn Dein Mitbewerber? Wo legt er seinen Schwerpunkt? Die Familien - reisen sie, kommen sie als Kunden überhaupt in Frage? Versuch nicht herauszubekommen, wer wann bucht, sondern wer überhaupt bucht. Wie setzt sich Deine Kundschaft aktuell zusammen?

Lenea
02.11.2010, 20:58
Ich möchte den Gedanken von der "Regelmäßigkeit" noch mal aufgreifen. Vielleicht braucht es gar keine neuen Ideen, sondern einfach wiederholt "alte"? Ist es nicht so, dass in unserer schnelllebigen Gesellschaft dauerndes Umschalten gefragt ist? Wenn etwas konstant erscheint, gibt es ein Gefühl von Sicherheit. Warum nicht bestimmte Events rund ums Jahr immer einmal wieder anbieten? Ich denke gar nicht, dass es vom Aufwand her so große Sachen sein müssen...

Mir fällt noch ein :
- Kurse, z.B. an der Volkshochschule, Infos über bestimmte Länder, in die man schon immer mal reisen wollte. So einen Kurs würde ich sofort besuchen, z.B. über Kanada oder als Familie über Südeuropa
- Oder als Thema "Verreisen mit Kindern - das beste Urlaubsziel für die Familie finden"

Im Dschungel der Angebote sehnt man sich nach Beratung und Begleitung in bestimmten Fragen. Der Urlaub gehört zweifelsfrei dazu.

Wie sieht deine Webpräsenz aus - findet man dich im Internet und wenn ja, welchen "Mehrwert" hat deine Seite? Stehen da nur die puren Reiseziele oder auch noch ein bisschen "Drumrum"?

Ich arbeite ja auch im Homeoffice und in meiner Beratungspraxis, bin oft alleine mit mir/den Klienten/Kunden usw. Ich geniessen den fachlichen Austausch mit Kollegen oder auch, wenn mir jemand im Büro hilft. Es macht wesentlich mehr Spaß, sich gemeinsam bei Laune zu halten und Ideen zu spinnen. Insofern ist der Netzwerkgedanke wichtig. Bin selbst in einem Frauennetzwerk mit Unternehmerfrauen, z.T. völlig andere Branchen aber wir sitzen "in einem Boot", das verbindet. Und die anderen Frauen sind z.T. auch Kundinnen von mir bzw. ich von ihnen... (schonmal was:smirksmile:)

Lilith10
03.11.2010, 13:11
Vielleicht suchst du mal einen Unternehmensberater auf? Oder die IHK, da gibt es Kurse, oder suchst dir einen Businessangel? Allein geht alles manchmal nach hinten los