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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allg. GleichbehandlungsG (AGG)



Inaktiver User
21.10.2010, 11:46
Lange habe ich hin- u. her überlegt, ob ich ein paar Zeilen dazu hier schreiben soll.

Mir persönlich ist es so ergangen: Ablehnung, weil ich eine Frau bin. Systematisches Kleinmachen, Aktionen hinter dem Rücken etc. Im Grunde genommen war vielen bewusst, was gelaufen ist, aber man steht trotz dieses Rechts alleine da. Betriebsrat? Die sind zwar nett, aber keine wirkliche Hilfe. Warum auch?

Mittlerweile habe ich eine gewisse Distanz zu den Ereignissen, die mich sogar krank gemacht haben.
Ich habe zu hören bekommen, dass man mich als Mann evtl. auch so behandelt hätte usw. Sicher, mobben kann man jeden. In diesem Fall aber weiß in meinem Unternehmen fast jeder, dass derjenige, der die Entscheidung zu treffen hatte, ein richtiger "Frauenfeind" ist. Lieber ein unqualifizierter Mann als eine qualifizierte Frau.

Warum ich nichts unternommen habe? Ich habe noch einige Jahre im Berufsleben vor mir. Welches Unternehmen nimmt mich noch, wenn ich klage? Ich bin mir sicher, dass das, was ich erlebt habe, sehr oft geschieht, trotz dieses Gesetzes.

Nur frage ich mich: Was bringt denn dieses Gesetz? Eine Alibi-Funktion? Fast scheint es so. Man hat das Recht/Gesetz auf der Seite, aber hat Agnst, es anzuwenden?!:knatsch:

Es interessieren mich Meinungen anderer - nicht bzgl. meiner eigenen Situation, das ist gegessen. Manchmal glaubt man kaum, wie schnell man betroffen sein kann.

Ist es schon jemandem ähnlich ergangen?
Wer sieht dieses Gesetzt ebenfalls kritisch?

Anima


§ 1Ziel des Gesetzes: Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Inaktiver User
21.10.2010, 11:56
Hallo Anima

Recht haben und Recht bekommen - sind oft zwei Paar Schuhe.

Aber: meine Erfahrung ist da eine ganz andere. Ich wurde nie diskriminiert weil ich eine Frau bin. Mich hat nie jemand versucht klein zu machen etc.

Warum: weil ich kein Opfer bin. Ich wehre mich, ich gehe weiter. Ich mußte das nie, aber ich bin jederzeit dazu bereit. Vielleicht ist es diese Einstellung, ich weiß es nicht.

Mich macht niemand klein - da geh ich auf die Barrikaden und wenn es sein muß von Pontius zu Pilatus.

Und wenn es nur einen Kollegen gäbe der mich mobben wollte - dem würde ich helfen...

Mir ist klar, es passiert oft und nicht nur Frauen. Ich hasse Ungerechtigkeit und ich wehre mich dagegen.

Kleinigkeiten erkennen und sofort dagegen steuern nicht erst warten bis der Haufen riesig groß ist.

Aber wenn das alles nichts fruchtet auch bereit sein zu gehen - der Nerven wegen!

Arbeit ist wichtig, und soll Spaß machen - krank machen soll sie nie!!

Inaktiver User
21.10.2010, 12:11
Und wenn es nur einen Kollegen gäbe der mich mobben wollte - dem würde ich helfen...


Ich habe ebenfalls so gedacht wie Du. Erfahrungsgemäß kann ich jetzt leider sagen: Das Blatt kann sich schnell wenden, wenn hinter Deinem Rücken etwas in Gang gesetzt wird. Die Wucht der Tatsache, mit der dann die Konfrontation erfolgt, die kann sehr "heftig" sein.

Ich kenne - wenn auch wenige - Frauen, die ich niemals als Opfer gesehen hätte. Und gerade deswegen sind sie es geworden.

Ich gebe Dir recht: Recht haben und Recht bekommen - zwei paar Schuhe .

Anima

Inaktiver User
21.10.2010, 12:15
Ich stimme dir zu - es passiert ja auch oft genug. Ich hatte Glück und bin froh das nicht erlebt haben zu müssen.

Aber was nun?

Glaubst du du bist gewappnet falls es dich wieder einmal trifft? (was ich nicht hoffe!)

Wenn es Mobbing ist führt der Weg zum Mobbinbeaufragten und zum Arzt. Und wenn alles nichts hilft - zum Arbeitsamt.

Ich war und bin nur der Auffassung, dass man eben nicht klein beigeben darf - weder im Leben noch im Job.

Aber ich weiß auch wie belastend so eine Situation sein kann.

Inaktiver User
21.10.2010, 12:53
Absolut richtig - man darf nicht klein beigeben.
Ob ich gerüstet bin? Da bin ich vorsichtig, denn vorher hätte ich das auch behauptet - aber darum geht es mir hier im Grunde gar nicht.

Es geht tatsächlich darum, dass es ein Gesetzt gibt, das Hilfestellung geben soll, aber im Grunde nichts bringt.

Du hast es selbst geschrieben: Man verlässt die Arbeitsstelle, geht zum Arbeitsamt etc. - ist das nicht ähnlich wie "klein beigeben?".

Ich habe lange gezögert, hier zu schreiben, eben weil es hieß: Vielleicht bist Du sogar selbst mit daran schuld... alles mögliche. Irgendwann hat man keine Lust mehr.

Wozu dann ein Gesetz? Natürlich ist nicht jede Frau, die berufliche Tiefschläge erfährt gleich gem. Gesetz betroffen, aber die Beweislast, die ist im seltensten Falle zu erbringen. Insofern traut sich doch niemand.

Anima

LaTanga
22.10.2010, 03:54
Ist es schon jemandem ähnlich ergangen?
Wer sieht dieses Gesetzt ebenfalls kritisch?

Nun, Gesetze sind vordergründig ja dazu da um ausschließlich „Schwache“ zu schützen.

Erkennt man das, erkennt man auch sehr gut all die Hintergründe.

Wird man dadurch möglicherweise krank, ist die Ursache auch allein bei sich selbst zu finden.

Nicht leicht, aber machbar.

Es dauert nur seine Zeit.

Denn es gibt sehr wohl auch andere Wege, als ständig immer gegen etwas zu kämpfen.

Früher sagte man: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“

Heute klingt das fast schon unmoralisch, weil sehr leicht falsch zu verstehen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und ja, dabei auch all die sehr wohl nötige Selbsterkenntnis, ganz ohne sich dabei vor sich selbst verstecken zu wollen! :blumengabe:

Inaktiver User
22.10.2010, 17:14
Liebe LaTanga,:blumengabe:

dass ich krank geworden bin - stimmt, das liegt auch an mir selbst, weil ich Idiot auch nicht einsehen wollte, dass irgendwann einmal das Maß voll ist, wollte beweisen, was ich kann:gegen die wand:
Gemerkt hat es außer mir auch niemand, die Überraschung war dann groß, als ich Knall auf Fall ausgefallen bin.

Aber ganz getrennt davon: Ich wäre nicht krank geworden, sondern hätte eben diese Erfahrung machen müssen: Frauen hier nicht erwünscht - wie hätte man das Recht überhaupt durchsetzen können, ohne selbst dabei Schaden zu nehmen? Beruflichen Schaden meine ich, der Ruf, der einem dann voraus eilt etc.?

Anima

Inaktiver User
23.10.2010, 00:16
Das AGG soll doch kein Mobbing verhindern, sondern Benachteiligungen bei Einstellungen, Beförderungen oder Kündigungen.
Warum ist es meine Schuld, wenn ich zwar die Qualifikationen erfülle, teilweise besser als die Mitbewerber, aber nicht, wegen meines Alters, in die nächste Bewerberrunde komme.
und da hat das AGG rein gar nichts geändert, den der Ablehnungsgrund "Alter" wird einfach nicht mehr angegeben.

LaTanga
27.10.2010, 01:55
Gemerkt hat es außer mir auch niemand, die Überraschung war dann groß, als ich Knall auf Fall ausgefallen bin.

Eben, denn wer nicht hören will, der muss halt fühlen …

Ja, wie blöd muss ein Arbeitgeber eigentlich noch sein, um fähige Mitarbeiter bewusst erkranken zu lassen?!

Und jede Krankheit hat sehr viele Ursachen. Manchmal bedarf es nur einen Auslöser, es ist auch oft wie mit dem stetigen Tropfen … um sie dann auch ausbrechen zu lassen. Und genau dann ist ja wiederum oft nur eine Heilung möglich und manch ein dann Erkrankter kann sogar dabei noch von Glück reden. Später.

Ich bin ja der Meinung, dass gute Leute so gar keine Angst vor dem von Dir so befürchteten Ruf haben müssen, der ihnen dann voraus eilt. Denn es scheint nur oft so zu sein. Denn all diese möglicherweise Ängste davor verbreiten doch nur die, die so gar nichts anderes können. Und wenn dies erst einmal erkannt wird - es ist nun mal leider ein Hauen und Stechen, in dem allein nur die jeweiligen Schwachstellen des, wenn auch nur vermeintlichen Gegners, ausgelotet werden - lebt es sich doch sehr viel leichter.

Entweder man kämpft immer wieder dagegen an oder man sucht sich schlussfolgernd ein Umfeld, in dem das AGG von vornherein nicht angewendet werden muss, weil die Regeln auch ganz ohne Gesetz jederzeit respektiert und angewandt werden.

LaTanga
27.10.2010, 02:07
Das AGG soll doch kein Mobbing verhindern, sondern Benachteiligungen bei Einstellungen, Beförderungen oder Kündigungen.

Das sehe ich anders. Denn das AGG soll sehr wohl auch Mobbing verhindern oder wohl besser bekämpfen.

Aber was ist eigentlich Mobbing?

Doch nur ein modernes Wort hinter dem sich auch gern manch unfähiger Arbeitnehmer vesteckt oder auf dessen Zug so manch ein Trittbrettfahrer aufspringt oder ein wirklich fassbarer Begriff?

clematis61
27.10.2010, 03:08
...
Kleinigkeiten erkennen und sofort dagegen steuern nicht erst warten bis der Haufen riesig groß ist.
...

Ich denke, genau da liegt das Problem.
Diesen Punkt zu erkennen.
Es ist doch oft so, dass man sich selbst stark fühlt, wenn man es aushält.
Und dann, wenn es kippt, wenn diese Grenze überschritten ist, dann sind die Kräfte minimiert, das Selbstwertgefühl gesunken, dieses Zweifeln; Liegt es vielleicht doch an mir?

Dann braucht man ganz viel Energie und Unterstützung, um nicht zu zerbrechen und die Situation zu beenden.

Ich glaube nicht, dass sich unfähige Arbeitnehmer hinter "Mobbing" verstecken. Dafür ist die Problematik viel zu ernsthaft.
Leider wird es von Mobbern oder (un-)beteiligten Dritten so gesehen.
da immer die Angst da ist, selbst zum Mobbingopfer zu werden.
Das zu Mobbing.

Wie smalltownguy bereits geschrieben hat, ist das AGG zur Verhinderung von Benachteiligungen.
Aber leider gibt es immer noch viel zu viele Schlupflöcher.
Für mich ist das Gesetz nur Makulatur.

Satyr
27.10.2010, 18:13
Ich bezweifel das man da per Gesetz etwas ändern kann. Das was heute oft Mobbing genannt wird, ist der berufliche Konkurenzkampf, den es schon immer gab. Und um in diesem zu bestehen, wird halt oft eine Schwachstelle des Gegenübers ausgenutzt. Bei Behinderten oft die Behinderrung, bei älteren Menschen oft das alter, bei süchternen Menschen oft die Schüchternheit, bei Frauen oft Vorurteile gegen Frauen usw.... eben das, worauf jemand negativ reagieren wird. Versuchen darüber zu stehn, hilft sicher - aber ist nicht immer möglich. Was soll man tun? Beruflichen Konkurenzkampf verbieten? Wie gesagt... ich denge gesetzlich ist dem nicht beizukommen. Dafür liegt es zu sehr in der Natur des Menschen, zu konkurieren. Gesetzlich kann man viell. das Tätigkeitsfeld verschieben. Aber nur minimal, ins verstecktere Handeln.

Inaktiver User
27.10.2010, 20:24
Ein "schönes" Beispiel für Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz ist die "Don't Ask, Don't Tell!"-Policy der US-Streitkräfte. http://de.wikipedia.org/wiki/Don’t_ask,_don’t_tell . Das AGG dürfte kaum zählen, aber vielleicht sollten sich homosexuelle Kampfpiloten einfach dem Konkurrenzkampf stellen und sich nicht einfach hinter ihre Homosexualität zurück ziehen. Stattdessen soll diese Richtlinie abgeschafft werden, wenn es nach deren Gegnern geht.

(jede/r sich einem vorgesetzten Offizier gegenüber outet, muß damit rechnen unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen zu werden).

Inaktiver User
30.10.2010, 18:19
Das sehe ich anders. Denn das AGG soll sehr wohl auch Mobbing verhindern oder wohl besser bekämpfen.

Leider aber denke ich, dass das AGG überhaupt nichts bewirken wird. Es steht da, das ist richtig, aber wann ist es durchsetzbar?

Wie beweist man denn, dass es Benachteiligung war? Die Beweislage sieht doch auch immer schwierig aus.

Mal angenommen, ich würde so etwas wieder erleben und rechtzeitig merken: Stopp, jetzt wird nur aus einem bestimmten Grund gegen Dich geschossen - wie kann ich mich dagegen wehren?
Im Grunde bleibt doch immer nur eine Möglichkeit: Bühnenwechsel, ohne sich auf das Gesetz zu berufen.

Anima:blumengabe:

P.S. - super Profilbild!:)

Inaktiver User
30.10.2010, 18:20
Wie smalltownguy bereits geschrieben hat, ist das AGG zur Verhinderung von Benachteiligungen.
Aber leider gibt es immer noch viel zu viele Schlupflöcher.
Für mich ist das Gesetz nur Makulatur.

Das sehe ich leider auch so. :knatsch:

Anima

Inaktiver User
30.10.2010, 18:22
Gesetzlich kann man viell. das Tätigkeitsfeld verschieben. Aber nur minimal, ins verstecktere Handeln.

Das wird so sein. Wenn ich daran denke, wie wir PC-Lernprogramme bzgl. AGG durchackern mussten, um sich mit dem AGG aus zu kennen - alles pure Theorie, in der Praxis nicht anwendbar, da - nicht beweisbar.

Wozu dann das Gesetz?

Anima

Inaktiver User
30.10.2010, 18:25
Das AGG soll doch kein Mobbing verhindern, sondern Benachteiligungen bei Einstellungen, Beförderungen oder Kündigungen.
Warum ist es meine Schuld, wenn ich zwar die Qualifikationen erfülle, teilweise besser als die Mitbewerber, aber nicht, wegen meines Alters, in die nächste Bewerberrunde komme.
und da hat das AGG rein gar nichts geändert, den der Ablehnungsgrund "Alter" wird einfach nicht mehr angegeben.

Ich sehe das AGG nur noch als Deckmantel nach dem Motto: Wir haben etwas getan.
Ja und - dann nimmt man einfach einen anderen Ablehnungsgrund, den hat man schnell gefunden, denn welcher Mensch ist schon perfekt?

Aber bei solchen Aktionen, dass eben nicht der wahre Grund genannt wird, kann es zu Mobbing kommen - "mal sehen, ob wir den Kandidaten nicht anders los werden"...

Anima

Satyr
30.10.2010, 18:56
Wozu dann das Gesetz?


Ich schätze, damit wollten die Politiker nur irgendwelche Lobbygruppen beruhigen oder/und als Wähler gewinnen. So können sie im Wahlkampf sagen "WIR unterstützen die Gleichberechtigung, weil..."... das es in der Praxis nix taugt, verschweigen Politiker ja gerne.

LaTanga
31.10.2010, 05:56
Mal angenommen, ich würde so etwas wieder erleben und rechtzeitig merken: Stopp, jetzt wird nur aus einem bestimmten Grund gegen Dich geschossen - wie kann ich mich dagegen wehren?

Eine gute Frage! :blumengabe:

Nun, gäbe es wirklich ein nächstes Mal, würde es Dir vielleicht sehr viel früher bewusst werden.

Das ergäbe dann für Dich zu mindestens einen Vorteil, der für Dich und ja, auch deinem möglichen Gegner gegenüber garantiert nicht zu unterschätzen wäre.


Im Grunde bleibt doch immer nur eine Möglichkeit: Bühnenwechsel, ohne sich auf das Gesetz zu berufen.

Das hört sich fast schon nach Kapitulation an.

Aber gleichzeitig gilt ja auch gut bewährt: Wenn man keinen Sinn mehr in Etwas sieht oder ja, auch nicht die nötige Kraft hat, sollte man ganz bestimmt nicht gegen Windmühlen kämpfen. Denn dann kann man nur verlieren.

Auch wenn ich mich ungern wiederhole: Gesetze sind dazu da, um die s. g. Schwachen zu schützen.

Aber sie sind auch möglicherweise dafür da, Gerechtigkeit und eine ganz bestimmte gesellschaftlich notwendige Route zu bahnen.
Und manche Fahrbahn wird dann leider auch ganz gern von s. g. scheinbaren oder nur sehr unscheinbaren Geisterfahrern missbraucht. Und dann leider auch in alle möglichen Richtungen. Ganz unvorbereitet denkt wohl auch so manch Fahrbahnbauer gar nicht weiter als bis zur nächsten Planke.

Denn mit den Gesetzen ist es wie mit dem Geld oder z. B. mit scharfen Gegenständen. Sie können Schaden anrichten oder helfen. Welcher Zweck genau erfüllt werden soll, entscheidet sowieso der s. g. „Handwerker“ oder wie man ihn/er/sie/es auch immer nennen möchte, da all diese Dinge ja allein nichts bewegen können. Ist es nun der Richter oder der Verbrecher, der skrupellose Makler oder der Wohltätige, der Fleißige oder der Schmarotzer, der Mörder oder der Chirurg. Sie alle haben eins gemeinsam: Eine gänzlich verschiedene und doch sehr gemeinsame Einstellung, wie man beispielsweise am besten zum erstrebenswerten Ziel kommt.

Also daher halte ich sehr viele Gesetze, wie auch das AGG, für unabdingbar.

Und wer im Recht ist, und sich nicht nur so fühlt, kann und sollte dann auch entsprechende Beweise vorlegen.

Die dann auch möglicherweise als solche gedeutet werden. Das ist dann aber ganz von der Einstellung oder auch Unabhängigkeit des jeweiligen „Handwerkers“ abhängig.

Denn Recht haben und Recht bekommen sind zwei völlig verschiedene Schuhe. Und dem sollte man sich vorher ganz klar werden und ja, auch sein und ob man sich wirklich darauf einlassen will und ja, auch kann.

Das alles gestaltet sich leider immer schwerer, um so mehr Trittbrettfahrer unterwegs sind. Die, die von ihrer eigenen Unfähigkeit oder auch ganz besonderen „Fähigkeit“ … ablenken und nur kassieren wollen. Aber die werden früher oder später enttarnt, ganz sicher. Spätestens durch diejenigen, die wirkliches Leid erfahren haben und sich mit diesem Leid auch selbstkritisch auseinander gesetzt haben.

Aber nur, wenn all diejenigen sich dann überhaupt dazu äußern können und ja, auch wollen.

Ein Beispiel (http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/mit-fuessen-getreten/) dazu:

Sedika Weingärtner wurde jahrelang von ihren Chefs gemobbt. Jetzt verklagt sie ihren ehemaligen Arbeitgeber Siemens auf 2 Millionen Euro Entschädigung.

Wahres Mobbing oder doch eher unwahr???

Was meinst Du als Betroffene?

Also einem Gesetz allein ist das doch ziemlich schnuppe. Oder?

Also ich habe beim Durchlesen des Artikels im Spiegel oder war es doch der Stern … vor langer Zeit z. B. sofort an eine s. g. Trittbrettfahrerin gedacht. Das stimmte so vieles gar nicht. Für mich.

Andererseits, die, die z. B. wirkliches Mobbing und wirkliche Diskriminierung erfahren haben und sich dabei selbst auch kritisch und ehrlich durchleuchten, all diejenigen machen dann schon ihre Klappe auf. Weil, sie haben ja nichts zu verlieren. Denn sie sind alles, aber ganz bestimmt nicht schwach, sondern oft nur ohnmächtig.

Und all die anderen, ja die haben eher sehr viel zu „gewinnen“. Wenn sie nur den richtigen Anwalt haben.

Die Frage ist nur, inwieweit all die wirklich betroffenen Menschen dann auch einen Sinn darin sehen für „alle anderen“ zu kämpfen. Ich z. B. sehe keinen darin, meine Klappe sooo weit aufzureißen, vielleicht weil ich außer mir selbst nichts zu verlieren habe oder an den jeweiligen Einstellungen der Handwerker generell nichts ändern kann und auch will. Gerade weil es so keinen Sinn macht und vergeudete Lebensmühe ist. Es scheint sehr oft so zu sein.

Und darum suche ich mir dann mein Umfeld doch besser lieber selbst genauer aus. Und vor Änderungen in einem möglicherweise bisher friedlichen und gerechten System ist nun wirklich niemand gefeit.

Und wie heißt es so schön: Jeder bekommt das, was er verdienst. Früher oder später trifft das immer zu. Und das ist doch sehr beruhigend und oft auch völlig ausreichend. Um zu verstehen.

Inaktiver User
01.11.2010, 03:44
Ich schätze, damit wollten die Politiker nur irgendwelche Lobbygruppen beruhigen oder/und als Wähler gewinnen. So können sie im Wahlkampf sagen "WIR unterstützen die Gleichberechtigung, weil..."... das es in der Praxis nix taugt, verschweigen Politiker ja gerne.

Witzigerweise kommt das jetzt von einem AG, der selbst nach eigenen Angaben, Frauen nur ungern oder am Besten gar nicht einstellt.

Firmen müssten eigentlich ab einer bestimmten Größe eine bestimmte Anzahl Schwerbehinderte einstellen. Stattdessen zahlen sie lieber eine Arbeitsplatzabgabe. Den schwerbehinderte AN könnten ja Probleme machen.
Gesetzevsibd dazu da sie zu umgehen, nicht um sie zu befolgen.

Satyr
01.11.2010, 12:44
Witzigerweise kommt das jetzt von einem AG, der selbst nach eigenen Angaben, Frauen nur ungern oder am Besten gar nicht einstellt.

Firmen müssten eigentlich ab einer bestimmten Größe eine bestimmte Anzahl Schwerbehinderte einstellen. Stattdessen zahlen sie lieber eine Arbeitsplatzabgabe. Den schwerbehinderte AN könnten ja Probleme machen.
Gesetzevsibd dazu da sie zu umgehen, nicht um sie zu befolgen.

Ich bin Schwerbehindert. Queerschnittslähmung, unter anderem. Aber ich versteh schon was Du meinst. Ich finde meine Firma eben nicht groß genug. Und und ich muß stark aufs Geld achten. Deshalb stell ich Frauen nur ungern ein. Einmal wär ich durch die Einstellung einer Frau fast pleite gegangen. Da hängt ein enormes Risiko dran, das ich mich nicht mehr einzugehen traue.
Bei Schwerbehinderten ist es anders. Da subventioniert der Staat jede Kleinigkeit. Damit habe ich also kein Problem. Aber Frauen sind nunmal nicht generell schwerbehindert :).

Inaktiver User
01.11.2010, 12:51
Nein, das tut der Staat nicht.

Satyr
01.11.2010, 13:18
Nein, das tut der Staat nicht.

Doch, definitiv. Das hab ich schon oft genug erlebt.

Inaktiver User
01.11.2010, 16:54
Wiedereingliederungshilfen gibt es auch Langzeitsarbeitslosen und Alten.
Spielt aber auch keine Rolle. Wie groß sind den Deine persönlichen Erfahrungen im Konkurrenzkampf als schwerbehinderter AN.

Satyr
01.11.2010, 20:12
Wiedereingliederungshilfen gibt es auch Langzeitsarbeitslosen und Alten.
Spielt aber auch keine Rolle. Wie groß sind den Deine persönlichen Erfahrungen im Konkurrenzkampf als schwerbehinderter AN.

Ich redete aber nicht von Wiedereingliederungshilfen. Zugegeben, meine Erfahrung als AN ist eher begrenzt. Aber die als AG weniger. Und da weiß ich, welche Gelder mir der Staat zahlt, als AG, für schwerbehinderte Angestellte. Was ich übrigens nicht schlecht finde. Nicht wgen des Geldes, sondern wegen dem minimierten Risiko.

Inaktiver User
04.11.2010, 18:15
Einmal wär ich durch die Einstellung einer Frau fast pleite gegangen. Da hängt ein enormes Risiko dran, das ich mich nicht mehr einzugehen traue.

Es interessiert mich nun doch, was die Frau denn getan hat? Schwanger geworden? Gelder veruntreut?
Ich kann nachvollziehen, dass gerade das Thema der möglichen Schwangerschaft für Einstellungen hinderlich ist (aus finanzieller Hinsicht für das Unternehmen), aber erst sind Frauen eben eine Schwangerschafts-Zeitbombe und dann sind sie zu alt.

Es gibt aber viele Frauen, die schnell wieder in den Beruf einsteigen. Betrachte ich so manchen Mann in meinem Umfeld wage ich zu behaupten - das würden Männer nicht schaffen, nach einer solch körperlichen Strapaze wieder so schnell auf den Beinen sein und arbeiten :freches grinsen: (wie gesagt: MEINE persönliche Beobachtung)

Anima

Satyr
05.11.2010, 19:09
Es interessiert mich nun doch, was die Frau denn getan hat? Schwanger geworden? Gelder veruntreut?
Ich kann nachvollziehen, dass gerade das Thema der möglichen Schwangerschaft für Einstellungen hinderlich ist (aus finanzieller Hinsicht für das Unternehmen), aber erst sind Frauen eben eine Schwangerschafts-Zeitbombe und dann sind sie zu alt.

Es gibt aber viele Frauen, die schnell wieder in den Beruf einsteigen. Betrachte ich so manchen Mann in meinem Umfeld wage ich zu behaupten - das würden Männer nicht schaffen, nach einer solch körperlichen Strapaze wieder so schnell auf den Beinen sein und arbeiten :freches grinsen: (wie gesagt: MEINE persönliche Beobachtung)

Anima

Japp, wegen einer Schwangerschaft. Da hängen für einen AG massig Kosten dran, ist mir vorher auch nicht aufgefallen.
Und ich finde es nicht schön, wie das läuft. Aber da noch andere Arbeitspätze zu sichern sind und die Firma überleben soll, muss ich halt gucken wie das am wahrscheinlichsten geht.

Es ist schon was Du so alles beobachtest. Auch im geschilderen Fall, kam die Mitarbeiterrin schnell zurück. Auf Teilzeitbasis. Das ist ihr recht, laut Gesetz. Das Problem aber war, ihr Arbeitspensum betrug noch immer 100%. Wenn sie davon nu max. 50% machte, verschwinden die übrigen 50% nicht einfach. Also, was machen? Weitere Arbeitskraft einstellen, was an verschieden Punkten enorme Kosten verursachen kann. Zuzüglich zu den schon aufgelaufenen Kosten.
Denn als neue Kraft brauchte ich ja wieder wen der Teilzeit arbeitet. Allerdings wen, der hochqualifiziert ist in der IT-Branche. Nur das so jemand sehr sehr ungern teilzeit arbeitet, ausser für ein überredendes Gehalt.
Das alles wird in großen Firmen kein Problem sein, durch Mischkalkulationen. In kleinen ist es aber ein Ernsthaftes.