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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vertrag kündigen - aber wie?



Submo
19.10.2010, 17:43
Hallo zusammen,

ich war nun knapp zwei Jahre als Freiberufler bei einer Firma. Nun habe ich eine Festanstellung bei einem anderen Unternehmen bekommen.

Nur weiß ich gerade nicht ganz, wie ich am besten kündige.

Laut Vertrag gibt es eine Kündigungsfrist von sechs Wochen (15. des Monats zum Ende des nächsten Monats). Andererseits bin ich ja „frei“... Ich würde eigentlich ganz gern das ganze abkürzen und schon zu Ende November kündigen. Geht das rein rechtlich?
Und wie kündigt man als Freiberufler? Als Angestellter, klar, aber so? Stehe irgendwie gerade schwer auf dem Schlauch und bin über jeden Input dankbar! :knatsch::blumengabe:

LG submo

Tabetha
19.10.2010, 19:53
Du kündigst nicht als Freiberufler Deine Position, sondern einen mit Deinem Kunden geschlossenen Vertrag. Vermutlich einen Werkvertrag. Die sind durchaus üblich und gesetzlich zulässig.

An Verträge hat man sich zu halten, ich weiß jetzt nicht, warum Du denkst, dass das für Freiberufler nicht gilt. Sind doch gerade sie oft viel mehr auf Verträge angewiesen und insbesondere auch darauf, dass der Kunde seine Pflichten auch einhält.
Du kannst aber eventuell mit dem Kunden eine frühere Beendigung vereinbaren, diese Verträge unterliegen schließlich der freien Gestaltung innerhalb der handelsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Regelungen.
Insbesondere, wenn Du nicht aktuell ein bestimmtes Projekt beenden musst, sollte das gehen.

Laufrad
19.10.2010, 19:54
Laut Vertrag gibt es eine Kündigungsfrist von sechs Wochen (15. des Monats zum Ende des nächsten Monats).

Arbeitest du nur für diese Firma? Vollzeit? Hast du Anwesenheitspflicht? Bist du weisungsgebunden?

Womöglich bist du scheinselbstständig und in Wirklichkeit (im Sinne des Gesetzes) angestellt. :ooooh:

Dann würde dein "Arbeitgeber" Sozialversicherungs- und Krankenversicherungsbeiträge schulden. Und Urlaubsanspruch hättest du auch!

In diesem Fall als wäre es nicht im Sinne deines "Arbeitgebers", deine verfrühte "Kündigung" zu blockieren.

Submo
19.10.2010, 22:30
Arbeitest du nur für diese Firma? Vollzeit? Hast du Anwesenheitspflicht? Bist du weisungsgebunden?

Zu deinen Fragen: ja, ja und ja :freches grinsen:



Womöglich bist du scheinselbstständig und in Wirklichkeit (im Sinne des Gesetzes) angestellt. :ooooh:

Dann würde dein "Arbeitgeber" Sozialversicherungs- und Krankenversicherungsbeiträge schulden. Und Urlaubsanspruch hättest du auch!

In diesem Fall als wäre es nicht im Sinne deines "Arbeitgebers", deine verfrühte "Kündigung" zu blockieren.

ich bin scheinselbständig, ich weiß es und der "Arbeitgeber" weiß es auch. :knatsch: Dann hoffe ich mal, dass ich damit eventuell das ganze abkürzen kann.

Submo
19.10.2010, 22:35
Du kündigst nicht als Freiberufler Deine Position, sondern einen mit Deinem Kunden geschlossenen Vertrag. Vermutlich einen Werkvertrag. Die sind durchaus üblich und gesetzlich zulässig.

An Verträge hat man sich zu halten, ich weiß jetzt nicht, warum Du denkst, dass das für Freiberufler nicht gilt. Sind doch gerade sie oft viel mehr auf Verträge angewiesen und insbesondere auch darauf, dass der Kunde seine Pflichten auch einhält.
Du kannst aber eventuell mit dem Kunden eine frühere Beendigung vereinbaren, diese Verträge unterliegen schließlich der freien Gestaltung innerhalb der handelsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Regelungen.
Insbesondere, wenn Du nicht aktuell ein bestimmtes Projekt beenden musst, sollte das gehen.

Das ist mir schon klar, dass ich mich an Verträge halten muss.
Viel mehr steht aber auch in dem Vertrag, dass ich nicht weisungsgebunden bin und Aufträge ablehnen kann. Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, wenn ich beispielsweise morgen Projekt xyz abgeschlossen hätte, müsste ich einfach die Annahme weiterer Projekte ablehnen und wäre ergo auch nicht mehr für den Auftraggeber verfügbar.

Da es in meinem speziellen Fall keinerlei Auftragsschreiben mit Fristen oder definierten Aufgaben/Projekten gibt, hatte ich darauf gehofft, hierüber das ganze früher beenden zu können.

Tabetha
20.10.2010, 05:08
Viel mehr steht aber auch in dem Vertrag, dass ich nicht weisungsgebunden bin und Aufträge ablehnen kann. Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, wenn ich beispielsweise morgen Projekt xyz abgeschlossen hätte, müsste ich einfach die Annahme weiterer Projekte ablehnen und wäre ergo auch nicht mehr für den Auftraggeber verfügbar.

Da es in meinem speziellen Fall keinerlei Auftragsschreiben mit Fristen oder definierten Aufgaben/Projekten gibt, hatte ich darauf gehofft, hierüber das ganze früher beenden zu können.

Das sehe ich auch so. Wobei sich dies auch kurz in einem Gespräch mit dem Kunden persönlich regeln lässt (zumindest ich rede mit meinen Kunden ;- )).

Submo
20.10.2010, 09:24
Na, mit ihm zu reden habe ich eigentlich schon vor. :smirksmile:

Ich wollte nur möglichst gut vorbereitet und mit ausreichend Argumenten in das Gespräch gehen, damit ich dann nicht sagen muss: "Äh, kann ich übermorgen dazu noch mal vorbei kommen?“

Mein direkter „Chef“ ist auch sehr nett und wird mir sicherlich keine Steine in den Weg legen, nur der Chef darüber ist ein Fiesling.

Vielen Dank schon mal für eure Anregungen!

Inaktiver User
26.10.2010, 19:10
Zu deinen Fragen: ja, ja und ja :freches grinsen:



ich bin scheinselbständig, ich weiß es und der "Arbeitgeber" weiß es auch. :knatsch: Dann hoffe ich mal, dass ich damit eventuell das ganze abkürzen kann.


Mit solchen posts wäre ich mal sehr vorsichtig.
Du gibst hier gerade strafbewährte Taten zu die auch für dich verdammt teuer werden können.
Es kann durchaus sein, daß jemand vom Zoll mitliest. Es ist dann ein leichtes dich zu finden, so anonym ist das Netz nicht.

Inaktiver User
26.10.2010, 19:57
Irgendwie hört der Spaß ja jetzt hier echt auf. :knatsch:

ikara
26.10.2010, 20:18
strafbewährte Taten

Echt? Wobei oder wofür haben die sich bewährt? :freches grinsen:

sorry, cns :pfeifend:

Und außerdem muss man es so dramatisch nun auch nicht machen. :smirksmile:

Inaktiver User
26.10.2010, 20:25
Echt? Wobei oder wofür haben die sich bewährt? :freches grinsen:

sorry, cns :pfeifend:

Und außerdem muss man es so dramatisch nun auch nicht machen. :smirksmile:

Wieso dramatisch ?
Ich finde so ein Verhalten absolut daneben. Im letzten Jahr lag der volkswirtschaftliche Schaden durch Schwarzarbeit (und dazu gehört auch Scheinselbstständigkeit durch die Nichtzahlung von Sozialleistungen) bei rund 600 Mio. Euro.

Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern schlichtweg Betrug.

ikara
26.10.2010, 20:32
Wieso dramatisch ?
Ich finde so ein Verhalten absolut daneben. Im letzten Jahr lag der volkswirtschaftliche Schaden durch Schwarzarbeit (und dazu gehört auch Scheinselbstständigkeit durch die Nichtzahlung von Sozialleistungen) bei rund 600 Mio. Euro.

Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern schlichtweg Betrug.

Und die wenigsten Scheinselbständigen suchen sich diese Situation aus, weil sie nicht bereit wären ihren Teil der Sozialabgaben zu zahlen. Abgesehen davon dass sich auch ein Scheinselbständiger krankenversichern muss - seinen Teil also doch zahlt und er keine Retenansprüche erwirbt, indem er keine Beiträge leistet. Der Vorwurf geht hier im Strang deshalb mE an die falsche Seite dieser Konstellation.
Die Strafgesetzgebung sieht das in der Gewichtung ja auch ähnlich.

Aber ich glaube das hatte die TE sowieso alles gar nicht gefragt! :smirksmile:

Inaktiver User
26.10.2010, 20:36
Mit solchen posts wäre ich mal sehr vorsichtig.
Du gibst hier gerade strafbewährte Taten zu die auch für dich verdammt teuer werden können.
Es kann durchaus sein, daß jemand vom Zoll mitliest. Es ist dann ein leichtes dich zu finden, so anonym ist das Netz nicht.

Gut gebrüllt Löwe.

Die TE müßte ja allerdings nur für 3 Monate die Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen, der Arbeitgeber hingegen für den gesamten restlichen Zeitraum. Und dass dann zum Sozialversicherungsbetrug ggf. noch so eine klitztekleine Steuerhinterziehung dazukommt, ist doch nicht so schlimm. :smirksmile:

Doof wäre nur, wenn der neue Arbeitnehmer das erfährt. So ein anhängiges Strafverfahren während der Probezeit verleitet doch manchen fiesen Chef gleich mal zu kündigen. :lachen:

Nur Löwe - was hat denn der Zoll damit zu tun? Du meinst wohl das Hauptzollamt - so viel Zeit muss doch nun mal sein......

Inaktiver User
26.10.2010, 20:39
.....
Nur Löwe - was hat denn der Zoll damit zu tun?:ooooh:

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ist bei den Hauptzollämtern angesiedelt.
Deshalb der Zoll. :smirksmile:

Inaktiver User
26.10.2010, 20:48
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ist bei den Hauptzollämtern angesiedelt.
Deshalb der Zoll. :smirksmile:

War mir ja mittlerweile auch aufgefallen :zwinker:

Tabetha
27.10.2010, 08:40
Couer de Leon, diese Summe kommt aber wohl weniger durch scharenweise Scheinselbstständige zustande, denn durch große Unternehmen, die reihenweise Schwarzarbeit nutzen, z. B. auf dem Bau.

Ich finde es auch Unfug, sich als Selbstständige zu bezeichnen, wenn man de facto abhängiger, billiger Arbeiter ist.
Ich möchte aber auch mal eine andere Seite der Scheinselbstständigkeit aufführen, die nämlich letztlich dazu geführt hat, dass diese in solchen Fällen nicht so streng verfolgt wird (zumindest nach dem, was ich so mitbekommen habe seit Beginn dieser Gesetzgebung).
Nehmen wir an, ich gründe. Im Bereich der Dienstleistung läuft das nicht durch Pacht eines Ladens mit entsprechender Laufkundschaft. Im Normalfall habe ich tatsächlich erst einmal einen Kunden. In manchen Fällen kann es sein, dass der eine Kunde meine Selbstständigkeit erst ausgelöst hat.
Und es kann sehr wohl sein, dass es dauert, den nächsten/die nächsten Projekte zu finden. Dann ist zudem meine Zeit als Einzelunternehmer eingeschränkt, das erste Projekt spannt mich also erst einmal ein. Baue ich wirklich auf Selbstständigkeit, wird es natürlich mein Bestreben sein, mir einen Kundenkreis aufzubauen.
Lasse ich mich als billige Arbeitskraft ausnutzen, bin ich mit der Situation zufrieden. Wundere mich aber eventuell, wenn es dann schief geht. Dieses Verhalten insgesamt kennzeichnet aber schon einmal die, die gar nicht selbstständig sind und der damit verbundenen Aufgabe auch nicht gewachsen sind. Diese Larifari-Selbstständigen. Die allerdings weniger Angst vor der FSK denn der Rentenversicherungsanstalt haben sollten.

Für die, die in der Gründungsphase vor der Problematik des Einzelkunden stehen, der Rat, die Akquisitionsbemühungen nachvollziehbar zu machen. Anzeigen, Auftragsgesuche, Angebote, belegbare Telefonate. Wer wirklich etwas aufbauen will, kann hierauf zurückgreifen. Diese Bemühungen sind ja zudem auch steuerrechtlich relevant und sollten daher auf der Steuererklärung erscheinen. Wer da so gar nichts Belegbares hinzuschreiben hat, zeigt der Behörde natürlich auch, wo er steht.

Die weiteren Punkte wie weisungsgebunden und zeitlich gebunden sind ja schon hinlänglich hier diskutiert worden. Ein Selbstständiger kann nicht weisungsgebunden sein. Der Kunde ist nicht sein Vorgesetzter. Im Rahmen eines Projektes hat er sich an bestimmte Regularien zu halten, da er ansonsten das Projekt schwerlich zur Zufriedenheit beenden kann. Er hat nicht von 8-17 Uhr im Büro zu sein (so er dort überhaupt sein muss!) und muss auch nicht fragen, wenn er früher gehen will.