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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : zurück in 'Angestelltenleben' nach 13 Jahren? - bin unsicher, ob ich das WILL



erdbeereis
01.07.2010, 12:25
Hallo,
ich habe ein tolles Angebot. Allerdings in Vollzeit 40h, Festanstellung. Für viele sicherlich traumhaft, aber für mich kaum noch vorstellbar nach 13 Jahren Selbstständigkeit. Ich kenne die Arbeit und die Kollegen - alles soweit ok, ABER mich stört diese Unflexibilität, die starren Arbeitszeiten, das Ein- und Unterordnen, einfach dieser ewig gleiche Trott, der mich dann erwartet....

Versteht ihr das?
Allerdings die Vorteile sind wirklich fast lebenswichtig für mich. Ich bin ja über 40, meine Auftragslage ist wirklich mehr als mies und ich quäle mich mit Kleinstaufträgen von Monat zu Monat. Würde ich krank werden, wäre das ein zusätzliches Desaster - ich liege meinem Mann jetzt schon nur auf der Tasche -

Das ganze muss ich nicht sofort entscheiden. Ich habe noch viel Zeit (ein paar Wochen!).

Ich käme mir irgendwie so gescheitert vor nach den Jahren. Im Grunde bin ich es ja auch. Habe ich da eventuell ein falsches Gedankenmuster?

Vielleicht hat das von euch jemand gewagt und nicht bereut und mag berichten wie es so gelaufen ist, vor allem die erste Zeit?

Inaktiver User
01.07.2010, 12:56
Hallo erdbeereis,
ich kann Dir nicht sagen, wie es ist ins Angestelltenverhältnis zurück zu kehren. Ich befasse mich gerade mit dem Gedanken nach 30 Jahren Angestelltenleben den Schritt in die andere Richtung zu gehen.

Aber zum Thema Scheitern will ich Dir was sagen:
Es kann eine unternehmerisch hervorragende Entscheidung sein, sich als Angestellte in ein wirtschaftlich funktionierendes Unternehmen zu begeben statt in einer unrentablen "Selbständigkeit" zu verharren.

Das Du in dem Moment, in dem Du "Kasse" machst, also den Schritt gehst, als Scheitern empfindest, liegt daran, dass eine Selbständigkeit, die dich nicht ernährt, eben keine ist. Sozusagen eine andere Form von "scheinselbständig".

Aber insgesamt verstehe ich deine Bedenken. Und dein zukünftiger Arbeitgeber sollte sich auch dessen bewußt Dir das Angebot gemacht haben. Ein Teil deines Jobs wäre halt, die Regeln des funktionierenden Systems anzuerkennen und Dich einzufügen. Hilfreich finde ich in sowas immer, wenn man muss. Für mich ist es keine Frage, meine Kohle komplett selbst ranschaffen zu müssen und ich entscheide viel nach diesen Belangen. Ich sage immer mit einem Lachen: Mich kann man kaufen :smile:
Ich komme nur jetzt in eine Phase, in der ich es mir leisten könnte, selbst eine wenig rentable Teil-Selbständigkeit auszuüben und mir Freiräume zu schaffen. Aber auch nur, weil ich 3 Jahrzehnte mich eingeordnet und gut gewirtschaftet habe.


P.S. so gesehen bringt Dir doch eine feste Anstellung mit sicherem Gehalt mehr (persönliche) Selbständigkeit als eine freie Tätigkeit mit zu wenig Geld... isn't it?

erdbeereis
01.07.2010, 13:35
Hallo Uli_F-2009,
ich danke Dir erstmal für Deine ausführliche Antwort und Deine Gedanken zum Thema.
Dein letzter Satz bringt es eigentlich auf den Punkt.
Ich muss wirklich meine Gedanken ordnen und meine Denke vermutlich neuordnen.
Im Umkehrschluss würden meine Aussagen ja bedeuten, dass jeder Angestellte ein
Potentieller Versager wäre. Das ist ja kompletter Unsinn.

Ich bewundere und beglückwünsche Dich, dass Du diesen Schritt -umgekehrt- nach 30 Berufsjahren
gehen willst und kannst. Ich frage mich gerade, ob ich das wagen würde, mit der Erfahrung, die ich
ja jetzt gewonnen habe. Damals wusste ich schliesslich nicht, was auf mich zukommt.

schnarchstop
01.07.2010, 13:42
@ erdbeereis

Der einzige Ausweg wäre wohl, wenn du dein Geschäftskonzept von einem Fachmann überprüfen und verändern lässt, damit es wirklich rentabel wird.

Das kostet natürlich Geld, oder du suchst Kontakt zu jemanden, der rentenbedingt aus dem Berufsleben ausgeschieden ist und seine Erfahrung mehr oder kostenlos weitergibt.

Tabetha
01.07.2010, 13:45
Wenn sich Deine Selbstständigkeit schon seit Jahren konstant so schlecht darstellt, ist eine Festanstellung das Beste, was Dir passieren kann.
Dennoch kann ich Deine Bedenken sehr gut verstehen. Obwohl ich in meinem Büro (mindestens) sehr bewusst zu den üblichen Bürozeiten arbeite, könnte ich mit nine-to-five auch nicht leben. Aber mich stellt meine Selbstständigkeit auch nicht vor finanzielle Probleme oder rückt mich in die Abhängigkeit meines Mannes. Daher kann ich seit 20 Jahren den ständigen Versuchen meiner Kunden mich inhouse zu binden widerstehen. Erst bei einem Angebot von Bayer Leverkusen ihre Krisen-PR-Abteilung zu übernehmen würde ich eventuell schwach werden ;- )

Du bekommst definitiv eine Chance, die nicht viele bekommen und das in einer Situation, in der sie Dir gelegen kommen sollte.
An Deiner Stelle würde ich sie ergreifen. An die Arbeitszeit wirst Du Dich vermutlich schneller gewöhnen, als man jetzt befürchtet.
Wenn Du Dich besser dabei fühlst, lass Dein Gewerbe (sofern vorhanden) noch eine Zeitlang angemeldet, denk dann nur daran, die Vorauszahlungen beim FA auf Null setzen zu lassen.

erdbeereis
01.07.2010, 13:52
Hallo schnarchstop,
auch Dir danke ich für Deine Antwort.
Diese Dinge habe ich mehr oder weniger alle schon durch. Es ist nicht unbedingt mein Konzept, als vielmehr die Auftragsituation allgemein in meiner Branche.
Da bliebe mir nur die Flucht nach vorn in andere ungewohnte Sphären, von denen ich im Vorfeld auch nicht weiß, ob sie tragfähig sein werden. Und Du hast natürlich vollkommen recht. Es kostet zunächst wieder Geld und das ist jetzt definitiv nicht mehr verfügbar.

da-sempre
01.07.2010, 14:03
Hallo erdbeereis,
ich kenne diese Situation und möchte Dir sagen, wage es.
Es ist eine Entscheidung, aber keine unwiderrufliche. Du kannst ja jederzeit wieder in die Selbstständigkeit zurück, wenn Du das willst.
Vor 14 Jahren, als ich 45 war, habe ich auch ein gutes Angebot bekommen in Festanstellung. Ich hatte dort schon als Honorarkraft gearbeitet und kannte den Laden. Und die kannten mich auch.
Ich habe wirklich sehr intensiv überlegt und mich hat es sehr bewegt, ob ich mich wieder festangestellt sehen könnte von meinem Selbstverständnis her.
Was soll ich sagen, ich habe es gewagt und gehe nächstes Jahr dort in Rente. Mit 55 habe ich auf halbtags umgewechselt und mich wieder teilselbstständig - dieses Mal aber mit meinem Onlineshop - gemacht. Das war die richtige Lösung für mich. Der Shop wird mich in meiner Rentenzeit begleiten und hoffentlich die Rente aufpeppen.
Ich habe es nicht bereut, dass ich wieder angestellt war und mein Arbeitgeber auch nicht. Die besonderen Qualitäten, die jemand hat, der sich selbstständig durchgebissen hat, kommen natürlich auch im Team und überhaupt in der Durchführung der Arbeit zum Tragen.
Wenn die Arbeit interessant ist, würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall den Versuch machen. Und wie Tabetha schon sagte, Dein Gewerbe kann ja noch angemeldet bleiben.:zwinker:

erdbeereis
01.07.2010, 14:08
Danke Tabetha,
weisst Du, meine derzeitige Situation ist zwar eindeutig mies, aber eben nicht mehr so schlimm wie noch vor einigen Monaten. Wäre mir ein derartiges Angebot z.B. im Januar/Februar gemacht worden, hätte ich vermutlich nichteinmal nachdenken müssen. Damals hatte ich in meiner Verzweiflung jeden Strohalm ergreifen wollen und hatte sogar schon einen 400 Euro-Job an Land gezogen und war noch stolz drauf (musste ich dann GsD nicht, weil mich wiedermal ein guter längerer Auftrag gebunden hat).

Ja und genau dieses 'nine-to-five' macht mir Bauchschmerzen. Ich arbeite zwar die letzten Jahre meist mehr als 40 Stunden die Woche (wenn Aufträge da sind), aber das kann ich mir eben sehr gut einteilen von der Zeit her.
Auch dieses Inhouse-Arbeiten bei meinen Auftraggebern habe ich von Zeit zu Zeit, aber es bleibt meistens bei 1 bis 2 Wochen und das reicht mir dann immer völlig um zu sagen 'Nee also bis 67 kannste so nicht arbeiten'.

Vermutlich ist es eine Gewöhnungssache. Schließlich habe ich zuvor jahrelang als Angestellte im Team gearbeitet und auch das hat mir Spass gemacht.

Inaktiver User
01.07.2010, 14:09
ABER mich stört diese Unflexibilität, die starren Arbeitszeiten, das Ein- und Unterordnen, einfach dieser ewig gleiche Trott, der mich dann erwartet....

Was diese Dinge angeht, würde ich noch mal mit dem potentiellen Arbeitgeber sprechen.

Gerade hinsichtlich der Arbeitszeiten könnte man ja vielleicht ein flexibles Modell entwickeln. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich - wenn keine konkreten Termine anstehen, sondern reine Schreibtischarbeit - selbst entscheiden kann, wann ich komme und wann ich gehe, hauptsache, ich leiste meine Stunden und schaffe meine Arbeit. Im Winter habe ich oft erst um 9:30 h angefangen, bin dann aber abends länger geblieben und jetzt fange ich um 8:00 h an und kann dafür früher gehen.

Auch hinsichtlich des "Ein- und Unterordnens", das du oben ansprichst, würde ich noch einmal das Gespräch suchen. Wenn es um ein Team geht und darum wirklich miteinander zu arbeiten, stellt sich die Situation ganz anders dar, als bei einer Hierarchie, in der man sämtlicher Order "von oben" widerspruchslos auszuführen hat. Wenn du das Gefühl hast, du kannst mit deinem Chef gut reden, dann ist das eine vernünftige Basis und das Unterordnen fällt nicht mehr so schwer und das Einordnen noch viel weniger.

Ich denke, nach einem Gespräch über diese Punkte dürfte dir die Entscheidung etwas leichter fallen.

schnarchstop
01.07.2010, 14:11
Hallo schnarchstop,
auch Dir danke ich für Deine Antwort.
Diese Dinge habe ich mehr oder weniger alle schon durch. Es ist nicht unbedingt mein Konzept, als vielmehr die Auftragsituation allgemein in meiner Branche.
Da bliebe mir nur die Flucht nach vorn in andere ungewohnte Sphären, von denen ich im Vorfeld auch nicht weiß, ob sie tragfähig sein werden. Und Du hast natürlich vollkommen recht. Es kostet zunächst wieder Geld und das ist jetzt definitiv nicht mehr verfügbar.


ja bitte.

Manchmal kann man auch die strukturellen Fähigkeiten auf einen anderen Markt übertragen.
... nur so angemerkt.

Du kannst auch diesen Arbeitsplatz annehmen und etwas Geld ansparen mit den Gedanken, einen zweiten Versuch in die Selbstständigkeit zu wagen.

Träumen ist doch das halbe Glück. :smirksmile:

erdbeereis
01.07.2010, 14:18
...
Vor 14 Jahren, als ich 45 war, habe ich auch ein gutes Angebot bekommen in Festanstellung. Ich hatte dort schon als Honorarkraft gearbeitet und kannte den Laden. Und die kannten mich auch.
...

Das ist ja exakt wie bei mir. Und mein Gewerbe kann ich sehr gut zunächst nebenher weiterlaufen lassen, was ich auch tun würde, denn eine Probezeit habe ich mit Sicherheit ja auch.

An den Arbeitszeiten kann ich eventuell auch experimentieren. Ich weiß, dass es dort einige Kollegen gibt, die bedingt durch lange Wege und familiäre Situationen an manchen Tagen sehr lange arbeiten, um dann ggf. alle 2 Wochen einen freien Tag zu haben oder an bestimmten Tagen einfach eher gehen müssen. Also es ist nicht zwingend, dass man von 9-17 h im Büro anwesend sein MUSS!
Aber es ist eben schon größtenteils so, dass man die 8-9 h täglich dann in diesen Zeiten unterbringen muss.

Inaktiver User
01.07.2010, 14:21
Was diese Dinge angeht, würde ich noch mal mit dem potentiellen Arbeitgeber sprechen.

Gerade hinsichtlich der Arbeitszeiten könnte man ja vielleicht ein flexibles Modell entwickeln. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich - wenn keine konkreten Termine anstehen, sondern reine Schreibtischarbeit - selbst entscheiden kann, wann ich komme und wann ich gehe, hauptsache, ich leiste meine Stunden und schaffe meine Arbeit. Im Winter habe ich oft erst um 9:30 h angefangen, bin dann aber abends länger geblieben und jetzt fange ich um 8:00 h an und kann dafür früher gehen.

Auch hinsichtlich des "Ein- und Unterordnens", das du oben ansprichst, würde ich noch einmal das Gespräch suchen. Wenn es um ein Team geht und darum wirklich miteinander zu arbeiten, stellt sich die Situation ganz anders dar, als bei einer Hierarchie, in der man sämtlicher Order "von oben" widerspruchslos auszuführen hat. Wenn du das Gefühl hast, du kannst mit deinem Chef gut reden, dann ist das eine vernünftige Basis und das Unterordnen fällt nicht mehr so schwer und das Einordnen noch viel weniger.

Ich denke, nach einem Gespräch über diese Punkte dürfte dir die Entscheidung etwas leichter fallen.


Hier mal als Angestellte: Ich weiß ja nicht, wie die Arbeitsgruppe aussieht, aber eines ist klar, wenn ich wo anfange, schau ich erstmal, wie die Gepflogenheiten sind und komme nicht gleich in den Laden und sage, wie ich das jetzt aber mal gerne hätte. Es geht einfach nicht mehr primär darum, zu gestalten. Diese Art der Selbständigkeit ist nicht gefragt. Es geht ums Funktionieren. Wenn jemand heute ein ANGEBOT von einer Firma bekommt, dann kann er sich wirklich darüber freuen. Bei uns, einem Konzern, könnte jeder gleich wieder auf dem Absatz rum, wenn er erstmal die Arbeitszeitregelung in Frage stellte und das jetzt für sich gestrickt haben wollte. Wobei wir ein flexibles System haben.
Wenn eine geregelte Arbeitszeit DAS Problem ist, dann ist das nix. Aber wie oben schon jemand schrieb, was hätte erdbeereis zu verlieren, wenn sie es probiert? Mehr als schiefgehen kann es nicht.

schnarchstop
01.07.2010, 14:22
an den Arbeitszeiten kann ja sogar schon im öffentlichen Dienst gedreht werden.
Ich kenne Leute, die am Freitag pünktlich um 13 h ihr Büro verlassen und dafür täglich um 6.30 h auf der Matte stehen.


im ÖD gibts inzwischen auch Heimarbeitsplätze am PC.

erdbeereis
01.07.2010, 14:25
...
Du kannst auch diesen Arbeitsplatz annehmen und etwas Geld ansparen mit den Gedanken, einen zweiten Versuch in die Selbstständigkeit zu wagen.

Träumen ist doch das halbe Glück. :smirksmile:

Ja, das beruhigt mich dann wieder ein wenig:smirksmile:
So kann man das auch sehen und es wirkt schon längst nicht so endgültig.

schnarchstop
01.07.2010, 14:29
Ja, das beruhigt mich dann wieder ein wenig:smirksmile:
So kann man das auch sehen und es wirkt schon längst nicht so endgültig.


Den Trick benutze ich des öfteren ... :pfeifend::smirksmile:

Dir alles Gute. :ahoi:

Inaktiver User
01.07.2010, 14:29
Und das sind alles Dinge, die aber nicht von den Einzelnen verhandelt werden.

Wenn ich als Dienstleister für Kunden ansprechbar sein muss, müssen Funktionszeiten her. Ich sag es mal so, "freie" Einteilung der Zeit ist eben ein Privileg der Selbständigen. Es gibt kein Wasch mich, aber mach mich nicht nass ...

Letzten Endes muß die TE selbst herausfinden, wie sie damit klar kommt. Ich rate nur davon ab, gleich mit Änderungswünschen anzutreten. Aber ich bin ja erst ein 1/4 Jahrhundert dabei :pfeifend:

erdbeereis
01.07.2010, 14:32
Hier mal als Angestellte: Ich weiß ja nicht, wie die Arbeitsgruppe aussieht, aber eines ist klar, wenn ich wo anfange, schau ich erstmal, wie die Gepflogenheiten sind und komme nicht gleich in den Laden und sage, wie ich das jetzt aber mal gerne hätte. Es geht einfach nicht mehr primär darum, zu gestalten. Diese Art der Selbständigkeit ist nicht gefragt. Es geht ums Funktionieren. Wenn jemand heute ein ANGEBOT von einer Firma bekommt, dann kann er sich wirklich darüber freuen. Bei uns, einem Konzern, könnte jeder gleich wieder auf dem Absatz rum, wenn er erstmal die Arbeitszeitregelung in Frage stellte und das jetzt für sich gestrickt haben wollte. Wobei wir ein flexibles System haben.
Wenn eine geregelte Arbeitszeit DAS Problem ist, dann ist das nix. Aber wie oben schon jemand schrieb, was hätte erdbeereis zu verlieren, wenn sie es probiert? Mehr als schiefgehen kann es nicht.

genau so sieht es aus. Man hat nicht mehr diesen Spielraum und man muss sich schon den Gepflogenheiten anpassen und unterordnen (als Chefin fange ich dort nicht an, es ist ein Team).

Nein, und die Arbeitszeit ist auch nicht DAS Problem. Vielleicht für mich in meiner jetzigen Situation etwas schwer vorstellbar, aber meine sonstigen Zeiten orientieren sich ja auch an anderen (Schulkind, Mann, Training etc..).

Ich sammle einfach mal ein paar Gedanken.

erdbeereis
01.07.2010, 14:42
...
...Ich rate nur davon ab, gleich mit Änderungswünschen anzutreten. Aber ich bin ja erst ein 1/4 Jahrhundert dabei :pfeifend:

Nein, auf keinen Fall würde ich im VORFELD solche Extrawürste gebraten bekommen wollen. Ich kenne halt nur die Regelungen in dieser Firma ganz gut und weiß, dass die Zeiten recht gleitend sind.

Und schnarchstop ... ÖD - das ist ja wohl ein Thema für sich:freches grinsen:

Nein, es ist ein mittelständiges Unternehmen, welches stets und ständig am Markt aktiv sein muss, um weiterzubestehen. Ich kenne dieses Unternehmen seit 25 Jahren und es ist einer meiner besten Auftraggeber über die bisherige Dauer meiner Selbstständigkeit gewesen. Mit den meisten Kollegen bin ich per Du. Insofern ist es ok und ich kann mir das gut vorstellen.

Mandelbluete
01.07.2010, 17:24
Hallo,

ich habe vor etwa einem Jahr von der Selbständigkeit (7 Jahre) in eine Angestelltentätigkeit gewechselt und es keine Sekunde bereut.

Ich hatte das Gefühl, dass ich einfach etwas Neues machen wollte, und insbesondere hat mich die Arbeit in einem internationalen Unternehmen interessiert. Ich bin also aus freien Stücken gewechselt.

Ich bin sehr frei. Meine Stelle ist neu geschaffen worden und ich hab mich hier selbst so eingerichtet, wie ich das wollte. Ich habe keine festen Arbeitszeiten und muss mich nicht abmelden, wenn ich mal zwischendurch kurz weg bin. Andererseits hat mich mein Blackberry fest im Griff :freches grinsen:.

Am Anfang hat mich etwas beschäftigt, dass ich jetzt ja einen Chef habe, was ich gar nicht kenne (wie benimmt man sich gegenüber einem Chef?). Ab einer bestimmten Ebene muss man aber in einem Unternehmen auch dem Chef die Zähne zeigen (und damit hatte ich als ehemals Selbständige ja kein Problem): entweder respektiert einen der Chef und die Kollegen auch mit einer anderen Meinung oder die Zusammenarbeit funktioniert nicht.

Nebenbei bin ich immer noch selbständig - und das ist einerseits ausgesprochen angenehm (ich habe da keinen finanziellen Druck, sondern alles was ich verdiene ist halt ein "Extra"), andererseits bedeutet es natürlich ab und zu sehr, sehr lange Arbeitstage. Ich habe damit aber irgendwie meinen alten Beruf zu meinem Hobby gemacht.

Wenn Deine Selbständigkeit Dir dauerhaft finanzielle Sorgen bereitet, wäre das für mich ein schwerwiegendes Argument für einen Wechsel. Wenn Du permanent bangst, ist es mit der Freiheit des Selbständigen im Ergebnis auch nicht weit her.

Mandelblüte

Etain
02.07.2010, 08:14
Ich war in einer ganz ähnlichen Situation, wirtschaftlich nicht ganz so desaströs wie bei Dir.
Mir schien es zu aufwändig und risikoreich, all meine Versicherungen, Altersvorsorge-Regelungen, Zuschüsse und steuerlichen Angelegenheiten umzustrukturieren – ich wäre dann ja von nur einem Arbeitgeber abhängig gewesen.
Ein Teil unseres Hauses z.B. gehört ja zum Geschäftsvermögen. Ich hätte diesen Teil bei Aufgabe der Selbständigkeit mir als Privatperson wieder zurückverkaufen müssen – und dafür Steuern zaheln. Usw.usw.

Mich beschäftigten auch Fragen wie: Was ist, wenn das Unternehmen selbst in eine Schieflage gerät? Dann bist Du die erste (weil zuletzt gekommen), die wieder gehen darf. Und dann stehst Du recht blöd da, weil Du ja nicht mal Anspruch hast auf Arbeitslosen-Unterstützung. Inzwischen hast Du aber Deine anderen Auftrageber verprellt.

Ich habe dem GF klar gemacht, dass ich wesentlich teurer für ihn bin, wenn er mich anstellt, als wenn er mir einen festen freien Vertrag gibt und ich Rechnungen stelle. Der Vertrag enthält klare Arbeitszeit-Regelungen, die aber dennoch lockerer gehandhabt werden als für die fest angestellten Mitarbeiter.
Und da das Unternehmen mich unbedingt wollte, habe ich ein paar kleine Bedingungen "diktiert" und einen Halbtagsjob er-handelt.

Ich habe so für mich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Regelmäßiges Einkommen mit der Möglichkeit, mit anderen Aufträgen aufzustocken – und ich habe meine Selbständigkeit behalten. Das war für mein Ego schon auch wichtig – ich hätte sonst von mir gedacht: Jaja, fürs Alter suchst Du dann doch ein warmes Plätzchen... Das hätte ich mir schlecht verzeihen können.

Das mag wirtschaftlich weniger klug sein, aber kombiniert für mich "Sicherheit" und "Freiheit" in idealer Weise.

Inaktiver User
02.07.2010, 08:35
Nein, und die Arbeitszeit ist auch nicht DAS Problem. Vielleicht für mich in meiner jetzigen Situation etwas schwer vorstellbar, aber meine sonstigen Zeiten orientieren sich ja auch an anderen (Schulkind, Mann, Training etc..).

Vollzeitjob und Schulkind lassen sich nur bedingt miteinander vereinbaren. Hast Du alternative Betreuungsmöglichkeiten für das Kind, so dass Du kein schlechtes Gewissen haben musst, wenn Du bei der Arbeit bist? Ist das Thema mit dem Arbeitgeber geklärt, wie es im Krankheitsfall des Kindes aussieht?

Unterstützt Dein Mann den Wechsel in die Vollzeit und das Angestelltenverhältnis oder lässt er bereits merken, dass er für sich nur Nachteile bei einer Situationsänderung sieht?
Wie wichtig ist es Dir, von ihm finanziell unabhängig zu sein? Und wie wichtig ist es Dir, ein zeitlich entspannteres Leben zu führen bei gleichzeitigem finanziellem Engpass?

erdbeereis
02.07.2010, 09:33
Vollzeitjob und Schulkind lassen sich nur bedingt miteinander vereinbaren. Hast Du alternative Betreuungsmöglichkeiten für das Kind, so dass Du kein schlechtes Gewissen haben musst, wenn Du bei der Arbeit bist?

Nur begrenzt. Aber da mein Mann ja auch selbstständig ist und wir uns bei Betreuung und Haushalt sowieso abwechseln (je nachdem wer wann welche Termine...). Und sooo klein ist das Kind ja auch nicht mehr.



Ist das Thema mit dem Arbeitgeber geklärt, wie es im Krankheitsfall des Kindes aussieht?

Ich käme garnicht auf die Idee mit meinem zukünftigen AG dieses Thema vorab zu diskutieren. Wenn einer danach fragen sollte, so IST das geklärt!



Unterstützt Dein Mann den Wechsel in die Vollzeit und das Angestelltenverhältnis oder lässt er bereits merken, dass er für sich nur Nachteile bei einer Situationsänderung sieht?

Das wärs ja wohl noch. ER drängelt schon sehr rum, dass ich nun endlich auch mal wieder Geld mit nach Hause bringe und nicht nur ER für alles blechen muss. Das ist sicherlich vorübergehend der Situation angepasst nicht unbedingt so ein großes Problem, aber mit der Zeit geht es schon ans Eingemachte.


Wie wichtig ist es Dir, von ihm finanziell unabhängig zu sein?

Sehr wichtig!


Und wie wichtig ist es Dir, ein zeitlich entspannteres Leben zu führen bei gleichzeitigem finanziellem Engpass?

Ähm, wichtig? Hab ich jetzt nicht so richtig verstanden.
Beim finanziellen Engpass kann ich weder zeitlich noch moralisch ein entspanntes Leben führen.
Also, zeitlich entspannt: sehr wichtig!
finanzieller Engpass: unerträglich!

Ich danke euch allen, die ihr so zahlreich eure Gedanken, Vorstellungen, Ideen geäussert habt. Das hat mich schon zum doch-noch-mal-nachdenken über das Ganze gebracht.

Leider handelt es sich um ein sehr konservatives größeres Unternehmen (das muss für die Firma selbst nichts negatives sein), aber um solche Sonderwünsche anzubringen von wegen *freier Vertrag* mit *festem Einkommen* oder *Halbtagsangestellt* und *Selbstständigkeit* und *freie Zeiteinteilung* etc....
Das geht dort leider so nicht. Das hätte ich in der Vergangenheit zumindest vorübergehend haben können (so für 6 Monate mit Verlängerungsoption), aber das hatte ich damals abgelehnt, weil ich eben weiterhin alle Versicherungen , Risiken und Nebenwirkungen ganz alleine hätte abfedern müssen und gleichzeitig wäre ich vertraglich und zeitlich an diesen EINEN Auftraggeber gekettet gewesen und er hätte diesen Vertrag jederzeit auflösen können. Also volles Risiko, keine Sicherheit.

Ausserdem hat man als *freie Kraft* einen ziemlich schlechten Stand bei den Kollegen und auch im Team. Man wird immer irgendwie misstrauisch, neidisch oder gar mitleidig beäugt und wird längst nicht so mit einbezogen, wie es für die Arbeit nötig wäre. Zumindest nicht in diesem Unternehmen, wo es freie MA nur ausnahmsweise mal gibt.

Für mich hört sich gut an, was Mandelblüte schreibt. Darin finde ich mich schon eher wieder und so könnte ich mir das vorstellen.

Meine Selbstständigkeit muss ich nicht aufgeben (das geht auch nicht so ohne weiteres und ist sicherlich auch mit Papierkram und Kosten verbunden, will ich nicht, muss ich nicht, mach ich auch nicht).

Inaktiver User
02.07.2010, 10:56
Das wärs ja wohl noch. ER drängelt schon sehr rum, dass ich nun endlich auch mal wieder Geld mit nach Hause bringe und nicht nur ER für alles blechen muss.

Anscheinend möchte vorrangig er, dass Du mehr Geld verdienst. Habt Ihr eine gemeinsame Kasse?



Beim finanziellen Engpass kann ich weder zeitlich noch moralisch ein entspanntes Leben führen.
Also, zeitlich entspannt: sehr wichtig!
finanzieller Engpass: unerträglich!
Interessant, dass Du moralisch in die Diskussion einbringst, argumentiert er so?

Liebe erdbeereis, das sind keine Fragen, die Du mir beantworten sollst, sondern Dir selbst. Ich sehe nicht, dass Du wirklich eine Vollzeitstelle antreten möchtest und in meinen Augen hast Du hier nach Argumenten für deine Sicht gefragt.
Bedenke, ab 40 wird einer Frau in der Regel kein Job mehr angeboten, solch eine Chance nicht zu nutzen, würdest Du mit Sicherheit irgendwann bereuen.

Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung. :blumengabe:

Inaktiver User
02.07.2010, 11:10
Bedenke, ab 40 wird einer Frau in der Regel kein Job mehr angeboten, solch eine Chance nicht zu nutzen, würdest Du mit Sicherheit irgendwann bereuen.

Genau diesen Gedanken habe ich auch bei der Sache, selbst über 40.

Was das Scheitern angeht, so finde ich auch, dass das eine Frage der eigenen Definition ist. Eigentlich sollte es doch nach den eigenen Vorteilen gehen, und wie man aus allen Möglichkeiten, die sich einem bieten, das Beste machen kann. Alles Andere ist doch Prestige und sollte nicht über das Gefühl von Erfolg oder Scheitern entscheiden.

Wünsche Dir auch eine gute Entscheidung, und befrag´ Bauchgefühl und Verstand gleichermaßen. :blumengabe:

erdbeereis
05.07.2010, 11:40
Erstmal nochmal danke für all eure Antworten.

Um das mal klarzustellen:

ICH WILL GELD VERDIENEN!!!!! Was ER will, denkt, meckert, nich meckert, egal.... es interessiert nicht, weil ICH für MICH weiterkommen muss und sehen muss, wo ich die nächsten 20 jahre bleibe!

Das ER momentan für unsere geamte Familie geradesteht ist der Situation und vor allem mir geschuldet.
Das ist nicht MEIN Lebensplan.

akademikerin
05.07.2010, 15:34
Moin,

ich finde, du solltest die Entscheidung mal aus rein ökonomischer Sicht betrachten. Derzeit läuft es nicht so prickelnd - das geht ja auch vielen so. Ich weiss nicht genau, was du machst, aber wäre es eine Möglihckeit, deine derzeitige Haupttätigkeit nebenbei weiterzuführen? Oder - Alternative - den festen Job erstmal anzunehmen, wieder Rücklagen aufbauen, am eigenen Geschäftskonzept weiterarbeiten und dann in ein, zwei Jahren sehen, ob du neu durchstarten willst in der Selbständigkeit?

Für mich wäre die ökonomische Frage immer die erste. Zurück in die Selbständigkeit kansnt du jederzeit, auch mit über 50, wenn du das möchtest. Zurück in einen Festjob nur mit Schwierigkeiten - und wenn du zumindest für eine Weile damit leben kannst: dann mach es. Es hätte ja auch den Vorteil, dass du erstmal wieder sozialversichert wärst und Geld sparen kannst - und wer weiss, ob du nicht noch auf ganz andere Ideen kommst für deine eigene Firma, wenn der wirtschaftliche Notstand erstmal behoben ist.

Drück die Daumen ;)

Inaktiver User
06.07.2010, 07:31
Ich würde es tun - und ich habe es auch schon mal gemacht und nicht bereut. In #9 wurde ja schon gesagt, dass du sicher einige Dinge auch flexibel regeln kannst, wenn du mal mit den Leuten sprichst (du sagst ja, du kennst sie).

Ich würde es auch nicht als Scheitern betrachten, sondern einfach als neues Abenteuer im Leben. Wer will schon sein ganzes Leben lang immer dasselbe arbeiten? :lachen:

Horus
12.07.2010, 10:22
ABER mich stört diese Unflexibilität, die starren Arbeitszeiten, das Ein- und Unterordnen, einfach dieser ewig gleiche Trott, der mich dann erwartet....


Liebe Erdbeereis - bitte mach dich nicht im Voraus mit Klischees verrückt. :blumengabe:

Ich arbeite angestellt und möchte nichts anderes. Mein Arbeitgeber ist modern und flexibel (öffentlicher Dienst, sieh an! :freches grinsen: ), das heisst: Jahresarbeitszeit, keine fixen Block- bzw. Präsenzzeiten, Möglichkeiten, die mobile Technologie zu nutzen (Handy, Smartphone, Laptop mit Zugriff aufs Geschäftsnetz von zu Hause aus, Telearbeit.
Natürlich habe ich fixe Termine wie Besprechungen etc. aber im Prinzip ist es egal, ob ich meine Arbeit zwischen 9 und 17 Uhr erledige oder zwischen 6 und 14 Uhr. Manchmal ist es sogar egal, ob ich wirklich am SA/SO Wochenende mache oder eher am SO/MO.

Natürlich habe ich einen Chef. Natürlich habe ich Vorgaben. Aber Unterordnen würde ich das nicht nennen - ich gestalte nämlich die Vorgaben mit und oft genug führe ich meinen Chef und nicht umgekehrt.

Wenn also die Arbeitbedingungen (Zeiten, Möglichkeit zur Telearbeit, Team, Arbeitsatmosphäre) stimmen, so ist ein Angestelltenverhältnis alles andere als rigid.

Meine Eltern sind selbstständig erwerbend, mein Bruder auch. Was ich bei ihnen sehe, ist keine wirklich Freiheit und keine grosse Selbstbestimmung, sondern grosse Abhängigkeit von Auftraggebern, grossen Zwang auch, immer wieder Mandate und Aufträge an Land ziehen zu müssen - und bei meinem Bruder die Unfreiheit, die chronischer Geldmangel teilweise nach sich zieht.

erdbeereis
14.07.2010, 20:04
...
Meine Eltern sind selbstständig erwerbend, mein Bruder auch. Was ich bei ihnen sehe, ist keine wirklich Freiheit und keine grosse Selbstbestimmung, sondern grosse Abhängigkeit von Auftraggebern, grossen Zwang auch, immer wieder Mandate und Aufträge an Land ziehen zu müssen - und bei meinem Bruder die Unfreiheit, die chronischer Geldmangel teilweise nach sich zieht.


Liebe Horus,
auch Dir ganz lieben Dank. Dein letzter Absatz trifft es eben auch zur Zeit und ein Ende ist leider nicht unbedingt abzusehen.
Man macht sich doch schon ganz schön selbst was vor mit der eigenen Selbstständigkeit. Und wie du so schön schreibst. Es ist eben keine Freiheit, wenn man permanent am baggern um neue Aufträge ist und permanent Ebbe auf dem Konto. Das macht auf Dauer ja nun wirklich keinen Spass mehr.

Ein wenig Zeit verbleibt mir noch, aber ich habe schon signalisiert, dass mich dieses Angebot doch sehr interessiert (nicht dass die dann eine andere einstellen und hinterher komme ich dann angejammert und dann heisst es 'du wolltest ja nicht...') und meine freie Mitarbeit bin ich dann mit Sicherheit auch los bei denen. Also ich könnte mir das so langsam vorstellen und alles weitere findet sich dann.

erdbeereis
14.07.2010, 20:06
Moin,

ich finde, du solltest die Entscheidung mal aus rein ökonomischer Sicht betrachten.

Genau das ist es und das muss ich und das tue ich auch.
Danke auch Dir, liebe Akademikerin.

savignon
19.09.2010, 15:57
Genau das ist es und das muss ich und das tue ich auch.
Danke auch Dir, liebe Akademikerin.

Liebe erdbeereis, magst du einmal erzählen, wie du dich jetzt entschieden hast und wie es dir ergangen ist?

erdbeereis
20.09.2010, 13:08
Liebe savignon,

Ich habe noch nichts unterschrieben und mich auch noch nicht endgültig entschieden, obwohl ich schon die Festanstellung favorisiere.
Inzwischen habe ich 2 Angebote (eins fest eines frei).
Leider ist es auf dem Papier dann doch nicht so, wie mir ursprünglich angeboten und ich bin zwar am weiter verhandeln, aber das hat irgendwann Grenzen und ich habe auch irgendwann keine Lust mehr immer wieder das Gleiche vorzubeten und am Ende legen sie mir nur so einen allgemeinen Wisch vor. Das ist ja nicht unbedingt das, was ich wollte (habe ich aber auch schon gesagt...). Es ist auch nicht mehr nur das Geld, sondern es sind eben auch so Klauseln wie '..unbezahlte Überstunden' etc.. Ich habe etwas Bammel mir da zu viel aufzulasten, denn Ü-Stunden kann ich bei einer 40h-Arbeitswoche+Arbeitsweg kaum noch machen. Die Vollzeit ist eh schon kaum zu schaffen für mich. Obwohl es Gleitzeit gibt, habe ich da wirklich Probleme das zu wuppen, denn ich gebe noch 2x die Woche zu festen Zeiten Training für Kinder.

Eteterfon
26.09.2010, 14:25
Leider ist es auf dem Papier dann doch nicht so, wie mir ursprünglich angeboten
Das ist natürlich blöd. Abe vielleicht lässt sich da was drehen, immerhin scheinen sie wirklich interessiert zu sein, da ihr schon so lange verhandelt.

Ich selber war zwar nicht so lange sebständig wie Du (gut 5 Jahre, bin aber auch noch ein paar Jahre jünger als Du), bin dann vor 1,5 Jahren aus ziemlich den selben Gründen (miese Auftragslage) in eine Festanstellung gegangen. Es war durchaus eine riesige Umstellung für mich, die hat ein paar Monate gedauert.

Manchmal weine ich meiner Fleixibilität noch nach, aber ich mache nach wie vor nebenbei kleine Sacheh sebständig um da einen kleinen Fuß drinzuhalten und habe zum Glück auch relativ große Flexibilität in der Arbeit, was die Anfangs- und Endzeiten angeht. Aber ich muss sagen: regelmäßig gutes Geld, 30 Urlaubstage und auch Geld wenn krank - das hat echt Vorteile.

Bei mir kommt's immer auf die Tagesform an, ob ich denke "boha, ich geh zurück ins Selbständige, Krise ist ja vorbei, es gäbe wieder mehr Aufträge, wenn ich mich aktiv kümmern würde, sie kommen ja schon alleine daher..." - oder ob ich das nicht denke. Ich glaube dass das normal ist. Für den Moment bleib ich wo ich bin - versuche mich aber, unternehmensintern weiterzuentwickeln. Mal sehn, wie das klappt.