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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was geschieht mit der Seele nach dem Sterben?



Inaktiver User
15.10.2005, 15:00
Hallo, ihr Lieben!

Nachdem mein Vater vor ca. 3 Wochen gestorben ist, beschäftige ich mich sehr mit dem Sterben und dem Leben nach dem Tod. In sämtlichen Büchern, die ich bereits gelesen habe, wird erklärt, dass die Seele nach dem Sterben weiterlebt und auch Kontakt zu den Lebenden aufnimmt, z.B. durch Träume, Gefühle oder bestimmte Wahrnehmungen. Als mein schwerkranker Vater starb, fühlte meine Schwester, die nicht im Haus anwesend war, urplötzlich eine große Erleichterung. Nur wenig später rief sie deshalb an, um sich über den Zustand unseres Vaters zu erkundigen. Wie hätte sie dies fühlen können, wenn nicht die Seele meines Vaters bei ihr gewesen wäre? Seitdem glaube ich ganz stark daran. Habt ihr euch auch schon Gedanken über das Thema gemacht? Es würde mich wahnsinnig interessieren.

Liebe Grüße...Jela

Layla
15.10.2005, 17:58
Liebe Jela,

als mein Vater vor vielen Jahren starb, ging es mir ähnlich. Ich öffnete die Fenster, dass seine Seele sich endlich frei bewegen konnte. Und es war gut so! Immer und immer wieder spüre ich sein *Dasein* und auch meinen Kindern geht es so.

Laß ihn los, Deinen Vater, und er wird immer wieder zu Dir zurückkehren.

Liebe Grüße
layla

Yeti
15.10.2005, 21:07
Ich lernte mal eine junge Frau kennen, die mir von ihren Erlebnissen berichtete, als sie klinisch tot war. Sie sagte, daß es ein unbeschreiblich schönes Gefühl war. Sie schwebte über einer Landschaft, die so wunderbar war, daß es dafür nichts Vergleichbares im Diesseits gäbe. Sie sagte, daß sie ganz neue, wu8nderschöne Farben gesehen hat, die es hier für unsere Augen garnicht gibt. Vor allem kann man sie nicht beschreiben.
Klar, wie kann man einer von Geburt an blinden Person eine Farbe erklären?
Sie erzählte weiter, daß sie, wäre sie gelandet, ihr Weg zurück wohl unmöglich gewesen wäre.


Eine andere Frau erzählte mir von dem Morgen an dem ihr Vater starb.
Es war Winter und es war noch stockfinster. Plötzlich war es im Zimmer ganz hell, obwohl noch kein Licht eingeschaltet war. Auch die Straßenlaternen hätten es nicht so erhellen können. Etwas später klingelte das Telefon. Da bekam sie die Todesnachricht. Ihr Vater war an diesem frühen Morgen gestorben.
Hat er sich verabschiedet?


Eine Freundin erzählte mir, daß sie nachts aufrecht im Bett saß, als es plötzlich hell wurde und ihr längst verstorbener Vater in der Tür stand und zu ihr sagte: "Komm!"
Sie antwortete ihm: "Ich kann nicht, die Kinder brauchen mich."
Dann verschwand er wieder.

Inaktiver User
16.10.2005, 16:02
@ Layla



Immer und immer wieder spüre ich sein *Dasein* und auch meinen Kindern geht es so.



Wie nimmst du das Dasein des Verstorbenen wahr? Durch Gedanken und Gefühle, Erscheinungen oder bestimmte Wahrnehmungen?


@ Yeti

So, wie du das Nahtoderlebnis der jungen Frau beschreibst, lese ich es immer wieder in meinen Büchern. Die Frage aber, die ich mir immer wieder stelle, ist: Wie geht es weiter, wenn alle körperlichen Funktionen komplett erloschen sind?




Plötzlich war es im Zimmer ganz hell, obwohl noch kein Licht eingeschaltet war. Auch die Straßenlaternen hätten es nicht so erhellen können. Etwas später klingelte das Telefon. Da bekam sie die Todesnachricht. Ihr Vater war an diesem frühen Morgen gestorben.
Hat er sich verabschiedet?



Ja, das glaube ich. Denn ich bin ebenso fest davon überzeugt, dass meine Schwester die Wahrnehmung der Erleichterung verspürte, weil sich mein Vater von ihr verabschiedet hat. Wie sonst können solche Wahrnehmungen zustande kommen? Eine andere Erklärung kann ich mir einfach nicht vorstellen.




Eine Freundin erzählte mir, daß sie nachts aufrecht im Bett saß, als es plötzlich hell wurde und ihr längst verstorbener Vater in der Tür stand und zu ihr sagte: "Komm!"
Sie antwortete ihm: "Ich kann nicht, die Kinder brauchen mich."
Dann verschwand er wieder.



Darüber wüsste ich gerne mehr. War deine Freundin zu diesem Zeitpunkt sehr krank oder verletzt?

Liebe Grüße...Jela

Yeti
16.10.2005, 18:15
Ja, sie hat viel durchgemacht. Sie war schwer krank, konnte nicht mehr laufen. Die Ärzte sagten ihr, sie müsse sich mit dem Zustand abfinden. Die Schwiegermutter sagte, ihr Sohn bräuchte eine gesunde Frau und ihre Enkelkinder bräuchten eine gesunde Mutter. Sie wolle sich um weitere Schritte kümmern.

Tja, manche Menschen können total hinterhältig sein. Trotz allem, oder vielleicht gerade deswegen, fing die gelähmte Frau mit intensiven Übungen an. Es ging wider Erwaren bergauf und sie konnte Wieder laufen, zum Erstaunen aller. Irgendwie kann sie der Schwiegermutter dankbar sein.
Einer Mutter die Kinder wegnehmen ist genauso, als zünde man eine Atombombe. :freches grinsen:


Ansonsten würde ich sagen, daß man garnicht soviel Angst vorm Sterben haben muß, denn hierbei gibt es keine Versager. Das hat bisher noch jeder geschafft. Keiner hat den Tod bisher überlebt, jedenfalls nicht im Diesseits.

Der Tod ist zeitlos. Zeit ist völlig ohne Belang. Darum muß auch keiner im Jenseits auf dich warten, da alles ohneZeitspannen geschieht. Für uns ist das schwer vorstellbar.

Soweit zu meiner Theorie.
Zerbrich dir nicht den Kopf! Bete zu Gott und zu deinen Lieben Seelen! Nimm die Bibel zur Hand und lies hier und dort! Du wirst immer Trost finden und auch deine Stärke, deine Kraft wird sich festigen. Hab Vertrauen zu Gott!

Liebe Grüße,

Yeti :blumengabe:

Yeti
16.10.2005, 18:25
Mir fällt gerade ein, daß ein Freund, der gestorben war, plötzlich immer hinter mir stand wie ein Schhutzengel. Er breitete stets seine Hände hinter meinen Schultern aus.
Er war dabei auch immer albern, so wie er es immer schon war.

Ich sagte ihm immer, daß sein Platz doch jetzt woanders sei. Ich bat ihn zu gehen.
Eines Tages verschwand er. Jetzt glaube ich aber, daß er nicht sehr weit weg ist. Ich mag ihn aber nicht zu mir rufen. Mal schauen, ob noch was geschieht.

Inaktiver User
16.10.2005, 18:57
Tja, manche Menschen können total hinterhältig sein. Trotz allem, oder vielleicht gerade deswegen, fing die gelähmte Frau mit intensiven Übungen an. Es ging wider Erwaren bergauf und sie konnte Wieder laufen, zum Erstaunen aller. Irgendwie kann sie der Schwiegermutter dankbar sein.




Ja, Yeti, oftmals ist gerade das, wovon man anfangs denkt, es sei schlecht, positiv und förderlich.

Ich habe weder Angst vor dem Sterben, noch vor dem Tod. Bin vielmehr ziemlich neugierig darauf. In meinen Büchern werden zumindest die Nahtoderlebnisse
sehr positiv beschrieben. Der Gedanke, dass man von geliebten Menschen bzw. Seelen abgeholt wird, stimmt mich auf jeden Fall weder ängstlich noch traurig. Nur das, was einen Menschen nach seinem klinischen Tod erwartet, wird wohl jeder einzelne erst dann erfahren, wenn er selbst soweit ist. Ich wünschte, ich könnte - wie du bei deinem Freund - wahrnehmen, dass es den geliebten Verstorbenen noch "gibt". Dann könnte ich wissen (nicht nur glauben wollen), dass es auch nach dem klinischen Tod noch weitergeht...dass die Liebe niemals aufhört.

Alles Liebe...Jela

Eva39
17.10.2005, 14:10
Tage bevor meine Großmutter starb, hatte ich das unnachgiebige Bedürfnis, mich schwarz zu kleiden. In ihrer Todesstunde musste ich plötzlich (scheinbar grundlos) weinen. Sie wohnte 250 km weit weg. Sie ist nach dem Mittagessen eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Am Abend erfuhr ich dann von ihrem Tod. Seitdem hat sich mein Leben sehr verändert. Eine Freundin sagte mal: Die Großmütter sterben, um ihren Enkelkindern zu helfen. Ihre Krankheit und die Umstände ihres Todes hatten auch auf den Rest der Familie heftige Auswirkungen.

Sie selbst erzählte mir vom Tod ihres ersten Mannes. Er starb im Krieg, wurde in der Wolga ertränkt. In seiner Todesstunde kam er zu ihr. Sie spürte etwas Nasses und sah, wie er sich über das Bett des Babies, seines jüngsten Kindes, beugte und sich verabschiedete.

Sie und ich hatten schon immer die Gabe, die Welt auf diese Weise wahr zu nehmen. Auch wenn sie weit weg von mir wohnte, war sie immer da.

Liebe Grüße

Eva

Inaktiver User
17.10.2005, 14:27
Liebe Eva,

danke für deinen Beitrag. Das bestätigt mir, dass die Seelen bei uns sind und wir sie fühlen können, wenn wir dafür empfänglich sind. Ca. 2 - 3 Wochen vor dem Tod meines Vaters - es ging ihm zu jenem Zeitpunkt noch gar nicht so schlecht - da träumte ich, mein Vater würde mit seinem Vater in der Leichenhalle liegen. Mein Vater sagte zu mir, er hätte Angst und wollte da nicht liegen. Als ob mir die Seele meines Vaters zu diesem Zeitpunkt im Traum begegnet wäre um mir den bevorstehenden Tod mitzuteilen. Es tut mir gerade wahnsinnig gut, dass andere Menschen genau so empfinden und wahrnehmen wie ich. Nochmal danke :blumengabe:

Liebe Grüße...Jela

Eva39
17.10.2005, 14:36
Liebe Jela,

ich denke auch, dass Menschen, die ihr Leben so begreifen, eine natürliche Beziehung zum Tod haben. Die Welt so wahr zu nehmen, ist eine Bereicherung. Mir waren die Menschen nach ihrem Tod immer näher als sie es vorher waren. Die irdische Welt hat oft viele Schranken, die durch den Tod aufgehoben werden. Trotzdem stehe ich mit beiden Beinen mitten im Leben und ich lebe gerne. Ich genieße mein "irdisches Dasein".

Als es mir mal sehr schlecht ging mit etwa 5 Jahren (heute bin ich 40), besuchte mich mein Schutzengel. Er nannte mir seinen Namen, den ich leider wieder vergessen habe (ich habe ein entsetzlich schlechtes Namensgedächtnis ...). Seit dem fühle ich mich aufgehoben. Ich bin viel mutiger als damals und vertraue auf mich und auf das, was das Leben mit sich bringt, denn ich bin niemals alleine.

Alles Liebe!

Eva

Inaktiver User
18.10.2005, 10:20
Hallo liebe Jela!
Meine Mutti starb vor 7 Jahren.
Mein Bruder war zu dieser Zeit mit dem Auto unterwegs und in einer Raststätte,als es passierte.Ich erzählte mir,dass er total unruhig wurde,nervös,auch körperlich gings runter.
Ich muß dazu sagen,dass mein Bruder ein besonders enges Verhältnis zu meiner Mutti hatte.Sie sahen auch fast gleich aus,er kommt total nach ihr.
Auch vom Temperament,Charakter-absolut übereinstimmend.
Ich bin mehr Papa-Kind.

Auch die alte Geschichte von der Uhr,die stehenbleibt-ist bei uns pssiert.
Skeptiker sagen jetzt-na und,da war halt die Batterie alle!
Ausgerechnet an diesem Tag?

Ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen.Aber ich habe den Ort und das mein Vater dort sucht vorgeträumt.Ich sah ihn über das Feld laufen und ihren Namen rufen :heul:Sogar die Jahreszeit stimmte...
Das passierte Jahre davor,aber weil es so ein schlimmer Traum war,habe ich ihn nie vergessen
"Danach"war mir alles klar.

Bitte,jetzt mögen die Rationalisten über mich herfallen,aber ich habe es erlebt und das wird mir keiner wegbeweisen!
Milena
PS.Jela,tut mir leid für dich, :wangenkuss:ein Elternteil verlieren ist so schlimm..

Inaktiver User
18.10.2005, 11:01
Liebe Eva,

es muss ein wunderschönes Erlebnis gewesen sein, als du damals deinem Schutzengel begegnet bist und ich kann mir sehr gut vorstellen, welche Auswirkungen dieses Erlebnis auf dein weiteres Leben hat(te). Wenn man nicht mehr nur glaubt, sondern weiß. Eine solche Begegnung hatte ich leider noch nie, aber all meine bisherigen Träume vom Sterben mir nahe stehender Menschen und Tiere, die sich bewahrheitet haben...das Gefühl der starken Nähe zu meinem verstorbenen Vater und meine Liebe zu ihm, die stärker ist, als sie zu Lebzeiten je gewesen ist...: All dies hat mich sehr verändert und mir die Angst vor dem Sterben und dem Tod genommen. Manchmal fühle ich so viel Liebe, dass ich weinen muss.

Liebe Grüße...Jela

Inaktiver User
18.10.2005, 11:21
Danke für deine mitfühlenden Worte, liebe Milena. Ja, es tut sehr weh, aber ich bin sicher, meinem Vater geht es jetzt gut, denn jetzt muss er nicht mehr um Luft ringen und leiden. In seinen letzten Stunden wünschte ich mir nur eines: Seine Erlösung. Warum wünscht man sich instinktiv Erlösung? An dieser Stelle möchte ich gerne Eugen Drewermann zitieren: "Wenn ein Mensch in der Wüste verdurstet, ist das ein sehr deutlicher Beweis dafür, dass es Wasser geben muss, so sehr bedauernswert es auch sein mag, dass er an jener Stelle keines findet. Er würde nicht verdursten, wäre nicht das Leben aus dem Meer gekommen und wäre unser Organismus nicht ständig auf Wasser angewiesen. Geistig ist das nicht viel anders. Der erste, der das wußte war Platon: Die Sehnsucht unseres Geistes nach bestimmten Inhalten ist ein Beweis dafür, dass diese existieren."

Was dein Bruder an der Raststätte erlebt hat, ist fast identisch mit den Empfindungen meiner Schwester. Wieder ein Beweis dafür, dass die Seelen Kontakt aufnehmen. Auch dir ein herzliches Dankeschön für deine Geschichte :blumengabe:
Was das Stehenbleiben der Uhr betrifft oder einen Traum, so möchte ich dir sagen, dass auch ich nicht an Zufälle im üblichen Sinn glaube. Wer von Zufällen spricht, macht es sich meiner Meinung nach ganz schön einfach.

Liebe Grüße...Jela

Inaktiver User
18.10.2005, 11:31
Ich denke auch so.Diese Geschicht mit der stehenbleibenen Uhr ist fest im Volksglauben verankert,also muß es doch auch viele,viele Male vorgekommen sein!

Ich hatte nach Ursels Tod auch viele Bücher gelesen.
Und jetzt,nach all der Zeit?
Manchmal bin ich hart und kalt,dann denke ich:Es gibt nichts nach dem Tod,basta!
Dann-fühle ich ganz unbestimmt doch etwas.
Ich glaube,dass sie in irgendeiner Form noch da ist.Kann und möchte das aber nicht an einer Form(Engel,Energie etc)festmachen.Es ist ein Mysterium und wir werden es bis nach unserem eigenen Tod nicht wissen.
Ich glaube ganz fest,dass sie ihre beiden "neuen"Enkel kennt.
Wenn ich in der Küche den Griesbrei rühre,empfinde ich mich ein bischen wie sie,als sie uns dreien Essen machte.Dann ist sie mir ganz nah.
Bittersüße Gefühle...
Milena

Inaktiver User
18.10.2005, 12:06
Ich denke auch so.Diese Geschicht mit der stehenbleibenen Uhr ist fest im Volksglauben verankert,also muß es doch auch viele,viele Male vorgekommen sein!




Nichts ist umsonst oder ohne Sinn, Milena. Und wenn ich so weiterspinne: Selbst die schlimmsten Ereignisse im Leben stellen eine Lektion dar, an der man seelisch wachsen kann. Und Türen schließen sich, damit sich neue öffnen können. Meinen Erfahrungen nach führten meine bittersten Krisen zu einem guten Ausgang - Für mich ein Zeichen, dass es eine Höhere Macht gibt, die mich beschützt und deren Wille stärker ist, als der kleine menschliche Eigenwille...und dass diese Höhere Macht aufgrund ihrer Liebe das Beste will und gibt. Ach, ich drifte vom eigentlichen Thema ab.....

Alles Liebe....Jela

Inaktiver User
18.10.2005, 14:19
Nachricht gelöscht durch Milena2
Grund:

Inaktiver User
18.10.2005, 14:22
Vermächtnis

Ich bin nicht mehr und bleibe doch bei Euch.
In Euren Herzen will ich auferstehn,
als leise Mahnung mit durchs Leben gehn:
Bleibt treu und tapfer,
glaubt an das Gute, an das Licht,
das immer wieder durch die Wolken bricht!
Sorgt, daß das Leben, daß die Erde
durch Euer Leuchten heller werde,
seid Strahlen, von dem großen Licht entzündet,
aus dem Ihr kamt, in das Ihr mündet!

Lia Sutter

Inaktiver User
18.10.2005, 14:23
glaubt an das Gute, an das Licht,
das immer wieder durch die Wolken bricht!




:blumengabe:

Inaktiver User
18.10.2005, 14:32
Hallo Korsar!

Das Gedicht ist wunderschön. Besonders diese Zeilen berühren mich sehr:




Sorgt, daß das Leben, daß die Erde
durch Euer Leuchten heller werde,
seid Strahlen, von dem großen Licht entzündet,
aus dem Ihr kamt, in das Ihr mündet!




Lieben Dank...Jela :blumengabe:

Inaktiver User
18.10.2005, 14:34
Hallo Milena,

warum hast du deinen Beitrag gelöscht? Wollte gerade antworten.... :wie?:

Jela

Inaktiver User
18.10.2005, 14:38
Oh,entschuldige,Jela!
Ich fand,es klang so nach Allgemeinplätzen.
Wollte nochmal besser formulieren.
Es ist nicht leicht,diese Dinge in Worte zu fassen.
Bin immer traurig,wenn es mir nicht gelingt"warm"zu schreiben,nicht steril.
Milena

Inaktiver User
18.10.2005, 15:08
Ich versuchs nochmal:
An überwundenen Schwierigkeiten wachsen wir und gewinnen Selbstvertrauen.
Wir fühlen uns von mal zu mal weniger ausgeliefert.
Und-im Leid kommt man sich näher.Man gewinnt einen ganz anderen Zugang zum anderen Menschen,weil es weniger oberflächlig bleibt.
Ich bin mal in einem Restaurant in Tränen ausgebrochen,wegen Liebeskummer.
Eine Frau,die ich nur wenig kenne, meinte zu mir"Ich dachte nie,das du so gefühlvoll bist!Du wirkst immer so distanziert."
Und man kann sich besser in andere einfühlen,wenn man selber schon mal erlebt hat,was sie gerade durchmachen.
Man wird-weicher,offener,weniger perfekt,menschlicher...
Milena

Tedora
18.10.2005, 18:27
Nach meiner Auffassung leben Seelen von geliebte Menschen in unsere Gedanken weiter. Solange wir an sie denken, solange sind sie auch für uns existent. Diese Gedanken können wir auch an unsere Kinder, Verwandte vererben.

Was wirklich nach dem Tode mit Seelen geschied kann niemand verlässlich sagen. Ich denke, da haben wir alle von der Natur die Freiheit bekommen , anzunehmen was uns am besten tut und woran wir am liebsten glauben möchten.

Als Wichtig scheint mir jedoch, dass alle Annahmen, den Verstorbenen auch nach ihrem Tode nicht ihre Würde antasten sollten. Die Gefahr ist ziemlich gross, sie durch unbeabsichte Handlungen, welche auf dem Verlustschmerz fussen, zur Spekulationsobjekte zu degradieren. Trauer gehört zum loslassen müssen dazu. Diese Zeit sollte bewusst gelebt werden, dann ist auch das Loslassen einfacher.

Respekt auf Individualität für Personen, sollte auch nach einem Todesfall bewahrt werden, egal wie gross unser Trauer sei. Alles andere wäre mehr Egoismus gepaart mit Selbstmitleid, Würdeberaubend und darüber sollten wir auch unbedingt nachdenken.

Liebe Grüsse und viel Kraft an alle, die unter der Verlust eines geliebten Menschen trauern. :blumengabe:

Tedora

Inaktiver User
18.10.2005, 23:24
Hallo Jela,

ich habe im Januar 2001 für meinen kranken Bruder ein Gedicht geschrieben,er ist im Mai gestorben.....


Todessehnsucht

das Sehnen nach der Todesstunde
Du willst einsteigen in das Todesboot
mit seinen grossen,weissen Segeln
und entlanggleiten auf`s offene Meer
bis du am anderen Ufer ankommst.
Du hast dich längst entschieden;
Du magst nicht länger
die Düsterheit,die Schmerzen
das Leben ertragen.
Es ruft dich,Du folgst der Stimme
weiter und immer weiter.
Festhalten will ich Dich,erden,
im Schlamm eingraben,in Ketten legen.
Ich steh am Ufer im Schlamm
und Du lächelst mir zu.
Mach dir keine Sorgen um mich
sagt dein Blick.
Ciao Du Liebe,sagt dein Blick.
Paß auf dich auf,sagt dein Blick.

Liebe Grüsse
Greta

Inaktiver User
19.10.2005, 07:26
Liebe Milena,

es ist wirklich sehr schade, dass viele versuchen, Trauer und Schmerz vor ihren Mitmenschen zu verbergen...oder dass es so manch einen ganz viel Überwindung kostet, über Probleme oder Fehler zu reden...sich zu entschuldigen. Dabei bringen gerade diese Dinge die Menschen einander näher. Ich hatte von meiner Jugend an ein sehr gespanntes Verhältnis zu meinem Vater. Erst in seiner Krankheit sind wir uns zum ersten Mal wirklich nah gekommen. Und so kann ich das Gute im Schlechten erkennen und bin dafür sehr dankbar.

Liebe Grüße an dich....Jela

Inaktiver User
19.10.2005, 07:41
Liebe Tedora,

seit dem Tod meines Vaters ist es mir ein großes Bedürfnis, ganz viel über das Sterben und das Leben danach zu erfahren. Und so lese ich Bücher z. B. von Elisabeth Kübler-Ross und Raymond Moody - Sterbeforschern -, die allesamt das Gleiche schreiben: Nämlich dass es ein Leben nach dem Tod gibt...ein Leben, in dem es keine Schmerzen, kein Leid, keine Sorgen, nur Liebe gibt. Eine Dimension, die in unseren irdischen Worten nicht zu beschreiben ist. Du sagst, dass die Seelen geliebter Menschen in unseren Gedanken weiterleben. Ja! Für uns leben sie so lange weiter, bis wir selbst sterben, um dann wieder auf andere Weise mit ihnen verbunden zu sein.
Auch ich bin der Meinung, dass man seine Trauer unbedingt ausleben soll...dass man so lange weinen soll, bis man nicht mehr weinen kann. Ich habe viel geweint und in bestimmten Momenten muss ich immer noch weinen. Aber meine Trauer ist gepaart mit einem Gefühl des Glücks und der Erleichterung, denn ich fühle meinen Vater in einer Welt, die schöner und liebevoller ist, als die irdische. Dieses Wissen hat mir persönlich beim Loslassen sehr geholfen.

Ein herzliches Dankeschön auch an dich....Jela :blumengabe:

Inaktiver User
19.10.2005, 07:55
Liebe Greta,

so früh hasst du gefühlt oder gewusst, dass dein Bruder sterben wird. Das muss sehr schlimm für dich gewesen sein. Obwohl mein Vater viele Jahre schwer krank war, habe ich es erst wenige Stunden vorher wahrhaben wollen. Und als ich es dann von einer Sekunde auf die nächste wusste, dass er sterben würde, da wünschte ich ihm und auch mir und der Familie nur eines: Dass es ganz schnell gehen würde. Ich glaube, mein Vater wollte bis zum Schluss überleben und hatte wahnsinnige Angst vorm Sterben. Der Tod ist und war in unserer Familie von je her ein großes Tabuthema. Wie schade! Dabei stelle ich es mir so schön vor, wenn man sich inmitten eines großen Leids auf seinen Tod freuen kann...wenn man ihn, wie du in deinem Gedicht so schön schreibst, herbeisehnen kann.



Ich steh am Ufer im Schlamm
und Du lächelst mir zu.




Lieben Dank....Jela :blumengabe:

Inaktiver User
19.10.2005, 12:40
Liebe Greta,ein wunderschönes Gedicht!
Scheinbar war er da ja schon sehr krank...
Schlimm,ich umarme dich.Habe selber zwei Brüder.

Jela,ich bin meiner Mutter auch in der Krankheit(Depression)viel näher gekommen ,als jemals zuvor.
Wir waren drei Kinder,sie ist volltags arbeiten gegangen,dazu noch die Hausarbeit-da ist die Zeit halt knapp bemessen.Ich bewundere sie jetzt-wo ich selber Mutter bin-sehr.Denke viel darüber nach.1000 Erinnerungen. :heul:
Und wie schon geschrieben,hatte sie den engsten Draht zu meinem Bruder.
Ich war mehr so Einzelgängerin,hab in meinem Zimmer stundenlang Pferde gemalt und geträumt.
Gelesen.
Als sie so krank wurde, hat sie sich mir angeschlossen,denn sie wußte,dass ich mich viel mit Psychologie und Esoterik beschäftigt hatte.Dadurch konnte ich ihr ein wenig helfen.Aber so einer Krankheit steht man als Laie machtlos gegenüber.
Ich hab dadurch aber hautnah miterlebt,wie sie leidet und wie die Krankheit eine völlig neue Person aus ihr gemacht hat.
Ich habe ihr ihren Entschluß,nicht mehr leben zu wollen,nie,nie übel genommen.

Kübler-Ross habe ich auch gelesen.Viele Bücher,aber ich habe die Namen mittlerweile vergessen.Ringel fällt mir noch ein.Er schrieb ein Buch über Depression und Selbstmord,was mir in vielem hilfreich war.

Eine Freundin von mir,die eigentlich ein ganz nüchternes Naturell hat,meinte letztens auf meine Frage"Ob Mutti ihre Enkel kennt?"mit dem Brustton der Überzeugung"Natürlich!Sie ist bei euch!"
Das hat mich unheimlich beeindruckt,denn ich hätte nie erwartet,das sie soetwas sagt.
Ist sonst knochentrockener Realist.

Ich wünsche allen einen schönen Tag!
Milena

Inaktiver User
19.10.2005, 14:46
Liebe Milena :blumengabe:,

diese Parallele ist erstaunlich:




Als sie so krank wurde, hat sie sich mir angeschlossen,denn sie wußte,dass ich mich viel mit Psychologie und Esoterik beschäftigt hatte.Dadurch konnte ich ihr ein wenig helfen.



Als mein Vater pflegebedürftig wurde, da konnte ich ihm helfen, weil ich ehemals in einem Pflegeberuf gearbeitet habe. Ich konnte Tätigkeiten an ihm verrichten, die sich kein anderes Familienmitglied zutraute. Und so wuchs ganz viel Liebe und Nähe.

Hast du deine Mutter gesehen, als sie tot war? Menschen sehen plötzlich so anders aus. Schon nach wenigen Minuten hatte ich den Eindruck, dass das nicht mehr mein Vater war, der da lag. Das war nur noch Hülle. Die Seele war aus dem Körper und ich konnte sie überall spüren - nur nicht in dieser Hülle. Seitdem weiß ich, dass mein Vater...das, was er war...nicht im Grab verweilt, sondern da ist...ganz nah bei mir. Das tut so gut.

Allen liebe Grüße....Jela

Inaktiver User
19.10.2005, 15:16
Du hast körperlich geholfen und ich seelisch.

Nein,ich hab sie nicht mehr gesehen.Hätte davor auch schlimme Angst gehabt.
So behalte ich sie in Erinnerung,wie sie lebend ausgesehen hat.

Ich bin auch ganz selten auf dem Friedhof,denn "da" ist sie nicht.(Für mich)
Sie wollte kein Einzelgrab,sondern auf die Steuwiese.
Vielleicht hatte sie schon so eine Ahnung,dass es nicht der Ort ist,wo der letzte Teil von ihr bleibt.

Du empfindest das ja ähnlich und ich denke,das geht vielen so.
Manche brauchen aber einen speziellen Ort,um sich zu verabschieden,wiederzufinden.

Es gibt ein paar Orte,wo sie mir sehr nah ist,weil sich spezielle Erinnerungen damit verbinden.Allerdings ist es dort auch besonders schlimm:heul:

Viele Grüße,Milena

Inaktiver User
19.10.2005, 20:11
Hallo Milena und Jela,

ja,er war sehr krank,hatte Krebs und eigentlich war klar,daß sein Leben zuende
geht.
Was ich ansonsten sehr bedauert habe,daß es hier in unserer westlichen Welt so wenig Sterbekultur gibt.Gemeinsames trauern,gemeinsame Rituale mit Familie und Freunden sind wichtig und hilfreich.
Ich glaube,gläubige Menschen haben es in der Beziehung einfacher.
Ich persönlich kann jetzt sagen;nachdem ich meine Eltern ebenfalls verloren habe,ich habe nicht mehr so viel Angst vor dem sterben und auch nicht vor dem Leben.
Aber es war ein sehr,sehr langer Weg.Und den konnte ich auch nur mit viel Unterstützung gehen.

Ich wünsch euch viel Kraft!

Liebe Grüsse
Greta

Inaktiver User
19.10.2005, 21:04
Das tut mir sehr leid,Greta,da hast du schon so viele liebe Menschen verloren.
Schlimm.
Ich bewundere dich für die Kraft,die du aus diesem Verlust gezogen hast.
Ich glaube dir,das es sehr,sehr schwer war und freue mich für dich,dass es Menschen gab,die dir geholfen haben.
Leider wird bei uns ein Mensch,der gestorben ist,oft nach kurzer Zeit "totgeschwiegen".
Ich selber bringe auch nicht oft die Rede darauf,weil ich weiß,wie sehr das meinen Vater immernoch mitnimmt.Er kommt besser zurecht,wenn wir nicht darüber reden.
Das finde ich persönlich nicht so gut.
Was glaubst du,gibt es ein Leben für die Seele nach dem Tod?
Milena

Inaktiver User
19.10.2005, 23:51
ja,es muss gar nicht das "reden"sein-oder zumindest nicht ausschließlich.Einfach sie respektieren,"da"sein lassen,auch denken,menno-was haben wir uns gestritten über bestimmte Themen,und auch traurig sein und Sehnsucht haben und manchmal,wenn die Sonne an milden Herbsttagen durch die Baumkrone scheint, denken:es ist doch schön das Leben, auch nach dem Tod eines nahen Menschen..

Gegen Todesangst zu sagen:

Schließlich
haben die vor mir
es auch gekonnt
das Sterben.

Gegen Lebensangst zu sagen:

Schließlich
haben die vor mir
es auch zuende gebracht
das Leben.

M.Zydek

liebe Grüsse
Greta

meta1
20.10.2005, 07:26
Was glaubt ihr, muss man besonders sensibel sein, oder eine besonders enge Beziehung zum verstorbenen gehabt haben?

Als mein Vater starb, war er ganz alleine im Wald. Nein, unsere Hunde waren bei ihm. Ich war damals schwanger. Er war als vermisst gemeldet und die Polizei hatte nichts besseres zu tun, als unseren Speicher zu durchsuchen :gegen die wand: (mit zwei großen Hunden Boxer und Schäferhund, auf dem Speicher :pc kaputt: :pc kaputt:)
Jedenfalls habe ich in der nacht ruhig geschlafen und zu meinem Vater gesagt: Dort wo du jetzt bist, geht es dir besser. Mir war ganz klar, dass ich ihn nie mehr sehen werde und ich war sehr ruhig.
Aber einen Abschied habe ich nicht gegspührt.
Bei einem Freund von uns fiel das Hochzeitsbild um, und es müsste in etwas in der Sterbestunde meines Vaters gewesen sein.

Als meine Mutter starb, ich saß schon einige Stunden am Bett, musste ich kurz raus und genau in dem Moment, als ich nicht mehr bei ihr saß, hat sie aufgehört mit dem Atmen. Meine Tante saß noch bei ihr.
Mir sagte dann jemand, dass es oft so sei. Die Menschen sterben, wenn der Angehörige nicht dabei ist, kurz aus dem Zimmer. Bei meiner Kollegein und ihrer Mutter war es ähnlich.
Aber auch bei meiner Mutter habe ich kein Gefühl des Abschieds gehabt. Es war einfach vorbei.

Ich habe auch nie das Gefühl gehabt, dass sie bei mir wären, obwohl ich es mir oft gewünscht hätte.
Manchmal hatte ich jedoch ein Gefühl der Furcht, im Dunkeln, wenn ich am Schlafzimmer meiner Mutter vorbei ging.

Morgana42
20.10.2005, 11:28
Hallo Meta,
mir geht es mit dem Tod meines Vaters ähnlich.
Er war auch sehr krank und ich wußte, daß er nicht mehr lange leben würde. 2 Tage vor seinem Tod war ich bei ihm im Krankenhaus (220 km von mir weg), da war alles noch "normal".
Bevor die Nachricht von seinem Tod kam (2 Tage später, mitten in der Nacht) habe ich selig geschlafen. Habe weder von ihm geträumt noch irgendetwas gehört o.ä. Es ist auch kein Bild umgefallen, keine Uhr stehengeblieben. Nichts ! Mein Bruder rief an und teilte mir mit, daß mein Vater verstorben ist. Ich habe eine Kerze angemacht, mir einen Tee gekocht und mich von meinem Vater verabschiedet. Ich habe nicht geweint, keinen Schmerz gespürt ... rein gar nichts. Das war vor 2 Jahren und bis heute fühle ich ... nichts.

Vielleicht braucht es doch eine tiefe innere Beziehung zum Verstorbenen oder eine hohe Sensibilität. Vielleicht haben wir aber auch die Zeichen nicht wahrgenommen ....

Keiner weiß das so genau.

LG
Morgana

Inaktiver User
20.10.2005, 11:31
Hallo Meta!
Du bist ja auch schon so eine verlassene Maus!
Beide Eltern tot!
Tut mir sehr leid für dich!
Diese nächtliche Angst kenne ich auch.Ich habe in der Wohnung einer Frau gewohnt,die darin gestorben ist.Eine Weile unendeckt blieb.
Wenn ich des Nachts schlaflos im Bett lag,war mir auch zuweilen-mulmig.
Was ich in der Zeit geräuchert habe!!!
Das du deine Eltern nicht fühlst-nun,vielleicht ist das überdeckt durch die vielen Probleme,die auf dich einstürmen.
Vielleicht ist es aber auch,weil es dich ängstigen würde.
Du hast dich gefürchtet,als du am Schlafzimmer vorbeigegangen bist.
Möglicherweise wissen die Verstorbenen,dass du damit schlecht klarkämst.
Wie lange ist es denn her?
Liebe Grüße,Milena

Inaktiver User
20.10.2005, 11:33
und manchmal,wenn die Sonne an milden Herbsttagen durch die Baumkrone scheint,



Ich denke oft an klaren,kalten Wintertagen an sie.Dann ist die Welt auf eine gewisse Art "leer" und ruhig.
Danke für die schönen Zitate :blumengabe:
und für deine Wünsche!
Für dich auch!
Milena

meta1
20.10.2005, 15:13
@ Milena, mein Vater starb vor 22 Jahren, meine Mutter vor 5,5 Jahren.

Ja, es ist nicht einfach und ich gestehe es auch, manchmal bin ich da schon neidisch, wenn ich sehe, wie meine Cousine mit ihrer Mitter noch viel unternimmt, oder meine Schwägerin. Schon traurig.

Inaktiver User
20.10.2005, 16:21
Da warst du erst 20,als dein Vater gestorben ist.Oje...
Sowas prägt.
Und dann die Umstände!
Wirklich schlimm.
In gewisser Weise bin ich froh,dass es mich nicht so frühzeitig getroffen hat.
Es ist nie einfach,aber so jung ein Elternteil zu verlieren,stelle ich mir schrecklich vor.
Manchmal wünsche ich mir,sie wär noch da,wegen der Zwillinge.
Ich verstehe deinen Neid.Geht mir auch so,wenn ich sehe wie woanders "Oma"mit ihren Enkeln schmust.
Aber es gibt so viele schlimme Schicksale.
Nachdenklich,Milena

Inaktiver User
21.10.2005, 10:30
Hallo, ihr Lieben!

Meta, du fragst, ob man besonders sensibel sein oder eine besonders enge Beziehung zum Verstorbenen gehabt haben muss, um dessen Seele zu spüren: Vielleicht ist das unterschiedlich. Ich weiß es nicht. Bei mir ist es bisher immer so gewesen, dass ich nur die Seelen derjenigen Menschen - auch beim Abschied - gespürt habe, die mir zu Lebzeiten besonders nah gewesen sind. Ich bin ein sehr empfindsamer und sensibler Mensch. Vielleicht spielt auch das mit eine Rolle. Wie gesagt, ich weiß es nicht.

Auch ich habe schon oft davon gehört, dass Menschen gerade dann sterben, wenn die Angehörigen nicht dabei sind. Aber dass dies wirklich so der Fall ist, kann ich nicht bestätigen. Als mein Vater aufgehört hatte zu atmen, holte meine Mutter mich und meine jüngste Schwester aus einem anderen Raum ans Sterbebett. Da richtete sich mein Vater plötzlich auf und machte nochmal einen heftigen Atemzug. Uns kam es vor, als hätte er mit dem Sterben extra auf uns gewartet. Und dann sah er so friedlich aus. Und als seine Seele seinen Körper endgültig verlassen hatte, da spürte ich meinen Vater im Raum. Mein Vater war das, was ich nicht sah, aber spürte. Er war nicht dieser tote Körper, der da vor mir lag. Ich spürte etwas, das ich noch nie zuvor erlebt hatte. Und seitdem weiß ich, dass die Seele nach dem Sterben seine Hülle verlässt.

Wenn Menschen sterben, die man sehr liebt, dann hinterlassen diese Menschen eine große Lücke in unserem Leben. Wir trauern und haben Sehnsucht nach der Seele, die in jenem Köper war, der nun unter der Erde, im Meer oder auf einer Streuwiese liegt. Was diesen Menschen ausmachte...das, was er ausstrahlte...das, was er wirklich war...das war nicht dieser Körper. Das war und ist die Seele, die nicht mehr in diesem toten Körper ist, sondern überall um uns herum. Dieser Mensch ist uns nun näher, als er uns zu seinen Lebzeiten je gewesen ist. Und wenn wir an ihn denken, wenn wir dafür offen sind, dann können wir seine Seele fühlen oder auf andere Weise wahrnehmen. Ich bin sehr dankbar, das erfahren zu dürfen.

Alles Liebe euch allen....Jela

Ceridwen
21.10.2005, 16:09
Erst einmal Jela, möchte dir mein Beileid zum Verlust deines Vaters aussprechen. :blumengabe: Es ist immer ein Stück der Kindheit, das man mit verliert. Dein letztes Posting finde ich wunderschön und ich kann nur zustimmen. Deshalb bin ich meinen Eltern auch nicht gram, dass sie beide Seebestattungen wünschen. Auf dem Friedhof würden nur ihre leeren Körper liegen.

Ich glaube fest daran, dass die Verstorbenen noch einige Zeit bei uns sind. Gerade gestern habe ich mit meiner Freudin darüber gesprochen. Ihr Vater ist vor 2 Jahren gestorben und sie hatte immer das Gefühl, dass er bei ihr war. Ihre Beziehung war zu der Zeit auch nicht besonders gut und allgemein ging es ihr sehr schlecht. Sie sagt, es war auch, als wenn er sie tröstete. Sie hat das Gefühl, dass erst jetzt, wo alles wieder besser für sie läuft und sie wieder stark genug ist, ihr Leben zu meistern, er losgelassen hat.

Viele liebe Grüße,

Ceridwen

Inaktiver User
21.10.2005, 17:31
Hallo Morgana,ich habe dein Posting gerade erst endeckt.
Nanu,wo kommt das auf einmal her?
Diese Zeichen erscheinen bestimmt selten.
Und als meine Mutter gestorben ist,habe ich auch geschlafen,nicht von ihr geträumt.
Ich fühle sie jetzt auch nicht immerzu.
Milena

meta1
24.10.2005, 10:55
Mir hat mal ein Moslem gesagt (wobei ich natürlich nicht weiß, ob das so stimmt), dass sie glauben würden, dass sie Seelen noch da blieben. Deshalb würde auch eine 40-tägige Trauerzeit begangen.
Er meinte, beim Tod seiner Mutter hätten sie gesehen oder gespührt, dass sie noch im Zimmer sei, eine Schwester hätte sogar gesehen, wie die Seele den Körper verließ.

Ich weiß auch nicht, ob es am Glauben liegt, dass manche Menschen eher solche Empfindungen haben oder nicht. Aber ich finde es tröstlich, dass es so sein soll/könnte. Ich stelle es mir auch immer so vor.

Als meine Mutter starb sagte ich zu ihr: Nun hast du es überstanden, sei froh. Grüß Papa von mir.

Morgana42
24.10.2005, 15:43
Hallo Milena,
Du fragst, wo mein Posting auf einmal herkommt ??? Keine Ahnung :freches grinsen: aber jetzt ist es ja da :knicks:

Ich nehme mal an, daß Du eine starke Beziehung zu Deiner Mutter hattest, oder ?

Die Beziehung zu meinem Vater war ziemlich problematisch. ich bin eine dieser "ich liebe meinen Vater unglaublich, aber er nimmt mich nicht wahr" - Töchter. Als ich
30 Jahre wurde, habe ich akzeptiert, daß er so ist wie er ist und mich offensichtlich langsam "abgenabelt". Vielleicht liegt es daran, daß ich nicht wirklich trauern kann. Ich habe ihn vielleicht ein- oder zweimal im Jahr gesehen und hinund wieder ca. 1-2 Min. mit ihm telefoniert (kam von seiner Seite aus).

Ich fühle einfach keinen VERLUST, fühle mich ihm aber näher, als es im Leben war. Ich bin überzeugt, daß unsere Seelen nach dem Tode weiterexistieren. Ich glaube, daß sie immer um uns herum sind, uns liebevoll umwehen, umhüllen oder so ähnlich.

Das mag vielleicht eine etwas naive Vorstellung sein, aber ich bin damit recht glücklich :smile: Für mich sind die Toten nicht in einem Grab, für mich befinden sie sich um mich herum.

LG
Morgana

windrose
25.10.2005, 06:13
[quote]

Eine Freundin erzählte mir, daß sie nachts aufrecht im Bett saß, als es plötzlich hell wurde und ihr längst verstorbener Vater in der Tür stand und zu ihr sagte: "Komm!"
Sie antwortete ihm: "Ich kann nicht, die Kinder brauchen mich."
Dann verschwand er wieder.
[/Zitat

Mein Lieblingsbruder verunglückte mit 25 Jahren. Ca. 3 Wochen hatte ich das Gefühl zusammenzubrechen und nie wieder lachen zu können. Eines nachts (ich könnte schwören, es war Wirklichkeit) stand mein Bruder im Türrahmen, nannte mich beim Namen und sagte: Warum heulst Du denn ständig? Ich bin nicht tot, ich LEBE!

Seit jenem Tag hat der Tod für mich jeden Schrecken verloren, heute kann ich Trost geben.
:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Inaktiver User
25.10.2005, 13:17
@ Ceridwen

Danke schön für das Beileid…dein Mitgefühl. Dass der Verstorbene, wie bei deiner Freundin, in die Nähe kommt, um zu trösten, erlebe ich selbst auch so. Dann ist es, als wäre er ganz dicht bei mir. Und meine Gedanken werden so liebevoll, dass ich weinen muss – was ich aber ganz und gar nicht schlimm empfinde. Es ist ein Weinen aus Liebe, die ich in dem Moment viel stärker fühle, als meinen Schmerz.


@ Milena

Auch ich kann meinen Vater nicht immerzu fühlen, aber wenn er da ist, dann fühle ich es ganz genau. Dann fühle ich plötzlich diese starke Liebe, die mich weinen lässt.



@ Meta

Ich bin fest davon überzeugt, dass ein Glaube nicht einfach aus dem Nichts entsteht, besonders dann nicht, wenn so viele Menschen dasselbe glauben. Da gibt es Wahrnehmungen und Gefühle…man kann sie nicht sehen, nicht beweisen…man kann nur vermuten, dass das, was man wahr nimmt, auch wirklich ist.


@ Morgana

Das Gefühl, dass einem der Verstorbene näher ist als zu dessen Lebzeiten, kommt meiner Meinung nach nicht aus heiterem Himmel. Daher finde ich die Vorstellung von den Seelen, die uns umwehen oder um uns herum sind, keineswegs naiv. Wenn es schon so viele unsensible Menschen gibt, die unsere Gefühle und Empfindungen abwerten, so sollten wenigstens wir unseren Wahrnehmungen trauen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du hier in diesem Forum als naiv betrachtet wirst.

Liebe Grüße euch allen...Jela :blumengabe:

Inaktiver User
25.10.2005, 13:21
Der Tod der Geliebten
Er wusste nur vom Tod was alle wissen:
daß er uns nimmt und in das Stumme stößt.
Als aber sie, nicht von ihm fortgerissen,
nein, leis aus seinen Augen ausgelöst,
hinüberglitt zu unbekannten Schatten,
und als er fühlte, dass sie drüben nun
wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten
und ihre Weise wohlzutun:

da wurden ihm die Toten so bekannt,
als wäre er durch sie mit einem jeden
ganz nah verwandt; er ließ die andern reden

und glaubte nicht und nannte jenes Land
das gutgelegne, das immersüße-
Und tastete es ab für ihre Füße.

(Rainer Maria Rilke)

Inaktiver User
25.10.2005, 13:25
Kindertotenlied

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.
Wo ich mein Zelt aufschlage
Da wohnst du bei mir dicht;
Du bist mein Schatten am Tage
Und in der Nacht mein Licht.

Wo ich auch nach dir frage
Find ich von dir Bericht,
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht.

Du bist ein Schatten am Tage
Und in der Nacht ein Licht;
Du lebst in meiner Klage
Und stirbst im Herzen nicht

(Friedrich Rückert)

Inaktiver User
25.10.2005, 19:13
Ersteinmal:
:blumengabe:Korsar,für die wunderschönen Gedichte!
Ich finde es ganz toll,dass du sie hier "zwischensetzt"!
Dadurch wird dieser Strang"rund".
Wenn du weitere findest,denk bitte an uns!

Morgana,es tut mir sehr leid für dich,dass dein Vater dich nicht so angenommen hat,wie du es sicher gebraucht hättest.
Wart ihr mehrere Geschwister?
Gab es vielleicht einen Liebling?
Das du dich ihm jetzt nahe fühlst -und er sich dir-ist bestimmt ein Stückweit heilend.
Je mehr ich hier lese,umso mehr glaube ich auch,das uns unsere Verstorbenen "umwehen".
Ich finde deinen Glauben nicht naiv,sondern teile ihn.

Ich hatte erst eine wirklich enge Beziehung zu meiner Mutti,als es ihr schlechtging.
Aber bei drei Kindern und volltags arbeiten,ist die Zeit auch sehr begrenzt,sich um jeden intensiv zu kümmern.
Wir hatten aber eher eine enge geistige Bindung.Körperlich war meine Mutti immer etwas auf Distanz.

Ich grüße euch alle und wünsche euch einen schönen Abend!
Milena

Inaktiver User
25.10.2005, 19:40
Hallo Korsar,

ich schließe mich Milenas Kommentar über deine Gedichte an und möchte dir sagen, dass sie mich stellenweise sehr berühren:




und als er fühlte, dass sie drüben nun
wie einen Mond ihr Mädchenlächeln hatten
und ihre Weise wohlzutun:

da wurden ihm die Toten so bekannt,
als wäre er durch sie mit einem jeden
ganz nah verwandt; er ließ die andern reden

und glaubte nicht und nannte jenes Land
das gutgelegne, das immersüße-




Alles Liebe und auch von mir einen schönen Abend....Jela

Inaktiver User
25.10.2005, 21:50
Windrose
was für ein schöner Traum!
Ich stelle es mir schrecklich vor,einen Bruder-sogar den Lieblingsbruder- zu verlieren!(Ich habe zwei).
Eltern ist schon schlimm.
Geschwister...man ist(meist)vom Alter näher aneinander.Da ist der Gedanke an Tod noch viel weiter weg,schwerer vorstellbar.
Denke auch gerade an Greta.
Fühlst du seine Nähe zuweilen?
Ich habe nach ihrem Tod oft von meiner Mutter geträumt,aber meist habe ich ihr darin gesagt,dass sie gar nicht hier sein kann/darf.Das sie schon tot ist.Es war mir sehr peinlich,es ihr zu sagen und sie wurde oft aggressiv.
Seltsam,dass man auch im Traum weiß,dass jemand tot ist...

Viele liebe Grüße,Milena

Elsa
26.10.2005, 01:39
Mein gestorbener Vater erschien mir in der darauffolgenden Nacht im Traum... in einer Szene, die sich nahtlos an das Tagesgeschehen anreihte.

(kurze Anm.: Ich hatte mich etwa ein Jahr vorher mit meinem Vater zerstritten und überhaupt keinen Kontakt mit ihm. Blöder Streit, sein Geburtstag stand kurz bevor, ich wollte ihn dann abends besuchen, um alles wieder einzurenken... eine Woche vorher starb er plötzlich).

Der Traum: Ich saß im Wohnzimmer auf dem Fussboden in mitten von Ordnern und Papieren und suchte nach den für eine Beerdigung erforderlichen Dokumenten (Anm.: das hatte ich genau so nachmittags mehrere Stunden lang gemacht).
Plötzlich ist hinter mir ein Geräusch, ich drehe den Kopf und blicke dahin, und da sitzt mein kurz zuvor gestorbener Vater in seinem Lieblingssessel und lächelt mich an. Ich stehe auf und sage erstaunt zu ihm „aber was machst du hier, du bist doch tot“ – da erhebt sich mein toter Vater aus seinem Sessel, lacht mich an, kommt mit ausgebreiteten Armen auf mich zu und anwortet „wie schön, dass du mich mal wieder besuchst“...

windrose
26.10.2005, 05:26
wir sind nie wirklich allein!!

meta1
26.10.2005, 09:17
Auch wenn ich es noch nicht gespührt habe, so glaube ich denoch, dass unsere Verstorbenen bei uns sind. Und tröstlich ist das allemal.

Inaktiver User
26.10.2005, 14:19
@ Windrose

Entschuldige bitte, dass ich mich gestern nicht auf deinen Beitrag bezogen habe. Irgendwie ist er bei mir untergegangen. Aber sehr gerne möchte ich dir etwas dazu schreiben: Sämtliche Träume, in denen mir geliebte Verstorbene erschienen sind, erlebte ich besonders greifbar und realistisch. Und die Verstorbenen sahen genau so aus, wie zu ihren Lebzeiten. Aber leider habe ich bisher noch nie geträumt, dass ein Verstorbener direkt mit mir gesprochen hat. Bist du dir eigentlich sicher, ob der Traum von deinem Bruder „nur“ ein Traum gewesen ist? Oder ist dir dein Bruder im Wachzustand erschienen? Ich glaube sehr fest daran, dass unsere Wahrnehmungen wahr sind…auch wenn andere uns deshalb vielleicht für verrückt halten, weil sie selbst solche Wahrnehmungen noch nie hatten. Wir können solche Wahrnehmungen dann bekommen, wenn wir offen dafür sind.


@ Milena



Seltsam,dass man auch im Traum weiß,dass jemand tot ist...



Mir kommt es immer wieder so vor, als wüsste unser Unterbewusstsein viel mehr, als unser Bewusstsein. Schau, Milena, es schickt uns manchmal sogar Träume über Dinge, die sich in der Zukunft ereignen…Dinge, die man in der Gegenwart noch gar nicht wissen kann. Es sendet uns Zeichen…
Nur weil gewisse Dinge nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht sind, heißt es noch lange nicht, dass sie unwahr oder nicht vorhanden sind. Ich glaube, der Mensch ist gar nicht in der Lage, alles mit seinem eingeschränkten Bewusstsein zu erfassen. Da gibt es noch viel mehr, als wir überhaupt erahnen können. Ganz sicher. Manche Menschen, Gedankenblitze oder Ereignisse geben uns manchmal eine leise Ahnung davon.


@ Elsa

Es würde mich sehr interessieren, wie es dir nach diesem Traum von deinem verstorbenen Vater ging. Fühltest du dich danach irgendwie glücklich oder erleichtert? Weißt du, mir kommt es so vor, als wäre dir dein Vater im Traum erschienen, um sich liebevoll und mit offenen Armen von dir zu verabschieden.


@ Meta



Auch wenn ich es noch nicht gespührt habe, so glaube ich denoch, dass unsere Verstorbenen bei uns sind. Und tröstlich ist das allemal.



Ja, auch ich finde das sehr tröstlich. Manchmal frage ich mich, wie Menschen, die nicht an das Weiterleben der Seele glauben, mit dem Gedanken an ihre eigene Sterblichkeit oder mit dem Tod geliebter Menschen umgehen.


Liebe Grüße euch allen :blumengabe:....Jela

windrose
26.10.2005, 15:38
@jela

ich sag ja, ich könnte schwören er war da :yeah: so realistisch .......... darum ist der tod für mich nichts mehr, was mir angst macht. :allesok:

Inaktiver User
26.10.2005, 15:48
Liebe Windrose,

du kannst wirklich dankbar sein, dieses Erlebnis gehabt zu haben. Ich kann mir vorstellen, wie gut so etwas tut...kann man doch danach sein Leben und den Tod mit ganz anderen Augen betrachten, nicht wahr?

Liebe Grüße...Jela

Inaktiver User
26.10.2005, 19:40
"Beim Schlafengehen"

Nun der Tag mich müd gemacht,
Soll mein sehnliches Verlangen
Freundlich die gestirnte Nacht
Wie ein müdes Kind empfangen.

Hände laßt von allem Tun,
Stirn vergiß du alles Denken,
Alle meine Sinne nun
Wollen sich in Schlummer senken.

Und die Seele unbewacht
Will in freien Flügen schweben,
Um im Zauberkreis der Nacht
Tief und tausendfach zu leben.
H.Hesse

LG,Milena

windrose
26.10.2005, 19:51
liebe jela,

genauso seh ich es auch. es ist ein guter begleiter durchs leben :smirksmile:

Inaktiver User
27.10.2005, 17:26
Hallo ihr Lieben,
ja es gibt Tage,da sind sie ganz nah,unsere verstorbenen Seelen unserer Angehörigen.Manchmal ist die Sehnsucht ganz stark,und stimmt uns traurig,aber manchmal ist es auch lustig.Vorgestern habe ich so eine "Frühlingssuppe" gekocht,wie sie meine Mutter immer kochte,als wir klein waren.Zu der Suppe gehörten unbedingt "Schwemmklößchen",die in meiner Erinnerung immer wunderbar locker leicht wie ein Wölkchen waren.Ich versuche mich also an diesen Klößen,nach einem Rezept aus dem Internet und die werden natürlich total hart und schmecken irgendwie nur mehlig.Ich hörte sofort die Stimme meiner Mutter,die mir im Kommandoton sagte:Du musst sie geduldig mit dem Schneebesen schlagen.....so hektisch kann das ja nichts werden,ich habe es dir schon 1000000 mal gesagt......"
Grüsse
Greta

Inaktiver User
27.10.2005, 18:39
Ja, Greta, es ist schon irgendwie lustig, wenn man in bestimmten Situationen plötzlich "hört", was der Verstorbene zu seinen Lebzeiten gesagt hätte. Mir geht es nach jedem Toilettengang so. Plötzlich höre ich meinen Vater sagen, ich solle den Klodeckel runter machen. Und automatisch denke ich an seine Begründung...wie er in sehr ernstem Tonfall gesagt hat, es sei vorgekommen, dass Kanalratten durch die Toilettenschüssel in die Wohnung geklettert seien. Als mein Vater noch lebte, ärgerte ich mich manchmal über seine Ermahnungen, aber jetzt kommen sie mir oft automatisch in Erinnerung und ich freue mich, weil es ist, als würde er in mir drinnen weiterleben.

Einen schönen Abend....Jela

Elsa
27.10.2005, 21:08
@ Elsa

Es würde mich sehr interessieren, wie es dir nach diesem Traum von deinem verstorbenen Vater ging. Fühltest du dich danach irgendwie glücklich oder erleichtert? Weißt du, mir kommt es so vor, als wäre dir dein Vater im Traum erschienen, um sich liebevoll und mit offenen Armen von dir zu verabschieden.





Hallo Jela,

nein, ich fühlte mich elend anschließend, emfpand es eher als Albtraum. Obwohl mein Vater so liebevoll auf mich zukam, war es mir unheimlich von einem Toten umarmt zu werden, und ich wollte ein, zwei Schritte zurückgehen, was aber nicht ging - meine Füße waren wie festgeklebt. Ich fing an zu schreien... und wurde wach bzw. geweckt von meinem LG, der sagte‚ hey, was ist denn los, du hast laut geschrien. Ich erzählte ihm den Traum, und hab’s dann erst mal beiseite geschoben, weil ich kurz danach auch aufstehen und tausend Dinge erledigen mußte.
Erst als ich ein, zwei Wochen später zur Ruhe gekommen war, holte ich den Traum wieder hervor und fühlte mich besser.

Ich hab meinen Vater anschließend noch zweimal ‘wahrgenommen‘. Das erste Mal telefonierte ich um Mitternacht mit meiner Cousine. So etwa nach zehn Minuten wurde mir bewußt, daß ich ständig nach hinten über die Schulter blickte, und ich dachte ‘wieso mach ich das?‘... ich spürte immer stärker werdend Energie hinter mir – so, als stünde jemand Unsichtbares hinter meinem Rücken, und ich dachte, gleich tippt mir jemand auf die Schulter. Ich hab das Gespräch beendet, und die Energie um mich herum gefühlt, ganz stark... aber das machte mir keine Angst, im Gegenteil, ich fühlte mich gut und ich war hellwach, und ich hätte unmöglich zu Bett gehen und einschlafen können, also blieb ich bis morgens auf und hab dann (endlich mal wieder *g*) mein ‘Büro‘ aufgeräumt. So ab vier Uhr schwächte sich die Energie im Raum langsam ab, und ich war mir ganz sicher, das war mein Vater, und in dieser Nacht und auch morgens fühlte ich mich richtig glücklich.

Monate später bummelte ich nachmittags durch die City und sah ihn auf dem Fußweg der anderen Straßenseite gehen, die gleiche Richtung. Er blickte zu mir rüber und lächelte. Als ich ununterbrochen hinsah und überlegte, wie ich trotz des dicken Verkehrs jetzt mal schnell die Straße wechseln kann, lief ich in meine Vorderleute rein, weil ich nicht mitbekommen hatte, dass die stehengeblieben waren. Es folgten ein, zwei Sätze ‘Entschuldigungsprozedere‘ und wieder der Blick rüber – weg war er, nur alle anderen Personen liefen noch da. Als ich das anschließend zu Hause erzählte, sagte LG, da hätte mir das Unterbewußtsein einen Streich gespielt. OK, ich weiß, was ich sah, nur glaubt es mir niemand, weil es eben so unwahrscheinlich klingt.

Wer weiß, vielleicht treff ich ihn irgendwann, irgendwo erneut.

Gruß, Elsa

Inaktiver User
27.10.2005, 23:02
Greta-wunderbar!Da höre sogar ich deine Mutti fast!
Ich fühle mich auch meiner Mutti ganz nah,wenn ich jetzt in der Küche für meine Babies die Milchbreichen zusammenpampere.Irgendwie empfinde ich mich dann wie sie früher,als sie es für uns getan hat.
Schwer zu beschreiben...
Milena

meta1
28.10.2005, 11:38
Meinen Vater sehe ich recht oft, d.h. nciht direkt ihn, aber ich sehe Männer und denke, der sihet aus wie Papa.

Ich hatte auch schon Männer gesehen, da hätte ich im ersten Moment schwören können, dass es mein Vater ist, bei näherem Hinsehen, war er es dann doch nicht. Aber es waren immer Männer, die ein Stück von mir weg waren, die ich eben nicht sofort erreichen konnte.

Ich hatte lange das Gefühl, er müsste zurück kommen, um dann ein beseres Leben zu leben, verdient hätte er es gehabt.
Vielleicht ist er irgendwo und lebt nun wirklich ein besseres Leben, ich würde es ihm von Herzen wünschen.

Inaktiver User
28.10.2005, 13:59
Liebe meta!

Ich dachte auch oft-besonders in der ersten Zeit-diese Frau sieht aus wie meine Mutti!
Ich hab geradezu gesucht danach!
Habe einmal in einem Cafe eine Frau lange beobachtet,die ihr nicht nur ähnlich sah,sondern auch dieselbe Art an sich hatte.
Schön-und traurig.

Jetzt,nach sieben Jahren,ist es fast gar nicht mehr so,dass ich "suche".
Jetzt "finde" ich zuweilen...

Viele liebe Grüße an dich und an euch alle!
Milena

Inaktiver User
28.10.2005, 15:30
@ Elsa

Wenn du deinen Vater im Traum tot gesehen hast, dann muss das bestimmt ein schlimmer Albtraum gewesen sein, zumal du und dein Vater euch in seinem letzten Lebensjahr nicht sehr nahe standet. Noch vor einiger Zeit machten mir Bilder von Toten große Angst. Aber seit ich meinen Vater tot gesehen habe ist diese Angst verschwunden. Ich glaube, ich könnte sogar in einer Leichenhalle übernachten.



Als ich das anschließend zu Hause erzählte, sagte LG, da hätte mir das Unterbewußtsein einen Streich gespielt. OK, ich weiß, was ich sah, nur glaubt es mir niemand, weil es eben so unwahrscheinlich klingt.



Viele Menschen werten Wahrnehmungen ihrer Mitmenschen ab und kränken sie damit. Ich reagiere mittlerweile ganz allergisch auf Sätze wie „Das bildest du dir nur ein“. Was Menschen wahr-nehmen, das ist für sie die Wahrheit – wenn vielleicht auch nicht die Wirklichkeit. Aber was ist schon Wirklichkeit? Das weiß wahrscheinlich keiner. Was du wahrnimmst, liebe Elsa, das ist auch wahr und das sollte respektiert und nicht abgewertet werden.

Manchmal denke ich, dass die Toten nicht selbst zu uns kommen, aber dass wir von ihnen die Wahrnehmungen bekommen. Denn mir ist klar, dass Tote keinen physischen Körper mehr haben.


@ Meta

Ich freue mich auch immer, wenn ich jemanden sehe, der einem geliebten Verstorbenen ähnlich sieht. Nachdem mein Opa gestorben war, traf ich auf der Beerdigungsfeier und auch auf späteren Familienzusammenkünften seine Schwester, die ihm aus dem Gesicht geschnitten war. Ich fühlte so viel Liebe für diese Frau, obwohl sie mir im Grunde genommen fremd war, einfach deshalb, weil ich in ihr meinen Opa sah.



Vielleicht ist er irgendwo und lebt nun wirklich ein besseres Leben



Ich glaube das ganz fest. Vielleicht hast du ja auch mal Lust, dir ein Buch von Elisabeth Kübler-Ross durchzulesen. Das macht so viel Mut und zwischendurch richtige Glücksgefühle...und nimmt einem selbst die Angst vorm Tod.

Euch allen liebe Grüße....Jela

Inaktiver User
28.10.2005, 20:11
Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit und auch
jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern,
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum
Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andere, neue Bindungen geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt, und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an Keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf´um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmende Gewöhnung sich entraffen.
Es wird villeicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden...
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!


Ein schönes Wochenende euch!
Liebe Grüsse
Greta

Inaktiver User
29.10.2005, 11:19
Liebe Greta,

Wie schön, dass du Hermann Hesse's Stufen hier reingeschrieben hast :wangenkuss: Das Gedicht ist so passend! Danke schön :blumengabe:

Ein schönes Wochenende auch von mir...Jela

Inaktiver User
03.11.2005, 06:02
Liebe Elsa, bin gerade ganz gerührt. Das war deinem Papa ganz wichtig - Frieden für euch-dich,und Trost für dich, damit auch du dich nicht grämst.Liebe über alle Grenzen.
Vita

Froschwerferin
03.11.2005, 10:46
Hallo zusammen,

obwohl ich ein sehr skeptischer und pragmatischer Mensch bin, hat sich bei mir
nach dem Tod meines Vaters einiges an Einstellungen zum Tod geändert.
Ich weiss und bin mir sicher, er ist da. In mir, bei mir und auch bei
meinen anderen Verwandten, die ihm nahe standen.
Mein Vater starb Weihnachten '96 sehr plötzlich an einem Herzinfarkt.
Die Nacht davor erzählte meine Mutter, dass er plötzlich im Bett saß und sagte: "Was macht ihr denn hier?" Meine Mutter glaubt definitv nicht an ein Leben nach dem Tod, aber sogar sie meinte, er wurde abgeholt.
An seinem Sterbetag war ich nachmittgas bei seiner Schwester.
Wir spülten gerade ab und hörten sein "Hey!", wir drehten uns beide um und es war keiner da. Wir sind uns bis heute sicher, dass er seinen Tod noch nicht ganz realisiert hatte und wohl nicht verstand, dass wir weinten.
Bis heute träumen wir von ihm. Meine Mutter hat noch manchmal Ehekräche oder schafft ihn an zu helfen, ich bin mit ihm in der Arbeit, auf Festen und im Urlaub. In meinen Träumen hält er sich aber immer etwas zurück und weist mich daraufhin, dass er da und da nicht mehr mitkommen kann, aber trotzdem bei uns ist. Wir wissen alle, irgendwie ist er noch da und trotz der Trauer lachen wir sehr oft auch darüber.

Kleines Beispiel: wir mussten als Kinder immer die Wohnzimmertür "anlehnen", nicht zumachen, nicht ganz offenlassen. Machen wir schon lange nicht mehr so. Doch als wir das letzte Mal bei meiner Mutter zu Hause waren, kam mein Bruder ins Wohnzimmer hinein, blieb stehen sagte automatisch ein langes: "jaaahaaa" drehte sich um und lehnte die Tür an.
Meine Mutter blickte hoch und meinte: "Sogar jetzt noch." und wir haben herzlich gelacht.

Egal, was andere darüber denken, sollen sie uns für gaga halten, uns tut das gut. Es wäre doch auch schade, würden sich unsere Verstorbenen bemühen, zu uns Kontakt zu halten und wir würden es nur für Einbildung halten.
Also, freut Euch über diese Zeichen und über die Träume.

Liebe Grüße :ahoi:

Inaktiver User
03.11.2005, 15:50
Es wäre doch auch schade, würden sich unsere Verstorbenen bemühen, zu uns Kontakt zu halten und wir würden es nur für Einbildung halten.



Ich denke auch manchmal-es muß schlimm sein,wenn man als Verstorbener das Leid sieht und nicht trösten kann.
Übrigens ein sehr schöner Beitrag,es baut auf,soetwas zu lesen.
Und es macht nachdenklich.
Das man auch zweifelt,halte ich für normal.
Letztendlich weiß hier keiner,ob es ein Leben nach dem Tod geben kann,genauso ist das Gegenteil möglich.
Was zwischen zwei Buchdeckeln beschrieben ist,sind Worte...wir wissen nicht,was dem Autor umgeht.
Anders jedoch die eigenen "Erlebnisse",Erfahrungen.
Wie schon gesagt,der Tod und was danach geschieht,ist das letzte Mysterium.
Es ist auf eine gewisse Art schön,das zu wissen.Eines Tages erfahren wir es.
Milena

Inaktiver User
04.11.2005, 10:39
Liebe Froschwerferin,

dankeschön für deinen Beitrag :blumengabe: Er ist für mich von sehr großem Wert. Er bestätigt mich in dem, was ich und mir nahe stehende Menschen erlebt haben.




Die Nacht davor erzählte meine Mutter, dass er plötzlich im Bett saß und sagte: "Was macht ihr denn hier?"



Meine Mutter erzählte, sie saß am Sterbebett meiner Oma und kurz bevor diese starb richtete sie ihre offenen Arme nach oben, öffnete weit ihre Augen und sagte: "Oh Mama". Wir alle sind sicher, dass meine Oma von ihrer Mutter abgeholt wurde.



Doch als wir das letzte Mal bei meiner Mutter zu Hause waren, kam mein Bruder ins Wohnzimmer hinein, blieb stehen sagte automatisch ein langes: "jaaahaaa" drehte sich um und lehnte die Tür an.



Als sei dein Vater körperlich anwesend gewesen, nicht wahr? Ich kenne das so gut. Gerade gestern habe ich mich dabei ertappt, wie ich laut mit meinem Vater redete, nachdem ich in Gedanken gehört hatte, was er zu mir sagte. Seine Stimme...die Art, wie er es sagte, war so klar und wie zu seinen Lebzeiten. Es fühlte sich so lebendig an. Die Toten sind nicht für immer tot. Sie leben in einer anderen Dimension weiter, die für uns zwar nicht sichtbar, aber durchaus wahrnehmbar ist.

Alles Liebe...Jela

Lukas1963
04.11.2005, 12:47
Ich möchte auch mal zwei Ereignisse erzählen, die mir noch sehr in Erinnerung sind.

Das erste Ereignis war vor 23 Jahre, um genauer zu sagen, am 25.03.1982. Ich saß abends in der Küche (damals noch Wohnküche) und schaute noch Fernsehen. Meine Mutter und meine Schwester lagen schon im Bett. Mein Vater lag im Krankenhaus ( er hatte Streukrebs ). Es war ein paar Minuten vor Mitternacht, als das Telefon klingelte. Aber es klingelte nicht wie gewöhnlich, es klingelt in einen durch, bestimmt so um die 30 Sekunden. Ich war so geschockt, das ich nicht in der Lage war, den Hörer abzunehmen. Danach war es vorbei mit dem klingeln. Ich hob dann den höhere ab und meldete mich mit meinen Namen, aber es war keiner dran, nur das leer Zeichen hörte ich. Na ja dachte ich mir, scheint wohl eine fehl Funktion von der Post (damals noch die Post und nicht Telekom) gewesen zu sein. Ein – zwei Minuten später ist meine Mutter aufgestanden. Sie konnte unmöglich das klingeln gehört haben, den zwischen Küche und Elternschlafzimmer, lag noch der Flur und Wohnzimmer. Ich fragte was los ist, warum Sie wach ist. Sie sagte sie wisse es nicht, aber irgend etwas hätte sie geweckt. Eine halbe Stunde später ging wieder das Telefon, aber diesmal ganz normal. Ich ging dran und meldete mich mit mein Namen. Es war das Krankenhaus und teilte mir mit, das mein Vater verstorben ist. Nach ein paar Stunden der tränen, sagte meine Mutter dann zu mir, „ jetzt weiß ich auch, was mich geweckt hat. Ich schaute Sie etwas verwirrt an und fragte was Sie damit meint. „Es war Dein Vater, der mich geweckt hat“. Dann erzählte ich Ihr vom Telefon, was so lange geklingelt hat. Sie sagte“ Das war Dein Vater der sich von dir verabschiedet hat“. Ich weiß nicht, was ich damals davon halten soll. Und heute weiß ich das immer noch nicht. War es so, wie meine Mutter mir das sagte, oder will man das so glauben ?

Das zweite Ereignis schreibe ich euch nächste Woche.

Gruß
Lukas

Cariad
04.11.2005, 13:06
@Lukas: Warum sollte sich dein Vater auf so eine schrille, unangenehme, obskure Art und Weise von dir verabschieden? :wie?:

Grüße, Cariad

Froschwerferin
04.11.2005, 13:18
Hallo nochmal,

Milena2:
Gott sei Dank gibt es noch Mysterien.
Gott sei Dank wissen wir noch nicht alles und
-ganz ehrlich?- ich bin ein sehr neugieriger Mensch,
aber ich will nicht alles wissen. Ich nehme aber
das was ich nach dem Tod meines Vaters erlebte
als schön, tröstlich und gegeben an.

Jela:
Danke fürs Blümchen :wangenkuss:
ich weiss in was für einer schweren Zeit Du steckst,
ich wünsch Dir viel Kraft und lass Dich nicht
verunsichern, glaub an das was Du fühlst, das ist in Ordnung.
Ob ich seine Anwesenheit körperlich spüre? Hm.
Am ehesten im Traum, da ist er oft so real, das ist unglaublich.
Doch sonst ist es verschieden, oft gar nicht auf ein Ereignis
festgemacht. Also, nicht unbedingt wenn ich meine: "Paps, hilf mir mal."
Nein, auf einmal hält man inne-völlig gedankenlos-reagiert, sagt etwas
und dann erst merkt man, "Hey jetzt war er da." Und dann freu ich mich darüber
und überlege mir auch, was er denn jetzt wollte.

Wir haben da schon so Einiges erlebt in den 9 Jahren und es ist sehr
schön, dass wir uns innherhalb der Familie austauschen können und
uns wundern, weinen oder auch lachen können darüber.
Es ist für uns komplett normal und natürlich geworden, darüber zu reden. Auch in Erinnerungen an ihm kramen tut sooo gut.

Du wirst sehen, auch Ihr werdet noch weiter über Euren Paps
schmunzeln können, der ist schon noch bei Euch-nur anders.

Schönes Wochende :ahoi:

Inaktiver User
12.02.2006, 21:41
Ich "schubse" diesen Strang nochmal an!
Vielleicht können wir noch ein paar Gedanken und Erfahrungen austauschen...
Oder auch Gedichte?

Ich habe in den letzten Tagen wieder sehr viel von meiner Mutter geträumt.
Seltsam-lange Zeit passiert nichts dergleichen und dann träume ich in kurzen Abständen mehrmals von ihr.
In Lavendelmonds Link zu Jenseits-Thesen steht,dass gewaltsam zu Tode gekommene Seelen
viel länger brauchen,bis sie ihren Weg auf der anderen Seite finden.Ihren sog. "Guide".
Und noch andere beunruhigende Dinge.
Das alles beschäftigt mich nun wieder,seit die Träume wieder begonnen haben.

Liebe Grüße,Milena

Inaktiver User
13.02.2006, 08:43
In Lavendelmonds Link zu Jenseits-Thesen steht,dass gewaltsam zu Tode gekommene Seelen
viel länger brauchen,bis sie ihren Weg auf der anderen Seite finden.Ihren sog. "Guide".
Und noch andere beunruhigende Dinge.
Das alles beschäftigt mich nun wieder,seit die Träume wieder begonnen haben.

Liebe Grüße,Milena



Hallo Milena :blumengabe:
Aber letztlich und Gott sei Dank finden ALLE Seelen ins Licht, in ihre Heimat, zurück zur Quelle!
Und außerdem erlebt jede Seele ihren "Tod", also den Übergang in die geistigen Welten, ganz individuell.
Es gibt einen "roten Faden", der Tunnel, das Licht mit der Anziehungskraft etc. etc., aber manche finden sich auch sofort auf einer der höheren Ankunftsebenen wieder.

So wie jedes Geschöpf einzigartig ist , so ist auch jeder Übergang geprägt von der Persönlichkeit.

liebe Grüße, Lavendelmond

Inaktiver User
13.02.2006, 10:50
Ohne jetzt alles durchzulesen-Lavendel,gibt es dort Angaben,in welchen Zeiträumen sich soetwas abspielt?
Mir ist schon klar,d. es den Zeitbegriff dort sicher nicht in unserer Art gibt.Trotzdem...
Ich frage es,weil ich jetzt wieder diese vielen Träume habe-nach Jahren!
Liebe Grüße,Milena

Inaktiver User
13.02.2006, 11:40
Was für ein schöner Strang, dankeschön, Milena, daß Du ihn wieder hochgeschubst hast :blumengabe:

Ich bin ganz fest davon überzeugt, daß die Seelen der Verstorbenen bei uns sind. Es ist für mich ein tröstender Gedanke, daß mein Vater mich umarmt, wenn mir innerlich kalt ist und ich hatte dieses sehr intensive Gefühl des Umarmtwerdens und der Geborgenheit schon sehr oft. Einige Male war es so stark und präsent, daß ich meinte, den unverkennbaren Geruch meines Vaters wahrzunehmen. Es war ein kurzer Moment und er hat mir sehr viel Kraft gegeben.

Mich tröstet auch der Gedanke, daß meine Tochter von meinem Vater und meinen Großeltern umsorgt wird, daß ein Teil der Familie bei ihr ist. Und ich trage die große Gewissheit in mir, daß wir uns alle wiedersehen.

Ich habe schon viele "Zeichen" empfangen. Ich habe es bereits schonmal im Truerforum beschrieben: ein Regenbogen an einem sonnigen Tag ohne einen Tropfen Regen, der sich in einem Moment meiner tiefen Traurigkeit urplötzlich vor mir auf der Autobahn zeigt - Minuten zuvor hatte ich mir überlegt: was wäre, wenn ich einfach Gas geben würde, Augen zu - eine bleierne Müdigkeit kam über mich, der Wunsch nach Frieden und endlich Ruhe haben, nicht mehr weinen müssen, nicht mehr fragen nach dem Warum ... und dann dieser Regenbogen in mächtigen, leuchtenden Farben. Das war für mich ein Zeichen.
Schmetterlinge ... kleine, zauberhafte Botschafter von irgendwo - Schmetterlinge haben für trauernde Eltern eine große Symbolik, verstorbene Kinder werden aus diesem Grund oft "Schmetterlingskinder" genannt.
Wie oft schon ist mir einer begegnet, urplötzlich und aus dem Nichts. In einer Jahreszeit, wenn es ihn eigentlich gar nicht mehr geben dürfte, auf einmal flattert er vorbei, tänzelt, begleitet mich ein Stück des Weges oder sitzt am Grabstein, ruhig und voller Schönheit.

Träume ... wie oft schon habe ich mir Träume herbeigesehnt, in der tröstlichen Dunkelheit meines Schlafes einmal noch an meinen Vater schmiegen, das Gefühl haben "alles wird gut", an seinem Bart reiben, den Tabakgeruch einatmen, konservieren, ihn festhalten, nicht mehr loslassen. Ihn um Rat fragen, ihm sagen, wie sehr er mir fehlt. Träume auch von meiner Tochter. Nur einziges Mal noch - wenn auch nur im Traum - ein Zuckerschnütchen busseln, Sommersprossen zählen, krauses Näslein stupsen. Auch diesen unverkennbaren Geruch nach Weichheit, Seligkeit und Wärme einatmen, atemlos die Nähe spüren, das Lachen hören, kleine Fingerchen festhalten, so fest, daß sie nie mehr gehen können.

Es gab Zeiten, da habe ich oft geträumt. Schöne Träume, Erlebtes nochmal erlebt, Situationen exakt nachgeträumt. Und dann kamen auch die hässlichen Träume - ich bin getrennt von meinen Lieben durch eine Glasscheibe, ich kann sie beobachten, nicht erreichen, sie sehen mich nicht. Oder ich träume ihren Tod nach, stehe ohnmächtig und machtlos daneben und erwache mit einem Gefühl der kolossalen Leere, die mich einen Tag lang begleitet und sich nur schwer auffüllen läßt.

Liebe Grüße an Euch und ich fände es sehr schön, wenn wir diesen Thread weiterführen könnten. Er tröstet ...

Paula :blumengabe:

Inaktiver User
13.02.2006, 13:53
fehlt. Träume auch von meiner Tochter. Nur einziges Mal noch - wenn auch nur im Traum - ein Zuckerschnütchen busseln, Sommersprossen zählen, krauses Näslein stupsen. Auch diesen unverkennbaren Geruch nach Weichheit, Seligkeit und Wärme einatmen, atemlos die Nähe spüren, das Lachen hören, kleine Fingerchen festhalten, so fest, daß sie nie mehr gehen können.





Paula,das tut mir so unendlich leid für dich!
Ein Kind verlieren-das ist das allerschlimmste!Ich habe auch eine Tochter,ein Jahr alt.(und sie hat noch einen Zwillingsbruder)
Wenn man es nicht selbst erlebt,wird man diesen Schmerz nie nachvollziehen können,aber fühl dich still von mir gedrückt!

Gerade am Anfang hatte ich auch solche unerwarteten "Begegnungen".
Bei mir war es eine Taube,die plötzlich jeden Tag "zu Besuch" kam.
Es sind solchen kleinen Dinge,über die ein Außenstehender vielleicht lacht,die einem viel bedeuten.

Auch ich glaube-hoffe-auf ein "Wiedersehen"irgendwann.

Paula,war auch solche Eingebung,den Strang weiterzuführen! :blumengabe:
Viele Grüße,Milena

Inaktiver User
13.02.2006, 17:07
Ohne jetzt alles durchzulesen-Lavendel,gibt es dort Angaben,in welchen Zeiträumen sich soetwas abspielt?
Mir ist schon klar,d. es den Zeitbegriff dort sicher nicht in unserer Art gibt.Trotzdem...
Ich frage es,weil ich jetzt wieder diese vielen Träume habe-nach Jahren!
Liebe Grüße,Milena




Milena,
genaue Zeitangaben gibt es nicht, es können Stunden sein oder Jahre von unserer Seite aus gesehen, aber das hat da keine Bedeutung. Drüben können 100 Erdenjahre ein Moment nur sein. In den unteren Ebenen wird "Zeit" in Entwicklungssprüngen, Bewußtseinserweiterungen "gemessen"
Und da alle Zeit "gleichzeitig" ist , es also im Grunde nur ständige GEGENWART gibt, nur ein Jetzt, das keine messbare Dauer hat, sondern Ewigkeit - können Kontakte von drüben aus jeglichen "Zeitrahmen" sein, drüben können alle Zeiten und Existenzen durchwandert werden...
Das alles ist kaum zu verstehen, nicht wahr? Das muss man ganz oft durchdenken, ehe man auch nur eine Ahnung bekommt.

Ich kann dir nur raten, mehrere Quellen zu suchen, dich nicht nur auf eine Website zu verlassen.

Dass jetzt die Träume bei dir wieder hochkommen, hängt möglicherweise auch nur mit dir selber zusammen, vielleicht meint dein Unterbewußtes, dass du grad etwas mehr Raum und Zeit und Kraft für ein Stück weitere seelische Verarbeitung hast !

Bei mir war es vor kurzem so, dass plötzlich eine lichtvolle Präsenz im Wohnzimmer war und am Tag danach noch ein Echo, das sanft ausklang
Bin mir sicher, das war mein Sohn, der nun nach knapp Vier Erdenjahren jetzt so weit sein Bewußtsein geöffnet hat, dass er in die Lichtebenen gehen kann - in den "echten" Himmel.

Ich freue mich für ihn!


Paula, dir möchte ich noch sagen, dass ich mich dir sehr nah fühle. Du hast so eine poetische Art mit dem Thema umzugehen, das findet man selten!
Ich kann deine Gefühle so gut nachvollziehen. Sprichst du von deiner Tochter, dann sehe ich meinen Sohn vor mir *lächel* und mein Herz wird weit und warm und weint leise sanfte Tränen der Wehmut und Liebe.
:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:


Lavendel

Inaktiver User
13.02.2006, 20:55
Liebe Lavendelmond,
ich hatte gleich nach dem Tod meiner Mutti viel Literatur zum Thema gelesen.
Man sucht einfach nach einer Antwort,nach einem "Beweis" für ein Wiedersehen.
Das geht auf und ab.
Eine Weile trägt die Hoffnung,dann wieder sage ich mir-das ist nur ein Trostpflaster,da ist nichts mehr.Das sind schlimme Augenblicke...
Wieder zu einer anderen Zeit erlebt man diese ungewöhnlichen Dinge,"Zufälle".
Ein leises "Vielleicht doch" regt sich.
Ich bin da ganz zerrissen...
Milena

Inaktiver User
14.02.2006, 08:49
Liebe Milena,
lass das leise "vielleicht doch" in deinem Herzen ruhen und reifen :blumengabe: :wangenkuss:

Lavendelmond

Johanna33
19.02.2006, 22:34
Hallo,

ich habe mir jetzt nicht den ganzen Strang durchgelesen, aber auch ich beschäftige mich schon lange mit diesem Thema.

Das allerbeste Buch was ich dazu gelesen habe heißt: "Die Reisen der Seele" von Michael Newton. Von ihm gibts dann noch ein zweites: "Die Abenteuer der Seele".

Er ist Hypnosetherapeut und führt seine Klienten in Trance in die Geistige Welt zwíschen den Inkarnationen. Dort, wo die klassische Lektüre aufhört, also bei Nahtodberichten am "Tor" oder bei esoterischen Büchern bei der Glaubwürdigkeit, geht Newtons Buch weiter.

Er beschreibt anhand von Hypnoseprotokollen die einzelnen Stationen der Seele, angefangen vom Sterben, über den Lichttunnel zum Tor, wo die Seele abgeholt wird, weiter zu verschienden Punkten, bis hin zur Vorbereitung auf eine neue Inkarnation.

Es war das glaubwürdigste und erkenntnisreichste Buch das ich jemals zu diesem Thema gelesen habe. Es erklärt so vieles.

Kann ich nur wärmstens empfehlen.

Liebe Grüße
Johanna

Nimwen
20.05.2006, 23:45
Ist zwar schon etwas älter, das Thema, aber es ist sehr interessant und ich möchte auch ein paar Gedanken beisteuern....


Ich bin sehr hin- und hergerissen zwischen "rationalem" Denken und der Hoffnung, dass da doch noch mehr ist... Mein Verstand sagt mir, es ist vorbei, wenn alle Prozesse im Körper aufgehört haben. Andererseits ist da die Hoffnung, dass es doch mehr gibt als einen reinen materiellen Körper, nämlich auch noch eine Seele, die sich nicht in Formeln oder neuronalen Verknüpfungen ausdrücken lässt... andererseits wiederum bin ich Skeptikerin...

Der Gedanke ist tröstlich, dass etwas bleibt von uns und vor allem von unseren Lieben. Es bringt mich schier zum verzweifeln, wenn ich mir vorstelle, dass irgendwann meine Eltern, mein Liebster einfach sterben und nicht mehr da sind.

Kommt der Glaube an ein Leben nach dem Tod aus dieser Angst heraus oder steckt da mehr dahinter?

Ich weiss es nicht. Allerdings hatte ich auch schon mehrere solcher Erlebnisse, wie sie hier zum Teil geschildert worden sind.
Das erste betrifft meine Oma, die vor mittlerweile 10 Jahren verstarb. Sie war schon sehr lange krank (Alzheimer) und deshalb kannte ich sie gar nicht richtig, weil ihr geistiger Verfall schon einsetzte, als ich noch Kind war. Trotzdem habe ich mich ihr immer sehr nahe gefühlt, ich glaube, wenn wir uns später gekannt hätten, hätten wir auf einer Wellenlänge gelegen. Naja, wie auch immer: Jedenfalls habe ich manchmal einfach das Gefühl, dass diese Oma bei mir ist und auf mich aufpasst. Nicht permanent oder ständig, noch nicht mal häufig, aber manchmal habe ich einfach das Gefühl, dass sie da ist (schwer zu beschreiben). Wunschdenken oder wahr? Ich glaube jedenfalls dran und freu mich über die Besuche, auch wenn sie mir ein bisschen unheimlich sind.

Eine andere Sache war noch merkwürdiger. Mein Vater hatte einen Chef, der auch sein Mentor war und eine Art Vaterposition bei ihm eingenommen hatte. Dieser war krank, als ich mit meinen Eltern in Urlaub war. Eines morgens war mein Vater völlig verstört, weil er in der Nacht geträumt hatte, dass dieser Mann ganz blaue Hände hatte. Mein Opa hatte blaue Hände, als er starb (er hatte eine Staublunge, da ist das wohl so). Gleichzeitig war in der Nacht die Standuhr in der Ferienwohnung stehengeblieben.

Naja, wir waren dann noch ein paar Tage dort, und als der Urlaub zuende war, hat mein Vater erfahren, dass dieser Chef gestorben war. Wir haben dann überlegt, und es war tatsächlich in dieser Nacht. Ehrlich, insbesondere dieses Uhrenstehenbleiben hatte ich vorher als Ammenmärchen abgetan, aber es war wirklich so.

Naja, viele Dinge, die man einfach rational nicht erklären kann.

Lieber Gruß
Nimwen

Inaktiver User
01.06.2006, 20:22
Ich habe schon lange nicht mehr in diesen Strang geschaut...und nun entdeckt, dass weitere Beiträge eingegangen sind. Das freut mich sehr :knicks:

@ Johanna33

Dein Buchvorschlag hört sich sehr interessant an - auch für meinen Freund, der sich - wie ich - sehr für dieses Thema interessiert. Hätte er mir eben nicht den Vorschlag gemacht, die Bücher zu besorgen, hätte ich den Vorschlag ihm gemacht :smile: Danke für den Tipp :blumengabe:



@ Nimwen



Kommt der Glaube an ein Leben nach dem Tod aus dieser Angst heraus oder steckt da mehr dahinter?



Auch ich weiß es nicht 100%ig. Aber die Erlebnisse, die du, ich und so viele andere hatten, weisen mich darauf hin, dass es nach dem Sterben weitergeht.

Liebe Grüße....Jela

Vemi
20.11.2006, 14:37
Als meine Mutter starb, ich saß schon einige Stunden am Bett, musste ich kurz raus und genau in dem Moment, als ich nicht mehr bei ihr saß, hat sie aufgehört mit dem Atmen. Meine Tante saß noch bei ihr.
Mir sagte dann jemand, dass es oft so sei. Die Menschen sterben, wenn der Angehörige nicht dabei ist, kurz aus dem Zimmer. Bei meiner Kollegein und ihrer Mutter war es ähnlich.
Aber auch bei meiner Mutter habe ich kein Gefühl des Abschieds gehabt.

Hallo,
genauso ging es mir auch.Meine Mama starb an einem Samstag im Januar 2005,sie sollte laut der Ärzte bereits Mittwoch zuvor sterben,ich konnte aber erst Samstag ins Krankenhaus.
Sie lag im tiefen Morphiumschlaf,hatte sich seit 3Tagen nicht geregt und hatte seit der Nacht eine heftige Schnappatmung.Meine Geschwister waren seit Tagen nicht von ihrer Seite gewichen,meine Schwester hielt sie nachts wie ein Baby in den Armen.
Ich kam also am frühen Morgen an,setzte mich zu ihr,nahm ihre Hände,jetzt sahen sie so anders aus,2Wochen vorher sagte ich nich,dass wenigstens ihre Hände so sanft aussähen wie immer...
Jetzt waren sie angeschwollen,kalt,verfärbt.

Ich streichelte diese Hände,legte die gemalten Bilder meiner Tochter hinein und beugte mich ganz nah an das Gesicht meiner Mutter-die ich niemals gehen lassen wollte-und sagte ihr"ich schaff das schon,du darfst jetzt gehen.Ruh dich aus,Mamilein,hab keine Angst.Siehst du deine Mama und deine Geschwister?Kannst du sie sehen?Dann lauf zu ihnen,sie erwarten dich so sehnsüchtig.Du hast alles gegeben,nun darfst du einfach nehmen.Schlaf Mamilein,ich bin ja da-alles wird gut."

Immer wieder flüsterte ich beruhigend auf sie ein,war mir doch klar,wie groß ihre Angst vor dem Tod war.
Dann sang ich das Lieblingslied aus meiner Schwangerschaft"You can relax now...."

Ich saß etwa 4 Stunden so bei ihr und küßte und streichelte sie so zart,als läge mein Baby dort.
Dann ging ich um mir einen Kaffee zu holen.Ich sagte"ich bin sofort wieder da Mami,keine Angst,ich gehe nicht weg.."
Auf dem Gang sprach ich dann zu meinem Onkel"wo bist du?Hol sie endlich ab,sie soll nicht länger leiden.BITTE hol sie ab"

5Minuten später kam ich zurück ins Zimmer und meine Geschwister hielten sich weinend in den Armen.Ich sagte nur"Hat sie es geschafft?Hat sie es endlich geschafft??"
Ich legte mich neben sie und hielt sie fest.Sie wurde so schnell kalt und wir mußten kurz den Raum verlassen.
Meine Schwester sagte"unfassbar,sie hat auf dich gewartet aber wollte nicht,dass du sie sterben siehst"

Heute bringt es mich beinahe um den Verstand,dass sie nicht mehr hier ist.Ich habe keinerlei Zeichen,ob der Tod wirklich Erlösung war und jemand liebes sie erwartet hat.Ich hoffe es so sehr....

Inaktiver User
20.11.2006, 15:44
Vemi,
jede Seele wird mit Liebe empfangen, darauf kannst du dich verlassen. Niemand ist allein, wenn er die Seiten wechselt.
Mein Junge hat mir viele Zeichen geschickt, er hatte im Leben unendlich gelitten, aber im Himmel ist alles ALLES wieder gut !
Er ist glücklich.
Und deine Mama ganz sicher auch!

Lavendelmond, die grad ein paar Tränchen verdrückt

aircraft
20.11.2006, 16:03
Liebe Vemi,
ich habe gerade deinen Beitrag gelesen und fühle mich tief berührt.
Auch bei mir kullern die Tränen und ich wünsche dir ganz, ganz viel Kraft für die Zukunft.

Lieben Gruß von aircraft

Vemi
20.11.2006, 20:00
Danke euch beiden.
Ich habe heute beschlossen,all das nochmal in ein Tagebuch zu schreiben,alle Ängste und Bilder,alles Erlebte ihrer letzten Lebensmonate.
Und alles,was mich aktuell bedrückt.Das nochmal-in-Worte-fassen hilft.

Dadurch,dass mir die Zeichen fehlen,wächst meine Angst sie zu vergessen.Ihr Geruch,ihre Stimme,ihre Augen...Geht euch das auch so?Nach den wenigen Nächten,wo ich von ihr träume,würd ich gern nur noch schlafen,um diesen Traum fest zu halten.

linde62
24.11.2006, 11:25
Liebe Vemi
Ich lese z.Zt. ein Buch, in dem es u.a. um diese Angst des Vergessens geht und wie man ihr begegnet. Es heißt "Meine Trauer wird dich finden" von Roland Kachler
Vielleicht hilft es Dir