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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unfallverursacher nicht versichert, was nun?



fiorina
06.06.2010, 13:56
Hallo,

meiner besten Freundin ist am Freitagnachmittag ein 10jähriger Junge mit dem Fahrrad ins (zum Glück) fast stehende Auto gefahren.
Der Kleine hat sich nicht besonders verletzt, ein paar Abschürfungen halt. Am Auto ist anscheinend schon einiges zu reparieren, Stoßstange, Wischeranlage, Scheinwerfer.
Meine Freundin hat die Polizei gerufen, weil ihr die Mutter des Jungens gleich sagte "wir sind nicht versichert, das bezahlt das Amt(?)".
Definitiv wurde festgestellt, dass meine Freundin nicht schuld am Unfall war.
Nach Telefonat mit ihrer Versicherung war sie dann etwas perplex. Es wurde ihr gesagt, dass sie sich am Besten schon mal einen Anwalt besorgen sollte um überhaupt Geld für den Schaden eintreiben zu können.
Zweitens könne sie den Schaden mit ihrer Vollkasko regeln lassen, würde dann aber höhergestuft werden. Selbstanteil von 300€

:knatsch:

Hab ich da was falsch verstanden?? Ich dachte immer, Vollkasko wäre gerade für so etwas gedacht.
Hat hier jemand Erfahrung mit ähnlichen Umständen?

skirbifax
06.06.2010, 14:03
Hab ich da was falsch verstanden?? Ich dachte immer, Vollkasko wäre gerade für so etwas gedacht.
Hat hier jemand Erfahrung mit ähnlichen Umständen?

Wenn du einen Vollkaskoschaden hast, wirst du höher eingestuft. Das ist so. Die Haftpflicht hat dann einen anderen Prozentsatz als die Vollkasko. Je nachdem wie alt das Auto ist, könnte sie im neuen Jahr die Vollkasko in Teilkasko umwandeln.

Entchen
06.06.2010, 14:52
Der schadenverursacher bzw. Dessen eltern müßten hier ja nicht die kfz-versicherung bemühen, sondern die private haftpflichtversicherung.

Hast du so eine?
Ist da die sogenannte ausfalldeckung eingeschlossen? (klausel, nach der die eigene hpv agiert, als wäre sie die hpv des schadenverursachers, falls dieser keine hpv hat).
Wenn ja, dann könnte deine hpv dafür einstehen. Ein anruf lohnt sich.

SchadenersatzPFLICHTIG ist der schädiger übrigens in jedem fall - hpv hin oder her.

Ärgerliche sache, sowas... :blumengabe:

skirbifax
06.06.2010, 15:31
SchadenersatzPFLICHTIG ist der schädiger übrigens in jedem fall - hpv hin oder her.

Ärgerliche sache, sowas... :blumengabe:

Das ist natürlich richtig. Aber fass einem nackten Mann in die Tasche. :knatsch:

Wenn die Eltern Hartz IV-Empfänger sind, kann man von ihnen kein Geld holen. Dann bleibt nur die Möglichkeit, dass man den Schaden selbst bezahlt, sich einen Titel holt und 30 Jahre lang hofft, dass sie irgendwann doch zu Geld kommen (und zahlt in der Zwischenzeit auch die Kosten für Titel etc). Oder man entschließt sich, über die Kasoversicherung den Schaden zu beheben. Dann wird man aber höher eingestuft. Zahlen muss, so wie ich die Sache sehe, auf jeden Fall zuerst einmal die Geschädigte.

fiorina
06.06.2010, 16:59
Also ich habe eine hpv, aber ich steh hier ja nicht zur Debatte :smile:
Meine Freundin hat aber auch eine, nach dem Stichwort Ausfalldeckung lass ich sie mal in ihrer Police forsten, danke!

Inaktiver User
06.06.2010, 17:06
Nein, schadenersatzpflichtig ist nicht jeder allezeit - wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben (und das tun sie nicht automatisch, wenn ein 10jähriger allein mit dem Fahrrad unterwegs ist) und das Kind selbst aufgrund des Alters (unter 14) nicht haftet, dann bleibt man u.U.auf seinem Schaden sitzen. :knatsch:

Inaktiver User
06.06.2010, 17:33
Man muss unterscheiden:

Schadensersatzpflicht der Eltern bei Verletzung der Aufsichtspflicht - hier wohl kaum.

Schadensersatzpflicht des Kindes: Grundsätzlich Ja, weil schon 10 Jahre alt


§ 828 Minderjährige

(1) Wer nicht das siebente Lebensjahr vollendet hat, ist für einen Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich.
(2) Wer das siebente, aber nicht das zehnte Lebensjahr vollendet hat, ist für den Schaden, den er bei einem Unfall mit einem Kraftfahrzeug, einer Schienenbahn oder einer Schwebebahn einem anderen zufügt, nicht verantwortlich. Dies gilt nicht, wenn er die Verletzung vorsätzlich herbeigeführt hat.
(3) Wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist, sofern seine Verantwortlichkeit nicht nach Absatz 1 oder 2 ausgeschlossen ist, für den Schaden, den er einem anderen zufügt, nicht verantwortlich, wenn er bei der Begehung der schädigenden Handlung nicht die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht hat.




Kommt also auf die individuelle Einsichtsfähigkeit, also auf den konkreten Fall an.

@ewk: Die Grenze von 14 Jahren gilt für die Strafmündigkeit.

Inaktiver User
06.06.2010, 17:37
erst einmal ist - wie schon gesagt - zu klären, ob überhaupt jemand haftet.

kann gut sein, dass nicht - weder die Eltern, noch das Kind.

und wenn doch - aber es ist nichts zu holen - dann würde die Vollkasko doch zahlen - halt mit Selbstbeteiligung.
was ist daran sooo schlimm.

das ist allgemeines Lebensrisiko - man ist sowieso nicht gegen alles 100% versichert.

Inaktiver User
06.06.2010, 17:42
@ewk: Die Grenze von 14 Jahren gilt für die Strafmündigkeit.

Danke, wußte ich nimmer so genau. :blumengabe:

Trotzdem kann es sein, dass im Endeffekt das Kind nicht haftet (und die Eltern hier auch eher nicht) und man auf dem Schaden sitzen bleibt.

Inaktiver User
06.06.2010, 17:48
ein 10jähriger Junge mit dem Fahrrad ins (zum Glück) fast stehende Auto gefahren.

bei fahrendem Auto gegen Kind auf dem Fahrrad ist der Autofahrer immer mit Schuld.
da kann ihr noch passieren, dass sie einen Teil des kaputten Fahrrades bezahlen muss.

Entchen
06.06.2010, 20:55
erst einmal ist - wie schon gesagt - zu klären, ob überhaupt jemand haftet.

kann gut sein, dass nicht - weder die Eltern, noch das Kind.

und wenn doch - aber es ist nichts zu holen - dann würde die Vollkasko doch zahlen - halt mit Selbstbeteiligung.
was ist daran sooo schlimm.

das ist allgemeines Lebensrisiko - man ist sowieso nicht gegen alles 100% versichert.

was daran so schlimm ist?
Erstmal die selbstbeteiligung.
Zweitens, ein leben lang mehr kaskobeiträge zu zahlen, aufgrund der rückstufung in eine niedrigere schadenfreiheitsklasse.

Ich für meinen teil weiß angenehmeres mit meinem geld anzufangen.

Inaktiver User
06.06.2010, 21:08
Das ist natürlich richtig. Aber fass einem nackten Mann in die Tasche. :knatsch:

Wenn die Eltern Hartz IV-Empfänger sind, kann man von ihnen kein Geld holen. Dann bleibt nur die Möglichkeit, dass man den Schaden selbst bezahlt, sich einen Titel holt und 30 Jahre lang hofft, dass sie irgendwann doch zu Geld kommen (und zahlt in der Zwischenzeit auch die Kosten für Titel etc). Oder man entschließt sich, über die Kasoversicherung den Schaden zu beheben. Dann wird man aber höher eingestuft. Zahlen muss, so wie ich die Sache sehe, auf jeden Fall zuerst einmal die Geschädigte.

Wenn eine Schadensersatzpflicht vorliegt, dann hat das Kind seinen ersten Titel an der Backe.
Nützt dir aber leider erstmal gar nix. Ich kann den Ärger der TE, bzw. ihrer Freundin gut verstehen.


bei fahrendem Auto gegen Kind auf dem Fahrrad ist der Autofahrer immer mit Schuld.
da kann ihr noch passieren, dass sie einen Teil des kaputten Fahrrades bezahlen muss.

Das ist nicht richtig. Eine automatische Teilschuld des Autofahrers liegt nicht grundsätzlich vor. Das war einmal und ist schon lange nicht mehr so.

Wenn ein Unfall sich als unverschuldet und unvermeidbar herausstellt, dann hat der Autofahrer keine Mitschuld.

@fiorina

Es ist allerdings ausgeschlossen, daß die Unschuld deiner Freundin am Unfall bereits festgestelt wurde. Zu so einer Feststellung ist die Polizei weder in der Lage noch berechtigt.

skirbifax
07.06.2010, 16:31
Wenn eine Schadensersatzpflicht vorliegt, dann hat das Kind seinen ersten Titel an der Backe.
Nützt dir aber leider erstmal gar nix. Ich kann den Ärger der TE, bzw. ihrer Freundin gut verstehen.

Hab ich gründsätzlich etwas anderes gesagt? Ich bezog es auf die Eltern. Aber sollte das Kind haftbar gemacht werden, ist es das gleiche in Grün. Zunächst muss der Geschädigte alles verauslagen, auch die Verfahrenskosten und dann hoffen, dass das Geld irgendwann eingetrieben werden kann. Ob sich das lohnt?

Inaktiver User
07.06.2010, 16:37
was daran so schlimm ist?
Erstmal die selbstbeteiligung.
Zweitens, ein leben lang mehr kaskobeiträge zu zahlen, aufgrund der rückstufung in eine niedrigere schadenfreiheitsklasse.

Ich für meinen teil weiß angenehmeres mit meinem geld anzufangen.

ärgerlich ist es, aber schlimm?

seien wir ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich - und ich kann diese Einstellung, dass immer irgendeine Versicherung zahlen muss, schwer nachvollziehen.

(dass man sich erkundigt, ob eine Versicherung zahlt, ist klar)

Entchen
07.06.2010, 16:55
ärgerlich ist es, aber schlimm?

seien wir ehrlich, das Leben ist immer lebensgefährlich - und ich kann diese Einstellung, dass immer irgendeine Versicherung zahlen muss, schwer nachvollziehen.

(dass man sich erkundigt, ob eine Versicherung zahlt, ist klar)

na ja, ich finds schon schlimm... Gehöre nicht zu der reichen fraktion, und mal eben so 300 euro ist für mich schon eine hausnummer.

Inaktiver User
07.06.2010, 16:56
na ja, ich finds schon schlimm... Gehöre nicht zu der reichen fraktion, und mal eben so 300 euro ist für mich schon eine hausnummer.

dann sollte man kein Auto haben. Meine Meinung.

wer sich ein Auto leisten kann, kann sich auch mal einen neuen Kotflügel o.ä. leisten.

skirbifax
07.06.2010, 17:18
na ja, ich finds schon schlimm... Gehöre nicht zu der reichen fraktion, und mal eben so 300 euro ist für mich schon eine hausnummer.


dann sollte man kein Auto haben. Meine Meinung.

wer sich ein Auto leisten kann, kann sich auch mal einen neuen Kotflügel o.ä. leisten.

... oder aber mit einer Beule herumfahren. Davon geht die Welt auch nicht unter.

Inaktiver User
07.06.2010, 17:30
Mir ist immer noch nicht klar, wieso die HaftPFLICHTversicherung so heißt, wenn man sie auch nicht haben kann? :wie?:
Den 5er im Monat sollte man doch haben.

Naja, zum Thema: Mit der Beule rumfahren ist eins, aber wenn es anfängt zu rosten, geht das wohl nicht so toll - vom Wertverlust am Wagen ganz zu schweigen.
Dass es Fälle gibt, in denen keiner haftet, mag sein, aber gleich zu sagen, dass man sich dann kein Auto leisten soll, wenn man keine 300 Euro locker hat, finde ich auch etwas einfach gedacht. Dafür versichern sich Leute ja gegen jeden Mist, dass sie eben keine größeren Beträge auf einmal schocken müssen.

Allerdings: Eine Vollkasko hat man ja auch nicht für ein altes Auto, da wird die Reparatur vermutlich mehr kosten als die 300 Eus Selbstbeteiligung?

skirbifax
07.06.2010, 17:42
Mir ist immer noch nicht klar, wieso die HaftPFLICHTversicherung so heißt, wenn man sie auch nicht haben

Haftpflicht bedeutet, dass du verpflichtet bist, für die Schäden zu haften, die du verursachst. Die Versicherung tritt an deiner Stelle ein. :smirksmile:

Weil die Schäden sehr hoch sein können, wirst du als Kfz-Halter gezwungen, eine Versicherung abzuschließen. Hier ist ja auch das Fahrzeug versichert. Wenn du mit meinem Auto einen Schaden verursachst, tritt meine Versicherung für den Schaden ein. Im "normalen" Leben ist das nicht so.

Kraaf
07.06.2010, 17:46
args, sorry, kurzzeitiger Blackout meinerseits.

Inaktiver User
07.06.2010, 17:48
das zehnte Lebensjahr vollendet man an seinem 10. Geburtstag - danach ist man dann 10.

Kraaf
07.06.2010, 17:51
das zehnte Lebensjahr vollendet man an seinem 10. Geburtstag - danach ist man dann 10.

Ja, völlig richtig, war mein Blackout. :smirksmile:

fiorina
07.06.2010, 20:15
Danke, dass Ihr Euch Gedanken macht :smile:
Meine Freundin hat morgen einen Termin bei Ihrem Anwalt, danach melde ich mich mit neuen Infos soweit dann vorhanden.

Sie hat Vollkasko, weil der Wagen recht neu ist. Ich hab auch zuerst gesagt, sie soll halt mit Beule fahren wenn´s sein muss. Mal sehen wie es weitergeht.
Leider ist es wohl so wie hier schon gemutmaßt wurde: Die Familie lebt von Hartz4 und hat keine Haftpflichtversicherung.

Wenn man kein Geld für 300€ Selbstbeteiligung hat, sollte man nicht Auto fahren? Ich denke mal wenn wir das so einführen könnten, wären wir zumindest 1/3 der Autos auf unseren Straßen los.

Vor Jahren wurde mir von meiner Versicherung geraten, einen Schaden der sich auf 1000DM belief, selbst zu bezahlen. Grund: Die Höherstufung würde langfristig mehr kosten. :knatsch:

Inaktiver User
07.06.2010, 21:23
Hab ich gründsätzlich etwas anderes gesagt? Ich bezog es auf die Eltern. Aber sollte das Kind haftbar gemacht werden, ist es das gleiche in Grün. Zunächst muss der Geschädigte alles verauslagen, auch die Verfahrenskosten und dann hoffen, dass das Geld irgendwann eingetrieben werden kann. Ob sich das lohnt?

Nein, du hast nichts anderes gesagt. Ich wollte dir nur zustimmen. Tut mir leid wenn du das falsch verstanden hast, bzw. ich mich blöd ausgedrückt habe.:blumengabe:

Entchen
07.06.2010, 21:32
Mir ist immer noch nicht klar, wieso die HaftPFLICHTversicherung so heißt, wenn man sie auch nicht haben kann? :wie?:
Den 5er im Monat sollte man doch haben.

Naja, zum Thema: Mit der Beule rumfahren ist eins, aber wenn es anfängt zu rosten, geht das wohl nicht so toll - vom Wertverlust am Wagen ganz zu schweigen.
Dass es Fälle gibt, in denen keiner haftet, mag sein, aber gleich zu sagen, dass man sich dann kein Auto leisten soll, wenn man keine 300 Euro locker hat, finde ich auch etwas einfach gedacht. Dafür versichern sich Leute ja gegen jeden Mist, dass sie eben keine größeren Beträge auf einmal schocken müssen.

Allerdings: Eine Vollkasko hat man ja auch nicht für ein altes Auto, da wird die Reparatur vermutlich mehr kosten als die 300 Eus Selbstbeteiligung?

die haftpflichtversicherung heißt so, weil du gesetzlich haftest, wenn du was kaputtmachst. Die hpv schützt dein vermögen, wenn du in diese pflicht genommen wirst.

Und die aussage, kein auto haben zu sollen, wenn man nicht mal eben 300 euro für nüsse aus der tasche schütteln kann, finde ich ziemlich arrogant. Passiert dir das fünfmal, sinds anderthalbtausend euro - wo ist die grenze?

Meine autos haben übrigens keine vk. Sind bar bezahlte gebrauchtwagen, aber für vk bin ich zu geizig - die wahrscheinlichkeit, daß ich die kaputtfahre, ist so niedrig, daß die vk-prämien zu hoch sind. Für alles andere gibt es tk ohne sb. Wenn ich sie dennoch kaputtfahre, hab ich pech gehabt. Aber schäden, die andere meinen autos zufügen, erwarte ich auch ersetzt zu bekommen. Ohne was dsfür zuzahlen zu müssen, wenn ich nicht schuld bin dran. Ist ne einstellungssache. Das geld geb ich dann doch lieber anderweitig aus.

fiorina
08.06.2010, 18:43
Also laut Anwalt ist da von der Gegenseite (bzw. dem zuständigen Sozialamt) nichts zu erwarten. Meine Freundin muss ihre Vollkasko zur Schadensregulierung bemühen, mit den 300€ Selbstbeteiligung oder eben den Schaden ganz selbst bezahlen. Dazu kommt wohl noch eine Strafanzeige gegen sie, weil ein Personenschaden vorliegt. Und, Berichtigung: Der Junge ist 11 Jahre alt.
Wenigstens sind Zeugenaussagen aufgenommen worden, die bestätigen dass das Ganze nicht ihre Schuld war.

kuscheltigerin84
08.06.2010, 21:16
:ooooh:
Das ist echt krass, da fehlen mir die Worte!

Ich habe den Eindruck, dass bestimmte Personen-Gruppen, wie hier die Mutter des Kindes, die kein Geld hat, besonders dringend eine Privathaftpflicht benötigen würden, da sie eben im Schademsfall niemals für irgendwas aufkommen können. Aber es ist genau umgekehrt: gerade solche Personen versichern sich nicht, das sie wissen, wenn sie einen Schaden verursachen, bleibt der Geschädigte darauf sitzen, bei ihnen ist ja nichts zu holen. Somit haben sie quasi auch ohne Versicherungsschutz einen Freibrief, anderer Leute Eigentum zu zerstören.

fiorina
08.06.2010, 21:26
Naja, einen Freibrief... es war ja nun nicht ein absichtlich herbeigeführter Unfall. Aber irgendwie hast Du schon recht :knatsch:
Der Vorname des Jungen fällt übrigens in edes gängige Klischee, das kann ich mir gerade nicht verkneifen.
K**** :freches grinsen:

Anders geht es übrigens auch, zwar ot aber:
Meine Eltern hatten einen Wasserschaden und wollten einen ruinierten kleinen Perserteppich bei ihrer Hpv geltend machen. Sie wurden aufgefordert für das 15 Jahre alte Teil bitte den Originalkaufbeleg einzureichen. Diese Leutchen bezahlen seit über 30 Jahren in die Versicherung und dies war ihr erster (!!!) gemeldeter Schaden. Sie hatten 300€ ins Formular eingetragen. Telefonisch konnte ich das aber regeln, manchmal ist man doch sprachlos.
Fazit: Im nächsten Leben mach ich eine Versicherungsbude auf!
:smirksmile:

kuscheltigerin84
08.06.2010, 21:34
Naja, einen Freibrief... es war ja nun nicht ein absichtlich herbeigeführter Unfall. Aber irgendwie hast Du schon recht :knatsch: :

Klar- nicht absichtlich in dem Sinne, aber es kann immer was passieren. Und wenn ich mich nicht versichere, und auch weiß, bei mir ist nix zu holen, dann nehm ich ja billigend in Kauf, dass ich evtl. auch das Leben anderer Leute finanziell komplett ruinieren kann. Denn es kann sich ja auch um bedeutend mehr handeln als den 300 Euro-Schaden. Da frag ich mich, ist eine Privat-HP nicht Pflicht?! Das weiß ich gar nicht!



Der Vorname des Jungen fällt übrigens in edes gängige Klischee, das kann ich mir gerade nicht verkneifen.
K**** :freches grinsen:

:

"Klaus" etwa? :lachen: nee schon klar! Hätte ich mir auch schon denken können!

skirbifax
08.06.2010, 22:51
Da frag ich mich, ist eine Privat-HP nicht Pflicht?! Das weiß ich gar nicht!

Nein. Nur als Kfz-Halter bist du verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Entchen
08.06.2010, 23:05
Nein. Nur als Kfz-Halter bist du verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

in bestimmten berufen brauchst du auch eine vermögensschaden-hpv.

Aber privathpv nicht. Genau wie auch für tierhalter keine private tierhalterhpv vorgeschrieben ist.

Aber für einen so ärgerlichen fall bzw. Ähnliche gibt es ja die ausfalldeckung - und die finde ich sehr beruhigend...

Inaktiver User
09.06.2010, 00:12
........ Genau wie auch für tierhalter keine private tierhalterhpv vorgeschrieben ist.........

Das kommt auf das Tier und das Bundesland an.
In NRW ist eine Tierhaftpflichtvers. für alle Hundehalter vorgeschrieben wenn es entweder ein Anlagehund oder ein 40/20 Hund ist. Diese Vers. muß dem Ordnungsamt nachgewiesen werden.

ascalin
09.06.2010, 23:16
:ooooh:
Das ist echt krass, da fehlen mir die Worte!
Ich habe den Eindruck, dass bestimmte Personen-Gruppen, wie hier die Mutter des Kindes, die kein Geld hat, besonders dringend eine Privathaftpflicht benötigen würden, da sie eben im Schademsfall niemals für irgendwas aufkommen können. Aber es ist genau umgekehrt: gerade solche Personen versichern sich nicht, das sie wissen, wenn sie einen Schaden verursachen, bleibt der Geschädigte darauf sitzen, bei ihnen ist ja nichts zu holen. Somit haben sie quasi auch ohne Versicherungsschutz einen Freibrief, anderer Leute Eigentum zu zerstören.

Das finde ich doch etwas stark und sehr verallgemeinernd. Hast du vielleicht einmal daran gedacht, dass es sich um eine Familie handeln könnte, bei der jeder Euro bereits fest für's Überleben verplant ist und eine Haftpflichtversicherung schon unter "Luxus" fallen könnte?

crazy79
10.06.2010, 15:16
Ascalin, ich will ja nicht abstreiten, dass es Familien mit sehr wenig Geld gibt. Aber eine PHV kostet nun echt nicht die Welt (zB zahle ich für unsere Familienhaftpflicht unglaubliche 59€ pro Jahr, das sind gerade mal 5€ pro Monat!)- ich würde lieber an einer anderen Ecke das Geld einsparen aber dafür diese Versicherung haben... So lange nur Blechschäden verursacht werden ist das ja alles halb so wild - aber wenn dann ein Mensch zu Schaden kommt, was dann? Hat der dann auch "einfach mal Pech gehabt"? Ich finde das etwas kurz gedacht.

kuscheltigerin84
10.06.2010, 15:36
Das finde ich doch etwas stark und sehr verallgemeinernd. Hast du vielleicht einmal daran gedacht, dass es sich um eine Familie handeln könnte, bei der jeder Euro bereits fest für's Überleben verplant ist und eine Haftpflichtversicherung schon unter "Luxus" fallen könnte?

Wie Crazy 79 schreibt, mehr als ca. 5 EUR pro Monat kostet das nicht. Dafür sichere ich ab, dass ich (zumindest finanziell) im Schadensfall nicht das Leben anderer, unschuldiger Leute ruiniere!

Aber das so ein Kommentar kommen würde, war mir klar! Es ist allerdings eine Frage der Sichtweise, der Verantwortung für Mitmenschen und letztlich auch der Gerechtigkeit!

Inaktiver User
13.06.2010, 18:08
Hallo,
die Beiträge zur Haftpflicht- und Hausratversicherung werden bei Hartz IV von der ARGE auf Antrag übernommen, sofern die Verträge schon vor Entstehung der Hilfsbedürftigkeit bestanden.