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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verzweifelt: Angebot als Freier Mitarbeiter (Anwalt)



cleo15
19.05.2010, 23:28
Hallo liebes Forum!

Habe die Tage folgendes Angebot bekommen:

-Tätigkeit als Anwältin in freier Mitarbeit
-Grundentgelt 2.000€
-20 % Umsatz für Mandate, die ich selbst akquiriere

Da bleibt doch eigentlich am Ende des Monats nichts übrig, oder?
Muss Rentenversicherung in das Versorgungswerk abführen und mich selber krankenversichern etc.
Umsatzsteuer muss auch abgeführt werden.

Ich bin echt verzweifelt, da ich eigentlich auf das Einkommen angewiesen bin. bezweifle aber auch, dass zu den 2000 € Grundentgelt viel dazukommen wird, da ich wahrscheinlich die ersten Monate nicht viele eigene Mandanten bekommen werde.
Soll ich annehmen oder dem Chef nen Vogel zeigen?

Hat jemand nen Tipp für mich?

P.S.: Bin arbeitslos und eigentlich keinen Anspruch auf einen Gründungszuschuss, da ich bei Aufnahme der Tätigkeit (1.7.) keine 90 Tage mehr Restanspruch auf Arbeitslosengeld habe.

Etain
20.05.2010, 07:53
Na, bevor ich gar kein Einkommen hätte, würde ich doch das Angebot annehmen.
Einkommenssteuer, Renten- und Krankenkassenbeiträge richten sich nach dem Einkommen und liegen bei 2000 Euro niedrig. Die Umsatzsteuer kommt üblicherweise zum Honorar dazu, das heißt: Du schreibst Rechnungen über 2000 Euro plus MwSt. Das ist dann für Dich ein durchlaufender Posten. Bringt aber auch den Vorteil, dass Du selber gezahlte MwSt. für Deine Betriebskosten abziehen kannst. Das heißt grob gesagt: Du zahlst de facto immer die Preise ohne MwSt.
Und überhaupt kannst Du ja eine Menge Betriebskosten steuermindernd geltend machen.

Und während Du für diesen Anwalt arbeitest, kannst Du Dich ja weiter umsehen.

Inaktiver User
20.05.2010, 07:57
Das würde ich aber auch sagen. Und dann neue Mandanten anlocken.

Werbung dürfen Anwälte ja nicht machen. Aber ein Anzeige in der Zeitung, dass es dich gibt schon.

Viel Glück!

Sieh es als Einstieg! Und ein bißchen GEld bleibt ja übrig!

cleo15
20.05.2010, 15:35
Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass bei einem Einkommen von 2.000 € 536 € Kranken (317 €)- und Rentenversicherung (219 €) wenig sind....
Wenn ich alleine noch Auto/Benzin, Wohnung, restl. Versicherungen, Telefon etc. dazuzähle, habe ich genauso viel Ausgaben wie Einnahmen.

Passieren (Autoreparatur, neue Brille etc.) darf da nichts...

Ich bin dann nach außen die tolle Anwältin, die sich die Lebensmittel von ihren Eltern zahlen lässt, weil sie es sich sonst nicht leisten kann.
Das kann doch wohl nicht sein!!!!

Inaktiver User
20.05.2010, 15:46
Wenn ich alleine noch Auto/Benzin, Wohnung, restl. Versicherungen, Telefon etc. dazuzähle, habe ich genauso viel Ausgaben wie Einnahmen.

Passieren (Autoreparatur, neue Brille etc.) darf da nichts...


Tja, so leben aber nun mal eine ganze Menge Leute... für "Extras" oder um Rücklagen für solche Fälle zu schaffen, haben diese dann meistens noch einen Nebenjob dazu... :pfeifend:

Aber:
Das wäre doch nur vorübergehend.
Du hast doch die Aussicht darauf, dass es mehr wird

20 % Umsatz für Mandate, die ich selbst akquiriere
Traust Du es Dir nicht zu, dass Du nach einiger Zeit durchaus eigene Mandanten bekommst?
Warum nicht?

Und ansonsten schließe ich mich mal den Vorschreibern an:


bevor ich gar kein Einkommen hätte, würde ich doch das Angebot annehmen.

Und während Du für diesen Anwalt arbeitest, kannst Du Dich ja weiter umsehen.

cleo15
20.05.2010, 15:55
Tja, einen Nebenjob kann ich mangels Zeit nicht annehmen (werde da wohl 50-60 Stunden in der Woche arbeiten).
Außerdem was soll ich als Anwältin zusätzlich arbeiten?
Da würde ich mir was anhören, wenn ich samstags meinen Mandnaten oder Chefs Cappuccinos servieren würde.
Wohne leider in einer Kleinstadt.
Andere Mandate darf ich aufgrund eines Wettbewerbsverbotes nicht annehmen.
Zu schade bin ich mir jedenfalls nicht dazu, Getränke zu servieren.
Die Sache mit den eigenen Mandaten wird erstmal nicht klappen.
Es muss von vornehrein klar sein, dass die Mandanten zu mir wollen, da alles sonst über die Kanzlei abgewickelt wird.
In den ersten Monaten wird kaum jemand anrufen und explizit sagen, dass er zu mir will.

Inaktiver User
20.05.2010, 16:02
In den ersten Monaten wird kaum jemand anrufen und explizit sagen, dass er zu mir will.
Nein - aber dann viellleicht schon, oder glaubst Du nicht daran?

Eine Durststrecke am Anfang finde ich jetzt nicht so furchtbar und schrecklich, dass Du deshalb den Job nicht erst einmal annehmen könntest.
Und, wie gesagt: Du kannst Dich dann ja noch in Ruhe weiter umsehen, vielleicht findet sich schon bald etwas Besseres.

Was wäre denn Deine Alternative zu diesem Job?
Zuhause bleiben und gar kein Einkommen haben?
Dann doch lieber erste Erfahrungen sammeln in einem schlecht bezahlten Job und aus diesem heraus nach einer besseren Anstellung suchen!
(... oder vllt. nach einigen Monaten feststellen, dass sich sehr wohl Mandanten direkt an Dich wenden wollen... :smirksmile: )

Reisefreudige
20.05.2010, 16:06
Hallo,

generell finde ich 2000,- nicht wenig, aber alleridings gemessen am Aufwand auch nicht viel.
Arbeitest Du dann in Deiner Wohnung und empfängst dort auch die Mandanten? Oder kannst Du dazu in die Kanzlei gehen und dort auch die Sachen schreiben lassen oder machst Du das auch selbst?
Mit einem Zweitjob finde ich auch problematisch, der Beruf bringt ja leider jede Menge Arbeitszeit mit sich.
Was ist denn Deine Alternative? Hast Du noch etwas Zeit, also noch ein paar Monate Anspruch auf ALG I? Wenn nicht, dann ist es vielleicht die bessere Variante den Job zu machen. Immerhin kannst Du versuchen Dir einen Namen als Anwältin zu machen.

Raphaela-X
20.05.2010, 16:23
Könntest Du evtl. noch 3-4 % Umsatzbeteiligung für Mandate, die Du eigenverantwortlich abwickelst, herausschlagen? Ein bisschen verhandeln solltest Du schon noch....

Promethea71
20.05.2010, 16:29
Hallo Cleo,

die Frage ist doch, was ist die Alternative zu der Stelle ? Hart 4 ? Kellnerin ? Das bringt auf Dauer auch nicht mehr ein.

Hast du eine bessere Anstellung im Auge ? Vermutlich nicht.
Willst du dich aus deinem Wohnzimmer heraus selbständig machen ? Das kostet definitiv am Anfang mehr als es dir einbringt.

Ich halte 2.000,- Euro auch nicht für viel Geld, trotzdem ist es mehr, als ich in manchen Monat als selbständige Anwältin verdiene und die hast du schonmal fix plus die Umsatzbeteiligung. Gegebenenfalls musst du deinen Lebensstandard senken.

Wie ist der Vertrag eigentlich ausgestaltet dass ihr nicht in die Gefahr kommt, dass du scheinselbständig bist, wenn du ein Wettbewerbsverbot hast ? Du hast dann offenbar ja nur die Kanzlei als einzigen Auftraggeber ? Wäre ein Anstellung eine Alternative ?

Liebe Grüße

promethea

Inaktiver User
20.05.2010, 18:20
Mit einem Zweitjob finde ich auch problematisch, der Beruf bringt ja leider jede Menge Arbeitszeit mit sich.

Ich meinte gar nicht, dass cleo sich einen Zweitjob suchen soll ... war nur als dezenter Hinweis gedacht, dass es eben massenhaft Leute gibt, die genau so ("habe ich genauso viel Ausgaben wie Einnahmen") haushalten (müssen). Extras oder Rücklagen sind dann eben nicht.

Ich finde jedenfalls, mit mangelnder Alternative im Rücken muss man über so ein Jobangebot jedenfalls nicht "verzweifelt" sein (wie im Threadtitel) - ist zwar nicht der Riesenhit, aber allemal ein Einstieg.

Mandelbluete
25.05.2010, 10:45
Hallo,

ich bin auch Juristin und war bis vor einem Jahr selbständig (jetzt arbeite ich in einem Unternehmen und bin nur noch "Hobbyanwältin" :freches grinsen:):

- Was sind derzeit Deine Alternativen? Wenn Dir nur Hartz 4 bliebe, dann bist Du mit dem Angebot besser bedient.
- Bist Du beruflich auf die Kleinstadt, in der Du das Angebot hast, beschränkt (oder bewirbst du dich auch überregional oder bundeweit)? Wenn ja, wirst Du wohl oder übel einige Zugeständnisse machen müssen.
- Bist Du Berufseinsteigerin oder hast Du schon Berufserfahrung?
- Verfügst Du über Zusatzqualifikationen (z.B. Fachanwalt - der gab mir beruflich ordentlich Schub)?

Vielleicht hast Du auch die Möglichkeit, als Juristin weiteres Einkommen zu generieren. Ein Vortrag an der Volkshochschule zum Erbrecht z.B. (den Dir die Kanzlei sicher nicht verbieten wird) kann Dir eigene Mandanten und eigene Umsätze bringen. Oder Du schaffst es, für einen Seminaranbieter als Referentin zu arbeiten (auch dagegen wird die Kanzlei wohl nichts haben).

Das Angebot ist sicher nicht rosig, aber - für den Fall, dass Du Berufsanfängerin mit vielleicht nur mittelmäßigen Examina bist - ist es zumindest ein Berufseinstieg, der Dich finanziell über Wasser hält und Dir erste Berufserfahrung vermittelt. Und Dir vielleicht auch die parktischen Fälle beschwert, um einen Fachanwalt zu machen.

Auch wenn es Dir in Deiner Situation nicht hilft: Absolventen anderer Studiengänge (z.B. Architekten) gehts noch deutlich schlechter...

Mandelblüte

cleo15
01.06.2010, 11:06
Habe folgende monatliche Ausgaben:

Krankenversicherung: 412,50 €
Versorgungskammer: 218,90 €
Benzin: 100,00 €
Unfallversicherung: 26,97 €
Versicherung Brille/Zähne: 14,03 €
DKV-Zusatzversicherung: 35,93 €
Berufsunfähigkeitsversicherung: 16,05 €
Kontoführung: 7,50 €
GEZ: 17,31 €
Handy: 30,00 €
Telefon/Internet: 30,00 €
Miete: 450,00 €
Strom: 30,00 €
Freiwillige Arbeitslosenversicherung: 18,00 €
Leasingrate/KFZ-Haftpflichtversicherung: 447,96
Gesetze/Bücher/Fortbildung: 70,00 €
Einkommenssteuervorauszahlung: 300,00 €

Auf`s Monat umgelegte Jahreskosten, die man natürlich ansparen muss: 141,47 €
(Berufshaftpflichtversicherung, Private Haftpflichtversicherung, Kammerbeitrag, Kartengebühr, Mitgliedschaften Hobby, KFZ-Steuer)

Einnahmen: 2.500,00 €
Ausgaben: 2.366,62 €!!!!!!!!!!!!!!!

Wo soll ich bitte sparen?
Soll ich die DKV-Zusatzversicherung kündigen?
Meine private Rentenversicherung habe ich schon gekündigt.
Die restlichen Versicherungen brauche ich als Selbständige dringend.

Bei der künftigen Miete werde ich nicht viel machen können....

Die Leasingkosten sind natürlich happig, ich brauche das Auto aber, um zu den Gerichten zu kommen. ÖPNV ist schlecht, der Zug zum örtlichen Gericht fährt alle 2 Stunden (2 x Umsteigen).
Ich könnte das Auto vorzeitig zurückgeben, habe aber dann kein Geld, um mir ein Auto kaufen zu können.
Meine Ersparnisse gehen jetzt für die Berufshaftpflicht drauf (auf einen Schlag 1.000 €) und für die Kaution der Wohnung bzw. für den Umzug.
Meine Eltern haben mir angeboten, dass ich jederzeit ihr Auto haben könnte, wenn ich es brauche und mein Auto zurückgeben würde.
Aber: Was ist, wenn ich das Auto spontan brauche oder sie mal im Urlaub sind etc.??? Das wird kaum klappen!

Ich kann kaum zu meinen "Chefs"sagen, dass ich nicht zum Mandanten fahren kann, weil ich mir kein Auto leisten kann??

Meine Eltern werden mich auch weiterhin mit einigen hundert € unterstützen müssen, da bei den obigen Ausgaben ja noch Lebensmittel, Klamotten etc. fehlen.

Was ist, wenn ich eine neue Brille, einen neuen Computer etc. brauche????
Wie soll es weitergehen?
ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, habe alles hunderte Mal durchgerechnet...

Verzweifelte Grüße, Cleo.

Inaktiver User
01.06.2010, 11:15
Was ist denn mit der Einkommenssteuervorauszahlung? Kannst du da nicht mit dem FA reden (Stundung, Herabsetzung der Vorauszahlung?).

Ansonsten: Besser als ALG ist es allemal. Und wenn es nur ein Einstieg ist.

Die Kosten für das Auto sind natürlich happig.

cleo15
01.06.2010, 11:19
Auch wenn das FA die Einkommensvorauszahlungen stundet oder herabsetzt, so müssen sie doch letztendlich irgendwann bezahlt werden. D.h., ich muss sie doch in meinem monatlichen Budget miteinplanen!

Wenn ich in München arbeiten würde, bräuchte ich gar kein Auto. Wohne aber auf dem Land.

Inaktiver User
01.06.2010, 11:22
Trotzdem - hast du denn eine realistische Einkommensalternative? Nein.

Les doch mal Mandelbluetes Beitrag.

Ich würde das Angebot annehmen. Alles weitere findet sich.:blumengabe:

Promethea71
01.06.2010, 11:29
Hallo,

die Kosten für das Auto sind definitiv zu hoch, vielleicht könnte es ein anderes Modell sein. Was für ein Wagen ist das ?

Die KV kommt mir auch hoch vor, eventuell eine höhere Selbstbeteiligung oder wenn du jung genug bist, nochmal ein Wechsel der KV.

Vielleicht die Möglichkeit statt eigener Wohnung in eine WG zu ziehen oder ein Zimmer zur Untermiete.

Die Berufshaftpflicht kommt mir bei deinen Einnahmen auch sehr hoch vor, das kann aber zum Teil an der Bürogemeinschaft liegen. Hast du da Vergleichsangebote eingeholt ?

Und ansonsten muss dein Fokus darauf liegen möglichst bald mehr Geld zu verdienen und ich finde deine Ausgangslage mit einem fixen Einkommen neben dem selbständig zu erarbeitenden durchaus luxeriös, ich habe damals mit meiner eigenen Kanzlei komplett bei Null angefangen.

Du hast in der Kanzlei schonmal die komplette Infrastruktur.

Und wie schon früher gefragt, was ist die realistische Alternative ?

Liebe Grüße

promethea

cleo15
01.06.2010, 11:39
Vielen Dank erstmal für eure bisherigen Antworten!!!

Die Marke des Wagens (Polo) werde ich wohl nicht mehr wechseln können, da der Leasingvertrag noch ein Jahr dauert.


Bei der KV handelt es sich um die freiwillige Weiterversicherung bei der gesetzlichen KK, als nicht um eine private.
Eine private KK mit hoher Selbstbeteiligung kann ich nicht abschließen, denn wo soll ich im Falle des Falles die SB hernehmen?

Die Miete ist bislang nur veranschlagt, bin gerade erst auf der Suche.
Aber für viel weniger werde ich wohl nichts bekommen...

Nach Auskunft meiner Versicherung muss ich genauso versichert sein wie die Kanzlei. Deshalb ist es auch so teuer...

Promethea71
01.06.2010, 11:47
Trotzdem, was ist die Alternative ?

Liebe Grüße

promethea

Lenea
01.06.2010, 12:34
Auch auf die Gefahr hin, dass das andere schon geschrieben haben - arbeiten ist immer besser als nicht arbeiten. Du sammelst Erfahrungen, die von hohem Wert sind und stehst auch mit vergleichsweise niedrigem Gehalt besser da als Eine, die diese Arbeit nicht getan hat. Der Wert einer Berufstätigkeit und die Chance, einen Berufseinstieg zu bekommen, lässt sich nicht immer in Mark und Euro umrechnen.

Wechseln kannst du doch immer noch, wenn sich was besseres bietet oder deine Selbständigkeit wächst. Davon hält dich keiner ab.

Denk auch mal an deine Biografie - weniger Lücken kommen immer besser rüber als Zeiten des Nichtstuns (wobei ich grade nicht genau blicke, was du sonst noch so machst...)

Ich würde nicht zögern, der Rest kommt noch. Schritt für Schritt.....

Pia1976
01.06.2010, 12:51
Krankenversicherung: 412,50 €
Versicherung Brille/Zähne: 14,03 €
DKV-Zusatzversicherung: 35,93 €
Kontoführung: 7,50 €
Miete: 450,00 €
Leasingrate/KFZ-Haftpflichtversicherung: 447,96

Auf`s Monat umgelegte Jahreskosten, die man natürlich ansparen muss: 141,47 €
(Berufshaftpflichtversicherung, Private Haftpflichtversicherung, Kammerbeitrag, Kartengebühr, Mitgliedschaften Hobby, KFZ-Steuer)

Einnahmen: 2.500,00 €
Ausgaben: 2.366,62 €!!!!!!!!!!!!!!!

Wo soll ich bitte sparen?

Die Leasingkosten sind natürlich happig, ich brauche das Auto aber, um zu den Gerichten zu kommen. ÖPNV ist schlecht, der Zug zum örtlichen Gericht fährt alle 2 Stunden (2 x Umsteigen).
Ich könnte das Auto vorzeitig zurückgeben, habe aber dann kein Geld, um mir ein Auto kaufen zu können.

Meine Eltern haben mir angeboten, dass ich jederzeit ihr Auto haben könnte, wenn ich es brauche und mein Auto zurückgeben würde.
Aber: Was ist, wenn ich das Auto spontan brauche oder sie mal im Urlaub sind etc.??? Das wird kaum klappen!

Ich kann kaum zu meinen "Chefs"sagen, dass ich nicht zum Mandanten fahren kann, weil ich mir kein Auto leisten kann??

Meine Eltern werden mich auch weiterhin mit einigen hundert € unterstützen müssen, da bei den obigen Ausgaben ja noch Lebensmittel, Klamotten etc. fehlen.

Was ist, wenn ich eine neue Brille, einen neuen Computer etc. brauche????

Deine Verzweiflung kann ich verstehen, aber sooo schlimm sieht es gar nicht aus. Immerhin bleibt überhaupt etwas übrig, was bei einer beginnenden Selbständigkeit nicht immer so ist.

Zu den Posten: ich verstehe dieses Zusatzversicherungszeug nicht. Die PKV ist schon nicht ganz billig, aber warum ist das Zusatzzeug nötig? Du zahlst für eine Versicherung Brille/Zähne und hast gleichzeitig Angst davor, eine neue Brille zu brauchen?

Kontoführungs- und Kartengebühren zahlt doch (für ein privates Konto) haute kaum noch einer, warum Du?

Bei der Miete schliesse ich mich meinen Vorrednern an: billigere Wohnung suchen oder eventuell WG/Untermiete. Ist ja nicht auf ewig.

Und dann der PKW. Der macht die Rechnung eigentlich kaputt, ohne den wäre das Einkommen nicht toll, aber ausreichend. Warum muss es denn ein Neuwagen sein (Ich gehe davon aus, dass ein geleastes Fahrzeug neu war)? Kommst Du aus dem Vertrag nicht vielleicht doch irgendwie raus? Dann leihst Du Dir wirklich erst mal das Auto Deiner Eltern. Alternativ, d.h. ohne den Job, könntest Du Dir doch auch kein Auto dieser Preisklasse leisten... :knatsch: Und 450,- pro Monat für eine Auto ist wirklich sehr, sehr viel. Wenn Du 1 Jahr lang das Auto Deiner Eltern mitnutzt, kannst Du pro Monat 300,- zur Seite legen (die anderen 150 aus der Leasingrate sind für Lebensmittel etc.) und Dir dann ein kleines gebrauchtes Auto kaufen.

Insgesamt: Wenn Du das Auto loswirst und außerdem ein paar Kleinigkeiten änderst, reicht es finanziell. Rechne noch mal durch! Ich würde den Job annehmen!

cleo15
01.06.2010, 12:58
Offensichtlich versteht hier niemand, dass ich mit diesem Jobangebot auch künftig nicht gut schlafen kann.

Man erwartet, dass ich mich beispielsweise in ein anderes Rechtsgebiet einarbeite, ohne ein teures Wochenendseminar wird das kaum möglich sein.
Damit ich meinen FA-Titel behalten kann, muss ich jährlich zusätzlich 10 Stunden Fortbildung nachweisen.
Auch das muss bezahlt werden.

Was ist, wenn ich beruflich was vergeige (Selbstbehalt)?
Was ist, wenn ich krank werde?

Ich kann doch nicht nach außen die tolle Anwältin mit tollen Klamotten, die in einer supertollen Kanzlei arbeitet etc. spielen, wenn mir am Ende des Monats kein Geld übrig bleibt.

Ich habe auch bisher kein luxuröses Leben geführt (kein Urlaub etc.), aber wenn ich mir vorstelle, dass ich nach getaner und stressiger Arbeit in ein WG-Zimmer heimkomme, gruselt es mich jetzt schon.

Eigentlich habe ich ja mal geplant, bis spät. 35 Kinder zu bekommen und zu heiraten. Das ist jetzt auch hinfällig geworden, zumal ich nicht einmal einen Partner habe.
Irgendwie klappt grad gar nichts.

Mir gibt gerade gar nichts, aber auch gar nichts halt.

cleo15
01.06.2010, 13:07
@PIA:
Meine Krankenversicherung ist nicht privat, es handelt sich um die gesetzliche KV!
Bei der zusatzversicherung handelt es sich um versicherungen für Zähne und Brille (bin Brillenträgerin).
Die DKV ist eine Versicherung für´s Krankenhaus.

Inaktiver User
01.06.2010, 13:20
Es verlangt doch keiner, dass du die "tolle Anwältin mit tollen Klamotten" spielst. Jeder, der sich in der Branche ein bisschen auskennt, weiß sehr wohl, wie die Einkommensverhältnisse von Berufsanfängern - Ausnahmen abgesehen - aussehen.

Aber: Du hast ein Stellenangebot. Und ich kann dir versichern, dass es dir damit besser geht als manch anderem.

Ich verstehe deine finanziellen Bedenken übrigens schon, weil ich selbst ein Sicherheitstyp bin.

Nur: Was willst du denn machen? Wenn du das Stellenangebot ablehnst, hast du gar nichts. Das ist doch auch nicht besser.

Du blockierst dich selbst.

Promethea71
01.06.2010, 13:23
Hallo Cleo,

ich denke was du wirklich erstmal entscheiden musst, ob Anwältin wirklich das ist, was du sein willst. Insbesondere willst du selbstständig sein ?

Ich lese mehr heraus, dass du vor der Selbständigkeit Angst hast und das muss man wirklich wollen, um es zu können.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass DAS dein eigentliches Thema ist.

Liebe Grüße

promethea

Inaktiver User
01.06.2010, 13:26
Ich lese mehr heraus, dass du vor der Selbständigkeit Angst hast und das muss man wirklich wollen, um es zu können.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass DAS dein eigentliches Thema ist.



So sehe ich das eigentlich auch, aber cleo hat oben geschrieben, dass sie bereits FA ist, deshalb bin ich davon ausgegangen, dass sie bereits selbständig war, aber das muss ja nicht so sein.

Willst du dazu noch etwas schreiben, cleo?

amazone41
01.06.2010, 13:36
P.S.: Bin arbeitslos und eigentlich keinen Anspruch auf einen Gründungszuschuss, da ich bei Aufnahme der Tätigkeit (1.7.) keine 90 Tage mehr Restanspruch auf Arbeitslosengeld habe.

Wie lange hast Du heute noch Anspruch auf AlgI? Es geht beim Anspruch auf den Gründungszuschuss um das Datum, an dem Du Dich selbständig machst. Das hat mit dem Beginn des Auftrags (um den es sich ja dann am 01.07. wohl handeln wird), nichts zu tun. Du kannst Dich also sofort selbständig machen und erst im nächsten Monat käme dann der erste Auftrag.

Erkundige Dich da mal genauer bei der Arbeitsagentur.

amazone

cleo15
01.06.2010, 13:36
Ich war bislang immer angestellt und habe gutes Geld verdient, zuletzt 1900€ netto, so dass ich mir das Auto leisten konnte.
Nachdem mich aber mein letzter Chef rausgemobbt hatte, bin ich jetzt seit 9 Monaten arbeitslos.

Ich wäre gerne wieder angestellt, habe aber bis dato nichts derartiges gefunden.

Und nachdem in 3 Monaten das ALG-I ausläuft, bleibt mir wohl nichts anders übrig, als das Angebot anzunehmen.
Mein Selbstbewusstsein ist am Boden.

Selbständigkeit ist eigentlich der pure Horror für mich!
Ich habe einfach Angst, wie es weitergeht.

Danke schon mal für`s Zuhören!

Gründungszuschuss ist nicht (schon erkundigt), da ich keine 90 Tage mehr Anspruch habe.
Weitere Unterstützung gibt es nicht.

Inaktiver User
01.06.2010, 13:50
Ich wäre gerne wieder angestellt, habe aber bis dato nichts derartiges gefunden.

Und nachdem in 3 Monaten das ALG-I ausläuft, bleibt mir wohl nichts anders übrig, als das Angebot anzunehmen.
Mein Selbstbewusstsein ist am Boden.

Selbständigkeit ist eigentlich der pure Horror für mich!
Ich habe einfach Angst, wie es weitergeht.


Nimm das Angebot an - heute noch. Bevor es sich die Kanzlei anders überlegt, wenn du solange zauderst.

Dann hast du wieder etwas zu tun, verdienst etwas, kommst aus dem Grübeln und Nichtstun raus und bist schlicht und einfach nicht mehr arbeitslos. Das ist alles besser als der jetzige Zustand.

Und nebenbei kannst du dich nach einer für dich passenden Stelle als angestellte Anwältin oder Justitiarin o.ä. umsehen. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich der eine oder andere Kontakt.

Tigerherz
01.06.2010, 16:44
Irgendwie klappt grad gar nichts.

Mir gibt gerade gar nichts, aber auch gar nichts halt.

Meine bescheidene Meinung: Eine Aufgabe könnte Dir wieder etwas Halt geben. Wie rosemary bereits schrieb, Du kommst dann aus dem Grübeln raus.

Mach es! Du kannst nur gewinnen!

hillary
01.06.2010, 20:04
Ich schließe mich den anderen an, nimm das Angebot an.
Je länger du draußen, nicht im Fachgebiet bist, umso schwieriger wird es.
Wer verbietet dir während der Tätigkeit weiter zu suchen?

Ich habe einmal ein sehr gutes Gehalt gehabt, in einer Branche, in der man rund um die Uhr arbeitet. Aber sie ist zum Praktikantenstadel verkommen. Heute arbeite ich, nach fast 2 Jahren Arbeitslsoigkeit als Leiharbeiter in der Produktion. Zu einem Drittel meines alten Gehalts. Mir macht die Arbeit Spaß, ungewohnt ist das Vierschichtsystem und das es keine freien Wochenenden gibt. Wäre das für dich ne Alternative?

Die Leasingrate ist verdammt hoch für 'nen Polo.
Kündige die DKV, ich lag in den letzten 3 Jahren 3mal im örtlichen KH als stinknormaler Kassenpatient, mir hat's an nix gefehlt. Und der Chefarzt kommt eh einmal die Woche.
Brillenzusatz ist auch Quatsch, wie oft wechselst du deine Brille?
Versuch bei der Wohnung drunter zu bleiben, ist nicht einfach, ich weiß.
Viel Glück und nicht so viel Angst haben, es wird werden.
Ich drück dir die Daumen.

Lenea
03.06.2010, 11:41
Liebe Cleo, klingt, als suchst du regelrecht nach Gründen, es nicht zu tun. Letztlich zwingt dich keiner, es zu machen. Du kannst frei entscheiden - musst dann aber auch mit den Konsequenzen leben. Sind die besser?
Im Leben geht`s nicht immer nur steil bergauf, grade die Brocken auf dem Weg sind aber manchmal nötig, um zu einer reifen und ganzen Persönlichkeit zu werden. Sieh das Ganze als Herausforderung, die dich reifen lässt und stärker macht.

Wie bist du denn im Leben bisher mit Herausforderungen umgegangen? Hast du sie immer umschifft oder doch schon die eine oder andere gemeistert? Stell ich mir zumindest so vor, sonst wärst du heute nicht die, die du bist! Die Kraft und Energie, die du damals hattest, nimmst du jetzt einfach und gehst damit die neuen Aufgaben an. Sie sind ja ein Teil von dir, jederzeit abrufbar. Besinn dich darauf und lass bloß den Kopf nicht hängen. Die Grübelei zieht dich nur nach unten.

Such dir positive Menschen, die das Leben leicht nehmen und kreativ mit Hürden umgehen. Egal ob Männlein oder Weiblein, Oma oder Teenager. Sie dir Lena an, "unsere Lena", da kann man echt von lernen.

Hier noch ein Blogeintrag von einem schlauen Kopf, vielleicht passend zu deiner Situation: Hier (http://www.stefanhaensch.de/?p=540#more-540)

Alles Liebe von Lenea und viel Kraft!!

Inaktiver User
04.06.2010, 09:26
P.S.: Bin arbeitslos und eigentlich keinen Anspruch auf einen Gründungszuschuss, da ich bei Aufnahme der Tätigkeit (1.7.) keine 90 Tage mehr Restanspruch auf Arbeitslosengeld habe.

Kannst Du diesbezüglich mit Deinem neuen AG vehandeln? Oder mit der Arbeitsagentur?

Könntest Du Deine Eltern fragen, ob sie Dich bei den Restraten für´s (auch aus meiner Sicht viel zu teuer geleaste) Auto unterstützen?

Ggf. als zinsloses internes Familiendarlehen?


Und zu "Anwalt spielen mit teueren Klamotten" - da kenne ich einige.
Die sind keine schlechten Anwälte, aber die Auftragslage bestimmt die Einkunftslage. Und eine meiner Freundinnen lebt genau in so einer Jobkonstellation wie Du ... Miete ein bisschen günstiger, da mit Partner.


Aber sie sieht es positiv: Besser als arbeitslos und sie schafft immer mehr Mandanten heran...und boxt sich gegen die männlichen Anwälte durch.

Ein anderer Freund (Anwalt) von mir lebt auch nicht anders- der würde Dich allerdings um ein fixes Grundgehalt von 2000 Euro heftig beneiden.... er vermietet ein Zimmer seiner Wohnung unter, was ihn etwas entlastet. (Brot backt er selbst, natürlich kann er kochen, er hat zwei gute Anzüge für die Anwaltstätigkeit und basta)

So schlecht ist das Angebot nicht, - wechsel die Flatrate, stell auf "nur Telefon" - Internet haste im Büro!, Strom usw. senkt sich - Du bist ja eh nicht zuhause (oder nur der/die Untermieter/in), die Fachanwaltsgeschichte nimmst Du erst in etwa 8 Monaten in Angriff bzw. NACHDEM die Leasingraten bezahlt sind...Du musst Dich ja sowieso erst einarbeiten.

Deine Lage ist definitiv nicht so schlimm, wie Du sie wahrnimmst... der Luxusjob Anwalt ist doch schon lange keiner mehr... nur in den Großkanzleien...

Inaktiver User
04.06.2010, 09:46
Ich sehe es mal aus Sicht der Eltern:
Ich wäre gern bereit, den holperigen Jobstart durch finanzielle Unterstützung etwas zu erleichtern.
Die Bereitschaft dazu würde bei mir aber stark abkühlen, wenn sich der "Bedürftige", statt einen angebotenen Job anzunehmen, lieber jammernd zuhause hinsetzt, weil der Job nicht gut genug dotiert ist... :pfeifend:

ikara
04.06.2010, 10:46
-20 % Umsatz für Mandate, die ich selbst akquiriere

Was genau ist denn ein selbst akquiriertes Mandat? Ein Altmandant, der beim nächstenmal konkret nach Dir verlangt? Oder ein tatsächlich neu angeworbener? Dann wären 20 % etwas wenig an Beteiligung.

Deine Ausgaben sind einfach viel zu hoch in Deiner beruflichen Situation und mir scheint das auch wenig durchdacht.


Wo soll ich bitte sparen?Mal konkret:

Krankenversicherung: 412,50 € - viel zu hoch. Du kannst Dich privat versichern. Eine Basisversorgung tut es erstmal und Du kannst den Vertrag immer aufstocken. Ich bin ein ganzes Stück älter als Du, habe vergangenes Jahr eine neue Versicherung abschliessen müssen und zahle 260,00 € .
Versorgungskammer: 218,90 €
Benzin: 100,00 €
Unfallversicherung: 26,97 € - ist das nicht in Deiner Berechnung unten für monatl. umzulegende Jahreskosten drin. Ausserdem kann man auch ohne Unfallversicherung leben.
Versicherung Brille/Zähne: 14,03 € - das kannst Du in der privaten KV mitversichern
DKV-Zusatzversicherung: 35,93 € - nice to have, aber nicht wirklich nötig
Berufsunfähigkeitsversicherung: 16,05 € - schon mal bei der Versorgungskammer nachgefragt, ob die nicht dort eingeschlossen ist? Und auch da: nett sie zu haben, aber bis man als Anwalt berufsunfähig wird und die in Anspruch nehmen kann, müsste schon viel passieren.
Kontoführung: 7,50 € - wechsel die Bank. Das ist zu teuer.
GEZ: 17,31 €
Handy: 30,00 €
Telefon/Internet: 30,00 €
Miete: 450,00 €
Strom: 30,00 €
Freiwillige Arbeitslosenversicherung: 18,00 € - die würde ich in der Tat auf keinen Fall sparen!
Leasingrate/KFZ-Haftpflichtversicherung: 447,96 - ist das brutto oder netto? Netto wäre das nämlich eine Rate von 376,00 € und Du bist dann vorsteuerabzugsberechtigt. Ausserdem würde ich auf keinen Fall den Vertrag verlängern am Ende des Jahres. Das geht auch günstiger, wenn Du auf das Auto nicht verzichten kannst.
Gesetze/Bücher/Fortbildung: 70,00 € - jeden Monat? Gibt es in der Kanzlei keine Bücher? Man kann auch mal ein, zwei Jahre ohne Fortbildung auskommen.
Einkommenssteuervorauszahlung: 300,00 € - woher kommt der Betrag? Deine KV, die Versorgungskammer, die Berufshaftpflichtversicherung, der Kammerbeitrag, das Handy, die Bücher und die Leasingrate wären Betriebskosten, die von den 2.000 € brutto abzuziehen sind. Selbst wenn man von 1.500 € steuerpflichtigem Brutto ausgeht, wären das 105,00 € Einkommenssteuer pro Monat. Du kannst die Vorauszahlung beim FA auch mitten im Jahr anpassen lassen, wenn Du dort Deine Einkommensverhältnisse darlegst.

Auf`s Monat umgelegte Jahreskosten, die man natürlich ansparen muss: 141,47 €
(Berufshaftpflichtversicherung, Private Haftpflichtversicherung, Kammerbeitrag, Kartengebühr, Mitgliedschaften Hobby, KFZ-Steuer) - Wegen der Berufshaftpflichtversicherung und dem Kammerbeitrag würde ich mal mit dem ArbG reden. Die Versicherung muss sowieso bei allen Anwälten in einer Kanzlei aneinander angepasst werden, wegen der Risikoteilung.


Einnahmen: 2.500,00 €
Ausgaben: 2.366,62 €!!!!!!!!!!!!!!! Selbst wenn ich die Positionen, die ich nur in Frage stelle, so wie Du berechne, komme ich auf Ausgaben von rund 1.770,00 €.


Was ist, wenn ich eine neue Brille, einen neuen Computer etc. brauche???? PKV wg. der Brille? Computer wird's in dem Büro ja wohl geben?

Das ist alles nicht rosig und sicher kein Berufsstart, wie man ihn sich erträumt. Aber immer noch wesentlich besser als das was andere haben.

In München bräuchtest Du vielleicht kein Auto. Dafür gibt es aber in München jede Menge Berufsanfänger, die bereit sind 6-12 Monate vollkommen umsonst zu arbeiten, nur um wenigstens ein bisschen Berufserfahrung vorweisen zu können, mit der sie sich weiter bewerben können.

Ich finde das weder gut noch richtig, aber es ist die Realität.

Eteterfon
06.06.2010, 19:13
Ich meine: mach es. Außerdem kannst Du die Selbständigkeit ja auch sofort beginnen - sofern Du dann noch genug Restmonate hast für Gründungszuschuss. Wenn es um Tage geht - morgen hin un benatragen! Es spielt keine Rolle, dass der Auftrag erst am 1.7. käme, gründen darf man sich auch vorher.

Wenn Du es nicht machst, bekommst Du noch die paar Wochen ALG-I - und dann? Ja, dann wird es auch schwierig... dann stehst Du finziell womöglich auch schxxx da.

Woran Du noch sparen könntest, wurde ja schon aufgeführt, auch ich sehe ein paar überflüssige oder aber zu teure Posten in Deiner Aufstellung.

Inaktiver User
06.06.2010, 19:59
Habe folgende monatliche Ausgaben:

Krankenversicherung: 412,50 €
Versorgungskammer: 218,90 €
Benzin: 100,00 € Brutto
Unfallversicherung: 26,97 €
Versicherung Brille/Zähne: 14,03 €
DKV-Zusatzversicherung: 35,93 €
Berufsunfähigkeitsversicherung: 16,05 € Brutto
Kontoführung: 7,50 €
GEZ: 17,31 €
Handy: 30,00 € Brutto
Telefon/Internet: 30,00 € Brutto
Miete: 450,00 €
Strom: 30,00 €
Freiwillige Arbeitslosenversicherung: 18,00 €
Leasingrate/KFZ-Haftpflichtversicherung: 447,96 Brutto
Gesetze/Bücher/Fortbildung: 70,00 € Brutto
Einkommenssteuervorauszahlung: 300,00 € ???

Auf`s Monat umgelegte Jahreskosten, die man natürlich ansparen muss: 141,47 €
(Berufshaftpflichtversicherung Brutto, Private Haftpflichtversicherung, Kammerbeitrag Brutto, Kartengebühr, Mitgliedschaften Hobby, KFZ-Steuer Brutto)

Einnahmen: 2.500,00 €
Ausgaben: 2.366,62 €!!!!!!!!!!!!!!!

ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, habe alles hunderte Mal durchgerechnet...

Verzweifelte Grüße, Cleo.

Iudex non calculat, liebe Cleo. Und wenn du wirklich 100mal gerechnet hast, solltest du dir mal einen Steuerberater dazunehmen, der dir das etwas kompetenter auseinander klamüsert.

Deine Rechnung ist schlicht und einfach falsch. Ich habe dir mal dahinter geschrieben, wo du als Selbständige Steuervorteile hast und die Posten steuerlich geltend machen kannst, bzw. dein Steuersatz abgezogen werden kann. Umsatzsteuerpflichtig wirst du ja noch nicht sein.
Bei einem steuerrelavanten Einkommen von 30.000 Euro brutto würdest du ca. 7.500 Euro Steuern incl. Kirchenssteuern und Soli zahlen. Da du aber nicht 30.000 Euro steuerrelevante Einkünfte hast, sondern bei deinen Ausgeben nur ca. 20.000 Euro, wäre dein Steuersatz m. E. nur ca. 3.100 Euro. Das bedeutet, dass deine monatlichen Steuervorauszahlungen - die aber meines Wissens ohnehin quartalsweise zu zahlen wären - nicht über 260,00 Euro monatlich liegen sollten. Ich bin aber keine Steuerberaterin, sondern auch selbständige Anwältin - die aber weiß, dass sie nicht rechnen kann.

Dann würde ich mich mal nach einer günstigeren Krankversicherung umschauen. Es erscheint mir sehr hoch, was du da zahlst. Ich bin "alte Frau" und privat versichert und zahle ungefähr den Betrag.

Meinst Du mit Versorgungskammer das Anwaltsversorgungswerk? Da kannst du m. E. anfangs die Beiträge herabsetzen lassen. Ich würde dort anrufen und mich erkundigen.

Dann würde ich mich doch nach dem Existenzgründerzuschuß/-darlehen erkundigen.

Und ansonsten - Augen zu und durch, bzw. festhalten und weitersuchen. M. E. hast du nach Abzug aller Kosten ca. 500,00 Euro übrig im Monat. Davon läßt sich leben. Und - denk doch mal über Argumente nach, warum es gehen sollte. Mir fällt auf, dass du für alles ein Gegenargument bereit hältst. Damit kommst du aber nicht weiter, es sei denn du willst lieber arbeitslos bleiben und suchst hier Argumente dafür, dass etwas anderes überhaupt nicht geht.

Inaktiver User
06.06.2010, 20:16
Die Krankenversicherung kann als Vorsorgeaufwendung steuerlich geltend gemacht werden.

ikara
06.06.2010, 20:25
Meinst Du mit Versorgungskammer das Anwaltsversorgungswerk? Da kannst du m. E. anfangs die Beiträge herabsetzen lassen. Ich würde dort anrufen und mich erkundigen. Ja, das heisst in Bayern so - ist gleichzeitig Versorgungswerk für Ärzter, Steuerberater, Apotheker und noch ein paar andere Freiberufler - das ist fast der einzige Posten an dem sie nicht sparen kann. 218,90 € ist der Mindestbeitrag - der kann auch nicht weiter runtergesetzt werden.

likema32
06.06.2010, 21:33
Hallo Cleo,

nimm das Angebot an. Ich wünschte, ich hätte zu Beginn meiner Anwaltstätigkeit ein solches Angebot bekommen. Ein monatliches Fixum von 2000 € bietet nicht jede Kanzlei.

Zu Deinen Kosten: Es wurde ja bereits gesagt, dass einiges zu hoch erscheint. Mir fiel hier ebenfalls die KV und die Leasingrate auf. Könntest Du das Auto in einen Firmenwagen umwandeln? Evtl. lohnt sich das steuerlich für Dich.

Bzgl. der Berufshaftpflichtversicherung würde ich mal mit dem Kanzleiinhaber reden. Vielleicht beteiligt er sich das erste Jahr daran. Immerhin sind die Kosten deswegen so hoch, weil Du nicht allein als Anwältin tätig bist.

Literaturkosten etc: Würde sich die Kanzlei da beteiligen oder ist sowieso das meiste vorhanden? Vielleicht sparst Du da künftig auch einiges.

Eigene Mandate: Kläre vorher ab, was genau damit gemeint ist. Ich denke da an den bereits angesprochenden Fall, was ist, wenn ein Mandat seine Folgemandate von Dir bearbeiten lassen will? Ist das dann "Dein" Mandant oder ist das ein Kanzleimandant? Ich kann davon wirklich unschöne Geschichten berichten. Soll Dir ein bestimmtes Referat zugewiesen werden, z.B. Familienrecht? Wenn ja, wie werden diese Mandate honoriert? Evtl. kann man eine Lösung finden, dass Du für die Bearbeitung dieser Mandate mit 30% am Umsatz beteiligt wirst.

Scheinselbständigkeit: Das solltest Du nochmal ansprechen. Es kann eigentlich nicht im Sinne Deines "Chefs" liegen, das zu riskieren. Darfst Du denn eigene Mandate auch auf einem eigenen Briefkopf bearbeiten oder soll alles über die Kanzlei gehen?

Zusammenfassend kann ich jedoch nur sagen, so schlecht ist das Angebot nicht. Es gibt viele Kollegen, die für weniger arbeiten. Woher kommt eigentlich Deine hohe Einkommenssteuervorauszahlung?

nina_catharina
07.06.2010, 19:11
Hallo Cleo, ich würde es an Deiner Stelle lassen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Erfolg in der Selbständigkeit nur eintreten wird, wenn man dieses Modell für sich ganz fest will.
Du hast jetzt schon schlaflose Nächte, obwohl Du mit sicheren Einnahmen rechnen kannst. Eigentlich müsstest Du es kaum erwarten können, endlich anfangen zu können. Nur dann macht eine Selbständigkeit Sinn.

Für Dich ist es wahrscheinlich besser, wenn Du noch weiter nach einer Angestellten - Stelle suchst. Diese gibt Dir die Sicherheit, die Du wahrscheinlich benötigst. Es bringt ja nichts, wenn Du vor Zukunftsängsten und Geldsorgen während der Selbständigkeit die Freude am Anwaltsberuf verlierst oder im Burn Out landest.
Gerade der Anwaltsmarkt ist ja nun extrem überlaufen, d.h. die Konkurrenz ist riesig und Mandate zu bekommen ist irre schwer.

Mandelbluete
08.06.2010, 10:36
Hallo,

woher kommt der Betrag für die freiwillige GKV? Du solltest eigentlich beim Mindestbeitrag landen (ich schätze mal um die EUr 300,00).

Die Fortbildung für den Fachanwalt sollte wirklich nicht das Thema sein - ein Seminar mit 2,0 Zeitstunden kostet bei der RAK EUR 25,00, jährlich also insgesamt EUR 125,00.

Fortbildungen, Literatur, Kammerbeitrag und Versicherung würde ich mit der Kanzlei verhandeln (das ist auch nicht unüblich).

Wenn Dir nur das knappe Einkommen Sorgen macht: wie schaut es aus mit einem EUR 400,00-Job z.B. am Wochenende? Ich gebe zu, das ist hart, ich habe in den Anfangszeiten als Anwältin aber auch noch nebenher gearbeitet (und von EUR 2.000,00 fix nur geträumt).

Ich habe aber das Gefühl, dass Dir die Selbständigkeit generell nicht behagt. Aber was sind Deine Alternativen? Wärst Du auch bereit, fachfremd zu arbeiten (Sekretariat? - allerdings müsstest Du Dich darauf gefasst machen, dort auch nicht mehr zu verdienen)?

Nina, nur zu raten, es bleiben zu lassen, bringt der TE nichts - in nicht einmal drei Monaten bekommt sie offenbar keinerlei Leistungen mehr und wird sich ausserdem selbst krankenversichern müssen.

Mandelblüte

frank60
17.06.2010, 06:38
Ein Anwalt der sich darüber beklagt, dass er angeblich aus einer hochdotierten Stelle gemobbt wurde.
Eigenes Verschulden oder Gründe die bei dem eigenen Verhalten zugrunde liegen könnten Fehlanzeige, auch wird nicht darüber nachgedacht, ob man sich im alten Job gerechnet hat.

Es sind immer die anderen schuld.

Es fällt mir äußert schwer zu glauben, dass ein Chef eine Mitarbeiterin mobbt, die sich nicht nur rechnet (Kosten geringer als die erzielten Einnahmen mit den bearbeiteten Mandaten) sondern fachlich kompetent ist. Welches Motiv sollte er haben?

Zum zweiten ist auffällig, du kommst mit den eigenen Kosten nicht klar, was weder selten noch ungewöhnlich ist aber du bist unentschlossen und bekommst keine Entscheidung hin.
Anderseits möchtest du dafür bezahlt werden, dass du Entscheidungen für andere Menschen in komplizierten Situationen triffst.

Mit dir als Anwältin bei Gericht würde ich völlig durchdrehen. Du erinnerst mich an Anwälte vor denen ich saß und die zum mir sagten, sie haben ein Problem, wie wollen wir es machen?

Es ist nicht so, dass ich keine Entscheidungen treffen kann oder die Materie nicht verstehe, ich habe weder die Zeit dazu noch ist es mein Job und die Zeit die ich dafür aufwenden müsste kann ich in meinem Job effektiver einsetzen.

Es ist mir zu blöd die Schriftsätze für den Anwalt noch vorzuschreiben, was aber heute an der Tagesordnung ist und was mittlerweile den Unmut weckt.
Das Honorar wird überwiegend nur noch als Gebühr für die Zulassung verstanden.

Der Markt mit Anwälten ist sehr hart umkämpft, der mit guten Anwälten ist völlig verwaist.

Nimm dir Stelle und mache deinen Job gut und arbeite fleißig, nicht wie deine Kollegen die ständig eine „Abkürzung“ für die „Beendigung“ des Mandat suchen, nachdem der viel zu hohe Vorschuss verbraucht ist.

Wenn du für die Kanzlei im Monate 10T€ hereinbringst, warum sollte dir jemand ein Gehaltserhöhung versagen.

Es gibt nach wie vor Anwälte, die können sich die Mandate aussuchen und nehmen nicht jedes an, das hat aber nichts mit Maßanzügen und Kostümen zu tun.

cleo15
18.06.2010, 00:37
Liebes Forum!

Vielen Dank für Eure Tipps, Ihr habt mir echt weitergeholfen!

Manchmal braucht man den Tat von außenstehenden und nicht betroffenen Personen, um wieder klar durchblicken zu können.
Ich habe das Angebot jetzt angenommen, zumal mir die 3 Partner der Kanzlei echt entgegengekommen sind.
Sie freuen sich sogar -ich übrigens auch- wenn ich demnächst anfange.

Die anderen Probleme wie Versicherungen etc. haben sich geklärt.
Nachdem bei mir alles zusammengekommen ist (Beruf und Privatleben/Familie), habe ich echt den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Und dann wird jedes klitzekleines Problemchen zur unüberwindbaren Hürde.

Was mich jetzt ärgert ist, dass Frank60 mir hier jetzt fachliche Inkompetenz vorwirft.
Frank, Du kennst mich doch gar nicht. Ich habe zum Thema Mobbing und die Beweggründe null geschrieben. Du weißt NICHT, was vorgefallen ist.
Klar bin ich auch mitschuld. Was anderes habe ich ach nie behauptet.

Ich kann durchaus für fremde Personen Entscheidungen treffen und habe das immer sehr gut hingekriegt.
Meine Mandanten haben mir immer vertraut, da ich immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte hatte, auch wenn es sich um einen geringen Streitwert handelte.

Viele Grüße, Cleo!

frank60
18.06.2010, 05:34
Hallo Cleo,
Kritik ist immer ärgerlich.
Mitleidsbekundungen und Heucheleien sind erst einmal angenehm aber helfen nicht wirklich weiter. Auch die Suche nach der Schuld der Anderen ist nicht zielführend.
Ich werfe dir keine fachliche Inkompetenz vor, ich schließe es aus deinen Schilderungen. Alternativ wäre dann, dass die Anderen schuld sind.
Die Anderen kannst du nicht ändern sondern nur dich.

Wenn du fachlich kompetentund ein guter Anwalt bist wird es aufwärts gehen.
Wer zum Anwalt geht sucht im wahrsten Sinn des Wortes RAT und kein „herumgwurstl“ was, wie, wo sein könnte. Ein offene Ohr hatte meine Oma auch immer, ist aber zu wenig.

Der Weg nach „oben“ beginnt immer „unten“. Wenn er einfach wäre, dann könnte es jeder und alle wären „oben“.

Alles Gute

ikara
18.06.2010, 06:55
Cleo,

das hört sich schon viel besser und viel "geordneter" an. :smile: Schön, dass ihr euch einigen konntet.

Viel Glück und Erfolg im neuen Job. :blumengabe:

Und Lektion Nr. 1 gab's ja schon hier: Man muss sich nicht alles zu Herzen nehmen. :smirksmile:

frank60
18.06.2010, 07:12
Und Lektion Nr. 1 gab's ja schon hier: Man muss sich nicht alles zu Herzen nehmen. :smirksmile:

Nein muss man wirklich nicht, die netten und angenehmen Hinweise sind das richtige.
Da kann es ja nur noch aufwärts gehen.

Eteterfon
18.06.2010, 07:18
Ich sehe nicht, dass es hier nur nette und angenehme Hinweise gab. Für Deine persönliche Abneigung gegen Anwälte (kommt bei mir zumindest so an) kann sie ja nichts...

Inaktiver User
18.06.2010, 07:45
Es fällt mir äußert schwer zu glauben, dass ein Chef eine Mitarbeiterin mobbt, die sich nicht nur rechnet (Kosten geringer als die erzielten Einnahmen mit den bearbeiteten Mandaten) sondern fachlich kompetent ist. Welches Motiv sollte er haben?


Vielleicht solltest du dich erst mal grundsätzlich mit dem Thema Mobbing beschäftigen, bevor dich so vehement äußerst.

Und ganz grundsätzlich auch mal damit, dass es nicht immer nur um Geld und Leistung geht im Leben, sondern dass es auch völlig andere, vielleicht stärkere Handlungsmotivationen gibt: Psychologie, schon mal gehört???

Deine Sicht scheint da sehr beschränkt.

Inaktiver User
18.06.2010, 07:59
Deine Sicht scheint da sehr beschränkt.

Vor allem, weil cleo wirklich Nichts, aber auch gar nichts Näheres dazu geschrieben hat (ist ja auch nicht Thema). Wie man sich da ein Urteil erlauben kann...

Inaktiver User
18.06.2010, 08:12
Vor allem, weil cleo wirklich Nichts, aber auch gar nichts Näheres dazu geschrieben hat (ist ja auch nicht Thema). Wie man sich da ein Urteil erlauben kann...

Eben.

Und das perfide an Mobbing ist ja gerade, dass es oft gar nichts mit der Leistung oder der Qualifikation zu tun hat. Ich dachte, das hätte sich inzwischen rumgesprochen, dass man da nicht selbst schuld ist dran, und es auch null und nichts damit zu tun hat, dass man nicht genug Leistung bringt oder Deckungsbeitrag erwirtschaftet.

Den Sündenbock gab es schon in der Bibel, da hat sich nicht viel geändert seither.

Aber um das zu verstehen muss man halt mehr im Leben kennen als Geld und Leistung. :knatsch:

frank60
18.06.2010, 13:31
Vielleicht solltest du dich erst mal grundsätzlich mit dem Thema Mobbing beschäftigen, bevor dich so vehement äußerst.

Und ganz grundsätzlich auch mal damit, dass es nicht immer nur um Geld und Leistung geht im Leben, sondern dass es auch völlig andere, vielleicht stärkere Handlungsmotivationen gibt: Psychologie, schon mal gehört???

Deine Sicht scheint da sehr beschränkt.

Bei der einen Kanzlei ging sie oder wurde gegangen, warum auch immer und die andere Kanzlei bietet ihr, für ihr dafürhalten, zu wenig.

Das sind zwei Indizien dafür, dass da noch reichlich ausbaufähiges Potenzial vorhanden ist und zu aktivieren gilt. War das nett genug?
Meine Sicht ist im beruflichen Bereich nicht beschränkt sonder erfolgsorientiert.

frank60
18.06.2010, 13:34
Aber um das zu verstehen muss man halt mehr im Leben kennen als Geld und Leistung. :knatsch:

Es ging um ihre berufliche Laufbahn, weniger ums Leben.

schnarchstop
18.06.2010, 13:55
...
Ich kann kaum zu meinen "Chefs"sagen, dass ich nicht zum Mandanten fahren kann, weil ich mir kein Auto leisten kann??

Meine Eltern werden mich auch weiterhin mit einigen hundert € unterstützen müssen, da bei den obigen Ausgaben ja noch Lebensmittel, Klamotten etc. fehlen.
...
Verzweifelte Grüße, Cleo.


Warum kannst du das nicht zu deinem Chef sagen ?

Der knickrige Heini soll ruhig wissen, was von seiner grossartigen Kanzlei zu halten ist.

In unserem Umfeld gibt es ein Juristen-Ehepaar, sie im ÖD und er in einer Kanzlei tätig. Die haben soviel Geld, dass sie ihren drei Töchtern in den letzten 1,5 Jahren 3 neue BMWs spendieren konnten. Das sind mal eben 70.000 Euro plus Versicherungen versteht sich.

Also, geht doch !

Inaktiver User
18.06.2010, 13:56
Es ging um ihre berufliche Laufbahn, weniger ums Leben.

Nein, wir waren beim Thema Mobbing, und auch wenn es rational nicht nachvollziehbar ist für jemanden wie dich: manchmal wird man gerade deswegen gemobbt, weil man zu viel leistet.

Inaktiver User
18.06.2010, 14:06
Frank, sag mal, bist du der Ex meiner Freundin?

Als ihr Mann seine eigene Firma hatte, fing er an zu sprechen und zu denken wie du und das auch zu hause.
( Es folgte die Trennung.)

frank60
18.06.2010, 14:15
Frank, sag mal, bist du der Ex meiner Freundin?

Als ihr Mann seine eigene Firma hatte, fing er an zu sprechen und zu denken wie du und das auch zu hause.
( Es folgte die Trennung.)

Das ist aber über 25 Jahre zurück, dass ich so zu sprechen und denken begann.

cleo15
18.06.2010, 16:19
Sorry, Frank, ich mag zwar nur "ausbaufähiges Potential" haben.
Das kann ich aber noch ändern, zumal ich ja auch am Beginn meiner berufl. Laufbahn stehe.
Außerdem habe ich noch weiteres Potential, nämlich Verständnis für die Probleme anderer und Empathie. Deshalb bin ich auch Anwalt geworden.

Du aber klingst sehr verbittert.

Ich wollte mir hier nur einen Rat von netten Forumsmitgliedern holen und mich nicht noch weiter runterziehen lassen.

Mandelbluete
18.06.2010, 17:45
Hallo Cleo,

ich freu mich für Dich - du klingst jetzt viel besser :smile:

@Frank:
Was Du aus den Äusserungen von Cleo schließt, ist wirklich abenteuerlich:

- sie hat in ihrem alten Job nicht ordentlich performt: Gemobbt und gebosst wird aus vielen Gründen - unter anderem weil sich im Job immer Menschen mit allen menschlichen Unzulänglichkeiten und Fehlern treffen

- sie hat ihre Finanzen nicht im Griff: offenbar kam sie früher und während der Arbeitslosigkeit um die Runden und sorgte sich nur wegen der neuen Situation. Die Einnahmen-Ausgaben-Aufstellung mag etwas wirr und unsortiert sein, völlig falsch ist sie nicht.

- Anwälte sind größtenteils inkompetent und faul. Der kluge Mandant, wie Du es bist, wird das sicher gleich erkennen und sich einen der wenigen guten Anwälte suchen (der natürlich alle Schriftsätze ganz alleine schreiben kann, weil er ja bei allem, was die Auseinandersetzung ausmacht, live dabei war und in jedem Gebiet über ausgewiesene Fachkenntnis verfügt).

Solche Mandanten hatte ich auch dann und wann - sehr anstrengend und nicht wirklich angenehm. Da hält sich die Leidenschaft für das Mandat in Grenzen und man macht halt seinen Job...

Mandelblüte

frank60
18.06.2010, 18:25
Hallo, geht’s noch.

Cleo hat Probleme, weil sie ihren Job verlorenen hat, das ist Fakt. Warum, das ist Nebenkriegsschauplatz und die Aufarbeitung der Vergangenheit bringt sie nicht wirklich weiter.

Cleo hat gesucht und offensichtlich war das beste Angebot, was sie jetzt hier zur Diskussion gestellt hat. Irgendwas um die 2T€ monatlich und davon Kosten bestreiten.
Einige meinten sogar, dass wäre ein gutes Angebot, na ja, wenn das so ist, dann ist der Markt wirklich eng geworden, ist meine persönliche Meinung.

Cleo will Rat wegen diese Angebotes, weil sie mit ihrer eigenen Aufrechnung vom künftigen Soll und Haben nicht klar kommt.

Sie fragt und ich habe, wie viele andere, geantwortet.

Im Übrigen hat Cleo selbst festgestellt, der Markt mit Anwälten ist übervoll und das in einem solchen übersättigten Markt die nicht alle Teilnehmer die gleiche Qualität haben ist denknotwendig.

Nun muss man sich entscheiden, entweder mit den vielen anderen mit jammern oder diese Marktsituation als Chance begreifen, ein solcher Markt hat auch Vorteile, diese gilt es zu erkennen und für sich zu nutzen. Dazu braucht es aber eine grundsätzlich positive Einstellung zu der Sache insgesamt.

Wenn Cleo überdurchschnittlich verdienen möchte muss sie logischerweise überdurchschnittlich gut sein, das liegt in der Natur der Sache.

Also nichts für Warmduscher.

Nichts für ungut, manche schreiben sich hier schon über Jahre ihre bedauerliche Situation von der Seele, nur schade, dass deren Ideen nicht weiter helfen, weil es immer e´die gleichen und zu nichts führenden Ratschläge sind.

Cleo, nimm es als Chance dich von den anderen abzuheben, Fleiß wird immer belohnt, manchmal braucht es viel Geduld und Ausdauer aber sich bedauern zu lassen und die Situation immer und immer wieder durchzuspielen hilft auch nicht weiter.
Einfach T U N.

angie2
18.06.2010, 18:28
Liebe Cleo,

herzlichen Glückwunsch zum Job.

Heute sind solche Angebote leider üblich. Eine arrivierte Kanzlei sieht einen Jung-Anwalt als eine Art Praktikant und vergütet entsprechend.

Wenn Du gut bist, sieht das aber in wenigen Jahren bereits ganz anders aus.

Es ist ein Einstieg, von dem andere Juristen nur träumen können.

Nur Mut!

angie

Sonne123456
02.03.2016, 14:06
Hallo es wäre nett wenn Sie sich melden evtl kann ich helfen

Sonne123456
02.03.2016, 14:08
Hallo
es wäre schön wenn sie sich melden evtl kann ich helfen

frangipani
02.03.2016, 14:21
Da der Strang bereits 6 Jahre alt ist, ist dieses Angebot zwar nett, aber sicher nicht mehr notwendig.