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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kind oder Job oder beides? und wann?



Sophia33
17.05.2010, 14:02
Hallo!

ich denke momentan häufiger darüber nach, wann der richtige Zeitpunkt ist, ein erstes Kind zu bekommen.

Der richtige Mann steht schon bereit und streubt sich auch nicht gegen ein Kind. Doch irgendwie bin ich blockiert, obwohl ich auf jeden Fall Kinder haben will.

Ich denke, dass ich wahrscheinlich als Mutter nicht mehr arbeiten kann. Und das trifft mich, die Arbeit und Bestättigung ist mir sehr wichtig.

Außerdem arbeitet mein Traummann sehr viel - und das wird sich wohl auch mit Kind nicht ändern. Am Wochenende wird der Papa dann da sein, den Rest muss ich allein regeln.

Irgendwie glaube ich, dass unsere (oft) unfreien Mütter es einfacher hatten. Meine Mutter z.B. hatte einen Job,den sie gehasst hat (war froh ihn los zu sein) und ging total als Hausfrau auf.

Meine Ansprüche sind aber ob der ganzen Möglichkeiten viel höher als die meiner Mutter - und so ist auch der Druck höher alles perfekt zu schaffen - eben Arbeit und Kind....

Und nun bin ich 33 und habe mir vorgenommen, jedes Jahr eine große Entwicklung anzustoßen, weil die Zeit gefühlt knapp wird.

Letztes Jahr bin ich selbstständig geworden, d.h. unabhängig von einem Arbeitgeber. Anfang diesen Jahres sind wir in eine neue Wohnung umgezogen (Nestbau).

Und nächstes Jahr ein Kind?

Ich bin so überfordert, Entscheidungen zu treffen, dass ich versucht bin, einfach die Verhütung einzustellen und frei von jeder Planung dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

Geht es hier jemanden auch so?
Sophia

Yvo60
17.05.2010, 14:22
Ich habe mit 30 mein erstes Kind bekommen und war eigentlich immer noch nicht reif dafür :smile: Mit 39 kam das dritte Kind. Ich blieb immer berufstätig, habe auch nie Erziehungsurlaub genommen - nur zeitweise die Stunden reduziert - und bin heute froh dass ich immer berufstätig geblieben bin. Ich musste mich natürlich einer Tagesmutter bedienen und später Ganztagskindergarten o. Ganztagsschulen. Wir hatten leider keine Familie vor Ort, Großeltern usw.
Es ist alles eine Sache der Organisation und irgendwie hat es immer geklappt. Aber so ganz stressfrei war es nie :smirksmile:

Sophia33
17.05.2010, 14:35
Hallo Yvo60 - wenn ich fragen darf - hast Du dich bewusst für Deine Kinder entschieden? Schön, dass Du das so organisieren konntest mit dem Arbeiten und dem Kind.

Vielleicht braucht man ja nur ein bisschen Vertrauen in das eigene Organisationstalent??

Immerhin weiss ich von meiner Schwester (die 10 Jahre jünger aber schon um zwei Kinder reicher ist) - dass die Freude groß ist, wenn man plötzlich schwanger ist. Egal wie der Weg dorthin war (Plan oder Zufall oder Unfall).
Deswegen weiss ich zumindest, dass ich ein Kind nicht bereuen würde. Das nimmt wenigstens etwas vom Entscheidungsstress.

Yvo60
17.05.2010, 20:04
Ich habe keines der Kinder geplant. Damit hätte ich mich unter Druck gesetzt gefühlt. Ich habe halt anschließend geplant :smirksmile:
Ich habe sie angenommen so wie sie gekommen sind :smile: Es hat mich aber niemals in Ängste gestürzt von wegen: Oh Gott jetzt muss ich aufhören zu arbeiten oder jetzt kann ich nicht mehr arbeiten usw.
Aber ich war schon immer gut im organisieren. Ich wollte vorallem immer unabhängig bleiben. Ich bin aber auch nicht der Typ der sich nur mit der Mutterrolle zufrieden gegeben hätte. Dazu hat mir mein Job auch viel zu viel Spaß gemacht. Ich war bis auf ganz wenige Zeiten immer Vollzeitl berufstätig.
Man kann vieles schaffen wenn man will. Ich kenne aber auch einige Mütter die garnicht mehr arbeiten wollen oder sich schlichtweg überfordert fühlen Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen.
Ich kenne auch Mütter in meinem Bekanntenkreis die alleinerziehend sind, weil sie den Vater des Kindes nicht geheiratet haben oder geschieden sind. Die gehen auch arbeiten und schaffen das.

Das kommt halt auch auf jeden selbst an.

Nichtnurmami
18.05.2010, 04:54
Hallo Sophia,
ich möchte Dir Mut machen, es geht alles, wenn frau will!

Zwei ganz wichtige Eckbedingungen stehen bei Dir doch schon, der potentielle Papa und das Nest, ich bin immer arbeitem gegangen, beim zweiten hab ich mir 1 1/2 Jahre Auszeit gegönnt, aber danach war es mir z.H. zu langweilig.

Es steht und fällt eh alles mit ner guten Kinderbetreunung, ganz wichtig, Netzwerk schaffen, nicht nur Krippe,Kita &co , sondern mindestens zwei Babysitter, Leihoma o.ä. in petto haben........

Meine zwei sind mittlerweile 22 und 17, im Großen und Ganzen gut geraten!

Und den idealen Zeitpunkt gibts NIE!

LG NNM

Inaktiver User
18.05.2010, 06:43
Ich denke, dass ich wahrscheinlich als Mutter nicht mehr arbeiten kann.
Mich würde interessieren, warum Du das glaubst?
Hast Du einen so ausgefallenen Job, dass dieser mit Kind keinesfalls mehr auszuüben wäre?

Yvo60
18.05.2010, 09:17
Ich denke mir, das das vielleicht immer noch so das Klischee ist ? Es gibt natürlich auch Männer, die das nicht wollen dass die Frau weiter arbeiten geht. Gott sei Dank hatte ich so einen Mann nicht.
Man sollte sich davon auch nicht beeinflussen lassen, wenn man seinen Beruf gerne ausübt. Kindern nutzt eine Mutter nicht, die sich in etwas einfügt, was sie eigentlich garnicht will und so nicht unbedingt die Bestätigung findet, die sie braucht und unzufrieden wird und ungehalten. Dann lieber eine Mutter die zufrieden ist und fröhlich und somit auch auf die Kinder positiv wirkt. Meine sind auch gut geraten, vorallem sind sie früh sehr selbstständig geworden, was ihnen heute zum Vorteil gereicht.
Sicherlich bedeutet es auch viel Stress, positiver sowie negativer Stress und jede Menge Organisation. Aber das funktioniert und wenn man mal eine gute Betreuung hat, dann läuft alles wie von selbst. Und hinterher ist man froh sich für das entschieden zu haben was einem gut tut. Und das verschiedene Bezugspersonen den Kindern schaden sollen hat man ja bereits widerlegt.
Man kann auch nicht sagen das eine ist besser oder schlechter, jedes Kind ist anders und selbst gut behütete Kinder können auf die schiefe Bahn geraten.
Ausprobieren ob es funktioniert. Bei mir hat es funktioniert so wie bei vielen anderen auch. Sollte man garnicht damit klar kommen kann man sich immer noch anderweitig entscheiden oder orientieren.

Inaktiver User
18.05.2010, 09:27
Ein interessantes Thema. Wobei ich schon ein wenig weiter bin in der Umsetzung bzw. eine andere Reihenfolge gewählt habe :zwinker:

Ich hatte lange Jahre keinen passenden Mann und daher auch kein Nest.
Bin im letzten Jahr mit einem Arbeitskollegen zusammen gekommen und total glücklich.
Da wir beide über 30 sind - er sogar noch ein bisschen jünger als ich, haben wir sehr schnell über Kinder gesprochen und für mich war klar: Wenn dann bald!

Ich wollte nicht mit Ende 30 mit dem Üben anfangen. Weil ich auch keine so "alte" Mutter sein will. Das hat zum Teil persönliche Gründe. Soll also keine Wertung sein :smile:

Ich liebe meinen Job nicht. Ich bin da eher ein bisschen orientierungslos und weiss nicht so recht, wo es hingehen soll.
Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte nur noch Hausfrau zu sein.

ABER ich kann mir ebenso wenig vorstellen, mein Kind den kompletten Tag in die Krippe zu geben.
Ich will doch auch mit meinem Kind leben und nicht das meiste vom Alltag durch andere Personen machen und erleben lassen.
Ich würde mich dann wirklich fragen, wozu ich Kinder bekommen habe.
Auch das ist keine Wertung! Sondern nur mein persönliches Empfinden.

Ich bin jetzt im 4. Monat schwanger und werde definitiv das erste Jahr zuhause bleiben.
Danach würde ich gerne versuchen, mich beruflich neuzuorientieren.
Vollzeit kommt da aber erst einmal nicht in Frage.
Wobei das ja auch eine finanzielle Frage ist.

Ich finde das "nur Hausfrau sein" auch so eine Sache ... man kann sich für vieles engagieren. Das muss nicht zwingend im Beruf sein.

Inaktiver User
18.05.2010, 09:33
... , dass ich versucht bin, einfach die Verhütung einzustellen und frei von jeder Planung dem Schicksal seinen Lauf zu lassen.

das finde ich einen guten Ansatz.



Ich habe mit 30 mein erstes Kind bekommen und war eigentlich immer noch nicht reif dafür :smile:

und meine fruchtbare Zeit war mit 30 vorbei.
vorher völlig problemlos - danach trotz Kinderwunsch und 10 Jahre basteln kein Kind mehr.


Die Fruchtbarkeit nimmt von Jahr zu Jahr ab - und mit 35 ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht mehr klappt, schon 25%, jede vierte Frau (bzw. Paar).

es kommt nicht auf den Monat an - aber wenn die Bedingungen (Partner, Finanzen) sonst gut sind und frau "jedenfalls Kinder möchte", ist es leichtsinnig, noch lange zu warten.


Beruf und Kinder zu vereinbaren ist natürlich einfacher, wenn der Mann das unterstützt - ggf. auch tatkräftig.
Sonst ist es schon anstrengend für die Frau (und was man als fair empfindet, könnte man ja auch diskutieren).


Gruß, Leonie

Haesin
18.05.2010, 12:11
Eins vorweg: Ich habe auch erst mit 35 mein erstes Kind bekommen. Es lag daran, dass ich 10 Jahre Dauersingle war. Beruflich entwickelt habe ich mich nicht sonderlich, das passiert derzeit während der Elternzeit, ich beginne gerade meine Diplomarbeit. Grundsätzlich finde ich es symptomatisch für unsere Gesellschaft (mich eingeschlossen), dass man mit 33 überlegt, wann ein erstes Kind zu bekommen sei. Das ist doch irre. Da kamen früher die Nachzügler. Eins ist mir heute klar: Du kannst niemals alles so perfekt planen, wie es Dir ohne Kind erscheint. Wenn das Mäuschen erstmal da ist, wirst Du Empfindungen und Wünsche haben, die Du vorher nicht im Entferntesten kanntest. Du musst Dir klar machen, dass es auf jeden Fall eine Auszeit geben wird und das auch genießen. Danach kann es für Dich, anders als für Deine Mutter, auch weitergehen. Möchtest Du grundsätzlich mit oder ohne Kindern leben? Wenn Du mit Kindern leben möchtest, lege los und frage Dich nicht ewig "WANN"? Das ist nun nicht mehr so wirklich relevant und ich würde nicht zu lange warten. Willst Du mit 40 loslegen? Wenn nicht, dann gibts keinen Grund, noch 3 oder 5 Jahre zu warten. Wofür??? Du wirst nur älter und in Deinen Gewohnheiten eingefahrener. Grundsätzlich was ändern wird sich in der Zeit nicht. Bei uns war es auch extrem spät und nun fragen wir uns, ob überhaupt für ein Zweites noch Raum und Zeit ist.

7schlaeferin
18.05.2010, 13:16
Und letztendlich musst Du auch abwarten, was Du für ein Kind hast. Bei unseren ist eines total anhänglich und das andere geht offen auf alle zu. Bei der Kleinen wäre Kiga unter 3 eine Überfoderung (natürlich geht alles wenn es sein muss aber zum Wohle des Kindes wäre es in diesem Fall nicht).
Wir machen es übrigens ganz anders d.h. Elternzeit für beide: das war wirklich viel Verhandlung mit den beiden Arbeitgebern, jeder arbeitet die halbe Woche und jeder kennt die beiden Kinder. Ich weiss dass das nicht in jedem Job geht aber für uns ist es die Perfekte Lösung.

Inaktiver User
18.05.2010, 13:22
Also, was den "richtigen Zeitpunkt" für ein Kind betrifft, so möchte ich mich Leonie und Haesin anschließen.

Wenn ich Frauen mit Ende 30 reden höre: "Ein Kind : ja, aber später", bekomm ich immer die Krise und denke: "Wenn ihr euch mal nicht verrechnet habt".

Ausgangspunkt ist auf jeden Fall das biologische Alter und da bist du jetzt gut dabei.

Und auch als Selbständige musst du mit einem Kind deine Berufstätigkeit doch nicht ganz aufgeben. Eher das Gegenteil, du hast gewisse Freiheiten, die dir als Arbeitnehmerin nicht zustehen.

Was du so oder so brauchst: Gewisse Unterstützung bei der Betreuung.

Aber: Alles gibt sich. :blumengabe:

matzi
18.05.2010, 13:49
Hallo 7schlaeferin,

mein Mann und ich sind auch gerade dabei das Kinderthema mehr zu fokussieren und werden vielleicht auch bald los legen (wenn meine letzte Unschlüssigkeit verpufft ist, momentan schwanke ich nämlich noch etwas wegen des Zeipunktes hin und her, aber immer weniger), ich bin übrigens 33. Uns stellt sich aber auch die Frage, wie wir dann die Elternzeit regeln und wir haben eben auch schon daran gedacht, beide gleichzeitig Elternzeit zu nehmen und entsprechend hälftig zu arbeiten. Wie ist das denn dann mit dem Elterngeld geregelt und wie lange bekommt man es (12 oder 14 Monate)? Der Arbeitgeber ist bei uns vielleicht weniger das Problem, da wir beide im öffentlichen Dienst arbeiten. Hast Du dann quasi direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen (halbtags) zu arbeiten? Wenn ja, wie hast Du das mit dem Stillen gemacht? Du kannst mir auch gern eine PN schicken.

Viele liebe Grüße

Jana

Viele liebe Grüße

Jana

Historia02
18.05.2010, 20:05
Uns stellt sich aber auch die Frage, wie wir dann die Elternzeit regeln und wir haben eben auch schon daran gedacht, beide gleichzeitig Elternzeit zu nehmen und entsprechend hälftig zu arbeiten. Wie ist das denn dann mit dem Elterngeld geregelt und wie lange bekommt man es (12 oder 14 Monate)?

Ihr könnt die 14 Monate beliebig aufteilen, wobei gilt:
- Alle Monate, in denen du Mutterschaftsgeld (oder andere Leistungen) erhältst, werden der Mutter zugerechnet und gelten als verbraucht. (Anteilige Monate werden auch der Mutter zugerechnet, man bekommt dann aber noch Elterngeld anteilig für den restlichen Lebensmonat.)
- Der jeweils andere Partner muss mind. 2 Monate nehmen.

Elterngeld wird übrigens für Lebensmonate, nicht Kalendermonate gezahlt. Wenn das Kind also z.B an einem 20. geboren wird, zählen die Elterngeldmonat dann vom 20. bis 19. des Folgemonats.

Die Elterngeldmonate dürfen bis zum 14. Lebensmonat genommen werden. Wie ihr das innerhalb der Monate verteilt, ist euer Bier, bis auf die o.g. Einschränkungen.

Ob sich Teilzeitarbeit lohnt, kannst du dir leicht ausrechnen:
67 % multipliziert mit (altes Einkommen minus Teilzeiteinkommen) = Teilzeitelterngeld.

Und dann gibt es da noch den Eltergeldrechner:
BMFSFJ - Elterngeldrechner (http://www.bmfsfj.de/Elterngeldrechner/)

Einen Strang zum Thema Berufswiedereinstieg nach Babypause findest du z.B. hier:
http://bfriends.brigitte.de/foren/kinderwunsch-und-babyjahre/122567-wiedereinstieg-in-den-job-erfahrungsaustausch-gesucht.html

marienkaefer70
18.05.2010, 20:55
Hi Sophia,

ich kann Dich auch nur bestärken. Ich habe meine Kinder mit 33 und 35 bekommen und bin so froh, dass die Mäuse da sind. Ich arbeite jetzt 20 Stunden die Woche in meinem Beruf und bin einfach nur zufrieden, dass sich alles so toll eingespielt hat. Ich hätte auch niemals "Nur-Hausfrau" sein wollen. Es ist alles zu organisieren, wenn man möchte.:pfeifend:

Jetzt bin ich 40 und einfach nur erstaunt wie schnell die Zeit vergangen ist und man langsam feststellt, dass man für sich Bilanz zieht. Ich habe es miterlebt wie frustriert Frauen meines Alters sind, wenn sich der Kinderwunsch nicht erfüllt. Denn auch die Karriere endet meist irgendwann, aber Familie bleibt einem :liebe:

Hoffe, dass Du die richtige Entscheidung für Dich triffst.
Lieben Gruss
Marienkäfer

Inaktiver User
22.05.2010, 21:11
Hallo Sophia,

ich bin auch 33 und mein Freund und ich haben beschlossen, nächstes Jahr mit dem "Kinder machen" loszulegen. Wieso? Weil es einfach Zeit wird! Du schreibst, dass du grundsätzlich Kinder haben willst und auch dein Partner bereit dafür ist. Wieso unnötig warten? Wie hier schon jemand schrieb, die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, sinkt deutlich ab 35 und irgendwo hab ich auch mal gelesen, dass Schwangerschaften ab 35 als "Risikoschwangerschaften" gelten. Vielleicht will ich das deshalb einfach früher angehen - auch wenns nur 1 Jahr früher ist..

Was uns bzw. mich davon abhält, dieses Jahr den Kinderwunsch in Angriff zu nehmen, ist die Tatsache, dass ich erst 6 Monate in meinem jetzigen Job bin, den ich übrigens auch sehr gerne ausübe. Vorher hatte ich nie unbefristete / sichere Jobs und habe nach dem Studium recht lange "rumgeeiert", bis ich endlich diese Festanstellung gefunden habe. Ich möchte das nun einfach noch ne Weile genießen, dass ich endlich einen Job habe, der mir Spaß macht und mich da auch noch mehr etablieren, in der Hoffnung, dass man mit einem gewissen Standing in der Firma dann auch mehr ermöglicht bekommt in Sachen Home Office, flexible Arbeitszeiten etc.

Das klingt jetzt furchtbar verplant - aber habt ihr "vorher" auch noch gewisse Dinge erledigt?? Ich werde mir z.B. dieses Jahr noch die Weisheitszähne rausnehmen lassen.. und eine Fernreise steht auch noch an.. und ein Sprachurlaub mit einer Freundin.. halt so Sachen machen, die dann so einfach erstmal nicht mehr möglich sein werden..

LG
Lillan

dieandere.1976
25.05.2010, 13:04
Aus aktuellem Anlass kann ich ( leider ) mit reden !!!
Ich finde, es kommt immer ganz auf den Job UND auf den Ehemann drauf an....

Es ist meiner Meinung nicht "einfach alles zu organisieren, wenn man es möchte"....ich würde es wollen, nur würde es beim besten Willen nicht gehen.


Meine Tochter ist nun 11 Jahre alt und ich kann wieder Vollzeit arbeiten. Ich arbeite intern in der Zeitarbeit, das heißt, das ich sehr viele Mitarbeiter zu verwalten habe und auch recht viel in den Unternehmen unterwegs bin. Als Teilzeitkraft ist dies absolut nicht machbar.
Mein Mann ist selbstständig. Er arbeitet selbst und das ständig und hätte in keinster Weise die Zeit ( und auch nicht das Geld ) den Erziehungsurlaub anzutreten....

In solchen Fällen wäre meiner Meinung nach auch das Umfeld wichtig, das einen evtl. unterstützen könnte. Ich kann keine Oma, keinen Opa, keine Tante und keinen Onkel bieten, der einspringen könnte.

Inaktiver User
26.05.2010, 23:11
Ich kann auch nur zustimmen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und der Wunsch da ist, sofort loslegen.

Man muss darüber nicht 37 Jahre alt werden, wie ich.

Mann und Art des Jobs sind sicherlich ein gutes und wichtiges Kriterium.

Ich habe mir vorher überlegt, da es mir sehr schwer fiel mich vom Job zu trennen, nach einem Jahr mit der halben Stundenzahl (20) wieder einzusteigen.

Ob ich das jetzt so aufrecht erhalte wird man sehen. Es ist schön, die Entwicklung (m)eines Kindes mitzuerleben, ich ahne jetzt schon, dass es mir Schwierigkeiten bereiten wird, davon im nächsten Jahr nicht mehr alles mitzukriegen. Ich arbeite aber auch gut und sehr gerne schon sehr lange. Von daher muss die Entscheidung einzusteigen dann im nächsten Jahr neu überdacht werden.

Hier gäbe es aber auch die Option, dass mein Mann daheim bleibt oder wir aufteilen.

Bei mir ist immer wichtig gewesen: Alles kann, nichts muss.

Du siehst also, egal wie schön man vorher geplant hat, hinter kommt es doch anders. Das kann man ganz schlecht kalkulieren.

Ich rate dazu, nicht zu viel zu überlegen und einfach anzufangen.

So habe ich es gemacht, als der Rahmen stimmte.

Und bei aller Planung muss man auch einkalkulieren, dass Kinder selten auf Knopfdruck und zum passenden Datum entstehen.

Das kann ja unter Umständen auch dauern.......

Heidi73
28.05.2010, 21:55
hallo ihr 30erinnen!
ich war knapp 31 als ich mutter einer absoluten wunschtocher wurde. 15 monate nach der entbindung konnte ich für 2 tage in der woche wieder einsteigen und habe es nie bereuht.
kleiner exkurs: meine tochter hat die ersten 4 monate jeden abend terz gemacht und mich dann doch echt gefordert. sie war sehr anhänglich und auf meinen mann und mich bezogen. trotzdem ist sie gerne zur tagesmu und hat sich toll entwickelt. als arbeitende mama braucht man weniger perfektionismus, aber viel optimismus. daheim.
bei der arbeit ist alles wie ein déja-vu. man kennt es meistens noch.
aus eigener überzeugung kann ich nur sagen: die qualifikation ist das eine, der job und der spass das andere. ich war zwischendrin, wegen der zeitlichen befristung nochmals in elternzeit (finfnzkriese hat mir keine vertrag verlängert und ich hatte ja noch erziehungsurlaub übrig) da habe ich gemerkt, wie sehr mir der job fehlt und mich auf alles beworben, was es so gab.
ich kann nur sagen: wagen!
zum zögern beim kinderwunsch, da muss ich schmunzeln. wer ab 35 noch ewig wartet: der wird eventuell vergeblich warten. irgendwann ist der zug raus. ich kenne schon 3, die sich zu lange geziert haben und immer eine andere sache als wichtiger oder als hemmnis gesehen haben. weltreise, karriere, zeitmangel....und viele haben einfach schiss: man gibt viel auf. und bekommt was völliganderes. schon so manche war mit dem tausch nicht so ganz einverstanden und...tja: aus der nummer kommt man nicht so einfach raus. 18 jahre hat man die kleinen ja mindestens.
am besten finde ich die frauen, die meinen, es ändere sich nichts und man könne ja mit babysitter seinen wochenendlebensstil weiterverfolgen, und ausserdem könne man ein kind ja mitnehmen. in ein restaurant, wo ´bis 2h morgens philosophiert wird...
und sport und freizeit sei auch kein thema. es gibt ja kinderwägen für jogger...
genau diesen wollte sich eine freundin zulegen. motto: vor dem kind ist nach dem kind. das joggen ist ganz gut gegen die müdigkeit, sagte ich ihr, aber wenn sie so nach 2 h heim käme, verschwitzt, dann würde das baby aufwachen, schreien, popo voller sch**** und an die brust wollen. sie, meine freundin, wolle sich dann aber wahrscheinlich dehnen, sich abkühlen, in ruhe duschen...
dem kind sei der schweiss wurscht, hauptsache mama und ihr busen. oder die flasche. dehnen fällt aus. duschen nur mit lautestem gebrüll im backround. und dann....der haushalt, die wäsche, die nächste windel, telefon...
ein kind ist toll - aber vorstellen kann man sich das eh nicht. machen!!!

Inaktiver User
11.06.2010, 09:24
Also ich denke, der "RICHTIGE" Zeitpunkt zum Kinderkriegen ist NIE da. Deshalb habe wir bei beiden Kindern auch aus dem Bauch heraus geghandelt. Ich war bei Ersten noch im Studium - hab mit Baby im Arm meine Diplom-Prüfung absolviert.
Insofern denke ich auch nicht, das man die Arbeit komplett aufgeben muss. Bei Nr.1 hat mein Mann auf 4 Tage reduziert ich habe einen Tag in der Woche gearbeitet und bei Nr.2 gab es einen Tagesvater, der zu uns Nachhause kam, wenn ich im Projekt war.

Allerdings muss natüprlich die grundsätzliche Bereitschaft - auch voll zuhause zu bleiben gegeben sein. Das Kind kann schwierig sein - im ärgsten Fall sogar krank oder sehr sensibel.

Ich konnte Nr.1 mit 2 in den Kindergarten geben und er wollte es sogar. Nr.2 hing schreiend an meinem Bein, wenn ich nur Brötchen holen gehen wollte - und tendenziell hat sich das nie wirklich geändert.

Aber trotzdem .... WANN ist schon der richtige Zeitpunkt?
Den gibts einfach nicht!

katinka13
27.07.2010, 20:49
Ich habe meiner Tochter mit 31 bekommen.
Davor hatte ich einen gute Stelle in der Technik einer Tageszeitung, die mir auch viel Spaß gemacht hat.
Es war mein Wunsch erstmal bei meinem Kind daheim zu bleiben, was 1,5 Jahre auch vollkommen in Ordnung war.
Danach ist mir zunehmend die Decke auf den Kopf gefallen als nur Hausfrau und meine Stimmung hat sich immer mehr eingetrübt. Als meine Tochter 2 Jahre alt war, habe ich begonnen mich nach einer Teilzeitstelle umzusehen, zu meiner alten Stelle konnte ich nicht mehr zurückkehren.
Zuerst fand ich einen Aushilfsjob für ein paar Stunden, danach einen Teilzeitjob für 4 halbe Tage in der Woche.
Im Prinzip ideal, da nur kurze Anfahrtszeit u. die Arbeitszeit gut mit den Betreuungszeiten meiner Tochter vereinbar.
Der Haken an der Sache ist allerdings, dass mein Verdienst geradezu jämmerlich ist und das Betriebsklima mehr als schlecht.
Ich habe weiß Gott versucht, einen anderen geeigneten Job zu finden, aber bis jetzt, 4 Jahre später ohne Erfolg.
Mein Fazit ist: Selbstverständlich liebe ich mein Kind und möchte es nie mehr missen und bin sehr froh, dass ich es habe. Aber beruflich gesehen, war es für mich ein absoluter Rückschritt und die Situation ist für mich sehr unbefriedigend.

Natürlich muss das nicht bei jedem so sein, aber ich denke Tatsache ist, dass geeignete Teilzeitjobs nicht gerade auf der Straße liegen.