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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 37 Jahre, Kinderwunsch: erstmal Homöopathie oder doch Schulmedizin?



barpappa
13.04.2010, 09:20
Hallo zusammen,

bin im Moment ziemlich durcheinander und bräuchte einfach mal Rat.
Also, ich bin 37 Jahre alt und mein Mann und ich haben Kinderwunsch. Nun ist die Sache so, dass ich aufgrund einer Essstörung jahrelang untergewichtig war und daher immer die Pille genommen habe, diese habe ich vor drei Jahren abgesetzt und erwartungsgemäß hat sich nichts getan (da ich noch zu dünn war). Nach über zwei Jahren (das war 2009) habe ich dann plötzlich wieder meine Periode bekommen, und das nachdem ich fast 18 Jahre keine aus eigenem Antrieb hatte. Ich war überglücklich. Aber der Zyklus ist sehr unregelmäßig und ob ich eine Eisprung habe, weiß ich nicht.
Daher sind wir ziemlich bald zu einer Kinderwunschpraxis gegangen und da hat sich auch noch zusätzlich herausgestellt, dass mein Mann, äh, nicht so dolle Spermien hat..

Gedanklich haben wir uns auf die künstliche Befruchtung eingestellt. Nebenbei habe ich jedoch immer nach einem Homöopathen gesucht, der so eine Behandlung unterstützen könnte. Dabei bin ich auf eine Frau gestoßen (über ein Homöopathieportal), die einen ganz vernünftigen, netten Eindruck macht. Mein Mann hat sie nämlich mal angerufen und sich länger mit ihr unterhalten (über die Art einer Behandlung, Kosten, etc.). Fakt ist, dass sie was machen kann, aber dazu die Voraussetzung braucht, dass man keine synthetischen Hormone zu sich nimmt, also, keine KiWu-Behandlung macht.

Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll. Noch mal eine Weile es mit Homöopathie probieren? Doch ich werde älter. Und was, wenn es dann damit leider auch nicht klappt? Und dann bin ich noch älter?
Ich hatte mir ja eine „unterstützende“ Behandlung gewünscht, doch das scheint nicht zu gehen.

Irgendwie habe ich auch ein schlechtes Gefühl dabei, erst zu einer Kinderwunschpraxis zu gehen und dann doch wieder einen Rückzug zu machen um dann später wieder zu kommen. Manchmal denke ich, dass wir dann den Stempel hätten „die, die damals doch nicht wollten und jetzt wieder angelaufen kommen.“ Und dass das Nachteile hätte. Keine Ahnung, woher dieses Denken kommt.

Ich bin durcheinander, weil ich nicht weiß, wie wir weiter machen sollen. Meinem Mann geht es genauso. Und wir können mit keinem darüber reden.

Könnt Ihr mir mal Eure Meinung/Ideen und Gedanken dazu sagen?

Liebe Grüße
Barpappa

Sarit
13.04.2010, 10:02
Hallo Barpappa,

mehrere Alternativen fallen mir ein:

1. Du lässt erstmal dein Anti-Müller-Hormon prüfen - dann weißt du, wieviel Zeit dein Körper noch hat. Wenn da alles in Ordnung ist, könntet ihr die KiWu-Behandlung zb ein Jahr aufschieben.

2. Du suchst dir einen Homöopathen, der bereit ist, eine unterstützende Behandlung durchzuführen. Meines Wissens gibt es das.

3. Du lässt die Homöopathin sausen und gehst nur auf die Kinderwunschbehandlung. Homöopathische Medikamente sind üblicherweise Placebos (Infos darüber zum Beispiel hier (http://www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet/77-cam/333-homeopathie-erfolge-nur-placeboeffekt)- bitte nur lesen, wenn man künftig auf den Placebo-Effekt verzichten möchte). Placebos können zwar bei Kinderwunsch auch helfen, aber da gibt es kostengünstigere Methoden.

Nach meiner Erfahrung ist viel in der Kinderwunschmedizin (egal ob Schulmedizin oder alternative) irgendwo zwischen Stochern im Nebel und reinem Voodoo angesiedelt. Wenn allerdings ein konkreter Hinderungsgrund vorliegt (offenbar ist das bei deinem Mann der Fall), har die Schulmedizin zumindest einen Ansatzpunkt.

Das sind meine Gedanken dazu. Egal wie du dich entscheidest, ich wünsche dir viel Glück!

Sarit

Halbnomadin
13.04.2010, 11:17
Hallo Barpappa,

selbstverständlich kannst Du Naturheilkunde und Schulmedizin kombinieren! Die Dame bietet wahrscheinlich genau das an, womit sie sich auskennt: ein unbehandeltes Problem bei ansonsten gesunden Menschen zu erkennen und homöopathisch zu beeinflussen. Es gibt aber Homöopathen, die sich auch mit der Unterstützung schulmedizinischer Kinderwunschbehandlung auskennen, es gibt auf diesen Bereich spezialisierte TCM-Fachleute, Kräuterkundler, Akupunktur und, und, und...

In der schulmedizinischen Kinderwunschbehandlung gibt es zwischen den Behandlungszyklen immer Pausenzyklen, weil die Behandlung speziell für den weiblichen Körper ziemlich belastend ist. Besonders in den Pausenzyklen empfehle ich sehr, andere Register zu ziehen, um Dich schneller zu erholen - gesunde, ausgewogene Ernährung und Grundlagenausdauersport, kulturelle Genüsse, Sonnenschein und Partys inklusive. Die Alternativmedizin passt als Puzzleteil mit in dieses Gesamtkonzept.

Schaut aber nicht nur auf die eine oder andere Medizin, sondern achtet auf Lebens- und Beziehungsqualität: die Hormonverschiebung zur künstlichen Befruchtung und die anschließende Warteschleife, ob sich jemand eingenistet hat, ist emotional sehr belastend. Die Seele zu stärken war für mich mindestens so wichtig wie die körperliche Variante.

Lieben Gruß - Halbnomadin
(schwanger mit 38 Jahren, nach zwei Jahren in KiWu-Behandlung)

felina78
13.04.2010, 13:59
Hallo Barpappa,

ich würde an Deiner Stelle zuerst einmal herausfinden, ob Du einen Eisprung hast oder nicht. Das geht ja recht gut mit der Temperaturmethode. Außerdem sollte Dein FA ein Zyklusmonitoring machen. Im Moment weißt Du ja gar nicht genau, warum es bisher mit dem schwanger werden nicht geklappt hat, oder?
Wir haben auch 1 Jahr geübt und es tat sich absolut NICHTS. Zyklus war immer regelmäßig, aber das war es dann halt auch. Dann habe ich 3 Monate eine Temperaturkurve geführt, wonach sich mein Arzt ziemlich sicher war, dass ich in diesen 3 Monaten keinen Eisprung hatte. Dann war ich für 2 Behandlungen bei einem Akupunkteur, eigentlich wegen meiner schlechten Haut, aber er meinte, das hinge sowieso alles zusammen. Oft könnte der Körper nach so langer Pilleneinnahme einfach des Eisprung nicht mehr selbst herbeiführen. Die Behandlung mit Akupunktur war nicht besonders angenehm, aber ich habe schon bald gemerkt, dass sich was tut. Ich habe mich noch nie so fit gefühlt wie in dem Zeitraum.
Mein Mann war auch beim Arzt und leider war sein Spermiogramm mehr als nur schlecht. Mein FA hat uns daher sofort eine Überweisung zur Kinderwunsch Klinik gegeben. Ich habe dort auch gleich einen Termin gemacht. Trotzdem haben wir es nicht aufgegeben auf natürlich Weg zu üben. Ich war beim Zyklusmonitoring beim FA - ja, es ist nervig, alle paar Tage da hinzurennen und Blut abzugeben. Aber es hat sich gelohnt. Denn genau in dem Zyklus (im 1. Zyklus nach der Akupunktur) hatte ich dann doch einen Eisprung (wenn auch spät) und ein Schwimmer meines Mannes muss es auch geschafft haben denn: 14 Tage später war der Schwangerschaftstest positiv :yeah:.
Überglücklich habe ich den Termin bei der Kiwu-Klinik wieder abgesagt und jetzt hoffen wir einfach, dass alles gut geht.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ich würde es wirklich probieren. Akupunktur braucht nicht ewig, bis sie anschlägt. Ich denke nicht, dass ihr dafür ein ganzes Jahr veranschlagen müsst. Aber ein paar Monate würde ich mir dafür schon nehmen.
Der Akupunkteur kann übrigens auch beim Mann helfen, wenn das Spermiogramm schlecht ist. Ein Freund meines Mannes hat das machen lassen, er wird in 2 Monaten Vater. Es hat auch hier natürlich geklappt.
Ich bin so glücklich und dankbar, dass wir der Maschinerie der Kiwu-Klinik doch noch entgangen sind. Ich denke, das ist schon eine sehr belastende Behandlung.
Ein schlechtes Gewissen, wenn Du jetzt den Termin bei der Kinderwunsch-Klinik auf Eis legst, solltest Du wirklich nicht haben. In erster Linie wollen alle Geld verdienen. Das ist ja auch legitim, aber genauso legitim finde ich, wenn ihr eben versucht es anders zu schaffen.
Glaub mir, wenn ihr in Euch in ein paar Monaten doch noch dafür entschließt, dann werden sie Euch genauso wieder einen Termin geben wir jetzt. Ihr seid schließlich zahlende Kunden.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall ganz viel Erfolg.

lg Felina

Edelherb
13.04.2010, 14:14
Ich würde auch zu einem Mittelweg raten. Der Homöopathie gegenüber bin ich zugegebenermaßen sehr skeptisch. Aber bei Euch ist ja noch fast nichts diagnostiziert, außer, dass es nicht klappt und einem schlechten Spermiogramm.

Also wäre m.E. der erste Schritt eine Zykluskontrolle - besser nach sympto-thermaler Methode als nur reiner Temperaturbeobachtung, das ist aussagekräftiger. Kauf Dir das Büchlein "Natürlich und sicher", das ist nicht sehr teuer, ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen und dann kannst Du auch schon loslegen. Da weißt Du hoffentlich schon bald, wie es bei Dir mit einem Eisprung aussieht.

Schlechtes Spermiogramm: wie oft ist schon eins gemacht worden? Die fallen nicht immer gleich aus, da kann auch mal ein Infekt für ein akut schlechtes Ergebnis sorgen und beim nächsten Mal ist es wieder besser. Auch kann man versuchen, das Ganze über die Ernährung zu beeinflussen (Zink soll z.B. sehr gut sein). Es ist umstritten, ob das etwas bringt, aber eine ausgewogene Ernährung schadet ganz sicherlich auch nicht.

All das kannst Du natürlich auch mit Methoden der Alternativmedizin kombinieren, wenn Du möchtest.

Inaktiver User
13.04.2010, 14:32
Hallo barpappa,

ich bin Homöopathie gegenüber sehr positiv eingestellt aufgrund von eigenen Erfahrungen und aufgrund von Erfahrungen mehrerer Freundinnen, bezogen sowohl auf KiWu als auch auf andere Bereiche.

Ich verstehe nicht, warum die Homöopathin Dich vor die Wahl stellt, entweder den Weg der Schulmedizin zu gehen oder Dich in homöopatische Behandlung zu begeben.

Eine Freundin hat beides kombiniert und hatte gleich im zweiten Zyklus einen positiven Test. Es gibt viele homöopathische Mittelchen die sich nicht mit der Schulmedizin vertragen aber es gibt auch viele, die es definitiv tun.

Also ich würde an Deiner Stelle zweigleisig fahren. Such Dir einen Homöopathen der die Schulmedizinische Therapie untersützt. Ob Du einen Eisprung hast kannst Du, wie hier bereits empfohlen wurde mittels Temperaturmethode feststellen.

Und Homöopathie soll auch Männern helfen. :blumengabe:

Ach ja, in meinem engeren Freundeskreis habe ich übrigens zwei Paare, die schon den Antrag zur künstlichen Befruchtung ausgefüllt hatten, aber nicht mehr wegschicken mussten, weil sie im letzten Anlauf davor doch positiv getestet haben.

Viel Glück!


Babywunsch

barpappa
14.04.2010, 13:29
Vielen lieben Dank für alle Eure Antworten.

@felina78 und @Halbnomadin: meinen herzlichsten Glückwunsch zu Eurer Schwangerschaft :Sonne:!!! Das muss ein tolles Gefühl sein!

Ich möchte noch gerne ein paar Ergänzungen zu meiner Schilderung hinzufügen:

Das Anti-Müller_Hormon wurde bei mir bereits bestimmt und es war gut, völlig unauffällig.

Leider war nicht nur ein Spermiogramm meines Mannes schlecht sondern alle drei, die er innerhalb von 12 Wochen machen hat lassen. Und er lebt absolut gesund: raucht nicht, wir trinken null Alkohol und er macht regelmäßig Sport. Also scheint das einfach eine Tatsache zu sein.
Wir sind deshalb sehr schnell zum Arzt gegangen, weil ich wirklich eine sehr unregelmäßige Periode hatte und auch jetzt noch lange Zyklen habe, und ich ganz ehrlich, meine fruchtbaren Tage gar nicht so schön erkenne wie es immer in Büchern geschildert wird (Zervixschleim, etc.). Vom Zyklusmonitoring hatte ich noch nichts gehört, ich werde mich schlau machen. Also, zuerst mal wollte ich einen regelmäßigeren Zyklus haben.

Zu guter Letzt: es ist unglaublich schwierig, einen "gescheiten" Homöopathen oder Heilpraktiker zu finden, ich habe schon zig Anläufe genommen. Mit einer hat die Chemie nicht gestimmt, ein Homöopath macht immer nur offene Sprechstunden, das heißt, wenn man was hat, muss man drei Stunden im Wartezimmer sitzen, um mal dranzukommen (das ist seine Philosophie, Termine gibt es nicht!!!, so dass man immer ienen Tag Urlaub nehmen muss, um mal zu ihm zu gehen). Wir waren auch bei ihm wegen unseres Wunsches und es war sehr ernüchternd.

Dann habe ich wieder eine besucht, die mir schon im Voraus den Anamnesebogen geschickt hat, den ich also schon vorher ausfüllen und ihr wieder schicken sollte und dann hat sie mir trotzdem noch mal 120 Euro abkassiert, obwohl die erste Sitzung keine angekündigten 1,5 Stunden waren und sie einen sehr unorganisierten Eindruck gemacht hat. Hat ständig in Büchern geschaut und so Sachen gesagt, ich könne xyz im Internet lesen. Ich war davon mehr als entäuscht.


Ich suche jemanden, der unterstützt und wäre sehr erleichtert, wenn ich jemanden finden würde, bin aber langsam mit meinem Latein am Ende.
Vielleicht frage ich mal hier im forum nach jemandem.

Liebe Grüße
Barpappa73

Inaktiver User
14.04.2010, 13:38
Also, das ist schon sehr lobenswert, dass ihr auch zeitgleich ein Spermiogramm habt machen lassen. Meistens wird ja an der Frau monatelang herumexperimentiert. Als würde das Problem der Frau ein evtl. Problem des Mannes ausschließen. :smile:

Was viele bzgl. Homöopathen nicht wissen ist, dass die meisten Krankenkassen (sofern Du gesetzlich versichert bist) die Kosten übernehmen. Sie haben jedoch mit bestimmten Homöopathen Verträge, d. h. man hat dann einige zur Auswahl. Der richtige muss nicht dabei sein, es ist aber gut möglich :smirksmile:

Edelherb
14.04.2010, 13:51
Wir sind deshalb sehr schnell zum Arzt gegangen, weil ich wirklich eine sehr unregelmäßige Periode hatte und auch jetzt noch lange Zyklen habe, und ich ganz ehrlich, meine fruchtbaren Tage gar nicht so schön erkenne wie es immer in Büchern geschildert wird (Zervixschleim, etc.). Vom Zyklusmonitoring hatte ich noch nichts gehört, ich werde mich schlau machen. Also, zuerst mal wollte ich einen regelmäßigeren Zyklus haben.


Wie lange und unregelmäßig sind denn die Zyklen? Man braucht keine regelmäßigen Zyklen, um fruchtbar zu sein, man braucht nur Eisprünge. Und wenn die sich in längeren Zyklen "verstecken", hat man insgesamt weniger, also die kumulierte Wahrscheinlichkeit über einen Zeitraum ist geringer. Aber klappen kann es genauso. Hast Du bisher schon Zyklusbeobachtung gemacht? Und wenn ja, nach welchen Hinweisen, Regeln, Büchern bist Du da vorgegangen? Da ist nämlich auch viel Halbwissen im Umlauf, deswegen frage ich.

Sollte allerdings das Sperma so schlecht sein, werdet ihr um eine künstliche Befruchtung sowieso nicht herumkommen, da würde ich dann keine Zeit vergeuden, um an DIR homöopathisch herumzudoktorn. Es bringt ja nichts, selbst wenn bei Dir alles bilderbuchmäßig wäre. Und die Chancen auf eine erfolgreiche künstliche Befruchtung sinken in Deinem Alter mit jedem Jahr rapide. Das ist natürlich Durchschnitt, aber wie es bei Dir selbst ist, weißt Du eh erst hinterher. ich gehöre zu den glücklichen, wo es mit 37 im ersten Versuch geklappt hat, mit allerdings ansonsten guten Voraussetzungen - kenne aber auch Leute, wo es dann nicht mehr funktioniert hat.

barpappa
15.04.2010, 12:25
Wie lange und unregelmäßig sind denn die Zyklen? Man braucht keine regelmäßigen Zyklen, um fruchtbar zu sein, man braucht nur Eisprünge. Und wenn die sich in längeren Zyklen "verstecken", hat man insgesamt weniger, also die kumulierte Wahrscheinlichkeit über einen Zeitraum ist geringer. Aber klappen kann es genauso. Hast Du bisher schon Zyklusbeobachtung gemacht? Und wenn ja, nach welchen Hinweisen, Regeln, Büchern bist Du da vorgegangen? Da ist nämlich auch viel Halbwissen im Umlauf, deswegen frage ich.



Also, ich habe innerhalb eines Jahres 10 Mal meine Periode gehabt. Es gab zwei Zyklen mit exakt 28 Tagen, dann waren zwei mit 6 Wochen dabei (42 Tage) und die anderen gemischt, aber immer länger als 28 Tage. Ich habe es auch mit dem Temperatur-Messen versucht, aber ziemlich bald entnervt aufgegeben, weil ich es zu oft im Aufstehtran vergessen habe (o.k., das ist keine Entschuldigung, weiß ich) und ich keine Veränderung gesehen habe (was mich demotiviert hat). Dann las ich, dass man die fruchtbaren Tage über den Zervixschleim bestimmen könnte und habe darauf geachtet, aber in den ganzen 10 Zyklen habe ich dreimal so einen schönen Schleim gehabt wie beschrieben, so dass ich hätte sagen können: das war wohl die richtige Zeit. In den anderen Zyklen gab es das nicht. Zudem habe ich 18 Jahre lang keinen eigenen natürlichen Zyklus gehabt, so dass ich auch nicht sagen könnte "Vor der Pilleneinnahme war das so oder so", liegt ja schon ewig zurück, für mich war das letzte Jahr so als ob ich das erste Mal überhaupt die Periode habe.

Bücher habe ich keine dazu gelesen, ich habe am Anfang einfach gegoogelt und im Internet gelesen. Könntest Du mir noch was spezielles empfehlen, liebe Edelherb?
Ja, wegen des wiederholten schlechten Ergebnis des Spermiogramm sind wir eben auch unsicher, ob es nicht besser ist, gleich den schulmedizinischen Weg zu gehen als den anderen. Aber am liebsten wäre mir eine Kombination, doch das habe ich ja bereits erwähnt.

Danke für Eure Antworten und Hilfen!

Liebe Grüße
Barpappa73

Edelherb
15.04.2010, 13:23
Also, ich habe innerhalb eines Jahres 10 Mal meine Periode gehabt. Es gab zwei Zyklen mit exakt 28 Tagen, dann waren zwei mit 6 Wochen dabei (42 Tage) und die anderen gemischt, aber immer länger als 28 Tage. Ich habe es auch mit dem Temperatur-Messen versucht, aber ziemlich bald entnervt aufgegeben, weil ich es zu oft im Aufstehtran vergessen habe (o.k., das ist keine Entschuldigung, weiß ich) und ich keine Veränderung gesehen habe (was mich demotiviert hat). Dann las ich, dass man die fruchtbaren Tage über den Zervixschleim bestimmen könnte und habe darauf geachtet, aber in den ganzen 10 Zyklen habe ich dreimal so einen schönen Schleim gehabt wie beschrieben, so dass ich hätte sagen können: das war wohl die richtige Zeit. In den anderen Zyklen gab es das nicht. Zudem habe ich 18 Jahre lang keinen eigenen natürlichen Zyklus gehabt, so dass ich auch nicht sagen könnte "Vor der Pilleneinnahme war das so oder so", liegt ja schon ewig zurück, für mich war das letzte Jahr so als ob ich das erste Mal überhaupt die Periode habe.

Hm, man sollte schon wissen, was man tut, sonst ist der Frust natürlich vorprogrammiert. :smirksmile:

Z.B. ist es ein Ammenmärchen, dass "regelmäßiger Zyklus" bedeutet, immer brav 28 Tage. Nur als Beispiel: meiner war üblicherweise 29-33 Tage, aber auch mal 27 oder 35 Tage waren drin, ich würde ihn trotzdem als regelmäßig bezeichnen, war auch immer mit Eisprung. Der Körper ist kein Uhrwerk, gewisse Verschiebungen sind völlig normal.

Ebenso Zervixschleim: für eine Zyklusauswertung (nur aussagekräftig in Kombination mit Temperatur!) braucht es keinen 1a-Schleim wie in den Beschreibungen. Es gibt viele Frauen, die den nicht haben, für eine Auswertung braucht es alleine eine Änderung, einen Umschwung, von einer Kategorie zu einer anderen.

Temperatur: auch hier sollte man die Regeln kennen, um vernünftig auswerten zu können. Über längere Zeit keine großartigen Änderungen kann völlig normal sein und spricht eher für auswertbare Zyklen mit Eisprüngen (anovulatorische sind gerne sehr zackig).

Fazit: ich empfehle das Buch "Natürlich und sicher (http://ecx.images-amazon.com/images/I/51SZFZ9FBWL._SL500_AA300_.jpg)" aus dem Trias-Verlag, hatte ich auch oben schon erwähnt, zusätzlich kann es interessant sein, im NFP-Forum herumzulesen (NFP-Forum (http://www.nfp-forum.de)). Wenn Du die Methode beherrscht, stehen die Chancen nicht schlecht, dass plötzlich entweder doch eine Auswertung möglich ist oder es sich deutlich zeigt, wenn Zyklen anovulatorisch (=ohne Eisprung sind) - und ob das einzelne Zyklen sind oder ob es dauerhaft so ist.



Ja, wegen des wiederholten schlechten Ergebnis des Spermiogramm sind wir eben auch unsicher, ob es nicht besser ist, gleich den schulmedizinischen Weg zu gehen als den anderen. Aber am liebsten wäre mir eine Kombination, doch das habe ich ja bereits erwähnt.


Dann sag doch mal konkret, was Du Dir davon erhoffst, wo es auf zum einen für Deine Seite bisher völlig unklar ist, OB es überhaupt ein Problem gibt oder nicht alles in Ordnung ist und für Deinen Mann auf der anderen Seite klar ist, dass es ein sehr großes Problem gibt.

Ich möchte noch ergänzen: ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es einem schwer fallen kann, den Weg einer künstlichen Befruchtung zu gehen, das war bei uns auch sehr lange so. Aber nach der Diagnose war klar, es gibt nur diesen Weg oder gar keinen. Und dann wollten wir auch keine Zeit mehr vergeuden und zumindest mal mit einem Versuch anfangen. Aus heutiger Sicht war das natürlich die goldrichtige Entscheidung, wir hatten auch sicherlich eine Menge Glück. Trotzdem, mit Abwarten steigen die Chancen nicht.

felina78
15.04.2010, 13:44
Ich habe mich auch lange gegen die Temperaturmessung gesträubt, mich irgendwann dann aber doch dazu durchgerungen das mal ein paar Zyklen lang konsequent zu machen. Und ich war dann wirklich sehr zufrieden mit der Auswertung.
Wobei ich sagen muss, dass ich erst ein ablesbares Ergebnis bekommen habe, als ich 3 Minuten vaginal gemessen habe. Oral kam bei mir nur Zickzack raus.
Mein Zervixschleim war auch nie so wie er sein sollte, daher haben wir (auch weil die Schwimmer von meinem Mann SEHR langsam waren) ein spezielles Gleitgel verwendet (Pre Seed). Ich fand es nicht besonders angenehm (irgendwie klebrig), aber es scheint seinen Teil zum Erfolg dazugetan zu haben.

Grundsätzlich finde ich es schon wichtig, die Bandbreite der Probleme überschauen zu können. Dann kann man sich einfach auch selbst eher ein Bild machen, was sinnvolle Maßnahmen sein könnten und ist den Ärzten nicht schutzlos ausgeliefert. Denn leider gibt es auch unter den Weißkitteln genug, die den Beruf nicht aus Berufung, sondern aus Profitgier gewählt haben. Von daher verlasse ich mich ungerne blind auf die Meinung des Arztes, ich möchte, dass er die Maßnahmen schon vernünftig und für mich verständlich erklärt.

Wie schlecht war denn das SG Deinem Mannes? Wieviel Prozent waren normalgeformt, wieviele schnell und normal beweglich, wie war die Menge pro ml?

Meinen Akupunkteur kannte ich vorher schon, er ist nämlich der Tierarzt meiner Katze :freches grinsen:. Von daher wußte ich schon, wie er so drauf ist und dass ich damit gut klar komme. Der Preis war bei ihm auch echt günstig, ich habe nur 80 EUR für 2 Sitzungen + Kräutertabletten für einen Monat bezahlt.
Der Erfolg sollte sich nach 4-6 Wochen einstellen (hat er auch), von daher fand ich den Zeitverlust und auch den finanziellen Aufwand recht gering und wollte es einfach noch probieren, bevor ich in die Kiwu-Klinik gehe.

barpappa
19.04.2010, 13:02
Hallo,

leider kann ich nicht so schnell antworten wie ich gerne möchte, auf de Arbeit ist das Internet (bzw. diese Seite) extrem langsam.

Meinem Mann ist die Situation sehr gut bewusst, er fühlt sich damit auch nicht gut, dass wir eventuell einen anderen Weg gehen müssen, um Kinder zu haben. Er würde auch gerne was von seiner Seite aus tun (z.Bsp. Akupunktur, Homöopathie), aber dazu brauchen wir auch erstmal jemanden. Das bzw. die drei Spermiogramme waren ziemlich schlecht, genaue Zahlen habe ich nicht im Kopf.
Ich habe inzwischen das Buch "Natürlich und sicher" bestellt, werde mich damit befassen und hier im Forum nach einem Akupunkteur oder Homöopathen fragen, vielleicht finde ich dadurch jemand passenden, der unterstützend wirken kann.
Alles nicht so einfach, aber ich bin froh, dass ich hier im Forum Hilfe finde!!

Liebe Grüße
Barpappa73

Murmel06
23.04.2010, 09:27
Hallo Barbapapa,

eigentlich kann ich mich den anderen nur anschließen: Unbedingt zweigleisig fahren!

Was Eure Homöopathin sagte ist m.E. nonsens und auch angesichts Deines Alters eigentlich fast schon unseriös. Mir hat mal eine "Alternativheilerin" gesagt: Sie müssen - wenn Sie das möchten - unbedingt mit der Schulmedizin weitermachen, denn Sie müssen alles ausprobieren. Das fand ich seriös.

Ich wurde nach vielem vielem Herumtüfteln bei unserer ersten ICSI mit Zwillingen schwanger, zusätzlich war ich bei einer guten Akupunkteurin. Wo lebst Du denn? Ich könnte Dir eine im Raum AC empfehlen.

Ich persönlich würde auch die Akupunktur der Homöopathie vorziehen.

Meiner persönlichen Meinung nach kann bei einer konkreten Diagnose, die ja sogar Euch beide betrifft, wahrscheinlich doch ohnehin am besten die Schulmedizin helfen, Alternativmedizin kann unterstützend helfen, und, da schließe ich mich meinen Vorschreiberinnen an, auch der Psyche gut tun. Diese Auffassung beruht natürlich auf meinem eigenen Erfahrungen.

Horch in Dich rein! Das ist wirklich etwas, was man bei der Kinderwunschbehandlung lernt: man kann den nächsten Schritt immer nur selbst entscheiden.

Es drückt ganz fest die Daumen

die Murmel

Mausy
26.04.2010, 17:01
Hallo Barbapapa!
Zu meiner Situation: bei mir (32) ist alles in Ordnung (ES, Hormonspiegel unauffällig, SD-Wert gut eingestellt), das SG meines Mannes war jedoch bei jeder Kontrolle sehr schlecht (OAT III, also alles was schlecht sein kann, war schlecht).

Wir sind in einer Kiwu-Klinik, in der wir uns gut betreut fühlen.
Da es für uns aus schulmedizinischer Sicht keine andere Lösung gab, haben wir uns für eine künstliche Befruchtung (ICSI) entschieden. Zur homöopathischen Seite hat meine FÄ, die auch Akupunktur etc. anbietet, gesagt, dass man eventuell etwas probieren könne, wenn wir 10 Jahre jünger wären, aber so verspricht sie sich nicht wirklich etwas davon.
Also war die Entscheidung recht schnell gefallen und mittlerweile stehen wir am Anfang des zweiten Versuchs.

Eines ist klar: es ist kein Zuckerschlecken, aber das brauche ich dir kaum zu erzählen. Die körperliche Belastung hält sich bei mir sehr in Grenzen, zum Glück. Psychisch ist es schwieriger, ich habe aber aus dem ersten Versuch gelernt, dass ich Menschen um mich herum brauche, die Bescheid wissen und mit denen ich darüber reden kann. Auch die Leute im Forum (insbes. der Strang "Kinderwunsch und Kiwu-Klinik") haben mir geholfen.
Ich nehme jetzt seit kurzem hom. Mittel für die Nerven, keine Ahnung, ob es was hilft. Ich hatte keine Lust, an irgendetwas herumzudoktern (soll jetzt nicht abwertend sein), obwohl das eigentliche Problem bekannt und nicht behoben werden kann. Daher denke ich im Moment, es war die richtig Entscheidung und hoffe natürlich, dass uns weitere Versuche erspart bleiben. Aber auch das werden wir hoffentlich hinbekommen, sollte es so sein. Wichtig ist m.E. der Rückhalt vom Partner, ohne den wird es noch schwieriger. Auch wenn die Männer es nicht immer so verstehen, wie es uns dabei geht, sobald sie für einen da sind, macht es das leichter.

Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du für dich die richtige Entscheidung und den richtigen Weg findest!

LG

barpappa
28.04.2010, 17:41
Hallo Mausy und hallo Murmel06,

Vielen, vielen herzlichen Dank für Eure beiden Postings!!! Auch Ihr habt mir sehr weiter geholfen und mich bestätigt: ich sollte beides kombinieren.
Momentan bedrückt mich schon sehr, dass ich mit niemandem sprechen kann und mir auch nicht vorstellen kann, manchen meiner wenigen Freunde das zu erzählen und das belastet schon sehr. Und ich bin traurig, dass ich erst mit 36 Jahren wieder meine Periode bekommen habe, somit unglaublich viel Zeit verloren habe, vielleicht doch auf ganz natürlichem Weg ein Kind zu bekommen. Hätte ich doch früher probieren angefangen….
Andererseits muss ich mir dann immer sagen, dass es ja auch seinen Grund hatte, warum ich so lange mit der Essstörung zu kämpfen hatte. Alles hat irgendwie seinen Sinn.

Mausy, ich drücke Dir von ganzem Herzen beide Daumen und wünsche Dir, dass Ihr jetzt die letzte ICSI macht, weil erfolgreich!!!!
:allesok: :allesok:

Murmel06: Deine Erzählung macht Mut und anscheinend hattest Du die richtige Alternativmedizinerin, zu mir hat das noch keiner gesagt. Es heißt immer: entweder oder, "ich kann nicht arbeiten, wenn Sie künstliche Hormone nehmen", blabla.
Ich bin immer noch auf der Suche nach jemandem der Akupunktur in Frankfurt/Main macht und dem ich vertrauen kann.

Liebe Grüße
Barpappa

Mausy
28.04.2010, 18:07
Hallo!

Freut mich, wenn dir das Posting geholfen hat!
Mit Freunden darüber sprechen, tja, das ist so ein Thema, das sich bei uns langsam entwickelt hat. Mein Mann wollte es erst gar nicht, was ich auch verstehen kann, er ist ja nun mal der Auslöser. Mit der Zeit ist das besser geworden und wir konnten es ein paar Leuten erzählen.
Am WE haben wir es einem befreundeten Paar berichtet und erfahren, dass die beiden vor einigen Jahren das gleiche Problem hatten. Auch wenn die Situation bei ihnen eine andere war, was ich damit sagen will: du weißt nicht immer, was bei den anderen so abläuft, genauso wenig, wie sie es ja von dir wissen und manchmal kommt Erstaunliches zutage.
Aber selbst wenn keiner in dieser Situation ist oder war - Verständnis haben wir von allen erfahren. Aus meiner Sicht kann ich dir nur raten, darüber nachzudenken, wem du es erzählen kannst, das hilft. Aber letztlich musst du nach Bauchgefühl natürlich entscheiden.

Wenn du mit der Essstörung zu kämpfen hattest, wäre vermutlich auch keine Kraft für ein Baby gewesen, daher hast du die Zeit gebraucht, um mit dir ins Reinen zu kommen. Das war sicherlich ein unheimlich wichtiger Weg, der erst mal gegangen werden muss!

Danke für´s Daumendrücken und ich gebe sie dir natürlich genauso zurück:allesok:!

LG

Zitronengras
01.05.2010, 17:58
Wenn Du Deinen Zyklus mit Temperatur und Schleim beobachten möchtest, empfehle ich zur Auswertung [www . myNFP . de] . Dort kann man auch das Ziel angeben: Verhütung, Kinderwunsch, Beobachtung. Ich finds ziemlich einfach und komfotabel.