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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorfälligkeitszinsen bei Hausverkauf



Glockenklang
03.02.2010, 16:46
Hallo,
ich habe eine Frage. Mein Mann will die Trennung und auch den Hausverkauf. Unsere Bank will 15.000 € Vorfälligkeitsgebühr für die vorzeitige Ablöse. Ich bin so unsicher. Ich will das nicht bezahlen bzw. tragen. Was für ein Anwalt könnte mich da beraten, einer mit Familienrecht? Oder kennt Ihr jemand, der das ohne Anwalt gelöst hat und derjenige, der partout das Haus verkaufen will, trägt diese Kosten ganz alleine?

Bin dankbar für jede Antwort. Komme aber vor heute abend sicher nicht mehr hier rein.

Glockenklang

Opelius
03.02.2010, 17:57
Vorfälligkeitsgebühren fallen an, wenn wie bei Euch das Haus innerhalb der Laufzeit von Hypotheken verkauft werden soll, also der Hypothekenvertrag vorzeitig endet.
Ich würde abraten soetwas mit Deinem scheidungswilligen Mann allein zu verhandeln. Denn Ihr seid zusammen Schuldner, also müssen die Schulden, die Vorfälligkeistgebühr und der evtl. Verkaufsgewinn Eures Hauses geteilt werden. Mach das über eine gute Scheidungsanwältin, sonst läufst Du Gefahr über den Tisch gezogen zu werden.

Du allein könntest das Haus nicht stemmen? Wenn Ihr minderjährige Kinder habt, kann Dein Zukunfts-Ex nicht so ohne weiteres Dir Dein Zuhause nehmen.

Nocturna
03.02.2010, 17:59
Mein Mann will die Trennung und auch den Hausverkauf.

Gehört das Haus euch beiden, habt ihr zusammen die Kreditverträge unterschrieben?
Letztlich müsst ihr eine Regelung finden, um euren finanziellen Forderungen gegenüber der Bank nachzukommen, ob ihr nun das Haus gemeinsam verkauft oder einer den anderen auszahlt und selbst darin wohnen bleibt.


Oder kennt Ihr jemand, der das ohne Anwalt gelöst hat und derjenige, der partout das Haus verkaufen will, trägt diese Kosten ganz alleine?

Man kann alles Mögliche ohne Anwalt regeln, allerdings muss man sich dazu einig sein. Wenn keiner das Haus allein halten kann, dann sehe ich nicht viel Möglichkeiten dieser Vorfälligkeitsentschädigung zu entgehen. Es empfiehlt sich aber immer, den Betrag nochmal selber nachzukalkulieren (Stiftung Warentest hat dazu einige Tipps auf der Website).

Glockenklang
03.02.2010, 20:55
Vorfälligkeitsgebühren fallen an, wenn wie bei Euch das Haus innerhalb der Laufzeit von Hypotheken verkauft werden soll, also der Hypothekenvertrag vorzeitig endet.
Ich würde abraten soetwas mit Deinem scheidungswilligen Mann allein zu verhandeln. Denn Ihr seid zusammen Schuldner, also müssen die Schulden, die Vorfälligkeistgebühr und der evtl. Verkaufsgewinn Eures Hauses geteilt werden. Mach das über eine gute Scheidungsanwältin, sonst läufst Du Gefahr über den Tisch gezogen zu werden.

Du allein könntest das Haus nicht stemmen? Wenn Ihr minderjährige Kinder habt, kann Dein Zukunfts-Ex nicht so ohne weiteres Dir Dein Zuhause nehmen.

danke opelius,

nein, ich kann es leider alleine nicht abbezahlen. ich habe nur einen halbtagsjob und ich habe einen minderjährigen sohn, der bei mir lebt.

wir haben nach anfänglichem zögern beide jeder einen anwalt eingeschalten, um den unterhalt zu berechnen. da ist dann auch der hausverkauf "Gegenstand" gewesen. wir haben uns zwar jetzt geeinigt, aber ich bin total unglücklich mit dem ergebnis. und ich fühle mich mit meiner anwältin nicht so gut beraten.

dass ich die vorfälligkeit mittragen soll, macht mich wahnsinnig.

er hat zwar jetzt ein einkommen am unteren limit aber durch ein vorzeitiges erbe (schenkung) einer immobilie hätte er genügend sicherheiten für die bank, denke ich...

laufzeit der darlehen wäre noch bis 2016.

oh mann

glockenklang

Glockenklang
03.02.2010, 21:01
Gehört das Haus euch beiden, habt ihr zusammen die Kreditverträge unterschrieben?
Letztlich müsst ihr eine Regelung finden, um euren finanziellen Forderungen gegenüber der Bank nachzukommen, ob ihr nun das Haus gemeinsam verkauft oder einer den anderen auszahlt und selbst darin wohnen bleibt.

Man kann alles Mögliche ohne Anwalt regeln, allerdings muss man sich dazu einig sein. Wenn keiner das Haus allein halten kann, dann sehe ich nicht viel Möglichkeiten dieser Vorfälligkeitsentschädigung zu entgehen. Es empfiehlt sich aber immer, den Betrag nochmal selber nachzukalkulieren (Stiftung Warentest hat dazu einige Tipps auf der Website).

hallo nocturna,
das haus gehört uns beiden und wir haben zusammen die verträge unterschrieben.
glockenklang

Glockenklang
03.02.2010, 21:03
es kommt halt immer mehr dazu. ich habe eine sondertilgung mit dem erlös meiner lebensversicherung gemacht in höhe von 13.200.

kann ich die etwa jetzt auch abschreiben??

Nocturna
03.02.2010, 22:03
es kommt halt immer mehr dazu. ich habe eine sondertilgung mit dem erlös meiner lebensversicherung gemacht in höhe von 13.200.

kann ich die etwa jetzt auch abschreiben??
Das solltest du unbedingt deine Anwältin fragen. Ich weiß, dass Lebensversicherungen zum Zugewinnausgleich gehören. Ob du jetzt einen Nachteil hast, weil das Geld in die Tilgung geflossen ist, überfordert meine Laienkenntnisse.

Sittsam
04.02.2010, 17:17
es kommt halt immer mehr dazu. ich habe eine sondertilgung mit dem erlös meiner lebensversicherung gemacht in höhe von 13.200.

kann ich die etwa jetzt auch abschreiben??

Normalerweise ja. Aber mach mal die Pferde nicht scheu. Es muss doch erst mal ein Käufer gefunden werden. Oder gibt es schon einen?

Man kann mit Banken auch verhandeln. Man kann sagen, dass man beim der nächsten Hypothek, die man irgendwann einmal brauchen könnte mit Sicherheit zu einer anderen Bank geht, wenn sie sich hier stur stellen.

Du rechnest ja mit einem Gewinn, oder? So, dann legt man dar, dass man das Geld welches übrigbleib, wenn das Haus verkauft wird, bei einer anderen Bank anlegt.

Vorfälligkeitszinsen stehen der Bank zwar zu, aber die Höhe ist nicht zwingend vorgeschrieben.

Inaktiver User
04.02.2010, 17:45
Das solltest du unbedingt deine Anwältin fragen. Ich weiß, dass Lebensversicherungen zum Zugewinnausgleich gehören. Ob du jetzt einen Nachteil hast, weil das Geld in die Tilgung geflossen ist, überfordert meine Laienkenntnisse.

Tilgung ist Zugewinn - es macht also keinen Unterschied, ob sie die Lebensversicherung dareingegeben hat oder nicht.

Einen Unterschied macht es natürlich, ob die Lebensversicherung im Wesentlichen vor der Ehe eingezahlt worden ist (dieser Teil gehört zu ihrem Anfangsvermögen) oder ob sie im Wesentlichen in der Ehe bespart worden ist (dann ist das ja sowieso Zugewinn).


@Glockenklang,

er ist in keiner Weise verpflichtet, da seine Erbschaft hineinzugeben.

und auch nicht, mit Dir weiter ein Haus abzubezahlen und zu haben.

und Ihr habt gemeinsam das Haus - und kommt gemeinsam dafür auf - bzw. teilt, was übrig bleibt (und da wird die Vorfälligkeitsentschädigung nun einmal abgezogen).

jeder in einer Gemeinschaft hat das Recht, den Verkauf zu wollen.
das kann der andere nur abwenden, wenn er auszahlen kann.

und dann geht alles halbe-halbe - auch die Vorfälligkeit.


ist während der Ehe denn noch anderes Vermögen aufgebaut worden?
(nicht die Erbschaft - die ist seine).

Glockenklang
04.02.2010, 20:07
Tilgung ist Zugewinn - es macht also keinen Unterschied, ob sie die Lebensversicherung dareingegeben hat oder nicht.

Einen Unterschied macht es natürlich, ob die Lebensversicherung im Wesentlichen vor der Ehe eingezahlt worden ist (dieser Teil gehört zu ihrem Anfangsvermögen) oder ob sie im Wesentlichen in der Ehe bespart worden ist (dann ist das ja sowieso Zugewinn).


@Glockenklang,

er ist in keiner Weise verpflichtet, da seine Erbschaft hineinzugeben.

und auch nicht, mit Dir weiter ein Haus abzubezahlen und zu haben.

und Ihr habt gemeinsam das Haus - und kommt gemeinsam dafür auf - bzw. teilt, was übrig bleibt (und da wird die Vorfälligkeitsentschädigung nun einmal abgezogen).

jeder in einer Gemeinschaft hat das Recht, den Verkauf zu wollen.
das kann der andere nur abwenden, wenn er auszahlen kann.

und dann geht alles halbe-halbe - auch die Vorfälligkeit.


ist während der Ehe denn noch anderes Vermögen aufgebaut worden?
(nicht die Erbschaft - die ist seine).

zum zeitpunkt der eheschließung war die lebensversicherung ca. 6.900 wert. das zählt dann doch zu meinem anfangsvermögen, oder? der rest kann ja dann halbe halbe gehen? d.h. er muss mir ca. 3.000 zahlen oder verrechne ich mich da?

danke für den tipp mit dem verhandeln mit der bank. das werde ich unbedingt versuchen.

ja, es gibt potenzielle käufer, aber ich glaube erst daran, wenn der notartermin rum ist...

und ja, irgendwie rechne ich schon mit einem kleinen gewinn zwischen dem preis den wir bezahlt haben und dem wie wir verkaufen wollen, der aber total geschmälert wird durch diese vorfälligkeit...

außerdem darf ich gar nicht reinrechnen, was wir in das haus hineingesteckt haben...

danke jedenfalls für eure klaren worte...

glockenklang

Inaktiver User
04.02.2010, 21:50
kennst Du das Grundprinzip des Zugewinnausgleichs?

(wobei der beantragt werden muss - das macht das Gericht nicht automatisch).


Wenn Ihr das Haus sogar mit Gewinn verkaufen könnt - dann steht Ihr ja noch recht gut dar.

Es gibt ja auch Paare, da bleiben vom Haus noch Schulden übrig, obwohl alle Ersparnisse da hineingingen.


Stell Dir vor, das Haus ist verkauft und Ihr habt Geld.
Dann kommt alles, was Ihr habt, auf einen großen Haufen.
Dann darf sich jeder sein Anfangsvermögen nehmen - er z.B. seine Erbschaft, Du z.B. die 6900 Euro.

und was dann übrigbleibt ist der Zugewinn, von dem bekommt jeder die Hälfte.

Glockenklang
06.02.2010, 11:00
kennst Du das Grundprinzip des Zugewinnausgleichs?

(wobei der beantragt werden muss - das macht das Gericht nicht automatisch).


Wenn Ihr das Haus sogar mit Gewinn verkaufen könnt - dann steht Ihr ja noch recht gut dar.

Es gibt ja auch Paare, da bleiben vom Haus noch Schulden übrig, obwohl alle Ersparnisse da hineingingen.


Stell Dir vor, das Haus ist verkauft und Ihr habt Geld.
Dann kommt alles, was Ihr habt, auf einen großen Haufen.
Dann darf sich jeder sein Anfangsvermögen nehmen - er z.B. seine Erbschaft, Du z.B. die 6900 Euro.

und was dann übrigbleibt ist der Zugewinn, von dem bekommt jeder die Hälfte.

Tja Leonie, bis zur Scheidung ists ja noch ein wenig hin. Sie ist noch nicht einmal eingereicht.

Ich hätte das halt gerne vorher geklärt, da es bei uns in den finanziellen Geschichten solch ein Kuddelmuddel gibt, dass nicht einmal meine Anwältin durchblickt...

Ich habe es mir so vorgestellt: Haus verkauft - Abstandszahlung seinerseits.

Nächsten Schuldenberg angehen, dann weitersehen...

Aber das ist ja alles nicht so einfach...

Glöckchen

Igel224
19.02.2010, 17:48
Ich würde mal von der Verbraucherzentrale oder (ich glaube test.de bietet auch so etwas an) prüfen lassen, ob die Entschädigung der Höhe nach überhaupt gerechtfertigt ist. Ich kenne doch unsere Banken ...:pfeifend:
War nur so mein erster Gedanke beim Lesen.