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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Twitter-Faktor



Tabetha
12.01.2010, 11:33
Wie gewünscht, ein kurzer Anriss des Themas. Es geht um Twitter im engeren und Social Media im weiteren Sinne.

Wir befinden uns im Social-Media-Zeitalter. Social Media - darunter fällt z. B. auch die Bricom. Plattformen, auf denen Eindrücke, Meinungen ausgetauscht und Empfehlungen ausgesprochen werden. Oder Warnungen geäußert werden. Kritik ihren Platz findet.
Das klingt jetzt erst einmal neutral.
So war es auch relativ lange.

Bis die Blogs und der Dienst Twitter die Bühne betraten. Von beiden ging - fast über Nacht - eine starke Kraft zur Meinungsbildung aus. D. h., Beiträge über diese Kommunikationsmittler können Unternehmen und Produkte pushen, sie allerdings auch diskreditieren.
Letzteres ist etwas, weswegen Unternehmen sich dem lange verschlossen haben. Das bringt aber nichts mehr - denn die Kommunikation findet da draußen auch ohne sie statt - aber über sie. Das kann man nicht verhindern. Also ist es im Zweifelsfall besser mitzuspielen.
Dies klingt nun eher negativ. Ist es aber nicht, es gilt einfach die Regeln zu beherrschen und eine offene Kommunikation zu pflegen (predigen gute PR-Leute ja sowieso und wundern sich manchmal über die Presseabteilungen großer Konzerne ...).

Seitens der Zeitungsmacher wurde - teilweise wird auch noch - gegen Blogs und ganz extrem gegen Twitter geschossen. Warum? Insbesondere Twitter bringt die Redaktionen ganz schön ins Schwitzen.
Die Meinungsmacher sehen ihr bisheriges Monopol gefährdet. Konnten sie doch durch Auswahl der Themen, der Art und Weise der Berichterstattung und Weglassungen die Meinung in gewünschte Richtungen lenken und beeinflussen. Die Meinungshoheit, die wird ihnen nun aus der Hand genommen.
Twitter ist ein Pool von Millionen Menschen (Kunden!), die Daten, Fakten, Meinungen weltweit mit anderen teilen. Nicht umsonst zittert China vor dem Internet und schaltet diese Dienste ab. Denn sie setzen die Möglichkeit außer Kraft, Dinge unter den Teppich zu kehren. Printmedien stolpern plötzlich über Redaktionsschlüsse und Drucktermine - die Nachricht ist schon längst auf der ganzen Welt verbreitet.
Natürlich ist nicht alles wahr, was gepostet wird, natürlich muss ich nicht jede Meinung billigen, natürlich ist - und dies galt immer und wird immer gelten - auch jedes Wort immer kritisch zu hinterfragen, zu recherchieren und das Denken sollte auch nicht vergessen werden.

Das Informationszeitalter und die Verbreitung von Nachrichten - hier ist die größte Medienrevolution aller Zeiten (manche sagen seit Guttenberg). Die Nachrichten finden mich - nicht ich muss sie suchen. Wenn ich einen Pool von geeigneten Followern* bei Twitter habe kann ich fast sicher gehen, dass mindestens einer von ihnen mich täglich mit einem Link einer Nachricht versorgt, die für mein Interessensgebiet/Arbeitsgebiet von Relevanz ist.

Und hier kommt Marketing ins Spiel. Nirgendwo werden derzeit News schneller verbreitet als über Twitter. Nirgendwo habe ich ein größeres Publikum, das sich aus Verbrauchern und Fachleuten zusammensetzt (Konsumenten, Multiplikatoren).
Das kann für Positionierung, Branding und für den Vertrieb eingesetzt werden. Hierfür bedarf es allerdings Fachleute - denn das System des Netzwerkens muss durchschaut werden. Der Workflow eines Beitrages muss geplant sein und entsprechend umgesetzt werden. Habe ich keine Follower, wird mein Beitrag - einsam ins Netz gestellt - schwerlich zu erhöhten Kundenanfragen im Shop führen. Treffe ich nicht den Ton, der Leser aufhorchen lässt, werden meine Beiträge untergehen. Kann ich meine Angebote nicht nett verpacken, gut verkaufen und geschickt anpreisen - so stehe ich auf verlorenem Posten.
Und eine ganz dicke Warnung an die, die es selbst versuchen wollen. Twittern erfordert sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit.

Das war mal ein kurzer (na ja) Einblick. Natürlich möchte ich keine kompletten Marketingkonzepte kostenfrei zur Verfügung stellen ;- ), wie sich z. B. Shops im Detail über Twitter vermarkten lassen.


* Follower sind Leser, die meine Tweets (meine Beiträge) abonniert haben.

"Der Twitter Faktor" ist ein Buch, das ich bisher auch noch nicht komplett gelesen habe. Wann denn auch ;- )

da-sempre
12.01.2010, 14:54
Danke Tabetha für das ausführliche Posting. Ich habs nur überfliegen können, melde mich aber Ende der Woche mal bei Dir.

Inaktiver User
13.01.2010, 11:02
Und eine ganz dicke Warnung an die, die es selbst versuchen wollen. Twittern erfordert sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit.

Ähnliches gilt ja auch für Facebook. Dort sind es die "Freunde" statt der "Follower", die die Meldungen lesen und kommentieren.

Ich denke, man muss sich genau überlegen, ob der Aufwand lohnt. Leute, die B2B verkaufen, brauchen diese Dienste ohnehin nicht. Sie können auch einen Infomationsoverkill erzeugen, der mehr schadet als nützt.

Generell ist für jeden Selbständigen Zeit eine wertvolle Ressource. Und gerade im Internet kann man enorm viel Zeit "verbraten", ohne dass man es merkt.
Wenn bei mir die Zeit knapp ist, beschränke ich mich auf reine Fachforen - und manchmal reicht es nicht mal dafür, weil die Prioriäten für mich klar sind.

Außerdem dienen social media wie Twitter und Facebook dem Austausch, dh. es buhlen alle um Aufmerksamkeit und es wird ungern gesehen, wenn einer den Eindruck macht, dass er etwas verkaufen möchte und die anderen nur als Kunden sieht. Wer allzu vordergründig Werbung macht, vergrault die "Freunde", die ja ihrerseits für ihre tollen Posts und Fotos bewundert werden möchten. :smirksmile:

Tabetha
13.01.2010, 14:07
Twitter und Facebook sind nicht miteinander vergleichbar. Im Bereich Social Media ist Twitter die bevorzugte Plattform der Unternehmen. Zudem ist hier der Altersdurchschnitt ein gutes Stück höher. Die Mehrheit der bei Twitter Vertretenen ist Führungskraft oder selbstständig. Ein zunehmender Prozentsatz nutzt Twitter beruflich bzw. zum Erlangen von Branchenwissen.

Da Zeit wertvoll ist und Kommunikation meiner Meinung nach immer (!) in Fachhände gehört - die im Internet hat ganz besonders Augenmerk verdient - sollte man auch immer Fachkundige twittern lassen. Kommunikation kann sehr gefährlich sein ;- )
Das "Buhlen" um Kunden (das natürlich hier ein wenig subtiler läuft) sieht im Social Media ein wenig anders aus als die Werbung vom Media Markt. Da muss man sich schon ein paar Dinge einfallen lassen und vor allen Dingen - es ist ein Prozess. D. h. es gibt auch hier ein Konzept und man muss Zeit einplanen. Wenn eine Twittermeldung 10 neue Kunden bringen würde - nun, dann würden wir wohl nicht mehr in der Bricom schreiben, oder ;- )

Inaktiver User
13.01.2010, 15:52
Da Zeit wertvoll ist und Kommunikation meiner Meinung nach immer (!) in Fachhände gehört - die im Internet hat ganz besonders Augenmerk verdient - sollte man auch immer Fachkundige twittern lassen.
In manchen Branchen - gerade bei nicht-geschützen Berufen - halten sich allerdings sehr viele für fachkundig.

Ich habe auf Twitter mal nach den Begriffen: Art, Kunst und Illustration gesucht. Ergebnis:
Fast immer handelt es ich um Eigenwerbung, die selben "Kleinanzeigen" wie bei XING. Die Suche nach einem interessanten Tweet gleicht dem nach einer Stecknadel im Heuhaufen.

Für meine Zwecke wäre das nicht geeignet. Die interessantesten Diskussionen hatte ich bisher bei XING (Fachforum Bildwissenschaft) oder in Foren, die nur für Insider zugänglich sind (in denen wirklich Tacheles über Vertragsgestaltung, Honorare etc. geredet wird und gute Hilfestellungen gegeben werden).

In der Bri-comm schaue ich ab und zu vorbei - aber immer seltener.

Tabetha
13.01.2010, 15:56
In manchen Branchen - gerade bei nicht-geschützen Berufen - halten sich allerdings sehr viele für fachkundig.



Nun, der Kunde hat Möglichkeiten, dies anhand von Referenzen zu überprüfen. In meinem Bereich z. B. - nach Veröffentlichungen fragen (belegen lassen bzw. ggf. im Web suchen und finden) und bei Twitter die Corporate Tweets verfolgen ;- )
Ansonsten stimme ich Dir zu. Gerade im Bereich "Schreiben" meint jeder etwas zu sagen, pardon, zu schreiben zu haben. Daher - siehe Sätze davor ...

Inaktiver User
13.01.2010, 16:33
In meinem Bereich z. B. - nach Veröffentlichungen fragen (belegen lassen bzw. ggf. im Web suchen und finden) und bei Twitter die Corporate Tweets verfolgen ;- )

Das klingt nachvollziehbar. Kann man sich die Corporate Tweets auch anzeigen lassen, ohne sich gleich anmelden zu müssen?

Beim Schreiben ist es sicher hilfreich, nach Veröffentlichungen zu fragen (seriöse Verlage sind ein guter Filter). Bilder haben unzählige Leute schon "veröffentlicht" - beim Zahnarzt, im Café....:smirksmile:

Tabetha
13.01.2010, 17:27
Das klingt nachvollziehbar. Kann man sich die Corporate Tweets auch anzeigen lassen, ohne sich gleich anmelden zu müssen?



Ja - nein ;- ) Man kann, wenn der Gefragte ein pfiffiger Texter war und die Tweets entsprechend gestaltet sind. Dann kann er Dir das Wort geben, nach dem Du unter "Was sagt man über ..." suchen kannst ;- )
Ansonsten wäre es mir wert, mich mal kurz anzumelden. Anmelden in solchen Fällen kann man aber auch machen, wenn man "Wegwerf-E-Mail-Adressen" nutzt und natürlich nicht unter Realnamen.

Inaktiver User
13.01.2010, 17:55
Danke, Tabetha, das werde ich gerne mal ausprobieren, wenn ich etwas mehr Zeit habe. Ich Moment laufe ich mal wieder meinen Deadlines hinterher :smirksmile:

Woodstock62
13.01.2010, 20:25
Danke für die umfangreiche Info Tabetha, das hört sich ziemlich aufwändig an... ich glaub ich werde alt :knatsch: :knatsch: Aber im Endeffekt bleibt einem ja kaum was übrig, als sich damit zu befassen. Sobald ich mit dem neuen Shop "am Netz" bin, werde ich mich näher damit befassen.

Danke aber schon mal.

Woody

Tabetha
14.01.2010, 08:42
... ich glaub ich werde alt :knatsch: :knatsch:

Ja, das ist gerade das Problem in der Kommunikationsbranche. Viele Redakteure der Tagespresse, ca. um die 50 Jahre - teilweise sogar jünger - kommen nicht mehr mit. Die haben einen ganz anderen Kommunikationsablauf gelernt, manche haben sich dem Internet verwehrt und sich nur mit Sträuben angenähert. Und nun wird im Internet die Kommunikation revolutioniert.
Das mangelnde Wissen von Redakteuren diesbezüglich haut mich manchmal um. Und manche bleiben stur einfach dagegen.
Ich musste mich im vergangenen Jahr mit so vielen neuen Dingen beschäftigen, wie in den letzten 5 Jahren zusammengenommen nicht. Mein technischer Wortschatz ist letztes Jahr überdurchschnittlich gewachsen. Im Kommunikationsbereich ist ebenfalls eine nicht unerhebliche Anzahl Wörter dazugekommen.

Man muss lebenslang für den Job lernen (eine Maxime, die insbesondere Lokalredakteure meiner Meinung nach unter den Tisch fallen lassen), das, was wir uns im technischen Bereich und in der Kommunikation in den vergangenen Monaten aneignen mussten, sprengt allerdings die bisherigen Dimensionen und vor allen Dingen die Geschwindigkeit.

Inaktiver User
14.01.2010, 10:49
@Tabetha
Hat das, was du unter Twitter-Faktor verstehst, mit viralem Marketing zu tun?

Tabetha
14.01.2010, 10:56
@Tabetha
Hat das, was du unter Twitter-Faktor verstehst, mit viralem Marketing zu tun?

Ja, das ist Virales Marketing bzw. Twitter kann hierfür eingesetzt werden, das ist korrekt.

Inaktiver User
14.01.2010, 11:05
Die ZEIT berichtet gerade auch über ein solches Beispiel (http://www.zeit.de/lebensart/mode/2010-01/mode-social-networks?page=1).

Inaktiver User
16.01.2010, 18:19
Im Bereich Social Media ist Twitter die bevorzugte Plattform der Unternehmen. Zudem ist hier der Altersdurchschnitt ein gutes Stück höher. Die Mehrheit der bei Twitter Vertretenen ist Führungskraft oder selbstständig. Ein zunehmender Prozentsatz nutzt Twitter beruflich bzw. zum Erlangen von Branchenwissen.

Hast Du dafür eine Quelle? Interessiert mich wirklich. Das entspricht nämlich nicht gerade meinem Eindruck (ich lebe allerdings nicht in Deutschland).

LG

Tabetha
17.01.2010, 09:24
Hast Du dafür eine Quelle? Interessiert mich wirklich. Das entspricht nämlich nicht gerade meinem Eindruck (ich lebe allerdings nicht in Deutschland).

LG

Hier ist eine Umfrage, die ich recht interessant fand:
Twitterumfrage 2 | Webevangelisten (http://webevangelisten.de/twitterumfrage/)

Spannend auch das Verfolgen meiner eigenen Accounts. Nun hängt die Resonnanz auf einen Twitter-Account ja von einigen Dingen ab. Also z. B., ob die Tweets lesenswert sind. Aber auch, ob man die richtigen Follower gewählt hat, die als Multiplikator dienen können.
Die in der oben verlinkten Ergebnisse kann ich für mich bestätigen, wobei ich bei der Wahl von Kontakten sorgfältig umgehe. Jemand, der bisher nur privat twittert, wird andere Follower generieren und einen entsprechend anderen Eindruck gewinnen.

Nun würde mich interessieren - Du lebst vermutlich im englischsprachigen Raum (oder?), welchen Eindruck hast Du - eher jünger und privat?

frangipani
17.01.2010, 09:52
Hallo Tabetha

Danke fuer die gute Zusammenfassung.

Ich kann aus AUS berichten, dass facebook und twitter inzwischen nicht mehr 'privat' und 'juenger' sind.
Facebook Business Accounts begegnen mir immer mehr, allerdings eher bei b2c Kunden.

Ich selbst twitter noch nicht - scheue mich wirklich vor dem 'textlichen' und 'zeitlichen' Aufwand, bzw den Kosten, einen PR Profi dafür zu engagieren. Ich bin aktiv in Fachforen, auf LinkedIn, Xing weniger, das zieht hier unten nicht, und in meinem Blog. Ein Facebook Business Account wird wohl mein naechster Schritt sein.

Social Media Marketing, damit spezialisieren sich hier immer mehr Marketingagenturen.

Und ja, ich stimm dir zu, Lernen ist lebenslang und es wird immer schneller. Die Spreu trennt sich dadurch vom Weizen.

Inaktiver User
18.01.2010, 09:13
Danke für den Link Tabetha.



Nun würde mich interessieren - Du lebst vermutlich im englischsprachigen Raum (oder?), welchen Eindruck hast Du - eher jünger und privat?

Südafrika (mit vielen regelmäßigen Kontakten in die USA).
Hier ist Facebook wahnsinnig wichtig. Firmen (vor allem Shopbetreiber), Freiberufler und Freizeit-Clubs haben eher einen Facebookauftritt, als eine eigene Webseite. Allerdings ist Internet hier verhältnismäßig teuer (im Vergleich zu Europa z.B.).

Meine Erfahrungen mit Twitter (englischsprachiger Raum, viele US-Amerikaner) ist eher, dass viele aus technischen Berufen Twitter nutzen. Dann aber eher für privates Fachsimpeln nicht aus beruflichen Gründen.

Tabetha
18.01.2010, 10:18
Danke für den Link Tabetha.



Südafrika (mit vielen regelmäßigen Kontakten in die USA).
Hier ist Facebook wahnsinnig wichtig. Firmen (vor allem Shopbetreiber), Freiberufler und Freizeit-Clubs haben eher einen Facebookauftritt, als eine eigene Webseite. Allerdings ist Internet hier verhältnismäßig teuer (im Vergleich zu Europa z.B.).

Vielen Dank, sehr interessant, dies mal aus einem anderen Land zu lesen. Hier war Facebook meiner Einschätzung nach lange in einer Reihe mit z. B. StudiVZ, also eher privat, jung, aus Jux und Dollerei.
Mit Twitter ändert sich dies langsam, denn Facebook ist ein Baustein des Workflow von Twitter-Meldungen geworden. Für die Nicht-Marketingleute/Nicht-Projektmanager: Der Workflow definiert vereinfacht gesagt einen bestimmten Prozessablauf. Mit dem Einstellen eines Tweets alleine ist meine Kommunikationskette ja nicht unbedingt perfekt. Also definiere ich den Gang, den meine Meldung noch zu gehen hat. Ich veröffentliche/verlinke sie also noch bei facebook, im Blog, bei xing usw. usw. usw.


Meine Erfahrungen mit Twitter (englischsprachiger Raum, viele US-Amerikaner) ist eher, dass viele aus technischen Berufen Twitter nutzen. Dann aber eher für privates Fachsimpeln nicht aus beruflichen Gründen.

Techniker trennen eigentlich nie beruflich und privat in ihren Diskussionen ;- ) Ich würde diese Twtter-Nutzung auch eher im beruflichen Bereich ansiedeln.

frangipani
18.01.2010, 11:22
Tabetha - hier ist noch was für dich zu Lesen:

Facebook Users in Australia (http://ezinearticles.com/?Facebook-Users-in-Australia&id=3420462)

(Einwohner AUS 22Mio)

Inaktiver User
18.01.2010, 15:04
Für einen vorsichtigen und professionellen Umgang mit den Netzwerken Facebook und Twitter spricht auch dieser Beitrag der SZ (http://www.sueddeutsche.de/kultur/157/500423/text/)

frangipani
18.01.2010, 22:51
Das ist richtig, ein bisschen Selbstverantwortung und Verstand sollte schon jeder mitbringen.
Im Privaten stelle ich z.B. weder persönliche Daten noch Bilder ausser Profilbild und Kontinent ein.

Im Geschäftlichen dient die Plattform als weiteres Marketingtool - da wird veröffentlicht, was auch sonst im Netz steht oder als gedrucktes Produkt verfügbar ist. Da will man ja, dass es so lang wie möglich gefunden werden kann - auch und gerade von den Suchmaschinen.

Tabetha
19.01.2010, 09:11
Das ist richtig, ein bisschen Selbstverantwortung und Verstand sollte schon jeder mitbringen.
Im Privaten stelle ich z.B. weder persönliche Daten noch Bilder ausser Profilbild und Kontinent ein.

Im Geschäftlichen dient die Plattform als weiteres Marketingtool - da wird veröffentlicht, was auch sonst im Netz steht oder als gedrucktes Produkt verfügbar ist. Da will man ja, dass es so lang wie möglich gefunden werden kann - auch und gerade von den Suchmaschinen.

Das ist richtig. Leider wird das oft verwechselt. Dank der Digital-Natives-Generation, die es besser wissen müsste, haben solche Plattformen oft einen schlechten Ruf. Da wurden und werden Bikinibildchen bei Facebook veröffentlicht und gleich die Adresse mit - da fragt man sich schon manches Mal, wo das Denkvermögen geblieben ist. Großes Erstaunen dann auch wenn darauf hingewiesen wird, dass auch gelöschte Accounts noch im Web zu finden sind. So viel zu Digital Natives.

Unternehmen und Selbstständige müssen an die Öffentlichkeit (der Bikini-Teenie eigentlich nicht, der meint nur zu müssen ...), in der bewegen sie sich sowieso schon (sollten sie zumindest, sonst können sie gleich wieder schließen). Also zwei komplett unterschiedliche Herangehensweisen.
Interessant oft bei Unternehmensgründern, wie sehr sie die Öffentlichkeit scheuen. Schon ein Foto auf der Website wird zur Diskussionsgrundlage.

frangipani
21.01.2010, 22:21
@ Tabetha & all:

hier ist ein interessantes E-book (englisch) zum Thema "Content Marketing 2010" als Download oder zum on screen lesen:

ClickPredictions 2010 (http://www.slideshare.net/ambal/clickpredictions-2010)

Tabetha
22.01.2010, 08:10
Danke für die beiden Links.
Also den mit Facebook und den hier nun ;- )

(Tabetha, die gerade in Gedanken dem Chinesen ans Leder will, der aus einem harmlosen kleinen Word-Dokument ein 30-MB-Monstrum gemacht hat)

Sprachlos
23.01.2010, 12:51
Hallo Tabetha,
ich stand wohl etwas neben mir diese Woche, habe daher deinen Strang erst jetzt gelesen. Erstmal vielen Dank für den Einblick! Leider muss ich sagen, dass ich mit dieser Art der Kommunikation aus zwei Gründen (noch) nix anfangen kann.

1. Es braucht zuviel Zeit und Nerven, ich schließe mich da auch Woody an, werd wohl langsam ein wenig alt :wie?: . Wenn ich es aber jemanden machen lasse braucht es dessen Zeit, mein Geld und wie effektiv ist es dann für den konkreten Verkauf und für wen (welche Branchen)? Gibt es da Zahlen?

2. Es erscheint mir als Marketinginstrument so wie du es beschreibst grad irgendwie manipulativ. Man kennzeichnet es nicht als Werbung, es ist aber definitiv welche? Ich gebe zu, damit habe ich einfach ein Problem. Ich mag es nicht zu manipulieren oder manipuliert zu werden, darauf reagiere ich geradezu allergisch. Oder hab ich was falsch verstanden?

Tja, also bisher scheint mir das noch nicht so überzeugend, wahrscheinlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe und kann davon ausgehen, dass potentielle Kunden ebenso nicht dazugehören?!
Ich denke, es gibt noch sehr viele Möglichkeiten, die ich im Netz und außerhalb des Netzes habe, um Kunden zu erreichen, Twitter kommt für mich wahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht in Frage, kann da einfach keine Beziehung herstellen.

Schönes Wochenende, sprachlos

Tabetha
25.01.2010, 14:33
Hallo Tabetha,
ich stand wohl etwas neben mir diese Woche, habe daher deinen Strang erst jetzt gelesen.

Mach Dir nichts draus, ich arbeite seit 29 Stunden nonstop (1 Stunde Schlaf ...), mehr als ich gerade neben mir stehe, kann keiner neben sich stehen ;- )

Insbesondere kann ich daher aktuell nicht strukuriert auf diesen Punkt eingehen, zu dem ich sicher ein paar Dinge schreiben könnte:

2. Es erscheint mir als Marketinginstrument so wie du es beschreibst grad irgendwie manipulativ. Man kennzeichnet es nicht als Werbung, es ist aber definitiv welche? Ich gebe zu, damit habe ich einfach ein Problem. Ich mag es nicht zu manipulieren oder manipuliert zu werden, darauf reagiere ich geradezu allergisch. Oder hab ich was falsch verstanden?


Wenn ich wieder ein paar Stunden Schlaf hatte, sollte ich das auch irgendwie noch hinbekommen ;- ) Jetzt versuche ich mal, ob ich die 35-Stunden-Woche - falsch, den 35-Stunden-Tag - auch noch schaffe.

Sprachlos
26.01.2010, 10:31
Na ja, das hat ja keine Eile, dann schau jetzt, dass du deinen Arbeitstag gekonnt über die Bühne bringst und irgendwann muss dann auch etwas Schlaf sein....

Tabetha
31.01.2010, 08:39
1. Es braucht zuviel Zeit und Nerven, ich schließe mich da auch Woody an, werd wohl langsam ein wenig alt :wie?: . Wenn ich es aber jemanden machen lasse braucht es dessen Zeit, mein Geld und wie effektiv ist es dann für den konkreten Verkauf und für wen (welche Branchen)? Gibt es da Zahlen?

2. Es erscheint mir als Marketinginstrument so wie du es beschreibst grad irgendwie manipulativ. Man kennzeichnet es nicht als Werbung, es ist aber definitiv welche? Ich gebe zu, damit habe ich einfach ein Problem. Ich mag es nicht zu manipulieren oder manipuliert zu werden, darauf reagiere ich geradezu allergisch. Oder hab ich was falsch verstanden?



Hallo Sprachlos,

zu Deinen Fragen/Anmerkungen.
Zu 1. Klar, Kommunikation kostet Zeit und Geld. Aber sie ist das wichtigste Instrument, um darauf hinzuweisen, dass es Dich (den Shop, die Ware, das Unternehmen ...) gibt.
Es kann mir keiner erzählen, dass er (ausreichend) Kunden gewinnt, wenn er einfach einen Shop im Internet eröffnet. Und dann mal abwartet was passiert. Twitter ist einer der Kanäle der genutzt werden kann, um auf sich aufmerksam zu machen. Und dies ist auch im Sinne der Konsumenten, es ist definitiv keine Einbahnstraße. Suche ich als Konsumentin im Internet doch auch bestimmte Produkte. Wenn der Anbieter nicht darauf aufmerksam zu machen versteht, dass genau er genau mein Produkt anbietet, laufen wir aneinander vorbei. Und genau um das Gegenteil geht es beim Verkaufen. Anbieter und Kunde müssen sich treffen.
PR und Twitter (Kommunikation im Allgemeinen) sind zudem Möglichkeiten, einem Unternehmen ein Gesicht, eine Persönlichkeit zu geben. Twitter noch viel mehr als PR, da die Kommunikation über Twitter um ein Vielfaches persönlicher und lockerer sein kann, als ich z. B. jemals eine Pressemitteilung verfassen dürfte.

Für den konkreten Verkauf: Twitter ist kein Shop. Es ist nicht möglich, über Twitter direkt Geschäfte abzuschließen (es lassen sich allerdings Aktionen über Twitter vermarkten und so in Verbindung mit Twitter bringen). Das zum Ersten. Zum Zweiten steht Twitter in Deutschland am Anfang, so dass absolute Zahlen schwer greifbar sein werden. Dell mit seinen Zahlen hatte ich genannt, für einen kleinen Shop aber nicht als Vergleichswert geeignet.
Twitter ist ein Kanal, um Leads zu bringen. Einen Kontakt zu einem tatsächlich interessierten Kunden. Ein System, mit dem Google fast sein ganzes Geld verdient - und Google verdient nicht übel.
Gefühlsmäßig dürfte ich bei Twitter eine erheblich höhere Anzahl an konkret interessierten Kunden aufzuweisen haben. Wer mir folgt, ist irgendwie an mir/dem Produkt interessiert. Und irgendwann treffe ich mit dem Angebot, das ich gerade in einen Tweet verpackt habe, den richtigen Zeitpunkt bei ihm. Oder - und das ist nicht zu verachten - er will jetzt etwas kaufen und weil er weiß, dass es mich gibt (eben keine Selbstverständlichkeit) schaut er in meinen Shop. Treffe ich seinen Nerv, kauft er bei mir.

Zu 2. Manipulativ, hhm. Wodurch entsteht dieser Eindruck? Weil ich darauf hingewiesen hatte, dass die News mich finden? Nein, das ist nicht manipulativ. Im Endeffekt schließe ich mit anderen ein Bündnis. Entweder mit denen, die an dem von mir vermarkteten Produkt interessiert sind oder mit denen, die gleiche Fachthemen interessant finden wie ich.
Es ist ein Informationskanal, auf dem ich sehr schnell die notwendigen Informationen für den Tag bekomme (z. B. im technischen Bereich im Sinne von "Was liegt an" ...). Twitter ist keine Werbung, sondern Kommunikation. Werbung bietet meistens ein bestimmtes Produkt an, in der Absicht das Kaufverhalten auszulösen. Twitter kommuniziert, dass dort einer ist, der ein bestimmtes Produkt (oder Fachwissen!) hat und soll Aufmerksamkeit, den Klick auf die Website oder das Entstehen eines Profils (z. B. als Branchenkenner) generieren.
Vielleicht erklärst Du noch einmal, was Du als manipulativ bei Twitter empfindest.

PS: Ich halte Twitter schon deswegen nicht für manipulativ, da Follower bewusst followen bzw. jemand mich gefunden hat, weil er nach Stichworten gesucht hat. Oder er war schon auf meiner Website und findet mich so interessant, dass er den Follow-me-Button angeklickt hat. Es ist also immer jemand, der mit Twitter etwas anfangen kann, folgt oder sogar selbst twittert.

Sprachlos
01.02.2010, 21:58
Danke, Tabetha, für die ausführlichen Darlegungen.

Also ich habe mich daraufhin - ein klitzekleinbisschen - schlau gemacht, also bei Twitter reingeschaut und das Prinzip zu verstehen versucht.

Ich gebe zu, ich war auch etwas voreingenommen, weil kürzlich diese Meldung von dem Brautpaar durch die Medien ging, die unbedingt vorm Altar twittern mussten, dass es jetzt geklappt hat mit dem Jawort. Assoziierte für mich: jede Menge Sinnlosmeldungen bei Twitter, bedingt auch durch die Kürze der Nachrichten.

Habe also per Stichwort etwas recherchiert und festgestellt, wie das in etwa so läuft.

Mein Eindruck, manipuliert zu werden, stammte wohl aus Formulierungen wie dieser (sowie aus deiner Erläuterung, dass du mehrere Profile bei Twitter pflegst):


Das "Buhlen" um Kunden (das natürlich hier ein wenig subtiler läuft) sieht im Social Media ein wenig anders aus als die Werbung vom Media Markt. Da muss man sich schon ein paar Dinge einfallen lassen und vor allen Dingen - es ist ein Prozess. D. h. es gibt auch hier ein Konzept und man muss Zeit einplanen. Wenn eine Twittermeldung 10 neue Kunden bringen würde - nun, dann würden wir wohl nicht mehr in der Bricom schreiben, oder ;- )

Ich habe bei meiner gestrigen "Recherche" bei Twitter auch jemanden gefunden, der (mind.) 2 Profile pflegt, eins im Auftrag und eins für eigene Projekte. Da das im Profil offen angeführt wird, fühle ich mich dann doch nicht manipuliert. Ich hatte da wohl das Prinzip nicht ganz verstanden.


PS: Ich halte Twitter schon deswegen nicht für manipulativ, da Follower bewusst followen bzw. jemand mich gefunden hat, weil er nach Stichworten gesucht hat. Oder er war schon auf meiner Website und findet mich so interessant, dass er den Follow-me-Button angeklickt hat. Es ist also immer jemand, der mit Twitter etwas anfangen kann, folgt oder sogar selbst twittert.

Momentan kann ich mir immer noch nicht vorstellen, selbst zu twittern, aber immerhin weiß ich jetzt worum es geht und dass es vllt. mal für irgendetwas in Frage kommen könnte.