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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gründungszuschuß, obwohl ich schon als Freiberuflerin gemeldet bin?



Kaanara
06.01.2010, 13:03
Hallo,

letztes Jahr habe ich von Januar bis September meinen Lebensunterhalt durch Freiberuflichkeit bestritten. Von Oktober bis Dezember hatte ich einen Vertrag als normale Angestellte. Die Freiberuflichkeit habe ich beim Finanzamt nicht abgemeldet.

Am Montag (d.h. mit Beginn des neuen Jahres) habe ich mich beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet und ALG 1 beantragt.
Nun habe ich die Möglichkeit wieder einen Honorarvertrag als Freiberuflerin anzunehmen (nach Wunsch des Auftraggebers so schnell wie möglich).

Da ich nicht weiß, wie die weitere Auftragslage aussieht, würde ich mich gerne mit dem Gründungszuschuß des Arbeitsamtes selbständig machen, um mich so wenigstens etwas finanziell abzusichern.

Meine Fragen:

1. Geht das überhaupt, da ich beim Finanzamt ja noch als Freiberuflerin gemeldet bin?

2. Wie lange dauert in der Regel der Prozess der antragstellung beim Arbeitsamt bis zur bewilligung des Existenzgründungszuschusses?
(Meine Befürchtung ist, dass das mir gerade vorliegende Angebot weg ist, bis ich mit dem Prozedere beim Arbeitsamt durch bin.)

3. Die Alternative wäre, mich aus der Arbeitslosigkeit abzumelden und direkt mit der Freiberuflichkeit weiterzumachen (ohne die Absicherung durch die Existenzgründungsförderung).
Ist dies die "bessere" Lösung?

Ich bin dankbar für alle Hinweise, praktischer wie rechtlicher Natur, da ich doch noch sehr schwimme und unsicher bin

Inaktiver User
06.01.2010, 16:59
Dies

Die Freiberuflichkeit habe ich beim Finanzamt nicht abgemeldet.widerspricht dem:


1. Geht das überhaupt, da ich beim Finanzamt ja noch als Freiberuflerin gemeldet bin?Wie ist es denn nun wirklich?
Hast Du einen Gewerbeschein?
Wie ist Deine freiberufliche Arbeit steuerlich und sozialversicherungsmäßig gelaufen?


2. Wie lange dauert in der Regel der Prozess der antragstellung beim Arbeitsamt bis zur bewilligung des Existenzgründungszuschusses?
(Meine Befürchtung ist, dass das mir gerade vorliegende Angebot weg ist, bis ich mit dem Prozedere beim Arbeitsamt durch bin.)Ich habe für das Gesamtprocedere etwa 8 Wochen gebraucht, wobei ich selbst drei Wochen gebraucht habe, um die Antragsunterlagen zusammen zu bringen.

Allerdings habe ich bereits vorher und in der Wartezeit auf die Bewilligung des Gründungszuschusses Folgendes gemacht:

Du kannst Dich aus dem Leistungsbezug ALG1 abmelden, einen selbständigen Job erledigen und Dich dann wieder anmelden.
Für diese Zeit bekommst Du dann kein ALG1 und musst Dich für die Abmeldezeit selbst krankenversichern.
An ALG-Ansprüchen geht Dir nichts verloren, die entsprechende Zeit wird einfach hinten an Deinen Anspruch angehängt.
Die Arbeitsagentur "verrät" dies nur ungern, weil es für die Agentur mehr Arbeitsaufwand ist (und die meisten Sachbearbeiter es nicht geregelt kriegen, dies richtig zu verwalten).
Diese Option hat auch nichts mit dem Gründungszuschuss zu tun.

Die Abmeldung aus dem ALG1-Bezug kannst Du formlos schriftlich machen (mit präziser Angabe des Zeitraumes). So weit ich erinnere, musst Du hinterher angeben, wieviel Zeit Du gearbeitet hast und wieviel Geld Du dafür bekommen hast, aber diese Details müsstest Du bei der Arbeitsagentur erfragen, sowas ändert sich ja auch gern mal).

Am besten also, Du sprichst Deine/n Sachbearbeiter/in gezielt darauf an.


3. Die Alternative wäre, mich aus der Arbeitslosigkeit abzumelden und direkt mit der Freiberuflichkeit weiterzumachen (ohne die Absicherung durch die Existenzgründungsförderung).
Ist dies die "bessere" Lösung?
Es ist die einfachere Lösung, die Dich allerdings den Gründungszuschuss kosten kann, falls Du den irgendwann mal beantragen willst. Denn den Gründungszuschuss gibt es nur für "neu angemeldete Haupterwerbsgewerbe", wenn ich mich recht erinnere.

Ich habe es so gemacht:
1. Nebengewerbe angemeldet (wichtig, kein Haupterwerbs-Gewerbe, Gewerbeschein, damit weiss dann auch das Finanzamt Bescheid, also Steuerberater konsultieren, was da steuerlich zu tun ist).
2. Mich für einzlene Jobs aus dem ALG1-Bezug ab- und hinterher wieder angemeldet.
3. Währenddessen auch die GrüZu-Antragsunterlagen gebastelt.
4. Dann Gewerbeschein auf Hauptgewerbe umgeschrieben (das ist eine Eingangsvoraussetzng für den Antrag auf GrüZu gewesen).
5. GrüZu-Unterlagen eingereicht, Bewilligung erfolgte nach etwa 5 Wochen.

Hoffe, geholfen zu haben.

NM

Kaanara
06.01.2010, 17:26
Hallo NM,

vielen Dank schon mal für deine Antwort.

Die Freiberuflichkeit läuft formal noch, da ich mich beim Finanzamt nicht abgemeldet hatte.

Und steuer- und sozialversicherungstechnisch habe ich alles selbst abgewickelt (d.h. KV als Selbständige).

Einen Gewerbeschein habe ich nicht, da ich kein Gewerbe betrieben habe, sondern freiberuflich tätig war (dieser feine Unterschied, der sich aus der Art der Tätigkeit herleitet).

Eine Frage, die sich mir jetzt noch stellt, ist die Tatsache, dass das mir vorliegende Angebot sich über einen längeren Zeitraum erstreckt (das könnte ich z.B. auf 6-8 Wochen abgrenzen) und nicht einzelne Tage für die ich mich abmelden könnte betrifft.

Außerdem habe ich gelesen, dass der Gründungszuschuß niedriger ausfällt, wenn ich in den Wochen davor abgemeldet war bzw. eine Nebentätigkeit hatte. War das bei dir so?

Mein Problem ist vor allem gerade, dass ich schnell entscheiden muss, was ich mache und die Sachbearbeiterin nicht direkt kontaktieren kann um diese Fragen zu klären, sondern warten muss, bis sie mir einen Termin schickt...

Und weißt du, ob ich mich zwischenzeitlich aus der Arbeitslosigkeit abmelden kann, wenn der Antrag auf ALG1 noch nicht durch ist?

Gruß, Kaanara

Inaktiver User
07.01.2010, 00:40
Die Freiberuflichkeit läuft formal noch, da ich mich beim Finanzamt nicht abgemeldet hatte.

Und steuer- und sozialversicherungstechnisch habe ich alles selbst abgewickelt (d.h. KV als Selbständige).

OK. Feine Sache für Deinen Ex-Arbeitgeber.


Einen Gewerbeschein habe ich nicht, da ich kein Gewerbe betrieben habe, sondern freiberuflich tätig war (dieser feine Unterschied, der sich aus der Art der Tätigkeit herleitet).
Das macht's dann in der Hinsicht einfacher.


Eine Frage, die sich mir jetzt noch stellt, ist die Tatsache, dass das mir vorliegende Angebot sich über einen längeren Zeitraum erstreckt (das könnte ich z.B. auf 6-8 Wochen abgrenzen) und nicht einzelne Tage für die ich mich abmelden könnte betrifft.
Müsste gehen, ich habe mich immer so für 1 - 4 Wochen abgemeldet.


Außerdem habe ich gelesen, dass der Gründungszuschuß niedriger ausfällt, wenn ich in den Wochen davor abgemeldet war bzw. eine Nebentätigkeit hatte. War das bei dir so?
Nein, das war bei mir nicht so und entsprricht auch nicht der Idee des GrüZu.
Details kennt das rote A.


Mein Problem ist vor allem gerade, dass ich schnell entscheiden muss, was ich mache und die Sachbearbeiterin nicht direkt kontaktieren kann um diese Fragen zu klären, sondern warten muss, bis sie mir einen Termin schickt...
Das sehe ich anders. Du musst lediglich hingehen und um eine Beratungsgespräch bitten (Wartezeiten, Buch mitnehmen, naja, kennste ja). Ob das Gespräch nun Deine Sachbearbeiterin macht oder irgendjemand anders, ist egal (oder sollte es sein).


Und weißt du, ob ich mich zwischenzeitlich aus der Arbeitslosigkeit abmelden kann, wenn der Antrag auf ALG1 noch nicht durch ist?
Nein, das weiss ich nicht, aber auch das muss das rote A Dir beantworten können.
Und wie gesagt, die sind für Dich da, nicht Du für sie.

Viel Glück!

NM

Inaktiver User
09.01.2010, 13:35
Im Grunde geht alles, d.h.
- Beenden der Arbeitslosigkeit, obwohl der Bescheid über des Arbeitslosengeld noch nicht eingetroffen ist
- Schnelle Aufnahme der selbständigen Honorar-Tätigkeit
- Beantragung von Gründungszuschuss

Hierbei kommt es nur auf die richtige Reihenfolge, die enge Abstimmung mit Ihrer Sachbearbeiterin bei der ARGE und die korrekte Datierung Ihres Antrags auf Gründungszuschuss an. Die erfoderlichen Anlagen, wie z.B. Businessplan und Fachkundige Stellungnahme können Sie dann in Ruhe erledigen und nachreichen.

Versuchen Sie ihr die Angelegenheit offen und ehrlich zu erklären. Soweit ich das aus Ihrem Beitrag lesen konnte, gibt es nichts, was Sie vor der ARGE verheimlichen müssen. Auch nicht, dass Sie bereits freiberuflich tätig und beim Finanzamt gemeldet waren. Da Sie angestellt waren, kann der Umfang Ihrer freiberuflichen Tätigkeit sich maximal um einen "Nebenerwerb" (Umfang weniger als 15 Stunden je Wochen) handeln. Die Ausweitung der nebenberuflich ausgeübten Tätigkeit in eine Vollexistenz wird auch durch den Gründungszuschuss gefördert.

Hierbei müssen Sie der ARGE in Form Ihres Businessplans jedoch begreiflich machen, dass Ihr Ziel tatsächlich die Gründung einer Vollexistenz ist und das Sie nicht nur den Gründungszuschuss mitnehmen wollen, weil Sie als ALG-I-Empfängerin den einen gewünschten Auftrag nicht annehmen dürfen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Viele Grüße
[...]
(http://www.active-coaching-consulting.de)