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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : frei und angestellt arbeiten: gesetzliche Krankenversicherung



Inaktiver User
17.12.2009, 18:12
Hallo!

Das Thema gab es schon, aber ich brauche Rat.

Ich arbeite seit 15 Jahren frei im wissenschaftlichen Kommunikatons-/Text-/Buchbereich. Die Honorare sind schlecht, das ist bekannt.

Die Versicherungsproblematik - freiwillig in der GKV (Privat nahm mich nicht wg. Vorerkrankung) mit Höchstsatz aufgrund von Mieteinnahmen (weitgehend auf dem Papier wg. hoher Belastungen), Gesamteinkommen auf dem Papier ein paar Euro über der Bemessungsgrenze - macht mir das Leben schwer.

Ich hätte ein Angebot über 21 Stunden für 1100 brutto (ne Art feste Praxisvertretung/Bereitschaft) Festanstellung mit der Genehmigung, weiter nebenher frei zu schreiben etc. Alternativ könnte ich dort auch frei arbeiten, aber auch sehr low level bezahlt. Vielleicht 1350 Umsatz pro Monat.

Wie sieht das v.a. versicherungstechnisch aus. Meine Gewinne sind schwer vorherzusagen, lagen in den letzten Jahren immer nur zwischen 13000 und 18000 pro Jahr, investieren kann ich nicht viel. Kann gut sein, dass sie über dem Einkommen aus der Anstellung liegen. Muss ich dann weiter den Höchstsatz GKV zahlen?

PS: Ich bin 50+ und denke schon ein bisschen daran, dass ich als Rentnerin nach freier Tätigkeit auch nach dem gesamten Einkommen, also auch (Pseudo)Mieteinnahmen oder Zinsen (so welche vorhanden wären) veranlagt würde und nicht in der KV der Rentner wäre.


Ist jemand in einer ähnlichen Situation und weiß Bescheid? Mein Steuerberater konnte mir erst einmal nichts dazu sagen.

Tabetha
17.12.2009, 18:46
Die Versicherungsproblematik - freiwillig in der GKV (Privat nahm mich nicht wg. Vorerkrankung) mit Höchstsatz aufgrund von Mieteinnahmen (weitgehend auf dem Papier wg. hoher Belastungen), Gesamteinkommen auf dem Papier ein paar Euro über der Bemessungsgrenze - macht mir das Leben schwer.



Pardon, es gehört nicht ganz zum Thema, aber hier stolpere ich drüber. Die Belastungen kannst Du ja zum Teil - gegenrechnen. Die Schuldzinsen und sämtliche Aufwendungen für die Mietwohnung. Bist Du sicher, dass Du hier nicht die "paar EUR" noch einholen kannst?

Zudem würde ich den Steuerberater wechseln. Das Mindeste, was ich von dieser Berufsgruppe erwarte, ist ein "Ich prüfe das, bis ... haben Sie die Info."

Inaktiver User
18.12.2009, 02:07
Pardon, es gehört nicht ganz zum Thema, aber hier stolpere ich drüber. Die Belastungen kannst Du ja zum Teil - gegenrechnen. Die Schuldzinsen und sämtliche Aufwendungen für die Mietwohnung. Bist Du sicher, dass Du hier nicht die "paar EUR" noch einholen kannst?



Ist a) keine Mietwohnung, b) sind die Belastungen im Zusammenhang mit einer Erbauseinandersetzung (musste ein Darlehen aufnehmen, um einen Miterben auszuzahlen und werde das bei der Einkommenssituation ein Leben lang zurückzahlen) entstanden und nicht steuerlich geltend zu machen.

Bellavista
18.12.2009, 07:11
Hallo,

bei mir ist es eine ähnliche Konstellation.

Ich bin auch Teilzeit-Angestellte und selbständig, aber nicht Freiberufler. Die Sozialversicherung läuft über die Firma, bei der ich angestellt bin, also ganz normal gesetzlich krankenversichert.

Was ich sonst noch aus der selbständigen Tätigkeit erwirtschafte interessiert die Krankenkasse nicht. Ich habe es aus dem gleichen Grund so gemacht, alles andere hätte mich auf Dauer ruiniert.

Das Angebot würde ich annehmen, es erleichtert das Leben ungemein.

LG
Bellavista

Tabetha
18.12.2009, 07:47
... mit Höchstsatz aufgrund von Mieteinnahmen (weitgehend auf dem Papier wg. hoher Belastungen),



Ist a) keine Mietwohnung,


?

Inaktiver User
18.12.2009, 08:05
Was ich sonst noch aus der selbständigen Tätigkeit erwirtschafte interessiert die Krankenkasse nicht.

Ernsthaft? Meine interessiert das schon. Der Gewinn muss auf jeden Fall unter meinem Gehalt liegen.

Inaktiver User
18.12.2009, 10:18
@Tabetha
War missverständlich, sorry: Die Mieteinnahmen kommen aus einem vermieteten Grundstück, Also keine Mietwohnung.


@Bellavista
Mich ruiniert es eben auch, deshalb hoffe ich, dass meine Kasse das so habndhabt wie Deine.

Vielen Dank schon mal, ich werde mich also direkt bei der Krankenkasse erkundigen müssen.

LG
Sprachwache

Tabetha
18.12.2009, 10:33
Danke.
Ich bin übrigens davon überzeugt, dass sich die KK doch für die Einnahmen interessieren wird. Es würde mich sehr wundern ...

Inaktiver User
18.12.2009, 11:11
Ich bin übrigens davon überzeugt, dass sich die KK doch für die Einnahmen interessieren wird. Es würde mich sehr wundern ...

Ich befürchte auch, dass das jetzt so ist.
Vor nicht ganz 20 Jahren war ich schon mal in einer ähnlichen Situation, da war es definitiv so, dass die freie Tätigkeit ganz unabhängig vom Gewinn für die Kasse nicht interessant war, solange die Tätigkeit nicht mehr als 15 Stunden in der Woche ausmachte ...

Wenn ich näheres weiß, sage ich hier Bescheid.

Bellavista
18.12.2009, 16:17
Ich mache das seit 2007 so und meine KK hat noch nie nachgefragt. Allerdings meine ich auch mich zu erinnern, dass der Haupterwerb die nichtselbständige Tätigkeit sein muss. Bei mir ist das auch so.

Inaktiver User
09.01.2010, 17:13
§ 5 Abs. 5 SGB V:


Nach Absatz 1 Nr. 1 oder 5 bis 12 ist nicht versicherungspflichtig, wer hauptberuflich selbständig erwerbstätig ist.

Quelle (http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/sgb_5/gesamt.pdf)

Was hauptberuflich ist, entscheidet die Krankenkasse. Lass Dich dort beraten. :smirksmile:

Inaktiver User
11.01.2010, 19:02
Vielleicht interessiert es Deine KK nur deswegen nicht, weil sie es gar nicht weiß? Könnte das sein.
Die Beitragserhebung von selbständig tätigen Menschen ist sehr kompliziert und beinhaltet viele Fallstricke. (die Beitragserhebung ist auch insgesamt ungerecht.)

Es ist insgesamt sehr zu empfehlen, alle Angaben korrekt zu machen, da die Versicherung das Bestehen der Versicherung nur im Leistungsfall prüft. Und wenn Du im "worstCase" (Einlieferung ins Krankenhaus)gar nicht versichert bist, ist das doch ziemlich beschissen. Und dann fast nicht mehr heil- rettbar.

Kein taugliches Modell ist das, dass der selbständige Mensch sich einen "Anstellung-" Job sucht und dort vom AG formal ggf. pflichtversichert wird. Dieses ist zwar ein verbreitetes Modell aber kein taugliches.

Wie lösen? Der KK "vollständig und wahrheitsgetreu" vortragen und dann ein Statusfeststellungsverfahren beantragen. Dann ist das Problem gelöst.

Zum Fall der TE, entscheidend sind die Einkünfte. Klar kann es sein, dass Tilgungen die Einnahmen auffressen und insoweit kein AFA Volumen entgegensteht. Das könntest Du aber mal bei nem versierten Steuerberater zur Prüfung "in Auftrag geben". Ob Deine Behandlung richtig ist.
Und zweitens für die TE. Achtung ab 55 ode 56 gibt es gar keine Möglichkeit mehr in die gesetzliche Kasse zu kommen. Daher ggf. eilig angehen. Oder gleich "sein lassen".