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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Freiberufler Selbständig machen - Fragebogen zur steuerlichen Erfassung



cwolf
12.12.2009, 12:32
Ich habe soweit bis auf 4 Sachen den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung durch.

Leider habe ich speziell am Anfang kein Geld für einen Steuerberater und muß mich um den Krempel leider selber kümmern.....

1)
-Bei der Kleinunternehmerregelung heißt es ja das der Gewinn im Gründungsjahr unter 17500€ sein soll. Wir sind jetzt im Dezember 09 heißt das das ich im Monat Dezember (17500/12x1) nicht mehr wie 1458,33€ Gewinn machen darf für die Kleinunternehmerregelung? Im Folgejahr 2010 Also Jan 2010-Dez 2010 darf mein Gewinn nicht höher wie 50 000€ sein oder geht das mit den 17500€ bis ins nächste Jahr rein so das genau 12 Monate abgelaufen sind? Wäre für mich ja sonst praktisch den Antrag noch schnell beim FA reinzuschmeißen dann könnte ich ab Jan 2010 bis 50.000€ Gewinn machen und immer noch von der Kleinunternehmerregleung profitieren.

2)
-Angaben zur Festsetzung des Vorauszahlungen(Einkommenssteuer, Gewerbesteuer)
Ehrlich gesagt kann ich kaum abschätzen wieviel Gewinn ich machen werde. Wie habt
Ihr das gehandhabt??

Meine Einkünfte im Jahr der Betriebseröffnung also Dez 2009 sind das weiß ich 100%
bei 0€. Wenn der eine Monat als Betriebseröffnung zählt.....

Im Folgejahr 2. Hälfte könnte so langsam der erste Gewinn als Freiberufler kommen schätze ich mal. Ist es sinnvoll den Gewinn erstmal niedrig zu schätzen?

Was sind Voraussichtliche Höhe der Sonderausgaben bzw. Steuerabzugsbeträge?

3)
-Steuerbefreiung (Es werden ganz oder teilweise steuerfreie Umsätze gem. §4 USTG ausgeführt)

Da bei mir ja die Kleinunternehmerregelung voraussitlich greifen wird kann ich das getrost wegstreichen? Oder solte ich da JA ankreuzen und programmieren reinschreiben als steuerfreier Umsatz?

4)
-Steuersatz (Es werden Umsätze ausgeführt, die ganz oder teilweise dem ermäßigten Steuersatz gem. §12 Abs. 2 USTG unterliegen)

Nein oder JA ankreuzen und was reinschreiben(Programmieren)???




Bin ansonsten soweit durch.......

frank60
12.12.2009, 12:48
Schreib 15.000 rein und gut, du bekommst die Kleinunternehmerregelung. Fange einfach an zu arbeiten und schaue nicht auf den steigenden Gewinn, wer 1 Mio. Steuern zahlt hat immer noch mindestens ne Mio. über.
Höre auf über Steuervermeidung nachzudenken bevor du einen müden Euro verdient hast.
Und verkneife dir den Satz aller Loser, ich brauche Kosten wegen der Steuern. Daran erkennt man die Geringverdiener.
Wenn du im ersten Monat 50T€ verdienst empfängt dich das Finanzamt mit offenen Armen, bei 100T€ tragen sie dich auf Händen, bei 200T€ kommt die Fahndung und wischt Staub in deinem Büro. :freches grinsen:
Wenn du Null reinschreibst stellen sie die Frage, was du vorhast.
Wenn du dann das erste Quartal abrechnest und du hast extrem hohen Gewinn dann solltest du mal ins Finanzamt wackeln und mit denen reden. Entweder sind das Ausnahmegewinne, dann erkläre es und gut oder es läuft dann nimmst du dir eh einen Rechenknecht und der macht das dann schon.

Anfänger haben Artenschutz bei den meisten Finanzbeamten, dürfen auch dumme Fragen stellen.

Nimm das nicht so schwer, einfach realistisch eintragen, hast ja schließlich keine Glaskugel.

Lenea
13.12.2009, 14:06
Liebe cwolf, bei den 17500 € geht es nicht um Gewinn, sondern um Umsatz - sprich also alle Einnahmen vor(!!) den Kosten.
Einnahme-Kosten=Gewinn.

Ich würde als Schätzung so grob erstmal 20-30.000 Euro Umsatz reinschreiben, das ist für den Start eine gute Summe.
Kosten kommen im ersten Jahr ja von alleine, da musst du ja jede Menge investieren, um das Ganze erstmal zum Laufen zu bringen.

Bist du gut informiert über Gründercoaching, Gründerzuschuss vom AA und andere Förderungen? Bei uns fördert das Land z.B. auch Existenzgründerkurse mit 100 Euro pro Schultag (1xwöchentlich). Da muss du zwar dann auch hingehen, hast aber auch schon mal wieder 400 Euro im Monat mehr+Gründerzuschuss AA usw. Das hilft beim Start.

Melde dich, wenn du noch Infos brauchst.

Habe grade mein erstes volles Jahr hinter mir und bin ganz zufrieden. Aus der Kleinunternehmerregelung falle ich ab 2010 leider raus. Bekomme dann zwar die Mwst. wieder, habe aber wenig Geschäftskunden sondern mehr Private so dass ich die Mehrkosten da nicht einfach drauf schlagen kann.

Na mal schaun, was das neue Jahr bringt.

Herzliche Grüße
Lenea

Ingwer67
15.12.2009, 11:59
Hallo cwolf,

ich habe mir trotz anfänglichen geringen Umsatz einen Steuerberater geleistet. Der ist letztlich günstiger als du denkst, und er kümmert sich auch wirklich um alles.
Um hohe Rückzahlungen zu vermeiden, solltest du von deinen Einnahmen (ohne U-steuer) immer ca. 30% auf die Seite legen, sodass du jederzeit "zahlungsbereit" bist!
Viel Glück und Erfolg
Ingwer67

Inaktiver User
15.12.2009, 12:08
Hallo cwolf,

ich habe mir trotz anfänglichen geringen Umsatz einen Steuerberater geleistet. Der ist letztlich günstiger als du denkst, und er kümmert sich auch wirklich um alles.
Um hohe Rückzahlungen zu vermeiden, solltest du von deinen Einnahmen (ohne U-steuer) immer ca. 30% auf die Seite legen, sodass du jederzeit "zahlungsbereit" bist!
Viel Glück und Erfolg
Ingwer67

Genau das würde ich auch jedem raten der sich selbständig macht.

Es gibt soviel zu beachten was die Steuern betrifft und es ändert sich so rasant schnell - das würde ich lieber einen Fachmann machen lassen.

cami66
19.12.2009, 14:42
Kann man als Freiberufler eigentlich überhaupt ein Kreuz machen bei der Kleinunternehmerregelung oder denkt das Finanzamt dann gleich, dass es doch ein Gewerbebetrieb ist. Und zählt der Gründungszuschuss mit als Umsatz???

Lenea
19.12.2009, 16:23
Freiberufler bist du dann, wenn du keine Waren verkaufst sondern nur deine Dienstleistung.
Und natürlich kann auch ein Freiberufler Kleinunternehmer sein, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.