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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Nutzen" eines Kindes - was hat man davon?



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Inaktiver User
01.12.2009, 21:26
Hallo ihr Lieben,

meine Frage mag etwas hölzern klingen, ist aber nicht kinderfeindlich gemeint.

Ich bin Einzelkind und hatte nie Babies oder Kleinkinder um mich herum. Okay, in einer Schrecksekunde wurde mir 2x ein frischgeschlüpftes Baby von der stolzen Mama im Krankenhaus ungefragt in den Arm gedrückt, aber das war's denn auch.

Als ich Anfang 20 war, bekam eine damals enge Freundin ein Kind, aber ich habe nie babygesittet oder die Kleine mal gewickelt oder im Kinderwagen rumgeschoben, das hat immer alles sie gemacht. Nicht, dass ich mich verweigert hätte, ich bin nur sehr verhalten bei Kindern und bei Babies ganz besonders, sie sind mir etwas unheimlich, ich habe null Erfahrungswerte und Angst, etwas falsch zu machen.

Letztes Jahr bekam eine gute Freundin ebenfalls ein Kind. Wir haben während ihrer Schwangerschaft viel unternommen, und ich konnte zum 1. Mal gut nachempfinden, wie es ihr körperlich und emotional dabei ging. Ich habe mich darauf gefreut, von diesem Kind mehr mitzubekommen und gedacht, der enge Kontakt bliebe bestehen, aber dem war leider nicht so, und der Umstand, dass sie weiter entfernt umgezogen ist und ich kein Auto habe, hat das noch verstärkt.

Da ist so eine ganz leise Wehmut, ich finde es schade, dass ich mit einem Baby so gar keine (positiven) Emotionen oder Erlebnisse verbinden kann. Mein Freund liebt mich sehr und hätte gern ein Kind mit mir, aber ich habe bisher nie danach geschrieen, und kann mir nur ganz schwer vorstellen, was mit einem Kind so toll sein kann. Mich hat noch nie ein Baby angelächelt oder ist selig in meinem Arm eingeschlafen.

Wisst ihr, was ich meine? Könnt ihr mir beschreiben, was die ganze Zeit, Arbeit, Freiheitseinschränkung und das Finanzielle wieder wett macht, wenn man ein Kind hat? Vielleicht auch gerade die Mamis, die sich nicht sicher waren und/oder ihr Kind ungeplant bekamen?

Inaktiver User
01.12.2009, 21:51
Ehrlich?? Ich (Mutter von 2 Töchtern, 16 und 18) kann es mir heute auch nicht mehr vorstellen.

Rationell war es jedenfalls nicht.

Kinder......?.......?........wollte ich nie. Anfang/Mitte der 80er-Jahre setzte man als denkender, politisch interessierter Mensch keine Kinder in diese böse Welt.

Irgendwann ertappte ich mich dabei, alle/ALLE!!!! Babies/schwangere Frauen zu sehen, überall, an jeder Ecke. Mich machte es fertig, ich wusste nicht was das war.......der Kinderwunsch!!! Er hatte mich verfolgt und eingeholt. Unglaublich! Ich war richtig verunsichert, Monatelang!

ICH "dachte" dann nicht mehr und ich glaube, es ist eine Masche der Natur, dass wir dann einfach nicht mehr "denken".

Und dann mussten diese Kinder sein und es war gut so :liebe: :liebe:


Ach ja, sorry wenn damit nicht beantwortet ist was ein Kind für einen Nutzen hat oder was man davon hat.......

Inaktiver User
01.12.2009, 22:05
Ich find das auch sehr schwer zu beantworten. Obwohl ich seitenlang schreiben könnte, was ich am Leben mit Kind/ern schöner finde als am Leben ohne.

Trotzdem ist das eine emotionale Sache und kann nicht argumentativ begründet werden.

Wieso hab ich Hunde? Die kosten Geld, müssen ständig Gassi, verlieren Haare und machen alles dreckig - wieso das für mich gar kein Gewicht hat im Vergleich zum Spaß an ihnen kann man niemand erklären, der da mit dem reinen Verstand versucht einen Nutzen herzuleiten.

Vielleicht versuch ich es doch kurz: das Leben mit Kindern ist für mich unvorhersehbarer, überraschender, gefühlvoller, bunter, lustiger, chaotischer und weniger egozentriert als das ohne. Es erdet mich, es hat eine spirituelle Ebene und ich kann da viel von dem weitergeben, was mir wichtig ist im Leben. Ich genieße mein Leben und finde es toll, dass ich meinen Kindern diesen Genuß weitergeben und in ihnen ein Stück weiterleben kann.

Außerdem war ich einfach extrem neugierig auf diese existenzielle Grenzerfahrung von Schwangerschaft und Geburt, das hätte mich mein Leben lang umgetrieben, diese Frage, wie das wohl ist, wenn ich es nicht erlebt hätte.

maryquitecontrary
01.12.2009, 22:13
Schöner als einewiekeine kann ich es kaum ausdrücken...

Meine drei Kinder schlafen nun, alle hatten noch was von ihrem Tag zu erzählen, wollten kuscheln, vorlesen, meiner habhaft sein - so greifbar und treu zu sein, hätte ich, die ich so meine Freiheit liebe, für niemand anderen sein und geben können, aber für diese drei...

Muttersein, ohne es mythisch aufblähen zu wollen, hat etwas mit spiritueller Demut zu tun, mit Unmittelbarkeit, Lust am Leben und den kleinen, konkreten Dingen - ach was, lies es bei einewiekeine nach.

Jetzt geniesse ich meine Alleinezeit, vorm Kamin, mit Katze .... life is sooo sweet.

Inaktiver User
01.12.2009, 22:17
:prost:

Zuza.
01.12.2009, 22:17
Kinder müssen auch keinen Nutzen haben. Sie sind einfach da, man kann sie liebhaben (oder auch mal an die Wand klatschen) und gut ist.

Mir ging es ganz ähnlich wie Verliebte. Alles, was ich heute habe, wollte ich früher eigentlich nicht. Keine Ehe, keine Kinder, kein Haus. Ich wollte unkonventionell leben, da passten so spießige Sachen einfach nicht rein. Kinder fand ich lange blöd, meine Kindheit war so toll nicht, ich hatte keine Lust, mich mit ähnlichen Dingen befassen zu müssen. Und wenn ich mal versehentlich ein Baby in den Arm gedrückt bekam, fing es vor lauter Schrecken, weil ich vor Schrecken erstarrt war (Hilfe, Hilfe, wie hält man die?? Gehen die womöglich kaputt?) an zu plärren. Wäh wäääääh ... Babys waren Aliens.

Und dann verlagerten sich irgendwann peu a peu einige meiner Prioritäten, ich hatte mir einige Hörner abgestoßen, ich heiratete und irgendwann sagten mien Mann und ich: "Och, jetzt wäre doch ein Kind was ganz Nettes." Wir bekamen unser Kind, wir bauten ein Haus, wir bekamen ein zweites Kind. Ich lernte von allein, dass man Babys anlächeln kann, sie dann oft nicht losplärren, dass sie nicht kaputt gehen, wenn man sie mal versehentlich falsch anfasst. Unsere Kinder haben auch keinen Nutzen, wobei sie nicht nichtsnutzig sind. ;-)) Sie sind da. Wir lieben sie (und klatschen sie mitunter an die Wand), wir bedauern nicht, sie zu haben. Unser Leben ist etwas anders geworden, es geht uns trotzdem sehr gut, die Freiheitseinschränkungen, die man ganz am Anfang hat, legen sich von Jahr zu Jahr.

Woher kommt eigentlich immer diese merkwürdige Vorstellung, dass ein Kinderwunsch immer mit verklärtem Sehnen und Glückseligkeit verbunden sein muss, dieser Anspruch an sich, die Mutterliebe sozusagen vorher schon gefressen zu haben, bevor man überhaupt ein Baby in die Welt gesetzt hat? Man wächst da rein, wenn das Kind willkommen war, fügt sich alles von allein zum Guten.

Kinder - Nutzen? Kinder sollen keinen Nutzen haben. Aber es ist wunderschön, wenn sich kleine, warme Kinderarme um einen schlingen und ein nasser Kindermund einen abknutscht und sagt: Mami, du bist die liebste Mami der Welt. Wenn das ein Nutzen ist, ja, den dürfen sie dann doch haben. ;-)

Inaktiver User
02.12.2009, 08:35
Kinder haben soviel oder wenig Nutzen wie ein Haustier, ein Partner, ein Regenbogen, eine Umarmung. Es ist gut, dass es sie gibt. :Sonne:

crazy79
02.12.2009, 09:25
ewk, zuza - schöner hätte man es nicht beschreiben können! :blumengabe:

PS: Ich konnte früher auch nichts mit Kindern unter 2 Jahren anfangen - und hatte tierisch Angst, dass das bei meinem Zwerg auch so sein könnte... Von wegen, ich liebe es mit ihm zu knuddeln, Unfug zu reden, den keiner versteht - und dann sein Lachen zu sehen :liebe:

lunea31
02.12.2009, 15:32
Ich bin erst seit 7 Monaten Mama, aber seitdem unsere Zwillingsmädels da sind, stellt sich für mich die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht mehr. Na klar ist es auch stressig. Aber ich kann mich über viel kleine Dinge freuen, über die ich sonst hinweggesehen hätte.

Vorher konnte ich auch nie was mit fremden Kindern oder Babys anfangen und kann es teilweise immer noch nicht.

:blumengabe:

myDara
02.12.2009, 17:36
yuggbubba, ich finde fremde babies muss man auch nicht toll oder sooo lieb finden! ich fand fremde babies meistens auch sogar eher uneheimlich, die rochen komisch, pupsten viel, wenn sie so ganz klein sind können sie noch nicht mal lächeln!

mein leben hatte auch vor meinem baby einen sinn und ich war glücklich:wangenkuss:
ich möchte sogar sagen es war weitaus unanstrengender, entspannter, kalkulierbarer! ich konnte nächte und sonntage lange durch und ausschlafen, abends ausgehen ohne vorher einen babysitter zu organisieren, ich konnte alleine sein oder auch nicht...ich konnte meinen tagesablauf bestimmen, ich war nur für mich verantwortlich!

also so gesehen sind kinder eigentlich verdammt viel arbeit, nutzen seh ich da auch grad keinen ABER dieses kleine wesen flasht uns mit seiner anwesenheit vom ersten moment tag für tag so dermaßen sehr dass es manchmal so schön ist dass es weh tut!

myDara
02.12.2009, 17:39
ach so...es gibt da auch noch so einen schön schnulzigen text dazu....den will ich euch nicht vorenthalten:freches grinsen:

Bevor ich Mama wurde, stolperte ich nie über
Spielzeug oder vergaß den Text eines
Gute-Nacht-Liedes.
Ich machte mir keine Sorgen darüber, ob
Meine Pflanzen giftig sind oder nicht.
Ich machte mir nie Gedanken übers Impfen.
Bevor ich Mama wurde - hat mich nie jemand
vollgekotzt, vollgeschissen, angenagt,
vollgepieselt.
Ich war im Vollbesitz meiner geistigen
Kräfte.
Ich schlief jede Nacht durch.

Bevor ich Mama wurde, mußte ich nie ein
schreiendes Kind festhalten, damit Ärzte es
untersuchen können. Oder ihm eine Spritze
geben.
Ich hatte nie in tränenüberströmte Augen
gesehen und dann selbst angefangen zu
weinen.
Ich war nie überglücklich über ein einfaches
Grinsen.
Ich saß nie zu später Stunde wach, nur um
einem Baby beim Schlafen zuzusehen.

Bevor ich Mama wurde, hielt ich nie ein Baby
im Arm und wollte es einfach nicht ins Bett
legen.
Ich kannte nicht das Gefühl, daß mein Herz
In Tausend Stücke zerbricht, wenn ich den
Schmerz nicht stoppen kann.
Ich wußte nicht, daß etwas so Kleines mein
Leben so stark beeinflussen kann.
Ich wußte nicht, daß ich jemanden so lieben
kann.
Ich wußte nicht, wie sehr ich es lieben
würde,
Mama zu sein.

Bevor ich Mama wurde - kannte ich das Gefühl
nicht, wenn mein Herz außerhalb meines
Körpers ist.
Ich wußte nicht, wie toll es sich anfühlt,
ein hungriges Baby zu füttern.
Ich kannte nicht diese Bande zwischen einer
Mutter und ihrem Kind.
Ich wußte nicht, daß ich mich durch so etwas
Kleines so wichtig und glücklich fühlen
kann.

Bevor ich Mama wurde - stand ich nie mitten
in der Nacht alle 10 Minuten auf, um zu
sehen, ob alles ok ist.
Ich kannte nicht die Wärme, die Freude, die
Liebe, den Herzschmerz, das Erstaunen und
Die Befriedigung des Mutterseins.
Ich wußte nicht, daß ich fähig bin, so viel
zu fühlen - bevor ich Mama wurde.

Und denke daran: Hinter jeder erfolgreichen
Mutter steht...

...ein Korb mit dreckiger Wäsche

Inaktiver User
02.12.2009, 19:29
Oh, wow!, ich hätte in so kurzer Zeit und mit so einer "murksigen" Fragestellung nicht mit derart viel Resonanz gerechtnet! Vielen Dank dafür! :lachen:

Ja, komisch, einewiekeine, Tiere wollte ich ganz uuunbedingt von klein auf IMMER haben! Am liebsten einen Hund, der Geld kostet, mit dem man immer Gassi gehen muss, der alles vollhaart und dreckig macht! :ooooh: Aber die Freude, die ein Tier mir macht, reicht vollkommen als Argument, eines haben zu wollen.

Bei den ganzen Mamis oder denen, die um mich herum gerade schwanger sind, ist es aber eben mit Kindern so. Die meisten davon haben auch schon mind. 1 Patenkind - bei mir käme sicher niemand auf die Idee, mich überhuapt zu fragen, ob ich Patin werden wollte. Meine Freundin, mit der ich auch (noch) zusammen wohne, meinte auch, sie könne sich mir nicht mit einem Kind vorstellen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass es genauso ist, wie es einige von euch sagen: fremde Babies muss man nicht toll finden, vielleicht findet man sie sogar be-fremd-lich, aber wenn man ein eigenes hat, ist einfach alles anders, fühlt sich alles plötzlich ganz greifbar an, und das "Muttergefühl" ist einfach da.

Mein Freund drängt mich zu nichts, und ich werde mir einfach Zeit geben und auf mein Bauchgefühl hören. :liebe:

Inaktiver User
02.12.2009, 19:36
fremde Babies muss man nicht toll finden, vielleicht findet man sie sogar be-fremd-lich, aber wenn man ein eigenes hat, ist einfach alles anders


Ich hab ja vorhin schon geschrieben, meine Töchter sind 16 und 18.

ICH konnte überhaupt fast NUR mit ihnen, mochte nie wirklich andere Kinder. Also, das soll jetzt nicht herzlos, arrogant oder nach nur-meine-Prinzessinnen-sind-toll - Mutter klingen, mich haben "Kinder" einfach nie wirklich interessiert, fremde meine ich. Trotzdem kam dieses Muttergefühl........aber ich war wirklich nie die Mutter, die ständig andere Müter mit Kindern treffen wolle und das ach-so-toll fand......nööö

Und heute ist es so, dass sie mich eher stören, dass ich sie ungezogen finde (viell. sind die "heutigen" kleinen Kinder wirklich unerzogener als die "damaligen" ?! ?! )

Sie regen mich richtig auf manchmal.... :ooooh:


Bin mal gespannt wie es wird, wenn ich viell. mal Enkelkinder bekommen, ich hoffe, DIE werde ich dann lieben!! :liebe: Und Kindern gegenüber wieder etwas toleranter werden :freches grinsen:


.

Opelius
02.12.2009, 19:43
Bin mal gespannt wie es wird, wenn ich viell. mal Enkelkinder bekommen, ich hoffe, DIE werde ich dann lieben!! :liebe: Und Kindern gegenüber wieder etwas toleranter werden :freches grinsen:
.

Ich habe vier Enkelkinder, das ist toll!! zwischen 9 Mon und 11 Jahre.
Was man da alles darf! Und ist im Prinzip für nichts verantwortlich.

Meine Frau ist da noch härter, sie wünschte immer unseren Kindern, dass sie Kinder bekämen wie sie waren. Und genau das ist eingetroffen.

Inaktiver User
02.12.2009, 19:58
Ich habe vier Enkelkinder, das ist toll!! zwischen 9 Mon und 11 Jahre.
Was man da alles darf! Und ist im Prinzip für nichts verantwortlich.

Meine Frau ist da noch härter, sie wünschte immer unseren Kindern, dass sie Kinder bekämen wie sie waren. Und genau das ist eingetroffen.


Na das ist ja mal strange!!! :freches grinsen:

.

Wycombe1
02.12.2009, 22:06
Ich bin Baujahr 69 und ich wollte nie, ich betone NIE Kinder.... Mir ging es wie dir, konnte mit Kindern nichts anfangen, mich hat das "Gesülze" der anderen Frauen oder Freundinnen total angenervt wenn es dann nur noch um die Kinder in den Unterhaltungen ging... Manch ein Freundschaft/Bekanntschaft ist daran kaputt gegangen, weil sich die Belange, Interessen einfach zu sehr veränderten.....

Mit 29 wurde ich schwanger. Nicht geplant und trotz Spirale. Ich bin grad kurz vorher (3 Monate genau) Abteilungsleiterin geworden. Endlich da wo ich immer sein wollte... Gute Anstellung, guter Job, tolle Leute, gutes Geld.... Für all die Dinge, die ich schon hatte und liebte.... Als ich im 4. Monat war, habe ich meine heissgeliebte Honda Fireblade CBR 900 verkauft. ich habe beim Verkauf so geheult, das der Käufer sich schon richtig schuldig fühlte... Als er fragte warum ich denn dann verkaufe, habe ich nur da gestanden und weiter geflennt ".... weil ich schwanger bin....". So viel dazu....

Meine 1. Tochter ist jetzt 9 und sie ist wunderbar..... Meine 2. Tochter ist jetzt 5 und sie ist super.... Ich kann dir nicht sagen was mit einem passiert wenn Kinder kommen, aber ich denke es ist einfach von der Natur so..... Ich liebe meine Mädels abgöttisch und ja, meine Prioritäten haben sich im laufe der Jahre verändert - und es ist gut so!!! Es ist keine Wehmut nach dem "alten" Leben mehr da..... Es ist nicht mehr wichtig das ich die besten Sachen habe - meine Mädels kommen immer zuerst.... Und man macht es gern und es fühlt sich so selbstverständlich und richtig an.....

Meine Mädels sind auch chaotisch und manchmal könnt ich sie auch gegen die "wand hauen", aber sie sind toll und ich würde sterben wenn ich sie nicht mehr hätte..... Auch wenn sie echt ganz schöne Zicken zur zeit sind!!!! ;-)

Und ja, ich wünsche meinen Kindern später auch Kinder die wie sie sind und noch schlimmer!!!! "Jeder was er verdient"!!! ;-)

Inaktiver User
02.12.2009, 22:23
Sooo schön, Wycombe1 !!!! :liebe:

Meine Mädels leben seit 5 Jahren bei ihrem Vater, ich weiß nicht und es ist mrir auch egal, wieviele km ich seither auf der Straße zurückgelegt habe, um bei ihnen oder mit ihnen zusammen sein zu können........vom ständig blutenden Herzen mal ganz abgesehen :heul:

Wenn die "Kleine" nächstes Jahr zum weiteren Schulbesuch hier her ziehen wird, um ab dann bei meinem Mann und mir zu leben und sich von hier aus auf ihren weiteren Lebensweg zu machen, muss ich vorsichtig sein dass ich nicht das ganze versäumte Mutterglück der vergangenen fünf Jahre nachholen zu wollen.... :liebe:

:smile:

Junior
03.12.2009, 11:39
Darf man auch als Mann?!

Kinder sind einfach nur herrlich, ich wollte zwar immer mal "irgendwie ein Kind", das war mir schon als junger Bengel klar, dass ich dann aber mal mit Dreien "gesegnet" sein werde, hätte ich mir auch nicht zu träumen gewagt.

Schwer zu beschreiben, es ist einfach nur schön. Klar gibt es Tage an denen gehen sie einem gehörig auf den Sender (Beispielsweisen wenn man mit dem Großen büffeln muss und der sich gerade mal begriffsstuzig gibt oder wenn meine Tochter ihren zickigen Moment hat...), aber größtenteils ist es einfach nur toll. Mein Großer (12) ist einfach ein feiner Kerl, lustig und positiv und in dem Alter kann man schon soviel gemeinsam machen. Meine Tochter (4) ist einfach nur eine so liebe zuckersüße Maus, das ich sie meist am liebsten nur drücken wollte, so vernarrt bin ich den Zwerg. Die Art wie sie mit mir kommuniziert ist einfach nur unglaublich, wir sind meist ein Spitzenteam... Und unser Nachzügler (Junge 1) ist einfach nur ein goldiges Kerlchen, lacht immer, muß bei zwei Geschwistern sicher viel ertragen (die zupfen ständig an ihm herum und wollen mit ihm was machen), hat aber dennoch dauernd gute Laune, der quakt nur wenn er Hunger hat...

Hat Dir sicher nicht geholfen, aber soll nur etwas die positiven Gefühle schildern, die Kinder in einem auslösen können.
Auch wenn es oftmals anstrengend mit Kindern ist und mein größter Wunsch ist, mit meiner Frau mal wieder ein "Lotterwochenende" zu haben (Tür zu, Klingel aus und einfach mal liegenbleiben und nichts tun...) - ohne die Kinder würde definitiv ein großer Teil fehlen...

HansDampf
03.12.2009, 13:45
Das es einen Strang gibt, in dem man allen Beiträgen zustimmen kann!

:blumengabe:besonders für ewk und Junior!

aus "Die Schule der Frauen" von Iris Radisch (ein tolles Buch):

"Fragt man junge Frauen, woran es liegt, dass sie sich ihren Kinderwunsch nicht erfüllen, dann antwortet die Mehrzahl unter ihnen, es läge am falschen oder
fehlenden Mann. Wie ist das nur möglich? Zu keiner Zeit konnte man auf Erden mit so vielen Menschen so umstandslos in Kontakt treten wie heute. Und trotzdem belibt in der Großstadt bald die Hälfte aller potentiellen Heiratskandidaten allein. Warum?
Darüber ist schon viel spekuliert worden. Eine mögliche Erklärung lautet: Schuld ist das mangelnde Vertrauen in das naheliegende, das mangelnde
Vertrauen ins Standardmodell.(Das Standardmodell besteht aus zwei nur durch wenige Jahre getrennte Liebespartner, die einen ähnlichen Bildungshintergrund, eine vergleichbare soziale Ausstattung, annähernd gleichgewichtige Berufsaussichten haben. Es setzt auf Gleichberechtigung und ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis.) Das Standardmodell erscheint den aufstebenden Mittelständlern offenbar als geheimnislos. Sie haben heftigere, abgründigere Vorstellungen von der Liebe und dem Familienleben.Es ist die Sehnsucht nach dem Außergewöhnlichen, die der Entscheidung für einen scheinbar gewöhnlichen Lebenspartner im Wege steht. Gesucht wird von der Mehrzahl der unfreiwillig Einsamen offenkundig jemand, der nicht im Angebot ist. Vermutlich auch jemand ganz anderes als man selbst."

"Warum bekommt man eigentlich Kinder? Besser gefragt: Warum bekommt man eigentlich trotzdem Kinder, obwohl man doch eigentlich weiß, wie es den Familien heute geht? Eigentlich ein Wunder. Nach allem, was dagegenspricht und weiterhin dagegensprechen wird. Eine Familie, auf die wir uns blind verlassen können, haben
wir nicht. Einen Hof, auf den wir stolz sind, haben wir nicht zu vererben. Genau genommen haben wir gar nichts. Keine stabilen Familien und keine Güter, die es wert wären, weiterzubestehen. Streng genommen haben wir jenseits unseres letzten Kontostandes überhaupt nichts zu vererben. Nichts als einen gesichtslosen Wohlstand mit einem kurzfristigen Verfallsdatum. Dafür brauchen wir keine Kinder. Auf ihre Hilfe im Büro und an der Mikrowelle können wir auch gut verzichten. Ihre Fürsorge im Alter werden wir nicht genießen, denn sie werden sich unser Krankenbett vermutlich nicht neben ihren Schreibtisch oder in ihre Konferenzräume stellen können. Wir können noch so lange Ausschau halten. Es ist weit und breit kein rationaler und das heißt im materialistischen Zeitalter: kein ökonomischer Grund mehr in Sicht, Kinder zu bekommen. Kinder bieten keine Vorteile mehr. Im Gegenteil. Rational betrachte bieten sie nur noch Nachteile.

Kinder kosten eine Menge, vor allem eine schier unendliche Menge Zeit, die man, da die Gesamtlebenszeitsumme feststeht, irgendwo abziehen muß. Zum Beispiel beim Schlaf, beim Büro, beim Lesen, beim Schreiben, beim Meditieren, beim Quatschen, beim Rumbummeln, beim Ausgehen, im Theater, im Kino, im Museum, überall ein bisschen und alles in allem ziemlich viel. Von den anderen, den echten Kosten reden wir hier nicht. Gumistiefel, Reitstiefel, Winterstiefel, Turnschuhe, Somerschuhe, Lackschuhe,
Badeschuhe. Hausschuhe, Ballettschuhe, Geigenspiel, Apfelsaft, Freibad-Dauerkarte, Reitunterricht, Fahhrad, Einrad, Dreirad. Daran gewöhnt man sich. Oder auch nicht.

Die Liste der Nachteile, Kinder zu haben, ist ziemlich lang. Langeweile auf dem Spielplatz, Benjamin Blümchen im Kombi, Frühsatück mit Playmobil, Streichelzoo am Wochenende, die landläufigen Horrorkombinationen aus dem glücklichen Familienleben sind hinlänglich bekannt. Die Nachteile haben aber einen unglaublichen Vorteil: Sie sind restlos aufzählbar. Sie tragen alle einen Namen.

Die Vorteile halten nicht mit. Denn sie sind kaum allgemein benennbar.Sie erscheinen in den allermeisten Fällen sogar als komplett irrational. Sie gehören alle in die Ordnung des Fühlens und des Sehnens. Dies illustriert ohne weiteres eine skurile Rechnung.
Ein Kind, sagt man, kostet bis zur Hochschulreife 160.000 bis 320.000 Euro. Ungefähr ein Einfamilienhaus. Diese Kosten, kann man überall hören, könne man heutzutage nicht aufbringen. Allein wegen dieser Kosten, sagt mir die junge Dame an der Kasse meiner Tankstelle, werde sie auf ein Kind verzichten. Aber machen wir die Gegenprobe: Man biete einer Mutter 200.000€ für ihr sechsjähriges Kind an. Sie wird lachend ablehnen. Was soll sie mit dem Geld? Sie hat doch ihr Kind? Was ist da passiert?

Zwischen beiden Einstellungen liegt nichts Geringeres als der Übertritt vom ökonomischen ins elterliche Weltbild. Eltern wechseln offenbar nicht nur
die Arbeits- und Freizeitgewohnheiten. Sie verlassen die offizielle, das heißt die ökonomische Zeitrechnung. Sie sind für die gängige Währung des spätkapitalistischen Zeitalters nicht mehr zuständig.Sie hören auf zu rechnen. Oder besser:
Sie verrechnen Arbeit nicht mehr nur mit Geld und Ruhm, sondern auch mit Zeit und Liebe. Im Grunde sind sie Aussteigenr. Aussteiger aus dem alles erfassenden Effizienzprinzip."


oder:

"Wenn man Kinder hat, ist man selbst plötzlich nicht mehr so wichtig. Und das hat etwas Befreiendes für einen selbst. Man erlebt
Vergänglichkeit plötzlich als wunderbar ruhiges Gefühl, als würde man sich in eine Kette einreihen. Bis zur Geburt meiner Kinder
gipfelte das Leben in mir - was für ein narzistischer Rechtfertigungsstress! Und da genau liegt vielleicht die Besonderheit der Liebe zum Kind:
sie ist ein Gefühl, daß einen dazu bringt, von sich selbst abzusehen." Alex Rühle, WIR Heft 1

Gruß

Hans

Inaktiver User
03.12.2009, 14:30
Wow :blumengabe:

DerJunge82
03.12.2009, 15:47
Ich kann zwar nicht von meinem eigenen Kind sprechen aber mein 6-jähriger Cousin zeigt mir ganz deutlich wie wichtig mir Kinder sind und das ich auch mal selber welche haben möchte. Dieses Urvertrauen was einem Kinder entgegenbringen ist einfach einzigartig. Und wenn er mich dann anlacht und sich freut mich zu sehen dann ist das schon ein verdammt schönes Gefühl was man mit nichts anderem vergleichen kann.
Also für mich sind Kinder ganz klar eine Bereicherung des Lebens.

Inaktiver User
03.12.2009, 19:25
Hallo HansDampf,

in den zitierten Texten konnte ich durchaus meine derzeitige Haltung wiederfinden - diese ganzen sachlichen Argumente gegen Kinder stehen mir einfach viel deutlicher vor Augen als die Emotionen, die sie auslösen, die Liebe, die man ihnen gibt und von ihnen erfährt, eben etwas rational nicht greifbares, das FÜR ein Kind spricht.

Schön, dass im letzten Teil genau das so doch irgendwie sachte vorstellbar (für mich) beschrieben wird.

Danke! :lachen:

Inaktiver User
03.12.2009, 19:42
Ich bin Baujahr 69 und ich wollte nie, ich betone NIE Kinder.... Mir ging es wie dir, konnte mit Kindern nichts anfangen, mich hat das "Gesülze" der anderen Frauen oder Freundinnen total angenervt wenn es dann nur noch um die Kinder in den Unterhaltungen ging... Manch ein Freundschaft/Bekanntschaft ist daran kaputt gegangen, weil sich die Belange, Interessen einfach zu sehr veränderten.....

Mit 29 wurde ich schwanger. Nicht geplant und trotz Spirale. Ich bin grad kurz vorher (3 Monate genau) Abteilungsleiterin geworden. Endlich da wo ich immer sein wollte... Gute Anstellung, guter Job, tolle Leute, gutes Geld.... Für all die Dinge, die ich schon hatte und liebte.... Als ich im 4. Monat war, habe ich meine heissgeliebte Honda Fireblade CBR 900 verkauft. ich habe beim Verkauf so geheult, das der Käufer sich schon richtig schuldig fühlte... Als er fragte warum ich denn dann verkaufe, habe ich nur da gestanden und weiter geflennt ".... weil ich schwanger bin....". So viel dazu....

Meine 1. Tochter ist jetzt 9 und sie ist wunderbar..... Meine 2. Tochter ist jetzt 5 und sie ist super.... Ich kann dir nicht sagen was mit einem passiert wenn Kinder kommen, aber ich denke es ist einfach von der Natur so..... Ich liebe meine Mädels abgöttisch und ja, meine Prioritäten haben sich im laufe der Jahre verändert - und es ist gut so!!! Es ist keine Wehmut nach dem "alten" Leben mehr da..... Es ist nicht mehr wichtig das ich die besten Sachen habe - meine Mädels kommen immer zuerst.... Und man macht es gern und es fühlt sich so selbstverständlich und richtig an.....

Meine Mädels sind auch chaotisch und manchmal könnt ich sie auch gegen die "wand hauen", aber sie sind toll und ich würde sterben wenn ich sie nicht mehr hätte..... Auch wenn sie echt ganz schöne Zicken zur zeit sind!!!! ;-)

Und ja, ich wünsche meinen Kindern später auch Kinder die wie sie sind und noch schlimmer!!!! "Jeder was er verdient"!!! ;-)

oh, das gefällt mir.
ich habs anders ausgedrückt - und war im zweifel, ob ichs reinstellen soll, aber jetzt tu ichs mal einfach:

es gibt keinen nutzen.

es ist "nur" eine andere dimension des lebens oder zu leben.

vielleicht die, dass man mit dem wort nutzen anders umgeht. man denkt nicht mehr auf die gleiche art wie zuvor in kosten/nutzen-dimensionen -

das kann sich auf das gesamte leben auswirken...
auf alles was man wichtig oder unwichtig findet...

ich war vor meinen kids nie so oft an grenzen gestoßen -
und ich habe nie sooft vor glück tränen in den augen gehabt.

ich hab mich nie so existentiell auch mit mir selbst auseinandergesetzt.

und mit der welt, wie sie ist, oder wie sie wünschenswert wäre.

und bin doch noch der gleiche, mit den gleichen interessen wie zuvor...


und ich hab was völlig verrücktes erfahren:
dass wir menschen im grunde noch immer "tiere" sind. mit all dem, was wir so oft wegdenken: mit völlig "irrationalen" instinkten, unsere brut zu lieben einfach so, für unsere brut zu sorgen..., zu füttern, zu trösten, zu verteidigen...

im frühjahr schoss mir mal in den kopf: mei, was könnten die amseln es schön haben, wenn sie verhüten könnten. nur rumfliegen und wunderschön singen, das wärs doch!
und was für ne qual, nest bauen, auf den eiern hocken, und später futter zu besorgen...
schön blöd eigentlich....
ob sie deswegen glücklicher wären? ob sie die gewonnene freie zeit gut nutzen würden?

naja, amseln müssen darüber und über kosten und nutzen nicht nachdenken...
und ein rest von so ner amsel steckt wohl in den meisten menschen.

verrückt..

aber: ja und?

nimmt ein bisschen was vom menschlichen größenwahn...

und ne ungeahnte größe tut sich auf, dass man verantwortlich sein kann, auf ne art, die man ohne kids kaum kennt – und zwar einfach so!



liebe grüße

Inaktiver User
03.12.2009, 19:49
Zwischen beiden Einstellungen liegt nichts Geringeres als der Übertritt vom ökonomischen ins elterliche Weltbild. Eltern wechseln offenbar nicht nur
die Arbeits- und Freizeitgewohnheiten. Sie verlassen die offizielle, das heißt die ökonomische Zeitrechnung. Sie sind für die gängige Währung des spätkapitalistischen Zeitalters nicht mehr zuständig.Sie hören auf zu rechnen. Oder besser:
Sie verrechnen Arbeit nicht mehr nur mit Geld und Ruhm, sondern auch mit Zeit und Liebe. Im Grunde sind sie Aussteigenr. Aussteiger aus dem alles erfassenden Effizienzprinzip."


oder:

"Wenn man Kinder hat, ist man selbst plötzlich nicht mehr so wichtig. Und das hat etwas Befreiendes für einen selbst. Man erlebt
Vergänglichkeit plötzlich als wunderbar ruhiges Gefühl, als würde man sich in eine Kette einreihen. Bis zur Geburt meiner Kinder
gipfelte das Leben in mir - was für ein narzistischer Rechtfertigungsstress! Und da genau liegt vielleicht die Besonderheit der Liebe zum Kind:
sie ist ein Gefühl, daß einen dazu bringt, von sich selbst abzusehen." Alex Rühle, WIR Heft 1



Tolle Zitate!!

Und noch was ganz egoistisches: wir haben doch zunehmend das Gefühl, überall austauschbar und ersetzbar zu sein.

Freunde ziehen weg und geraten aus dem Blickfeld, die Firma pfeift auf dich und zig Jahre vollen Einsatzes sind vergessen, du kriegst einen Tritt in den A... und das war's - und wer heut noch bei der Hochzeit glaubt, das bedeute nun tatsächlich die Garantie auf ein Leben bis dass der Tod uns scheide, dem kann man nicht mehr helfen.

Aber als Mama bin ich einzigartig, niemand wird das je gefährden, ich bin es und bleib es, das kann mir niemand streitig machen.

Egal welche Beziehungen meine Kinder zu wem auch immer aufbauen, niemand wird je diese spezielle Bindung zu ihnen haben können.

Das kann sicher auch negativ sein, davor verschließ ich nicht die Augen, aber in den meisten Fällen ist es doch was sehr sehr Schönes und ich kann auch viel dafür tun, dass beide Seiten dasein Leben lang so empfinden.

Inaktiver User
03.12.2009, 19:57
ach schnell noch nen nachtrag (fiel mir beim letzten post ein):

ja, man "reiht sich wirklich ins leben ein", diesen unverständlichen kreislauf:
ich konnte mit dem dahinsiechen und sterben meiner eltern besser umgehen, weil gleichzeitig mein kinder wuchsen.

schwer zu beschreiben - war aber so.

Sonderzeichen
04.12.2009, 00:03
dieser strang zeigt, worin der "nutzen" eines kindes liegt: sich selber in seiner elternrolle beweihraeuchern zu koennen und sich dabei in lobhudeleien ueber sein wunderbares mutter-kind-verhaeltnis zu ergehen.

ist nix fuer mich. ich seh's lieber realistisch: ich mach mir mein leben schoen - ohne kinder. keine nervereien, keine probleme, keine einschraenkungen. lieber richte ich mir mein leben so ein, wie es mir gefaellt. :smile:

Inaktiver User
04.12.2009, 00:08
Jeder wie er will.

Aber der leichteste Weg ist nicht immer der schönste! :blumengabe:

Sonderzeichen
04.12.2009, 02:46
ach nein, bitte nicht noch mehr von diesen weihrauch-:engel:umnebelten phrasen...:smile:

Gitta777
04.12.2009, 07:19
Es soll jeder sein Leben so planen, wie er mag. Mit Kind, ohne Kind, mit Eigenheim oder ohne, in fester Beziehung oder als Single, egal.
Aber diese Verklärungen der Mutterschaft, die befremden mich ziemlich. Für alle ist man austauschbar, nur für seine Kinder nicht, häh? EWK, es mag in deinem Fall so sein mit der "speziellen Bindung", von der du sprichst, aber das gilt keineswegs für ALLE Mutter-Kind-Beziehungen, und für alle ewigen Zeiten schon gar nicht.
Und keineswegs muss ein Leben ohne Kinder von purer Egozentrik geprägt sein - man kann sich nämlich bspw. auch anderweitig für gesellschaftliche und soziale Ziele engagieren. Dazu brauche ich mich sicher nicht vermehren.
Es soll auch Menschen geben, denen z.B. eine Katze emotional mehr gibt als ein Kleinkind. Ja, auch das ist "normal".
"Wenn man Kinder hat, ist man selbst nicht mehr so wichtig. Die Kinder kommen immer zuerst." Hört sich so an, als mutiere man zur Heiligen, wenn man Kinder hat...
Nee, ist mir alles etwas zu hoch.

kayla
04.12.2009, 07:53
Es soll jeder sein Leben so planen, wie er mag. Mit Kind, ohne Kind, mit Eigenheim oder ohne, in fester Beziehung oder als Single, egal.
Aber diese Verklärungen der Mutterschaft, die befremden mich ziemlich. Für alle ist man austauschbar, nur für seine Kinder nicht, häh? EWK, es mag in deinem Fall so sein mit der "speziellen Bindung", von der du sprichst, aber das gilt keineswegs für ALLE Mutter-Kind-Beziehungen, und für alle ewigen Zeiten schon gar nicht.
Und keineswegs muss ein Leben ohne Kinder von purer Egozentrik geprägt sein - man kann sich nämlich bspw. auch anderweitig für gesellschaftliche und soziale Ziele engagieren. Dazu brauche ich mich sicher nicht vermehren.
Es soll auch Menschen geben, denen z.B. eine Katze emotional mehr gibt als ein Kleinkind. Ja, auch das ist "normal".
"Wenn man Kinder hat, ist man selbst nicht mehr so wichtig. Die Kinder kommen immer zuerst." Hört sich so an, als mutiere man zur Heiligen, wenn man Kinder hat...
Nee, ist mir alles etwas zu hoch.
Diesem Beitrag kann ich nur vollumfänglich zustimmen - insbesondere den Aussagen, die ich hervorgehoben habe.
Ansonsten bin ich der Meinung, dass Kinder überhaupt keinen "Nutzen" haben müssen - man sollte Kinder bekommen, wenn man sie sich wünscht und aus keinem anderen Grund!

In meinem Freundeskreis sind mittlerweile viele Eltern anzutreffen (alle Anfang bis Mitte 30), und diese "Beweihräucherung", die bereits angesprochen wurde und die ich in diesem Strang auch bei einigen Usern erkenne, erlebe ich bei meinen Freunden nirgends. Sie haben Kinder bekommen, weil sie Kinder lieben und weil es ihnen ein Herzenswunsch war, Kinder zu bekommen, nicht aus irgendwelchen selbstlosen, altruistischen Motiven heraus. Dementsprechend entspannt ist auch ihr Umgang mit der Mutter- bzw. Vaterschaft - und niemand hat ein Problem damit, dass ich keine eigenen Kinder möchte.

Da stellt sich mir noch die Frage, ob es überhaupt so gut für die Kinder ist, wenn sie spüren, wie sehr sich ihre Eltern für sie aufopfern, alle eigenen Bedürfnisse für ihre Kinder hintanstellen und ganz in der Fürsorge für ihre Kinder aufgehen. Mich hätte das vermutlich eher belastet...
Nichts für ungut, aber das sind meine Gedanken zur Entwicklung dieses Stranges! :blumengabe:
LG, Kayla

myDara
04.12.2009, 09:13
dieser strang zeigt, worin der "nutzen" eines kindes liegt: sich selber in seiner elternrolle beweihraeuchern zu koennen und sich dabei in lobhudeleien ueber sein wunderbares mutter-kind-verhaeltnis zu ergehen.

ist nix fuer mich. ich seh's lieber realistisch: ich mach mir mein leben schoen - ohne kinder. keine nervereien, keine probleme, keine einschraenkungen. lieber richte ich mir mein leben so ein, wie es mir gefaellt. :smile:


herrlich sonderzeichen!
aber wenn wie von dir genannt der nutzen der kinder in der selbstbeweihräucherung der eltern liegt und die sich damit gut und wohl fühlen dann sind kinder ja doch wieder für was gut:wangenkuss:

aja einen hab ich auch noch:
ein kinderloser wirds nicht beurteilen können obs nun für ihn mit oder ohne kinder schöner ist!weil er die erfahrungen (seiens positiv oder negativ) einfach nicht gemacht hat....daran ist nicht zu rütteln.

punktum!

myDara
04.12.2009, 09:19
Da stellt sich mir noch die Frage, ob es überhaupt so gut für die Kinder ist, wenn sie spüren, wie sehr sich ihre Eltern für sie aufopfern, alle eigenen Bedürfnisse für ihre Kinder hintanstellen und ganz in der Fürsorge für ihre Kinder aufgehen. Mich hätte das vermutlich eher belastet...
Nichts für ungut, aber das sind meine Gedanken zur Entwicklung dieses Stranges! :blumengabe:
LG, Kayla


nein ist es nicht und das sollten die eltern auch nicht! ist schon klar dass sich in den ersten monaten alles ums baby dreht, die kleinen dinger können halt selbst so rein gar nichts!mein mann kann sich sein essen selbst machen, er kann eigenständig aufs klo gehen, er braucht nicht meinen busen zum einschlafen und er kann sich auch ganz alleine waschen und anziehen! mein sohn kann das nicht!
alleine deswegen steht er einfach schon im mittelpunkt!

trotzdem denke ich (und so handhaben wir es auch) sollte man das kind im leben einfach so gut wie es geht mitlaufen und teilhaben lassen! wir richten unser leben nicht nach unserem kind aus sondern lassen es einfach dran teilhaben...
klar geht man mit einem kleinen zwerg nicht ins kino oder in die disco aber ich musste in den letzten 8 monaten keine großartigen opfer bringen (wenn man mal von der geburt absieht:pfeifend:) und ich hab durchaus noch die selben interessen wie früher....

also das kind sollte kein "ehrengast" sein sondern einfach weiterer teil der familie!

kayla
04.12.2009, 09:32
ein kinderloser wirds nicht beurteilen können obs nun für ihn mit oder ohne kinder schöner ist!weil er die erfahrungen (seiens positiv oder negativ) einfach nicht gemacht hat....daran ist nicht zu rütteln.

Natürlich kann ein gewollt Kinderloser beurteilen, ob es für ihn mit ohne Kinder schöner ist. Wenn absolut kein Kinderwunsch vorhanden ist, man mit Kindern so gar nichts anfangen kann, keinen Bezug zu ihnen hat, sie nicht süß und niedlich, sondern eher anstrengend und lästig findet und man - ja, auch das spielt (unter anderem!) eine Rolle - seine Freiheiten bezüglich Beruf, Finanzen und Freizeit nicht einschränken möchte, dann ist man mit Sicherheit ohne Kinder glücklicher.
Ich glaube nämlich nicht daran, dass sich all das bei einem eigenen Kind schlagartig ändern würde, nur weil es eben jetzt das eigene ist.

Genauso könnte man übrigens auch behaupten, Eltern könnten nicht beurteilen, wie das dauerhafte Leben als Kinderloser ist (z.B. auch aufs Alter bezogen), da ja die Kinderlosigkeit bei Eltern irgendwann endet und sie somit auch die positiven und negativen Seiten einer lebenslangen Kinderlosigkeit nicht kennenlernen.

Möchte ich mir aber nicht anmaßen, mir geht es auch gar nicht darum, zu klären, wer was beurteilen kann oder auch nicht.

Zuza.
04.12.2009, 11:01
So, dann möchte ich hier doch mal explizit genannt bekommen, wer hier bitte von den Eltern, die geschrieben haben, Selbstbeweihräucherung betrieben hat? Namentlich. Ich sehe das nicht. Ich beweihräucher nichts. Ich mag mein Leben mit meinen Kindern. Nirgendwo steht, dass es immer Friede, Freude, Eierkuchen ist. Aber mich kotzt es mittlerweile wirklich an, wenn solche merkwürdigen Typen wie Sonderzeichen (der/die/das in meinen Augen extrem verkorkst ist) jedesmal, wenn sich ein Elternteil positiv über sein LEben mit Kinder äußert und einfach sagt: Ich MAG es, ich finde es schön, Kinder zu haben, sofort aus seine Forenecke gehüpft kommt und so eine Scheiße schreibt. Ja ja, ich weiß, Kidner sind anstrengend. Sie machen Krach, sie machen Dreck, sie geben Widerworte, sie sind egoistisch. Sie treiben ihre Eltern in den Ruin und Wahnsinn. Eltern können keine zufriedenen, glücklichen Menschen sein. Das geht nicht, nicht wenn Kinder im Spiel sind. Blubb blubb blubb ...

Ich frage mich nur immer: Warum kenne ich so viele sehr normale, zufriedene Menschen, die in ihrem Leben, dass sie mit Kindern führen, so überhaupt nicht unglücklich sind, die uach nicht am Hungertuch nagen, sondern ein ganz normales Leben führen können und die vor allem ausgeglichen und nicht so verbissen und verbiestert sind, wie User(innen) wie Sonderzeichen erscheinen.

Inaktiver User
04.12.2009, 11:11
Zuza, ärger dich nicht.

Ich sehe es so: Wer mit seinem eigenen Lebensentwurf wirklich im Reinen ist, der hat solche ätzenden Kommentare nicht nötig.

Gitta777
04.12.2009, 11:17
Es ist die Rede von "spiritueller Demut", "weniger Egozentrik", "es ist auf einmal nicht wichtig, dass ich die besten Sachen habe", "sich ins Leben einreihen" usw; von "ungeahnter Größe" ist an anderer Stelle die Rede. Also für mich hört sich das wirklich so an, als sei man durchs Kinderhaben zum absoluten Altruisten mutiert.
"Ich hatte nie in tränenüberströmte Augen gesehen und dann selbst angefangen zu weinen. Ich war nie überglücklich über ein einfaches Grinsen."
Sorry, aber das hört sich schon so an, als hätte man als Eltern so etwas von höheren Wesen.

Zuza.
04.12.2009, 11:19
Ich weiß ja, Rosemary. Mich regt's trotzdem auf. Es ist borniert, es ist zwanghaft, wie ein kontrolliertes Korsett, das jemand braucht, weil sonst irgendwas auseinanderfällt.

Ich gehe jetzt in mein Leben voller Entbehrungen zurück und werde mal überlegen, was mir so alles fehlt. Wahrscheinlich habe ich eine Schraube locker, weil es mir gefällt wie es ist.

Zuza.
04.12.2009, 11:21
"Ich hatte nie in tränenüberströmte Augen gesehen und dann selbst angefangen zu weinen. Ich war nie überglücklich über ein einfaches Grinsen."
Sorry, aber das hört sich schon so an, als hätte man als Eltern so etwas von höheren Wesen.

Mensch Gitta, das ist doch Quark! Bist du noch nie über irgendetwas so gerührt gewesen, dass es dir die Tränen in die Augen getrieben hat? Meine Güte, manche Leute heulen schon los, wenn sie im Fernsehen eine rührselige Geschichte präsentiert bekommen. So eine Aussage kann man doch nicht als allgemeingültig für die restlichen 99,8 % eines Elternlebens setzen.

Gitta777
04.12.2009, 11:32
Nee, Zuza, soooooo gerührt sein kann man nur in Bezug auf seine eigenen Kinder.

Gruenekatze
04.12.2009, 11:41
Vielleicht versuch ich es doch kurz: das Leben mit Kindern ist für mich unvorhersehbarer, überraschender, gefühlvoller, bunter, lustiger, chaotischer und weniger egozentriert als das ohne. Es erdet mich, es hat eine spirituelle Ebene und ich kann da viel von dem weitergeben, was mir wichtig ist im Leben. Ich genieße mein Leben und finde es toll, dass ich meinen Kindern diesen Genuß weitergeben und in ihnen ein Stück weiterleben kann.



So ähnlich hätte ich es auch geschrieben! :blumengabe:

Aber die Bri wäre nicht die Bri, wenn es nicht wieder diejenigen gäbe, die alles Mist finden!

Und vielleicht sollten man sich vor Augen führen, dass es ein großer Unterschied ist ob die Kinder erst wenige Monate auf der Welt sind oder ob man die Erfahrungen schon einige Jahre macht. Ich gebe zu als ich meine Kinder ganz klein waren, war ich überzeugt, etwas unvergleichliches geboren zu haben, inzwischen weiß ich, dass sie das nur für uns sind! :smirksmile:

Aber schade finde ich diese dauernde Miesmacherei hier schon!

Zuza.
04.12.2009, 11:47
Nee, Zuza, soooooo gerührt sein kann man nur in Bezug auf seine eigenen Kinder. Ja und? Heißt das, dass man es, nur weil man einmal davon schreibt, ständig gerührt von den lieben Kleinen ist? Ich halte die hier Schreibenden für lebensnah genug, ihnen keine Rosarotbrille zuzuweisen. Aber manche Leute lesen leider nur das, was sie lesen wollen.

Inaktiver User
04.12.2009, 11:55
Nee, Zuza, soooooo gerührt sein kann man nur in Bezug auf seine eigenen Kinder.

Ja - und soll ich dir was sagen: Das ist auch vollkommen richtig so.

Denn da beißt die Maus keinen Faden ab: Unsere Kinder sind uns anvertraut und solange sie Kinder sind, haben wir für sie zu sorgen. Dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist nicht immer leicht, weil Kinder schlicht und einfach anstrengend sind. Als Ausgleich gibt es jedoch (ich rede jetzt mal von den allermeisten Fällen) diese Elternliebe, die dazu führt, dass man dieser Verantwortung nicht nur gerecht wird, sondern das auch gerne. :smile:

Inaktiver User
04.12.2009, 11:55
Also, Zuza, für mich kannst du da nicht sprechen. Ich tu seit knapp 18 Jahren nix anderes als meine drei Kinder kultisch verehren. Und danach meine Katze und meine zwei Hunde (in der Reihenfolge) - ich selbst bin quasi gar nicht mehr vorhanden!! :engel:

Nein, es ist müßig, auf die immergleichen Anwürfe hier einzugehen.

Mich bestätigt das nur wieder in meiner Beobachtung, dass Menschen die partout was gegen Kinder haben nicht die sind, die am positivsten und entspanntesten durchs Leben gehen und mit sich im Reinen sind.

Viele gewollt Kinderlose die ich kenne sind jedenfalls aus negativen Prägungen heraus kinderlos. Kann einem nur leid tun, sowas.

Wer sein Leben ohne Kinder genießt (und das tun sicher auch viele) hat gar nicht die Motivation, so rumzugiften und seine negative Energie zu verbreiten.

Zuza.
04.12.2009, 12:07
... ich selbst bin quasi gar nicht mehr vorhanden!! :engel:

Ja, ich finde, du hinterlässt hier in der Bri auch einen ganz und gar vollkommen nicht vorhandenen Eindruck. :freches grinsen: :blumengabe:


... dass man dieser Verantwortung nicht nur gerecht wird, sondern das auch gerne.
Ich glaube, das ist einer der Knackpunkte, an denen manche Leute zu knabbern haben. Verantwortung wird mit Zwang gleichgesetzt, Zwang ist negativ belegt. Wie also kann man Zwänge gerne leben? Merkwürdig nur, dass ich zum Beispiel die Verantwortung, die ich für meine (mittlerweile fast erwachsenen Kinder) hatte und noch habe nicht als Zwang und negativ betrachte, sondern als freiwillige Entscheidung und mein Leben mir außerhalb der Kinderschiene genügend Raum bietet, mich dort auszutoben, wo es mir auch noch Freude macht. Und da bin ich keine Ausnahme, ich lebe nicht im Wolkenkuckucksheim. Ich lern(t)e durch die Kinder viele Eltern kennen, denen es da ganz ähnlich geht, und das unabhängig von ihrem sozialen Status. Zufriedenheit mit dem, was man lebt, hat nichts damit zu tun, ob man Kinder hat oder nicht, sondern damit, ob man mit dem, was man lebt, zufrieden ist. Es liegt in einem selbst.

Inaktiver User
04.12.2009, 12:17
Meine drei Kinder schlafen nun, alle hatten noch was von ihrem Tag zu erzählen, wollten kuscheln, vorlesen, meiner habhaft sein - so greifbar und treu zu sein, hätte ich, die ich so meine Freiheit liebe, für niemand anderen sein und geben können, aber für diese drei...


GENAU SO ist das!Eben quite contrary und nochmal contrary!:blumengabe:

Und wenn's einfach wäre, dann könnt's ja jeder.

Ich wollte immer Kinder, also mindestens eins. Gleichzeitig habe ich mein Leben so frei und nur für mich selbst verantwortlich und egoegoegoistisch sehr geliebt. Very contrary! Ich habe einfach behauptet, ich würde alles unter einen Hut bringen und ein Kind käme einfach nur noch zu meinem Leben dazu und würde es nicht rundum ändern. Ich habe allen wiedersprochen, die mir sagten, dass Kinder anstrengen, dass Kinder das Leben verändern, dass Kinder einem Energie rauben, dass Kinder immer nur haben wollen, dass Kinderkacke elendig stinkt, dass Windeln teuer sind, dass eben alles anders ist. - Tjaaa, nun habe ich 2 und alle hatten recht und warum hat mir keiner gesagt dass Kinder einem die Seele verrücken, Lücken füllen, Sehnsüchte stillen, zum Lachen bringen, eingefahrene Abläufe neu überdenken lassen, Perspektivwechsel anbieten, spiegeln und darüber Erkenntnis über sich selbst bringen, Kindheit aufleben lassen, toll sind wenn sie wachsen und das Leben erst vollständig machen.

Ohne Regen keine Sonne! und ich habe 2 :Sonne::Sonne:

myDara
04.12.2009, 13:31
GENAU SO ist das!Eben quite contrary und nochmal contrary!:blumengabe:

Und wenn's einfach wäre, dann könnt's ja jeder.

Ich wollte immer Kinder, also mindestens eins. Gleichzeitig habe ich mein Leben so frei und nur für mich selbst verantwortlich und egoegoegoistisch sehr geliebt. Very contrary! Ich habe einfach behauptet, ich würde alles unter einen Hut bringen und ein Kind käme einfach nur noch zu meinem Leben dazu und würde es nicht rundum ändern. Ich habe allen wiedersprochen, die mir sagten, dass Kinder anstrengen, dass Kinder das Leben verändern, dass Kinder einem Energie rauben, dass Kinder immer nur haben wollen, dass Kinderkacke elendig stinkt, dass Windeln teuer sind, dass eben alles anders ist. - Tjaaa, nun habe ich 2 und alle hatten recht und warum hat mir keiner gesagt dass Kinder einem die Seele verrücken, Lücken füllen, Sehnsüchte stillen, zum Lachen bringen, eingefahrene Abläufe neu überdenken lassen, Perspektivwechsel anbieten, spiegeln und darüber Erkenntnis über sich selbst bringen, Kindheit aufleben lassen, toll sind wenn sie wachsen und das Leben erst vollständig machen.

Ohne Regen keine Sonne! und ich habe 2 :Sonne::Sonne:

schön geschrieben! ich wollte das auch nie glauben dass das alles so anstrengend ist mit dem zwerg aber mal ganz ehrlich...ich finde die kacke vom eigenen stinkt gar nicht so doll:freches grinsen::pfeifend:

und ich sehs auch so wie zuza und rosemary: so ein kommentar wie von sonderzeichen klingt schwer gefrustet und ist direkt auf krawall raus!

gitta hast du kinder? bist du ein emotionaler eisblock? mich bringt ja selbst dirty dancing zum weinen! als mein kleiner geboren wurde saß ich nächtelang neben ihm und hab geflennt vor lauter glück über das was wir da zusammengebracht haben!!

und JA ich finde wenn man monatelang schlafentzug in kauf nimmt, ständig krankehiten vom kindergarten nach hause gebracht bekommt, in der nacht kotze aufwischen darf dann darf man sich schon höheres wesen schimpfen!:wangenkuss:

Inaktiver User
04.12.2009, 14:29
Ohhhhhjeeeee, ich habe eine ganze Seite aus diesem Strang überschlagen und nicht mitbekommen.

- war ja auch klar- , ist ja auch ein kontroverses Thema.

Aber ohne Kinderlose und Kinderwunschlose zu attackieren wird von gerade solchen gleich Schärfe ausgepackt. Was heißt denn hier "heilig" oder "Selbstbeweihräucherung"? Also, da geh ich aber auf die Palme. Jeder schreibt hier seine Gefühle und Erfahrungen und Eltern schreiben, wie sie das Leben mit Kindern empfinden. Dementsprechend kann ein Kinderloser doch auch nur darüber schreiben, wie, warum und ob ihm das Leben ohne Kinder schmeckt. Ist schon klar, dass bei diesem Thema glückliche Eltern zu gerne gleich in die Meschugge-Kiste gesteckt werden. Wundert mich auch nicht, denn es gibt ja auch genug davon, siehe all die Heiligenscheine aus Dinkel, die über die Spielplätze schweben. Nur aufgrund von Emotionalität gleich alle in die Gutmenschkiste zu stecken, finde ich voreilig. Und witzig genug, dass wir alle mal kinderlos waren und einiges so sahen, wie die Zyniker und Sarkasten unter den hiesigen Kinderlosen. Ich glaube da können wir uns ein Bein ausreißen, es ist nicht vorgesehen, dass man vermitteln kann, WAS genau ach so anders ist mit Kindern und warum. Hormone steuern ihr übriges hinzu (auch bei den Kinderlosen). Aber NIEMALS hätte ich vor meinem ersten Sohn IRGENDJEMAND geglaubt. Ich hatte es schon geschrieben. Ich finde das Wort "Nutzen" schwierig und unpassend im Zusammenhang mit Kindern. Erinnert mich an Nutztiere, an Benutzen und nützlich. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so wörtlich gemeint. Es gab schon so viele Stränge zu dem Thema, am End läuft es auf Kind-ja oder nein? heraus. Was bringt mir ein Kind? Habe ich was davon? Nutzen? Heikle Frage. Wer sich von einem Kind einen Nutzen oder eine Rendite verspricht... ja, was ist damit überhaupt gemeint?
Es spielt keine Rolle für welches "Projekt" man eine große Verantwortung übernimmt, aber wenn es "läuft", kann man getrost stolz drauf sein. Egal ob es bellt, maunzt oder Maaamaaa ruft, man hat etwas dazu beigetragen, dass es neben einem selbst einen Platz im Leben gefunden hat. Und übrigens bekomme ich nasse Augen, wenn ich meine Kinder im Kindergarten etwas für die Eltern aufführen sehe. :fg engel::fg engel::fg engel::fg engel:
Da steh ich aber sowasvon zu!:Sonne::Sonne:

Inaktiver User
04.12.2009, 15:12
Es soll auch Menschen geben, denen z.B. eine Katze emotional mehr gibt als ein Kleinkind. Ja, auch das ist "normal".
....
Nee, ist mir alles etwas zu hoch.

ich fürchte, da erklärt sich einiges selbst:

wem eine katze emotional mehr gibt als ein kleinkind, dem ist alles andere natürlich zu hoch...
da sind einfach grenzen... und die liegen auf dem niveau der katzenhaltung...

obwohl ich aus nem anderen strang weiß, dass tierliebhaber damit ihre soziale kompetenz "beweisen". aha.

oijeujeu!!!


aber ein ernster beitrag wird noch folgen...

Inaktiver User
04.12.2009, 15:13
aber erst mal @ twosuns

:blumengabe::liebe::blumengabe:

und für ein paar andere auch noch, zuza zb.

Leandra
04.12.2009, 15:17
ich fürchte, da erklärt sich einiges selbst:

wem eine katze emotional mehr gibt als ein kleinkind, dem ist alles andere natürlich zu hoch...
da sind einfach grenzen... und die liegen auf dem niveau der katzenhaltung...

obwohl ich aus nem anderen strang weiß, dass tierliebhaber damit ihre soziale kompetenz "beweisen". aha.

oijeujeu!!!


aber ein ernster beitrag wird noch folgen...

Das einem die eigene Katze emotional mehr gibt als ein femdes Kleinkind finde ich jetzt gar nicht so ungewöhnlich.
Beim eigenen kind siehts dann doch meistens anders aus.

Leandra

Inaktiver User
04.12.2009, 15:41
siehe all die Heiligenscheine aus Dinkel, die über die Spielplätze schweben.

Stimmt, heute sind die aus Dinkel, früher waren sie aus Salzteig! :freches grinsen:

Inaktiver User
04.12.2009, 15:44
wem eine katze emotional mehr gibt als ein kleinkind, dem ist alles andere natürlich zu hoch...


Ich wollte weder auf meine Katze noch auf meine Hunde verzichten, die bedeuten mir wirklich viel.

Aber die emotionale Bedeutung eines Haustiers, das eben immer noch ein Tier ist und bleibt, mit der eines Kindes zu vergleichen find ich schon ziemlich strange.

marilyn-74
04.12.2009, 17:25
Schade, der Strang hat so schön angefangen. :knatsch:

Inaktiver User
04.12.2009, 17:39
was will mir das nu sagen, dass ich den ersten versuch ner ernsten antwort im bermudadreieck versenkt habe....


das problem liegt wohl in der fragestellung , bzw. in der wortwahl. aber darauf haben ja auch schon einige hingewiesen...
"nutzen" ist nun mal ein wort, das weder aus der emotionalen noch der zwischenmenschlichen welt kommt - und es ist traurig, dass es doch relativ häufig in diese welt "importiert" wird: da ist auch vom nutzen einer beziehung die rede und so weiter...

aber klar:
kinder haben nutzen!!!

volkswirtschaftlich gesehen.
ganze industriezweige machen ihren gewinn mit kindern (und schaffen arbeitsplätze:smirksmile:)
kinder sorgen für unsere altersversorgung - nicht nur finanziell, sondern auch pflegerisch: ich will mich später nicht von nem dementen altenpfleger mit parkinson pflegen lassen...
kinder sorgen sogar dafür, dass unser lebensstandard hier so ist wie er ist: man denke an die sweatshops, die es eben immer noch gibt, wo t-shirts, fussbälle, plastikmüll, teure teppiche usw. hergestellt werden. und in dem zusammenhang darf man auch an die "verkauften" kinder denken, die im günstigsten fall irgendwo als haushalts"hilfe" arbeiten müssen...

eigene kinder haben allerdings keinen nutzen.
klar räumen sie mal die spülmaschine aus.
aber kinderfreibeträge und kindergeld decken die kosten bei weitem nicht.
ganz abgesehen von dem ganzen verzicht auf ne richtig großeordentliche wohnung, auf ruhe, nachtschlaf, fernreisen, aufwendige hobbies, extensive kneipentouren etc etc...

noch nicht mal emotional: der emotionale nutzen mit nem pubertären kind geht gegen null bzw. ins negative. da ist wenig freundliches lächeln sondern oftmals glatter kampf angesagt:freches grinsen:



insofern haben die bewusst kinderfreien einfach recht:freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen:

kinder zu haben ist tierisch :freches grinsen:. (habe ich an anderer stelle ja schon geschrieben) also animalisch und rein instinkt gesteuert....

dass das allerdings nicht das schlechteste sein muss - weil es eben "ne andere dimension" dessen ist, was man heute so unter menschsein versteht... weil es was vom größenwahn nimmt. weil es ohne verträge verantwortung lehrt auch für die welt, und wie wir hoffen, dass sie in zukunft sein wird... weil man überhaupt über beziehungen was lernt. und über stärken und schwächen von anderen und von sich selbst (!).
und und und...

das allerdings kann man wirklich nur erfahren, und nicht im vorhinein abschätzen.
mit ner kosten/nutzenanalyse vor der entscheidung für oder gegen kind kann man gewaltig auf die schnauze fallen. bzw. gewaltige überraschungen erleben...



bei all dem:
nicht alle eltern sind automatisch glücklich und verantwortungsvoll.
und nicht alle kinderlosen sind automatisch verantwortungslos, egozentrisch und unglücklich...

gott sei dank!


*heiligenschein*:freches grinsen:

seid ihr jetzt zufrieden mit dem text, ihr kinderlosen katzenliebhaber :freches grinsen: die nüümals von nem kind zu tränen gerührt werden könntet?

sachlich genug und heiligenscheinfrei genug? :freches grinsen:

Inaktiver User
04.12.2009, 17:43
Schade, der Strang hat so schön angefangen. :knatsch:

da kriegen wir ihn doch auch wieder hin.
vielleicht sind die ersten schreiber ja noch da...

und die anderen können uns doch nicht wirklich aufregen. unsere nerven sind doch von pubertären kindern gestählt:pfeifend:

Inaktiver User
04.12.2009, 20:44
Ich finde es richtig, dass bei einer Frage "Kind - ja nein und oder warum?" Eltern und Nicht-Eltern von Menschenkindern antworten. Jeder soll sich für seine Entscheidung erklären dürfen, ohne die anderen jeweils anzugreifen. Haustiere und mögen sie noch so sehr in die familiäre Situation integriert sein, sollten ein separates Strangthema sein. Wenn es Menschen gibt, die Ihren Hund oder Hamster Kindern gleich stellen - es wäre nicht meins - und auch nicht mein Strang.:osterhase:

@wasmeenschndu:
Wie Du das volkswirtschaftlich gesehen schreibst, ist wirklich ein nicht zu unterschätzender Einwand!:ahoi:

Gut genug dennoch, dass es Menschen gibt, die sich bewußt gegen Kinder aussprechen aufgrund von emotionalen Unzulänglichkeiten, unvermögenden Sozialkompetenzen, aus egoistischen Bequemlichkeiten oder warum auch immer. Eigentlich ist der Grund sogar irrelevant, es wird schon ok. sein für die nicht vorhandenen Kinder.

Denn leider haben meines Erachtens schon viel zu viele Menschen Kinder in die Welt gesetzt, die keine hätten bekommen dürfen, weil diese kleinen Wesen weder menschenwürdig noch sozialkompetent gefördert werden. In meinem direkten Umfeld gibt es 2 Familien, die Kinder mit "schwieriger Vergangenheit" bei sich in einem liebevollen Umfeld aufwachsen lassen. Und da tu ich n Teufel und missioniere Leute, die glücklich ohne Kinder leben. Wer weiß was da entstünde? :ooooh:

Wie schon geschrieben, ich hatte hier eine Seite übersehen ohne die es zwar weniger Feuer gäbe, aber auch weniger zum Ärgern. Darf ich zu den erfreulichen Seiten zurück kommen? Meine Kinder sind seit 20 Minuten im Bett! Wir hatten einen tollen Tag gemeinsam und es soll nun auch JEDER unserer Familie auf seine Kosten kommen! :prost::entspann:

Inaktiver User
04.12.2009, 20:57
Ich finde ja, dass der Strangtitel schon sagt, dass jemand wissen will, was an dem Leben mit Kindern bereichernd ist - von Nutzen!!

Wenn man dann mit positiven Dingen antwortet, dann entspricht das meiner Meinung nach dem, was die TE wissen wollte??

Die schlechten Dinge sind OT.:schild genau:

Und der Nutzen eines Kindes liegt wohl nicht darin, dass man ihm eine Katze schenken kann!:freches grinsen:

Gitta777
04.12.2009, 21:27
Ich wollte weder auf meine Katze noch auf meine Hunde verzichten, die bedeuten mir wirklich viel.

Aber die emotionale Bedeutung eines Haustiers, das eben immer noch ein Tier ist und bleibt, mit der eines Kindes zu vergleichen find ich schon ziemlich strange.

Ich nicht. Ich hatte nie den leisesten Kinderwunsch gespürt. Ich kann nur für mich sprechen.
Wenn es mir gerade schlecht geht, und ich beobachte oder streichle eine Katze, gibt das mir ein Stück weit innere Ruhe. Da kann ein Kleinkind nun mal nicht ran. Habe ich mir meine Emotionen ausgesucht? Was soll daran "strange" sein?

Inaktiver User
04.12.2009, 21:36
Und der Nutzen eines Kindes liegt wohl nicht darin, dass man ihm eine Katze schenken kann!:freches grinsen:

sic!

obwohl kids über haustiere schon ne menge lernen...

aber ein
kind so zu erziehen, dass es später ne katze braucht wäre vielleicht doch etwas daneben:pfeifend:

Inaktiver User
04.12.2009, 21:36
Ich nicht. Ich hatte nie den leisesten Kinderwunsch gespürt. Ich kann nur für mich sprechen.
Wenn es mir gerade schlecht geht, und ich beobachte oder streichle eine Katze, gibt das mir ein Stück weit innere Ruhe. Da kann ein Kleinkind nun mal nicht ran. Habe ich mir meine Emotionen ausgesucht? Was soll daran "strange" sein?

Strange finde ich den Vergleich Mensch-Tier! Äpfel und Birnen sind auch beides Obst. Der Strang heißt auch nicht "Nutzen eines Tieres" und aber der sollte vielleicht eröffnet werden, um hier weiterhin über den ganz eigenen und persönlichen Sinn zu schreiben, den MenschenKinder geben - wenn man sie in die Welt zu setzen gedenkt.

Inaktiver User
04.12.2009, 21:40
Ich nicht. Ich hatte nie den leisesten Kinderwunsch gespürt. Ich kann nur für mich sprechen.
Wenn es mir gerade schlecht geht, und ich beobachte oder streichle eine Katze, gibt das mir ein Stück weit innere Ruhe. Da kann ein Kleinkind nun mal nicht ran. Habe ich mir meine Emotionen ausgesucht? Was soll daran "strange" sein?

so wie du das schreibst, finde ich das völlig ok!

und trotzdem:
auch kids können das durchaus.
es ist zum beispiel wirklich schön, wenn kids schlafen.
das ist ein gefühl - auch bei fremden kids - von:
bei sich sein, aufgehoben sein, vertrauen... (die kids sind bei sich,....)
kann ich jetzt nicht besser beschreiben.
aber es ist schon bemerkenswert, wenn man sich drauf einlassen kann.



(meine gehen grade zu bett......:smirksmile:)

Inaktiver User
04.12.2009, 21:40
Ich nicht. Ich hatte nie den leisesten Kinderwunsch gespürt. Ich kann nur für mich sprechen.
Wenn es mir gerade schlecht geht, und ich beobachte oder streichle eine Katze, gibt das mir ein Stück weit innere Ruhe. Da kann ein Kleinkind nun mal nicht ran. Habe ich mir meine Emotionen ausgesucht? Was soll daran "strange" sein?

Ich finde diese Position für dich völlig okay, Gitte. Aber das Strangthema ist trotzdem: welchen Nutzen hat ein Kind?!

Irgendwie geht es einfach am Thema vorbei - das meinte ich damit. Wie du fühlst und für was du dich entschlossen hast, das sei dir unbenommen.

xanidae
04.12.2009, 21:42
Ich nicht. Ich hatte nie den leisesten Kinderwunsch gespürt. Ich kann nur für mich sprechen.
Wenn es mir gerade schlecht geht, und ich beobachte oder streichle eine Katze, gibt das mir ein Stück weit innere Ruhe. Da kann ein Kleinkind nun mal nicht ran. Habe ich mir meine Emotionen ausgesucht? Was soll daran "strange" sein?

tja, ewk sieht deine emotionen als strange, du empfandest ihren beitrag als 'zu verklärt', das wort selbstbeweihräucherung fiel auch.
was ist nun richtig? gibt es überhaupt ein richitg?


Habe ich mir meine Emotionen ausgesucht?

du fühlst wie du fühlst. die anderen fühlen wie sie fühlen. vielleicht kann man das anerkennen ohne es zu bewerten. ohne selbstbeweihräucherung zu lesen, nur weil jemand von seinen gefühlen schreibt. die mag ein anderer nicht nachvollziehen können. doch es sind seine gefühle. was ist daran falsch?

hier haben eltern von dem 'nutzen' ihrer kinder geschrieben. das ist ein hochemotionales thema und kann, gerade auf der emotionalen ebene, mit nichts anderem verglichen werden.
auch ich habe katzen und kinder. die katzen waren vor den kindern da. doch mein leben bzw. meine einstellung dazu haben sie - auf der emotionalen ebene - nicht so auf den kopf gestellt wie meine kinder.

Inaktiver User
04.12.2009, 21:42
...

kinder zu haben ist tierisch :freches grinsen:. (habe ich an anderer stelle ja schon geschrieben) also animalisch und rein instinkt gesteuert....



Volle Zustimmung! Auch zu Deinem restlichen Beitrag. Ich schnurre jetzt mal wie eine Katze, die ihre Jungen säugt, wovon sie nie einen Nutzen haben wird.

(Wobei meine letztes Jahr nach Krankheit, schwerer Operation und 14-tägigem Tierkrankenhausaufenthalt gestorbene Katze schon in mir ähnliche animalische und rein instinktive Sattheits-Gefühle ausgelöst hat, wenn Kinder und Katze faul und zufrieden auf dem Sofa lagen um sich Star Trek 'reinzuziehen).

Vom Sex hat man/frau keinen Nutzen, genau gesehen - er ist sehr anstrengend und energieverbrauchend. Mit Kindern ist es ähnlich. Trotzdem lebe ich lieber mit Beidem.

Inaktiver User
04.12.2009, 21:42
Strange finde ich den Vergleich Mensch-Tier! Äpfel und Birnen sind auch beides Obst. Der Strang heißt auch nicht "Nutzen eines Tieres" und aber der sollte vielleicht eröffnet werden, um hier weiterhin über den ganz eigenen und persönlichen Sinn zu schreiben, den MenschenKinder geben - wenn man sie in die Welt zu setzen gedenkt.

ach lassen wir das....
auch ne katze ist ein nutztier....
nutzen für die emotion eben...
und die andern fressen wir...

aber das ist nu wirklich ganz OT.

Inaktiver User
04.12.2009, 21:58
Zu gern wüßte ich, was nun für Yuggbubba unter'm Strich herausgekommen ist und ob's was verändert hat!?

Inaktiver User
04.12.2009, 22:13
und wenns nur die bereitschaft wäre, das "risiko" einzugehen -
es wäre nciht verkehrt...

denn "geplant" waren mein erstes kind auch nicht...
und trotzdem...

(es hat uns sozusagen die entscheidung abgenommen:engel:)

Sonderzeichen
05.12.2009, 00:33
aja einen hab ich auch noch:
ein kinderloser wirds nicht beurteilen können obs nun für ihn mit oder ohne kinder schöner ist!weil er die erfahrungen (seiens positiv oder negativ) einfach nicht gemacht hat....daran ist nicht zu rütteln.

punktum!

ich habe ueberhaupt keine lust, mich auf etwas einzulassen, das mir erstens nicht attraktiv erscheint und das zweitens nicht rueckgaengig zu machen ist. bin ich denn bloed? ich richte doch mein leben lieber auf dinge aus, die mir spass machen. :smile:

Sonderzeichen
05.12.2009, 00:40
Viele gewollt Kinderlose die ich kenne sind jedenfalls aus negativen Prägungen heraus kinderlos. Kann einem nur leid tun, sowas.

ach um himmels willen, noch mehr schwulst... frage mal, wieviele eltern eine "negative praegung" in ihrer kindheit mitbekommen haben und gerade deshalb kinder in die welt setzen, damit diese es einmal besser haben.

Sonderzeichen
05.12.2009, 00:42
Aber die emotionale Bedeutung eines Haustiers, das eben immer noch ein Tier ist und bleibt, mit der eines Kindes zu vergleichen find ich schon ziemlich strange.

ach, das kann man gar nicht gleichsetzen, eine katze ist so viel schoener um sich zu haben als ein kind.

Inaktiver User
05.12.2009, 01:47
ach, das kann man gar nicht gleichsetzen, eine katze ist so viel schoener um sich zu haben als ein kind. Geschmacksache. Der eine mag gern Leberwurst, der andere grüne Seife.... Oder beides, so wie ich.:freches grinsen:

Hab den Strang den ganzen Tag verfolgt, es brannte mir richitg unter den Nägeln, aber ich komm' jetzt erst dazu, nachdem mein krankes Kind zum 3. Mal gestillt jetzt hoffentlich eine Weile schläft...

Also, meine ganz kühl errechnete und ganz persönliche Bilanz, was hat mein Kind mir bisher gebracht? Über die Schwangerschaft kann ich nicht meckern, Rücken- und Symphysenschemerzen, das war's auch. Dann die Geburt: 30 Stunden heftige Wehen, großer Dammschnitt, Zange. Dann 4 Wochen Schmerzen in der Naht, dazu wunde blutende Brustwarzen, bis das Stillen mal geklappt hat. Weitere Nachwirkungen: Schwangerschaftsstreifen, Wabbelbauch, Krampfadern. Dann: Schlafdefizit seit nunmehr 14 Monaten, finanzielle Einbußen und Karriereknick, kaum mehr Zeit für Freunde und Hobbies, sehr reduziertes Sexleben. Seit ich wieder arbeite (bloß unergiebige Teilzeit natürlich) komme ich mit dem Haushalt kaum zu Rande. Wohnzimmer sieht aus wie ein Spielzeugladen. War seit der Geburt genau zweimal mit meinem Liebsten aus. Habe kaum bis gar keine Zeit zu Sport, Lesen, Einkaufen, Friseur, Badewanne, .... Die Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen.

Was würde ich an meinem Leben ändern wollen?
Nix. Es ist gut so wie's ist. Gut, Putzfrau und Lottogewinn würde ich nicht ablehnen. Und mit dem Lottogewinn würde ich ein Haus mit 4-5 Kinderzimmern kaufen und die nach und nach füllen. :freches grinsen:

Warum? Keine Ahnung, lässt sich rational nicht erklären. Ich will einfach Kinder in meinem Leben haben, will einfach Mutter sein, fertig. Das war zugegebenermaßen (und zum Glück schön einfach für mich) schon immer so, ohne dass ich mir je die Nutzen-Frage gestellt hätte.
Das letzte Jahr war bisher das anstrengendste und das allerschönste in meinem Leben. Und ja, viele Dinge, über die ich mich in Vor-Kind-Zeiten aufgeregt hab, erscheinen mir jetzt pillepalle. Die Prioritäten verschieben sich, ganz klar. Manchmal ist das toll und ich fühle mich wie Superwoman, wenn ich mir abends ankucke, was ich alles gestemmt habe und wenn ich weiß, dass dieses neue Menschlein einen guten Tag hatte, satt ist und sauber, Spass hatte, was gelernt und viel gelacht hat, sich sicher und geliebt fühlt. Manchmal fühle ich mich so fertig und ausgelaugt, bei all dem, was liegen geblieben ist, dass ich 100 Jahre schlafen möchte.... Aber ein Leben ohne diese kleine, niegelnagelneue Person? Nein, danke, nicht für mich....

Rational gerechnet ist ein Kind mehr als genug, keins sowieso viel vernünftiger, siehe Liste oben. Und trotzdem ist da bei mir diese leise Stimme, die immer lauter wird: Noch eins, bitte bitte, noch eins, ganz bald.... Und dann vielleicht noch eins?.... Diese Stimme hat schon gewonnen, und warum das so ist, ist mir persönlich sch***egal. Mich macht das glücklich, ihre Existenz, vielleicht ist das ja auch ganz schön egoistisch, von Altruismus, Demut, Weihrauch und sonstigen Überhöhungen etc.pp. jedenfalls keine Spur.... Ich habe mich das noch nie so gefragt, warum und zu welchem Zweck. Bei mir ist das zum Glück so eindeutig - Punkt.

@Yuggbubba: Meiner Meinung nach kann die rein rationale, berechnende Antwort auf die Kinder"nutzen"frage nur "nein danke" lauten. Denn einen rationalen Nutzen gibt's nicht. Dazu ist das Wagnis "Kind" an sich schon zu groß. Denn keiner kann Dir garantieren, dass Dein Kind ein gesundes und fröhliches Menschlein sein wird, das Dir hauptsächlich Freude macht mit seiner Entwicklung. Vielleicht bringt es eine ganze Ladung an Gepäck mit, neben dem üblichen Stress, den Kinder halt so machen. Vielleicht ist's krank? Vielleicht geht bei der Geburt was schief? Vielleicht haut eine postnatale Depression die Mutter aus der Bahn? Wo bleibt denn da der "Nutzen"? Wenn das die Ausgangfrage ist, dann lieber nicht. Denn kein Mensch sollte einen Nutzen für einen anderen haben oder einen Zweck für einen anderen erfüllen. Er sollte einfach sein dürfen, seine Existenz an sich gewollt sein.:blumengabe: Soweit meine 2cents.

Inaktiver User
05.12.2009, 06:54
Guten Morgen, ihr Lieben,

ich bin so früh wach, weil ich heute mit meinem Schatzi zusammenziehe, hurra! :lachen:

Meine Güte, es gab ja noch richtige Meinungsverschiedenheiten hier! Ich finde eure Ansichten/Gefühle zu meiner Frage sehr interessant, auch die, die "am Thema vorbeigehen".

Ich selber schleppe mich mit der Frage "Kind ja oder nein" im Prinzip herum, seit ich mit meinem Freund zusammen bin (Februar diesen Jahres). Er hat mir schon ziemlich früh gesagt, dass er sich ein Leben mit Kindern wünscht, mir aber die Entscheidung überlässt. Wenn ich mich gegen ein Kind entscheide, würde er mich nie verlassen deswegen.

Ich bin jetzt 34 und habe eine Entscheidung bisher immer vor mir hergeschoben. Ich habe nie gesagt, ich will auf gar keinen Fall ein Kind haben, sondern, ich kann mir mich mit einem Kind schlecht vorstellen, eben wiel ich praktisch kaum Berührungspunkte mit (sehr kleinen) Kindern hatte in meinem Leben. Und den richtigen Partner hatte ich auch nie. Vor 2 Jahren zuckte mir zum ersten Mal der Gedanke durch den Kopf: "Irgendwann kannst du dich nicht mehr frei entscheiden, irgendwann ist der Zug abgefahren!" Die biologische Uhr?

Ich bin, wie gesagt, Einzelkind, von meiner Familie lebt nur noch mein Papa, und der Gedanke, mit meinem Freund, mit dem endlich, nach diversen Fehlschlägen und viel Beziehungsstress in früheren Beziehungen wirklich alles, aber auch ALLES toll ist, eine eigene, kleine Familie zu haben, fühlt sich gut an. Aber die Angst, dass das alles zu groß, zu viel für mich ist, ist eben auch da.

Ich weiß es nach wie vor nicht. Aber eure Beschreibungen, egal in welche Richtung haben mir trotzdem geholfen. Die "negativen" haben mich in dem bestätigt, was mir an "Fakten" eh schon klar war (viel Zeit, Geld, pers. Freiheit, Nerven, die für ein Kind draufgehen), die positiven, die nicht ganz so verklärt (bitte nicht schlagen), sondern eher sachlich rüberkommen, kann ich trotzdem irgendwie ein bisschen nachfühlen, mir vorstellen, wie es vielleicht sein könnte.

Alles in allem: DANKE, ihr habt mir weitergeholfen, mich ein wieder ein Stückchen mehr mit dem Gedanken "vielleicht ja doch Kind" anzufreunden! :blumengabe:

Inaktiver User
05.12.2009, 08:49
ach, das kann man gar nicht gleichsetzen, eine katze ist so viel schoener um sich zu haben als ein kind.

das kann ich nu mal einfach nicht ernstnehmen:smirksmile:
aber wenn du das für dich so empfindest...

Inaktiver User
05.12.2009, 08:52
ich richte doch mein leben lieber auf dinge aus, die mir spass machen. :smile:

ein mitglied der spassgesellschaft eben...

"ich bin doch nicht blöd..."
die brauchts doch auch!

Inaktiver User
05.12.2009, 08:59
@yuggbubba

den noch:
wenn du einen partner hast, der sich kinder haben vorstellen kann bzw. wünscht - dann ist das kinder haben auch einfacher, weil du nicht alles alleine stemmen musst.
und weil geteilte freude und geteilte verantwortung halt auch besser ist.

was dir allerdings passieren kann, dass sich auch die paarbeziehung ein bisschen verändert, weil man nicht mehr nur paar ist, sondern eben auch eltern...

alles gute mit deinem schatz

Gitta777
05.12.2009, 09:33
das kann ich nu mal einfach nicht ernstnehmen:smirksmile:
aber wenn du das für dich so empfindest...

Das ist eben das. Jemand, bei dem sich nicht alles um den eigenen Reproduktionswahn dreht, der über den Tellerrand der eigenen Gene hinausschauen kann, dem andere Lebewesen genauso viel wert sind, nicht ernstnehmen.
Aber wenn es um die eigenen Kinder geht, so tun, als sei nun das achte Weltwunder passiert. Und das soll man ernstnehmen, ja?

Junior
05.12.2009, 10:03
ich habe ueberhaupt keine lust, mich auf etwas einzulassen, das mir erstens nicht attraktiv erscheint und das zweitens nicht rueckgaengig zu machen ist. bin ich denn bloed? ich richte doch mein leben lieber auf dinge aus, die mir spass machen. :smile:

Also wenn das Statement den Verfasser nicht klar als egozentrisch und hedonistisch outet, dann weiß ich auch nicht mehr...

Und wenn man so empfindet, ist es doch wenigstens fraglich, warum man sich überhaupt an einem solchen Thema beteligen muß. Ist im Haustiereforum gerade nichts los?

Viele haben sich einfach in emotionaler Weise über ihre Elternschaft geäußert, das kann man emotional überladen finden - diese Einstellung kann man aber auch mit Rücksicht auf die Gefühle der Beteiligten für sich behalten.

Zuza.
05.12.2009, 10:26
ich habe ueberhaupt keine lust, mich auf etwas einzulassen, das mir erstens nicht attraktiv erscheint und das zweitens nicht rueckgaengig zu machen ist. bin ich denn bloed? ich richte doch mein leben lieber auf dinge aus, die mir spass machen. :smile:

Tu das doch. Sagt doch keiner was dagegen. Aber hör damit auf, anderes schlecht zu machen, nur weil du nicht in der Lage bist zu akzeptieren, dass andere Menschen anders ticken und sie trotzdem ein nicht mehr oder minder erfülltes Leben führen können, wie Menschen, die halt keine Kinder haben. Kinder sind kein Garant für Glück. Keine Kinder sind ebenfalls kein Garant für Glück. Ist das so schwer?

Oder geht es dir hier mehr ums Provozieren?

Zuza.
05.12.2009, 10:32
Das ist eben das. Jemand, bei dem sich nicht alles um den eigenen Reproduktionswahn dreht, der über den Tellerrand der eigenen Gene hinausschauen kann, dem andere Lebewesen genauso viel wert sind, nicht ernstnehmen.
Aber wenn es um die eigenen Kinder geht, so tun, als sei nun das achte Weltwunder passiert. Und das soll man ernstnehmen, ja?

Dir geht es wohl auch mehr ums Provozieren, Gitta? Was soll das? Was hat der Wunsch, eine Familie zu gründen mit Reproduktionwahn zu tun? Erklär mir das bitte in kurzen prägnanten Worten. Ich verstehe das nicht. Ich sehe hier niemanden, der dem Reproduktionswahn verfallen ist. Ich sehe hier auch niemanden, der seine Kinder als achtes Weltwunder betrachtet. Dass man seine Kinder hingegen schon als etwas Besonderes sieht, ist natürlich. Hast du einen Menschen, den du liebst? Einen Herzenspartner? Ist der für dich auch etwas Besonderes? Liebst du ihn anders, intensiver als andere Menschen? Ja? Schön. So ist das auch bei eigenen Kindern. Das hat nichts mit Weltwunder oder Wahn zu tun, das ist natürlich.

myDara
05.12.2009, 10:48
Liebes sonderzeichen: ist dir klar dass deine beiträge dich wie eine...in österreich sagt man: "............." erscheinen lassen??!!

liebe mods man sehe es mir nach, ich weiss es ist ot und es ist ein persönlicher userangriff aber das liegt mir jetzt schon seit acht uhr früh auf der zunge, das musste jetzt raus

liebes sonderzeichen: weiterhin viel spaß mit deiner katze!

liebe gitta: ja die eigenen kinder sind das achte weltwunder!! zumindest für einen selbst! zumindest in der anfangszeit! weil es neu ist, weil es anders ist, weil es genial ist, weil man es selbst vollbracht hat! und ja ich bin auch wahnsinnig! wahnsinnig nach meinem kind, wahnsinnig nach meinem mann, wahnsinnig nach meiner familie! weil ich sie liebe!

aber da sind wir wieder beim thema: können kinderlose halt nicht nachvollziehen! punktum!

liebe yugga, genieß doch einfach mal das zusammenwohnen mit deinem freund! zwei jahre sind ja jetzt wirklich auch noch nicht soooo ne lange zeit, ihr könnt doch die nächsten jahre noch tolle dinge, fernreisen, romantische abende verbringen mit 34 ist doch noch nichts aus der zeit! und glaub mir, wenn es so sein soll dann kommt der moment eh von selbst wo du sagst: ich hätte gerne ein baby, ich kann es mir jetzt vorstellen (wie schon so oft geschrieben, in den meisten, vor allem da wo auch das umfeld auch noch so toll passt, tun die horrormone eh das ihrige) und es ist ja auch nicht so dass du heute entscheidest dass du ein kind willst und morgen ist es da! du und vor allem dein körper habt dann immer noch 9 monate zeit euch darauf einzustellen! ist ja jetzt keine amazonbestellung mit lieferung innerhalb 24 monate!

alles liebe dara

ps: ich bin auch einzelkind, ich war unerwünscht, das hat man mich auch spüren lassen, ich hatte vor meinem eigenen kind noch NIE ein baby im arm gehabt...deswegen bin ich jetzt auch keine schlechtere oder bessere mama!

Inaktiver User
05.12.2009, 11:27
Oder geht es dir hier mehr ums Provozieren?

ich sag doch, so richtig ernstnehmen kann ich das nicht.
bevor ich jetzt sag, es ist blöd was sie schreibt lach ich halt drüber...

und nicht vergessen vor dem servieren noch ein petersiliensträußchen aufs sheba:freches grinsen:

Inaktiver User
05.12.2009, 11:31
...der über den Tellerrand der eigenen Gene hinausschauen kann, dem andere Lebewesen genauso viel wert sind, nicht ernstnehmen.


"tellerrand der eigenen gene", also ich muss schon sagen, das hast du fein formuliert :freches grinsen:

und woher weißt du denn, dass mir andere lebewesen unwichtig sind????


isst du fleisch, so ganz nebenbei gefragt?

verhältst du dich ein bisschen ökologisch? oder so eher: nach mir die sintflut.
nun ja, aber das ist OT....

Bonita33
05.12.2009, 12:00
Der "Nutzen" ist ja schon hinreichend beschrieben werden und wie ich finde sehr schön :blumengabe:

Ansonsten fällt mir zu einigen Beiträgen nur das (http://www.the-daily-fun.de/katzen-geduenstet-nicht-gekocht/) hier ein :smirksmile::pfeifend:

Gitta777
05.12.2009, 12:01
Nee, ich esse kein Fleisch - wegen des Leidens der Tiere, wegen der Grundwasserverseuchung, wegen des Hungers in der Dritten Welt (sicher weißt du, dass man mit pflanzliche Ernährung im Schnitt sieben Mal mehr Menschen ernähren kann), natürlich auch aus gesundheitlichen Gründen. Ähhhh, ist du Fleisch?

Nach mir die Sintflut??? - Ich reproduziere mich nicht. Unser kleiner Planet erträgt und ernährt schon die Milliarden Menschen, die da sind, nicht. Da brauche ich mich nicht auch noch zu vermehren, habe ich darüber doch freie Entscheidung. Ist übrigens überhaupt nicht OT, kannste beruhigt sein.

Zuza.
05.12.2009, 12:26
Wie oben schon gesagt, Gitta: Ist doch alles ok so. Mach, wenn du damit glücklich bist, das ist dein gutes Recht. Es ist dein Leben, du hast jedes Recht, es so zu führen, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Andere aber eben auch, und das, ohne dass es schlechter oder besser ist, auch wenn das in manche Köpfe nicht rein mag. Und diese Abwerterei hier, die dann durch solche Begriffe wie Reproduktionswahn, dem hier niemand unterliegt, oder Selbstbeweihräucherung, die hier niemand betreibt, geht mir ziemlich auf den Senkel, weil sie nicht gerechtfertigt ist. Und was mir noch auf den Senkel geht: Fragt man hier man nach, wer denn bitte mit solchen Begriffen nun explizit gemeint ist ... Schweigen im Walde. Nix. Da werden dann lieber die Füße still gehalten, weil man dann ja ins Persönlichere gehen müsste, das dann meistens keinen Bestand hat, weil hier niemand jemanden wirklich kennt und beurteilen kann. Aber Hauptsache, man hat seine Meinung mal rausgeplatscht und so richtig Bescheid gesagt. Ich frage mich wirklich, wozu das gut sein soll.

Inaktiver User
05.12.2009, 12:48
Wie oben schon gesagt, Gitta: Ist doch alles ok so. Mach, wenn du damit glücklich bist, das ist dein gutes Recht. Es ist dein Leben, du hast jedes Recht, es so zu führen, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Andere aber eben auch, und das, ohne dass es schlechter oder besser ist, auch wenn das in manche Köpfe nicht rein mag. Und diese Abwerterei hier, die dann durch solche Begriffe wie Reproduktionswahn, dem hier niemand unterliegt, oder Selbstbeweihräucherung, die hier niemand betreibt, geht mir ziemlich auf den Senkel, weil sie nicht gerechtfertigt ist....

So ist es.
Genau so wenig wie jede/r Kinderlose ein hedonistischer und zynischer Egozentriker ist, sind Eltern grundsätzlich selbstlose Heilige, einem Gebährwahn unterlegen oder "die besseren Menschen". Es gibt auch Eltern die ihren Egozentrismus über ihre Sprösslinge ausleben, wie es auch sozial sehr engagierte, aufopferungsvolle Kinderlose gibt.

Ein Leben mit Kindern, ohen Kinder: Es sind schlicht unterschiedliche Lebensmodelle, und wir haben heute ja das große Glück, eine freie Wahl treffen zu können, das zu tun, was uns am glücklichsten macht.
Warum manche ihre eigene Wahl mit der Herabwertung des vermeintlich gegensätzlichen Lebensmodells rechtfertigen müssen, versteh' ich auch nicht. Wenn man selber glücklich damit ist, reicht das doch vollkommen aus, oder nicht?

Inaktiver User
05.12.2009, 13:08
Der "Nutzen" ist ja schon hinreichend beschrieben werden und wie ich finde sehr schön :blumengabe:

Ansonsten fällt mir zu einigen Beiträgen nur das (http://www.the-daily-fun.de/katzen-geduenstet-nicht-gekocht/) hier ein :smirksmile::pfeifend:


:allesok::allesok::allesok::allesok::allesok::alle sok::allesok::allesok::allesok::allesok::allesok:

Inaktiver User
05.12.2009, 13:14
Ich wünsche allen ein schönes Nikolauswochenende mit vielen Nüssen, Keksen, Schokis usw. Kümmern wir uns mal endlich um die, die uns keinen Nutzen bringen, kraulen wir unsere Muschis, Bellos oder Leons, Lauras und Pauls, lassen wir uns die Stimmung nicht vermiesen, wenn wir bei dem Sauwetter mal Gassigehen müssen oder auf den Spielplatz. Nur Monsterlose können den Tag pflichtenfrei vergammeln und am Abend auf nix zurückblicken.

:nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus: :nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus: :nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus: :nikolaus::nikolaus::nikolaus::nikolaus:

Zuza.
05.12.2009, 13:53
Nur Monsterlose können den Tag pflichtenfrei vergammeln und am Abend auf nix zurückblicken.

Auch das ist nicht richtig, twosuns. Ich denke, das weißt du aber.

Inaktiver User
05.12.2009, 14:00
So, ich habe mir das ganze jetzt in Ruhe durchgelesen und bin der Meinung, dass die Diskussionen wirklich völlig am Strangthema vorbeigehen.:ooooh:

Diskussionen, ob Kinder ja oder nein, können gerne auch hier im Forum geführt werden, aber dann sollten die Interessenten bitte dazu einen Strang aufmachen. Mit entsprechendem Strangtitel. :knicks:

Ich bitte in diesem Strang über das eigentliche Thema zu schreiben.

Ich glaube nicht, dass es für die TE wirklich interessant ist, wer Fleisch isst oder Haustiere hat??!!!:wie?:

Inaktiver User
05.12.2009, 17:12
Ich finde diesen thread trotzdem schön......:smile:
Nein, so richtig rationale Gründe "dafür" gibt es nicht, eher
dagegen, so rein rational, gesehen. Das Leben wird einfach
schön...(schwer) durch Kinder, viel teurer und was das Thema Ängste angeht, das fängt ja schon an, wenn sie noch im Bauch rumturnen:smirksmile:
Aber der Mensch ist meist halt doch so gestrickt, wider jede Vernunft,
das sie+ er "es" zulassen:blumengabe:

Inaktiver User
05.12.2009, 20:38
Auch das ist nicht richtig, twosuns. Ich denke, das weißt du aber.

ja, war bissi bissig. Streicht "und am Abnd auf nix zurück blicken."

Übrigens hatte ich heute eine Tag, an dem ich besser nicht gefragt werden dürfte: Kinder? WARUM?
Um halb 7 wollen sie KAKAO. Beim Frühstück sauen sie mit dem Brötchenbelag rum und schmieren mit dem Frühstücksei rum. Bis um 11 kann ich meine eigene Stimme nicht mehr ertragen, wenn sie sagt "Zieh bitte Deine Hausschuh an" und "Räum bitte die Autos aus dem Flur." Bis um 14 Uhr habe ich ein Kind vor dem heißen Backofen, ein Kind vor dem hohen Esstisch, ein Kind vor der Kante am Wohnzimmertisch, ein Kind vor seinem eigenen Bett gerettet sowie 5 Kinder nach dem Türrahmen, nach dem Bruder, nach sich selbst auf die Zunge beißen etc. getröstet. Alleine duschen? Nur wenn die Kinder schlafen oder im KiGa sind. Einmal den Rücken zugedreht und die Rolle Klopapier ist auf 5 km abgewickelt und wird grad so ins Klo gestopft, meine Handtasche wird geplündert und der Inhalt in geheimen Nischen versteckt. Es nahm bis zum Abend kein Ende. Jetzt ist Ruhe und alle Monster liegen in ihren Betten, als wenn nichts gewesen wäre. Wir schieben uns ne TK-Pizza in den Backofen und wollen nur noch auf die Couch. Und für heute Abend kinderlos bleiben. - Aber warum bloß, warummüssen wir lachen? Wir beißen in die Pizza und schauen uns an und lachen. Dabei war der tag nicht lustig! Oh ich bin manchmal phasenweise sehr neidisch auf Freunde ohne Kinder, deren Wochenenden mal ganz anders aussehen. Immerhin bleibt bei uns nichts auch nur eine Woche so, wie am WE zuvor. Die Entwicklung von so kleinen Kindern ist im Wochentakt bereits zu sehen und es verändert sich ständig alles. das ist spannend. Wenn von Monat zu Monat mehr Selbständigkeit zu sehen ist. Wenn Verständigkeit einsetzt. Irgendwann sind Kinder nämlich groß und erwachsen und dann kann man ja immerhin auf den "Nutzen" hoffen, dass sie einen im Alter begleiten. Ohne Garantie, klar, aber die Hoffnung habe ich. Mir tun diese kinderlosen alten Menschen sehr leid, die ihren Partner verlieren und ohne jeglichen Familienanschluß zu Weihnachten allein sind.
Bei diesem Gedanken verschwimmt bei mir der gerade endende Tag und ich blicke zuversichtlich und natürlich hoffnungsvoll zu morgen. Die können auch nett sein.

Inaktiver User
06.12.2009, 00:30
Hey kein Kind zu wollen ist nicht immer sachlich, es ist auch ein Gefühl.Hab ich zumindest bei mir festgestellt!Immer schön auf das Bauchgefühl hören, Manche bekommen Kinder Andere nicht so soll es sein.Ich bin Andere:freches grinsen:

Inaktiver User
06.12.2009, 07:06
Und glaub ja nicht, dass sich das sich die Frage im siebten Monat groß ändert. :freches grinsen:

Bei mir war es immer sehr ähnlich, wie von dir empfunden.

Als meine Geschwister vor 10 Jahren geboren wurden (ich war 26) dachte ich fein (ich hänge sehr an den Kleinen), aber für mich war das unvorstellbar. Ich hatte auch nie DEN Draht zu Kindern. Zu Hunden schon :lachen: Ich bin auch ein Einzelkind.

Unvorstellbar mein so selbständiges Leben in dem ich tun lassen kann, wie es mir beliebt (und die Einschnitte sind mir theoretisch klar) aufzugeben.

Ein paar Jahre später stellte ich mir weiterhin genau die gleichen Fragen. Unschlüssig in der Entscheidung.

Wieder etwas später, so im Rückblick, stelle ich fest, dass ich mich darauf einlassen kann, Neues zu erleben, völlig neues zuzulassen. Ich habe viel erlebt, Träume erfüllt, ich werde mit Sicherheit nie da stehen und einen Grund haben, irgendeiner verlorenen Zeit hinterherzutrauern.

Ich habe sehr lange gewartet und dann habe ich auch noch Glück. Glück, dass mir die Zeit kein Schnippchen schlägt.

Ich bin emense gespannt auf das was da auf mich zukommt. Ich stelle es mir aufregend, manchmal auch grenzwertig und bereichernd vor.

Ich bin sehr neugierig darauf, was der Mann, den ich von Herzen liebe und ich für ein Persönchen zustandebringen.

Der Mann, dem ich diese Rolle zu 200 % zutraue war für mich immer an die Mutterschaft geknüpft. Ohne diesen gäbe es mich jetzt nicht in der Schwangeren-Ausführung.

Es war nie der Gedanke an ein "Kind um jeden Preis" da. Auch nicht in den vorausgehenden Beziehungen.

Es ist und bleibt in meinem Herzen eine romantische Entscheidung. Keine rationale. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich "Alles" ändern wird und auch der festen Überzeugung, dass wir das gut hinkriegen.

Inaktiver User
06.12.2009, 09:27
@Peppi

Finde ich sehr schön und sehr nachvollziehbar geschrieben.:blumengabe:


Und gut, dass die Natur so geschickt ist.:smirksmile:

Inaktiver User
06.12.2009, 13:01
@ Yuggbubba

Um nochmal auf dein Eingangsposting einzugehen.

Seitdem ich schwanger bin traue ich mich auch an "sie" ran.

Ich fand sie ja von weitem immer schon ganz süß :engel:, aber seitdem ich schwanger bin habe ich den ein oder anderen Knirps, der im Bekanntenkreis da ist (3 Monate - 1 Jahr) auf dem Arm und ich erwische mich dabei oder sagen wir besser ich bemerke, wie ich mich sehr freuen kann.

Auf unser Kind..........

@ twosuns

:blumengabe:

Ich hab herzlich über deinen Bericht auf dieser Seite gelacht.

maryquitecontrary
06.12.2009, 13:38
Seitdem die KInder grösser werden (sind jetzt zwischen 11 und 6), verändert sich das, was sie ins Familienleben einbringen. Unser Zuhause wird immer mehr zu einem Ort, an dem wir uns gemeinsam begegnen, unsere Erfahrungen von ausserhalb (Schule, Freunde, Job) miteinander teilen, und den wir gemeinsam gestalten.
Sie haben genauere Vorstellungen, wie es bei uns sein soll, Wünsche, Vorschläge - im Rückblick war die Zeit mit Kleinkindern oft eher atemlos, mehr ein am-Ball-Bleiben und Reagieren als heute (nicht ausschliesslich, aber halt mehr davon).
Heute ergreifen sie die Initiative, kommen mit neuen Ideen, bereichern durch ihre Interessen (mein Sohn spielt gerade Klavier, seine Schwestern glasieren Pfefferkuchen für ein Nikolausfest, sie haben selbst vorgeschlagen, wie wir das Haus weihnachtlich schmücken sollen, sie planen in grosser Heimlichkeit ihre Weihnachtsgeschenke für Familie und Freunde).

Ich kann ja nicht wissen, wie mein Leben ohne die Kinder verlaufen wäre. Ich hätte halt mehr (andere) Abenteuer angesteuert, wäre wahrscheinlich als Ärztin ohne Grenzen oder in einer andren Weise ins Ausland gegangen (ok, wir sind jetzt auch im Ausland, wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber das ist eine andere Geschichte :-)), hätte mich vielleicht berúflich weniger auf Kinder orientiert - aber vielleicht ja auch gerade trotzdem? - ich hätte mehr Zeit für Muße gehabt, und für erwachsene Freundschaften. Aber das sind eben die ungelegten Eier - unsere gelegten Eier sind eben diese drei kleinen Menschen, die eine so wichtige Rolle in unserem Leben spielen.

Inaktiver User
06.12.2009, 13:43
Guten Morgen, ihr Lieben,

ich bin so früh wach, weil ich heute mit meinem Schatzi zusammenziehe, hurra! :lachen:

Meine Güte, es gab ja noch richtige Meinungsverschiedenheiten hier! Ich finde eure Ansichten/Gefühle zu meiner Frage sehr interessant, auch die, die "am Thema vorbeigehen".

Ich selber schleppe mich mit der Frage "Kind ja oder nein" im Prinzip herum, seit ich mit meinem Freund zusammen bin (Februar diesen Jahres). Er hat mir schon ziemlich früh gesagt, dass er sich ein Leben mit Kindern wünscht, mir aber die Entscheidung überlässt. Wenn ich mich gegen ein Kind entscheide, würde er mich nie verlassen deswegen.

Ich bin jetzt 34 und habe eine Entscheidung bisher immer vor mir hergeschoben. Ich habe nie gesagt, ich will auf gar keinen Fall ein Kind haben, sondern, ich kann mir mich mit einem Kind schlecht vorstellen, eben wiel ich praktisch kaum Berührungspunkte mit (sehr kleinen) Kindern hatte in meinem Leben. Und den richtigen Partner hatte ich auch nie. Vor 2 Jahren zuckte mir zum ersten Mal der Gedanke durch den Kopf: "Irgendwann kannst du dich nicht mehr frei entscheiden, irgendwann ist der Zug abgefahren!" Die biologische Uhr?

Ich bin, wie gesagt, Einzelkind, von meiner Familie lebt nur noch mein Papa, und der Gedanke, mit meinem Freund, mit dem endlich, nach diversen Fehlschlägen und viel Beziehungsstress in früheren Beziehungen wirklich alles, aber auch ALLES toll ist, eine eigene, kleine Familie zu haben, fühlt sich gut an. Aber die Angst, dass das alles zu groß, zu viel für mich ist, ist eben auch da.

Ich weiß es nach wie vor nicht. Aber eure Beschreibungen, egal in welche Richtung haben mir trotzdem geholfen. Die "negativen" haben mich in dem bestätigt, was mir an "Fakten" eh schon klar war (viel Zeit, Geld, pers. Freiheit, Nerven, die für ein Kind draufgehen), die positiven, die nicht ganz so verklärt (bitte nicht schlagen), sondern eher sachlich rüberkommen, kann ich trotzdem irgendwie ein bisschen nachfühlen, mir vorstellen, wie es vielleicht sein könnte.

Alles in allem: DANKE, ihr habt mir weitergeholfen, mich ein wieder ein Stückchen mehr mit dem Gedanken "vielleicht ja doch Kind" anzufreunden! :blumengabe:

Ich find das alles ganz spannend hier, bis auf den Mittelteil, wo man sich wieder gegenseitig Lebenswürfe aufdrücken wollte. Keiner kann die Liebe zu einem Tier besser verstehen als ich, aber das sind verschiedene Schuhe ?, die sich nicht miteinander messen müssen. Glücklicherweise.

Meinst du was ich eine Angst habe, dass mir der Schuh nicht passen könnte, den ich mir da grad angezogen habe.

Ich finde auch, dass man gerade das offen kommunizieren können müssen darf.

An einem Punkt, da muss man sich entscheiden. Und ich bin mir sicher, du wirst dich entscheiden.

:blumengabe:

Sonderzeichen
06.12.2009, 18:06
....

Sonderzeichen
06.12.2009, 18:09
......

Inaktiver User
06.12.2009, 18:14
.........

Sonderzeichen
06.12.2009, 18:14
.....

Sonderzeichen
06.12.2009, 18:15
...

Inaktiver User
06.12.2009, 18:17
....

Inaktiver User
06.12.2009, 18:18
aber lassen wirs - sonst kriegen wir ne mahnung:freches grinsen:

das müssen wir aber nicht hier besprechen... wenn du magst per pn... oder nicht. ist nicht soo wichtig

Inaktiver User
06.12.2009, 23:09
Seitdem ich schwanger bin traue ich mich auch an "sie" ran.

Ich fand sie ja von weitem immer schon ganz süß :engel:, aber seitdem ich schwanger bin habe ich den ein oder anderen Knirps, der im Bekanntenkreis da ist (3 Monate - 1 Jahr) auf dem Arm und ich erwische mich dabei oder sagen wir besser ich bemerke, wie ich mich sehr freuen kann.


HoRmOnE hOrMoNe HoRmOnE !!!
:zauberer::zauberer::zauberer:
Zur Abwechslung auch mal ein Segen. Die richten schließlich oft genug soviel Quatsch an... naja, im 7. Monat weißt Du sicher schon viel über diese kleinen gemeinen Undercoveragenten. Auch nach der Geburt sind sie immer wieder gern zu Sabotagen und Überraschungen bereit. Was glaubst Du, wie blöd ich mir vorkomme, wenn mein Sohn auf ner Weihnachtsfeier mit anderen Kindern Weihnachtslieder gröhlt, und mir steht das Pippi in den Augen. Argh, ich hab da was im Auge.... :peinlich::grmpf: Aber so wie Du das schilderst, fühle ich mich um 5 Jahre zurück versetzt. Immer hatte ich lieber einen Bogen gemacht, um diese kleinen unheimlichen Wesen und erst recht deren beflügelten Eltern.:engel: Neeeee, Leute, bei mir wwird das alles gaaaanz anders! Dachte ich! :ooooh: Und was bin ich jetzt? MUTTER! und dann auch noch 2 von der Sorte!:Sonne::Sonne: Coole Jungs, wie ich finde, bissi klein noch, aber echt kernig. Naja und wenn wir dann irgendwann mal da ankommen, wovon maryquitecontrary zuletzt schreibt HERRLICH! Darauf freue ich mich auch schon!

Peppi, Dich würde ich gern mal in welchem Strang auch immer lesen, wenn's Beppi da ist. Schick dann mal ne pn und lass hören, wie hart, gemein und schlaflos das Leben plötzlich spielt und wie unendlich glücklich und beschwingt und bereichert man durch die Welt schwebt. Es ist irritierend aber hat was! Du wirst sehen. :wangenkuss:

Inaktiver User
07.12.2009, 14:58
noch mal ganz ohne heiligenschein:smirksmile::


kinder machen auch spass

es macht durchaus spaß, -
- mal wieder mit ner holzeisenbahn zu spielen oder die elektrische aufzubauen,
- auf dem spielplatz zu schaukeln,(wann hat man sich das zuletzt getraut?)
- staudämme zu bauen,(wann hat man das zuletzt gemacht?)
- blumenkränzchen zu flechten,
- sich über nen marienkäfer zu freuen
- gute geschichten vorzulesen oder schöne bilderbücher anzugucken
- maumau zu spielen (und zu verlieren)
- mit ihnen ins museum zu gehen, z.b. ins naturkundliche, aber auch andere
- neue leute über sie kennenzulernen
- über gott und welt mit ihnen zu diskutieren
- sich von ihnen ein neues computerprogramm oder die einstellungen des handys erklären zu lassen
- ne radtour mit ihnen zu machen
- im schach gegen sie zu verlieren
- sich modetechnisch beraten zu lassen:freches grinsen:
- von ihnen musik zu hören, die oft gar nicht so schlimm ist, die man sonst aber nie hören würde.
- ihnen von früher zu erzählen (wer sonst hört einem denn dabei schon zu?)
- vor ihnen mit den lateinkenntnissen zu prahlen und dann von ihnen verbessert zu werden:freches grinsen:
- sich mit ihnen gegen blöde lehrer aufzuregen
- sich von ihnen das frühstück ans bett bringen zu lassen


und und und...
und das, wie man aus der liste ersehen kann: über viele altersstufen hinweg.


:liebe:


-

Zuza.
07.12.2009, 16:03
- sich modetechnisch beraten zu lassen:freches grinsen:

Großer Nutzen, ganz großer Nutzen! "Mama, das steht dir aber gar nicht, damit siehst du wie eine Oma aus."


- von ihnen musik zu hören, die oft gar nicht so schlimm ist, die man sonst aber nie hören würde.

... und feststellt, dass man sie mitunter sogar richtig gut findet. Außerdem weiß man, welcher Song wie heißt und wer ihn singt, weil man jemanden hat, den man fragen kann und der sich da bestens auskennt, währenddessen Herr Habichvergessen einen immer mehr in Beschlag nimmt. Eindeutig auch ein großer Nutzen! :freches grinsen:

Finja, wir sind vollkommen on topic, wie du liest. :engel:

Inaktiver User
07.12.2009, 17:07
Ich habe meinem Sohn beigebracht, Kaffee zu kochen. Sehr praktisch am Morgen.... Er ist der Frühaufsteher und ich kann 5 Min. länger liegen bleiben.

Inaktiver User
07.12.2009, 19:46
Ich habe meinem Sohn beigebracht, Kaffee zu kochen. Sehr praktisch am Morgen.... Er ist der Frühaufsteher und ich kann 5 Min. länger liegen bleiben.

mit ner zeitschaltuhr hättest du das einfacher und billiger haben können.


zu spät!

und sonst kann er nix?

Inaktiver User
07.12.2009, 19:49
So was gibts? Ich hab nur so eine Billig-Kaffeemaschine.

Inaktiver User
07.12.2009, 19:51
Ganz praktisch: ich hab mir die Hunde angeschafft und zwinge meine Kinder, mit ihnen rauszugehen. :fg engel:

Inaktiver User
07.12.2009, 19:56
ich hab nichts davon geschrieben, dass es praktisch sei, kinder zu haben....

obwohl, wenn ihrs unbedingt wissen wollt: die familienkutsche ist manchmal praktischer als der olle zweisitzer...

Inaktiver User
07.12.2009, 19:57
So was gibts? Ich hab nur so eine Billig-Kaffeemaschine.

was studierst du?

Inaktiver User
07.12.2009, 19:57
ok - ich hör schon wieder auf....

ein ganzer strang voller pünktchen ist ja wohl auch zu doof...

Inaktiver User
07.12.2009, 20:04
...
- sich von ihnen das frühstück ans bett bringen zu lassen ...

-

HA, ein echter Nutzen!:jubel:

Auch das andere sehe ich mindestens genauso.:blumengabe:

Aber für alle Fälle: :engel:

Beim Thema Kinderkriegen fällt mir übrigens eines immer wieder auf. Wer drüber nachdenkt ob er's braucht oder nicht hat immer nur Babys vor Augen, denkt an Windeln, Geschrei, 24h-Betreuung und Selbstaufgabe bis ans Lebensende. Ob man einem Baby gerecht werden kann? Ob man in der Lage ist, sich auf so einen kleinen Säugling einzustellen? Ob man es richtig hält? Ob man's fallen lässt? Seltener wird daran gedacht, dass man nicht nur Mutter eines kleinen hilflosen zu stillenden Säuglings bleibt. Aus Babys werden doch auch Kleinkinder (ok., da sind wir grad, ist auch intensiv!) und daraus werden Schulkinder, Jugendliche, Teenies, kleine Erwachsene und große Erwachsene. Klar, ich höre oft "Die Probleme werden nicht weniger, nur anders!" Jaaa, ist mir schon auch klar, dass immer was "los" ist. Sie bleiben unsere Kinder, aber wenn ich mit Eltern großer Kinder spreche höre ich häufig auch ganz interessante andere Perspektiven: sie wollen ihre eigenen Wege gehen, schlafen morgens viel länger als man selbst, wollen nicht mehr bekocht werden, wollen kein tägliches "Programm" mehr, wollen sich selsbt einkleiden, wollen ihr eigenes Leben in die Hand nehmen. Da bekommen einige plötzlich auch wieder Schwierigkeiten. Ich glaube, dass es dann nämlich erst mal gelernt werden muss, dass Mama und Papa sich allmählich bitte wieder mehr um sich selbst kümmern dürfen und gar nicht mehr wissen, wie das geht. Ich bin da ja mal echt gespannt, wie das bei Familie :Sonne::Sonne: so läuft, wenn eines Tages die Freiheit winkt. Wenn ich meiner Mutter glauben darf, dann kommt man da schneller an, als man denkt und das Leben was dann folgt ist noch verdammt lang. Da ist noch Platz für sehr viel Egozentrik und Selbstverwirklichung. Das macht mir echt Mut.:blumengabe:

Inaktiver User
07.12.2009, 21:17
Beim Thema Kinderkriegen fällt mir übrigens eines immer wieder auf. Wer drüber nachdenkt ob er's braucht oder nicht hat immer nur Babys vor Augen, denkt an Windeln, Geschrei, 24h-Betreuung und Selbstaufgabe bis ans Lebensende. Ob man einem Baby gerecht werden kann? Ob man in der Lage ist, sich auf so einen kleinen Säugling einzustellen? Ob man es richtig hält? Ob man's fallen lässt? Seltener wird daran gedacht, dass man nicht nur Mutter eines kleinen hilflosen zu stillenden Säuglings bleibt. Aus Babys werden doch auch Kleinkinder (ok., da sind wir grad, ist auch intensiv!) und daraus werden Schulkinder, Jugendliche, Teenies, kleine Erwachsene und große Erwachsene.

eben!

und ausserdem unterscheidet das kinder wohltuend von hund und katze. (finde ich, der selber schon hunde hatte...)

Inaktiver User
07.12.2009, 21:21
Großer Nutzen, ganz großer Nutzen! "Mama, das steht dir aber gar nicht, damit siehst du wie eine Oma aus."

kann aber auch ganz anders lauten: "mama, du solltest dich ein bisschen altergerechter kleiden":freches grinsen:
Finja, wir sind vollkommen on topic, wie du liest. :engel:
...

Sonderzeichen
08.12.2009, 00:53
Wenn ich meiner Mutter glauben darf, dann kommt man da schneller an, als man denkt und das Leben was dann folgt ist noch verdammt lang. Da ist noch Platz für sehr viel Egozentrik und Selbstverwirklichung. Das macht mir echt Mut.:blumengabe:

es gibt sicher vollblutmuetter, die ihre erwachsenen kinder nur mit wehmut ziehen lassen. dann gibt es aber auch etliche andere, die ihre wiedergewonnene freiheit - wenn das kind in den kindergarten geht, in die schule, in die lehre oder an die uni - geniessen und froh sind, wenn die lieben kleinen irgendwann fluegge werden. dabei geht es auch gar nicht um egozentrik, sondern in aller regel darum, das leben zu zweit geniessen zu koennen und nicht staendig die beduerfnisse der kinder voranstellen zu muessen.

Inaktiver User
08.12.2009, 07:08
es gibt sicher vollblutmuetter, die ihre erwachsenen kinder nur mit wehmut ziehen lassen. dann gibt es aber auch etliche andere, die ihre wiedergewonnene freiheit - wenn das kind in den kindergarten geht, in die schule, in die lehre oder an die uni - geniessen und froh sind, wenn die lieben kleinen irgendwann fluegge werden. dabei geht es auch gar nicht um egozentrik, sondern in aller regel darum, das leben zu zweit geniessen zu koennen und nicht staendig die beduerfnisse der kinder voranstellen zu muessen.

eben:
nicht nur die menschen sind verschieden
die mütter (und väter) ene auch.

damit kann (und muss) man doch leben.

Inaktiver User
08.12.2009, 12:48
es gibt sicher vollblutmuetter, die ihre erwachsenen kinder nur mit wehmut ziehen lassen. dann gibt es aber auch etliche andere, die ihre wiedergewonnene freiheit - wenn das kind in den kindergarten geht, in die schule, in die lehre oder an die uni - geniessen und froh sind, wenn die lieben kleinen irgendwann fluegge werden. dabei geht es auch gar nicht um egozentrik, sondern in aller regel darum, das leben zu zweit geniessen zu koennen und nicht staendig die beduerfnisse der kinder voranstellen zu muessen.

Liebes Sonderzeichen, Du bist doch jemand, der gerne Worte auf die Goldwaage legt. Sonst würdest Du doch vielmehr den "Groove" und die "Essenz" aus Posts entnehmen und Dich nicht an einzelnen Worten stoßen. Wo würde es diesen Strang nur wieder hinführen, fragte ich, ob nicht jede Mutter eine Vollblutmutter sein sollte? Und was wären dann Halbblutmütter? Wenn ich also von Egozentrik und Selbstverwirklichung schreibe, dann meine ich unterm Strich, sich selbst in allen Facetten auszuleben. Damit meine ich in echt ICH, MICH, MEIN, MIR ...! Auch die Partnerschaft ist dabei nur eine Komponente und nicht das ultimativ Wichtigste.

Dabei fällt mir grad was auf:
Auch eine Partnerschaft, Ehe oder Beziehung erfordert Verantwortung, arrangieren, geben, zurückstecken, Rücksicht, Aufmerksamkeit usw. Ist doch im Prinzip ähnlich wie ein Kind, so ne Partnerschaft, und am Ende: Pampers, zu Bett bringen, vorlesen...

Sorry, bin ich OT?

Inaktiver User
08.12.2009, 14:41
Ist doch im Prinzip ähnlich wie ein Kind, so ne Partnerschaft, und am Ende: Pampers, zu Bett bringen, vorlesen...


Weise Worte !
Genau damit hat meine Mutter die letzten Jahre im Leben meines alzheimerkranken Vaters zubracht: mit Wickeln und ins Bett bringen. Vorlesen gehörte übrigens nicht mehr zum Programm, er verstand kein Wort.

Inaktiver User
08.12.2009, 14:55
Meine Großmutter hat immer sehr viel gelesen. Immer lag ein Turm Bücher an ihrem Nachttisch. Als sie nicht mehr sehen konnte und bettlägrig war sie schon längst, hat meine Tante ihr jeden Abend aus den Büchern vorgelesen. Da kann man sagen, das sei edel, nobel, selbstaufopfernd etc. etc. Dabei ist es im Ursprung nur natürlich und ein Dankeschön für alles, was Eltern für ihre Kinder taten, als diese noch hilflos und unselbständig waren. Dieses Prinzip geht verloren. Man kann inzwischen seine alten Eltern schon nach China ins Seniorenheim verschicken, weil's dort sehr günstig sein soll. Nun ja, manche Eltern lassen ja auch ihre Kinder auswärtig in Internaten und Heimen erziehen. Gibt's ja alles zu Hauf. Also, vorsicht bei der Berufswahl und sei es auch nur "Eltern" werden!

Sonderzeichen
08.12.2009, 18:40
das prinzip geht verloren, nicht, weil die kinder so undankbar sind, sondern weil es heute die kleinfamilie gibt und nicht mehr die grossfamilie. heute ist es norm, dass kinder irgendwann ausziehen und selbstaendig werden und dass die eltern ihr "kinderfreies" leben zurueckhaben. wie kann man erwarten, dass nach jahrzehnten der selbstaendigkeit eltern und kinder auf einmal wieder zusammenleben, quasi einen schritt in der entwicklung zurueckgehen - und wer hat die raeumlichkeiten dafuer? sowas klappt hoechstens, wenn ein haus mit ordentlich viel platz da ist und das verhaeltnis zwischen eltern und kindern sehr gut und harmonisch ist.

Inaktiver User
08.12.2009, 20:00
@ sonderzeichen
damit hast du sicher recht - aber das geht schon OT, denn ich denke kaum, dass jemand im ernst sich deshalb für kinder entscheidet, weil er im alter von ihnen gepflegt werden will (auch wenn man es vielleicht schön fände- aber wenn man die kids ernst nimmt, kann und darf man das von ihnen einfach nicht selbstverständlich erwarten und dann hinterher beleidigt sein!)

ich erwarte auch gewiss nicht, dass eins aus der kinderschar ledig bleibt und dann die versorgung übernimmt (wobei es das in unserer familie vor zwei generationen durchaus gab)

aber zum problem alt werden und alterspflege gäbe es noch einiges zu sagen, nur halt OT - zb dass die menschen immer älter werden und deshalb größeres risiko haben, lange pflegefälle zu werden ist eins davon...

aber wie gesagt, hier gehts wohl eher um die belastungen bei der aufzucht - und warum man sich darauf einlässt, bzw. was man dafür "kriegt"

Inaktiver User
08.12.2009, 20:43
OT hin oder her, die Wurzeln, Folgen und Hintergründe sind doch auch von Belang. Ich finde, dass die Strangfrage recht gut beantwortet ist und wir nun das Thema deshalb noch in die tiefsten Tiefen hinein beleuchten, was ich sehr interessant finde. Mir sind damit Perspektiven eröffnet worden, die mir das Mutter-eines-Babys-Sein auflockern.

Klar könnte man dafür einen Nachfolgestrang eröffnen.

Spräche denn was dagegen, wenn hier auch mal konkreter auf erklärende oder aufklärende Nebeneffekte und nicht-offensichtliche Aspekte eingegangen wird? Solange wir uns nicht in politische das Pflegesystem-Debatten verstricken...?:wie?:

@Sonderzeichen:
Ich denke, dass die Größe einer Familie keine Rolle spielt, ob man sich umeinander kümmert. Die "Familie" eines Freundes meiner Eltern bestand nur noch aus ihm selbst, seinem Sohn und seiner Mutter. Seine Mutter wurde 95 und schwach und krank und wollte bitte bitte nicht in ein Heim. Also ließ er sie zuhause wohnen. Er ging 2 Jahre früher in den Ruhestand als gedacht und sorgte für sie. Neben einem Pflegedienst kochte er für sie, wusch sie und leistete ihr Gesellschaft. Er verzichtete in diesen ca. 3 Jahren auf lange Urlaube und fuhr vor und/oder nach eigenen Unternehmungen und Verabredungen immer bei seiner Mutter vorbei. Er war immer für sie da, wenn sie anrief. Ich finde, dass das eine Frage von Loyalität, Dankbarkeit, Mitgefühl, Respekt und Schätzen ist. Heute ist das Angebot an Persönlichkeit ausleben zu groß geworden und die Selbstverständlichkeit sich selbst so sehr in den Mittelpunkt zu rücken gewachsen, dass für so lästige Aufgaben, wie sich um die Familie kümmern kaum noch Raum besteht. Keine Zeit, kein Platz, kein großes Haus, keine große Familie, keine Logistik? - das trifft doch wirklich in den seltensten Fälle so zu. Wenn man auf die gleiche Weise mit seinem eigenen finanziellen, gesellschaftlichen, beruflichen Erfolg umgehen würde, dann Prost Mahlzeit.

Ich finde das jetzt nicht OT, denn es spielt noch immer keine Rolle, ob es um alte Menschen oder Babys geht. Familie pflegen bleibt es. Und der Nutzen? Tja, muss denn immer alles einen Nutzen haben oder kann es auch nicht auch einfach mal so wie's ist einen Sinn machen?

Inaktiver User
08.12.2009, 21:53
Ich denke, dass die Größe einer Familie keine Rolle spielt, ob man sich umeinander kümmert. Die "Familie" eines Freundes meiner Eltern bestand nur noch aus ihm selbst, seinem Sohn und seiner Mutter. Seine Mutter wurde 95 und schwach und krank und wollte bitte bitte nicht in ein Heim. Also ließ er sie zuhause wohnen. Er ging 2 Jahre früher in den Ruhestand als gedacht und sorgte für sie. Neben einem Pflegedienst kochte er für sie, wusch sie und leistete ihr Gesellschaft. Er verzichtete in diesen ca. 3 Jahren auf lange Urlaube und fuhr vor und/oder nach eigenen Unternehmungen und Verabredungen immer bei seiner Mutter vorbei. Er war immer für sie da, wenn sie anrief. Ich finde, dass das eine Frage von Loyalität, Dankbarkeit, Mitgefühl, Respekt und Schätzen ist. Heute ist das Angebot an Persönlichkeit ausleben zu groß geworden und die Selbstverständlichkeit sich selbst so sehr in den Mittelpunkt zu rücken gewachsen, dass für so lästige Aufgaben, wie sich um die Familie kümmern kaum noch Raum besteht. Keine Zeit, kein Platz, kein großes Haus, keine große Familie, keine Logistik? - das trifft doch wirklich in den seltensten Fälle so zu. Wenn man auf die gleiche Weise mit seinem eigenen finanziellen, gesellschaftlichen, beruflichen Erfolg umgehen würde, dann Prost Mahlzeit.


Ich denke, das ist aber auch eine Frage, wie die "Anspruchshaltung" auf beiden Seiten ist. Für ein harmonisches Zusammenleben zwischen den Generationen ist es denke ich wichtig, dass Liebe und Respekt auf beiden Seiten besteht und keine Erwartungshaltung der Eltern nach dem Motto "Jetzt habe ich dich x Jahre versorgt, tu gefälligst was für mich.".

Früher hat man vermutlich Kinder eher unter einem reinen "Nutzaspekt" gesehen - als Arbeitskräfte und Altersvorsorge. In manchen Ländern ist das vielleicht auch immer noch so.
Ich finde es eigentlich ganz schön, dass die meisten Leute hierzulande sich bewußt für Kinder entscheiden, ohne den Hintergedanken an einen (praktischen) Nutzen.

Tigerente
09.12.2009, 12:57
Ist jetzt wirklich OT, aber ich kann's mir nicht verkneifen. Es gibt tatsächlich Fälle, in denen das Altersheim die bessere Lösung ist. Ich denke da an meine eigene Oma, die mit meiner Mutter (ihrer Schwiegertochter) so auf Kriegsfuß stand, dass sie sich, als wir sie noch in ihrem eigenen Haus versorgt haben, geweigert hat zu essen, was meine Mutter gekocht hatte. Das haben wir nach Tagen verdorben in der Speisekammer gefunden.
Wir wollten sie zu uns nehmen, da hat sie sich aber geweigert - wir als Familie sollten bei ihr einziehen.
Im Altersheim hat sie sich "benommen", weil sie ja unter "fremden Menschen" war, d.h. auch gegessen etc. - ich glaube, bei uns wäre sie aus purem Starrsinn verhungert und statt mit am Ende 94 schon mit Anfang 80 gestorben. Und wir wären schuld gewesen.

Ich glaube, früher war das auch alles nicht so toll mit der Großfamilie, meine Mutter hat mit den im Haus wohnenden Eltern (auch ohne Pflege) so einiges mitgemacht.

Wenn ich im Alter überhaupt was erwarte von meinen Kindern, dann, dass sie sich im Falle, dass ich mich nicht mehr kümmern kann, darum kümmern, dass ich in einem ordentlichen Alters-/Pflegeheim bin, meine Finanzen geregelt sind etc.

Aber noch muss ich mich um die Kinder kümmern, sie sind klein, und kann mich bei der Frage nach dem Nutzen der Aussage "sie machen Spaß" anschließen. Was man da so alles wieder spielen "darf", das ist sooo schön. Die Welt wieder neu entdecken zu können, den Blickwinkel mal wieder zu ändern - das ist toll.
Und man wird sicher von keinem anderen Wesen (noch nicht mal dem Partner) so bedingungslos geliebt. Das zu erleben, ist auch etwas sehr besonderes.

Inaktiver User
09.12.2009, 13:09
Liebe Tiegerente,
schön dass Du "das mit den Kindern" auch so siehst.
Was die Altenpflege angeht, ist das Detail OT aber das Prinzip bestätigt "Ich liebe einen Menschen und sorge für ihn, übernehme Verantwortung und mache ihn glücklich". Und wenn es so sein soll, dann auch außer Haus. Alt oder neu!;)
Kinder unfähiger (weshalb auch immer) Eltern sind meines Erachtens immer besser im Heim und dann in Pflegefamilien aufgehoben. Es geht doch um das Erhalten von gesundem Körper, Geist und Seele.

Brombeerkatze1
09.12.2009, 13:21
Ich würde mich schon auch um meine alten Eltern kümmern... oder um meine Geschwister.. das tun doch nicht nur Leute die selbst Kinder haben?

maryquitecontrary
09.12.2009, 13:23
Ich komme gerade aus einer langen Jugendamts-Konferenz - da kann ich doch glatt mal eine andere Sorte "Nutzen" von Kinder beleuchten:

Kinder sind Menschen, die zur Verfügung stehen und sich schwer entziehen können.
Kinder können Lücken füllen, die andere hinterlassen haben, stützen depressive Eltern, stellen sich vor suchtkranke Eltern, halten angsterkrankte Eltern an der Hand, regulieren persönlichkeitsgestörte Eltern, schonen psychotische Eltern. Helfen, die Fassade aufrechtzuerhalten, räumen auf, passen auf die kleinen Geschwister auf, gehen auf Zehenspitzen, packen mit an, wenn ein Elternteil ausfällt.
Lassen sich in seelischen Rollenspielen anstelle anderer Personen einsetzen, man kann sie hassen, lieben, invadieren, benutzen, sich von ihnen bedingungslos lieben lassen.

Insofern kann ich den Begriff der spirituellen Demut, den ich verwendet habe und der hier als sozusagen Selbstbeweihräucherung kritisiert worden ist, noch mal verändern: Kinder zu bekommen, öffnet Möglichkeiten, sich selbst und seine innere Welt neu und anders kennenzulernen. Sich in Geduld und Zuneigung und Demut vor den kleinen Dingen, in den Tücken des Alltags zu üben. Zu geben, nicht weil es seliger als Nehmen ist, sondern weil es richtig und nötig und einem ein inneres Anliegen ist. Sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen, weil die Beziehung und die Treue zu dieser in den Mittelpunkt rückt. Ohne diese Beziehung kann das Kind nicht gut gedeihen, es ist also keine Luxusfrage, ob die elterliche Öffnung für das Kind gelingt. Damit wird man als Elternteil gleichzeitig weniger und mehr/anders wichtig. Das auf eine am Kind-orientierte (und nicht-narzisstische) Weise umzusetzen, ist der Punkt. Das hat nichts mit Selbstbeweihräucherung zu tun, zumal es ja ein gemeinsamer Weg ist, auf dem man, wenn das Kind 18 wird, noch lange nicht agekommen ist.

Jaja, das hat nun mehr mit dem Nutzen von Eltern zu tun. Da aber Donald Winnicott so schön sagte "There is no such thing as a baby. There is always a baby and someone.", geht das wohl auch in Ordnung.

Inaktiver User
09.12.2009, 13:30
Ich würde mich schon auch um meine alten Eltern kümmern... oder um meine Geschwister.. das tun doch nicht nur Leute die selbst Kinder haben?

sorry, hääää??:wie?:

Inaktiver User
09.12.2009, 13:50
Liebe Maryquitecontary,
Du hast das wirklich noch mal wundervoll und ohne dabei schwülstig zu werden auf den Punkt gebracht.:blumengabe:

Mir ist aber grad noch eine Sache eingefallen. Ich wüßte gern von Yuggbubba (oder gerne auch von anderen, die eventuell, wahrscheinlich eher nicht noch nicht oder wohl höchst definitiv zur Zeit keine Kinder haben möchten), ob es eine Rolle spielte, wenn folgende Vorrausetzungen geschaffen wären:

- Ein Halbtags oder 3/4-Stelle mit gutem Verdienst
- eine Putzfrau, die abends auch mal als Babysitterin bleibt und gerne einkauft und bügelt
- einen Mann, der kein Problem hat, mit dem Kind allein zu sein, sodass man sich auch mal für eine Woche hin und wieder im Wellnessurlaub erholen kann
- ein Haus oder Wohnung in der Stadt, zentral aber ruhige Seitenstraße mit Balkon und/oder Garten, großem Kinderzimmer und Gästezimmer, weil
- am liebsten doch auch ein Au-Pair-Mädchen
- Eltern, die in der Nähe wohnen und nicht zu alt/zu jung sind, dass sie auch für's Enkelchen "da" sein können

Jetzt mal rein hypothetisch: Falls all das zugesagt wird - wer würde dann seine Unsicherheit überwinden können oder seine Anti-eigene-Kinder-Haltung überdenken?

Brombeerkatze1
09.12.2009, 15:22
"Anti-eigene-Kinder" bin ich nicht wirklich, aber meine Entscheidung hängt nicht so sehr mit Faktoren außerhalb meiner selbst zusammen (ich hätte ganz gute "Rahmenbedingungen).

Ich denke es hat mit meinem Wesen zu tun dass ich mir nicht wünsche Mutter zu sein.

Inaktiver User
09.12.2009, 19:48
Ich denke es hat mit meinem Wesen zu tun dass ich mir nicht wünsche Mutter zu sein.

so schlimm?:ooooh:

Inaktiver User
09.12.2009, 20:54
- Ein Halbtags oder 3/4-Stelle mit gutem Verdienst
- eine Putzfrau, die abends auch mal als Babysitterin bleibt und gerne einkauft und bügelt
- einen Mann, der kein Problem hat, mit dem Kind allein zu sein, sodass man sich auch mal für eine Woche hin und wieder im Wellnessurlaub erholen kann
- ein Haus oder Wohnung in der Stadt, zentral aber ruhige Seitenstraße mit Balkon und/oder Garten, großem Kinderzimmer und Gästezimmer, weil
- am liebsten doch auch ein Au-Pair-Mädchen
- Eltern, die in der Nähe wohnen und nicht zu alt/zu jung sind, dass sie auch für's Enkelchen "da" sein können

Jetzt mal rein hypothetisch: Falls all das zugesagt wird - wer würde dann seine Unsicherheit überwinden können oder seine Anti-eigene-Kinder-Haltung überdenken?

Du hast quasi genau die Bedingungen aufgezählt, die ich bräuchte, um mich für ein Kind entscheiden zu können. Wobei Au-Pair Mädchen und Putzfrau glaube ich verzichtbar wären :smirksmile:.

Nun ja, ernsthaft: hier wurde ja sehr viel darüber geschrieben, was einem Kinder bringen können. Und ich finde es toll, wenn Eltern so begeistert von ihren eigenen Kindern sind.

Ich habe das bei meinen Eltern leider nicht so erlebt.
Da ging es eher in die von maryquitecontrary beschriebene Richtung (wobei es sicherlich viel schrecklichere Eltern als meine gibt). Meine Eltern waren denke ich einfach überfordert und hatten oft das Gefühl, dass die Kinder quasi ein Klotz am Bein sind.

Davor hätte ich Angst. Meinem Kind nicht die Liebe entgegenbringen zu können, die es braucht. Ich bin ein Mensch, der viel Rückzugsmöglichkeiten braucht, um Belastungen auszuhalten.

Von daher bräuchte ich die Gewissheit, genügend Entlastung zu haben und auch mal "Pause vom Kind" machen zu können. Und zwar ohne dass ich das dauernd einfordern muss.

xanidae
10.12.2009, 07:56
Wob ei Au-Pair Mädchen und Putzfrau glaube ich verzichtbar wären

unterschätz das nicht. eine putzfrau ist goldwert.

überfordert ist man doch immer mal als mensch und als eltern erst recht. mein mann sagte kürzlich 'also wenn du so ein wenig malad bist und dann für die kurzen da sein musst, das geht echt an die substanz'.
es gibt viele dinge, die laufen gut. doch dann pfuscht dir eine erkältung, ein dienstlicher anruf oder streit mit der nachbarin dazwischen. schon kann es sein, dass deine geduld endlicher wird, der stress sich auf die umgangsformen niederschlägt. das ist nicht schön, aber menschlich.
und kinder lernen das - auszuhalten. sie erfahren, auch mama und papa haben mal einen schlechten tag, so wie sie auch. sie lernen, wie man mit diesem schlechten tag umgeht. die einen so, die anderen so. sie lernen, dass mama eine tasse kaffee ruhe braucht, dann hat sie wieder die nerven zum vorlesen oder spielen.

problematisch wird es natürlich, wenn dieser stress so überhand nimmt, dass es keinen normalen umgang mehr gibt.

Inaktiver User
10.12.2009, 08:32
Von daher bräuchte ich die Gewissheit, genügend Entlastung zu haben und auch mal "Pause vom Kind" machen zu können. Und zwar ohne dass ich das dauernd einfordern muss.

Das kann ich gut nachvollziehen.

Aber schon mit der Geburt lässt du ja los, und es ist doch nicht so, dass ein Kind 18 Jahre 24/7 Betreuung durch die Mama braucht!!

Ich seh das an vielen Einzelkind-Müttern (sorry), die sich oft einen enormen Druck um dieses einzige, kostbare Projekt Kind machen - das braucht's doch nicht.

Natürlich sind die ersten Jahre anstrengend, aber man muss sich da auch nicht reinsteigern, meine ich. Das sind auch immer Phasen, wo es belastender ist und dann ist es wieder easy - so wie bei allem anderen halt auch.

Und schon wenn die Kindergartenzeit anfängt ist doch der Freiraum wieder da, da sind die Kinder schon mal bei Freunden etc - das sind 3 Jahre bis dahin, das ist doch total überschaubar - und hinterher denkt man, wie schnell ist das doch gegangen!!!!

Wer natürlich meint, nur er selbst könnte dem Kind 100% gerecht werden und das Kind trägt irreparable Schäden davon, wenn es mal bei der Oma übernachtet oder weiß ich was, der hat tatsächlich Stress. Aber hausgemachten!!! Und tut seinem Kind im übrigen auch selten einen Gefallen damit, wenn er sich als Person auflöst und nur noch als Mutti vorhanden ist. :knatsch:

Brombeerkatze1
10.12.2009, 08:59
so schlimm?:ooooh:

Was soll das, twosuns?

Inaktiver User
10.12.2009, 09:09
Habe eine ganze Weile interessiert hier mitgelesen. Ging ja teilweise recht turbulent zu hier. Glücklicherweise habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, was mein Kind für einen "Nutzen" hat. Es war bei mir( wie von vielen schon ausführlich beschrieben) ein Herzenswunsch mehrere Kinder zu bekommen. Das ist mir auch gelungen, habe vier wunderbare Kinder. Ist es nicht irgendwie auch ein stückweit vermessen, einen bestimmten Nutzen von seinem Kind einzufordern? Was wäre, wenn das Kind nicht den Nutzen hat, dem man sich davon versprochen hat?

Brombeerkatze1
10.12.2009, 09:30
Ich denke der Nutzen ist einfach dass man sich sein Leben mit (oder ggf. ohne) Kindern schöner und erfüllter vorstellt, oder?

Völlig legitim und menschlich, finde ich... hier war ja auch viel die Rede von dem "mehr an Glück" das man durch Kinder im Leben hat.
Ist ja auch für Kinder wichtig, dass sie spüren dass ihre Eltern froh/glücklich sind sie zu haben - ich hab das bei meiner Mutter nicht als egoistisch empfunden dass sie mich bekommen hat weil sie sich ein glücklicheres Leben mit Kindern vorstellte :smirksmile:

Was ein bißchen nervt ist mM nach Mütter die so tun als bekämen sie aus altruistischen Gründen Kinder - dieses Getue finde ich eigentlich den Gipfel der Egozentrik.

Inaktiver User
10.12.2009, 09:44
Aber schon mit der Geburt lässt du ja los, und es ist doch nicht so, dass ein Kind 18 Jahre 24/7 Betreuung durch die Mama braucht!!

Ich seh das an vielen Einzelkind-Müttern (sorry), die sich oft einen enormen Druck um dieses einzige, kostbare Projekt Kind machen - das braucht's doch nicht.

Natürlich sind die ersten Jahre anstrengend, aber man muss sich da auch nicht reinsteigern, meine ich. Das sind auch immer Phasen, wo es belastender ist und dann ist es wieder easy - so wie bei allem anderen halt auch.

Und schon wenn die Kindergartenzeit anfängt ist doch der Freiraum wieder da, da sind die Kinder schon mal bei Freunden etc - das sind 3 Jahre bis dahin, das ist doch total überschaubar - und hinterher denkt man, wie schnell ist das doch gegangen!!!!

Wer natürlich meint, nur er selbst könnte dem Kind 100% gerecht werden und das Kind trägt irreparable Schäden davon, wenn es mal bei der Oma übernachtet oder weiß ich was, der hat tatsächlich Stress. Aber hausgemachten!!! Und tut seinem Kind im übrigen auch selten einen Gefallen damit, wenn er sich als Person auflöst und nur noch als Mutti vorhanden ist. :knatsch:

Eigentlich sehe ich das auch so.

Allerdings muss ich sagen, dass ich (außerhalb der Bricom) wenige Leute kenne, die diese Auffassung teilen.
Der Alltag bei der typischen Kleinfamilie in meinem Umfeld sieht so aus:
Der Mann ist beruflich stark eingespannt, kommt Abends oft nicht vor sieben nach Hause, eventuell ist er auch öfters auf Reisen.
Wenn er zu Hause ist kümmert er sich durchaus liebevoll um die Kinder und passt auch mal ein paar Stunden alleine auf sie auf.
Bestimmte Aufgaben kann aber nur Mama erledigen – ins Bett bringen zum Beispiel. Daher ist z.B. ausgedehnter Frauenabend u.ä. selten drin.
Die komplette Alltagsbewältigung ist Hoheitsgebiet der Mutter, auch wenn manche Aufgaben an dem Mann „delegiert“ werden. Und die Männer sind da auch ganz froh drüber.
Fremdbetreuung (auch stundenweise) durch Großeltern, Babysitter oder Tagesmutter ist die Ausnahme. Die Frau verzichtet üblicherweise auf ihre beruflichen Ziele.
Das soll jetzt keine Negativwertung sein, und letztendlich muss jedes Paar das natürlich für sich entscheiden.
Aber mir krampft sich bei der Vorstellung, mein Leben könnte so aussehen alles zusammen. Und es kommen sofort wieder die Gedanken an meine Mutter, die mit so einem Modell todunglücklich war und die Zeit mit uns Kindern daher kaum genießen konnte.
Und ein alternatives Lebensmodell lässt sich halt nur mit entsprechender Mitarbeit des Mannes und anderer Helfer organisieren.

Das ist jetzt alles relativ OT. Um noch mal einen Schwenk zum Thema zurück zu machen: für mich stellt sich im Moment der Nutzen eines Kindes kleiner dar als die mögliche Belastung. Auch wenn ich durchaus sehe, dass Kinder ein Leben sehr bereichern können.
Das spricht vielleicht einfach dafür, dass ich keinen ausgeprägten Kinderwunsch (und keine Muttergene?) habe.

Inaktiver User
10.12.2009, 09:46
Ehrlich gesagt, nervt mich das auch, Brombeerkatze. Nicht hier im Strang, aber im "echten Leben" :-) habe ich eine Studienkollegin, die drei Kinder hat und immer so tut, als täte sie der Welt damit einen Gefallen (Rente etc.). Dabei ist es doch erstmal die Entscheidung des Paares.

Sie war der Meinung, man solle alles private Grünzeug in der Stadt (Gärten etc.) für Familien und Kinder öffentlich machen.

Da sehe ich schon den Gedanken: Ich habe drei Kinder in die Welt gesetzt, jetzt möchte ich meine "Belohnung" haben.

Brombeerkatze1
10.12.2009, 10:14
Studentin, genau so etwas meine ich - kenne ich auch...

bootsfrau, ich kann deine Befürchtungen sehr gut verstehen... ich habe da auch so ein paar abschreckende Beispiele im Kopf wie Partnerschaften sich verändern... nicht mehr Liebespaar sonder "gut funktionierendes Team".. erstaunlicherweise auch bei Paaren bei denen ich es ganz anders vermutet hatte.

Es ist und bleibt auch "Mut zum Risiko" finde ich, um den zu sammeln muß warscheinlich der Wunsch + Wille entsprechend sein.

Inaktiver User
10.12.2009, 14:18
Und ein alternatives Lebensmodell lässt sich halt nur mit entsprechender Mitarbeit des Mannes und anderer Helfer organisieren.


wohl wahr - zumindest gehts so auf alle fälle besser. und die kids werden so auch realistischer behandelt.

was aber gegen "ein gut funktionierendes team" einzuwenden ist, sehe ich ganz und gar nicht...

@ stuentin: ich kenne sone nicht.

wobei ich das mit den grünanlagen sogar noch nachvollziehen kann in bestimmten grenzen...

Inaktiver User
10.12.2009, 21:26
Ich denke der Nutzen ist einfach dass man sich sein Leben mit (oder ggf. ohne) Kindern schöner und erfüllter vorstellt, oder?
(...)
Was ein bißchen nervt ist mM nach Mütter die so tun als bekämen sie aus altruistischen Gründen Kinder - dieses Getue finde ich eigentlich den Gipfel der Egozentrik.

Das seh ich beides voll und ganz genau so!:prost:


Im übrigen möchte ich gern mal was zu meiner Frage bzgl. Kind und den hypothetischen Bedingungen erklären. Es war natürlich eine total überzogene Idealdarstellung und Provokation.
Wenn es tatsächlich bedeutet "Wir bekommen keine Kinder, wenn diese Vorraussetzungen nicht vorhanden sind", dann halte ich das schon für recht egoistische, materialistische und oberflächliche Beweggründe. Ich höre das manchmal: "Kinder? Nee, lass mal, ich arbeite zuviel, ich wohne zu laut, ich feiere zu gern, ich habe nie genug Geld... außerdem bin ich ja sowieso viel zu verkorkst."

Natürlich kann und soll jeder Mensch für sich selbstt entscheiden, ob er Kinder haben möchte oder nicht, niemand muss sich dafür rechtfertigen. Wer den Versuch einer Erklärung trotzdem anstrebt, dem sei gesagt, dass er später, wenn er doch Vater/Mutter geworden ist, mal den Kopf über sich schütteln wird. Das ist bitte nicht altklug zu verstehen, sondern beruht lediglich auf Erfahrungswerten.

Inaktiver User
10.12.2009, 21:37
Was ein bißchen nervt ist mM nach Mütter die so tun als bekämen sie aus altruistischen Gründen Kinder - dieses Getue finde ich eigentlich den Gipfel der Egozentrik.

Stimmt. Ich hab jedenfalls meine Kinder nicht für die deutschen Rentenkassen bekommen! :smirksmile:

Das Gegenstück sind für mich aber die, die wegen der Überbevölkerung und aus ökologischen Gründen auf Kinder verzichten!! :engel:

Inaktiver User
10.12.2009, 21:41
Im übrigen möchte ich gern mal was zu meiner Frage bzgl. Kind und den hypothetischen Bedingungen erklären. Es war natürlich eine total überzogene Idealdarstellung und Provokation.
Wenn es tatsächlich bedeutet "Wir bekommen keine Kinder, wenn diese Vorraussetzungen nicht vorhanden sind", dann halte ich das schon für recht egoistische, materialistische und oberflächliche Beweggründe. Ich höre das manchmal: "Kinder? Nee, lass mal, ich arbeite zuviel, ich wohne zu laut, ich feiere zu gern, ich habe nie genug Geld... außerdem bin ich ja sowieso viel zu verkorkst."

Damit hast du ja alle Klischees bezüglich der Kinderlosen abgedeckt :knatsch:.

Den Materialismus sehe ich bei den vorn dir weiter oben beschriebenen Punkten irgendwie nicht. Eine gewisse finanzielle Basis muß natürlich da sein, schließlich leben Kinder nicht von Luft.

Bei den anderen Punkten geht es mir persönlich darum, dass ich mir eben nicht vorstellen kann, 24/7 nur Mutter zu sein.
Macht mich das zu einer oberflächlichen Egoistin?

Inaktiver User
10.12.2009, 21:49
Hm, für mich hat das eher was von Kontrollzwang und Perfektionswahn. Und eher als was, das aus einem selber heraus kommt, denn ich seh einfach die Verbindung nicht zwischen Muttersein und 24/7 Dauerdienst jahrelang. Echt nicht.

Woher kommt denn die Vorstellung, du müsstest das so leben? Wer zwingt dich denn dazu??

Das kann man doch mal hinterfragen!!

Inaktiver User
10.12.2009, 21:55
Bei den anderen Punkten geht es mir persönlich darum, dass ich mir eben nicht vorstellen kann, 24/7 nur Mutter zu sein.
Macht mich das zu einer oberflächlichen Egoistin?

Genauso ist es auch bei mir UND die Prioritäten drehen sich, geht ganz automatisch. Irgendwann ist das Leben einfach nicht mehr jedes WE eine große Party und man vermisst es nicht und freut sich umso mehr auf diese kleinen "Inseln" wenn man wieder ins Leben von früher eintaucht. Und freut sich am Tag drauf das Lachen des eigenen süßesten Babys der Welt zu sehen.

So!

Inaktiver User
10.12.2009, 22:05
Hm, für mich hat das eher was von Kontrollzwang und Perfektionswahn. Und eher als was, das aus einem selber heraus kommt, denn ich seh einfach die Verbindung nicht zwischen Muttersein und 24/7 Dauerdienst jahrelang. Echt nicht.

Woher kommt denn die Vorstellung, du müsstest das so leben? Wer zwingt dich denn dazu??

Das kann man doch mal hinterfragen!!

Die Bemerkung war eine Antwort auf twosuns Post.

Ich sehe die Verbindung nicht zwischen "materialistisch, egoistisch und oberflächlich sein" und der Tatsache, dass ich denke, dass es für mich (und ich denke, ich bin da nicht die einzige Fraue, die so denkt) gewisse Voraussetzungen gibt, um eine glückliche Mutter zu sein.

Zwang entsteht zum Beispiel dann, wenn der Vater der Kinder jegliche Unterstzützung verweigert, die Großeltern nur bedingt in der Lage/willens sind, ein Kind mit zu betreuen und die finanziellen Möglichkeiten für eine anderweitige Betreuung nicht da sind.

Und in dieser Situation möchte ich mich nicht befinden. Mag sein, dass ich anders denken würde, wenn ich tatsächlich Kinder hätte.
Aber das ist keine Selbstverständlichkeit - bei meiner Mutter haben wir Kinder offensichtlich den von ihr empfundenen Zwang, der sie unglücklich gemacht hat, auch nicht kompensieren können.

Inaktiver User
10.12.2009, 22:12
Aber das ist keine Selbstverständlichkeit - bei meiner Mutter haben wir Kinder offensichtlich den von ihr empfundenen Zwang, der sie unglücklich gemacht hat, auch nicht kompensieren können.

Und woher weißt du, dass das nur an den Kindern liegt? Mir ist das zu vordergründig. Kinder sind doch oft die bequeme Ausrede, dafür dass man nichts aus seinem Leben gemacht hat, dass man dick wird, dass man beruflich nichts erreicht hat, dass man in einer sprachlosen distanzierten Beziehung verharrt... Ich wage zu behaupten, dass man das zu einem Großteil selber in der Hand hat, ob man das Leben lebt, das man leben will oder ob man sich passiv in irgendwas fügt, was man meint leben zu müssen. Obwohl es immer auch anders ginge.

Ich denke, wenige Menschen haben die Gabe, ihr Leben wirklich zu genießen und ich frag mich halt: wie glücklich hätte deine Mutter werden können ohne Kinder???

Inaktiver User
10.12.2009, 22:20
@bootsfrau:


"Kinder? Nee, lass mal, ich arbeite zuviel, ich wohne zu laut, ich feiere zu gern, ich habe nie genug Geld... außerdem bin ich ja sowieso viel zu verkorkst." Dieser Freund ist kein Klischee, leider, der ist echt. Er denkt so und ist nicht der einzige.

Ich würde jemand, der Hartz4 empfängt und auf 30qm im Wohnsilo 15ter Stock lebt erst zu einem Kind raten, wenn Aussichten bestehen, dass sich die Lebenssituation irgendwann mal ändert. Um bei Klischees zu bleiben.

Die "Bedingungen", die ich aufgelistet hatte, waren überzogen und klischeehaft. Ich wollte damit natürlich provozieren und darauf hinweisen, dass dies alles keine wahren Bedingungen sind, um ein Kind zu bekommen. Ne Nummer kleiner tuts auch.

Ne kleine Wohnung, ein kleines Einkommen, eingeschränkte Grünfläche und keine perfekten Großeltern, sind für mich keine Gründe keine Kinder zu bekommen. Kann ja alles noch im Laufe des Lebens optimiert werden.

"Verkorkstes" Inneres halte ich für einen bedingten Grund. Allerdings ziehen Kinder i.d.R. ausreichend Aufmerksamkeit auf sich, dass es geradezu eine therapeutische Auswirkung hat, wenn man sich mal weniger auf sich selbst focussiert und mehr auf das Kind eingeht.

24/7-Mutter-sein ist ein Klischee. Das hat jede Mutter selbst in der Hand. natürlich ist Geschick, Kreativität und Organisationstalent gefragt. Aber das sind Qualitäten, die viele Frauen im Job auch vor dem Kind schon draufhaben. Man wird mit Kind nicht plötzlich automatisch zum blassen, doofen, einfältigen heiligen Muttertier, wenn man nicht will und erstrecht nicht für immer.

Lennox009
10.12.2009, 22:23
Ohne Kind fühlt man sich ab 50 wie ein Trottel. Als Mann kann man den Fehler korrigieren. Als Frau vertrocknet man nur noch vor sich hin.

Inaktiver User
10.12.2009, 22:23
@einewiekeine:

sorry, Du warst schneller. :blumengabe:

Inaktiver User
10.12.2009, 22:24
Ohne Kind fühlt man sich ab 50 wie ein Trottel. Als Mann kann man den Fehler korrigieren. Als Frau vertrocknet man nur noch vor sich hin.


echt????????????????:ooooh: wie jetzt?

Lennox009
10.12.2009, 22:26
Eigentlich sehe ich das auch so.

Allerdings muss ich sagen, dass ich (außerhalb der Bricom) wenige Leute kenne, die diese Auffassung teilen.
Der Alltag bei der typischen Kleinfamilie in meinem Umfeld sieht so aus:
Der Mann ist beruflich stark eingespannt, kommt Abends oft nicht vor sieben nach Hause, eventuell ist er auch öfters auf Reisen.
Wenn er zu Hause ist kümmert er sich durchaus liebevoll um die Kinder und passt auch mal ein paar Stunden alleine auf sie auf.
Bestimmte Aufgaben kann aber nur Mama erledigen – ins Bett bringen zum Beispiel. Daher ist z.B. ausgedehnter Frauenabend u.ä. selten drin.
Die komplette Alltagsbewältigung ist Hoheitsgebiet der Mutter, auch wenn manche Aufgaben an dem Mann „delegiert“ werden. Und die Männer sind da auch ganz froh drüber.
Fremdbetreuung (auch stundenweise) durch Großeltern, Babysitter oder Tagesmutter ist die Ausnahme. Die Frau verzichtet üblicherweise auf ihre beruflichen Ziele.
Das soll jetzt keine Negativwertung sein, und letztendlich muss jedes Paar das natürlich für sich entscheiden.
Aber mir krampft sich bei der Vorstellung, mein Leben könnte so aussehen alles zusammen. Und es kommen sofort wieder die Gedanken an meine Mutter, die mit so einem Modell todunglücklich war und die Zeit mit uns Kindern daher kaum genießen konnte.
Und ein alternatives Lebensmodell lässt sich halt nur mit entsprechender Mitarbeit des Mannes und anderer Helfer organisieren.

Das ist jetzt alles relativ OT. Um noch mal einen Schwenk zum Thema zurück zu machen: für mich stellt sich im Moment der Nutzen eines Kindes kleiner dar als die mögliche Belastung. Auch wenn ich durchaus sehe, dass Kinder ein Leben sehr bereichern können.
Das spricht vielleicht einfach dafür, dass ich keinen ausgeprägten Kinderwunsch (und keine Muttergene?) habe.

Gerade eine Frau wie du, die es verstanden hat, wäre sicher eine gute Mutter.

Lennox009
10.12.2009, 22:27
echt????????????????:ooooh: wie jetzt?

Schau dir einfach mal ein paar der 50+ kinderlosen Frauen an.

Inaktiver User
10.12.2009, 22:28
@einewiekeine:

sorry, Du warst schneller. :blumengabe:

:prost:

Inaktiver User
10.12.2009, 22:33
Irgendwann ist das Leben einfach nicht mehr jedes WE eine große Party

So!

naja, das passiert auch kinderlosen mit sicherheit eines tages...:smirksmile:

schtetel
10.12.2009, 22:46
Ohne Kind fühlt man sich ab 50 wie ein Trottel. Als Mann kann man den Fehler korrigieren. Als Frau vertrocknet man nur noch vor sich hin.

Interessant, zu lesen, dass ich nun so vor mich hin vertrockne. Ist mir bis jetzt noch nicht aufgefallen, aber wenn's hier steht, wird's ja wohl
stimmen....
Ich bin jetzt 54, bewusst kinderlos, glücklich, mitten im Leben stehend, nicht vereinsamt und sicher kein Trottel, weil ich nämlich auf meinen Bauch (oder die innere Stimme) gehört habe, die mir immer gesagt haben, dass das Muttersein nichts für mich ist.

Inaktiver User
10.12.2009, 22:50
wills doch noch mal ganz klar aussprechen:
niemand muss sich "rechtfertigen", wenn er/sie sich dazu entschieden ht kinderlos zu sein!!!
und ich vermute auch nicht, dass die egoistisch seien oder vertrocknen oder was auch immer

Inaktiver User
10.12.2009, 22:57
Schau dir einfach mal ein paar der 50+ kinderlosen Frauen an.

Es tut mir aufrichtig leid für diejenigen, die entweder nie den richtigen Partner zum Elternwerden hatten oder besonders schlimm, wenn ungerechterweise keine Kinder bekommen werden konnten. Ich verstehe hier Verbitterung und aus der Ungerechtigkeit des Schicksals heraus Zynismus, sowas ist dann schwer zu kontrollieren.


Bei der bewußten Entscheidung gegen Nachwuchs mag es irgendwann auch bitter schmecken, aber ich hoffe, dass zum Beispiel solche Foren wie hier im Vorfeld helfen, Perspektivwechsel zu begehen und zu hinterfragen um sich neu zu orientieren.

Wie sieht es denn bei Dir aus, Lennox, warum hast Du keine Kinder?

Inaktiver User
10.12.2009, 23:08
wills doch noch mal ganz klar aussprechen:
niemand muss sich "rechtfertigen", wenn er/sie sich dazu entschieden ht kinderlos zu sein!!!

Das ist richtig. Du hast vollkommen recht, keiner muss sich rechtfertigen. Aber wer sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte und mit anderen darüber diskutiert, der ist automatisch mit anderen Meinungen konfrontiert. :ahoi:


[CENTER]...und ich vermute auch nicht, dass die egoistisch seien oder vertrocknen oder was auch immer

hat ja auch so keiner gemeint. Ich bin sicher Lennox hat für sich persönlich gesprochen und hat dafür ihre Gründe. Ich meinte auch selbst nie, Kinderlose seien grundsätzlich pauschal egoistisch. Ich hab's doch auch erklärt. :knatsch:

schtetel
10.12.2009, 23:32
Das ist richtig. Du hast vollkommen recht, keiner muss sich rechtfertigen. Aber wer sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte und mit anderen darüber diskutiert, der ist automatisch mit anderen Meinungen konfrontiert. :ahoi:



hat ja auch so keiner gemeint. Ich bin sicher Lennox hat für sich persönlich gesprochen und hat dafür ihre Gründe. Ich meinte auch selbst nie, Kinderlose seien grundsätzlich pauschal egoistisch. Ich hab's doch auch erklärt. :knatsch:

Wenn sie (Lennox) für sich persönlich sprechen sollte, ist das ja o.k.
Sie hat aber völlig PAUSCHAL von "Frauen über 50" gesprochen.
Da fühlt man sich als kinderlose Frau von 54 doch angesprochen, wenn man mit dieser "Meinung konfrontiert" wird.

Inaktiver User
10.12.2009, 23:45
@schtetel:
Man fühlt sich doch immer soweit angesprochen, wie man gerne möchte. Und besonders, wenn weder Ton noch Gestik möglich sind, kann man so manches gerne missverstehen. Außerdem konfrontiert sich hier in den Foren doch jeder selbst mit dem, was ihn/sie interessiert. Du kannst doch nicht irgendwo dazu stoßen und eine einzelne Aussage einfach mal so persönlich nehmen.:wie?:

Interessiert Dich das Strang-Thema? Wie siehst Du als bewußt Kinderlose Frau die Sache mit dem "Nutzen"? Lass uns Finja mal ne Freude machen.:kuss:

Brombeerkatze1
11.12.2009, 00:46
Bei der bewußten Entscheidung gegen Nachwuchs mag es irgendwann auch bitter schmecken, aber ich hoffe, dass zum Beispiel solche Foren wie hier im Vorfeld helfen, Perspektivwechsel zu begehen und zu hinterfragen um sich neu zu orientieren.

:ooooh:
Das nenn ich ja mal über den Tellerrand gucken :freches grinsen:
Ich finde im übrigen deine Bewertungen der Gründe anderer Menschen unangebracht... das steht dir nicht zu diese Gründe als schwerwiegend oder nicht zu beurteilen...wer Kinder bekommt hat hoffentlich Gründe dafür und nicht nur keine triftigen dagegen.

Ich finde im übrigen schon dass man 24/7 Mutter ist, einfach weil man sein komplettes Verhalten auf "Vorbild/Vorleb-Tauglichkeit" hinterfragen muss.

Inaktiver User
11.12.2009, 00:59
Ich finde im übrigen schon dass man 24/7 Mutter ist, einfach weil man sein komplettes Verhalten auf "Vorbild/Vorleb-Tauglichkeit" hinterfragen muss.

Tust du das nicht auch für dich selbst??? Dir Gedanken machen, ob du so lebst, wie du leben willst, ob du so bist, wie du sein willst?? Ich will jedenfalls für meine Kinder keine andere darstellen als ich für mich bin, ich kann und will das nicht trennen.

Und die Frage ist ja: WAS will ich vorleben.

Bei mir ist das eindeutig: das Leben genießen und aktiv gestalten. Und nicht, immer perfekt sein, nur seine Pflicht erfüllen, Leistung bringen und vergessen zu leben...

Brombeerkatze1
11.12.2009, 01:09
Nee, einewiekeine, ich denke da eher an andere Dinge... ich lebe zB in meiner Freizeit sehr unregelmäßig bzgl. Mahlzeiten und Schlaf, ich male zB. die ganze Nacht und schlafe den nächsten Tag, ich habe diverse Laster die nicht kompatibel wären mit Kindern im Haushalt... ich müßte mein Leben schon massiv ändern, glaub mir das mal.
Das hat nichts damit zu tun dass ich nicht lebe was ich bin - umgekehrt wird ein Schuh daraus - was ich bin und lebe passt nicht so gut zum "Mutter-sein".

Tosa
11.12.2009, 01:36
Warum kriegen wir Kinder ? Weil wir völlig bescheuert sind. Warum verlieben wir uns ? Weil wir restlos bekloppt sind. Uns ist nicht zu helfen. Aber das Fortbestehen der Art Mensch ist auf diese Weise halbwegs gesichert.

Sonderzeichen
11.12.2009, 02:32
Wenn es tatsächlich bedeutet "Wir bekommen keine Kinder, wenn diese Vorraussetzungen nicht vorhanden sind", dann halte ich das schon für recht egoistische, materialistische und oberflächliche Beweggründe. Ich höre das manchmal: "Kinder? Nee, lass mal, ich arbeite zuviel, ich wohne zu laut, ich feiere zu gern, ich habe nie genug Geld... außerdem bin ich ja sowieso viel zu verkorkst."

du bist also der meinung, dass man solche fragen nicht im vorfeld klaeren sollte, sondern sich erstmal auf die elternschaft einlassen sollte, um dann hinterher festzustellen, dass man durch die arbeit nicht genug zeit fuer das kind hat, zu laut wohnt, finanziell schlecht dasteht und eigentlich fuer ein kind zu "verkorkst" ist?!?

na toll...

Sonderzeichen
11.12.2009, 02:48
24/7-Mutter-sein ist ein Klischee. Das hat jede Mutter selbst in der Hand.

kommt wohl drauf an. wenn eine mutter die wahl hat, sich ganztaegig um kinder und haushalt selbst zu kuemmern oder sich alternativ eine haushaltshilfe und eine oder mehrere kinderpflegerinnen zu nehmen, dann hat sie es tatsaechlich selbst in der hand, wieviel von ihrer zeit sie die mutterrolle uebernehmen will. sie kann dann eben auch mal kinder und haushalt hinter sich lassen und den ganzen tag sorglos in der stadt bummeln und bis spaet abends mit ihrem mann schoen ausgehen. auch ein kinderfreies wochenende mit dem liebsten ist dann locker drin. das ist aber die ausnahme. die meisten normalo-muetter haben so eine wahl nicht, sondern sind froh und erschoepft, wenn sie am abend kinder und haushalt gut versorgt haben.

Sonderzeichen
11.12.2009, 03:05
@Sonderzeichen:
Ich denke, dass die Größe einer Familie keine Rolle spielt, ob man sich umeinander kümmert.

die bezeichnung "grossfamilie" bezieht sich nicht nur auf die groesse der familie, sondern vor allem auf die struktur. naemlich, dass alle generationen mehr oder weniger unter einem dach wohnen (oder im anbau oder im nachbarhaus oder eine strasse weiter). unter solchen verhaeltnissen kann das klappen.


Die "Familie" eines Freundes meiner Eltern bestand nur noch aus ihm selbst, seinem Sohn und seiner Mutter. Seine Mutter wurde 95 und schwach und krank und wollte bitte bitte nicht in ein Heim. Also ließ er sie zuhause wohnen. Er ging 2 Jahre früher in den Ruhestand als gedacht und sorgte für sie. Neben einem Pflegedienst kochte er für sie, wusch sie und leistete ihr Gesellschaft. Er verzichtete in diesen ca. 3 Jahren auf lange Urlaube und fuhr vor und/oder nach eigenen Unternehmungen und Verabredungen immer bei seiner Mutter vorbei. Er war immer für sie da, wenn sie anrief. Ich finde, dass das eine Frage von Loyalität, Dankbarkeit, Mitgefühl, Respekt und Schätzen ist.

wenn ein alleinstehender aelterer mann sich so aufopfert, dann ist das wunderbar. kann man aber nicht vergleichen mit einem familienvater, der frau und kinder zu versorgen hat und nicht die moeglichkeit, aus dem job auszusteigen. wenn dann die bettlaegerige schwiegermutter mit ins haus zieht und die ohnehin schon ausgelastete mutter neben kindern und haushalt nun auch noch die vollzeitpflege der schwiegermutter uebernehmen muss, kann der familiensegen schnell schief haengen. aus verstaendlichen gruenden.


Heute ist das Angebot an Persönlichkeit ausleben zu groß geworden und die Selbstverständlichkeit sich selbst so sehr in den Mittelpunkt zu rücken gewachsen, dass für so lästige Aufgaben, wie sich um die Familie kümmern kaum noch Raum besteht. Keine Zeit, kein Platz, kein großes Haus, keine große Familie, keine Logistik? - das trifft doch wirklich in den seltensten Fälle so zu. Wenn man auf die gleiche Weise mit seinem eigenen finanziellen, gesellschaftlichen, beruflichen Erfolg umgehen würde, dann Prost Mahlzeit.

auch das hat mit der familienstruktur zu tun. in der kleinfamilie muss die mutter fuer alle aufgaben selber aufkommen, haushalt, kinderpflege, pflege der eltern etc. in der grossfamilie werden solche aufgaben aufgeteilt. da ist dann z.b. die oma ganztaegig zur hand, um bei den kindern zu bleiben oder auch mal im haushalt mit anzufassen, und umgekehrt ist die familie auch fuer sie da, wenn sie krank ist und pflege braucht. eines geht eben schlecht ohne das andere.

Inaktiver User
11.12.2009, 06:19
sie kann dann eben auch mal kinder und haushalt hinter sich lassen und den ganzen tag sorglos in der stadt bummeln und bis spaet abends mit ihrem mann schoen ausgehen. auch ein kinderfreies wochenende mit dem liebsten ist dann locker drin. das ist aber die ausnahme. die meisten normalo-muetter haben so eine wahl nicht,

das ist aber auch ein klischee.
manche leute wollen vielleicht gar nicht den ganzen tag sorglos in der stadt bummeln usw...
(auch nicht jede kinderlose kann das, schon gleich gar nicht sorglos, falls es am geld fehlt)

lass uns doch zurück zur sachlichkeit kommen.

Inaktiver User
11.12.2009, 07:23
Ich finde im übrigen schon dass man 24/7 Mutter ist, einfach weil man sein komplettes Verhalten auf "Vorbild/Vorleb-Tauglichkeit" hinterfragen muss.

:schild genau:

aber ich empfinde das (als vater, dems ja genauso geht) nicht als schlimm.
sollte man ja eigentlich so oder so tun, oder?

das spannende mit kids ist für mich:
dass sie einen einerseits konfrontieren mit mir selbst, mehr als das jeder kollege oder freund tun könnte.
weil ich ihnen nämlich nicht ausweichen kann und letztlich mich auch nicht rausreden kann.
und andererseits, (oh ja, jetzt kommt wieder ne weihrauchwolke), dass sie einen bedingungslos lieben (wenn alles gut geht:freches grinsen:) - mit all meinen stärken UND schwächen.
und glaubt bloß nicht, sie kennen meine schwächen nicht auch sehr genau!
auch das ist in wohl kaum einer anderen beziehung auf die art möglich.

im übrigen hab ich mal irgendwo die spannende theorie gelesen, dass man nicht nur als kind (in der beziehung zu den eltern) das lieben lernt - sondern andersrum, dass erwachsenen-liebe gewaltig viele elemente von eltern-kind liebe hat. ok, lassen wir das wort liebe weg und nennens einfach bindungsfähigkeit
dann klingts nicht mehr so pathetisch.
ich denke, da ist was dran...

Inaktiver User
11.12.2009, 07:28
Und woher weißt du, dass das nur an den Kindern liegt? Mir ist das zu vordergründig. Kinder sind doch oft die bequeme Ausrede, dafür dass man nichts aus seinem Leben gemacht hat, dass man dick wird, dass man beruflich nichts erreicht hat, dass man in einer sprachlosen distanzierten Beziehung verharrt... Ich wage zu behaupten, dass man das zu einem Großteil selber in der Hand hat, ob man das Leben lebt, das man leben will oder ob man sich passiv in irgendwas fügt, was man meint leben zu müssen. Obwohl es immer auch anders ginge.


Klar, vielleicht wäre sie auch ohne Kinder unglücklich gewesen. Aber dann hätten wir Kinder zumindest nicht darunter leiden müssen.

Und das ist für mich halt ein wichtiger Punkt. Die Entscheidung, Mutter zu werden ist eine Entscheidung, die mindestens drei Menschen tiefgreifend beeinflusst (Frau, Partner und das Kind).
Wobei das Kind in der hilflosen Lage ist, komplett auf die Eltern angewiesen zu sein.
Niemand ist hundertprozentig perfekt - aber ich möchte mir zumindest sicher sein, eine halbwegs passable Mutter abzugeben, bevor ich ein Kind in die Welt setze.

Dass es Frauen gibt, die ganz wunderbare Mütter sind, ohne zum "Muttertier" zu werden und die auch mit wenig Mitteln den Alltag gut organisiert kriegen weiß ich, das steht hier ja garnicht zur Debatte.

Aber die Frage ist doch: kann ich, mit meinen persönlichen Voraussetzungen das?
Äußere Faktoren kann ich natürlich (bis zu einem gewissen Grad) beeinflussen, meine grundlegende Persönlichkeitsstruktur wird dagegen bleiben, wie sie ist.

Inaktiver User
11.12.2009, 07:55
Aber dann hätten wir Kinder zumindest nicht darunter leiden müssen.

Um es mal vorsichtig auszudrücken: objektiv gesehen wär es auch besser gewesen, meine Eltern hätten keine Kinder bekommen, meine Kindheit war auch ziemlich unglücklich. Ich weiß schon, wovon ich spreche.

Trotzdem bin ich jetzt da, meine Kindheit ist doch schon länger vorbei und ich bin froh, dass ich am Leben bin und hab aus meiner Kindheit mitgenommen, vieles anders zu machen und zu leben. Klar wär mir lieber gewesen, ich hätte eine behütete Kindheit mit liebevollen Eltern gehabt - aber es wär mir gewiß nicht lieber, wenn meine Eltern damals gesagt hätten, wir bekommen besser kein Kind. Dann gäb es mich ja nicht.

Ich wiederhole, mir ist das alles zu statisch. Kindheit war nicht so toll, ok, wünscht man niemand - geht aber vorbei. Kinder sind anstrengend, auch wahr, aber halt nicht durchgehend 18 Jahre lang.

Natürlich muss ich nicht vorsätzlich Kinder in die Welt setzen, wenn ich mich schon bei dem Gedanken nicht wohlfühle - aber mir ist das oft zu perfektionistisch gedacht, was alles stimmen und passen soll, damit man sich heute 150% bewußt für ein Kind entscheidet. Danach könnten ja oft nur Heilige Mutter werden (oder komplett durchstruktierte Organisationsgenies).


Und das ist für mich halt ein wichtiger Punkt. Die Entscheidung, Mutter zu werden ist eine Entscheidung, die mindestens drei Menschen tiefgreifend beeinflusst (Frau, Partner und das Kind).
Wobei das Kind in der hilflosen Lage ist, komplett auf die Eltern angewiesen zu sein.
Niemand ist hundertprozentig perfekt - aber ich möchte mir zumindest sicher sein, eine halbwegs passable Mutter abzugeben, bevor ich ein Kind in die Welt setze.

Natürlich kann man dem vernünftigerweise nicht widersprechen.


Aber die Frage ist doch: kann ich, mit meinen persönlichen Voraussetzungen das?
Äußere Faktoren kann ich natürlich (bis zu einem gewissen Grad) beeinflussen, meine grundlegende Persönlichkeitsstruktur wird dagegen bleiben, wie sie ist.

Ja, wobei ich die Persönlichkeitsstruktur entscheidender finde als äußere Gegebenheiten, im Regelfall.

Das Allerwichtigste finde ich, dass man einem Menschen vermitteln kann, dass man ihn liebt und zu ihm steht, nicht nur um sich kreist und daher auch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und dass man emotional zugänglich ist.

Inaktiver User
11.12.2009, 08:06
Nee, einewiekeine, ich denke da eher an andere Dinge... ich lebe zB in meiner Freizeit sehr unregelmäßig bzgl. Mahlzeiten und Schlaf

:prost:


ich male zB. die ganze Nacht und schlafe den nächsten Tag,

Bist du nicht berufstätig (neugierig frag)


ich habe diverse Laster die nicht kompatibel wären mit Kindern im Haushalt...

Klingt spannend! :freches grinsen:


ich müßte mein Leben schon massiv ändern, glaub mir das mal.

Für eine gewisse Zeit vielleicht. Kann man nicht bestreiten. Und wie massiv, das kannst auch nur du für dich einschätzen.

Wenn ich von mir ausgehe wär mir das halt zu fad in fünfzig Jahre Erwachsenenleben relativ gleichförmig zu leben. Ich finde es spannender in Phasen zu leben, und war eben neugierig auf die Erfahrung Kind kriegen und wollte auch gern mit Kindern leben. Jetzt sind meine 13, 15 und knapp 18 und das Leben ist mit dem vor 10 Jahren schon nicht mehr vergleichbar. Die Kleinkindzeit ist gefühlt schon ewig her und ich sehe eben viel Entwicklung, und freu mich z.B. schon, hoffentlich irgendwann mal Oma zu werden. Man hat dadurch einfach noch ein paar Rollen mehr im Leben, und ich mag es, da wechseln zu können und sich damit auszuprobieren.


Das hat nichts damit zu tun dass ich nicht lebe was ich bin - umgekehrt wird ein Schuh daraus - was ich bin und lebe passt nicht so gut zum "Mutter-sein".

Und das find ich halt schade, dass viele, die eigentlich lustige Mütter wären, sich das nicht zutrauen, kein putzwütiger Kontrollfreak aber seine Eignung zum Muttersein in Frage stellt.

Brombeerkatze1
11.12.2009, 08:39
@ EWK
Doch, klar bin ich berufstätig.. ich meinte die Freizeit die mir bleibt - Wochenenden, Urlaube etc.
Ich brauche viel Zeit und Raum für meine Kreativität, das lässt sich auch schlecht organisieren (damit meine ich dass man nicht sagen kann "Donnerstag abend male ich für zwei Stunden" - das funktioniert so nicht).

Ich habe eben auch immer so ein Gefühl gehabt als sei das nicht meine "Bestimmung" Mutter zu sein, obwohl ich Kinder mag... Dieses WE leih ich mir mal wieder eins :freches grinsen: (mein Patenkind, 5J) - wir backen Plätzchen!

maryquitecontrary
11.12.2009, 08:59
@einewiekeine: erstaunlich, wie du mir immer wieder aus der Seele schreibst! Was mir so bezeichnend scheint an der Kinderdebatte ist die Künstlichkeit, damit meine ich, dass Kinderhaben oder nicht-Haben so abstrakt diskutiert wird, als ginge es um die Anschaffung einer exotischen Spezies, die unglaublich komplizierte Aufzuchtbedingungen erfordert und .
zu einem besonderen, speziell belasteten Leben führt.

Ja, Kinder brauchen Einiges, vor allem Eltern, die sich selbst auch mal infrage stellen können, auf sich und vor allem auf das Kind neugierig und einigermassen persönlich ausgegoren sind. Aber das ist es dann auch schon, der Rest ist eine Stilfrage.

Was zu klären und verhandeln ist unter den Eltern, ist, wie man es gemeinsam löst, vor allem die erste Zeit. Da finde ich so ein Statement wie dieses


in der kleinfamilie muss die mutter fuer alle aufgaben selber aufkommen, haushalt, kinderpflege, pflege der eltern etc.

nicht mehr zeitgemäss - oder, naja, sagen wir es so, es erinnert mich fern an unser früheres Leben als Familie in Deutschland & ist einer der Gründe, warum wir das Land gewechselt haben. Ich kann nur sagen: so muss es nicht sein, das ist kultur- und -hoffentlich für Deutschland!- entwicklungsabhängig. Hier in Skandinavien jedenfalls sind die meisten Mütter voll berufstätig, Kinderbetreuung (auch im Krankheitsfall) wird geteilt und ist akzeptiert, Haushalt muss (und kann!) verhandelt werden. (Das hat auch seine Tücken, aber es ist schon auffällig, dass zum Beispiel die meisten meiner Kolleginnen, die auch noch beruflich Karriere machen, drei oder mehr Kinder haben, und das auch geniessen).

Wie einewiekeine es schon sagte: nirgendwo steht, dass man zum Kinderkriegen perfekt sein muss, far from it! - man kann dadurch gerade lernen, mit nicht-Perfektion/Menschlichkeit umzugehen und das Leben auf sich zukommen zu lassen. Perfektion ist doch tödlich. Und ich fände es auch schade, wenn gerade die "nicht-so-perfekten" (im Sinne von: sich so einschätzenden) Frauen sich selbst als Mütter aussortieren, nur weil sie nicht ewig mit geschabten Biomöhrchen in der Tasche auf dem Spielplatz rumlungern oder zum Frühförderungstaxi mutieren wollen, nachdem die berufliche Entwicklung erst mal beerdigt ist.

Damit will ich nun wieder nicht gesagt haben, dass alle vermuttern sollen. Es ist doch eine Gefühlsfrage, und wer das Gefühl hat, keine Mutter sein zu wollen, die soll es lassen, Mutter-Muss gibt's nicht.

dala
11.12.2009, 09:10
Ich gestehe, ich habe den Strang jetzt nicht komplett gelesen. Falls ich also was wiederhole. ...

Kinder geben mir eine ganz eigene Art von feedback ueber mich, meine Einstellungen und warum ich wie reagiere. Ich wachse an ihnen, solange ich mich auf ihre Sichtweise einlassen kann und mich zu ihnen begeben kann.

Fuer mich ist Erziehung keine Einbahnstrasse, sondern ein gemeinsames wachsen. Ein Miteinander. Und das finde ich sehr schoen.

Inaktiver User
11.12.2009, 09:48
Um es mal vorsichtig auszudrücken: objektiv gesehen wär es auch besser gewesen, meine Eltern hätten keine Kinder bekommen, meine Kindheit war auch ziemlich unglücklich. Ich weiß schon, wovon ich spreche.

Trotzdem bin ich jetzt da, meine Kindheit ist doch schon länger vorbei und ich bin froh, dass ich am Leben bin und hab aus meiner Kindheit mitgenommen, vieles anders zu machen und zu leben. Klar wär mir lieber gewesen, ich hätte eine behütete Kindheit mit liebevollen Eltern gehabt - aber es wär mir gewiß nicht lieber, wenn meine Eltern damals gesagt hätten, wir bekommen besser kein Kind. Dann gäb es mich ja nicht.

Ich wiederhole, mir ist das alles zu statisch. Kindheit war nicht so toll, ok, wünscht man niemand - geht aber vorbei. Kinder sind anstrengend, auch wahr, aber halt nicht durchgehend 18 Jahre lang.


Du scheinst ja aber deine Kindheit ganz gut verarbeitet zu haben.
Diese Einstellung würde ich mir für mich auch wünschen.
Leider hat dieses Thema bei mir aber noch recht gravierende Nachwirkungen (das ist vermutlich auch eine Frage der Persönlichkeitsstruktur) - auch wenn ich inzwischen wenigstens halbwegs gefestigt bin, und auch mit meiner Mutter ansatzweise Frieden geschlossen habe.

Meinen eigenen Eltern ging es übrigens leider ähnlich mit ihren Eltern (bzw. insbesondere ihren Müttern).
Und dabei geht es nicht um die Frage ob man Biomöhrchen schabt oder nicht. Ein Kind, das geliebt wird kann sicherlich auch mit Tütensuppe glücklich werden.

Ich empfinde das Nachdenken darüber, ob ich Kinder haben sollte oder nicht, nicht als "künstlich".
Ich bin ein kopfgesteuerter Mensch, das ist Teil meiner Persönlichkeit.

maryquitecontrary
11.12.2009, 10:08
@Bootsfrau:
Um es mal ganz nüchtern zu sagen: wichtig für ein Kind ist das Bindungsangebot. Das steht und fällt mit dem, was im elterlichen Kopf vor sich geht. Dabei ist nicht entscheidend, dass die Eltern selber eine ideale Bindung entwickeln konnten, sondern wie sie ihre eigene Kindheit und Beziehung zu den eigenen Eltern verarbeitet haben (Adult Attachment Interview ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Adult_Attachment_Interview#Die_autonome_Bindungsei nstellung_.28F.3B_free-autonomous.29) und Adult Attachment Interview ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Adult_Attachment_Interview#Zusammenh.C3.A4nge_zwis chen_der_Bindung_Erwachsener_und_kindlichen_Bindun gstypen))

Ich persönlich zum Beispiel hatte beileibe keine Sonnenscheins-Kindheit, aber ich habe meine Erfahrungen gut integrieren können und bin einigermassen mit mir selbst ausbalanciert. Daher kann ich meinen eigenen Kindern eine ausreichend gute :-) Mutter sein.

Ich wollte nicht ausdrücken, dass das Nachdenken übers Kinderkriegen künstlich ist an sich (ich habe beruflich mit Kindern zu tun, die oft unter/mit psychisch unstabilen Eltern leiden, und wünsche mir oft, jene hätten vorher mehr nachgedacht), sondern die Art und Weise, wie das oft getan wird. Sich selbst zu fragen, ob man ausgegoren genug ist zum Kinderkriegen, ob man eine autonome Position gegenüber der eigenen Kindheitsgeschichte hat, halte ich persönllich für sehr wünschenswert und Leid-vermeidend.

p.s. und, ja, wie gesagt, ob Biomöhrchen oder Tütensuppe halte ich auch für eine Stilfrage, kein Essential.

Hollie_Day
11.12.2009, 10:19
So, dann zähle ich jetzt mal den Nutzen von Kindern auf:

Ironiemodus an:

Wenn frau vorher fleißig arbeitet: Höchstsatz Elterngeld, Kindergeld, Mutterschftasgeld, bei einem Frühchen sogar das doppelte Mutterschaftsgeld. Macht im Optimalfall etwa 2000 Euro im Monat.

Stillbabys essen kostenlos mit, Mami kann reinhauen wie sie will
und bleibt dabei trotzdem schlank.

Es gibt viele süße Geschenke.

Frau hat ein für alle mal eine triftige Ausrede für/um:

Freunde, die sie schon immer mal aussortieren wollte
(Oh, ich habe echt´die nächsten 18 Jahre lang keine Zeit,
mir Deine Männergeschichten anzuhören)

nervige Telefonate zu beenden (Oh, Mini hat sich zugekackt, sorry)

Vertreteter abzuwimmeln: Oh, Sie hören ja selbst...

Mal einen Tag blau zu machen: Mein Kleiner ist krank

Ein Cafe, das sie schon immer sch... fand, mit Kinderwagen zuparken....

sich für Jahre mit Süßigkeiten einzudecken: Ist alles nur, falls der Kleine mal Besuch von seinen Freunden kriegt

Ungeliebten Besuch fernzuhalten: Mein Sohn hat die Schweinegrippe, Masern, Läuse

Ätzende Verehrer in die Flucht zu schlagen: Du, mich gibts nur mit meinen fünf Kindern. Möchtest Du die Bilder sehen??



Außerdem:

Mit einem Baby sollte man jeden Tag spazierengehen. So kommt frau immer an die frische Luft und hat Bewegung. Geht allerdings auch wahlweise mit Hund.

Da frau ihr Baby viel herumträgt, stählt sie so ihre Arme

Ein frisch gebadetes, gut gekleidetes baby ist ein hübsches
modisches Accessoire, das durchaus Aufsehen erregen kann....

Frau darf den ganzen Tag ungestraft Kinderfilme gucken oder
mit Spielzeug auf dem Boden liegen

Frau darf in der Öffentlichkeit pupsen. Nur muss sie dabei besorgt ihr Baby anschauen :freches grinsen:

Frau darf im Geschäft rumpöbeln, weil die Gänge zu eng und damit für Kinderwagen ungeeignet sind. Stichwort: Barrierefreies Einkaufen...
(neulich hat sich ein Rentner mit Gehhilfe zu mir gesellt und wir haben uns gemeinsam ordentlich beschwert:freches grinsen:)

Frau hat einen Grund, sich das Rauchen abzugewöhnen

Selbständige können Kinderbetreuung zu fast 100% von der Steuer absetzen

Man kann Kinder zum Bierholen schicken und sie zur Hausarbeit zwingen.

Ironiemodus aus.

Inaktiver User
11.12.2009, 12:53
Ja, Hollie_Day, lockere das ganze hier ruhig mal bissi auf. Von Zeit zu Zeit kocht's immer mal was hoch, aber schnell haben wir den Zickenmodus auch wieder überwunden.

@Maryquitecontrary und einewiekeine: ich finde, dass ihr hier sehr souverän abwägt und unterm Strich ein wahrhaftiges Bild vom Elternwerden und Muttersein schildert. Kann ich so für mich unterschreiben.

Leider bin ich nicht so bedacht und mir pocht allzuschnell die Halsschlagader. Ich mag's an für sich gerne auch alles nen Hauch humorvoller und gelassener. Ich sprech auch gerne lachend von heiligen Übermüttern genauso wie von egoistischen Kinderlosen. Ich weiß auch selbst, bin ja nicht böd), dass Du Brombeerkatze1 z.B. deshalb keine Egoistin sein musst. ich kenne Dich und Dein Leben doch gar nicht. Wir schreiben hier im Allgemeinen viel Pauschal und versuchen in kleinstmöglicher Zeit den größtmöglichen Sinn auf geringstmöglichen raum zu bringen.

Ich möchte mal betonen, dass mein Leben ohne Kinder noch vor 5 Jahren kein schlechtes war. Meine erste Schwangerschaft war alles andere als geplant und ein großer Schock. Mein Leben hat sich radikal geändert und manchmal hätte ich gerne immer wieder mal ne Auszeit mit radikal spontanen Ess-, Schlaf-, Kreativ- und Partyzeiten. Naja, ich hab nun hier mehrfach gelesen, dass diese "Auszeit" sehr schnell für dann auch ziemlich immer kommen wird. Auch ok. Mir fällt es natürlich schwer, mich daran zu gewöhnen, nach einem nächtlichen kreativen run am nächsten Morgen noch eine Restpower für die Kinder aufzubringen, aber nachdem die Kinder in den KiGa gebracht sind, hol ich noch bissi Schlaf nach und dann ist alles wieder im Lot.
Ich habe mir "früher" übrigens auch immer meine Nichten "ausgeliehen" und nach solchen Wochenenden war ich sowas von froh, dass ich sie wieder zurückbringen durfte.:smirksmile: Allerdings sind Wochenenden mit meinen Kindern nicht halb so anstrengend, denn schließlich packe ich da auch nicht alles restlos rein (wie bei den Nichten) was nur irgend geht, um die Kinder zu unterhalten.

Oh, ich will niemanden überzeugen, Kinder zu bekommen. Mir ist es tatsächlich vollkommen egal, ob Menschen Kinder haben oder nicht. Mir ist viel wichtiger, ob die Kinder, die bekommen wurden glücklich sind. Anderer Strang, ok.

Ist es verständlich, wenn ich es so formuliere?:
Hätte ich mein Leben ohne Kinder (bewußt entschieden, weil ich's nicht aufgeben will) so weitergelebt, wie bis vor 5 Jahren, würde ich mich (von jetzt und hier betrachtet) für egoistisch halten. Diese Einstellung hat sich aber entsprechend in den letzten 5 Jahren gebildet, eben seit Kinder da sind und ich erfahre, was das ausmacht.
Gleichzeitig halte ich Menschen, die Kinder bekommen, weil sie sich davon einen Nutzen versprechen (Altersvorsorge, Aufarbeitung von Kindheitstraumata etc.) ebenfalls für egoistisch. Vielleicht ist "egoistisch" auch ein zu schwieriger und schwammiger Begriff. Für mich heißt es, sich zu intensiv um sich selbst bemühen und kümmern und schließt die nötige Sorge um andere Menschen (in diesem Threat eben Kinder) und deren Glück aus, was mir jedoch essentiell wichtig im Leben ist.

Ich bitte wirklich darum, mir jetzt nicht gleich meine Zitate in Form von herausgerupften Worten zurückzuschicken. Was ist das denn für ein Eiertanz, wenn man sich beim Schreiben schon Sorgen um Wortklaubereien machen muss.

Brombeerkatze1
11.12.2009, 15:55
Hätte ich mein Leben ohne Kinder (bewußt entschieden, weil ich's nicht aufgeben will) so weitergelebt, wie bis vor 5 Jahren, würde ich mich (von jetzt und hier betrachtet) für egoistisch halten.

Warum?
Ehrlich, das mit dem Egoismus verstehe ich nicht.... das Gegenteil von egoistisch ist altruistisch - empfindest du dich so weil du Kinder hast?

Ich denke fast alle Menschen sind egoistisch (und das ist auch o.k. wenn es nicht auf Kosten anderer geht) - sie streben nach ihrem höchstpersönlichen Glück - für die einen sind das die eigenen Kinder, für andere eben etwas anderes.

Inaktiver User
11.12.2009, 16:22
Egoistisch vielleicht deshalb, weil man nicht bereit ist, sich um jemand anderen als sich selbst zu kümmern, die Verantwortung für jemand anderen zu übernehmen sondern sich nur um sein eigenes Wohlbefinden kümmern mag.

Das ist für mich egozentrisch, also ich-bezogen, oder auch egoistisch, wobei ich das jetzt nicht gar so furchtbar finde. Weniger furchtbar als sich selbst aufzuopfern und zu verlieren für andere, zum Beispiel. Ich seh das wie du, dass ein gewisser Egoismus durchaus gesund und normal ist.

Ich seh es eher als Begrenzung, sich nur auf sich zu beziehen.

Brombeerkatze1
11.12.2009, 16:59
Na ja, nur weil ich keine Kinder habe bedeutet das ja nicht dass ich mich ausschließlich um mich und mein Wohlbefinden kümmere... ich habe schon auch Familie und einen Ehemann und Freunde.

Was ich nicht habe ist diese Art der Verantwortung wie sie Eltern nun mal haben - aber gerade deshalb ist das doch vollkommen o.k. wenn ich mich um mich (und gelegentlich andere Erwachsene :smirksmile:) kümmere - das tut niemanden weh....

Problematisch wäre meine Egozentrik doch nur wenn ich mich für die Verantwortung "eigene Kinder" entschieden hätte und die müßten jetzt ins Heim weil ich doch lieber male :lachen:

Inaktiver User
11.12.2009, 18:28
Na ja, nur weil ich keine Kinder habe bedeutet das ja nicht dass ich mich ausschließlich um mich und mein Wohlbefinden kümmere... ich habe schon auch Familie und einen Ehemann und Freunde.



irgendwie beginnts sich zu wiederholen.


auch eltern kümmern sich noch um sich selbst, haben hobbies, gehen mal aus, haben freunde, gucken fern

und und und

kümmern sich um sich selbst...

sonst wären sie ja schön blöd!!!

Inaktiver User
12.12.2009, 00:57
Warum?
Ehrlich, das mit dem Egoismus verstehe ich nicht.... das Gegenteil von egoistisch ist altruistisch - empfindest du dich so weil du Kinder hast?

Ich denke fast alle Menschen sind egoistisch (und das ist auch o.k. wenn es nicht auf Kosten anderer geht) - sie streben nach ihrem höchstpersönlichen Glück - für die einen sind das die eigenen Kinder, für andere eben etwas anderes.


NEIN, um Himmels Willen halte ich mich nicht für altruistisch, nicht die Bohne. Nein, ich bin ganz ehrlich noch immer ausreichend Egoist, um mein Leben und mich weiterhin genug zu lieben, auch wenn ich es nun mit Kindern teile. Umso mal mehr mal weniger. Ich bin recht kreativ geworden mit der Zeit. Wir schaffen es tatsächlich, die ca. 80 km entfernten Großeltern her zu komplimentieren, wenn es mal an nem Wochenende "brennt". Und wir haben eine süße Babysitterin, in die unser 4-Jähriger schon jetzt sehr verliebt ist und sich sehr enttäuscht zeigt, wenn sie mal nicht über Nacht bis zum nächsten mittag bleibt. (Und erst das macht eine gute babysitterin aus!) Außerdem lernen meine Kinder, dass sie nicht die einzigen Menschen sind, die Bedürfnisse haben. Also auch Mama muss mal duschen, selbst wenn Sohn das anders sieht und Türme mit Mama bauen "muss".

Egozentrisch ist auch ein interessantes Gebiet ... unverzeihlich, wenn es sich nicht mit den Kindern verträgt.

Himmel es ist spät - sollen wir nicht nen neuen Strang aufmachen, wo man weiter über dies und ähnliches fabulieren kann? Es ist ja wirklich alles gesagt und ausgestanden:smirksmile: Aber die Konstellation an mal nicht nur in-ein-Horn-Bläsern ist eine erfrischende Runde zum Diskutieren. Über nächtliche Kreativität könnt ich auch was sagen und zu ehelicher Abendgestaltungen zuhause (jugendfrei) wenn alle Kinder schlafen würde ich gern mal was lesen... Oooooohhhhhhhhh gute Nacht.

Latona
14.12.2009, 12:55
@ Yuggbubba

Es gibt einfach Menschen – und kaum zu glauben, sogar Frauen! – die mit Babies oder auch Kindern nicht viel anfangen können, die sie einfach nicht als Bereicherung ihres Lebens empfinden. Das ist weder abartig noch krank, sondern im Bereich des ganz Normalen. Das ist auch nichts, wofür man sich rechtfertigen müsste.

Die Gründe, warum Menschen Kinder haben wollen, haben eher was mit den emotionalen Vorteilen zu tun, den sie sich davon versprechen: Ein bunteres, spontaneres Leben (wobei meiner Meinung nach die Spontanität der Erwachsenen eher leidet, weil sie um die Kinder alles planen müssen), die Wärme der bedingungslosen Liebe durch das Kind (geht jedoch flöten, wenn man das Kind über längere Zeit hinweg nicht fair behandelt, denn auch Kinder verzeihen nicht alles), Weiterleben im Nachwuchs (womit man oft mit Chancen im eigenen Leben bezahlt, die mit Kindern eben nicht machbar sind).

Jede/r entscheidet für sich, ob Kinder für ihn bzw. sie eine Bereicherung sind, die man nicht missen möchte, oder eher eine Belastung, auf die man gut verzichten kann. Schließlich bietet das Leben kinderlosen Menschen ebenfalls viel Abwechslung, aber eben auch mehr Selbstbestimmung, und wenn man die richtigen Partner und Freunde hat, auch viel Liebe. Und für die Nachwelt kann man sich auch anders verewigen, indem man z.B. etwas schafft, das einen selbst überdauert.

AnaPaula
16.12.2009, 08:19
Diese ewige Diskussion halte ich für absolut sinnlos. Denn egal wieviel kinderlose Frauen sich vorstellen wollen, wie es sich Mutter zu sein fühlt, können sie es in der Tat nicht wissen und werden es auch nie tun. Es gibt einfach Dinge, die man nur verstehen kann, wenn man sie schon erlebt hat. Wer konnte z.b. verstehen, wie das Verliebtsein anfühlt, ohne es selbst zu erleben?.... einfach unmöglich.

In diesem Sinne verzichten kinderlose Menschen eigentlich bewusst auf nichts, weil man nur verzichten kann, auf etwas die man schon kennt. Um bei der Beispiel zu bleiben: wer schon mal total verliebt war, will normalerweise diesen unheimlich schönen Zustand wieder erleben, selbst wenn es insgesamt eher ein schmerzhaftes Erlebnis war, das letztendlich viel Wut, Trauer und Enttäuschung mit sich trug. Jemand, der nie verliebt war, könnte es sicher nicht nachvollziehen: warum willst Du bitte schön wieder verlieben, Du hast ja so viel gelitten???... er (der nie verliebt war) kann es natürlich nicht verstehen, dass die guten Momenten bei Verliebtsein so schön sind, dass man die möglichen Nachteile gerne akzeptiert.

Inaktiver User
16.12.2009, 11:45
und trotzdem gibt es ja auch Frauen und Männer die unter Kinderlosigkeit leiden oder?!
Ebenso gibt es Frauen die es bereuen Kinder bekommen zu haben!

schoenbuerzel
16.12.2009, 14:26
Darf ich kurz mitten hinein platzen? Leider hatte ich nicht die Zeit alles zu lesen, sondern nur den Beginn des Strangs....

Mich hat die Schilderung der TE aus ihrer bisherigen Lebenserfahrung sehr ansprochen, denn mir geht es genau so. Keine kleinen Geschwister, niemals kleine Kinder in der Verwandtschaft, so gut wie keine Berühungspunkte im privaten Umfeld. Ich kannte die ein oder andere Frau, die ein Kind bekam, aber diese haben sich dann sogleich in ihre junge, kleine Familie zurück gezogen oder sind sogar weggezogen. In den letzten 18 Jahren hatte ich nur einmal ein kleines Kind auf dem Schoß sitzen :knatsch:

Es ist für mich eine fremde Welt, etwas, was mich nichts anzugehen scheint, ein Paralleluniversum. Etwas was ich nicht kenne - und was mir vielleicht genau deshalb nicht fehlt.

Genau wie die TE wollte ich aber immer Tiere - wuchs mit vielen auf. Ich habe zwei Katzen und ein altes Pferd, das Gnadenbrot bekommt.

Mein Freund war sehr lange mit einer Frau liiert, für die eigene Kinder aus biologischen Gründen ausschieden, sie blieben kinderlos. Nun fühlt er sich zu alt für eigene Kinder, so dass das Thema für mich mit diesem Mann ohnehin kein Thema sein wird. Wären wir vor Jahren fest zusammen gekommen, wäre es vielleicht heute anders, denn er mag Kinder sehr gerne.

Ich liebe diesen Mann so sehr, dass ich mich einmal bei den Gedanken ertappte "Von diesem Mann möchte ich ein Kind." :smile: Ich war selbst total erstaunt über diesen Gefühlsrausch :freches grinsen:.

Ich bewundere übrigens alle, die das hinbekommen mit Job und Kindern. Es ist mir ein Buch mit sieben Siegeln, wie das geht.

Inaktiver User
16.12.2009, 21:08
Darf ich kurz mitten hinein platzen? Leider hatte ich nicht die Zeit alles zu lesen, sondern nur den Beginn des Strangs....

Mich hat die Schilderung der TE aus ihrer bisherigen Lebenserfahrung sehr ansprochen, denn mir geht es genau so. Keine kleinen Geschwister, niemals kleine Kinder in der Verwandtschaft, so gut wie keine Berühungspunkte im privaten Umfeld. Ich kannte die ein oder andere Frau, die ein Kind bekam, aber diese haben sich dann sogleich in ihre junge, kleine Familie zurück gezogen oder sind sogar weggezogen. In den letzten 18 Jahren hatte ich nur einmal ein kleines Kind auf dem Schoß sitzen :knatsch:

Es ist für mich eine fremde Welt, etwas, was mich nichts anzugehen scheint, ein Paralleluniversum. Etwas was ich nicht kenne - und was mir vielleicht genau deshalb nicht fehlt.

Genau wie die TE wollte ich aber immer Tiere - wuchs mit vielen auf. Ich habe zwei Katzen und ein altes Pferd, das Gnadenbrot bekommt.

Mein Freund war sehr lange mit einer Frau liiert, für die eigene Kinder aus biologischen Gründen ausschieden, sie blieben kinderlos. Nun fühlt er sich zu alt für eigene Kinder, so dass das Thema für mich mit diesem Mann ohnehin kein Thema sein wird. Wären wir vor Jahren fest zusammen gekommen, wäre es vielleicht heute anders, denn er mag Kinder sehr gerne.

Ich liebe diesen Mann so sehr, dass ich mich einmal bei den Gedanken ertappte "Von diesem Mann möchte ich ein Kind." :smile: Ich war selbst total erstaunt über diesen Gefühlsrausch :freches grinsen:.

Ich bewundere übrigens alle, die das hinbekommen mit Job und Kindern. Es ist mir ein Buch mit sieben Siegeln, wie das geht.

:ahoi:Ja so gehts mir auch, vor allem merke ich, wie frisch gebackene Eltern sich aus dem kinderlosen Freundeskreis verabschieden, wie nach einer Gehirnwäsche.Ich liebe auch stattdessen Pferde (meines ist leider verstorben).Soll jeder so glücklich werden, wie er es für richtig hält, nichts davon ist unnormal.Ich bewunder schon allein das aushalten der 9-monatigen Schwangerschaft.

Inaktiver User
16.12.2009, 22:55
Ich bewunder schon allein das aushalten der 9-monatigen Schwangerschaft.

Schwangerschaft ist, wenn sie komplikationslos verläuft, was total Schönes... :blumengabe:



Noch eine Anmerkung zu Latonas Posting und AnaPaulas Antwort darauf:

Ja, ich denke auch, Kinderlose können nicht nachvollziehen, wie es ist Kinder zu haben.
Aber ich denke ebenso, dass die Kinderhabenden es auch nicht nachvollziehen können, wie das Leben so kompletto ohne Kinder ist. Man kann sicher nicht einfach die Zeit vor den Kindern nehmen, um sich auszumalen, wie so ein dauerhaft kinderloses Leben wäre.

Inaktiver User
16.12.2009, 23:06
Schwangerschaft ist, wenn sie komplikationslos verläuft, was total Schönes... :blumengabe:


Und das ist auch der Normalfall, nur ist das halt nicht spektakulär genug, um es überall rumzuerzählen, hören tut man immer noch die Horrorstories, genau wie von der Entbindung.

Ich finde es schade, dass das Bewußtsein heute so verloren gegangen ist, dass Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern ganz selbstverständlicher Teil des Lebens sind.

Selbst die Hochzeiten werden ja heute schon inszeniert bis ins Letzte, und so ist es mit dem Kinderkriegen und Haben leider oft auch: Projekt Kind, total verkopft und verkrampft. :knatsch:

Kyria
16.12.2009, 23:22
Ich finde es schade, dass das Bewußtsein heute so verloren gegangen ist, dass Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Kindern ganz selbstverständlicher Teil des Lebens sind.



Da geht`s mir ähnlich, einewiekeine. Irgendwie kann ich bis heute nicht nachvollziehen, daß manche Frauen, die in intakten Partnerschaften leben, ein Leben ohne Kind(ern) dem Leben mit Kind(ern) vorziehen.

Denn: Für mich war und ist, ein Kind zu bekommen,das größte Abenteuer, das das Leben zu bieten hatte. Das Spannendste, Aufregendste, Tollste. Schon dieses Wahnsinns-Erlebnis der Schwangerschaft, als mein Bauch immer runder wurde. Dann dieses gespannte Warten auf die ersten Wackel-Bewegungen innendrin.

Und als das Kind dann endlich auf der Welt war, gesund, hübsch, fit - ein Wunder. Wie es krabbeln und laufen lernte, trotzte, lachte, tobte.
Immer soooo spannend, aufregend und glücklich-machend das alles.

Nie hätte ich freiwillig auf dieses Abenteuer verzichten wollen. :liebe:

LG Kyria

marilyn-74
16.12.2009, 23:37
Ne, ich fand Schwangersein nicht schön trotz relativ komplikationslosen Schwangerschaften. Ich fand die Übelkeit am Anfang doof, dann ziepte und zwackte es relativ schnell überall, mir blieb relativ schnell die Luft weg, die Wassereinlagerungen waren unschön, die Rückenschmerzen, das Walgefühl zum Schluss - ne, ich bin wirklich kein Fan von Schwangersein geworden. Schlagt mich jetzt. :pfeifend: Aber das Ergebnis ist die Mühen einfach wert. :liebe: Und ich würde es nicht ausschließen, diese Mühen irgendwann noch einmal auf mich zu nehmen.

Inaktiver User
16.12.2009, 23:43
Ich auch nicht, dazu bin ich zu neugierig! :smirksmile:

Aber ich meinte etwas anderes: dass jemand keine Kinder will kann ich mir schon vorstellen.

Ich meinte eher die Frauen, die gar nicht so überzeugt gegen Kinder sind, das aber als so enorm kompliziert finden, dass sie es sich nicht zutrauen. Klang ja auch hier an. Weil das Projekt Kind heute mit soviel Erwartungen überfrachtet ist, dass man dem tatsächlich kaum gerecht werden kann. Muß man ja aber auch nicht. Und manche, die sicher eine gute Mutter wär, traut sich das dann vielleicht einfach nicht zu. Das ist oft so ein Kontrollwahn, und ein Perfektionsanspruch, den viele scheuen - anstatt den zu hinterfragen und ein bisschen gelassener zu sein. Da fehlt oft das Selbstvertrauen und die Zuversicht. Ich finde das einen Verlust.

Früher hieß es so schön: man ist guter Hoffnung.

Und heut zählen sie ab dem ersten Übungszyklus und wehe nach sechs Monaten ist man noch nicht schwanger!! Wenn das nicht verkrampft ist... :knatsch:

marilyn-74
16.12.2009, 23:54
Aber ich meinte etwas anderes: dass jemand keine Kinder will kann ich mir schon vorstellen.

Ich meinte eher die Frauen, die gar nicht so überzeugt gegen Kinder sind, das aber als so enorm kompliziert finden, dass sie es sich nicht zutrauen. Klang ja auch hier an. Weil das Projekt Kind heute mit soviel Erwartungen überfrachtet ist, dass man dem tatsächlich kaum gerecht werden kann. Muß man ja aber auch nicht. Und manche, die sicher eine gute Mutter wär, traut sich das dann vielleicht einfach nicht zu. Das ist oft so ein Kontrollwahn, und ein Perfektionsanspruch, den viele scheuen - anstatt den zu hinterfragen und ein bisschen gelassener zu sein. Da fehlt oft das Selbstvertrauen und die Zuversicht. Ich finde das einen Verlust.



Da muss man sich aber auch wirklich ein bisschen von der Gesellschaft freimachen können. Das ist, glaube ich, echt die Kehrseite von zuverlässiger Verhütung, die ja ansonsten ein Segen ist: nämlich, dass Kinder nicht mehr einfach kommen. Irgendwann gab es hier mal einen Strang "der perfekte Zeitpunkt für Kinder". Meine Antwort darauf ist immer noch "Gibbet nicht. Irgendwas ist doch immer." Bei unserem ersten Kind war es das Studium, in dem ich noch war, beim zweiten Kind hatte ich gerade die Probezeit der ersten festen Stelle nach dem Studium hinter mich gebracht, als ich geplant schwanger wurde. Es gab in beiden Situationen Menschen, die mich fragten, ob das denn nun so gut wäre....- wenn ich mich allerdings danach richten würde, wäre ich bis heute kinderlos.

Inaktiver User
17.12.2009, 00:05
Ich weiß nicht, ob es nur die Verhütung ist - die war auch zu meiner Zeit schon verfügbar! :freches grinsen:

Aber niemand, ich schwör: niemand, hätte ohne vorherige gesundheitliche oder altersmäßige Einschränkungen von Anfang an seinen Zyklus kontrolliert (außer man hat natürlich verhütet und den eh schon gekannt).

Ich kenne keine Frau in meinem Alter, die das so durchgeplant hat. Wir haben aufgehört mit der Pille und waren dann irgendwann schwanger, und so nach ein, zwei Jahren hat man vielleicht mal klären lassen, ob es ein Problem gibt, wenn man bis da nicht schwanger ist. Und niemand hätte sagen können, ob Torben-Tristan nun im 6.oder 7. ÜZ entstanden ist.

Thema war das nur, wenn es zufällig ganz schnell passiert ist, aber sonst hat man es einfach mal auf sich zukommen lassen, während ich heute zunehmend beobachte, dass das alles exzessiv geplant und kontrolliert wird.

marilyn-74
17.12.2009, 00:12
Ich glaube, dieses Forum (http://www.urbia.de/forum/index.html?area=board&bid=24) wäre dein Alptraum. :freches grinsen: Da werden Zyklusblattrunden geschmissen, Monatsbusse gestartet, Bienchen gesetzt und Live-Schwangerschaftstests durchgeführt. Und du bist wirklich ohne all das schwanger geworden? Unglaublich. :ooooh::ooooh:

Inaktiver User
17.12.2009, 00:22
Ja, mich wundert's auch! :pfeifend:

Inaktiver User
17.12.2009, 00:24
Ich hab nur kurz reingeschaut - das pure Grauen. :ooooh:

Fehlt bloß noch der Schwangerschaftstest den man zuverlässig schon vor der Empfängnis machen kann. :engel:

xanidae
17.12.2009, 08:19
nach diesem themenschwenker wünsche ich mir, dass jemand diesen strang bei urbia aufmacht oder hier zum thema zurückkehrt.

einen schönen donnerstag euch allen!

schoenbuerzel
17.12.2009, 10:45
I

Ich meinte eher die Frauen, die gar nicht so überzeugt gegen Kinder sind, das aber als so enorm kompliziert finden, dass sie es sich nicht zutrauen. Klang ja auch hier an. Weil das Projekt Kind heute mit soviel Erwartungen überfrachtet ist, dass man dem tatsächlich kaum gerecht werden kann. Muß man ja aber auch nicht. Und manche, die sicher eine gute Mutter wär, traut sich das dann vielleicht einfach nicht zu. Das ist oft so ein Kontrollwahn, und ein Perfektionsanspruch, den viele scheuen - anstatt den zu hinterfragen und ein bisschen gelassener zu sein. Da fehlt oft das Selbstvertrauen und die Zuversicht. Ich finde das einen Verlust.



Das hast Du sehr gut gesagt, einewiekeine.

Selbst wenn ich einen Partner hätte, der ein Kind wollte - ich hätte Angst, dem Ganzen nicht gerecht zu werden.

Die Vorbereitung auf die globale Leistungsgesellschaft beginnt doch spätetens in der Kita, wenn nicht schon im Mutterleib. Förderung im Kindergarten, die "beste" Grundschule aussuchen, dann Abi auf der möglichst besten Privatschule. Studium an Privatunis im Ausland....Und zwischendurch Klavierunterricht, mehrere Sportarten, soziales Engagement, Fremdsprachen, Praktika etc.

Ich könnte es finanziell niemals leisten, einem Kind diese Möglichkeiten zu bieten.

Kyria
17.12.2009, 11:58
Hallo schoenbuerzel,




Selbst wenn ich einen Partner hätte, der ein Kind wollte - ich hätte Angst, dem Ganzen nicht gerecht zu werden.

Die Vorbereitung auf die globale Leistungsgesellschaft beginnt doch spätetens in der Kita, wenn nicht schon im Mutterleib. Förderung im Kindergarten, die "beste" Grundschule aussuchen, dann Abi auf der möglichst besten Privatschule. Studium an Privatunis im Ausland....Und zwischendurch Klavierunterricht, mehrere Sportarten, soziales Engagement, Fremdsprachen, Praktika etc.

Ich könnte es finanziell niemals leisten, einem Kind diese Möglichkeiten zu bieten.

Das ist genau der Punkt: Als Nicht-Mutter stellt man sich die ganze Sache in der Regel wesentlich komplizierter vor, als sie tatsächlich ist.

In Wirklichkeit aber passiert alles eher gemächlich, so Schritt für Schritt: Erst ist man schwanger und hat neun Monate Zeit, ein paar Grundsätzlichkeiten zu regeln: Den Nestbau zu betreiben, die Beziehung zum Vater des Kindes zu regeln etc.. Dann wird das Kind geboren, ist erstmal ein Baby und hat noch jede Menge Zeit bevor es zur Schule geht. :smirksmile:

Als Nichtmutter habe ich auch geglaubt, daß Kinder viel Geld, Zeit und Engagement kosten würden. Als Mutter habe ich dann überrascht entdeckt, daß das "Projekt Kind" gar nicht teuer war und sich wunderbar mit meinem eigenem Lebensrhytmus und mit meinen Interessen verbinden ließ.
Habe erfreut festgestellt, daß mein Kind mein Leben auf eine vorher nie gekannte Art und Weise bereichert hat. Daß es mein Leben zu einem Abenteuer gemacht hat: Spannend, aufregend und wunderschön. :Sonne:

Ein Abenteuer deshalb, weil sich alles immer wieder ändert und zwar auf so sanfte Art und Weise, daß man es kaum bemerkt: Aus dem knuddeligen Baby wird ein Krabbelkind , aus dem vertrauensvollem Kindergartenkind ein Schulkind, dann ein Vorpubertierender etc.pp.

Und irgendwann ist es dann erwachsen, Dein Kind, und die Beziehung zu ihm ist immer noch genauso einzigartig wie zu sonst niemanden auf der Welt.

LG Kyria

marilyn-74
17.12.2009, 12:11
Das hast Du sehr gut gesagt, einewiekeine.

Selbst wenn ich einen Partner hätte, der ein Kind wollte - ich hätte Angst, dem Ganzen nicht gerecht zu werden.

Die Vorbereitung auf die globale Leistungsgesellschaft beginnt doch spätetens in der Kita, wenn nicht schon im Mutterleib. Förderung im Kindergarten, die "beste" Grundschule aussuchen, dann Abi auf der möglichst besten Privatschule. Studium an Privatunis im Ausland....Und zwischendurch Klavierunterricht, mehrere Sportarten, soziales Engagement, Fremdsprachen, Praktika etc.

Ich könnte es finanziell niemals leisten, einem Kind diese Möglichkeiten zu bieten.

Das braucht es in diesem Maße doch auch alles gar nicht - auch aus Menschen, die eine stinknormale Schule besuchen und keinen vollgepackten Terminkalender mit zig Sportarten und Instrumentalunterricht haben, werden gut in die Gesellschaft integrierte Menschen. Das alles leisten zu wollen, finde ich einen sehr erhöhten Anspruch an sich selber und auch an die Kinder. Und nach einer glücklichen, unbeschwerten Kindheit klingt das auch nicht.

schoenbuerzel
17.12.2009, 13:07
Ich hoffe, ihr habt Recht damit, von wegen nicht überall das Maximum an Förderung und es wird dennoch ein glücklicher Mensch, der seinen Platz in der Gesellschaft findet, eben auch beruflich.

Mein Eindruck ist aber der (vielleicht habe ich da nur einen begrenzten Eindruck und dieser täuscht), dass bereits Kitas für 1.200 Euro im Monat gesucht werden, wo von Anfang alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden. Ich kenne solche Fälle mehrfach, höre z.B. im Rahmen meiner Geschäftskontakte davon. Danach eben Internat, dann die Privatuni im Ausland......

Es handelt sich dabei durchgehend um Akademikerkinder von weit überdurchschnittlich gut verdienenden Eltern.

Da frage ich mich, wo die "normalen" Kinder bleiben sollen.

Victoria3000
17.12.2009, 13:25
Ich hoffe, ihr habt Recht damit, von wegen nicht überall das Maximum an Förderung und es wird dennoch ein glücklicher Mensch, der seinen Platz in der Gesellschaft findet, eben auch beruflich.

Ehrlich gesagt erschliesst sich mir nicht so recht, wieso ein "Maximum an Foerderung" aus meinem Kind einen gluecklichen Menschen machen sollte? Fuer mich ist das von Dir geschilderte eher Zwang, Stress, Druck und Ueberforderung als ein Rezept zum Gluecklichwerden.

Cheers,
Vic

marilyn-74
17.12.2009, 13:26
Ich arbeite auch mit vielen Müttern mit akademischen Hintergrund zusammen und davon geht keins der Kinder auf superteure Privatschulen. Ein paar Kinder gehen auf eine Montessori oder Waldorfschule, aber das lässt sich nicht vergleichen mit den Internationalen Schulen, die tatsächlich über 1.000 Euro im Monat kosten. Auch mein Mann und ich haben studiert, unser großes Kind geht in einen stinknormalen Kindergarten, auf eine Privatschule müssen wir ihn eventuell schicken, weil es bei uns keine Schule mit Ganztagesangebot gibt und weil wir auch eine Montessori ins Auge gefasst haben. Und ich kenne nur ein Kind, das aufs Internat geht, das hatte aber sehr viel mit Lernproblemen zu tun und ist auch kein Eliteinternat. :smirksmile: Du solltest dich ein bisschen mehr auch in der "normalen" Welt umsehen.

marilyn-74
17.12.2009, 13:26
Ehrlich gesagt erschliesst sich mir nicht so recht, wieso ein "Maximum an Foerderung" aus meinem Kind einen gluecklichen Menschen machen sollte? Fuer mich ist das von Dir geschilderte eher Zwang, Stress, Druck und Ueberforderung als ein Rezept zum Gluecklichwerden.

Cheers,
Vic

:allesok:

schoenbuerzel
17.12.2009, 13:32
Ehrlich gesagt erschliesst sich mir nicht so recht, wieso ein "Maximum an Foerderung" aus meinem Kind einen gluecklichen Menschen machen sollte? Fuer mich ist das von Dir geschilderte eher Zwang, Stress, Druck und Ueberforderung als ein Rezept zum Gluecklichwerden.

Cheers,
Vic

War mir klar, dass ich mich da nicht so treffend ausgedrückt habe :blumengabe:. Ich finde aber, dass der Beruf ein sehr entscheidender Faktor im Leben ist. Je nachdem, welcher Beruf ausgeübt wird, werden hierdurch wiederum Weichen in anderer Hinsicht gestellt die, alles zusammen genommen, vielleicht das mit ausmachen können, was man als Glück bezeichnet.

marilyn-74
17.12.2009, 13:34
Aber um einen erfüllenden Job zu finden, sind auch heute nicht unbedingt Elitegymnasium und Eliteuni notwendig. Ansonsten müsste ich sofort meinen Job kündigen. :smirksmile:

schoenbuerzel
17.12.2009, 13:37
Ist ´74 Dein Geburtsjahr?

Ich bin ein Jahr älter. Wir sind eine andere Generation, heute weht ein noch viel schärferer Wind. Wenn wir nun suchen, suchen wir mit viel Berufserfahrung. Aber schau mal die Konkurrenz, denen die Absolventen von heute ausgesetzt sind.

schoenbuerzel
17.12.2009, 13:43
Tatsache ist, dass enorm viel Leistung gefordert wird und fraglich ist, ob die erbacht werden kann, wenn man die Kinder "einfach so laufen lässt."

Ein Biologe oder Chemiker ohne "sehr gut" kann gleich heim gehen, ein Jurist ohne Prädikat verschwindet im Meer der Anwälte, mit mittelmäßigen BWLern kann man die Straße pflastern.

Es ist nicht mehr wie früher, dass "irgendwie durchkommen" ausreicht.

Schnell muss man sein, überdurchschnittlich gut, jung und Auslandserfahrung sowie Praktika vorweisen können. Das weiß heute jeder. Und Eltern tun gut daran, die Kinder möglichst fit zu machen.

marilyn-74
17.12.2009, 13:43
Ja, ist mein Geburtsjahr, aber ich bin eine Spätstudierende :freches grinsen: und hab erst letztes Jahr meine erste Stelle nach Beendigung des Studiums angetreten und habe dementsprechend auch viel mit Uniabsolventen zu tun, die mit mir zusammen angefangen haben und auch das sind alles Leute von stinknormalen öffentlichen Massenuniversitäten, wenn auch in der Regel mit guten bis sehr guten Abschlussnoten, die auch auf normale öffentliche Gymnasien gegangen sind. Ich glaube, du siehst die Berufschancen von gut Qualifzierten, die aus öffentlichen Bildungseinrichtungen kommen, zu schwarz.

schoenbuerzel
17.12.2009, 13:52
Ich glaube, du siehst die Berufschancen von gut Qualifzierten, die aus öffentlichen Bildungseinrichtungen kommen, zu schwarz.

Ich hoffe es! Ich finde, die handelsüblichen "Karriere"-Zeitungen, die einem hier und da mal in die Hände fallen, suggerieren aber genau das.

Und was schon nach meinen Abschluss so war und sich weiter verstärkt ist, dass der Einstieg nach dem Studium immer schwerer wird. Viele waren lange arbeitslos oder begannen mit 400 Euro-Jobs. Gut, mittlerweile sind die meisten auf die Füße gekommen, aber es hat teilweise sehr, sehr lange gedauert.

Auch sehe ich immer mehr die Tendenz, dass sich allermindestens deutschlandweit, eher europaweit oder weltweit beworben werden muss. Wohl dem, der keinen "Anhang" hat.

Ich kenne zwei Fälle, da geht der eine Vater nun nach Rom, der andere nach New York und beide haben Frau und ein kleines Kind hier. Beide haben ihre Jobs in Führungspositionen (Insolvenz des Unternehmens) verloren. Da wird dann alles zurück gelassen, um nicht mit Anfang 40 jobtechnisch abgeschrieben zu sein.

Victoria3000
17.12.2009, 14:07
Tatsache ist, dass enorm viel Leistung gefordert wird und fraglich ist, ob die erbacht werden kann, wenn man die Kinder "einfach so laufen lässt."

Ein Biologe oder Chemiker ohne "sehr gut" kann gleich heim gehen, ein Jurist ohne Prädikat verschwindet im Meer der Anwälte, mit mittelmäßigen BWLern kann man die Straße pflastern.

Es ist nicht mehr wie früher, dass "irgendwie durchkommen" ausreicht.

Schnell muss man sein, überdurchschnittlich gut, jung und Auslandserfahrung sowie Praktika vorweisen können. Das weiß heute jeder. Und Eltern tun gut daran, die Kinder möglichst fit zu machen.

Also, ich lebe nicht in Deutschland, und hier ist das definitiv nicht so, auch wenn eine Heerschar an Anbietern fruehkindlicher Foerderung und grosse Mengen an Privatschulen (hier sehr verbreitet) versuchen, genau das den Eltern einzureden...

Im uebrigen, woher weisst Du, dass Fruehfoerderung und Privatgymnasium etc. "das Beste" (an Leistung) aus Kindern herausholen? (Und was genau verstehst Du unter "einfach so laufen lassen"?)

Cheers,
Vic

schoenbuerzel
17.12.2009, 14:11
Im uebrigen, woher weisst Du, dass Fruehfoerderung und Privatgymnasium etc. "das Beste" (an Leistung) aus Kindern herausholen? (Und was genau verstehst Du unter "einfach so laufen lassen"?)

Cheers,
Vic

Ich weiß es eben gerade nicht, hätte enorme Zweifel, was das Richtige für ein Kind ist. Aber ich habe die Vermutung, dass ein Kind vielleicht dort mehr gefördert wird, wo weniger Kinder in der Klasse sind.

Mit einfach laufen lassen meine ich, dem Kind keine Angebote vorzustellen (mal ein Instrument auszuprobieren oder eine Sportart....), sondern zu warten, ob es sich von selbst aus mit einem Wunsch meldet.

Victoria3000
17.12.2009, 14:30
Nur mal kurz ergoogelt - muss nichts heissen, aber aehnliches habe ich fuer "mein" Land auch schon mal gelesen:

College Success Among Students Graduating from Public and Private High Schools - Journal of School Choice (http://www.informaworld.com/smpp/content~content=a915819995&db=all)

Es gibt auch durchaus Paedagogen, die der fruehen Foerderung sehr negativ gegenueberstehen - ich suche gern mal einige Links dazu heraus.

(Uebrigens ist "Fruehfoerderung" eigentlich der falsche Begriff, siehe Frühförderung ? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%BChf%C3%B6rderung)). Ich glaube, das, was wir meinen, heisst "fruehkindliche Bildung").

Einem Kind mal etwas anzubieten finde ich uebrigens nicht schlimm, solange kein Stress draus wird. Ich wuerde fuer meinen Sohn z.B. gern mal etwas musikalisches ausprobieren, weil er das bei uns so gar nicht kriegen kann.

Cheers,
Vic

schoenbuerzel
17.12.2009, 14:56
Einem Kind mal etwas anzubieten finde ich uebrigens nicht schlimm, solange kein Stress draus wird. Ich wuerde fuer meinen Sohn z.B. gern mal etwas musikalisches ausprobieren, weil er das bei uns so gar nicht kriegen kann.

Cheers,
Vic


Es kommt eben so viel zusammen, was sich summiert. Den einen wird vielleichts nichts angeboten, dann kommt die nicht so günstigte Schulwahl dazu, später die Massenuni etc. Ich frage mich dann schon, wie kann so ein Kind sich gegen die durchsetzen, die von Anfang an "gefördert" (ohne dies näher auseinanderpflücken zu wollen) wurden? (Und die den finanziellen Hintergrund mitgeliefert bekommen!)

Ich kenne z.B. Arztkinder. Niemals hätte sich ein Kind dieser Eltern gefragt, wäre es auch nur angedacht worden, ob es tatsächlich Mediziner mit eigener Praxis werden sollte. Und der Sohn des Steuerberaters wurde Wirschaftsprüfer. Die Anwaltskinder wurden Richter und Staatsanwälte. Da herrscht von klein auf eine ganz andere Grundstimmung, was die Bildung angeht. Da werden andere Filme gesehen, andere Musik gehört...usw.

Ich wollte kein Kind, dem nicht alle Möglichkeiten offen stünden, das nicht studieren könnte wo und was es will, das nicht seinen Traumjob machen könnte - unabhängig davon, wie einträglich er ist.

Victoria3000
17.12.2009, 15:18
Es kommt eben so viel zusammen, was sich summiert. Den einen wird vielleichts nichts angeboten, dann kommt die nicht so günstigte Schulwahl dazu, später die Massenuni etc. Ich frage mich dann schon, wie kann so ein Kind sich gegen die durchsetzen, die von Anfang an "gefördert" (ohne dies näher auseinanderpflücken zu wollen) wurden? (Und die den finanziellen Hintergrund mitgeliefert bekommen!)

Also, ich frage mich dann eher, wie sich Kinder, denen alles so leicht wie moeglich gemacht wurde, sich in schwierigen Situationen dann durchbeissen koennen, oder mit einem erstmaligen Scheitern klarkommen? Das hab' ich naemlich an der Uni erlebt, die Leute, die abgebrochen haben, waren oft die vorher erfolgsverwoehnten.


Ich kenne z.B. Arztkinder. Niemals hätte sich ein Kind dieser Eltern gefragt, wäre es auch nur angedacht worden, ob es tatsächlich Mediziner mit eigener Praxis werden sollte. Und der Sohn des Steuerberaters wurde Wirschaftsprüfer. Die Anwaltskinder wurden Richter und Staatsanwälte. Da herrscht von klein auf eine ganz andere Grundstimmung, was die Bildung angeht. Da werden andere Filme gesehen, andere Musik gehört...usw.

Ich wollte kein Kind, dem nicht alle Möglichkeiten offen stünden, das nicht studieren könnte wo und was es will, das nicht seinen Traumjob machen könnte - unabhängig davon, wie einträglich er ist.

Hm, also Deinen letzten Absatz halte ich fuer unrealistisch - wenn mein Traumjob Ballerina ist, ich aber zwei linke Fuesse habe, oder Opernsaengerin, ich aber nicht singen kann, dann hilft mir alles Foerdern nichts. Und selbst wenn das dann doch ginge - ob das so gut waere?

Und haben die Kinder, die in die Fussstapfen ihrer Eltern treten, denn wirklich "alle Moeglichkeiten", oder schubsen die Eltern da nicht in eine Richtung und schraenken so die Moeglichkeiten auch wieder ein? Haetten sie z.B. auch einen Schreiner, eine Klempnerin, einen Muellmann oder eine Putzfrau als Kind voll akzeptiert?

(Mich erinnert mich diese Diskussion uebrigens an das Bild der Gesellschaft als Eisberg aus "Brave New World"...)

Cheers,
Vic

Inaktiver User
17.12.2009, 15:19
Ich bin Ärztetochter und habe nicht Medizin studiert....

schoenbuerzel
17.12.2009, 15:50
Und haben die Kinder, die in die Fussstapfen ihrer Eltern treten, denn wirklich "alle Moeglichkeiten", oder schubsen die Eltern da nicht in eine Richtung und schraenken so die Moeglichkeiten auch wieder ein? Haetten sie z.B. auch einen Schreiner, eine Klempnerin, einen Muellmann oder eine Putzfrau als Kind voll akzeptiert?



Besser so geschubst, als dass das Kind einer Putzfrau der Meinung ist, nie mehr leisten zu können, als bei Lidl an der Kasse zu sitzen.

Genau das habe ich nämlich als Kind erlebt: dass diese Kinder völlig selbstverständlich auf die Hauptschule geschickt wurden und die Lehrerkinder selbstredend Abi machten und studierten. Schlauer waren die nicht, hatten aber ein völlig anderes Selbstverständnis.

Das Kind eines Kardiologen wird niemals den Wunsch haben Müllmann zu sein, da bin ich sicher.

HansDampf
17.12.2009, 16:08
Das hast Du sehr gut gesagt, einewiekeine.

Selbst wenn ich einen Partner hätte, der ein Kind wollte - ich hätte Angst, dem Ganzen nicht gerecht zu werden.

Die Vorbereitung auf die globale Leistungsgesellschaft beginnt doch spätetens in der Kita, wenn nicht schon im Mutterleib. Förderung im Kindergarten, die "beste" Grundschule aussuchen, dann Abi auf der möglichst besten Privatschule. Studium an Privatunis im Ausland....Und zwischendurch Klavierunterricht, mehrere Sportarten, soziales Engagement, Fremdsprachen, Praktika etc.

Ich könnte es finanziell niemals leisten, einem Kind diese Möglichkeiten zu bieten.

Die wichtigste Eigenschaft, die man in den Zeiten der Postmoderne benötigt, um glücklich zu werden (oder besser, um zufrieden sein zu können) ist die Fähigkeit zum Verzicht auf Lebensoptionen. Gerade die Einstellung, sich alle Möglichkeiten offenhalten zu wollen, sich auf alle Wechselfälle des Lebens vorbereiten zu müssen, jede Mode mitmachen zu wollen, ist ein ebener Weg zur Unzufriedenheit. Noch schlimmer, wenn man es für sein(e) Kind(er) so will.

Die glücklichsten und am meisten in sich ruhenden Menschen, die ich kenne, haben meist ein oder zwei Lebensleidenschaften und der Rest der Welt läßt sie mehr oder weniger kalt. Verzehrender Ehrgeiz (auch für andere) ist ihnen fremd, und sie sind in der Lage, Erreichtes genießen zu können, ohne bereits nach dem nächsten Kik zu suchen.

Daher empfinde ich die von dir beschriebenen Anforderungen an sich und für sein Kind als unrealistisch (schon von der Durchführung her, denn der Tag hat nur 24 Stunden und unser aller Bankkonten sind endlich) und auch einem förderlichen Umgang innerhalb der Familie abträglich. Wir wissen alle, daß hinter jedem Boris Becker und hinter jeder Steffi Graf Hunderte von gescheiterten Kindern und Eltern stehen, die den Ehrgeiz mit gesundheitlichen Schäden und mit psychischen Folgen bezahlen.

Weniger ist mehr und Konzentration auf wenige wesentliche Dinge ist sinnvoller.

Selbst aus wohlhabenden Akademikerfamilien kenne ich es im Normalfall nicht so wie Du es beschreibst. Zum Glück.

Gruß

Hans

marilyn-74
17.12.2009, 16:09
Ich bin Ärztetochter und habe nicht Medizin studiert....

Und ich werde hoffentlich 2012 Steuerberaterin und meine Eltern sind Sozialarbeiter und Krankenschwester. :freches grinsen:

HansDampf
17.12.2009, 16:15
Besser so geschubst, als dass das Kind einer Putzfrau der Meinung ist, nie mehr leisten zu können, als bei Lidl an der Kasse zu sitzen.

Genau das habe ich nämlich als Kind erlebt: dass diese Kinder völlig selbstverständlich auf die Hauptschule geschickt wurden und die Lehrerkinder selbstredend Abi machten und studierten. Schlauer waren die nicht, hatten aber ein völlig anderes Selbstverständnis.

Das Kind eines Kardiologen wird niemals den Wunsch haben Müllmann zu sein, da bin ich sicher.

Der Trend, bei der Berufswahl zu den Berufen der Eltern zu tendieren, ist völlig verständlich. Schließlich sind die Kinder mit der Arbeit ihrer Eltern vertraut und wissen daher wesentlich mehr darüber als über andere Berufe. Und da der Mensch konservativ ist, steht ihm Bekanntes näher als Unbekanntes. So funktioniert Tradition und so reproduzieren sich Eliten. Dafür müssen die Eltern nichts tun außer ihren Beruf mögen.

So habe ich den gleichen Beruf wie mein Vater und auch mein Sohn tendiert stark in diese Richtung. Ohne daß ich geschubst wurde oder selbst schubse.

Und selbst in stark egalitären Gesellschaften wie der DDR konnte dieser Mechanismus nicht auf Dauer unterbunden werden.

Hans

schoenbuerzel
17.12.2009, 16:22
Der Trend, bei der Berufswahl zu den Berufen der Eltern zu tendieren, ist völlig verständlich. Schließlich sind die Kinder mit der Arbeit ihrer Eltern vertraut und wissen daher wesentlich mehr darüber als über andere Berufe. Und da der Mensch konservativ ist, steht ihm Bekanntes näher als Unbekanntes. So funktioniert Tradition und so reproduzieren sich Eliten. Dafür müssen die Eltern nichts tun außer ihren Beruf mögen.




"Schuster bleib bei deinen Leisten" muss man da gar nicht erst fordern, da sich häufig von allein und freiwillig in die jeweilig Kaste eingefügt wird.

Ich bin davon überzeugt, dass viele Arbeiterkinder nicht aus finanziellen Gründen nicht studieren, sondern weil sie nichts anderes als Arbeiterberufe kennen. Und was man nicht kennt, will man nicht.

Bei mir ist es im Grunde genau so: in meiner Familie sind sehr viele Unternehmer, allerdings ohne Uniabschluss. Selbst bin ich auch Unternehmerin geworden, wenn auch nur als 1-Frau-Betrieb, aber dennoch selbständig, wie ich es von klein auf kannte.

schoenbuerzel
17.12.2009, 16:25
Die wichtigste Eigenschaft, die man in den Zeiten der Postmoderne benötigt, um glücklich zu werden (oder besser, um zufrieden sein zu können) ist die Fähigkeit zum Verzicht auf Lebensoptionen.

Hast Du Dir das selbst ausgedacht? Ich sehe das genau so. Die unendlichen Möglichkeiten sind doch das, was einen total am Rad drehen lässt. Nie weiß man, ob man nicht noch weiter suchen, noch was probieren sollte.

Inaktiver User
17.12.2009, 18:20
seht ihr deshalb habe ich keine Kinder, dann muss ich mir über das Thema welche Form der Bildung ist geeignet und wird mein Kind auch nur Reinigungskraft wie ich ( bin übrigens Tochter eines Akademikervaters) überhaupt keine Gedanken machen:freches grinsen:

Inaktiver User
17.12.2009, 18:25
Also, ich lebe nicht in Deutschland, und hier ist das definitiv nicht so, auch wenn eine Heerschar an Anbietern fruehkindlicher Foerderung und grosse Mengen an Privatschulen (hier sehr verbreitet) versuchen, genau das den Eltern einzureden...

Im uebrigen, woher weisst Du, dass Fruehfoerderung und Privatgymnasium etc. "das Beste" (an Leistung) aus Kindern herausholen? (Und was genau verstehst Du unter "einfach so laufen lassen"?)

Cheers,
Vic

... da möchte ich etwas aus eigener Erfahrung besteuern. Mein erstes Kind habe ich in die musikalische Frühförderung der städtischen Musikschule gegeben (war nicht billig) und mit dem heiligen Eifer der (Erst-)Mutterschaft aufgepasst, dass es schön übt und so. Da war es noch nicht in der Schule.

Das Ergebnis ist, dass es wahrscheinlich nie wieder freiwillig klassische Musik hören geschweige denn ausüben will (jetzt ist es 22).

Irgendwann habe ich begriffen, was da an einer Kinderseele kaputtzumachen ist und es diesbezüglich in Ruhe gelassen. (Mit dem schlechten Gewissen noch nach diesen vielen Jahren muss ich nun leben. Ich wollte halt meinem Kind alle Chancen geben.)


Beim zweiten Kind war ich klüger, habe es bewusst nicht in die Nähe der Musik gebracht. Habe mir geschworen: Nie wieder tu ich es meinen Kindern an!

Sie haben halt so nebenbei mitbekommen, dass ich Musik treibe und ab und zu habe ich darauf bestanden, dass sie die erste Hälfte unserer Kirchenchormusikkonzerte (5min Fußweg) besuchen. Und als sie jünger waren, habe ich mal gewollt, dass sie den Cantus firmus im Eingangssatz der Matthäuspassion singen (unter guten Führungsstimmen aus dem Sopran), da hat der Chorleiter aufgepasst, dass die Kinder nicht in Verantwortung kommen, sondern hat gesagt:
"Heh, selbst wenn sie nur probieren und dann vor Aufregung oder Angst nicht singen können (denn bei unseren Konzerten sind locker Stücker 800 Zuhörer da), dann sind die Erwachsenen da und es reicht, dass die Kinder einfach das Gefühl haben, wie es so ist und wenn sie dann in der Aufregung so tun als ob, tun es die Erwachsenenstimmen und die Kinder sollen wissen, dass das auch gut so ist und sich auf die Erwachsenen verlassen können."

Wenn sie da aber gesagt hätten:
"Nein"!, hätte ich es akzeptiert.

Das zweite Kind ist dann tatsächlich zur Musik gekommen, indem "marodierende" Angehörige eines Posaunenchores einer naheliegenden Kirche mit einem Gartenschlauch, einer Gießkannentülle und ähnlichem in der Grundschule auftauchten ... und nun ist es 19, studiert Physik und freut sich darauf zum Familiengottesdienst am 24.12. um 17 Uhr mit seinem Posaunenchor zu blasen, in einer Gemeinschaft, die ihm lieb und teuer ist und es ihr auch ... nachdem es ein Vierteljahr am anderen Ende Deutschlands studiert hat.

Und macht auf freiwillig mit mir ab und zu Hausmusik.

Das Zwingen und diese Frühförderung bringt gar nix, ist meine Erfahrung, höchstens im Ausnahmefall. (Auch nicht ein "bisschen" Zwinngen.)

Inaktiver User
17.12.2009, 18:31
@ Herbstblatt: Das ist der Spagat, den man hinkriegen muss. Einerseits dem Kind in einer gewissem Form Disziplin beibringen (bei Musik heißt das eben: Üben; und generell: dranbleiben und nicht beim ersten Hindernis aufhören), andererseits dem Kind nicht die Lust an der Sache verderben.

Ich höre heute unterschiedliche Sachen: Manche meiner Freunde meinen, ihre Eltern hätten strenger sein müssen und bedauern es heute, kaum oder kein Instrument zu spielen. Andere haben aus reiner Freude musiziert und das dann später studiert. Wieder anderen (ich zB) hat das viele Üben-Üben-Üben (und dazu eine strenge Lehrerin) den Spaß für lange Zeit verdorben. ich bin jetzt langsam wieder dabei, das Klavierspielen für mich wieder neu zu entdecken.

schoenbuerzel
17.12.2009, 20:42
@ Herbstblatt: Das ist der Spagat, den man hinkriegen muss. Einerseits dem Kind in einer gewissem Form Disziplin beibringen (bei Musik heißt das eben: Üben; und generell: dranbleiben und nicht beim ersten Hindernis aufhören), andererseits dem Kind nicht die Lust an der Sache verderben.



Wir mussten in der Schule ein Instrument lernen. Nie wieder im Leben werde ich freiwillig eins anfassen. Für mich war der Zwang wie Folter.

Dort wurde auch eine Sportart verlangt, die ich hasste und dabei völlig versagte.

Meine Eltern boten mir immer mal wieder etwas an, aber ohne Druck. Leider hatte ich meistens dazu keine Lust. Ich wollte statt dessen immer nur lesen - bis spät in die Nacht. Heute bedauere ich es, dass ich mich nicht mal auf das ein oder andere einließ.

HansDampf
18.12.2009, 14:42
@ Herbstblatt: Das ist der Spagat, den man hinkriegen muss. Einerseits dem Kind in einer gewissem Form Disziplin beibringen (bei Musik heißt das eben: Üben; und generell: dranbleiben und nicht beim ersten Hindernis aufhören), andererseits dem Kind nicht die Lust an der Sache verderben.

Ich höre heute unterschiedliche Sachen: Manche meiner Freunde meinen, ihre Eltern hätten strenger sein müssen und bedauern es heute, kaum oder kein Instrument zu spielen. Andere haben aus reiner Freude musiziert und das dann später studiert. Wieder anderen (ich zB) hat das viele Üben-Üben-Üben (und dazu eine strenge Lehrerin) den Spaß für lange Zeit verdorben. ich bin jetzt langsam wieder dabei, das Klavierspielen für mich wieder neu zu entdecken.

Ich denke, es hängt auch vom Charakter der Kinder ab.

Meine Frau ist Musikerin und alle Kinder (bis auf unser Nesthäckchen) haben mit 3 angefangen Flöte zu spielen und mit 5 sind sie dann auf ein anderes Instrument umgestiegen. Meine Frau arbeitet selbst als Instrumentallehrerin und stellt an unsere Kinder sehr hohe Ansprüche, was die Qualität und Quantität des Überns betrifft.

Die Reaktion der Kinder darauf ist sehr unterschiedlich.

Unsere Älteste (15) spielt Geige, ist sehr gut darin, übt intenssiv und willig und will später Geige studieren.

Unser Sohn (13) lernt Cello, ist begabt und faul, übt so wenig wie möglich, macht bei Vorspielen aber eine gute Figur. Will später mal Physik studieren(wie der Vater), liebt aber sein Cello irgendwie und ich denke, er wird es auf Amateurbasis weiter spielen.

Tochter 2 (10) hat mit Klavier begonnen. Üben war ihr immer schon ein Graus, sie spielt sehr unwillig und lehnt sich innerlich gegen das auf, was der Lehrer sagt. Nun lernt sie daneben Querflöte und es ist ähnlich. Aufgeben will sie die Musik nicht, aber ihre Beziehung dazu ist mehr als ambivalent.

Tochter 3 (6) spielt auch Geige und ist bisher mit großem Ernst dabei. Manchmal aber hat sie Phasen der absoluten Weigerung.

Alle die Verhaltensweisen korrelieren übrigens mit dem allgemeiner Charakter der Kinder, sie sind also nicht nur, was die Musik betrifft, so.

Daher kann man sicher nicht sagen, daß eine starke Förderung (z.B. an einem Instrument) nur Widerwillen erzeugt und ein eher freiwilliges Heranführen später wirkliches Interesse weckt. Manche Kinder brauchen die Führung und die Strenge der Eltern, andere schreckt es ab.

Hans

HansDampf
18.12.2009, 14:51
Hast Du Dir das selbst ausgedacht? Ich sehe das genau so. Die unendlichen Möglichkeiten sind doch das, was einen total am Rad drehen lässt. Nie weiß man, ob man nicht noch weiter suchen, noch was probieren sollte.

Der Soziologe Ulrich Beck hat sich in den 80er Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Er macht die Individualisierung der Lebensbiographie in den hochentwickelten Indistrieländern mit verantwortlich für die allgemeine Unzufriedenheit der Menschen trotz hohem Lebensstandard und ausgesprochen freiem Leben. Er hat es die "Fröste der Freiheit" genannt, und sieht darin eine der Ursachen für die um sich greifenden Prartnerschaftsprobleme (Singlegesellschaft) und die Abnahme der Geburtenrate. Soziale Instabilität aufgrund eines anhaltenden Entscheidungszwangs und der individuellen Zuweisung von Schuld beim Scheitern (früher war es Schicksal, heute sind wir selbst schuld, wenn wir Fehlentscheidungen treffen).

Hans

schoenbuerzel
18.12.2009, 15:36
Der Soziologe Ulrich Beck hat sich in den 80er Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Er macht die Individualisierung der Lebensbiographie in den hochentwickelten Indistrieländern mit verantwortlich für die allgemeine Unzufriedenheit der Menschen trotz hohem Lebensstandard und ausgesprochen freiem Leben. Er hat es die "Fröste der Freiheit" genannt, und sieht darin eine der Ursachen für die um sich greifenden Prartnerschaftsprobleme (Singlegesellschaft) und die Abnahme der Geburtenrate. Soziale Instabilität aufgrund eines anhaltenden Entscheidungszwangs und der individuellen Zuweisung von Schuld beim Scheitern (früher war es Schicksal, heute sind wir selbst schuld, wenn wir Fehlentscheidungen treffen).

Hans

Mit unbegrenzter Freiheit muss man eben auch klar kommen.

Ich hatte vor meinem Studium mind. 6 Fächer in die engere Wahl gezogen. Heute noch fallen mir unendlich viele Berufe ein, die ich gerne machen würde. Da fällt es schwer, im Hier und Jetzt anzukommen.

Inaktiver User
18.12.2009, 17:12
Warum macht ihr dazu nicht einen eigenen Strang im passenden Forum auf?

Kyria
18.12.2009, 18:12
Hi schoenbuerzel,


Mit unbegrenzter Freiheit muss man eben auch klar kommen.

Ich hatte vor meinem Studium mind. 6 Fächer in die engere Wahl gezogen. Heute noch fallen mir unendlich viele Berufe ein, die ich gerne machen würde. Da fällt es schwer, im Hier und Jetzt anzukommen.

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Ich denke aber nicht, daß das hier das Thema sein sollte.

Hallo herbstblatt und HansDampf,

Das Beispiel "Musikerziehung," das Ihr angeführt haben, zeigt sehr schön, daß Eltern auf die Interessenentwicklung ihrer Kinder nur sehr bedingt Einfluß nehmen können. :smirksmile:

Egal, wieviele Euros sie auch für Einzelförderung in gewissen Bereichen ausgeben, egal, ob sie sich auf den Kopf stellen oder nicht, das Kind ist ein eigenständiges Wesen und entscheidet letzendlich selbst, ob überhaupt und wenn ja, wofür es sich wann interessiert.

Als Eltern kann man immer nur versuchen, hinzuführen, das Interesse des Kindes für irgendeine Sache oder ein Hobby zu wecken.

LG Kyria

schoenbuerzel
18.12.2009, 18:34
Hi schoenbuerzel,

..............................................



Da hast Du wohl etwas missverstanden. Ich schrieb dort, dass ich gerne in einer alten Villa leben würde, weil ich den Flair dieser Häuser liebe und dass ich gelegentlich Leute beneide, die so wundervoll wohnen können. Als "ständig verpasste Chancen im Leben" würde ich das nicht bezeichnen, eher als unerfüllten Traum . Aktuell haben wir uns aber bereits zwei reizende sanierte Altbauwohnungen angeschaut, so dass der Traum sich vielleicht schon bald zumindest annährend erfüllen wird. Aber eine ganze Villa mit Park wird es eher nicht werden :freches grinsen:. Na ja, wenn alle Träume erfüllt würden, wäre das doch auch langweilig, oder? :blumengabe:.

Zum Thema Kind fiel mir heute noch ein, dass ich Kinder im Grundschulalter sehr nett finde. Schon groß genug, dass man mit ihnen reden kann, aber noch nicht so groß, dass sie in die Pubertät kommen. Grundschulkinder sind eben noch Kinder, wie sich dagegen Kinder in der Pubertät verändern (Aussehen und Verhalten) spricht mich nicht an.

Viele Grüße

Schoenbuerzel

Luziemilla
18.12.2009, 18:35
Wer ohne Kinder lebt, der weiß von keinem Leid,
wer ohne Kinder stirbt, der weiß von keiner Freud!
( Martin Luther?)

schoenbuerzel
18.12.2009, 18:52
Wer ohne Kinder lebt, der weiß von keinem Leid,
wer ohne Kinder stirbt, der weiß von keiner Freud!
( Martin Luther?)


Na ja, beides ist doch Unsinn.

Kyria
18.12.2009, 18:53
Hi luziemilla,


Wer ohne Kinder lebt, der weiß von keinem Leid,
wer ohne Kinder stirbt, der weiß von keiner Freud!
( Martin Luther?)


Ein sehr schöner Spruch ist das, finde ich.

Dazu fällt mir gleich das statement einer Freundin ein, die ziemlich spät Mutter geworden ist:

"Wenn ich gewußt hätte, wie schön es ist, ein Kind zu haben, dann hätte ich viel früher eins bekommen!"

Und die Kernfrage dieses strangs "Nutzen eines Kindes-was hat man davon?" möchte ich als Mutter einer wunderbaren Tochter so beantworten: Mein Kind hat mein Leben enorm bereichert und mich zu einem zufriedenem Menschen gemacht. :Sonne:

KG Kyria

schoenbuerzel
18.12.2009, 19:08
Mein Kind hat mein Leben enorm bereichert und mich zu einem zufriedenem Menschen gemacht. :Sonne:

KG Kyria

Ich finde es klasse, wenn Du durch ein Kind zu Dir gefunden hast und so zufrieden wurdest.

Selbst finde ich es hingegen erstrebenswert aus mir selbst Zufriedenheit zu schöpfen und diese nicht von einem anderen Menschen abhängig zu machen, ganz gleich ob dies ein Partner oder ein Kind ist. Letztlich müssen wir es doch vor allem mit uns selbst gut aushalten.

Kyria
18.12.2009, 19:16
Hallo schoenbuerzel,


Selbst finde ich es hingegen erstrebenswert aus mir selbst Zufriedenheit zu schöpfen und diese nicht von einem anderen Menschen abhängig zu machen, ganz gleich ob dies ein Partner oder ein Kind ist. Letztlich müssen wir es doch vor allem mit uns selbst gut aushalten.

Ein hehrer Gedanke, die Zufriedenheit ganz alleine aus sich selbst zu schöpfen. Fragt sich nur, wie realistisch er ist, wenn man der Gattung Mensch angehört?
Denn wir Menschen sind ja soziale Wesen, gelle? :smile:

Ich jedenfalls kann von mir behaupten, daß ich mit Partner, Kind und Freunden wesentlich zufriedener und glücklicher lebe, als ohne.

Ich mag es einfach gerne, zu lieben und geliebt zu werden. :liebe:

LG Kyria

Kyria
18.12.2009, 19:33
Hallo schoenbuerzel,


Da hast Du wohl etwas missverstanden. Ich schrieb dort, dass ich gerne in einer alten Villa leben würde, weil ich den Flair dieser Häuser liebe und dass ich gelegentlich Leute beneide, die so wundervoll wohnen können. Als "ständig verpasste Chancen im Leben" würde ich das nicht bezeichnen, eher als unerfüllten Traum .

Ganz unbekannt ist mir dieser Gedankengang nicht, denn als ich noch kein Kind hatte, spielte ich im Geist auch immer sämtliche Möglichkeiten durch. Flirtete mit dem Gedanken, ins Ausland auszuwandern, überlegte, ob ich nicht doch eine mögliche Mutterschaft dem Auswandern vorziehen würde etc.pp.

Im Grunde suchte ich, wie schon Jahre vorher, nach dem nächsten Trip für mich. Nach der nächsten Aufgabe, dem nächsten Kick, der mich wieder für einige Zeit "befriedigen" und in Atem halten würde.

Als ich dann schwanger wurde, fand ich`s klasse. Eigentlich deutlich besser, als erwartet. Vor allen Dingen aufregend. Wie der Bauch wuchs, wie nach Monaten erst so ein leises Flattern innendrin zu spüren war, dann richtige Bewegungen...Und als das Kind dann da war, war alles noch viel angenehmer und erfüllender, als ich gedacht hatte. Ein Wunder, das ich täglich bestaunen konnte.

Eigentlich wartete ich aber trotzdem immer ein wenig darauf, daß sich meine völlige Begeisterung für Kind und Mutterschaft irgendwann wieder ein bißchen legen würde...aber das passierte einfach nicht. Es ging mir wie den meisten Müttern. Dieses komplett neue Lebensgefühl und das Umfeld aus Müttern, Solidarität und Wärme, blieb einfach bestehen, es wurde mein Leben. War wie ein Kokon, in dem mein Kind und ich glücklich schaukelten.

Nichts kratzte mich mehr wirklich. Beruflichen und privaten Streß ließ ich nicht mehr so nahe an mich rankommen. Mein Kind hat vieles, was mich früher genervt hätte, einfach weg gelächelt :Sonne::Sonne::Sonne:

Und das Beste ist: Dieser Trip, die Begeisterung über mein Kind hörte nicht auf, sie hält bis heute an. Ich staune immer noch darüber, daß dieses besondere, eigenwillige und wunderschöne Wesen meine Tochter ist. :Sonne:

Gott sei Dank geht es nicht nur mir so, sondern den meisten Eltern, daß sie sich hirnlos und dauerhaft in ihr eigenes Kind verlieben!

LG Kyria

Inaktiver User
18.12.2009, 19:43
Mit der Musik, das ist wirklich vielfältig. Da ich es selbst sehr liebe Musik auszuüben, liegt es mir am Herzen, dass meine Kinder es auch können.
Heute würde ich es vielleicht anders machen.

Meine Kinder sind auch einfach wunderbar. Und ich staune immer wieder, dass ich die Schöpferin dieses Wunders war (und dass es auch mein Verdienst neben der von vielen anderen Menschen :blumengabe: ist, dass sie so wurden, wie sie jetzt sind).

Obwohl ich vorhin angemuffelt worden bin (ich war allerdings ein wenig sehr anhänglich, halt in der Freitagsabend- und Vorweihnachtsfreude). Aber als ich nach Hause kam, waren alle Zimmer durchgesaugt - ein nachweisbarer Nutzen :lachen: und Kind 2 (19) ist schon aus seinem Studienort vom anderen Ende Deutschlands per Mitfahrgelegenheit im Auto unterwegs und ich werde ihn dann in der Nacht mit unsrem Auto vom Ankunftsort irgendwo in oder nahe der Stadt aufklauben.

Inaktiver User
18.12.2009, 19:55
...

Und das Beste ist: Dieser Trip, die Begeisterung über mein Kind hörte nicht auf, sie hält bis heute an. Ich staune immer noch darüber, daß dieses besondere, eigenwillige und wunderschöne Wesen meine Tochter ist. :Sonne:

Gott sei Dank geht es nicht nur mir so, sondern den meisten Eltern, daß sie sich hirnlos und dauerhaft in ihr eigenes Kind verlieben!

LG Kyria

Genau so geht es mir auch :blumengabe:.

Ich denke jedoch, ein Mensch ohne Kinder kann genauso staunend durch die Welt laufen - und mal ehrlich, meine sind mir manchmal über meine Kraft gegangen, was nicht an ihnen lag :blumengabe:, sondern an mir bzw. an meiner Kraft.

Ich könnte mir neues Leben, in das ich geboren werde, ohne Kinder vorstellen ohne etwas zu vermissen. Der Nutzen für mich wäre halt ein anderer, aber vielleicht nicht weniger.

Da ich aber eh' nicht mehr die Wahl habe ...

Eigenartigerweise kann ich mir ein Leben ohne Partner nicht gut vorstellen - obwohl ich schon seit vielen Jahren keinen habe (auch nicht ein bisschen mal zwischendurch).

In einer alten Villa würde ich auch mal gerne leben. Es gibt ja so Villen, die zum Träumen verlocken :smile:.
.

Kyria
18.12.2009, 20:08
Hallo herbstblatt,


Genau so geht es mir auch :blumengabe:.

:blumengabe:wie schön!

Ich habe ja den leisen Verdacht, daß es fast allen Eltern so geht!

Zum Thema Musikerziehung: Ich denke, man kann da als Elternteil nix falsch machen. Egal, ob man das Kind gezielt fördert oder eher nur als Positivbeispiel fungiert, indem man dem Kind vorlebt, daß man selber Freude an der Musik hat; das Kind kann jederzeit auf das zurückgreifen, was die Eltern ihm vermitteln wollten.

Kann also gut sein, daß Dein Ältester irgendwann mal wieder aktiv Musik macht. Liebe Herbstblatt, Du hast jedenfalls den Grundstein dafür gelegt, daß er, wenn und falls er soweit ist, wieder Zugang zur Musik finden kann.

Wie ich schon schrieb: Wichtig ist nur, daß man als Elternteil offen ist, daß man Angebote zur Interessenfindung macht; was die Kinder damit anstellen, ob sie sie annehmen und weiterführen, oder nicht, das entscheiden sie selbst. :smile:

Liebe Grüße
Kyria