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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausbilderin freiberuflich?



erdbeereis
23.11.2009, 10:20
Hallo,

ich habe eventuell die Möglichkeit als Ausbilderin an einer Berufsakademie anzufangen. Genau in meinem Fachgebiet, in dem ich nun schon seit 12 Jahren als Dienstleisterin selbstständig bin (ich würde in der entsprechenden Software schulen)
Das ganze ist erstmal nur so ein Angebot oder Anfrage, aber meine Fragen hierzu, bevor ich da irgendetwas zu sage:

- brauche ich einen Ausbilderschein und wenn ja wo bekomme ich diesen in möglichst kurzer Zeit?
- gibt es hier jemanden, der selbst als Ausbilder an so einem Institut oder Berufsschule tätig ist? (es handelt sich größtenteils um Berufsausbildung - Lehrlinge)
- was für Honorare sind dort zu erwarten?
- welche Versicherungen braucht es bei einer freien Dozententätigkeit?

Puh, Fragen über Fragen und ich weiß nicht wie ich mich entscheiden soll. Ist das überhaupt was für mich? Andererseits käme mir das mehr als gelegen, denn meine Aufträge sind zur Zeit echt dünn gesäht....:wie?:

Ingwer67
08.12.2009, 11:08
Hallo Erbeereis,

bin erst seit kurzem dabei, daher die späte Antwort.
Ich war lange Zeit nebenberuflich Selbständig und nun Vollzeit-selbständig. In der nebenberuflichen Zeit habe ich auch als Dozentin an Hochschulen gearbeitet.
Einen Ausbilderschein benötigst du nicht explizit, je nach Hochschule wird auch gar nicht danach gefragt. Dennoch wäre es sicher nicht verkehrt, den Ada-Schein zu machen. (bin auch Referentin zum Ada-Schein). Es gibt IHKs die bieten ihn über 3 bis 6 Monate an, andere Akademien (z.B. die DEHOGA Akademie in Bad Überkingen/Baden Württemberg) in einem 14 tägigen Vorbereitungskurs, dann im Anschluss ein praktischer Prüfungstag (Dauer:45 min)und ein schriftlicher Tag (2,5 stunden - bundeseinheitlich). Der nächste Kurs ist im Februar).
In der Regel gibt es Stundensätze (schwankt zwischen 35,- und 40,-€ die Schulstunde- manchmal auch 55 Minuten) Vorbereitungszeit wird nicht gezahlt, meist aber noch eine Aufwandsentschädigung für Prüfungsaufsicht und Korrektur.
Wenn du eh selbständig bist, benötigst du keine weiteren Versicherungen - Krankenversichert bist du ja, Firmenhaftpflicht hast du ja bestimmt auch, falls du den Beamer im Hörsaal kaputt machst :-)
Ich empfehle dir in jedem Fall die Stunden so zu verhandeln, dass du möglichst viele Blockstunden hast, denn die Anfahrt und die zeitliche Blockade bei regelmäßigen Wochenstunden ist nicht zu unterschätzen.
Aus diesem Grund habe ich mit der Dozententätigkeit bei den FHs aufgehört und arbeite nun als Referentin und Dozentin ganztags im Seminar - und Workshopbereich.
Viel Erfolg, und lass dich von unmotivierten Studenten nicht entmutigen - es ist normal, dass die zu spät kommen, essen etc.- zumindest am Anfang, haben sie gemerkt, dass du gut und fesselnd bist, klappt alles prima :-)
Lieben Gruß Ingwer 67

erdbeereis
08.12.2009, 14:50
Liebe Ingwer67,

ich danke dir herzlichst für deine ausführliche Antwort.
Deine Antwort kommt auch überhaupt nicht zu spät (auch wenn ich nicht mehr glaubte, dass nochmal jemand anwortet;-).
Das hört sich doch wirklich gut an, was du da machst. Noch bin ich nicht soweit und das Angebot, welches ich hatte, habe ich zwischenzeitlich abgelehnt (verschiedene KO-Kriterien z.B. Vergütung max. 15 Euro die Stunde, sehr langer Anfahrtsweg und Samstags bis 16 Uhr Kurse - nöööö. Auch inhaltlich wäre ich sehr unfrei gewesen und hätte mich nach unten anpassen müssen. Dazu war aber ein Ausbilderschein verlangt und dieses und jenes und haste nich jesehn......
Ich gehe die Sache eher langsam an. Noch habe ich ein wenig Rückhalt zum Überlegen und muss nicht Hals über Kopf mich für irgendwas entscheiden. Du bist nicht zufällig in Berlin ansässig?

Ingwer67
10.12.2009, 08:43
Liebes Erdbeereis,

nee, bin leider nicht in Berlin ansässig - sondern fast am anderen Ende - in Süddeutschland (Baden).
Meine Aufträge erstrecken sich auch auf den Süddeutschen-Bereich. (Durch meine 2 kids schaue ich auch, dass ich nicht zu lange Anfahrtswege habe)
Tipp zum Einstieg: vielleicht knüpfst du mal Kontakte zur IHK - die bieten ja auch Abendkurse in verschiedenen Bereichen an (auch Aus- und Weiterbildung zu Fachwirten etc.). Ich habe nach dem Abi eine klassische Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht, dann lange als FO.Managerin gearbeitet und mich dann zur Qualitätsmanagerin und Trainerin weiter gebildet. Die Aufträge kamen dann fast von alleine, sobald du einmal drin bist. Die Vorbereitungszeit zu Beginn ist aber nicht zu unterschätzen - aber wenn du die Unterlagen zu den bestimmten Themen erst einmal hast, musst du den Ablauf nur der Zielgruppe anpassen. In welchen bereich genau möchtest du denn tätig werden - also welche Schwerpunkte?

Lieben Gruß nach Berlin
Ingwer67