PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Exotische, pflegeleichte Stauden gesucht...



Inaktiver User
06.11.2009, 18:00
für die Bodenbepflanzung.
Ich möchte keine Astern oder ähnliches, sondern lieber etwas Ungewöhnliches.
Von der Art her vielleicht wie Ehrenpreis, aber eben exotisch. Aber eben sehr pflegeleicht.
Habt Ihr da vielleicht eine Idee, und auch gleich eine Anregung, wo man die Samen (!) herbekommt?
Ich dachte schon an die Kängeruhblume - aber die ist wohl doch zu anspruchsvoll.
Ich will die Samen nämlich in einem unbepflanzten Teil eines Parks streuen, das heißt, Pflege wird nicht wirklich passieren können.

Ehrensenf

Asphaltblume
06.11.2009, 20:09
Hallo Ehrenpreis,

könntest du den Standort noch etwas genauer beschreiben? Was für ein Boden, wie feucht oder trocken, sonnig oder eher schattig?

Und legst du Wert darauf, dass die Pflanze wirklich exotisch ist, oder soll sie vor allem so wirken?

Spontan fiel mir übrigens die Elfenblume (Epimedium (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e0/Epimedium_grandiflorum_var_thunbergianum2.jpg/445px-Epimedium_grandiflorum_var_thunbergianum2.jpg)) ein, aber als Saatgut gibt es die wohl nicht.

Vielleicht gefällt dir ja das Purpurglöckchen (Heuchera sanguinea), hier die Sorte Sioux Falls (http://www.saatgut-vielfalt.de/saatgut/images/l/heuchera_rot.jpg)?
Oder die Rote Vexiernelke (http://www.saatgut-vielfalt.de/saatgut/images/l/lychnis_coronaria2.jpg) (Lychnis coronaria)? Sehr dicht bodendeckend ist die allerdings nicht.
Genau wie die Astlose Graslilie (http://www.saatgut-vielfalt.de/saatgut/images/l/anthericum_liliago.jpg) (Anthericum liliago).

Und zu der Frage, wo man sowas bekommt - es gibt einen tollen Versender namens Pflanzen-Vielfalt (gerahmt von www und de), die haben sehr viele ungewöhnliche Stauden und auch ungewöhnliches Saatgut. Man könnte sich dusselig kaufen... :pfeifend:

Inaktiver User
07.11.2009, 18:23
Naja, Asphaltblume,
die Idee ist eigentlich die, sich so die Unsterblichkeit zu sichern, indem man überall, wo man gelebt hat, Blumen aussäht, die mich dann überleben. :smirksmile:
Insofern kann ich keinen genauen Standort nennen, außer, dass ich sie halt gern in öffentlichen Parks aussähen möchte. Sie müssen sich halt von selbst vermehren, ohne wie Goldrute zu wuchern.
Die Idee ist übrigens von einem Berliner Dichter (Heinrich Seidel), der überall auf seinen Spaziergängen Linaria Zymbalaria (Zimbelkraut (http://www.google.de/imgres?imgurl=http://flora.nhm-wien.ac.at/Bilder-A-F/Cymbalaria-muralis.jpg&imgrefurl=http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Cymbalaria-muralis.htm&h=624&w=800&sz=64&tbnid=921MB1ZrfYiRiM:&tbnh=112&tbnw=143&prev=/images%3Fq%3DZimbelkraut&hl=de&usg=__ucMVANITyv1t9HYp6lLi1zx95Kw=&ei=06z1Sp7zAc_esgbJm43sAQ&sa=X&oi=image_result&resnum=4&ct=image&ved=0CBAQ9QEwAw)) verstreute, dass auch in Mauerritzen wächst.

Die Elfenblume ist wunderhübsch. Wirklich keine Samen dazu? Auch die Graslilie und das Purpurglöckchen. Eigentlich hast Du recht - exotisch muss nicht sein, aber eben halt was Besonderes.
Vielleicht sollte ich aber einfach Ehrenpreis aussähen? Das sieht man ja kaum noch.

Inaktiver User
07.11.2009, 22:06
Ganz ehrlich? Ich finde es nicht gut exotische Pflanzen auszubringen. Solche Vorschläge kommen meist von Personen, die sich mit der Thematik nicht auskennen und sich später nicht damit außeinander setzen müssen wie sich die Biotope, Fauna und Flora durch das ausbringen verändern.

Weißt du wie sie sich vermehren? Ob es in den Parks gewünscht ist dass in diesen Ecken was ausgebracht wird?

Nicht jeder gut gemeinte Vorschlag ist auch wirklich gut. Es gibt mehr als genug Neophyten (http://de.wikipedia.org/wiki/Neophyt) die die heimischen Arten verdrängen und später massiv bekämpft werden müssen obwohl sie ursprünglich nur eingeführt wurden weil sie ja so schön außsehen oder angeblich nützlich sind.

Für Parks gibt es im Normalfall Parkpflegewerke in denen genau vorgesehen wird wie der Park auszusehen hat. (Kommt natürlich auf die größe des Parks an - bei kleinen wohl eher seltener der Fall).

Entschuldige bitte, dass ich dich so harsch angehe, aber ich werde wenn ich mit der Uni fertig bin in diesem Bereich arbeiten und finde die Idee nicht gut weil ich weiß wie es sich entwicklen kann - nicht muss.

Willst du nicht lieber was heimisches ausbringen, was evtl. nicht mehr so häufig vorkommt - kann dir leider auf Anhieb kein Vorschlag machen? Die Idee fänd ich deutlich besser.

Ergänzung:

Wenn du etwas ausbringst, achte bitte darauf, dass es möglichst in allen Teilen ungiftig ist. Für den Fall dass sich Kinder in dem Bereich aufhalten oder auch wegen den Vögeln und sonstigem Getier.

Kazel

Inaktiver User
08.11.2009, 12:29
Hallo Kazel,
in bin mir der Problematik um Neozoen und Neophyten bewusst und werde dies bestimmt entsprechend berücksichtigen.
Ehrensenf

Asphaltblume
09.11.2009, 23:53
Das stimmt natürlich mit den Neophyten.
Wir haben auch schon gnadenlos Spätblühende Traubenkirschensämlinge rausgerupft, und rhodiebashing bleibt mir auch unvergessen...

Ich mache sowas aber auch, nur hab ich keine "Signaturblume". Ich hab Walderdbeeren ausgesetzt und die Wildform der Akelei, und Duftveilchen. Die Akelei ist zwar nicht ungiftig, aber die einheimische Fauna kommt damit schon klar, es sind ja einheimische Pflanzen.
Frauenmantel hatte ich auch schon mal vor.

Und Kinder - tut mir leid, aber ich finde, denen kann man nicht früh genug beibringen, dass sie unbekannte Pflanzen nicht abrupfen und in den Mund stecken sollen, weil es auch giftige gibt. Natürlich würde ich giftige Pflanzen nicht gleich am Kinderspielplatz setzen, aber generell gehören sie einfach dazu. Und es gibt auch noch viele Abstufungen von Giftigkeit. Solche, von denen man Bauchweh bekommen kann (Mahonie, Holunder, Schneebeere zum Beispiel), aber sonst passiert nichts, finde ich letztlich auch am Kinderspielplatz noch akzeptabel, gefährliche wie Goldregen oder Eibe hingegen nicht.

Asphaltblume
09.11.2009, 23:58
Ich hab grad mal gegoogelt: Heinrich Seidel kenn ich lustigerweise eher als Ingenieur und Erbauer des Anhalter Bahnhofs denn als Dichter - aber auch das wieder aus literarischer Sicht, Eisenbahnliteratur und Bahnhofsarchitektur ("die Kathedralen des 19. Jahrhunderts").

Die Idee, die einheimische Flora und Fauna durch das Verbreiten von tollen exotischen Pflanzen zu "verbessern", war damals ja auch recht verbreitet.

Inaktiver User
10.11.2009, 00:40
Kennst Du auch "Leberecht Hühnchen" von ihm? Ist online bei Projekt Gutenberg. Sehr süß.
"Eisenbahnliteratur und Bahnhofsarchitektur"? Notiert.

Inaktiver User
10.11.2009, 00:50
Ich mache etwas, das entfernt ähnlich ist: Ich pflanze in jedem Garten des Hauses, das ich bewohne, ein Bäumchen. Jetzt sind es schon fünf...

Das indische Springkraut dürfte so ein Neophyt sein - ich habe erst kürzlich erfahren, welchen Schaden es anrichtet.

Vermutlich zu profan, aber wie wäre es denn mit einem schnöden Vergissmeinnicht?

Es gibt einige mehrjährige Formen, aber ich gebe zu - exotisch ist das nicht. :lachen:

Asphaltblume
10.11.2009, 15:22
Kennst Du auch "Leberecht Hühnchen" von ihm? Ist online bei Projekt Gutenberg. Sehr süß.
"Eisenbahnliteratur und Bahnhofsarchitektur"? Notiert.

Nur dem Titel nach. Muss ich bei Gelegenheit mal lesen!
Und Eisenbahn ist ein Thema, das mir irgendwie nachläuft. Aber ein erstaunlich dankbares Thema, wenn man sich mal anschaut, wo überall Eisenbahnen und Schienen und Fahrpläne und Bahnhöfe eine Rolle spielen. Das geht seit Mitte des 19. Jahrhunderts quer durch die literarischen Gattungen. Und durch die Filmgeschichte: Einer der ersten öffentlich aufgeführten Filme zeigt einen Zug, der auf die Zuschauer zu"rast". Und die spritzten erschreckt zu beiden Seiten, um nicht überfahren zu werden. :freches grinsen:

Hui, das war jetzt aber OT.
Eisenbahnstrecken sind übrigens auch Achsen der Ausbreitung von Neophythen, deren Samen von Reisenden und aus Fracht an den Bahndämmen entlang verbreitet werden und sich dann selber weiter aussamen.

Asphaltblume
10.11.2009, 15:23
Ich mache etwas, das entfernt ähnlich ist: Ich pflanze in jedem Garten des Hauses, das ich bewohne, ein Bäumchen. Jetzt sind es schon fünf...

Das indische Springkraut dürfte so ein Neophyt sein - ich habe erst kürzlich erfahren, welchen Schaden es anrichtet.

Vermutlich zu profan, aber wie wäre es denn mit einem schnöden Vergissmeinnicht?

Es gibt einige mehrjährige Formen, aber ich gebe zu - exotisch ist das nicht. :lachen:

Nee, exotisch nicht, aber hübsch und als "Ich war da"-Blume sehr gut geeignet.

Inaktiver User
10.11.2009, 22:50
Neulich ist mir das aber auch wieder aufgefallen: bei der Wilder-Verfilmung von Sherlock Holmes. Homes kombiniert, dass nur dort der und der Zug abfahren kann, weil nur von dort Verbindungen nach Schottland bestehen. Das sind dann immer so Aha-Effekte. Toll.
Noch mehr OT.:freches grinsen:

Asphaltblume
10.11.2009, 23:27
Den Schivelbusch kenne ich natürlich! Gute Einführung in die Thematik, wirklich - und liest sich auch schön.

Eine schöne Anthologie ist Die Eisenbahn.Gedichte-Prosa-Bilder, herausgegeben von Wolfgang Minaty.
Aber ich sehe mal davon ab, die ganzen Titel, die sich hier bei mir gerade stapeln, zu zitieren. :pfeifend:

Aber Black Devil & Iron Angel von Paul Youngman muss ich noch erwähnen.

Und aus der Anthologie zitiere ich - um dem OT geraaade noch auszuweichen - noch rasch Joachim Ringelnatz:


Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm
Stand zwischen Bahngeleisen,
Machte vor jedem D-Zug stramm,
Sah viele Menschen reisen

Und stand verstaubt und schluckte Qualm,
Schwindsüchtig und verloren,
Ein armes Kraut, ein schwacher Halm,
Mit Augen, Herz und Ohren.

Sah Züge schwinden, Züge nahn.
Der arme Sauerampfer
Sah Eisenbahn um Eisenbahn,
Sah niemals einen Dampfer.


Darauf gibt es eine Antwort von Otto Heinrich Kühner:

Am Bahndamm

Am Bahndamm, jener arme Sauerampfer
Sah späterhin nicht nur keinen Dampfer,
Sondern, seit die Strecke letzte Dienste getan,
Nicht einmal mehr eine Eisenbahn:
Und seit man ihn selber - das letzte Kapitel -
Vernichtet mit einem Unkrautvertilgungsmittel,
Sah er, neben dem Schiffs- und Bahnverkehr,
Überhaupt nichts mehr.
(Der dreifach arme Sauerampfer!)

Inaktiver User
10.11.2009, 23:32
Hihihi.
Das ist sehr schön. Kannte ich beides nicht.
"Die Netzkarte" und "Er oder Ich" von Nadolny fallen mir noch ein.

Asphaltblume
10.11.2009, 23:40
Die kenne ich beide noch nicht.
Dafür jongliere ich gerade mit Anna Karenina, Leib Weihnachtskuchen und sein Kind, Der Kirschgarten, La Bête Humaine, Effi Briest, Cécile, Bahnwärter Thiel, The Great Train Robbery, Kannibalismus auf der Eisenbahn, 16 Uhr 15 ab Paddington, Murder on the Orient Express, Der Zauberberg und Die Kreutzersonate.
Viel zuviele, ich kann vielleicht drei davon unterbringen... :peinlich:

Inaktiver User
10.11.2009, 23:47
Hm. Und unterschiedliche Thematiken. (Ich kenne leider auch nicht alle davon.)
Soll es eine Hausarbeit werden? Oder schon die Magisterarbeit?
Entweder findest Du eine durchgehende Ähnlichkeit bei Deinen Beispielen (Sozialkritik, Krimi, Reiseerzählung..) oder nur einen Autor - zwecks besserer Vergleichbarkeit.

Asphaltblume
10.11.2009, 23:51
Ja, soll es. Ich in gerade beim Ausmisten meiner Gliederungspunkte - und meiner Literaturliste sowieso.
Dass die Thematiken unterschiedlich sind, ist nicht weiter tragisch, mir geht es um Metaphorik, Symbolik und so.

Inaktiver User
10.11.2009, 23:58
Öh.
Ohne Dich groß anzustrengen, wird's leicht eine Magisterarbeit.
"The Great Train Robbery" würde ich herausschmeißen - anderes Medium, lässt sich immer schwerer vergleichen. Oder - Du meinst doch den Film?

Asphaltblume
11.11.2009, 00:04
Nee, ich hab hier den Roman von Crichton - aber dass der rausfliegt, ist klar.

Inaktiver User
11.11.2009, 00:32
Lösch' das mal besser.
Das erste finde ich als Beispiel richtig gut, die anderen kenn ich nicht. Sie halt zu, dass Du in einer Zeit bleibst. Schreiben kannst Du mir gern, nur mit der Antwort wird's (wenn ich überhaupt was dazu sagen kann) heute nicht mehr.