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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Heft 22 Dossier Ex-Welt



_WALES_
30.10.2009, 08:47
War mit meinem Faden im falschen Forum gelandet.:knatsch:
Jetzt nochmal richtig:

Ich fürchte, ich bin neidisch
Da hat die Autorin aber ein wenig über das Ziel hinaus geschossen.
Ich bin nicht neidisch auf meine geschiedenen Freundinnen, ich beneide sie nicht mal. Worum auch? Um ihren ständigen Kampf um Sorgerecht und Unterhaltszahlungen, darum, das gemeinsame Traumhaus zwangsversteigern zu müssen, um durchgeknallte, trennungsgeschädigte Kinder, oder darum, krampfartig den Traummann zu suchen? Ich sehe es eher so, dass diese Frauen gerne mit mir tauschen würden, die ich seit 26 Jahren in einer funktionierenden Beziehung lebe.
Klar, muss da jeder mal zurückstecken und Kompromisse eingehen. Das scheint mir auch das Problem heutiger, nicht funktionierender Beziehungen zu sein. Jeder sieht nur sich. Der Mann verwirklicht sich selbst mit einer 25Jährigen und sie mit einer neuen Jobchance. Und das macht glücklich und unabhängig?
Da frage ich mich allerdings, warum Partnervermittlungen und Flirtlines so boomen?

Worüber ich mich in diesem Heft richtig gefreut habe, waren die Strickanleitungen. Danke!

Anitra
14.11.2009, 14:04
Hallo Wales,

ich kenne ja nun den Artikel nicht, aber ist da wirklich zu lesen, dass frau neidisch auf geschiedene Geschlechtsgenossinen ist? :wie?::wie?:

In welch perverser Zeit leben wir eigentlich?

Ich stimme deinen Ausführungen zu hundert Prozent zu.


Klar, muss da jeder mal zurückstecken und Kompromisse eingehen. Das scheint mir auch das Problem heutiger, nicht funktionierender Beziehungen zu sein. Jeder sieht nur sich. Der Mann verwirklicht sich selbst mit einer 25Jährigen und sie mit einer neuen Jobchance. Und das macht glücklich und unabhängig?


Der Selbstverwirklichungswahn der uns auch noch eingeredet wird trägt nicht unbedingt zur Stabilisierung von Partnerschaften bei. Um nicht falsch verstanden zu werden, ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen "Selbstverwirklichung" einzuwenden, aber es wird damit - meiner Auffassung nach - häufig auch über das Ziel hinausgeschossen, nämlich dann, wenn man glaubt, man könne eine Partnerschaft dauerhaft (und vielleicht auch noch dauerhaft glücklich) neben dem Bedürfnis nach gnaden- und kompromissloser Selbstverwirklichung führen. Das kann ja nicht zusammengehen.

Anitra

Leserservice
17.11.2009, 16:45
liebe Wales, liebe Anitra,

vielen Dank für Ihre Anmerkungen.
Sicherlich mag es sich beim ersten Lesen eigenartig anhören, dass eine Autorin "neidisch" auf eine geschiedene Freundin ist. Das Gefühl von Neid soll hier jedoch den kurzen Moment beschreiben, in dem die Autorin sich der Unabhängigkeit der anderen Frau sehr bewusst wird, im positiven Sinne. Dass eine Frau in Beziehung oder Ehe lebend auch unabhängig sein kann, versteht sich von selbst. Aber viele Frauen kennen sicherlich die Sekundenbruchteile von "Neid", gemünzt auf die scheinbar positiven Dinge, die eine Freundin in einer anderen Lebenssituation haben kann. Aus psychologischer Sicht mag das vielleicht einfach nur ein Signal sein, einmal bei sich selbst zu schauen, auf was sich der "Neid" bezieht und ob es Wünsche gibt, die diejenige für sich verwirklichen möchte....ohne gleich die gesamte Partnerschaft abzuschreiben.

Wir freuen uns über Ihre engagierte Diskussionen und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß mit der BRIGITTE !