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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Selbständigkeit soll ich wählen - inhaltl Freude oder ausbildungsadäquat?



guterrat
26.10.2009, 00:15
Liebe Forumsmitglieder,
habe mich neu angemeldet, da ich die anderen Antworten sehr hilfreich fand. Da ich momentan eine schwierige Entscheidung treffen muss, freue ich mich über eure ehrliche Rückmeldung.

Situation:
Habe BWL studiert und bin seit knapp 10 Jahren beruflich als Führungskraft und "Managerin" tätig gewesen. Verdienst ziemlich gut (brauchte das aber nie zum Leben, bin mit weniger zufrieden). ABER:
Leider waren die Chefinnen und Chefs über mir nur auf eigene Karriere aus, meine Kolleginnen und ich die Arbeitsbienen (bin wohl leider nicht die einzige, die das kennt...). Fazit: Zunächst fielen die Kolleginnen mit Burn Out aus, Arbeit blieb u.a. an mir hängen. Anerkennung fehlte voll. Vor ein paar Jahren hatte ich dann eine plötzliche schwere Krankheit, bin dem Tod knapp von Schippe gesprungen. Habe mir vorgenommen, kürzer zu treten, zu schauen, was wichtig ist im Leben etc. Nach Rückehr zur Arbeit war nach kurzer Zeit Vorsatz verdrängt, ich machte wie bisher weiter,, ackerte und holte für Chef Kohlen aus Feuer, musste .....irgendwan begriff ich, dass mein Chef sich auf meine Kosten weiterentwickelte. Den Laden (die Ateilung) schmiss aber ich. Und ich merkte, dass ich stark in den Burnourkreislauf reinrutschte. War nur noch müde, zog mich sozial zurück, völig leer. Das kann nicht das Leben sein! Ich entschloss mich, zu kündigen, endlich in der Einsicht, dass DAS nicht das Richtige im Leben sein kann. Nach mir ging auch anderer Kollege aus gleichem Grund.

Wenn ich mich auf meinem Level woanders anstellen lasse, wird es m.E. genauso sein. Ab eibem bestimmten Managerlevel sind die "Netten und Teamorientierten" die Doofen. Es geht nicht mehr um Dinge voranbringen, sondern um sich selbst voran bringen auf unfaire Weise. Weiter kommen häufig nicht die, die Arbeit machen und Wissen haben, sondern die, die Nichtwissen gut verkaufen.... Das möchte ich nicht mehr.

Ich spiele daher seit einiger Zeit mit Gedanken, mich sebständig zu machen und habe die "Spinnereiphase" i.S.v. "was würden sie ohne Restriktion gerne als Selbständige tun wollen" hinter mir. Ich blieb hängen bei einem Laden für Wohnaccesoires, Deko, schöne Geschenke...eben ausgefallene Dinge. Das sagt mein Bauch...und das machen aber schon so viele, weil es halt jeder "kann".
Und nun macht mir als BWLerin mein Kopf einen Strich durch die Rechnung. Der sagt nämlich; Du warst so gut in deinem Job, du hast so lange in Studium investiert, du hast was im Kopf...wenn Selbständigkeit, dann doch bitte auf Akademiker-Level, wo deine Erfahrung und dein angelerntes Wissen und dein Können nicht ganz unnütz sind. Du kannst doch nicht alles Wissen und dein Können über Bord werfen... Selbständigkeit wäre inhaltlich dann Beratung in meinem ehemaligem Aufgabenfeld. Deko und Laden aufmachen, das kann ja jeder, sagt mein Kopf.

Mein innerer Zwiespalt (und ich stehe momentan weder hinter der einen noch dem anderen Idee mehr) ist: Etwas "Einfaches", bei dem man nicht so den Kopf benötigt, nicht so Stress hat (dass ich bei Selbständigkeit immer mehr als vorher arbeite ist normal, ist aber positiver Stress), sich mit frohen Kunden umgibt, die gut gelaunt schöne Dinge kaufen. Also einer Idee, die ich sehr verlockend fände, die aber JEDER machen könnte.
Oder eben Selbständigkeit wieder im "Managerbereich" auf Businesslevel, bei der ich mein erlerntes Wissen anwenden kann und es nicht unnütz ist, ich mich aber wieder mit dem Managerlevel und harten Business einlassen müsste. Frohe Kunden im Sinne von Freude verbreiten wäre da nicht der Fall.

Ich freue mich sehr auf euer Feedback. Was denkt ihr über den Zwiespalt und wie würdet ihr an meiner Stelle entscheiden?
Bei Deko würde ich mich finanziell sehr einschränken, beim anderen später sicher nicht...

VIELEN DANK FÜR EURE HILFE!

Inaktiver User
26.10.2009, 13:15
Grundsätzlich kann man jede Fachkenntnis erwerben, die einem fehlt, um das zu verwirklichen, wovon man träumt (Spitzenkarrieren mal ausgenommen, dazu gehört mehr als Fachkenntnis). Darüber hinaus kann man Fachkenntnis in Form von Beratern oder kompetenten Mitarbeitern einkaufen.
Begeisterung und Liebe zur eigenen Arbeit fühlt man oder eben nicht - fühlt man sie nicht, kann man sie für kein Geld der Welt zukaufen. Die Make vs. Buy-Überlegung entfällt daher.

Insofern würde ich -gerade auch Selbständigen- immer zu dem Job raten, für den sie "brennen".

Ökonomisch betrachtet wirft "berufliche Selbst-Verwirklichung" eine Rendite in Lebensqualität ab, und spart Kosten bei Kompensationskonsum und medizinischer Versorgung von Stress- und Frustrationsleiden - eventuell auch im Bereich Drogen.

Wobei ich Deko-Läden persönlich scheusslich finde, aber das wolltest Du vermutlich nicht wissen.

Hoffe, geholfen zu haben.

NM

Geheimnisvolle
26.10.2009, 13:41
Hallo guterrat,

das ist eine schwierige Frage.

Ich nehme an, dass ein Laden für Wohnaccesoires ziemlich hohe Investitionen in Anspruch nimmt. Ob sie sich lohnen, kann nur die Zeit zeigen. Sie haben Erfahrung und Sie haben eine Ausbildung in BWL-Richtung gemacht, daher denke ich dass Sie wissen wie man ein Geschäft erfolgreich führen kann. Ich weiss nicht, wie gut Sie mit dem Thema Wohnaccesoires umgehen können. Man muss Ahnung haben, was eien gute Qualität hat und was nicht, rechtzeitig einen Trend erkennen usw.

Eine Beratung zu geben, finde ich allerdings wesentlich interessanter. Gute Ratschäge und qualifizierte Hilfe haben immer eine gute Nachfrage.

Ich glaube man muss betrachten, welche Tätigkeit Ihnen mehr Spass macht und auch Ihre finanzielle Möglickeiten.

Ich hoffe, meine Überlegungen Ihnen ein wenig helfen.

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Erfolg
lg Geheimnisvolle

EineWucht
26.10.2009, 18:25
Einen Laden erfolgreich führen kann eben nicht jeder!
Mach das, was dich begeistert, was dir Spaß macht, was dich interessiert - sicherlich helfen dir deine BWL-Kenntnisse bei der Planung, Führung, Vermarktung deines Geschäfts. Ich glaube nicht, dass du so strikt in "Entweder - Oder" trennen musst, bestimmt lässt sich da einiges kombinieren.
Andere Idee: Kannst du beides machen? Du musst nicht immer den ganzen Tag im Geschäft sein und könntest z.B. noch als freie Management-Beratung tätig sein.
Als Selbstständige gibt man (nicht nur am Anfang) eine Menge auf - warum solltest du dann für etwas Opfer bringen, das dich am Ende nur weiter ausbrennt und zwar Geld bringt, aber sonst nichts?
Was ist dir wirklich wichtig? Wie willst du dein Leben leben?

Inaktiver User
26.10.2009, 18:43
Selbständig - Selbst und ständig.

Ist die Frage ob dir noch mehr Arbeitsstunden gefallen, auch wenn es dann nur für dich selbst wäre??

Und wieso nicht etwas ganz anderes machen? Erstmal in so einem Laden arbeiten - zur Aushilfe vielleicht - und gucken wie es dir gefällt?

Der einzige Unterschied zu jetzt und deiner evt. Selbständigkeit wird sein, dass du es für dich machst. Die Stunden, die Zeit die du im Laden verbringst, und dann zuhause für den Bürokram wird eher mehr als weniger - gerade am Anfang.


Du schreibst du brauchst nicht so viel zum Leben - nimm dir eine Auszeit...reise, was auch immer und guck was du wirklich willst im Leben..zurück in deinen Job kannst du sicher auch danach noch.

Übrigens wir haben hier ein tolles Möbelhaus mit Designermöbeln - sehr inovativ das ganze - der Inhaber ist Dr. (was weiß ich nicht) - aber dieses Möbelhaus ist seine Welt... wer weiß, vielleicht ist bei dir auch so?

guterrat
26.10.2009, 21:09
Ein großes DANKE erst einmal für eure Rückmeldungen und Anregungen.

Dass der Schritt in Selbständigkeit Mehrarbeit heiß, dessen bin ich mir bewusst. Ich habe auch gar nichts dagegen, denn ich mache es für mich. Mein Burnout lag weniger an Arbeitspensum, sondern eher an fehlender Anerkennung und dem Umfeld.

Besonders, dass ich bestärkt werde, dass acuh einen Laden aufmachen eben nicht jeder kann, hat mir geholfen. Sinn für Trends etc. habe ich, zumindest wird mir mein "Dekogefühl" immer wieder von 3. Seite besätigt.
Ich denke, dass auch der Rat gut ist, sich weiter Auszeit zu nehmen, um noch mehr darüber nachzudenken...

Es ist einfachauch schwierig, einen gewissen Status und das ganze Fachwissen über Bord zu werfen.
Das mit dem Dr. und dem Wohnladen hat mir aber zu Denken gegeben.

Gibt es vielleicht noch ein weiteres :knatsch:Forumsmitglied, dass sich schon einmal bewusst für einen ganz anderen (ich sag jetzt mal "inhaltlich einfacheren") Weg entschieden hat? Oder jemanden kennt, der es gemacht hat? Sein Fachwissen über Bord geworfen hat und etwas ganz anderes gemacht hat, für das nicht eine langjährige Ausbildung notwenig wäre??
Was war euer Beweggrund und wie eure Erfahrung.

Lieben Dank!
:niedergeschmettert:

Sprachlos
27.10.2009, 12:20
Sein Fachwissen über Bord geworfen hat und etwas ganz anderes gemacht hat, für das nicht eine langjährige Ausbildung notwenig wäre??
Was war euer Beweggrund und wie eure Erfahrung.
Trifft im Prinzip schon auf mich zu. Beweggrund: ich fühlte mich (aus anderen Gründen) nicht wohl im Job, wollte meine Entscheidungen sebst treffen und verantworten (selbständig sein), wollte mehr persönliche Freiräume, war im Zusammenhang mit Wende (lebe im Osten) grad günstig :freches grinsen:.

Fazit: insgesamt bereue ich es nicht, aber: auch hier gibt es Negatives. Am Anfang war die Selbständigkeit aufzubauen durchaus anspruchsvoll und herausfordernd. Wenn jedoch alles organisiert ist und läuft, wird es natürlich zur Routine und man stößt an Grenzen. Man kann dann nicht so leicht etwas anderes machen (Abteilung wechseln, kündigen etc.) und sich innerhalb der Firma oder mitsamt der Firma oder die Firma überhaupt verändern, das ist - aus den verschiedensten Gründen - nicht so leicht. So kämpfe ich jetzt gerade gegen die Unterforderung an. Aber es ist wie halt immer im Leben: Problem erkennen und versuchen, es zu lösen.

Vllt. eröffnest du ja dann, nachdem du deinen Laden etabliert hast, ein ganzes Filialnetz :smirksmile: . Übrigens, ich finde Dekoläden nicht per se schrecklich, aber doch als Geschäftsidee ein wenig ... hmm, unoriginell, was nicht heißen soll, dass man sie nicht vllt. ganz originell aufziehen kann, das wäre doch eine Überlegung wert.

Promethea71
27.10.2009, 13:56
Hallo Guterrat,

du solltest dir vielleicht für beide potentiellen Selbständigkeiten mal einen Grundentwurf eines Businessplanes machen und zB für deinen Laden erruieren, gibt es in meinem geographischen Umfeld den Bedarf, wer wäre meine Zielgruppe, kann ich die hier erreichen. Welchen Finanzierungsbedarf habe ich.

Genauso für deine Beratungstätigkeit.

Und frage dich auch, ob du mit einer selbständigen Tätigkeit wirklich zufrieden wärest. Vielleicht hast du selbständige Freunde, mit denen du auch mal die Sonnen- und Schattenseiten der Selbständigkeit besprechen kannst.

Ich bin seit sechs Jahren selbständig und es war in vielen Dingen nicht dass was ich erwartet hatte, und oft genug habe ich mich auch nach meinem Angestelltenjob zurückgesehnt, in dem regelmäßig Geld aufs Konto floss, wenn ich krank war, bin ich zu Hause geblieben und ein andere hat zumindest einen Teil der Arbeit gemacht, jemand anders hat die ganze Logistik (Räume, Computer, Bücher usw.) bereitgestellt, gewartet, ersetzt usw.

Du bist als Selbständige ständig selbst am arbeiten und dabei oft sehr allein und wenn deine Kunden nicht zahlen, kommt eben auch mal zwei Monate kein Geld rein, aber die Kosten müssen trotzdem bezahlt werden, bei einem Laden kommen noch die Investitionen in die Ware dazu.

Ich bin trotzdem mit meiner Selbständigkeit zufriedener als ich es in einem vergleichbaren angestellten Job wäre, auch wenn ich nach wie vor sehr viel weniger verdiene.

Vielleicht wäre auch ein Coaching eine gute Idee oder eben auch eine Existenzgründungsberatung.

Insgesamt kann es sein, dass du als BWLerin besonders gut auch die wirtschaftliche und buchhalterische Seite der Selbständigkeit vorbereitet bist und insofern wäre es nicht wirklich ein "Ausstieg", aber das kommt auch darauf an, was genau du bisher gemacht hast.

Und ja ich kenne Fälle des Ausstieges aus dem Beruf ein befreundeter Rechtsanwalt war dem Druck seines Berufes nicht mehr gewachsenen und hatte auch keine Freude mehr. Er fliegt heute als Purser bei einer Fluggesellschaft und ist damit sehr zufrieden.

Liebe Grüße

promethea

Lagaluga
27.10.2009, 16:53
was ist denn Purser , wenn ich fragen darf?

also, ich wollte nur sagen ,dass ich die Idee mit Wohn-Dekos auch nicht so orginell finde.......ich würde für sowas nicht in einen Deko-Laden gehn....das gibts doch alles bei den grossen Möbelhäusern( und viel billiger ). übrigens bei uns macht das Möbelhaus Airport dicht !

was würde dich denn sonst noch interessieren???

wie wärst denn , du fängst eine Ausbildung als Deko-Beraterin an , z.B. Feng Shui? und nebenbei machst du in deinem " alten " Beruf weiter ?

lagaluga

Tabetha
27.10.2009, 18:36
Öhem, Lagaluga, es gibt schon einen Riesenunterschied zwischen Dekoläden und Dekoläden und Dekoläden und Möbelhaus allemal. Nicht umsonst hat ein so teurer Laden wie Riviera Maison seine Kunden. Ich gehe auch eher davon aus, dass die Intention in Richtung eines solchen Ladens ging und nicht in Richtung "billige KIK-Plastik-Blümchen", oder?

Tabetha, BWL studiert, inneneinrichtungsinteressiert, Traum von einem Hotel/Café mit angeschlossener Bibliothek/Haus mit wechselnder Einrichtung als Verkaufsraum, PR- und Marketing-Beraterin geworden - gewollt ;- )
Mein Hotel mache ich auch noch. Auf jeden Fall ...

(PS: Ein paar BWL-Kenntnisse ständen zudem jeder Selbstständigen gut zu Gesicht, hilft die größten Katastrophen zu verhindern.)

da-sempre
27.10.2009, 19:40
Tabetha, BWL studiert, inneneinrichtungsinteressiert, Traum von einem Hotel/Café mit angeschlossener Bibliothek/Haus mit wechselnder Einrichtung als Verkaufsraum, PR- und Marketing-Beraterin geworden - gewollt ;- )
Mein Hotel mache ich auch noch. Auf jeden Fall ...

(PS: Ein paar BWL-Kenntnisse ständen zudem jeder Selbstständigen gut zu Gesicht, hilft die größten Katastrophen zu verhindern.)

Tabehta, Danke für die Worte zu BWL. Wie sagt ein Chinesisches Sprichwort: Jeder kann einen Laden eröffnen, ob er ihn ein Jahr später aber noch führt, ist eine ganz andere Sache.
Und in diesem Sinne möchte ich auch mal sagen, dass ich es schon etwas snobistisch finde zu glauben, jeder könnte das und deshalb sei es unter der eigenen "Würde". Studiert oder nicht.
Ich kenne sehr viele Ladeninhaber, die nicht studiert haben und tolle Läden führen und ich kenne viele Studierte, die ich dringend davor warnen möchte, einen Laden zu eröffnen. Wie das bei guterrat ist, weiß ich nicht. Aber ein guter Rat wäre es auf jeden Fall mal ein Praktikum in solch einem Laden zu machen. Tolle Dekoläden werden nämlich von sehr netten Kunden aufgesucht und auch von sehr arroganten. Und mit beiden muss die Geschäftsfrau gut auskommen. So ein Laden ist ja eine Immobilie, die einen ständig in der Öffentlichkeit hält. Das muss man schon wirklich wollen. Und der Verkauf ist die eine Seite, der Einkauf ja noch eine ganz andere. Wie auch immer, etwas Erfahrung auf diesem Gebiet sich zu holen, bevor man selbst startet, könnte gut sein.

Tabetha, Du kennst sicher das Literaturhotel Franzenshohl, die haben auch das Beste aus vielem gemacht und ich finde das Konzept sehr interessant. Wenn ich jünger wäre, würde ich auch gern sowas machen, besonders die Läden, in denen man wohnt und wo man dennoch alles kaufen kann, sind toll! Ich weiß nicht mehr wo, aber ich habe da schöne Beispiele davon abgebildet gesehen.

Sprachlos
27.10.2009, 19:59
Ich schließe mich da-sempres Beitrag an. Ich finde auch, der Erfolg im bisherigen Beruf bedeutet ja nicht automatisch, auch Erfolg im anderen , vermeintlich niedriger qualifizierten Bereich, zu haben. Hier sind ganz andere Kompetenzen erforderlich und ob man die hat merkt man ja erst später.

Von daher fände ich es auch etwas leichtsinnig, nur mit dem "Gespür für Trends" und Lust am Dekorieren so etwas anzugehen. Man muss reichlich investieren und wenn der Laden nicht läuft, kann man schnell viel Geld verspielen. Mir scheint hier noch die richtige Idee zu fehlen,etwas, was dich von vornherein positiv von den anderen abhebt. Der bisherige Erfolg im Beruf garantiert dir nicht automatisch auch den Erfolg in der anderen Branche. Nirgendwo wartet man auf einen Newcomer, sei da bitte vorsichtig.

Auch wenn´s langweilig klingt: irgendeinen Kompromiss zu suchen wäre vllt. eine bessere Lösung.

guterrat
27.10.2009, 21:43
Und in diesem Sinne möchte ich auch mal sagen, dass ich es schon etwas snobistisch finde zu glauben, jeder könnte das und deshalb sei es unter der eigenen "Würde". Studiert oder nicht.


Hallo Da-sempre,
danke für deine Rückmeldung. Schade, dass meine Zerrissenheit auf dich snobistisch wirkt. Mir ging es nicht darum, dass etwas unter der Würde eines Studierten wäre. Oder dass ein Studierter alles kann, und ein Laden ja so einfach zu führen wäre.
Das wäre ja schlimm, so etwas zu denken.
Aber es gibt doch (selbst wenn es klischeehaft ausgedrückt ist) bestimmte Berufe, die man idR mit einem langen Studium ergreift und eben bestimmte Ausbildungen, die man absolviert hat, wenn man einen kleinen Laden aufmachen möchte.
Ich habe einfach Angst davor, die ganze zeitliche Investition über Bord zu werfen.

Und bekomme natürlich auch von meinem Umfeld zu hören, dass ich ja blöd wäre, weil ich so gut in meinem Job wäre und diesen zumindest inhaltlich als Selbständige weiter machen sollte und dann gaaanz viel Geld verdienen würde etc.
Nur dass dann die inhaltliche Freude nicht so da wäre...

Das Beispiel mit dem Juristen, der jetzt fliegt, aber glücklich ist, traf den Kern sehr gut und macht mir Mut.

Wie gesagt: Auf keinen Fall soll hier das eine oder andere auf- oder abgewertet werden. Und dass man mit oder ohne Studium mit einem Laden erfolgreich oder eben nicht sein kann, ist auch richtig.
Es geht mir einfach um die Erfahrung, die jemand gemacht hat, indem er z.B. seine langjährige Ausbildung (hier eben Studium), in die er investiert hat, einfach über Bord geworfen hat, um etwas zu tun, wofür man normalerweise kein Studium hat. Und ob er jetzt glücklich ist. Und zwar ohne Wertung des einen oder anderen.Ausbildung.
Es ist aber für mich einfach ein sehr großer Schritt.

Ich habe mir für beide Möglichkeiten auch schon Konzepte erstellt etc. Mit dem Ergebnis, dass ich bei Deko schon mehr Lust zum Konzepteschreiben hatte ;-)
Deko ist teilweise schon sehr abgedroschen. Aber dagegen hätte ich schon gute Ideen und ein schönes Konzept. Richtig ist: Nicht wie in den Billigmärkten und nicht 0815.

Liebe Grüße

da-sempre
27.10.2009, 22:11
Dann kams bei mir wohl missverständlich an, guterrat.:blume:
Ich kenne etliche Menschen, die sich beruflich völlig neu orientiert haben in ihrem Leben, wenn sie der Meinung waren, dass etwas nicht mehr trägt für sie. Mich zähle ich auch dazu. Dass dies nicht ohne Risiko ist, ist klar.
Eine Freundin von mir sammelt solche Geschichten. Schau mal unter ihrer Website: Mutmacherin. Vielleicht kommst Du damit ein Stück weiter.

wikiwiki
28.10.2009, 09:31
Und nun macht mir als BWLerin mein Kopf einen Strich durch die Rechnung. Der sagt nämlich; Du warst so gut in deinem Job, du hast so lange in Studium investiert, du hast was im Kopf...wenn Selbständigkeit, dann doch bitte auf Akademiker-Level, wo deine Erfahrung und dein angelerntes Wissen und dein Können nicht ganz unnütz sind. Du kannst doch nicht alles Wissen und dein Können über Bord werfen... Selbständigkeit wäre inhaltlich dann Beratung in meinem ehemaligem Aufgabenfeld. Deko und Laden aufmachen, das kann ja jeder, sagt mein Kopf.

Was mir auffällt:
Das ist das was dein Kopf dir sagt. Lange Ausbildung, viel investiert, studiert, Akademikerin...
Auch dein Umfeld scheint der Meinung zu sein du solltest in dem bleiben was du kannst und lange schon machst.
Wieviel dieser Gedanken bist wirklich DU? Was sind vielleicht auch alte Glaubenssätze die du irgendwann mal übernommen hast? Welche Werte haben deine Eltern dir bezüglich Arbeit vermittelt?

Rein objektiv betrachtet wäre sicher eine Selbständigkeit in dem was du kannst und bisher gemacht hast sowohl vernünftig als auch sinnvoll, vielleicht auch erfolgversprechender. Mit dem Kopf betrachtet.
Aber dein Bauch sagt dir ja was ganz anderes.

Vielleicht spielst du die Idee mit dem Laden einfach mal komplett durch. Schreib einen Businessplan, setz dich mit allen Risiken, Eventualitäten, Finanzen etc. auseinander.
Stell dir Fragen wie:
Wie wäre es von morgens bis spät abends in einem Laden zu stehen? Kennst du dich mit Marketing aus? Wie willst du Kundschaft gewinnen? Was macht dich "anders" als andere Läden? Wie ist das finanzielle Polster?
Wie fühlt es sich an alle Energie in das zu stecken was schon lange ein Traum ist?

Wenn die Begeisterung dann ungebrochen ist (und das sollte sie um Erfolg zu haben) frag dich WAS genau dich eigentlich abhält diesen Schritt zu gehen.
Angst vorm Scheitern, vor Veränderung? Existenzsorgen? Angst das Risiko zu tragen? Statusverlust? Die Entscheidung vor anderen zu vertreten?

Deine Ausbildung und alles was du bisher gemacht hast kann dir nur von Nutzen sein bei einem solchen Unternehmen. Du wirfst auch keine "zeitliche Investition über Bord" wie du geschrieben hast - im Gegenteil. Du hast zu jedem Zeitpunkt deines Lebens das gemacht was gerade für dich wichtig war.
Und wenn jetzt der Zeitpunkt für die große Veränderung gekommen ist dann ist das eben so. Egal was vorher war.

Ich kenne einige Menschen die sich beruflich neu orientiert haben. Wichtig sind Herzblut, der unbändige Wille und Spaß an der Sache. Und natürlich eine solide Grundlage was die Geschäftsidee und das Konzept betrifft. Aber das weißt du, du klingst nicht als ob du irgendein Traumschloß bauen wolltest :blumengabe:

Wie auch immer es für dich weitergeht: ich wünsche dir viel Glück bei der Entscheidungsfindung :blumengabe:

wikiwiki

luciernago
28.10.2009, 12:51
ich moechte noch einen anderen aspekt reinbringen, ich bin auch selbststaendig.

wenn du eine laden eroeffnest, musst du erstens immer praesent sein bzw. dir personal leisten . . . und zweitens kannst du dir die leute nicht aussuchen, die zu dir reinstolpern . .

also ein laden waere mein persoenlicher alptraum!

ich versteh schon irgendwie, dass dein herz an dem thema deko haengt . . aber laesst sich das nicht nebenberuflich verwirklichen? ich versteh das aus einem grund, weil ich naemlich software verkaufe und sozusagen nie was sehe ausser bwas . .

ich bin alleine selbststaendig, habe mein buero in einem business-center, wo ich nicht alleine bin (man will ja nicht vereinsamen!) und kann mir meine zeit da auch mal recht flexibel einteilen, weil ich bei bedarf an der telefonanlage haenge. kostet natuerlich geld, aber das ist mir meine freiheit wert.

uebrigens: ich bin verdammt gerne selbststaendig und kann es nur empfehlen! . . auch wenn ich in den letzten 20 jahren nie mehr als 2 wochen urlaub am stueck gemacht habe.

alles liebe
luciernago :blumengabe:

Inaktiver User
18.01.2011, 12:10
Hallo!

Was ist denn nun aus Deinen Plänen geworden, guterrat?

Ich stehe auch gerade vor der Frage: selbstständig machen?

Gruß!

Lilith10
23.01.2011, 18:11
Hallo!

Was ist denn nun aus Deinen Plänen geworden, guterrat?

Ich stehe auch gerade vor der Frage: selbstständig machen?

Gruß!
Wahrschenlich wäre es besser, deinen eigenen Strang zu eröffnen. So einen alten aufleben zu lassen, ist schwierig.

LG Lilith