PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lebensplanung mit Kindern



Pfefferminzia
08.10.2009, 22:10
Guten Abend allerseits,

mich würde mal interessieren, wie ihr so euer zukünftiges Leben mit Kind(ern) plant - was sind eure Prioritäten, woran orientiert ihr eure Entscheidungen, was Wohnort, berufliche Entwicklung und die allgemeine Lebenssituation angeht. Zieht ihr in Betracht, nochmal ganz was anderes zu machen? Seid ihr so etabliert, dass ihr glaubt, für immer da zu bleiben, wo ihr seid? Welche Rolle spielen vorhandene Schulen und Freizeitmöglichkeiten für euch?

Warum ich das alles frage? Mein Mann wird in ein oder zwei Jahren endlich sein Medizinstudium beenden, und wir werden zum ersten Mal seitdem wir uns kennen, eine gewisse Wahlfreiheit haben, wo und wie wir leben wollen. Nur - wer die Wahl hat, hat die Qual. Einfach bleiben, wo wir sind, weil es bequemer ist? Dahin gehen, wo unsere Kinder die für sie passenden Schulen haben (in unserem Fall relativ einfach, es gibt nur sehr wenige wirklich deutsch-französische Schulen)? Einfach zurück nach Hause gehen?

Es würde mich freuen, wenn ein paar von euch ein bisschen erzählen würden, wie sie heute an ihre Lebensplanung - und somit auch die Lebensplanung der Kinder - herangehen.

Ganz lieben Dank im Voraus,

Pfefferminzia

Inaktiver User
08.10.2009, 22:25
hallo pfefferminzia,

bei uns ist es so, dass wir schon sehr lange auf der suche nach einem passenden haus sind.
dabei wollten wir hier im ort oder ganz in der nähe bleiben, weil
1. die kinder hier ihre freunde haben
2. die kinder fußball im verein spielen
3. die kinder nicht einfach so aus der schule/kita genommen werden
sollen
4. wir uns hier einfach wohl fühlen und freunde und bekannte haben

ich persönlich würde mich bei einem neustart wohl einfach schwer tun...
also ich würde sagen, es kommt auf eure einstellung an (neuanfang - ja oder nein?) und auf das alter des kindes/der kinder.
da euer kind noch nicht einmal zwei ist, ist bei euch wohl eher die frage, was ihr wollt.
für mich persönlich ist das alles eher eine gefühlsmäßige sache.
aber dafür müssen natürlich trotzdem gewisse voraussetzungen vor ort (wie eben schule - was habt ihr für vorstellungen für eure kinder?) geschaffen sein.

ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.

wünsche euch alles gute und viel erfolg bei der entscheidungsfindung! (für die ihr ja noch etwas zeit habt, wenn ich das richtig verstanden habe...)

SweetySweet
08.10.2009, 22:37
Wie heißt es so schön... home is where my heart is...

Ich persönlich merke immer mehr, wie es mich in meine alte Heimat zurück zieht. Da war ich eben 25 Jahre lang zuhause, da fühle ich mich immernoch zuhause.

Wenn ihr euch jetzt in Frankreich schon zuhause fühlt, liegt es eigentlich Nahe, auch da zu bleiben.
Die Infrastruktur des zukünftigen Wohnortes ist natürlich nicht unerheblich, aber ich denke, da, wo man wirklich glücklich ist, so richtig glücklich, da kann es einfach nur richtig sein.

Du weißt wie ich meine, ja? :freches grinsen:

Inaktiver User
08.10.2009, 22:48
sweety, da hast da mit deinem post genau das geschrieben, was ich mit meinem sagen wollte!
und der spruch: "home is where the heart is", ist super!

SweetySweet
08.10.2009, 22:50
sweety, da hast da mit deinem post genau das geschrieben, was ich mit meinem sagen wollte!
und der spruch: "home is where the heart is", ist super!

komisch... weiß gar nicht was da mit mir los war :freches grinsen: normalerweise ist um den heißen Brei reden ja eins meiner großen Talente :freches grinsen:

Inaktiver User
08.10.2009, 22:55
komisch... weiß gar nicht was da mit mir los war :freches grinsen: normalerweise ist um den heißen Brei reden ja eins meiner großen Talente :freches grinsen:


:freches grinsen:
oh, deins auch? :ooooh: :freches grinsen:

Pfefferminzia
09.10.2009, 08:16
hab ich jemals geschrieben, dass wir uns hier zu Hause fühlen? Das muss in einem Moment geistiger Umnachtung gewesen sein...
Ich bin vor acht Jahren von zu Hause weg an die Uni, und es zerreisst mir immer noch jedes Mal das Herz, wenn ich wieder weg muss. Ich möchte nicht unbedingt zurück - das würde unseren Kindern auch nicht gerecht. Aber ich würde so gerne am Wochenende nach Hause fahren können, Schlittschuhfahren, auf dem Fluss paddeln und die Wildschweine besuchen...

xanidae
09.10.2009, 08:21
wir entscheiden sehr oft aufs neue. mein mann ist selbständig und arbeitet in projekten - diese sind nicht immer in unserer nähe.

ich bin auch selbständig und hier sehr etabliert. für mich würde ein umzug immer berufliches neuland bringen.
einen umzug würde ich nur widerwillig mitmachen, da nicht nur meine arbeit an sich sehr spannend ist, ich habe auch kollegen, die ich sehr schätze und sehr vermissen würde.

entscheidend für uns ist, dass wir - und zwar alle vier und die katzen - uns hier in unserem haus, in der wohngegend sehr wohl fühlen. unsere freunde sind hier, wir haben tolle nachbarn. die infrastruktur ist toll - verkehr und bildung/kultur/freizeit gleichermaßen.

im moment fällt unsere entscheidung immer pro 'haus' aus, was phasenweise auch mal eine wochenendbeziehung beinhaltet. doch da wir beide gut damit zurecht kommen, ist das für uns die beste entscheidung.

caschuer
09.10.2009, 08:23
Bei uns ist es sehr schwierig.

Hier sind die optimalen Bedingungen für Kinder, wir haben eine tolle Wohnung, ich habe einen super bezahlten Job, tolle Kollegen und mag, was ich tue.

Dort sind unsere Familien und unsere sozialen Umfelder - die sich nicht einfach umstellen lassen, weil wir einen sehr kleinen aber sehr alten Freundeskreis haben.

Jedes Jahr überlegen wir wieder, ob wir nicht einen Umzug wagen... neuer Job? Naja, darüber braucht man gerade ja nicht nachzudenken...

Pfefferminzia
09.10.2009, 22:41
herzlichen Dank für eure Antworten - mir fällt einfach gerade auf, dass ich zwar jede Menge Leute kenne, und auch irgendwo ihren Lebensweg mitverfolge, aber eigentlich nicht weiss, ob sie ihre Zukunft bewusst planen, und wie, oder einfach dem Zufall folgen...

@Cashuer: das ist natürlich auch eine schwierige Entscheidung. Wie weit ist es von hier nach dort?

@Sweey: nein, ehrlich gesagt weiss ich nicht, was du meinst - man kann doch nicht an einem Ort glücklich sein, an dem wichtige Dinge fehlen. Wenn wir zurück nach Hause gingen, müsste mein Mann vermutlich auf seine berufliche Verwirklichung verzichten; für mich wäre es zumindest sehr schwierig, weil ich in der ganzen Stadt nur etwa drei Jobs kenne, die ich gerne machen würde, es gibt faktisch keine Kinderbetreuung und obwohl es ein paar Franzosen in der Stadt gibt, keinerlei deutsch-französische Entwicklungsmöglichkeiten für Liam und Nr. 2. Obwohl wir dort alle drei glücklich sind und das Leben geniessen, kann das irgendwo auf Dauer nicht funktionieren.

@Neustart: ich weiss nicht, ob man das Wort auf uns wirklich anwenden kann. Gefühlsmässig geht es für uns um unseren ersten gemeinsamen Start. Bisher war unser Leben letztlich durch die willkürlichen Entscheidungen der medizinischen Fakultät bestimmt. Mal war mein Mann hier in der Stadt, mal 150 km weit weg und ich habe irgendwo die Stellung gehalten. Umziehen müssen wir auf jeden Fall in den nächsten drei Jahren - irgendwann werden 60 m² für vier Personen und zwei Katzen einfach zu klein sein. Hier können wir uns nichts grösseres leisten... Also müssen wir entweder in die Pampas, oder weg. Früher war das einfach - ich hab mir das Studienverzeichnis angeschaut, mir die Uni ausgesucht, in die ich gehen wollte, habe ein Zimmer gesucht und mein Auto beladen. Jetzt habe ich kein Studienverzeichnis mehr, in dem ich aussuchen kann (ich habe immerhin während meines Studiums in 6 Städten gelebt), also brauche ich ein anderes Kriterium. Ich habe einfach keine Ahnung, wo mein Herz ist :wie?:

Übrigens gibt es in Heidelberg eine deutsch-französische Schule.... Vielleicht sollten wir dort mal Urlaub machen... Ich hab mein Heeeerz in Heidelberg verlooooren :freches grinsen:

Symphonie
09.10.2009, 22:49
Hi Pfeffer,und ihr anderen
Ich hab lange überlegt und gedacht,ich könnte nichts zu dem Thema sagen,bis ich jetzt einige Posts gelesen habe
ich bin ein sehr familienbezogener,eingesessener Mensch.Ich könnte mir nicht vorstellen hier wegzuziehen,finde Familie wahnsinnig wichtig und merke auch immer wieder, wie wichtig DIR Familie ist!
Sicherlich kann man sich heutzutage nicht mehr sperren wegzuziehen wenn man woanders einen Beruf hat.Aber wenn man die Wahl hat würd ich immer näher an meine Heimat ziehen.
Du scheinst Dich wirklich nicht sehr wohl zu fühlen. Der Spatz ist klein,das Baby wird noch geboren.Besser jetzt oder in ein -zwei Jahren ein Umzug als später oder gar viele Jahre in einer Gegend,in der ihr euch nicht wohl fühlt,nur weil ihr dort gewesen seid und euch etwas eingerichtet hattet

Pfefferminzia
09.10.2009, 23:09
... du hast sicher Recht Symphonie. Nur ist mein Mann hier zu Hause, seine Familie und seine Freunde sind hier. Er sagt, ihm liegt da nicht soviel dran, will sogar Weihnachten lieber bei meinem Vater feiern. Leichte Konflikte mit meiner Schwiegermutter lassen auch annehmen, dass wir möglicherweise alle glücklicher wären, wenn wir etwas weiter weg von hier und etwas näher an dort wären. Dennoch habe ich Angst, ihn zu entwurzeln.

SweetySweet
10.10.2009, 07:51
Ja aber schau, Pfeffer, genau das ist es doch was ich meine.
Jetzt magst du vielleicht alles praktisch um dich gelagert haben, was einem das Leben scheinbar einfacher macht, bist aber trotzdem am grübeln, wirkst unzufrieden und bist offensichtlich nicht voll zufrieden und glücklich.
Ich denke es ist auch einfach eine Typfrage. Nicht jeder ist ja ausschließlich familienorientiert und nicht jeden zieht es in seine Heimat zurück. Manche sind ja sogar regelrecht froh, wenn sie ihr endlich entfliehen können.
So ist es vielleicht für beispielsweise beruflich sehr ehrgeizige Menschen der richtige Weg dahin zu gehen, wo die "Karriere" ist. So macht Herr Sweetys Bruder das auch. Er lebt in Hamburg, hat davor 6 Jahre in Amerika gelebt und seine Familie lebt hier unten im Süden. Herrn Sweetys Eltern sehen ihre 3 Enkelkinder fast nie.
Wenn das französisch-deutsche Umfeld bei dir eine wichtige Rolle spielt , dann wird das natürlich auch immer Einfluss auf deinen gewählten Wohnort haben müssen.
Ich für mich persönlich bin halt eher der Typ, der je länger er weg ist, erst so richtig merkt, wie sehr er seine Heimat vermisst. Ich möchte gerne wieder dahin, wo ich zur Schule gegangen bin, wo ich jede Ecke kenne, wo ich mich heimisch, sicher und zu Hause fühle.
Moomentan ist es für uns ja beruflich auch nicht machbar. Ich mache also auch Abstriche. Aber mein Ziel ist es eben - je nachdem wie sich das dann verwirklich lässt - irgendwann (so in den nächsten 5-6 Jahren) wieder zurück Richtung Heimat zu ziehen.

Für euch ist das alles sicherlich auch einfach nochmal schwieriger, weil es ja um ganz andere Distanzen geht, ja sogar um verschiedene Länder! Da spielen natürlich noch andere Faktoren mit, die du ja auch schon erwähnst, die nicht außer Acht gelassen werden können.

Trotzdem bin ich der Meinung, würdest du jetzt zum Beispiel immer in Frankreich bleiben, hättest du immer, immer, immer dieses "wie wäre es wohl wenn..." im Hinterkopf. Das meine ich mit "da, wo man richtig glücklich zu Hause ist". Wieso gäbe es denn in deiner Heimat beruflich keine Perspektive für deinen Mann? Er ist doch Arzt, oder? Oder welches Fachgebiet hat er denn?

SweetySweet
10.10.2009, 07:52
Hm, einer von euch wird wohl zwangsläufig immer entwurzelt sein. Fragt sich nur noch, wer besser damit leben kann....

caschuer
10.10.2009, 09:25
Von hier nach dort sind es 250km.

Die Entscheidung ist eigentlich gar nicht so schwer, denn ich tue momentan nichts dafür, eine solche herbeizuführen.
Mir fehlt meine Familie schon sehr, aber ich wohne schon seit 14 Jahren getrennt von meinen Lieben, daher ist es ein Zustand, den ich wohl auch noch weiter aushalten werde :zwinker:

Es tut mir schon um das familiäre Umfeld leid, das Rübe fehlt/fehlen wird. Andererseits ist es manchmal gar nicht sooo schlecht, wenn man etwas Distanz zu den Familien hat. Läßt einen die gemeinsamen Tage sehr viel mehr genießen.

Für meinen Tail glaube ich, dass man das Leben nur recht wenig planen kann. Vielleicht ist morgen alles ganz anders als heute und übermorgen schon wieder.
Wir lassen das alles mal auf uns zukommen.
Wenn morgen die Lotto oder Headhunterfee kommt, dann ziehen wir vielleicht doch ganz schnell um. Wenn nicht, ist es hier auch sehr schön, um noch 30 Jahre auszuhalten.
:freches grinsen:

Symphonie
10.10.2009, 11:02
Vielleicht muss man das Thema in eurem Fall rationaler angehen,vielleicht mit einer Liste:zwinker:

Was ist Dir wichtig,was Herrn Pfefferminz,was kannst Du problemlos an Abstriche machen,was wäre nicht so wichtig.
Wenn Herr Pfeffer,der sich bei Deiner Familie ja sehr wohl fühlt,sagt,dass es ok wäre, ja sogar jetzt schon zeigt,dass er Deine Familie so richtig ins Herz geschlossen hat, vielleicht ist es dann garnicht so ein großes Problem.
Du musst nicht für ihn mitdenken wenn ihr drüber redet und ehrlich seid, nimm es hin was er sagt,er wird Dich in so einem wichtigen Thema nicht belügen.

Vielleicht findet ihr auch einen netten Ort näher an Deiner Heimat aber in Frankreich,so dass sich nicht zuviel ändert?

Du schreibst immer mit so viel Liebe von Deoner Familie,von dem Ort, man kann sich das richtig vorstellen und daher denke ich,dass Dir das Leben dort wirklich sehr wichtig ist und Du dort glücklich wärst.Wie sich das dann mit dem Studium,also Anerkennung und Co,Sprache und allem verhält,DAS muss man vorher abgwägen

EvenMadderAuntMaud
10.10.2009, 11:33
Hallo Ihr Lieben!

Mein Mann und ich sind nach dem Abi von zu Hause weggegangen, in unterschiedliche Städte und nach dem Studium zusammen gezogen. Wir hatten Glück, hatten Jobs in unterschiedlichen Städten aber mit guten Pendelzeiten. In diesen 6 Jahren haben wir immer wieder einen Ortswechsel erwogen, auch einen ins Ausland. Doch dann gab es in unserer Familie einige schlimme Ereignisse und wir waren ständig am hin und herfahren. Als wir dann in Hinblick auf Kinder unsere Situation überdacht haben und uns den Atlas geholt haben und dies und jenes überlegt haben - haben wir schließlich beschlossen - wir gehen zurück nach Hause.

Wir haben den großen Vorteil, dass unsere Eltern in der gleichen Stadt wohnen und auch ein großer Teil unseres alten Freundeskreises noch hier ist bzw. zieht es in den letzten Jahren immer mehr Leute nach Hause.

So wächst unsere Tochter in einem recht großen Familienverband auf - was ich sehr schön finde. Klar, man geht sich auch mal auf die Nerven. Wir haben in unseren Überlegungen auch an die Zukunft in 10 - 20 Jahren gedacht - wenn unsere Eltern Hilfe brauchen.