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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nein - na dann erst recht!



Kascho
05.08.2009, 20:09
N'abend zusammen,

Ein "Nein" akzeptiert mein Sohn (ca. 2 Jahre) derzeit nicht. Er findet es total lustig beim Wörtchen "Nein" genau an dem Punkt weiter zu machen, welchen er gerade verboten bekommen hat und das ganze dafür noch breit grinsend und wenn unterwegs dann auch gerne wegrennend oder versteckend. "Nein? Na dann erst recht!" ist sein Motte

Er bekommt von mir 3 Verwarnungen und wenn die nicht fruchten dann folgt eine Konsequenz. Konsequenzen sind festschnallen im Buggy oder beenden des betreffenden Spiels oder in sein Zimmer setzen oder oder oder Es ist halt Situationsbedingt. Verwarnungen bräuchte ich eigentlich gar nicht mehr aussprechen, die wirken überhaupt nicht mehr. Ich könnte ihn mir eigentlich immer gleich schnappen und die Konsequenz vollführen. Aber irgendwie scheint mir das nicht der richtige Weg. Oder doch?

Ich weiß echt nicht weiter derzeit und bin abends völlig geschafft vom Tag. Bin ich mit dem Problem alleine? Habt ihr heiße und wirksame Tipps?

Lieben Gruß KaScho

Symphonie
05.08.2009, 20:12
Huhu Kascho
ich finde diese Methode mit dem Verwarnen sehr gut und hatte mir das eigentlich von einer befreundeten Mutter abschauen wollen,mein Mann findet es doof.Ich werde es aber nun wieder aufnehmen denn Mika läuft momentan auch etwas aus dem Ruder und mach es wie bei Dir beschrieben.
Ich habe bei der Mutter oft genug zugeschaut,ihre Kinder sind 3,5 und 12 und ich denke es wird zwar etwas dauern bis es bei unseren Kindern wirkt aber es wird fruchten.Wenn nicht jetzt dann später,selbst das wird uns noch eine Erleichterung sein

Nach diesem Tag heute kommt mir Dein Posting gut gelegen und spornt mich wirklich an es wieder eindeutig aufzunehmen

viel Erfolg und Danke für die Erinnerung

Kascho
05.08.2009, 20:25
Es hat bis vor kurzem funktioniert. Ich habe ihr hier im Hause drei Verwarnungen erteilt. Wenn er nicht gehört hat, habe ich ihn in sein Kinderzimmer auf den Fußboden gesetzt und das Verbot wiederholt. Wir waren soweit, dass oftmals 1-2 Verwarnungen ausgereicht haben um ihn auszubremsen. Plötzlich - ein Entwicklungsschub später ;-) - wirkt es nicht mehr und ein "Nein" läuft ins Leere.

Symphonie
05.08.2009, 20:32
ah ok,so hatte ich das nicht verstanden,aber es ist doch schoneinmal ein Hinweis dass es funktioniert hat oder?
Meinst Du nicht,dranbleiben,konsequent bleiben,lohnt sich?Haben wir nicht immer mal wieder Rückschläge,egal ob in Sachen Schlaf,Essen,Reden...da mussten wir auch durchhalten und es hat sich gelohnt

Kascho
05.08.2009, 20:56
Genau. Es hat funktioniert. Leider nicht dauerhaft. Klar bleibe ich dran.

Vielleicht sollte ichs mal mit Zählen versuchen. Ich weiß nur nicht ob er das schon begreift. 1-2-3 und die Konsequenz. Vielleicht muss man das dann mehrmals anwenden und dann fruchtet es. Dann ist die Verwarnphase wenigstens nicht so lang dass ers wieder vergisst. Wobei ich gar nicht glaube dass ers vergisst. Er lacht sich ja ins Fäustchen, wie es so schön heißt.

Symphonie
05.08.2009, 21:00
ja,zählen tut die Mutter auch.Ich glaube,dass sie anfangs und vorm dritten Mal sagt was sonst passiert bzw was sie möchte,also"ich möchte das Du stehen bleibst",1...2....bleib bitte stehen sonst....3"
Wichtig ist eben das man es dann auch macht,aber da habe ich bei Dir keine Bedenken

Mich schlaucht das ehrlich gesagt auch.Mika läuft draussen von der Spielwiese zB richtung Straße.Er weiß,er darf es nicht.Ich rufe ihn,er bleibt stehen(aber ich kann nicht sehen dass er stehebleibt weil es um die Ecke ist),komme näher,er steht immernoch,und einen Schritt bevor ich da bin läuft er weiter

Das macht mich echt fuchsig

Kascho
05.08.2009, 21:07
In eurem Fall ists ja echt gefährlich.

Sören versucht aus allem ein Spiel zu machen. Ein paar Beispiele...

Beim Einkaufen ists echt anstrengend! Er will sich in der Fußgängerzone immer in den Kleiderständern verstecken. Wenn ich es ihm dann verbiete - es gibt ja diverse Gründe - dann klettert er entweder tiefer hinein oder läuft rundherum. Wenn ich nicht schnell genug bin ists für Sören ein lustiges Spiel - daher versucht ers immer immer wieder! Grrrrr!

Ich freue mich ja, dass mein Sohn inzwischen meistens die Treppe raus und runter selbster geht, ABER muss er jeden Fußabtreter in die Hand nehmen und ausschütteln. Ihr könnt euch vorstellen wie anstregend es ist, wenn man gerade den Einkauf schleppt. Ein "Nein" hilft nicht, also trete ich dann immer auf die Fußmatten und versuche es zu verhindern. Ja lustig findet Sören es. Haha! Heute hat's mir gereicht. Einkauf abgestellt, Kind geschnappt und ins Bett gesperrt. Dann den schweren Einkauf hoch getragen. Basta! Gerne setzte ich ihn nicht zur Strafe ins Bett, aber sonst wäre er mit wieder ins Treppenhaus gefolgt.

Sören hat eine tolle große Sandkiste auf dem Balkon. Der Sand soll in der Sandkiste bleiben, denn wir haben schließlich Nachbarn unter uns. Die erfreud der Sand nicht sonderlich. Ich fege also immer den Sand zusammen und schwups ab in die Sandkiste. Sören macht es natürlich zu gerne nach. Sand auf dem Fußboden und schwubben. Leider bleibt 99% des Sandes liegen oder fliegt durchs Balkongitter. Heute habe ich gefegt und während dessen hat Sören mir Sand geliefert. Na toll!

Ja, so ist mein Sohn.

Meine Nerven und meine Geduld ist derzeit echt am Ende. Ich glaube das merkt er und nutzt es hemmungslos aus. Gut das wir nächsten Monat Urlaub haben!

Symphonie
05.08.2009, 21:36
Kascho,ich kann verstehen dass Dich das verrückt macht,echt

ich frage mich,ob man ruhig bleiben muss um den Spaß aus der Sache zu nehmen?!Ich frage es mich,weiß es nicht

boesemaus
05.08.2009, 22:42
Hallo Kascho ,

Ich bin auch so eine Zähl- Mama , mein Sohn ist , hmmm ich würde sagen ein " Wildfang " . Ich habe das zählen angefangen als er laufen konnte und nur noch Blödsinn im Kopf hatte , am Anfang klappte es nicht sonderlich gut , aber heute ( er ist 4,5 Jahre ) klappt es Super , er weiß genau dann ist die Grenze Überschritten . Lange Rede kurzer Sinn , die kleinen merkes es schnell wie das funktioniert , bei 3 ist schluß . Wenn nicht lese ich ja , weißt du was zu tun ist . Ach ja , das verstecken fand mein Sohn auch mmer klasse , tja und auf einmal hat Mama es Ignoriert und ist weiter gegangen , gut er hat ziemlich geheult , aber es wurde von mal zu mal besser und merkte bald , das ich das Spiel nicht mehr mit spiele .
Aber wenn es dich tröstet du bist auf den richtigen Weg !! Ganz , ganz sicher !!!

vieleicht hilft dir der Text .

Gute Nacht

boesemaus

xanidae
05.08.2009, 23:49
@kascho
sören will halt wissen, ob du es wirklich ernst meinst. er prüft, ob das was mama sagt auch bestand hat.
viele kinder wiederholen 'dinge', die sie eigentlich schon können oder verstanden haben, bevor sie zum nächsten entwicklungsschritt ansetzen.
wahrscheinlich ist es auch so, dass er bei bestimmten dingen tatsächlich glaubt, dass dies ein spiel ist (die sache mit den fußmatten z. b.). entweder spielst du mit, oder du erfindest ein neues spiel, z. b. schlüssel die treppe hochwerfen und er muss ihn finden, natürlich bist du schneller und wirfst ihn so lange, bis ihr oben seit. (selbst erprobt, grandios mit minigummibärchenpäckchen). dies wird ihn von den fußmatten ablenken.

ich finde deine verfahrensweise gut, finde aber, dass drei ansagen für dieses alter zu viel sind. ein 'nein' muss reichen und wenn nicht -> aus dem geschehen entfernen. auch das wird er prüfen und überprüfen, ob das was mama und papa sagen auch wirklich so ist.
wie sprichst du mit ihm? verneinend 'nicht den sand aus der kiste werfen' oder 'der sand bleibt in der kiste!'? letztere formulierung funktioniert meines erachtens besser und wurde auch wissenschaftlich überprüft, 'halt dich fest' ist besser als 'nicht runterfallen'.
bei uns hilft auch die positive verstärkung. wenn sie etwas gut und richtig machen wird das gelobt und sie erhalten viel aufmerksamkeit. tun sie nicht was sie sollen (kommen nicht zum zähne putzen z. b.) dann setze ich mich hin und fange an etwas zu lesen. kein gezieltes ignorieren, sondern ich beschäftige mich einfach nicht mit ihnen.

ein weiteres mittel ihn aus dem unerwünschten verhalten zu bringen, wäre noch ablenkung. in der stadt ist es eigentlich einfach, wenn man weiß, was ihn ablenken könnte (z. b. zoohandlung oder straßenmusikant). das muss man allerdings früh einsetzen, also bevor er sich in den kleiderständern versteckt.

gute nerven und gute nacht!

Tigerente
06.08.2009, 12:50
Kascho, ich schließe mich xanidae an. Denk mal dran, wie oft Sören, als er klein war, Sachen runtergeschmissen hat etc., um rauszufinden, ob sie dann auch wirklich runterfallen.
Die Kleinen müssen glaube ich mehrere 100 Mal überprüfen, ob wirklich immer wieder das gleiche geschieht. Wichtig ist, dass man konsequent ist. (Wir hatten das Problem, dass aufgrund etwas notdürftig gestückelter Betreuungssituation - ein Tag Papa, ein Tag Mama, ein Tag Kinderfrau oder so ähnlich, und in Notfällen auch noch die Omas und Opas - unser Sohn das dann bei jeder der besagten Personen ausprobieren musste - und da die teilweise anders gehandelt haben als Mama, musste er es dann bei der Mama auch schon wieder probieren...)

Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit Anzählen (bei 3 ist Schluss, und das dann auch wirklich durchsetzen - ich kriege heute meinen 3-jährigen dadurch mit viel weniger Stress in den Schlafanzug als mein Mann, der sich auf "nur noch einmal diese oder jenes tun"-Diskussionen einlässt) und mit dem Androhen von Konsequenzen (schwierig aber, was genau man androht) und dann sofort durchziehen. Dann reicht irgendwann die Drohung (wenn natürlich trotzdem die Drohung etwas beinhalten muss, das man auch machen würde - denn wenn man am wenigsten damit rechnet, probiert das Kind doch mal wieder aus, was passiert, wenn es nicht hört).

Es ist ein langer, steiniger Weg - bei uns ging die Trotzerei (also auch das absichtliche Nichtbefolgen von Verboten etc.) mit ca. 18 Monaten los und dauert heute (gerade 3 Jahre geworden) immer noch an - allerdings ändern sich die Ausprägungen, die Provokationen etc.

Wenn ich meinen 3-jährigen frage: "Warum hast Du das gemacht?", kommt ganz oft: "Ich wollte Mama ärgern." - sprich: ich wollte rausfinden, was Mama macht, wenn sie sich ärgert.

Kascho
06.08.2009, 22:36
Mein Sohn weiß genau was verboten ist!

Er hat heute mit Sand geschmissen und ich habe ihn jedes mal ruhig zur Seite genommen und erklärt warum. Beim dritten Mal sagte er mir dann: "öhen nein!".

Gleiches Spiel und anderer Ort. Ihm ist Verboten die Füße auf den Tisch zu legen. Bei der wiederholten Ermahnung: "Öhen nein!" Ja, er weiß dass es verboten ist.

Ich denke ich werde es mit beiden Varianten weiter umsetzen. Zum einen 3 Verwarnungen und zum anderen 1-2-3 - Zählen. Je nachdem wie die Situation ist scheint mir die ein oder andere Variante sinnvoll.

Ich bin gespannt, welchen Entwicklungsschritt Sören als nächstes tut, wenn es so ist wie xanidae beschreibt.

Lieben Gruß und danke fürs zuhören KaScho

EvenMadderAuntMaud
07.08.2009, 01:33
Konsequent sein halte ich für wichtig in Erziehungsfragen; ich selbst bemühe mich situationsbezogen zu handeln, bzw. es kommt darauf an, wie wichtig mir etwas ist und wie meine Tochter gerade "drauf" ist.

Hat sie nen schlechten Tag - keine Ahnung, Mittagsschlaf ausgelassen, Zähne im Anmarsch oder so etwas, bin ich geduldiger. An Tagen, an denen es gut läuft, sie einsichtiger ist, da kann ich gewisse Regeln einfacher "durchsetzen" und tue dies auch. An nem Tag, an dem sie schlecht drauf ist, da lasse ich "schlechtes" Benehmen durchaus durchgehen.

Z.B. an nem Tag, an dem meine Tochter sichtlich "schlecht drauf" ist und nach 2 Minuten vom Tisch aufstehen möchte, ist das für mich o.k. wenn sie ihr Butterbrot im Kinderzimmer essen möchte auch gut. An einem Tag der gut läuft, reagiere ich darauf anders - bitte sie das Butterbrot mit uns am Tisch zu essen.

Würde ich sie an dem miesen Tag bitten das Butterbrot am Tisch zu essen, weiss ich genau es flöge nach 2 Minuten vom Teller, es gäbe Ärger, der komplett unnötig ist.


Es gibt ne Handvoll Dinge die nicht gehen, Dinge die sie in Gefahr bringen - allein in den Fahrstuhl rennen, Finger in die Steckdose ... - da gibt es ne klare Ansage und ich beseitige die Gefahrensituation - z.B. vom Aufzug wegtragen/nach Hause gehen und erklären, warum und wieso.

Ich gebe mir Mühe die Palme nicht zu besteigen ( ich sage - ich gebe mir Mühe, tatsächlich sitze ich des öfteren dort oben und frage mich dann - "sag mal, wer ist die Frau, die das nette spielende Kind so anblafft?!?") - sie nicht mit NeinNeinNein und großen Augen zu amüsieren. Das Kleiderständerdrehen macht doppelt so viel Spass wenn ich daneben stehe mit crescendo in der Stimme - für alle Umstehenden deutlich hörbar - "bitte hör auf damit!", "schluss jetzt!" von mir gebe, spätestens beim "nun reicht es!!!", ist die letzte Oma ist neugierig stehen geblieben und meine Kleine hat neben dem Drehspass auch noch was zum lachen - zornrote Mutter plus Publikum - hurra, was für ein Kracher.

Was ich meiner Tochter einräume - Verständnis an schlechten Tagen - das fordere ich auch umgekehrt von ihr. An nem Migräne-Tag kommt sie im Kleiderständerfall in den Kinderwagen, ich erkläre ihr warum und aus. Das funktioniert erstaunlich gut und ich habe keinerlei schlechtes Gewissen, wenn ich an einem miesen-Mama-Tag ihr Entgegenkommen einfordere.


Die 1-2-3- Sache - man möge mir bitte verzeihen:blumengabe:, alle die es machen sind mit Sicherheit erfolgreicher in ihrer Erziehung als ich - ich finds - entschuldigt, aber ich muss immer lachen, wenn ich ne Mama stehen seh, die ihr Kind anzählt. Bei vielen hab ich dann auch das Gefühl, sie machen das für die Umstehenden.

Gestern auf dem Spielplatz ein Kind wird mit "wir gehen jetzt nach Hause, ich zähle jetzt bis 3" ermahnt (Mutter sitzt in dem Moment nach mehrmaligem - "wir gehen jetzt, bitte!", schon in schwindelerregender Höhe auf besagter Palme), die Kinder schauen interessiert zu, andere Mütter schauen verhalten, aber sehr gespannt zu was passiert. 1- 2- - ich sage es nicht noch einmal - ich selbst schau lieber weg, die Kinder sollen mich nicht grinsen sehen - 3 ... mit forschem Schritt steuert Mama auf das Kind, das sich an der Rutsche anklammert zu, fest entschlossen mit engem Rock und hohen Hacken diese zu stürmen, da tönt es vor ihr "siiiier" - meine Tochter steht breit grinsend vor ihr klatscht in die Hände - seit einer Woche kann sie eins, swei drei, siiiier und ist mächtig stolz darauf. Na ja, mit eben dieser Mutter haben wir uns 10 Minuten später auf den Nach Hause Weg gemacht mit einem kleinen Umweg an den Enten vorbei. Hat gar nicht weh getan.