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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erst 25 und schon so verbittert?



Inaktiver User
24.09.2005, 07:48
Hallo,

Ich bin gerade 25 geworden und hab manchmal das Gefühl, es ist schon alles vorbei.
So glaube ich zum beispiel, dass ich für den rest meines Lebens allein bleiben werde, und so langsam fange ich an, darunter zu leiden... Ich denke: die paar verkorksten "Beziehungen", das ist alles was Du kriegst, und das wars nun.
Ich glaub nicht an Gott, ich glaub nicht an die Liebe, schon gar nicht an die Ehe, und seit einiger Zeit zweifle ich auch an meinem Job (Doktorandin in Forschung), von dem ich immer dachte, das isses. Da bleibt irgendwie nix mehr übrig, so unterm Strich.
:regen:
Die Ironie dabei ist, dass meine Umwelt mich ganz anders einschätzt. Bei Männern komm ich eigentlich gut an, kriege Komplimente/"Angebote", werde für kompetent gehalten und als "glücklich" angesehen... Aber ich bins nicht!!! Wenn ich versuche, meine Ängste darzustellen, dann kommt bloss "Wieso, DUuu hast es doch gut! DUUU bist doch ....blabla". UNFAIR!
Ich weiss ja, dass andere mit weniger auskommen müssen und schlimmere Probleme haben, weiss auch, das Beziehungen nicht der Schlüssel zum Glück sind, aber...
Ich denke so sachen wie "ein Leben leben zu müssen, obwohl ich nicht gefragt wurde, ob ichs haben will". :niedergeschmettert:
Hab zuletzt gedacht, dass ich immer mehr zum misanthrop werde, obwohl ich mir Mühe gebe, es zu verstecken. Dachte, es interessiert mich sowieso keiner mehr, ich bin völlig abgestumpft. Tja, habe jemanden getroffen, der mich fasziniert, der auf einer Wellenlänge liegt, bloss... er ist verheiratet. Ich war ja zunächst froh, dass ich überhaupt noch fühlen kann, aber jetzt setzt das grosse Leiden ein, und manchmal glaub ich, ich mach das mit Absicht:
Mich in Situationen bringen, die aussichtslos sind, unter denen ich leiden werde.
Ich habs ja eh nicht anders verdient. Gleichzeitig hasse ich dieses Selbstmitleid, würde gerne sagen: Los, steh auf, mach weiter, aber wofür ??? :wie?:
Kennt das jemand?

Inaktiver User
24.09.2005, 12:10
Hallo Leo,

zunächst mag dich vielleicht trösten wenn du hörst, dass du mit deinen Gefühlen nicht alleine da stehst.

Ich habe vor Urzeiten auch mal so ausweglose Gedanken gehabt.
War total überverletzlich nach einigen Enttäuschungen.

Was mir gut getan hat:
Zunächst mal richtig ausgekotzt (also dein Posting hier ist schon mal ein Anfang), auch gerne häufig mal bei der Telefonseelsorge angerufen.
Dann habe ich mich mit einem gleichaltrigen Mädel zusammengetan, die in ähnlicher Situation war, und wir haben zusammen richtig einen draufgemacht.
Haben gesoffen, sind in x Kneipen herumgezogen, haben uns ausprobiert, haben uns neu erfunden und vor allem - geflirtet was das Zeug hält.
Unsere Umwelt hat nur den Kopf geschüttelt, von wegen Zweckbündnis mit nur einem einzigen Ziel...
Ja, und???
Fakt war, es hat geklappt. War das coolste und heißeste halbe Jahr das man sich vorstellen kann. Vor allem nachdem ich mir abgeschminkt hatte, noch mal irgend jemand für was "festes" zu finden.
Um mich zu schützen, hatten wir uns allerdings eines vorgenommen: Flirten, anbaggern, tanzen, küssen - ja; aber weiter - no go.
Das war ein richtiger Pakt.
Und irgendwie kamen wir uns vor wie in zwei riesigen, schillernden Seifenblasen.
Leicht und frei und unverwundbar.
Wir haben einfach ausprobiert was das Zeug hielt - und unheimlich viel gelernt.
Und dann ist mir plötzlich der Mann meines Lebens über den Weg gelaufen.
Ohne das 'Training' hätte ich ihn nie kennengelernt.
Weil ich mich nie getraut hätte, ihn anzusprechen.
Jetzt sind wir sage und schreibe 10 Jahre verheiratet, 17 Jahre zusammen, haben drei Kids und sind durch sämtliche Höhen und Tiefen des Lebens gemeinsam gegangen.
Und er ist immer noch mein Prinz.
Und immer wieder neu, weil eines habe ich gelernt: Von Zeit zu Zeit muss man sich neu erfinden und auch die Beziehung neu entdecken.
Dann klappt's auch die nächsten 17 (oder 27 oder 37...) Jahre.

Aber jetzt bin ich schon übers Ziel hinausgeschossen, sorry.

Ich wünsche dir, dass du die Kraft findest, vor dem Spiegel zu stehen, dich anzuschauen und zu sagen: 'Yeah, ich bin sexy! In Deckung Welt, jetzt komme ich!"

Und dann gehe mit offenen Augen durch die Welt und genieße, was du siehst: Den Postboten mit dem Knackarsch, den Pizzabäcker mit den glutvollen Augen, den süßen unschuldigen Abiturienten an der Bushaltestelle.

Genieße sie einfach. Die Welt ist ein wundervoller bunter Laden und deine Augen können alles besitzen. Verordne dir einfach einmal Augenschmaus-Shoppen pro Woche. Die Dosis steigert sich ganz von selbst, wenn du erstmal auf den Geschmack gekommen bist.

Die Männer in deinem Umfeld geben dir nicht die Aufmerksamkeit die du verdienst? Schieben dich achtlos in die Schublade 'kompetent, intelligent, kompliziert'?

Du brauchst sie nicht!
Hol dir deine Aufmerksamkeit woanders, push dich. Tanke Glücksmomente. Ein Lächeln vor der roten Ampel, ein um Millisekunden zu langer Blick an der Kasse, ein 'unabsichtlicher' Rempler im Supermarkt.

Kotz dich dort aus, wo es erwartet wird, z.B. bei der Telefonseelsorge. Die sind dafür da. Hol die Bitterkeit aus dir raus. Spüre die Leere, die dann in dir ist.
Und die fülle mit solchen winzigen, nichtigen Glücksmomenten.

Ich schicke dir keine Kraft. Die brauchst du nicht. Du bist stark. Du bist 25, du bist verdammt erfolgreich im Job. Kraft hast du genug.
Nutze sie nur mal für etwas ganz anderes.
Was völlig sinnloses.
Du bist Superwoman - wenn du es willst!

Klingt abgedreht?
Ist es auch.
Aber es hilft zu überleben.

Ich umarme dich.

Inaktiver User
24.09.2005, 18:41
DANKE, Pelle!

Es hilft schon ein klein wenig, wenn einem geantwortet wird. Meine Freundin mag sich den ganzen Scheiss nämlich nicht mehr anhören, sie hat einen Typen nach dem anderen und sagt mir, sie würde auch gerne mal hören, wie gut sie im Job sei...
Wie mans hat, ists nicht richtig.
Das mit dem neuerfinden stimmt schon, habe da schon 2-mal gemacht: Bin gleich nach dem Abitur in eine andere Stadt, um von dem Aussenseiterimage, das ich dort hatte, räumlich wegzukommen. Dort wurds etwas besser, aber Aussenseiter war ich irgendwie immer noch. Jetzt bin ich zur Zeit in den USA, was ein Teil des Problems darstellt: Ich hab noch keine wirklich tiefen Freundschaften hier, die mich mal auffangen.
Eigentlich hab ich alles, was ich will, sollte man meinen, aber das mit den Männern:
Ich glaub meine Hauptangst ist, sobald einer meine Schwachstellen findet, mein innerstes sieht, sieht, dass ich eben nicht so stark bin wie ich wirke, dann isses eh vorbei. Die Angst, andere zu enttäuschen, Erwartungen nicht zu erfüllen...
Da bleib ich doch lieber gleich allein, ist es das? Vielleicht.
Und jetzt dieser Typ. Ich bin eigentlich verdammt gut darin, mir jemanden aus dem Kopf zu schlagen, wenns keinen Sinn macht, vielleicht zu gut, gebe zu schnell auf.
Zieh mich in mein Einzelgängerdasein zurück.
Und leide noch mehr, da ich dann allein bin.
Aber in diesem Fall würde das bedeuten, auf einen potenziellen sehr guten Freund zu verzichten. Man trifft eben nicht alle Tage jemanden, mit dem man sich WIRKLICH gut versteht. Aber wie soll das gehen? Nach jedem treffen leide wie Hund. Ich wurd so gern Teil dieses Freundeskreises werden, aber gleichzeitig würd ich ihm auch gerne aus dem Weg gehen.
Alles Sch.... :regen:

Wie masochistisch kann man eigentlich sein? Kennst Du Smillas Gespür für Schnee? Die Passage, wo sie beschreibt, wie sie "In den Schmerz hineingeht" ? Das versuche ich gerade. Hineingehen, aushalten, herauskommen. Aber vielleicht geh ich dabei irgendwann noch drauf.

Inaktiver User
25.09.2005, 17:32
@ Jana Freese

DAVON ist eh auszugehen - siehe die erwähnte Doktorandinnen-Stelle...


Liebe Leo,

jetzt hab ich dir gestern abend eine ellenlange Antwort geschrieben und heute ist alles weg???
Naja, dann schreib ich halt noch ein mal - weil ich dich so gut verstehen kann und dir unbedingt aus deiner Down-Situation raushelfen will:



Es hilft schon ein klein wenig, wenn einem geantwortet wird. Meine Freundin mag sich den ganzen Scheiss nämlich nicht mehr anhören, sie hat einen Typen nach dem anderen und sagt mir, sie würde auch gerne mal hören, wie gut sie im Job sei...
Wie mans hat, ists nicht richtig.


Gut dass dir meine Antwort schon mal ein wenig geholfen hat.
Ein gutes Zeichen.
Mein Tipp: Rede nicht mehr mit deiner Freundin über dieses Problem - sie kanns einfach nicht nachvollziehen.
Schreib lieber an die Telefonseelsorge, wenn du in den USA schlecht bei denen anrufen kannst.



Das mit dem neuerfinden stimmt schon, habe da schon 2-mal gemacht: Bin gleich nach dem Abitur in eine andere Stadt, um von dem Aussenseiterimage, das ich dort hatte, räumlich wegzukommen. Dort wurds etwas besser, aber Aussenseiter war ich irgendwie immer noch.


Also, dann hast du ja Erfahrung damit.
Und a propos Aussenseiter: Ist oft auch nicht das schlechteste.
Wenn ich mir die Schafe in meiner Umgebung anschaue, bin ich ganz froh, nicht Teil der Herde zu sein...
Kann auch mal richtig gut tun, die Rolle des schwarzen Schafs zu zelebrieren!



Jetzt bin ich zur Zeit in den USA, was ein Teil des Problems darstellt: Ich hab noch keine wirklich tiefen Freundschaften hier, die mich mal auffangen.


Richtig gute Freundschaften???
Weiß nicht, obs die überhaupt gibt.
Ich hab jedenfalls gut ohne auszukommen gelernt.
Hole mir lieber professionelle Hilfe, falls nötig. Und belaste Bekanntschaften nicht mit Tiefgründigkeiten, zu denen ich leider auch allzuoft neige.



Eigentlich hab ich alles, was ich will, sollte man meinen, aber das mit den Männern:


Ein super Ansatz: WAS willst du EIGENTLICH W I R K L I C H ????
Was willst du von den Männern, was du bisher nicht gekriegt hast?

Ich persönlich vertrete den Ansatz, dass frau sich eingestehen sollte, dass sie, so tough und cool und emanzipiert und erfolgreich sie auch sein mag, im Grunde genommen doch auf den Traumprinzen aus dem Märchenland wartet, der sie wachküsst...

Leider warten diese Traumprinzen nicht um die Ecke, außerdem sind sie a) schwer zu erkennen (meinen habe ich erst nach einem Jahr Beziehung als solchen erkannt) b) bedürfen sie oft selbst des Wachgeküsstwerdens und c) sieht das Traumschloss in das dich dein endlich entdeckter, liebevoll wachgeküsster Traumprinz schließlich entführt, wahrscheinlich überhaupt nicht so aus, wie du es dir vorgestellt hattest - was nicht heißen muss, dass es schlechter wäre - aber eben völlig unvorstellbar anders.



Ich glaub meine Hauptangst ist, sobald einer meine Schwachstellen findet, mein innerstes sieht, sieht, dass ich eben nicht so stark bin wie ich wirke, dann isses eh vorbei. Die Angst, andere zu enttäuschen, Erwartungen nicht zu erfüllen...


Tröste dich. Wenn du den Traumprinzen dann irgendwann doch mal gefunden hast, wirst du feststellen, dass er in dir die perfekte Traumprinzessin sieht - auch wenn du das personifizierte Aschenputtel bist.



Da bleib ich doch lieber gleich allein, ist es das? Vielleicht.


Bestimmt ist das alleine bleiben JETZT im Moment das beste für dich.
Du musst dich erstmal lernen zu schützen.
Du musst deiner verletzten Seele erst mal Gelegenheit geben, zu heilen.
Und damit die schneller heilt - der Tipp mit dem Flirten.
Das hat mir gut geholfen.
Positive Bestätigung ist das, was verletzte Frauenseelen am besten heilt.
Defininiv.



Und jetzt dieser Typ. Ich bin eigentlich verdammt gut darin, mir jemanden aus dem Kopf zu schlagen, wenns keinen Sinn macht, vielleicht zu gut, gebe zu schnell auf.


In diesem Falle das beste, was du machen kannst.



Zieh mich in mein Einzelgängerdasein zurück.


Nein, tust du bitte, bitte nicht.
Schau dich mal mit offenen Augen um: In deiner Umgebung muss es doch ein, zwei halbwegs nette Mädels in deinem Alter geben, die auch Single und am besten auch leicht emotional 'angedatscht' sind.
Müssen gar nicht voll auf deiner Wellenlänge schwimmen, hauptsache, ihr könnt eine gemeinsame Allianz gründen um fun zu haben.



Und leide noch mehr, da ich dann allein bin.


siehe oben.



Aber in diesem Fall würde das bedeuten, auf einen potenziellen sehr guten Freund zu verzichten. Man trifft eben nicht alle Tage jemanden, mit dem man sich WIRKLICH gut versteht. Aber wie soll das gehen? Nach jedem treffen leide wie Hund. Ich wurd so gern Teil dieses Freundeskreises werden, aber gleichzeitig würd ich ihm auch gerne aus dem Weg gehen.
Alles Sch.... :regen:


Wer weiss, was die Zukunft bringt?
Ein Typ, mit dem in meiner wilden Zeit rumgezogen bin, ist mittlerweile der beste Freund auch meines Mannes, war unser Trauzeuge, Taufpate unseres Jüngsten und mittlerweile vollständig integriertes Familienmitglied.
In ihm hab ich den Bruder gefunden, den ich nie hatte.
Das ist tausendmal besser als irgendeine fast-food-Beziehung!



Wie masochistisch kann man eigentlich sein? Kennst Du Smillas Gespür für Schnee? Die Passage, wo sie beschreibt, wie sie "In den Schmerz hineingeht" ? Das versuche ich gerade. Hineingehen, aushalten, herauskommen. Aber vielleicht geh ich dabei irgendwann noch drauf.


Das Buch kenne ich nicht, hab nur den Film gesehen.
Aber die Gefühle kenn ich aus eingener Anschauung.
Und die sind absolut überhaupt nicht gut.
Hole dir bitte professionelle Hilfe oder wenigstens Unterstützung, wo du dich auskotzen kannst.

Aber jetzt, für den Moment, versuche positive Momente zu sammeln.
Versuche, dich an einem guten Liedtext im Radio, an der Sonne, die deine Haut wärmt, am Wind, der dein Haar streichelt, an dem Baum, der dir Schatten sprendet aufzubauen.

Es ist am Anfang schwierig, aber es geht mit Disziplin.
Und diszipliniert musst du ja sein, sonst wärst du nicht so erfolgreich im Job.

Setzte dir zunächst für jeden Tag das Ziel, eine solche Streicheleinheit zu sammeln.

Setzte dich abends hin und schreibe sie auf, genieße sie noch einmal ganz innig.

Du kannst das auch gerne hier tun, wenns dir nicht zu öffentlich ist, oder per PN.

Ich weiß wie das Gefühl ist, in einem schwarzen Loch zu ertrinken.

Aber es gibt eine Hand die sich zu dir hinstreckt und dir zeigen kann, wie du es aus dem graugraugrau wieder in die Welt der Farben schaffst.

Bitte zieh dich an ihr hinaus ins Leben.

Diese Hand ist das Leben.

Es ist direkt um dich herum.

Rieche es. Schmecke es. Fühle es.

Mach deine Augen und Ohren auf.

Du bist stark und klug und du kannst es schaffen.

Ich umarme dich.

Inaktiver User
25.09.2005, 20:05
@Jana: Weiss nicht, das mit dem IQ. Ist mir auch egal, aber ich gebe zu, schon mal den Gedanken gehabt zu haben: Wenn man mehr begreift, dann hat man auch mehr, worunter man leiden kann. Ist halt ein zweischneidiges Schwert. Habe noch nie von berühmten hoch intelligenten Menschen gehört, die nicht irgendwie verkorkst waren oder depressiv oder was auch immer... Wünsche mir jedenfalls manchmal, "durchschnittlicher" zu sein. Nicht, das ich mich für soooo überragend halte, aber es reicht aus, damit ich meine Ziele zu hoch setze. Dann schäme ich mich, überhaupt geglaubt zu haben, gut genug dafür zu sein, a la "arrogant, hält sich für so schlau",
auch wenn mir noch niemand Arroganz nachgesagt hat.

@ Pelle: :wangenkuss: :heul:
Bin in Tränen ausgebrochen bei deinem brief.
Nein, es ist nicht alles weg. Ich befinde mich auf einer Wippe, wies mir scheint. Es gibt tage, da kann ich genau das tun, was du schreibst: Das Alleinsein und mich geniessen, Laufen gehen und die Sonne fühlen, mir Kaffee oder schönes Essen kochen und mit allen Sinnen spüren.
Schwarzes Schaf sein und stolz drauf sein. (Ich weiss, ich sollte nicht wieder von dem Kerl anfangen, aber hat was zu mir gesagt, was mich sehr berührt hat: Dass ich keine äusserlichen mittel wie Kleidung bräuchte, um meine Persönlichkeit zu unterstreichen, da ich ich sei, und dass er mich deshalb mögen würde.... SCHMERZ)

Und dann, rumms, runter auf den Boden und tiefer: Der Wunsch, einmal dazuzugehoren, einen Platz zu haben. Gleichzeitig kann ich Komplimente nicht annehmen, wenn sie zu persönlich werden (siehe oben), kriege regelrecht Bauchschmerzen davon. Das is doch nicht normal?!??!!
Denke, der Aussenseiter muss mir doch noch auf der Stirn geschrieben stehen und Ihr irrt euch alle. Schwachsinn, ich weiss, aber es steckt tief und lässt sich nicht wegargumentieren.
MIr ist mal folgendes durch den Kopf gegangen: Wenn jemand versucht, sich mir zu nähern, dann fühlt sich das so an, als ob diese Person meine Augen berühren wolle: Es geht, wenn man sehr, sehr vorsichtig ist, aber meine Reflexhandlung ist nun einmal, die Augen zu schliessen, um Schmerz zu vermeiden. Auch wenns nicht mehr nötig ist.

Was ich will? Ich will gar keinen Traumprinzen, der mich errettet. Retten will ich mich schon selber (stur, ich weiss). Ich will einen Weggefährten, und wenns nur für einen Stück des Weges ist. Jemand, der sich ganz bewusst dafür entschieden hat, den Weg mit mir zu gehen, wegen mir, aber auch wegen des Weges.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht schon Vortschritte gemacht hätte. Habe ich, bin ich auch Stolz drauf. Professionell Hilfe war dabei, hat mir aber nicht wirklich geholfen. Geholfen hab ich mir selber. Versuche, diese Situation jetzt als Rückfall zu sehen, was aber nicht heisst, dass man nicht doch noch vorwärts kommt.
Laufen gehen hilft. Rennen, bis ich wieder Wut und Energie spüre (Wut ist immerhin besser als Depression).

Und der Job: Es ist ein verdammter Teufelskreis. Wenn ich gut drauf bin, dann macht es mir spass, dann weiss ich, dass ich gut in technischen Dingen bin und dass ich gute arbeit leisten kann. An anderen Tagen, sei es wegen Kritik von anderen oder was auch immer, da krieg ich Angst, hab angst, teure Geräte zu zerstören oder mit den Chemikalien nicht richtig umzugehen. Und die Angst allein reicht, dass es dann auch so ist, ich lähme mich und werd unfähig, krieg zittrige Hände.
Was mich so richtig ankotzt: Bei Männern wird doch auch nicht ständig daran gezweifelt, ob sie mit Technik umgehen können!!!!


:pc kaputt: :gegen die wand: :gegen die wand: :gegen die wand:

Bin echt keine Feministin, aber das KOTZT MICH SO AN. Wobei das hier in den USA schon deutlich besser als in Deutschland ist, da sollten wir uns ne Scheibe abschneiden, kein wunder, dass wir so wenig Frauen im Akademischen Bereich haben.

Weiss halt nicht, ob ich dem Druck auf Dauer Stand halte, wo ich doch genug mit mir selber zu kämpfen habe.

DANKE nochmal. :blumengabe: Wie geht das mit der PN? Bin zwar Doktorandin, bin aber zu blöd für Internetforen :freches grinsen:
(Keine Sorge, dass war jetzt wirklich nur ein Joke, keine Krise.)

Tut gut zu hören, dass andere es auch geschafft haben, aus so Situationen herauszukommen.
*Umarmung zurück*

Leo

Inaktiver User
26.09.2005, 09:43
Hallo Leo,

habe dir eine PN geschickt.

Da ich soeben festgestellt habe, dass man hier in diesem Forum NICHT informiert wird, dass man eine PN bekommt (Peinlich, ich habe gerade sechs !!!! ungelesene PNs in meinem Postfach entdeckt!!!!) gehst du folgendermaßen vor:

Du klickst auf der grünlich unterlegten Leiste ganz oben (Startseite, Chat, Forum-Übersicht etc.) auf 'Mein Profil'

Dort kannst du deinen Briefkasten einsehen und die PN lesen und dann darauf antworten.

Wenn du irgendjemandem eine PN schicken willst, dann musst du nur auf seinen Nick links neben dem Posting klicken.

Dann öffnet sich ein Fenster namens 'Gästebuch von xxx'

Und dort kannst du dann die Funktion PN schicken wählen.

Soweit verbleibe ich

Deine Pelle

Lanya65
26.09.2005, 10:01
Pelle,

wenn Du ne PN hast, blinkt oben im Hauptmenü links neben "Startseite" ein Briefumschlag!

Grüße, Lanya

Kal
26.09.2005, 10:19
hey leo80,

oh je ich kann dich soooo gut verstehen :blumengabe: ich bin erst 23 aber mir geht es ähnlich. ich hab das gefühl, dass mein leben so einfach nicht richtig läuft. und soll es das gewesen sein??? ich glaube ich habe genug schmerz und mist für zwei leben geerntet. bin ich verbittert, weil ich das mit 23 sage? wie du gesagt, anderen geht es noch schlechter, aber trotzdem glaube ich, dass eben jeder die dinge, die ihm passieren auf eine bestimmte art und weise aufnimmt und sie eben (auch wenn sie "banal" sind) umwerfen können.

du siehst also, du bist nicht allein :blumengabe:

lg kal

Magicdragon
27.09.2005, 09:12
Hallo Leo80 und Kal,

möchte mich Euch gerne anschließen :blumengabe:, kämpfe zur Zeit auch ganz heftig "mit mir selbst" (oder vielleicht gegen mich selbst ?).
Dieses Gefühl der Isolation, nur noch um die eigenen Probleme kreisen zu können und keine Unterstützung zu haben erstickt mich manchmal...

@ Leo80: genau wie Du habe ich auch Angst davor, jemandem meine Schwäche zu zeigen -weil ich denke, daß ich dadurch weniger "wert" bin, nicht stark und optimistisch genug. Gleichzeitig sehne ich mich danach einen Menschen zu finden, der mich so nimmt wie ich bin, mir zuhört.

Diese Lebenskrise wirft mich völlig aus der Bahn und machnmal habe ich das Gefühl, als bröckele mein Umfeld, mein Leben, langsam auseinander...
Aber es gibt auch "gute" Tage, oder was meint Ihr ? :schild genau:
Momente, in denen ich weiß: Es kann nur besser werden, ich werde stärker und auch dies alles überwinden ! Hoffentlich...

Liebe Grüße Euch allen
Magicdragon :zauberer:

Kal
27.09.2005, 09:51
hey magicdragon,

ich hoffe mal, die guten tage schauen mal demnächst bei mir vorbei...

sich selbst im weg stehen. das geht mir glaub ich auch so, irgendwie... ich weiß, dass es manche dinge gibt, die anders machen könnte, aber dann traue ich mich nicht, bzw. weiß auch nicht so richtig wie. und dann gibt es dinge, von denen ich nicht weiß, wie ich sie beeinflussen oder ändern kann.
ich will z. b. im moment allein sein, aber dann auch wieder nicht. ich kann keine leute um mich haben und kann aber auch nicht allein sein... wie soll ich so ein problem bekämpfen:wie?:

AARRRGGGGGGGGGGGGHHRRRRRRRR :gegen die wand: :gegen die wand:

danke und sorry für den ausbruch am ende :freches grinsen:

lg kal

Inaktiver User
27.09.2005, 18:15
He Kal,
Jetzt fang bloss nicht an, Dich für Deinen "Ausbruch" zu entschuldigen...dafür sind so Foren schliesslich da!!!! machs nochmal, wenns hilft. Ich hörs mir jedenfalls an und schliess mich lautstark mit "GENAU" an.
Kommt mir extrem bekannt vor, die sache mit dem Allein sein und dann wieder doch nicht... das ist fast schon schizophren. Ich versuche jetzt, das ganz bewusst zu erleben, Zeiten des allein seins, und zeiten mit anderen. Aushalten, mir klar werden, warum ich drunter leide.

@Pelle: Du hast das super auf den Punkt gebracht, mit dem sich selbst spüren. Bis ichs umsetzten kann, dauerts zwar noch, aber ich geb mir Mühe!

Quarter life crisis ist gut

:freches grinsen:

Wenigstens wissen wir jetzt, was wir für ne Krankheit haben!
Mensch, lass Dich drücken! Ich weiss nicht, wie's Euch geht, aber es tut mir gut, mich auszutauschen und zuspruch zu bekommen.
:blumengabe: An alle, haltet die ohren steiff,
Leo

EvaFee
13.01.2006, 00:21
Hallo Leo,

gerade habe ich Deinen Thread gelesen und kann mich anschließen: die quarter-life-crises kenne ich auch.

Aber ich glaube fast, sie ist etwas ganz natürliches. Das Selbständigwerden hat sich soweit nach hinten verschoben. Ich mag gar nicht mehr daran denken: noch bis September war ich (inzwischen 27) finanziell zum größten Teil von meinen Eltern abhängig, habe zwar nebenher etwas gejobbt (aber eben halt als "die Studentin"), ansonsten aber mein Schülerleben weitergelebt. Nur etwas bequemer. Nicht mehr früh aufstehen, keine dauernden Auseinandersetzungen mit den Eltern mehr ...
Lernen, Klausuren schreiben und Ergebnisse sehen.

Aber überhaupt nicht "in der richtigen Welt" zurechtkommen. Musste ich nicht. Ich empfinde das Studium schon als ziemlichen Schonraum, auch emotional.
Und dann wird man ohne Vorwarnung in die Arbeitswelt hineingestoßen. Und nun muss ich mich einfach fügen. Obwohl ich manches als sehr sehr unsinnig erachte.


Was wollte ich eigentlich schreiben? Ich weiß es nicht mehr.

Grüße in die USA,
EvaFee.

Sue1
13.02.2006, 18:12
Hallo an alle,

ich hoffe ihr seit noch im Forum, hab gesehen, das dass erste schon ziemlich alt ist.
Mein Leben ist momentan ein einziges Chaos. Ich bin vor 8 Jahren nach London gezogen und in all den Jahren habe ich immer wieder die finanzielle Unterstuetzung meiner Eltern, bzw. Oma gebraucht. Die letzten 2 Jahre gings besser.
Letztes Jahr kurz vor Weihnachten hab ich mich ungluecklich verliebt und bin dann in ein totales Loch gestuerzt. Hatte ganz schlimme Angstzustaende und Depressionen.
Jetzt nehme ich Antidepressiva und es geht mir immer noch nicht so toll.
Meine Wohnsituation ist total uebel (wohne mit meiner Vermieterin, die mir so auf den Geist geht) und habe keinen Job mehr.
Momentan weis ich garnichtmehr wie ich meine Miete zahlen soll, es ist total schlimm, bin heute stundenlang durch die Stadt geirt, da ich nicht nachhause wollte und hab gegruebelt wie ich die Miete zahlen soll.
Bin uebrigens 33 und wie ihr seht, auch nicht so selbststaendig.

Gruss
Sue

Inaktiver User
19.02.2006, 13:52
Hallo Sue,
bist du denn allein London, dass du stundenlang durch die Stadt irrst? Ich lebe auch im Ausland, zwar noch nicht so lange wie du, aber ich kann deine Situation gut nachvollziehen. Egal wie gut man Kontakt zu Freunden zu Hause oder vor Ort hält, irgendwie ist man im Ausland schneller 'allein', einfach vom Gefühl her.

Fühl dich mal aus der Ferne gedrückt!

Liebe Grüße,
Aijan

Inaktiver User
28.03.2006, 05:16
Hallo ihr.

Wusste gar nicht, dass der Strang noch existiert.... Da kann man mal sehen.
Leider geht es mir nicht wirklich besser. Ein ständiges auf und ab. So wird es auch bleiben, nehm ich an. Für alle, die es interessiert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Syndrom

Da habe ich mich doch sehr wiedergefunden, insbesonders was das "Allein sein - nicht allein sein- wollen" anbelangt.
Stimmt schon, im Ausland fühlt man sich noch schneller allein... ich hab momentan echt Heimweh, und weiss nicht mal, wonach. Deutschland ist es nicht. Irgendwie bin ich heimatlos. Eine Freundin aus Frankreich meinte mal auf meine Frage, sie habe kein Heimweh, da ihre Heimat in ihr selbst läge.
Das ist es dann wohl, was mir fehlt??? :regen:

Naja, wie auch immer. Habe morgen einen Vortrag und fühl mich mal wieder als totale Versagerin. Das kann ich mir wie immer fantastisch einreden. Wieso kann ich mich nicht davon überzeugen, dass das schon laufen wird??

Alles sch**** mal wieder. So, und jetzt wascht mir den Kopf wegen meiner Luxusprobleme, habs ja nicht anders verdient.

Leo

hermeshuntress
25.10.2006, 15:32
Der thread ist ja nun schon etwas älter, aber ich nehme an, dass das Grundproblem noch existiert?

Die Ausgangssituation ist mir sehr gut vertraut. Ich bekam auch mit 24 den ersten Doktorandenjob, war plötzlich beruflich nicht nur erfolgreich (denn das war ich ja im Studium auch schon), sondern vor allem auch extrem eingespannt und verliess das Institut manchmal erst mit dem letzten Nachtbus vom Campus...und am Wochenende fiel mir zuhause die Decke auf den Kopf. Das ging so weit, dass ich irgendwann auch samstags mein Minibüro aufschloss und dort weiterarbeitete, bis mich der Wach- und Schliessdienst mit Namen begrüsste...:cool:

Obwohl es lustig klingen mag, es war ein emotionaler Ausnahmezustand. Manchmal fühlte ich mich wie ein Alien, das nicht zur Gruppe der Menschen gehört, sondern nur zum Arbeiten erschaffen ist. Ich fragte mich verzweifelt, ob für mich nicht irgendwann ein "normales" Beziehungsleben möglich ist und ich immer abends in eine leere Wohnung gehen muss, in der ich allmählich das Gruseln bekomme. Ich habe oft geweint und ja, auch ich habe bei der Telefonseelsorge angerufen und dazu stehe ich auch. Meine Freunde und meine Familie konnten mich nämlich auch überhaupt nicht verstehen, weil es mir ja angeblich so gut ginge, und wollten mir irgendwann auch nicht mehr zuhören.

Dazu kam erschwerend hinzu, dass mein damaliger Chef und Doktorvater ein Choleriker und Profilneurotiker war, der fünfmal in der Woche seinen Arbeitsschwerpunkt änderte und mir permanent die neuesten Änderungen per email zukommen liess. Bei Nichtbeachtung rastete er aus! So sprang er mit allen jungen Wissenschaftlern um und auch seine Kollegen wurden misstrauisch ob seines miserablen Führungsstils. Dazu fehlte er öfter unangekündigt und erwartete, dass wir Doktoranden in seiner Abwesenheit seine total widersprüchlichen Anweisungen befolgen, was natürlich nicht gelingen konnte. Nach 15 Monaten im Projekt waren ihm alle Doktoranden abgesprungen und zu anderen Professoren gewechselt, und auch ich musste mich nach einem neuen Doktorvater umsehen. Diese Auszeit - bis ich dann schliesslich eine harmonische zweite Betreuungschance bekam - rettete mich eigentlich aus dem Stimmungstief. Ich musste reisen, viel verhandeln und gelangte schliesslich in ein viel besseres Projekt mit einem zwar strengen, aber absolut fairen und ausgeglichenen Chef.

Somit war das Privatproblem noch keinesfalls gelöst, aber die Grundsituation um so viel entspannt, dass ich kurz danach auch wieder neue Kontakte fand und schliesslich auch einen netten Partner. Das Selbstbewusstsein, mich wieder auf Partnersuche zu begeben, hätte ich während der mobbingartigen ersten Doktorandensituation aber keinesfalls gehabt!

Fazit für mich: schlechte Jobsituationen sind Kristallisationspunkte. Alles, was im sonstigen Leben nicht passt - z.B. die Beziehung - wird in seiner tragischen Bedeutung intensiviert. Ich war öfter mal Single in meinem Leben, manchmal gewollt, manchmal ungewollt, aber nie war es so unerträglich wie in dieser Nachtschläfer-Instituthock-und-Chefschikane-Zeit!

Mach es wie ein Krebs, gehe vorwärts, rückwärts, seitwärts, bleib flexibel. Kannst Du das Private nicht ändern, schau zu, ob Du Deine Stelle nicht wechseln oder den Betreuer wechseln kannst? Es ist eminent wichtig, ein Erfolgsgefühl im Job zu haben, das evtl. auch andere Probleme zwar nicht lösen, aber kompensieren kann.

Inaktiver User
26.10.2006, 14:11
Wer eine Beziehung beginnt, weil er alleine mit dem Leben nicht glücklich ist, delegiert das Glück an den Partner, bzw. die Vorstellung davon, wie jener zu sein habe.

Ein Weg besteht darin, in seinem Leben einen Sinn zu finden.
Vor dieser Frage steht jede/r
*** glücklich Verheiratete nach dem Auszug der Kinder
*** jeder, welcher infolge eines Unfalls oder einer Krankheit zu viele seiner Fähigkeiten eingebüsst hat, um die gewohnte Tätigkeit weiter auszuüben.
*** jeder, der pensioniert wird.
*** jeder Partner der nach Scheidung alleine bleibt.

Welches sind Deine Hobbies? Pflege sie!

Freie Radikale sind nicht nur in der Biochemie wichtig, auch in der Gesellschaft, aber es braucht nicht in Gewalt auszuarten, radikal kann man auch ganz gewaltfrei sein.

Wenn Du magst und Lust dazu hast, ist sicher sinnvoll, sich mit Philosophie, Buddhismus, Schöpfer, Gott oder halt dem Christentum auseinanderzusetzen, sofern Du darauf fixiert sein solltest. Aber besser erst mal allein und nicht in Gesellschaft von sektierenden Gruppen.
Insofern ist die Frage nach dem Gott sinnvoller als die nach der Religion oder dem ...tum.