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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Zeit danach...



Centaurius
08.07.2009, 12:41
Es können ja segensreiche Jahre werden, so ab 60 oder mehr, mit dem Erreichen des „Ruhestands“ und dem damit verbundenen „Zeitgewinn“.

Leider habe ich keine Zeit gewonnen, der Tag hat wie immer 24 Stunden. Das hatte ich mir anders vorgestellt. :knatsch:

Was hatte ich mit nicht alles vorgenommen für die Zeit, „wenn ich nicht mehr arbeite“: Aufräumen von Grund auf, die Digitalisierung sämtlicher Dias und Negative, endlich mal die ungelesenen Bücher in Ruhe zu Gemüte führen, aus meinen Fantasien Geschichten zusammenschreiben, und noch Landschaften zu erwandern die ich bislang nur von Bildern kenne.... Vielleicht habe ich mehr Zeit zum Nachdenken - und bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß ich das nicht mehr alles schaffe und mich aufs Wesentliche im Leben konzentrieren möchte. Ich hätte ja die Zeit zur Selbst-Erfahrung, warum vertraue ich meinen letzten Lebensabschnitt nicht der Meditation an? Vage Bedenken, ich könnte etwas Wichtiges verpassen, oder einfach nur Bequemlichkeit?

Also schiebe ich das alles auf und - reise. Knüpfe an das bewährte Rezept an, neue Erfahrungen zu sammeln, die mich total in Anspruch nehmen. Und genug Gleichgesinnte finde ich unterwegs, mit denen ich dann irgendwo in Südostasien oder Südamerika beim Bier übers Reisen rede. Man sieht sich wieder - irgendwo auf der Welt. Oder auch mal in der Heimat bei der Fotoschau vor dem PC. Weißt du noch, als...

Was ist denn nun so wichtig im Leben, daß es in den mir verbleibenden Lebensjahren mehr Raum verdiente? Oder ist die Kunst des Lebens dieses „Genießen, wie die Zeit vergeht“?

Verzeihung, fifty1, wegen der gewissen Ähnlichkeit unserer Thematik. Ich hoffe, wir machen uns keine „Konkurrenz“ sondern ergänzen einander. :smirksmile:

Centaurius :lachen:

Inaktiver User
09.07.2009, 12:28
Was ist denn nun so wichtig im Leben, daß es in den mir verbleibenden Lebensjahren mehr Raum verdiente?

Das, was Du zum gegebenen Zeitpunkt an Erfahrungen machen möchtest - denke ich. Also bedeutet das für Dich: Reisen. Das Tolle am Ruhestand ist doch, dass man nicht mehr durch Dinge eingeengt wird, die man nicht besonders gern tut, die aber im Rahmen des Broterwerbs nötig sind.
Bei mir ist es so, dass ich selbständig bin/war, d.h.ich kann mir dank Rente aussuchen, welche Dinge in meinem Beruf ich nicht gern gemacht habe - und die mache ich jetzt auch nicht mehr. Andere Dinge, an denen ich sehr interessiert bin, laufen weiter. Und bei der Frage, welche Möglichkeiten mir die "neue Freiheit" bietet spielt auch häufigeres Reisen und längere Aufenthalte "woanders" eine große Rolle.
Ich denke aber auch, dass ich mir Zeit dafür nehmen will mich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass dies mein letzter Lebensabschnitt ist.

fifty1
09.07.2009, 16:39
Ach, doch nicht der letzte Lebensabschnitt - ist doch erst die Hälfte vorbei!

Centaurius, Konkurrenz ist es doch wirklich nicht.
Ich habe mir - außer reisen - eigentlich nicht viel für meinen Ruhestand vorgenommen. Es kommt im Leben doch sowieso alles anders als man denkt. Die kleinen Dinge kann man beeinflußen aber die großen nicht. Daher keinen Kopf machen, das Leben genießen und das machen, was dir gefällt.
Vielleicht laufen wir uns ja auch mal über den Weg oder sind wir uns schon begegnet, wer weiß?

Inaktiver User
09.07.2009, 19:37
Ach, doch nicht der letzte Lebensabschnitt - ist doch erst die Hälfte vorbei!


Ich habe bei meiner Mutter erlebt, dass sie das irgendwie mit 83 immer noch glaubte. Diese Haltung hat etwas Bemitleidenswertes und auch ein bisschen Lächerliches, was ich für mich gerne vermeiden würde.

Centaurius
10.07.2009, 11:25
Hallo :blumengabe:,


Daher keinen Kopf machen, das Leben genießen und das machen, was dir gefällt.
Vielleicht laufen wir uns ja auch mal über den Weg oder sind wir uns schon begegnet, wer weiß? Tja, ich tue ja sooo viel, weil mir so vieles Spaß macht. Und trotzdem ist da im Untergrund immer das Gefühl: „Du vergißt das Wichtige...“
Das Reisen hat mir schon immer im Blut gelegen. Diese Neugier, wie es wohl eine Straßenecke weiter aussieht, in der nächsten Stadt, im anderen Kontinent. Gibt es überhaupt eine „wichtige“ Erkenntnis für mich dabei, dann die: In allem Neuen, das ich entdecke, finde ich schließlich immer das Verbindende.


Ich denke aber auch, dass ich mir Zeit dafür nehmen will mich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass dies mein letzter Lebensabschnitt ist.

Und wenn ich meine alten Fotos digitalisiere und mir gründlich anschaue - manche habe ich bisher wohl nie wirklich angeschaut, taucht in mir die Vorstellung auf: Das was wir „das Leben“ nennen ist viel mehr als unsere Spanne zwischen Geburt und Tod. „Anfang“ und „Ende“ sind Täuschungen unseres beschränkten menschlichen Denkens.

Mag wohl sein, fifty1, daß wir uns eines Tages über den Weg laufen oder daß dies längst geschehen ist. Die „Gemeinde der Traveller“ hockt nicht zusammen sondern findet sich „in ihrem Element“. Und, zwischen Reisegefährten entwickeln sich gelegentlich auch richtig gute Freundschaften.

Inaktiver User
10.07.2009, 12:41
Und wenn ich meine alten Fotos digitalisiere und mir gründlich anschaue - manche habe ich bisher wohl nie wirklich angeschaut, taucht in mir die Vorstellung auf: Das was wir „das Leben“ nennen ist viel mehr als unsere Spanne zwischen Geburt und Tod. „Anfang“ und „Ende“ sind Täuschungen unseres beschränkten menschlichen Denkens.


Das sehe ich anders und denke daher, dass es für Menschen wie mich wichtig ist, sich mit dem Gedanken des Abschieds (Abschied von sich selbst und Abschied von allem, was einem lieb ist) auseinanderzusetzen. Ich meine das überhaupt nicht depressiv - eher so, wie es manche asiatischen Kulturen pflegen, in denen dieser Abschnitt als Zeit des Loslassens gilt.

Inaktiver User
10.07.2009, 13:03
Centaurius, kannst Du "das Wichtige" definieren?
Hast Du schon vorher über Dich und Dein Leben reflektiert, oder ist das eine neue Erfahrung?

Wenn Du alte Fotos anschaust - warum tust Du das?

Centaurius
10.07.2009, 13:20
...und denke daher, dass es für Menschen wie mich wichtig ist, sich mit dem Gedanken des Abschieds (Abschied von sich selbst und Abschied von allem, was einem lieb ist) auseinanderzusetzen. Ich meine das überhaupt nicht depressiv - eher so, wie es manche asiatischen Kulturen pflegen, in denen dieser Abschnitt als Zeit des Loslassens gilt.
:lachen: Sicher hast du damit auch Recht, denn in welcher Art, in welcher „Form“ (oder ob überhaupt) unsere menschliche Existenz in eine „universelle Existenz“ aufgeht - es ist nicht das Bekannte, und insofern müssen wir uns von unserem Menschsein verabschieden. Ist doch spannend, was danach kommt, oder? Selbst wenn „nichts danach“ kommt - neugierig bin ich schon... :smirksmile:

Obwohl ich diese "Zeit danach" in meinem Thema nicht gemeint hatte.

Centaurius
10.07.2009, 14:08
:ahoi:

… kannst Du "das Wichtige" definieren?Nein, höchstens ahnen.

Hast Du schon vorher über Dich und Dein Leben reflektiert, oder ist das eine neue Erfahrung?Schon immer.

Wenn Du alte Fotos anschaust - warum tust Du das? Wenn du die Zukunft erkennen willst, schau in die Vergangenheit. Abgesehen davon: Wenn ich Fotos digitalisiere, muß ich sie zwangsläufig anschauen (und begutachten). Außerdem: in digitalisierter Form sind sie meinen Kindern sehr willkommen, als Zeitdokumente.

Inaktiver User
10.07.2009, 17:20
Centaurius: Ist doch spannend, was danach kommt, oder? Selbst wenn „nichts danach“ kommt - neugierig bin ich schon... :smirksmile:

Stimmt!


Obwohl ich diese "Zeit danach" in meinem Thema nicht gemeint hatte.

Aber sie hat einfach in der "Zeit danach", die Du vermutlich gemeint hast, eine größere Bedeutung als sie in früheren Lebensabschnitten hatte, oder?

Übrigens: Die Sache mit den Bildern (Wenn du die Zukunft erkennen willst, schau in die Vergangenheit) hat etwas. Ich sollte auch mal in den Beständen kramen.

Centaurius
10.07.2009, 21:57
Aber sie hat einfach in der "Zeit danach", die Du vermutlich gemeint hast, eine größere Bedeutung als sie in früheren Lebensabschnitten hatte, oder?
Da bin ich mir noch nicht sicher. Werde mal drüber schlafen...
:schlaf gut:

Centaurius
15.07.2009, 18:56
Hallo... :fluestertuete:

...ist hier noch jemand?

Bis seit Tagen mit einer großen Aufräumaktion meines Zimmers beschäftigt. Auch hier immer wieder die Frage: Was von den ganzen Sachen ist (noch!) wichtig - und warum?

Lassen wir mal „wichtige“ Dokumente außer Acht, dann sind da vor allen Dingen Fotos in Form von Dias, Alben und Kisten, die Platz einnehmen. Dann: Ein paar elektronische und optische Geräte... und hier fängt das Problem an: Uralte Kameras kann ich nicht wegwerfen, auch nicht meine lederne Aktentasche, und die alten Briefe und Postkarten auch nicht. Auf keinen Fall trenne ich mich von meinen Tagebüchern von damals, aber auch nicht von den großen Schneckenhäusern, die ich in Thailand vor 2 Jahren am Strand fand.

Und im Hintergrund schwebt immer ein dunkles Fragezeichen. Was werden meine Töchter mit dem ganzen Zeug tun, wenn sie mal meine Wohnung auflösen müssen?

Aber alles dieses meinte ich nicht mit dem Gefühl welches mich beunruhigt, daß ich mich eigentlich nur mit unwichtigen Dingen befasse. Angenehme, interessante, vergnügliche Beschäftigungen - gewiß. Scheue ich die Begegnung mit meinem Innersten? Wäre es gut für mich, wenn ich den Rest meines Lebens in Weltabgeschiedenheit zu verbringen? Das würde ich meiner Frau sowieso nicht antun. Andererseits ist meine eine tägliche Yogastunde am Tag auch etwas dürftig.
:erleuchtung:

Inaktiver User
15.07.2009, 22:28
Und im Hintergrund schwebt immer ein dunkles Fragezeichen. Was werden meine Töchter mit dem ganzen Zeug tun, wenn sie mal meine Wohnung auflösen müssen?Sie werden sagen, der Vater hat aber auch wirklich alles aufgehoben und wir müssen es nun entsorgen.

Lese Deine Tagebücher selbst noch einmal durch und wenn Du sie gut findest hebe sie für Deine Töchter auf. Sie werden vielleicht Seiten von Dir kennenlernen, welche sie noch nicht kannten.

Ich schaue mir auch manchmal noch Fotos von früher an. Für mich hier und da mit schönen Erinnerungen verbunden, nicht mehr und nicht weniger.

Ich versuche mich von Altem zu trennen und in der Gegenwart zu leben.
Wenn ich heute schwer erkranken würde, hätte ich evtl andere Gedanken und würde mein Leben Revue passieren lassen.
Jetzt sehe ich das Leben realistisch.
Vergangenes ist vorbei, was die Zukunft bereit hält weiß ich nicht. Und an ein danach glaube ich nicht.
Ich will nicht über das Alter philosophieren, es kommt von alleine und dann muss man es annehmen, ob man will oder nicht.

Wenn du die Zukunft erkennen willst, schau in die Vergangenheit.Und was erkennt man dann?

Keela
16.07.2009, 08:33
Hallo Centaurius,

""...die Frage: Was von den ganzen Sachen ist (noch!) wichtig - und warum?"" <- Für mich ist DAS schon die Auseinandersetzung mit deinem Inneren. Es scheintmir als ließest du dein Leben Revue passieren, als machtest du eine Bestandsaufnahme. Eine wichtige Sache, oder?

Als meine Eltern starben haben meine Schwester und ich das Haus ausräumen müssen. Wir haben einen geoßen Teil der Dinge verschenkt, einen Teil für uns selbst genutzt und einen Teil einfach nur "bewahrt" - weil das Herz von meiner Mutter oder meinem Vater daran hing oder genau diese Sache sie ausmachte. Schaue ich sie heute an -lange Jahre später - rühren sie immer noch mein Herz.
Ich bin sicher, dass deinen Töchtern eine ähnliche Handhabung einfällt.

Sommerlicher Gruß von
Keela

Inaktiver User
16.07.2009, 13:09
Aber alles dieses meinte ich nicht mit dem Gefühl welches mich beunruhigt, daß ich mich eigentlich nur mit unwichtigen Dingen befasse. Angenehme, interessante, vergnügliche Beschäftigungen - gewiß. Scheue ich die Begegnung mit meinem Innersten?
Wäre es gut für mich, wenn ich den Rest meines Lebens in Weltabgeschiedenheit zu verbringen? Das würde ich meiner Frau sowieso nicht antun. Andererseits ist meine eine tägliche Yogastunde am Tag auch etwas dürftig.
:erleuchtung:

Einsamkeit kann durchaus eine Möglichkeit sein, sich selbst besser kennen zulernen. Und zwischen einer Yogastunde und lebenslanger Abgeschiedenheit liegen schließlich Welten. Es gibt doch sehr viele Möglichkeiten, sich mal für eine Zeit in eine Situation zu bringen, in der man weitgehend auf sich gestellt ist.
Ein Beispiel, das mir ab und an vorschwebt ist, für einen Monat in ein Häuschen ins balinesische Hügelland zu gehen und dort weitgehend allein zu leben. Warum ausgerechnet Bali? Einerseits wegen der Schönheit dieser Landstriche (und auf Schönheit möchte ich nicht verzichten), andererseits deshalb, weil die traditionelle Kultur des Alterns in Bali genau so etwas für diesen Lebensabschnitt vorsieht.

Centaurius
16.07.2009, 18:10
:ahoi::ahoi::ahoi:

Jetzt sehe ich das Leben realistisch. Hast du als Kind dein Leben nicht realistisch gesehen?

Zitat:
Wenn du die Zukunft erkennen willst, schau in die Vergangenheit.
Und was erkennt man dann?
Wenn ich z. B. wissen möchte, wie die Zukunft der EU aussehen wird, schaue ich auf die Geschichte Jugoslawiens. :freches grinsen:


Es scheintmir als ließest du dein Leben Revue passieren, als machtest du eine Bestandsaufnahme. Eine wichtige Sache, oder? Eigentlich ist es eher so, daß ich mich immer wieder mal von Altlasten befreien muß, sonst lebt es sich so schwer. Als Wanderer und/oder Reisender weiß ich: Zu viel mitschleppen macht mich unbeweglich, zu wenig im Gepäck macht mich abhängig.

Bestandsaufnahmen waren und sind regelmäßige Übungen meines Lebens. Aber meine Gefühle dabei sind dieses Mal ernster als sonst.


Ein Beispiel, das mir ab und an vorschwebt ist, für einen Monat in ein Häuschen ins balinesische Hügelland zu gehen und dort weitgehend allein zu leben. Hm - mein Herz schlägt auch für Südostasien (obwohl ich ausgerechnet Indonesien noch nicht bereist habe). Ich habe Orte kennengelernt, da wäre mein Herz gern geblieben - in Thailand, in Laos, in Burma... Kennst du Tiziano Terzanis Buch „Noch eine Runde auf dem Karussell“? Der hatte es in Almora (Nordindien) verwirklicht, was dir vorschwebt.

Allerdings meine ich, ALL-EIN sein kann der Mensch auch, wenn er meditiert. Auch zu Hause. Es muß es nur TUN.
:blumengabe:

Inaktiver User
16.07.2009, 18:25
Centaurius;6049044]Kennst du Tiziano Terzanis Buch „Noch eine Runde auf dem Karussell“? Der hatte es in Almora (Nordindien) verwirklicht, was dir vorschwebt.

Nein, kenne ich noch nicht - aber danke für den Hinweis:blumengabe:!


Allerdings meine ich, ALL-EIN sein kann der Mensch auch, wenn er meditiert. Auch zu Hause. Es muß es nur TUN.
:blumengabe:

Natürlich kann man das. Aber warum soll man sich nicht helfen lassen - von einer ruhigen, schönen Landschaft, von der Atmosphäre einer Kultur?

Centaurius
16.07.2009, 19:58
Natürlich kann man das. Aber warum soll man sich nicht helfen lassen - von einer ruhigen, schönen Landschaft, von der Atmosphäre einer Kultur?
Richtig, finde ich auch. Solche Gedanken gehen mir auch manchmal durch den Kopf. Nur wenn das halt nicht geht... Meine Frau hätte wenig Verständnis dafür, wenn ich mal ein Jahr in Asien verbringen wollte, allein.
:knatsch:
Außerdem, ganz ehrlich: Ob mir sooo viel Alleinsein wirklich bekommen würde? Da hätte ich Bedenken, was mich betrifft. Obwohl ich immer wieder die Einsamkeit suche. :wie?:

Inaktiver User
16.07.2009, 21:17
Hast du als Kind dein Leben nicht realistisch gesehen?Nein, ich glaube da habe ich mehr in die Zukunft geschaut, hatte immer irgendwelche Wünsche und Vorstellungen. Da war die Endlichkeit noch weit entfernt.
Natürlich gibt es Tage in denen man sich mit dem was noch kommt auseinandersetze, jedoch verdränge ich diese Gedanken dann schnell, weil sie mir nicht gut tun.
Mein Motto ist, "alles ist für etwas gut und hat seinen Sinn".

Hast Du schon einmal daran gedacht den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen?

Da hättst Du eine Zeit für Dich und es wäre nicht zu lange.

Inaktiver User
16.07.2009, 21:56
Meine Frau hätte wenig Verständnis dafür, wenn ich mal ein Jahr in Asien verbringen wollte, allein.
:knatsch:
Außerdem, ganz ehrlich: Ob mir sooo viel Alleinsein wirklich bekommen würde?

Es muss ja nicht unbedingt ein ganzes Jahr sein. Für mich wäre ein Monat ohne Theater, Konzert, Kino, Großstadt, ständig bekannte Menschen in der Nähe bzw. erreichbar auch schon eine Herausforderung, und ich wäre gespannt, wie es mir dabei ergeht. Wenn das Leben darauf hinausläuft, dass man alles loslassen muss - und ich bin davon überzeugt, dass es das ist - dann wäre das doch ein Schritt.
Und außerdem: Es ist sicher nicht falsch, das Selbstbild zu ergänzen bzw. zu korrigieren.

Oder anders: Würde deine Frau nicht vielleicht mitgehen in die Einsamkeit? Es ist sicher auch nicht uninteressant, die eigene Beziehung mal in so einer ganz reduzierten Situation zu leben. Aber das kann natürlich auch gefährlich werden und Folgen haben.

Inaktiver User
16.07.2009, 22:03
flotteoma: Mein Motto ist, "alles ist für etwas gut und hat seinen Sinn".

Das ist ein Glaube - und da glauben nicht zu meinen Stärken gehört, eignet es sich für mich nicht.


Hast Du schon einmal daran gedacht den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen?

Habe ich auch mal reizvoll gefunden. Aber ich fürchte, da würde ich hemmungslos meinen voyeuristischen Neigungen nachgehen und meine "Mitpilger" beobachten. Wäre wahrscheinlich ganz amüsant - wenn man Hape Kerkeling glauben kann - aber eben etwas ganz anderes.

Inaktiver User
16.07.2009, 22:32
Habe ich auch mal reizvoll gefunden. Aber ich fürchte, da würde ich hemmungslos meinen voyeuristischen Neigungen nachgehen und meine "Mitpilger" beobachten. Wäre wahrscheinlich ganz amüsant - wenn man Hape Kerkeling glauben kann - aber eben etwas ganz anderes. Ich dachte auch eher an Centaurius, weil ihm ein Jahr zu lange ist. Aber mal Hape Kerkeling außen vorzulassen, der ja mit seinen Erfahrungen sehr für Medienrummel gesorgt hat, was mich jedoch nicht weiter interessierte, könnte es schon ein Weg sein, um seine Gedanken zu ordnen. Zumindest wäre es ein Anfang.


Für mich wäre ein Monat ohne Theater, Konzert, Kino, Großstadt, ständig bekannte Menschen in der Nähe bzw. erreichbar auch schon eine Herausforderung, und ich wäre gespannt, wie es mir dabei ergeht.Eine andere Möglichkeit wäre auch ein paar Wochen in einem Kloster zu verbringen. Hast Du schon mit Deiner Frau über Deine Wünsche gesprochen und wie ist ihre Reaktion?

Centaurius
17.07.2009, 11:02
____________:tassenkasper:___________

Nein, ich glaube da habe ich mehr in die Zukunft geschaut, hatte immer irgendwelche Wünsche und Vorstellungen. Da war die Endlichkeit noch weit entfernt. Ist denn eine „verkürzte Perspektive“ realistischer? Sie ist doch einfach nur anders, weil du an einem anderen Punkt deines Lebens angekommen bist, oder?

Hast Du schon einmal daran gedacht den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu gehen? Um Gottes Willen nein! Ich nenne den Jakobsweg etwas zynisch gern „Autobahn der spirituellen Wanderer“. Bin neulich, einfach so, mal 7 Tage allein gewandert, durch die Landschaft nahe des Bodensees. Gewiß, ich halte mich für das, was man/frau einen spirituellen Menschen nennt. Aber wenn schon Fernsehprominente Erlebnisberichte ihrer Jakobswegwanderung als Bücher veröffentlichen, such ich mir doch lieber einen anderen Weg.
Im übrigen, so gern ich auch wandere: Die Konfrontation und den Frieden mit meiner „Seele“ finde ich in sicher zuerst in der Stille (der Meditation). Das könnte in einem (buddhistischen oder christlichen oder...) Kloster sein, aber auch auf meinem Meditationsplätzchen in meinem Zimmer.


Oder anders: Würde deine Frau nicht vielleicht mitgehen in die Einsamkeit? Es ist sicher auch nicht uninteressant, die eigene Beziehung mal in so einer ganz reduzierten Situation zu leben. Aber das kann natürlich auch gefährlich werden und Folgen haben. Sie würde vermutlich, wenn es nicht allzu einsam ausfiele. 4 Wochen in einer alten Mühle in einem recht abgelegenen Teil der Pyrenäen brachten sie an den Rand einer Depression. Ansonsten fühlen wir uns abseits der gewohnten Welt und fern der Touristenströme zu zweit spannungsfreier als zu Hause. Aber das ist eben auch nicht wirklich Einsamkeit, sondern einsame Zweisamkeit.


Was ist denn nun so wichtig im Leben, daß es in den mir verbleibenden Lebensjahren mehr Raum verdiente? Oder ist die Kunst des Lebens dieses „Genießen, wie die Zeit vergeht“? Das war Teil meines Eingangspostings. Was ist euch denn nun heute wirklich wichtig im Leben (geworden), oder hat sich da nix geändert? :wie?:

Inaktiver User
17.07.2009, 18:42
Ist denn eine „verkürzte Perspektive“ realistischer? Sie ist doch einfach nur anders, weil du an einem anderen Punkt deines Lebens angekommen bist, oder?Hast Du dich schon während Deiner Kindheit/Jugend mit solchen Fragen beschäftigt? Und wenn, ab welchem Alter? Ich kann mich nur erinnern, dass weder ich, noch meine Freunde sich mit solchen Fragen beschäftigt hätten. Auch zu Hause war dies nie ein Thema, gerade in der Nachkriegszeit, wo die Menschen mit anderen Dingen wie Aufbau und Neuanfang beschäftigt waren.

Centaurius
18.07.2009, 09:38
____________:ahoi:______________

Hast Du dich schon während Deiner Kindheit/Jugend mit solchen Fragen beschäftigt? Und wenn, ab welchem Alter? Ja, allerdings. Vielleicht würde man mich heute zu den „Indigo-Kindern“ zählen. Existentielle und metaphysische Fragen haben mich sehr früh beschäftigt, schon als Grundschulkind. Mein Vater war für mich ein kenntnisreicher Ansprechpartner, aber vorerst NUR er. Später, als ich so 15-16 war, fand ich es allerdings enttäuschend, daß er gedanklich nichts außerhalb des christlich-theologischen Rahmens zuließ.

Einen Syntheseansatz von übergreifend religiösen und existentiellen Frage fand ich erst, als ich mich schon meinen 50ern näherte.

Inaktiver User
18.07.2009, 19:37
Existentielle und metaphysische Fragen haben mich sehr früh beschäftigt, schon als Grundschulkind. Mein Vater war für mich ein kenntnisreicher Ansprechpartner... Später, als ich so 15-16 war, fand ich es allerdings enttäuschend, daß er gedanklich nichts außerhalb des christlich-theologischen Rahmens zuließ.
Einen Syntheseansatz von übergreifend religiösen und existentiellen Frage fand ich erst, als ich mich schon meinen 50ern näherte.

Ich denke, die Frage, mit der wir uns hier beschäftigen, ist an sich keine religiöse oder im engeren Sinn spirituelle Frage - die Antwort darauf kann für manche Menschen etwas mit Religion oder Spiritualität zu tun haben.
Ich bin überhaupt nicht religiös - d.h. ich kenne mich natürlich mit der religiösen Kultur, in der ich aufgewachsen bin, einigermaßen gut aus, aber ich bin nicht gläubig.
Ich interessiere mich für existentiellle Fragen weil ich es für mich unbefriedigend finde, dieses Ich, das ich nur für eine äußerst begrenzte Zeit habe, nicht so gut es geht verstehen zu wollen. Und außerdem: Ich würde auch ungern sterben, ohne zum Tod ein Verhältnis zu haben, das über ein paar floskelhafte Sprüche hinausgeht. Ich würde meinen eigenen Tod gern so gut es geht "verstehen". Klingt ein bisschen schleierhaft, ist aber auch schwer auszudrücken.

Centaurius
18.07.2009, 22:17
____________________:entspann:

Ich denke, die Frage, mit der wir uns hier beschäftigen, ist an sich keine religiöse oder im engeren Sinn spirituelle Frage - die Antwort darauf kann für manche Menschen etwas mit Religion oder Spiritualität zu tun haben.
:schild genau:
Ich fühlte mich nur angesprochen.

Mich interessiert es einfach, welche Themen, welche Beschäftigungen, welche Dinge Menschen von 60+ für wichtig halten, wenn sie das Berufsleben abgeschlossen haben. Ob sich jemand nun endlich mehr der Kunst, der Familie, dem Garten widmet, endlich Zeit zum Lesen oder Reisen hat oder irgendwelche Hobbies aufbringen kann - Hauptsache, es erscheint ihr/ihm sinnvoll und bereichernd. Doch - vielleicht ist da etwas in den Vordergrund getreten, was an Wichtigkeit gewonnen hat? Beispielsweise die Frage: Was gebe ich überhaupt an meine Mitmenschen und/oder Nachkommen weiter? Mag ja bei dem einen das Vermögen sein, welches nun geordnet werden muß damit es mal einen problemlosen Übergang geben kann. Ich kenne auch etliche Menschen, die im Ruhestand begonnen haben, ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben. Es geht ihnen dabei offenbar nicht nur darum, ihre Erinnerung zu sortieren. Da soll auch jemand, wenn er denn möchte, mal darin lesen und sich das Leben der Mutter, des Vaters oder wessen auch immer vergegenwärtigen können.

Ich kenne auch genügend Leute, die ohne sich zu langweilen oder etwas zu vermissen „einfach weitermachen“, als ob die vorher für die Arbeit verbrauchte Zeit von Hobbies und Freizeitgestaltung einfach zuwachsen würde wie ein Loch auf der Wiese.

Ich vermute, es wäre leichter zu beantworten, was man/frau nicht mehr für so wichtig hält. :freches grinsen:

Inaktiver User
19.07.2009, 11:28
Ob sich jemand nun endlich mehr der Kunst, der Familie, dem Garten widmet, endlich Zeit zum Lesen oder Reisen hat oder irgendwelche Hobbies aufbringen kann - Hauptsache, es erscheint ihr/ihm sinnvoll und bereichernd. Doch - vielleicht ist da etwas in den Vordergrund getreten, was an Wichtigkeit gewonnen hat? Beispielsweise die Frage: Was gebe ich überhaupt an meine Mitmenschen und/oder Nachkommen weiter?Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten und hängt m.E. immer von meiner momentanen Verfassung ab.
Es gibt Phasen, da lese ich viel, dann wieder steht Sport, wandern, radfahren im Vordergrund. Ich habe mich auch schon im Bildermalen versucht.
Theater und Kunst kann ich nicht so sehr, trotz Interesse, ausleben, da in unserer ländlichen Gegend oft nicht die Möglichkeiten dafür gegeben sind.
Die Kinder wohnen zu weit weg und haben eigene Familie und für Fernreisen bin ich aus verschiedenen Gründen nicht so sehr zu begeistern, obwohl ich die Kultur anderer Länder durchaus schätze.
Was mich jedoch überhaupt nicht anspricht sind Kreuzschifffahrten.
Was mir manchmal fehlt, sind gute Gespräche mit Freunden/Bekannten.
Auch stelle ich oft fest, das bei vielen Rentnern eingefahrene Regeln vorherrschen und sie nicht mehr bereit für Neues sind.
Ich kenn sehr viele die den PC und das Internet ablehnen.


Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft!


Stammt nicht von mir, sondern habe ich irgendwo gelesen.

Centaurius
21.07.2009, 10:07
__________________:ahoi:
Was sich gerade zu „naturgemäß“ in den Vordergrund drängt, ist z. B. die immer kostbarer werdende Gesundheit. Auch wer sich im Ruhestand noch guter Gesundheit erfreuen darf weiß, daß diesem Geschenk etwas Pflege gut tut.

Kosmetik auf der einen, körperliches Fitneßtraining und Ernährung auf der anderen Seite rücken mehr ins Bewußtsein. Und wir haben doch jetzt auch mehr Zeit dafür, uns drum zu kümmern, oder?
:yeah:
Gerade wenn ich noch viele Reisen unternehmen möchte, brauche ich auch einen „toleranten“ Körper, der vielleicht mit vielen Flugstunden klarkommt, mit unkomfortablen Schlafgelegenheiten und ungewohnten Speisen.

Wem am Reisen nichts liegt, möchte bestimmt möglichst lange von fremder Hilfe unabhängig sein. Und dann ist da ja noch das ganz persönliche Wohlbefinden, d.h. schmerz- und problemfrei sein Leben zu leben ist nicht mehr sooo selbstverständlich. Da kann man/frau schon selbst was tun, das liegt nur im Notfall in ärztlicher Hand.

Inaktiver User
21.07.2009, 15:34
Centaurius.Mich interessiert es einfach, welche Themen, welche Beschäftigungen, welche Dinge Menschen von 60+ für wichtig halten, wenn sie das Berufsleben abgeschlossen haben.

Ich bin noch Neuling in der Nicht-Berufstätigkeit und außerdem in der Situation, dass ich stufenweise einsteigen kann - d.h.alles, was mich stark inhaltlich interessiert, mache ich weiter. Was mich stark einengt oder weniger interessiert, habe ich aufgegeben. Dabei macht es schon große Freude, an den für mich interessanten Dingen intensiver und sorgfältiger arbeiten zu können. Man lernt dann mehr dabei, und Lernen gehört für mich schon zu den zentralen Vergnügungen.

Daneben haben Reisen und Kultur immer eine zentrale Rolle gespielt. Aber natürlich habe ich auch die Absicht, mir neue Bereiche zu erschließen. Ich habe schon überlegt, an einer Fortbildung für Hospizarbeit teilzunehmen und eventuell Sterbende zu begleiten. Mein Thema dabei: Den Tod kennen lernen. Ich bin nun mal eine Empirikerin und muss mein Denken immer durch das reale Leben ergänzen. Man lernt z.B. das Sterben sicher besser kennen, wenn man sich nicht nur gedanklich sondern auch emotional konfrontiert.

Von einem Interesse, sich vorübergehend mit einem Leben in mehr oder weniger Einsamkeit zu konfrontieren, habe ich schon geschrieben.


Ich vermute, es wäre leichter zu beantworten, was man/frau nicht mehr für so wichtig hält. :freches grinsen:

Die Frage, was ich meinen Kindern weitergebe, interessiert mich bisher weniger. Ich denke, was ich persönlich weiter zu geben habe, das habe ich getan, als wir noch zusammen lebten.
Und was ich finanziell weitergebe? Das hängt davon ab, was mein Mann und ich noch alles brauchen:freches grinsen:

Familie? Enkelkinder habe ich keine, vermisse sie auch nicht. Sollte ich dennoch mal welche bekommen, werden sie mich sicher interessieren, aber Hilfsmama oder stets verlässlicher Stand By-Babysitter werde ich sicher nicht!:smirksmile:


Was sich gerade zu „naturgemäß“ in den Vordergrund drängt, ist z. B. die immer kostbarer werdende Gesundheit. Auch wer sich im Ruhestand noch guter Gesundheit erfreuen darf weiß, daß diesem Geschenk etwas Pflege gut tut.

Tja, das stimmt. Aber glücklicherweise esse ich gern Gesundes und bin von Natur aus ein Bewegungsmensch. Kein Sport würde mich depressiv machen. Allerdings ist es natürlich wahrscheinlich, dass die irgendwann wahrscheinlich nachlassende Gesundheit mal einen größeren Platz in meinem Leben einnimmt, als mir lieb ist.

Inaktiver User
21.07.2009, 15:38
Was mich jedoch überhaupt nicht anspricht sind Kreuzschifffahrten.


Das geht mir genau so. Mein Mann sagt immer: Das machen wir höchstens dann, wenn es die einzige Möglichkeit geworden ist, überhaupt noch etwas von der Welt zu sehen. :blumengabe:

Centaurius
21.07.2009, 17:52
________________:ahoi:

Was mich jedoch überhaupt nicht anspricht sind Kreuzschifffahrten.

Mein Mann sagt immer: Das machen wir höchstens dann, wenn es die einzige Möglichkeit geworden ist, überhaupt noch etwas von der Welt zu sehen. Ich fürchte, selbst im hohen Alter wird das nichts für mich. Leide unter Seekrankheit... :knatsch:


Ich habe schon überlegt, an einer Fortbildung für Hospizarbeit teilzunehmen und eventuell Sterbende zu begleiten. Mein Thema dabei: Den Tod kennen lernen. Meine Hochachtung! Dazu hätte ich nicht den Mut, sicher auch kein Talent. Kenne das Hospiz-Metier etwas vom Erzählen unserer älteren Tochter.


Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft! Dann bin ich ja noch ziemlich jung. :lachen:

Obwohl die Dokumentation der Vergangenheit mir Spaß macht, aber nicht erst in den fortgeschrittenen Jahren.

Inaktiver User
21.07.2009, 19:11
Centaurius;6066422]________________:ahoi:

Ich fürchte, selbst im hohen Alter wird das nichts für mich. Leide unter Seekrankheit... :knatsch:

Da gibt es ziemlich wirksame Medikamente!Von denen wird man aber - glaube ich - ein bisschen müde. Das hilft, die Langeweile auf dem Kreuzfahrtschiff (ich stelle es mir wenigstens langweilig vor) bis zum nächsten Landausflug zu ertragen:freches grinsen:!


Meine Hochachtung! Dazu hätte ich nicht den Mut, sicher auch kein Talent. Kenne das Hospiz-Metier etwas vom Erzählen unserer älteren Tochter.

Noch hab´ich´s ja nicht gemacht. Abwarten!

Centaurius
22.07.2009, 11:43
_______________:blumengabe:
Was auch wichtiger geworden ist: unsere Kontakte, Freundschaften.

Für die Pflege bestehender Freundschaften steht oft wirklich mehr Zeit zur Verfügung, denn wir sind nicht mehr auf die Wochenenden angewiesen. Jedenfalls nicht, sofern die Freunde ebenfalls das Berufsleben (sei es auch nur teilweise) abgehakt haben.

Man schließt nicht mehr so schnell neue Freundschaften. Viele bestehen ja schon lange, reichen zurück bis in die Zeit „als die Kinder noch klein waren“ oder noch weiter. Ich finde es interessant und bereichernd, mit „alten Freunden“ Lebenswege und Entwicklungen zu vergleichen.

Meine Tante und mein Onkel hatten bei relativ guter Gesundheit die Eiserne Hochzeit (65 gemeinsame Jahre!) geschafft. Zum Bedauern der beiden hatten sie aber inzwischen keine Freunde mehr. Ihre einstmals zahlreichen Freunde - lebten einfach nicht mehr.
:engel:
Leute, mit denen wir offen reden können und nicht nur freundlich herumlabern müssen, finde ich ausgesprochen wertvoll. Sooo viele gibt es ja nicht davon. :prost:

Inaktiver User
22.07.2009, 16:01
Man schließt nicht mehr so schnell neue Freundschaften.Das ist ein wahres Wort.

Die am längsten bestehenden Freundschaften sind die, bei denen man sich nicht zu oft sieht. Jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht.

Der Begriff Freundschaft ist ein sehr dehnbarer Begriff für mich Er wird oft benutzt, wenn es sich eigentlich nur Bekanntschaft handelt.
Ich höre oft den Satz "unsere Freunde" und man trifft sich gelegentlich zu irgendwelchen Anlässen. Ich habe mit den Jahren gelernt zwischen Freunden und Bekannten zu differenzieren.
Und was man lernen muss, Freundschaft ist ein sehr empfindliches Pflänzchen das von beiden Seiten gehegt und gepflegt werden muss.

Centaurius
23.07.2009, 15:20
*****************:allesok:

Und was man lernen muss, Freundschaft ist ein sehr empfindliches Pflänzchen das von beiden Seiten gehegt und gepflegt werden muss.Das mit der Pflege finde ich auch. Aber eine Freundschaft muß auch was vertragen können. Wie unterschiedlich unsere Freunde auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Wir können offen miteinander reden, auch mal nicht so sanft, ohne einzuschnappen. Ich mag Leute, die mir auch unangenehme „Wahrheiten“ unterbreiten, selbst wenn ichs nicht gern hören mag.

Das hat was mit gegenseitigem Vertrauen zu tun, einer Zutat, die unbedingt zur Definition der Freundschaft gehört. :in den arm nehmen:

Inaktiver User
26.07.2009, 20:00
Wie unterschiedlich unsere Freunde auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Wir können offen miteinander reden, auch mal nicht so sanft, ohne einzuschnappen. Diese Freunde zu haben hat oft Seltenheitswert. Viele sagen oft nicht das was sie meinen, um immer im rechten Licht zu erscheinen und sich nicht unbeliebt zu machen.

Ich mag Leute, die mir auch unangenehme „Wahrheiten“ unterbreiten, selbst wenn ichs nicht gern hören mag. Man muss es manchmal erst lernen damit umzugehen. Für viele ist es nicht einfach die Wahrheit zu ertragen. Sie ziehen sich erst einmal schmollend zurück, denken alles hat sich gegen sie verschworen.
Wer jedoch mit der Wahrheit nicht klar kommt, kommt auch mit sich selbst nicht klar denke ich.

Inaktiver User
27.07.2009, 19:04
Je, älter man wird, desto schwieriger wird es, Freundschaften zu schliessen.
Aber da man meistens (hoffentlich) ziemlich genau weiss was man will, wird so manche Freundschaft abgehakt, weil es einfach nicht mehr stimmig ist.
Bei Freundschaften gilt das Wort "weniger ist oft mehr", ich bin immer skeptisch wenn Menschen "viele Freunde haben", denn meistens sind es nur Bekanntschaften.
Freundschaft muss auch mal Kritik vertragen, gut, man kann dann diskutieren, ob die Kritik berechtigt oder unberechtigt ist. Wer eine Freundschaft ohne Kritik möchte, hat keine Freunde, sondern Vasallen.

lg. Charly:blumengabe:

Centaurius
28.07.2009, 11:03
++++++++++++++:yeah:+++++++++++++++
Es wird so oft gesagt, im Ruhestand sei es wichtig, Hobbies zu haben. Das mag wohl sein, aber nach meiner Erfahrung drängen sich die „Hobbies“ so nach vorn, daß die alltäglichen Pflichten eher vernachlässigt werden.

Ich hatte die Hoffnung, mit sooo viel Zeit unsere Wohnung und meinen privaten Kram im Topzustand halten zu können. Weit gefehlt! :gegen die wand:

Inaktiver User
28.07.2009, 11:11
Es wird so oft gesagt, im Ruhestand sei es wichtig, Hobbies zu haben. Das mag wohl sein, aber nach meiner Erfahrung drängen sich die „Hobbies“ so nach vorn, daß die alltäglichen Pflichten eher vernachlässigt werden.

Ich hatte die Hoffnung, mit sooo viel Zeit unsere Wohnung und meinen privaten Kram im Topzustand halten zu können. Weit gefehlt

:freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen: Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Inaktiver User
28.07.2009, 13:00
Bei mir ist das nicht bei den Hobbies sondern bei der beruflichen Arbeit, die ich weiterhin mache, der Fall.
Ich war die letzten Berufsjahre selbständig und kann mir daher den Eintritt in den Ruhestand so gestalten, wie ich es möchte. Konkret: Ich bin offiziell in Rente, habe die Arbeiten ohne Lustfaktor, d.h. die,die eigentlich nur dem Broterwerb dienten, abgesetzt und beackere nur noch die Aufgabenbereiche, an denen ich ein hohes inhaltliches Interesse habe. Diese Bereiche blähen sich jetzt auch zeitlich ein bisschen auf weil ich es mir leisten kann, sie intensiver zu bearbeiten. Aber das erhöht wiederum den Lustfaktor, so what?

Ich denke, dass das bei der Beschäftigung mit Hobbies möglicherweise ähnlich ist - und dann gibt es ja auch nichts zu bedauern.:lachen:

Inaktiver User
28.07.2009, 16:17
Ich hatte die Hoffnung, mit sooo viel Zeit unsere Wohnung und meinen privaten Kram im Topzustand halten zu können. Weit gefehlt! :gegen die wand:Ich denke das ist bei vielen Menschen so, wenn sie plötzlich über eine Menge Zeit verfügen. Während man noch im Berufsleben steht ist das Leben (Beruf/Freizeit) meistens straff organisiert. Hat man dann genügend Zeit verschieben sich die Prioritäten. Ich habe keine feste Zeiten mehr und plane manche Dinge von jetzt auf gleich. Was früher im Haushalt fest eingeplant war verschiebe ich auf morgen und dann vielleicht auch nochmals um einen Tag.
Bei den Hobbys ist es so. Macht man etwas mit Anderen zusammen kann man sich nicht so leicht herausreden. Für sich alleine fallen einem genügend ein.

Centaurius
02.08.2009, 11:21
Hallo... :lachen:

...es ist Sonntag. Das Wochenende fühlt sich jetzt ganz anders an als zu Arbeitszeiten.

Es gab so vieles, was am WE erledigt werden mußte, weil nach Feierabend Kraft und Zeit dafür nicht mehr zur Verfügung standen. Viele Besuche waren nur am Wochenende möglich, und wir wollten schließlich auch mal wandern. Last not least die „Hobbies“ nahmen gern das WE in Anspruch.

Es hat eine Zeit gedauert, bis wir ganz bewußt den alten Rhythmus aufgelösten. Freizeit läßt sich in der Woche viel flexibler gestalten. Und wenn was zu besorgen ist: In den Geschäften geht alles entspannter zu als am Samstag.

Ich grinse immer in mich hinein, wenn mir freundliche Leute ein „schönes Wochenende“ wünschen. Eigentlich konnte ich den Sonntag noch nie besonders gut leiden. Jetzt haben wir ihn endgültig zum Putz- und Aufräumtag degradiert, und genießen die „Freizeit“ an normalen Wochentagen. :freches grinsen:

Inaktiver User
03.08.2009, 19:29
Diese Bereiche blähen sich jetzt auch zeitlich ein bisschen auf weil ich es mir leisten kann, sie intensiver zu bearbeiten. Aber das erhöht wiederum den Lustfaktor, so what?Man arbeitet lieber wenn man nicht unter Zeitdruck steht, wenn das totale Muss nicht mehr da ist.

Auch an die neue Zeiteinteilung muss man sich anfangs gewöhnen.


In den Geschäften geht alles entspannter zu als am Samstag.Das sehe ich bei uns. Wenn wir etwas nichtalltägliches erledigen wollen, sage ich schon, aber doch nicht heute am Samstag. Da sind die Geschäfte zu voll, die Parkplätze zu knapp.
Das machen wir lieber in der Woche.

Auch bei Arztterminen ist häufig die Frage, können sie vormittags? Meine Antwort lautet dann meistens, sicher, aber nicht zu früh. Ich stelle mir keinen Wecker für einen Arztbesuch, wenn es nicht sein muss:lachen:

Ich kenne Leute, die mussten während ihres Berufslebens morgens um 05:00 Uhr aufstehen. Heute als Rentner stehen sie das ganze Jahr über weiterhin um 05:30 Uhr auf.
Das wäre mir definitiv zu früh, jedenfalls im Winter.

fifty1
05.08.2009, 22:27
Ich stehe gerne früh auf. Okay, nicht um 5.30 aber so zwischen 6.30 und 7.00 gerne. Das Laufen ist dann schön, die Luft frisch - herrlich. Auch während meiner mehrwöchigen Aufenthalte auf Bali bin ich immer früh unterwegs. Ich liebe den frühen Morgen.

Inaktiver User
06.08.2009, 15:57
@Fifty, ich gehöre an sich auch zu den Lerchen, es ist wunderschön am frühen Morgen zu walken, joggen mag ich nicht. Aber es ist auch schön nach einer Nacht, in der man aus welchem Grunde immer wenig schlafen konnte, mal bis 8 Uhr liegen zu bleiben.

fifty1
07.08.2009, 09:13
Ich habe bereits als Kind wenig Schlaf gebraucht, 3-5 Stunden mehr ist es fast nie. Bin übertags deswegen nicht müde. Ich stehe gerne in der Früh' auf und arbeite auch gerne in der Nacht. Früher während meiner Berufstätigkeit habe ich des öfteren nachts gearbeitet, da ich dann meine Ruhe hatte, war ja nur der Nachtportier in der Reception. Aber trotzdem war ich in der Früh' wieder auf. Lange im Bett liegen mag ich einfach nicht, genauso wenig wie im Bett frühstücken!

Centaurius
08.08.2009, 12:48
:ahoi: :ahoi: :ahoi:


Ich habe bereits als Kind wenig Schlaf gebraucht, 3-5 Stunden mehr ist es fast nie. Bin übertags deswegen nicht müde. Beneidenswert! Ich stehe zwar gern früh auf, leg mich aber auch abends immer ziemlich früh aufs Ohr, so um 22 Uhr oder früher.

Der Morgen war schon immer meine beste Tageszeit, daran hat sich auch „in der Zeit danach“ nichts geändert. Beginne jeden Tag (seit 15 Jahren) mit einer Yogastunde, auch daran habe ich nichts geändert.

Überhaupt, im Yoga habe ich MEINE Lebensphilosophie gefunden, die mir gerade jetzt als „roter Faden“ durchs Leben dient.

Inaktiver User
10.08.2009, 15:31
Langschläferin war bin ich auch heute nicht. Ich stehe meistens zwischen 07:00 und 08:00 auf. Später wird es ganz selten.Ich gehe jedoch wesentlich später in's Bett als während meiner Berufstätigkeit.
Nur feste Termine mag ich mir jetzt so früh nicht mehr machen.


Beginne jeden Tag (seit 15 Jahren) mit einer Yogastunde, auch daran habe ich nichts geändert. Beneidenswert, wer so eisern ist. Finde ich toll. Hältst Du das auch im Urlaub so?

Centaurius
10.08.2009, 15:51
~~~~~~~~~~~~:Sonne:~~~~~~~~~~~~~~~~

Beneidenswert, wer so eisern ist. Finde ich toll. Hältst Du das auch im Urlaub so? Es macht mir einfach Spaß, den Morgen mit Yoga zu beginnen. Früher bin ich deswegen sogar sogar jeden Arbeitstag um 5.30 Uhr aufgestanden.

Auf Urlaubsreisen läßt sich das Üben nur selten gut verwirklichen, bei unserem Reisestil. Irgendwo im Regenwald oder am tropischen Strand meine Übungsdecke ausbreiten, wohlmöglich vor Sonnenaufgang... ach nee.

Immerhin hält mich Yoga einigermaßen fit fürs Reisen, körperlich und seelisch. 14 Flugstunden in der Bretterklasse, schlafen in der Hängematte oder unter freiem Himmel im Swag, das macht mir alles nichts aus. :lachen:

Inaktiver User
10.08.2009, 19:32
Ich denke wenn man Yoga richtig beherrscht, bringt es einem eine Menge.
Leider sind die Kurse hier in meiner Gegend sehr gering im Angebot.
Ich habe einmal versucht einzusteigen. Die Kursleiterin sagte, sie korrigiere nicht sondern jeder musste die Übungen machen so gut er konnte. Ich denke wenn sich erst einmal Fehler eingeschlichen haben, macht es keinen Sinn und die Wirkung ist nicht die Gleiche. Ich habe daraufhin den Kurs abgebrochen.
Was sagen Deine Erfahrungen?

Centaurius
11.08.2009, 10:08
°°°°°°°°°°°°°°°°:allesok:°°°°°°°°°°°°°°°°°

Beneidenswert, wer so eisern ist. Finde ich toll. Hältst Du das auch im Urlaub so? Es macht mir einfach Spaß, den Tag mit Yoga zu beginnen. Früher bin ich deswegen sogar jeden Arbeitstag um 5.30 Uhr aufgestanden.

Auf Urlaubsreisen läßt sich das nur selten gut verwirklichen, bei unserem Reisestil. Irgendwo im Regenwald oder am tropischen Strand meine Übungsdecke ausbreiten, wohlmöglich vor Sonnenaufgang... ach nee.

Immerhin hält mich Yoga einigermaßen fit fürs Reisen, körperlich und geistig-seelisch. 14 Flugstunden in der Bretterklasse, schlafen in der Hängematte oder unter freiem Himmel im Swag, das macht mir alles nichts aus.

Der Yoga-Weg steht jedem Menschen offen. Wie schnell und wie weit er geht, entscheidet die/der Übende selbst. Eine erfahrene anleitende Person halte ich für sehr wichtig, um die Übenden mit dem 8fachen Yogapfad vertraut zu machen (die „körperlichen Übungen“ (asanas) gehören dazu, sind aber keineswegs Hauptbestandteil des Yoga).

Das Prinzip der Gewaltlosigkeit (ahimsha) gilt auch im Umgang mit sich selbst. Wer aus Ehrgeiz angetrieben von seinem Körper Leistungen fordert, die letztlich nur schaden, hat sich vom Yogaweg entfernt. Die Lehrerin/der Lehrer geht auf die individuellen körperlichen und „geistigen“ Möglichkeiten der Lernenden ein. In diesem Sinne ist auch „Korrektur“ angebracht

Mein Yoga-Lehrer erinnert immer wieder daran, daß Yoga in erster Linie eine Lebenseinstellung ist. Und das wirkliche „Übungsfeld“ der Übenden sei der Alltag.
:blumengabe:

Inaktiver User
11.08.2009, 18:24
@ Centaurius

Jetzt bekomme ich eine Ahnung, warum Yoga bei mir vor Jahren nicht geklappt hat, ich war wohl zu leistungsorientiert, alles perfekt zu machen und das widerspricht wohl der Philosphie von Yoga, wenn ich das jetzt richtig gelesen habe.

Centaurius
12.08.2009, 18:21
///////////////////:erleuchtung:\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\\
Yoga bietet einen Leitfaden, um sich selbst zu finden. Wer sich selbst annehmen mag in der eigenen Unvollkommenheit, um sich trotzdem nachsichtig weiterzuentwickeln, der erhält auch die Chance, liebevoll und nachsichtig mit seiner Umwelt umzugehen, seinen Mitmenschen und der gesamten Welt.

Sich selbst zu vernachlässigen um sich aufzuopfern für wen oder was auch immer - ist nicht im Geiste des Yoga.
:lachen:

Centaurius
16.08.2009, 13:52
Hallo... :yeah:

...ab morgen geht in NRW die Schule wieder los. Wie weit ist man/frau davon überhaupt noch betroffen, wenn das Berufsleben ± abgeschlossen ist?

Ich finde, es ist während der Schulferien fast allerorten so schön ruhig, besonders im öffentlichen Nahverkehr, aber auch auf den Straßen, in den Geschäften...

Mit Interesse beobachten wir die ersten selbstständigen Urlaubsaktivitäten unserer älteren Enkelkinder... und halten uns mit dem Reisen zurück, wenn alle Welt auf Achse ist. :entspann:

Inaktiver User
16.08.2009, 20:39
Wir wohnen sehr ländlich, da ist es fast immer ruhig, manchmal fast zu ruhig. Da bin ich froh, wenn ich ein paar Kinder draußen höre.
Aber im Großen und Ganzen liebt man schon seine Ruhe.
Ich merke es immer, wenn ich meine Enkelkinder in der Großstadt besuche.
Die überfüllten Straßen- und S-Bahnen, die vollen Geschäfte, die Menschen sind meistens gehetzt. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand , wenn er auch nur einen Artikel in der Hand hat, an der Kasse vorgelassen wird.

Alles auf der Überholspur, sage ich dann immer.

Da denke ich, ist es für manchen schon schön, wenn es in der Ferien etwas gelassener zugeht.

Inaktiver User
17.08.2009, 23:27
Ich habe bereits als Kind wenig Schlaf gebraucht, 3-5 Stunden mehr ist es fast nie. Bin übertags deswegen nicht müde.

Und dabei ist schlafen so schön!!! Vor allem nach Mitternacht:freches grinsen:

Centaurius
18.08.2009, 11:58
----------------:lachen:-------------

Wir wohnen sehr ländlich, da ist es fast immer ruhig, manchmal fast zu ruhig. Da bin ich froh, wenn ich ein paar Kinder draußen höre.
Aber im Großen und Ganzen liebt man schon seine Ruhe. Es ist weniger die Lebhaftigkeit der Schulkinder, die mich stört. Aber daß es z.B. einfach „cool“ ist, die halbleeren Getränkeflaschen in Bus oder Bahn zurückzulassen, daß pubertierende Jungen ihre sexuellen Fantasien lautstark in Fäkalsprache herumposaunen, daß die Füße samt der Schuhe grundsätzlich auf die Sitze gelegt werden, daß Musik auch ohne Kopfhörer den übrigen Fahrgästen aufgedrängt wird, daß überhaupt die Interessen Menschen außerhalb des Schülerdunstkreises anscheinend nicht existieren - das ist einfach nervig. :knatsch:

In ländlichen Gegenden mag das noch nicht so exzessive Formen angenommen haben.


Und dabei ist schlafen so schön!!! Jedenfalls bin ich immer wieder fasziniert von der Begegnung mit meiner fantastisch kreativen Traumwelt.

Inaktiver User
18.08.2009, 14:42
Es ist weniger die Lebhaftigkeit der Schulkinder, die mich stört. Aber daß es z.B. einfach „cool“ ist, die halbleeren Getränkeflaschen in Bus oder Bahn zurückzulassen, daß pubertierende Jungen ihre sexuellen Fantasien lautstark in Fäkalsprache herumposaunen, daß die Füße samt der Schuhe grundsätzlich auf die Sitze gelegt werden, daß Musik auch ohne Kopfhörer den übrigen Fahrgästen aufgedrängt wird, daß überhaupt die Interessen Menschen außerhalb des Schülerdunstkreises anscheinend nicht existieren - das ist einfach nervig. :knatsch:Ich habe das auch schon öfters erlebt, da ich, wenn ich in Berlin bin, meistens mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahre. Ich frage mich dann immer woran es liegen mag. Oder ob es uns , weil wir einer anderen Generation angehören, nur so unangenehm auffällt?

Inaktiver User
26.08.2009, 07:28
Vage Bedenken, ich könnte etwas Wichtiges verpassen, oder einfach nur Bequemlichkeit?

Also schiebe ich das alles auf und - reise. Knüpfe an das bewährte Rezept an, neue Erfahrungen zu sammeln, die mich total in Anspruch nehmen.

Was ist denn nun so wichtig im Leben, daß es in den mir verbleibenden Lebensjahren mehr Raum verdiente?


...eventuell könntest du etwas Wichtiges entdecken, das jetzt Raum einnehmen darf?

Es kommen neue Erfahrungen dazu und füllen den Raum. So bleibt der Raum verplant und wird nicht frei.

Alte Bilder ordnen, um sie sortiert und als Leichtgepäck für die weitere Zeit bei sich zu tragen, brauchen Raum zum Anschauen, wie das Puzzlespiel des Lebens aussah.

Es gibt die Übersicht, welche Freiräume noch gebraucht werden, um sie mit fehlenden neuen Eindrücken zu füllen...

Centaurius
27.08.2009, 15:12
:blume::blume::blume::blumengabe::blume::blume:

...eventuell könntest du etwas Wichtiges entdecken, das jetzt Raum einnehmen darf?
Es kommen neue Erfahrungen dazu und füllen den Raum. So bleibt der Raum verplant und wird nicht frei.
Grübel grübel... :knatsch: Irgendwie sind es immer die „alten Erfahrungen“ als neuer Aufguß. Wie wenn ein Hobbygartenfreund darauf wartet, was denn einfach so in seinem Garten wachsen mag, komme ich mir manchmal vor. Überlegt er aber, was er alles sähen oder pflanzen könnte, wird es schwierig.

Inaktiver User
28.08.2009, 08:07
...der Gärtner hat Zeit, die Schätze der Erde zu entdecken und ihre Entfaltung zu verfolgen - eventuell einige Ergänzungen vorzunehmen, falls er nicht zulassen kann, dat et kütt wie et kütt...

Centaurius
06.09.2009, 13:46
Hallo :yeah:,

da der Mitteilungsdrang der lieben Leserinnen (und Leser?) sich in Grenzen hält, ist es sicher nicht schlimm, wenn ich bis Ende September verreise. Werde in dieser Zeit wohl kaum Gelegenheit haben zu schauen, was in der Brico los ist.

Schon seit Tagen quäle ich mich mit dem eigenartigen Prozeß von Packen und Loslassen. Das gleicht etwa dem Ablegen einer Marionette: Daß sich bloß die Fäden nicht verheddern!, wenn ich das Ding nach meiner Heimkehr wieder zurück ins Leben rufen möchte.

Habe ich die Haustür hinter mir geschlossen, ist die Metamorphose zum Reisenden vollzogen.

Bis dann, Centaurius

Lorolli
06.09.2009, 15:29
da der Mitteilungsdrang der lieben Leserinnen (und Leser?) sich in Grenzen hält, ist es sicher nicht schlimm, wenn ich bis Ende September verreise. Werde in dieser Zeit wohl kaum Gelegenheit haben zu schauen, was in der Brico los ist.

Hallo Centaurius,

wünsche die eine wunderschöne Reise und hoffe doch du berichtest uns hinterher.

Bis du eigentlich aus dem Rheinland ? habe eben erst deine Signatur bewusst wahrgenommen.

Gruss Lorolli

Centaurius
07.09.2009, 15:32
Danke für deine guten Wünsche, Lorolli :blumengabe:.

Ich wohne ungefähr dort, wo die Flugzeuge beim Landeanflug nach Düsseldorf die Fahrwerke ausklappen. Leider starte ich zu meiner Urlaubsreise mit dem Ziel Brasilien aber mal wieder in Frankfurt.
:Sonne:
L.G. Centaurius

Lorolli
07.09.2009, 15:41
Hallo Centaurius,

na nach Frankfurt ist es ja nicht so weit mit dem ICE :zwinker:

Wünsche dir einen interessanten Aufenthalt in Brasilien.

Gruss Lorolli

Gela2
03.10.2009, 15:50
Hallo!
Suche das "Kohlroeschen", kennt Jemand ihren neuen Nick? Wenn ja, mir bitte per priv.Nachricht schicken, wäre nett !!! Vielleicht schreibt sie ja inzwischen hier mit?

Danke und schöne Tage!:blumengabe:

Lalique
17.11.2009, 15:35
Hallo, ihr Lieben!

Es wird Zeit, dass ich etwas zum Thema schreibe, weil es mich mittlerweile direkt betrifft :smile:.

Seit einige Monaten bin ich nun "Rentnerin“.
Mit der Bezeichnung kann ich nach wie vor nicht viel anfangen, weil sie assoziiert, was ich "davor“ so fürchtete: Abstellgleis, letzte Lebensstation, zum alten Eisen zu gehören, beiges Krampfadergeschwader grau in grau.

Ich hatte ja auch einen tollen Arbeitsplatz!
Dann kam der Sprung ins kalte Wasser völlig unspektakulär.
Abschiedsfeiern, Geschenke, Verabschiedung, Lobeshymnen, das volle Programm am Arbeitsplatz und dann blieb ich am Tage X einfach nur zu Hause wie an anderen freien Tagen auch.

Ich wartete darauf, mich beschissen zu fühlen, alt und überflüssig, also auf die Wucht der negativen Gefühle, die ich mir vorgestellt hatte.
Aber die hatte ich offenbar schon vorher ausgelebt, weil ich allen Leuten damit in den Ohren gelegen hatte...

Ich hatte einen freien Tag und den habe ich bis heute jeden Tag aufs Neue.
Ich habe sogar das Gefühl, ein wenig zeitversetzt zu leben, wie damals, als die Kinder klein waren und ich nicht berufstätig war.
Vor meiner Scheidung!
Mit dem Unterschied, dass es mir seelisch viel, viel besser geht. Damals war ich ziemlich unglücklich.
Aber jetzt fühle ich mich frei, richtig frei. Das hatte ich so einfach nicht erwartet.

Als erstes habe ich eine ausgedehnte Reise in die Vergangenheit gemacht. Ich habe alte Schulfreundinnen besucht, die ich schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen hatte, mit denen ich aber in losem Kontakt geblieben war.
Das war hoch interessant, wenn auch oft traurig, weil das Leben nicht immer nur angenehm verläuft und beinahe jede ein Lied davon singen konnte.
Aber ich will das nicht weiter vertiefen.

Was ich nun mache?
Im Grunde das, was ich mehr oder weniger schon immer gemacht habe, nur mit mehr Zeit und ausgedehnter.
Ich dichte ja für mein Leben gern und habe mir Foren gesucht, in denen es Gleichgesinnte gibt, die genau so gern aus dem Stegreif dichten und reimen wie ich.
Wir werfen uns gegenseitig die Bälle zu und haben einen Heidenspaß.
Das wollte ich hier in der Bricom mal initiieren, aber es hat nie so richtig geklappt!
Ich habe wieder angefangen zu nähen, was ich aus Zeitmangel auch so gut wie aufgegeben hatte.
Erst zwei Sommerkleider und jetzt einen Mantel.
Zum Meditieren und für Yoga Übungen habe ich endlich Zeit genug, aber die meiste Zeit verbringe ich mit schreiben.
Ich ging schon lange mit einer Romanidee schwanger und jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dafür.
Das wird noch lange Zeit in Anspruch nehmen, weil ich nur langsam voran komme. Ich schreibe ständig alles um.
Meine Sprachgruppen hatte und habe ich sowieso und wenn das Buch endlich fertig ist, werde ich einer Chi Gong Gruppe beitreten und/oder auch noch Hormonyoga lernen.
Alles in allem fühle ich mich richtig wohl. Die große Wehmut und Trostlosigkeit ist ausgeblieben, das ist die Hauptsache.

Da ich spirituell bin, sehe ich das Leben als ein Kontinuum, eingebettet in ein Großes und Ganzes, das heißt, mich schreckt auch der Gedanke an den Tod nicht, weil ich weiß, er ist ein Übergang und es geht immer weiter.

Denn die Zukunft wird kürzer, das spüre ich deutlich, aber das macht meine Tage kostbarer.
Ich beginne langsam zu verstehen, weshalb sich auch uralte kranke Menschen oft noch so sehr an ein Leben klammern, das für die Umwelt so aussieht, als hätte es keine Qualität mehr. Für sie ist es wertvoll!

Das ist für mich eigentlich das beste an allem und eine wirkliche Überraschung.
Das Lebensgefühl. Es ist besser als in meiner Jugend.
Die Jahre drücken mich nicht und ich lasse alles auf mich zukommen.
Und komischerweise habe ich immer das Gefühl, als ob das Leben noch manch eine Überraschung für mich in petto hat!

Dreimal auf Holz geklopft :lachen: !


LG
Lalique :blumengabe:

Gela2
20.11.2009, 19:34
:blumengabe:
Hallo, liebe Lalique!

Gratuliere, so ist es genau richtig!!! Freue mich für Dich, dass Du so voll "ausgelastet" bist und alles machst, was Dir richtig Spaß macht! So kommt nie Langeweile und Frust auf! Schön ist das!!!!

Du schriebst:
.......................
Da ich spirituell bin, sehe ich das Leben als ein Kontinuum, eingebettet in ein Großes und Ganzes, das heißt, mich schreckt auch der Gedanke an den Tod nicht, weil ich weiß, er ist ein Übergang und es geht immer weiter.

Denn die Zukunft wird kürzer, das spüre ich deutlich, aber das macht meine Tage kostbarer.
Ich beginne langsam zu verstehen, weshalb sich auch uralte kranke Menschen oft noch so sehr an ein Leben klammern, das für die Umwelt so aussieht, als hätte es keine Qualität mehr. Für sie ist es wertvoll!...............


Möchte mich voll und ganz Deiner Meinung anschließen, habe auch keine Angst vor dem Tod.
Auch alte Menschen klammen sich an ein eigentlich unschönes Leben, stimme Dir auch hier voll und ganz zu.
Sehe es an meiner 94jährigen Mutter, geistig total fit, körperlich nicht mehr so, aber wenn man sie fragt, wie lange sie denn noch leben möchte (weil mal ein techn.Gerät kaputt geht, sie aber möglichst keine neues mehr kaufen möchte, weil sie ja soo alt ist), dann sagt sie : "Eigentlich immer":smirksmile::allesok:

Liebe Grüße:blumengabe:

Centaurius
23.11.2009, 12:51
Hallo :ahoi:!

Ja, mir kam es auch so vor wie Lalique. Diese Zäsur, von heute auf morgen im Ruhestand zu stehen, hat mir auch kein Problem bereitet. Schließlich hatte (und habe) auch ich so vieles vor, so daß Langweile oder ein Gefühl von Überflüssigsein keine Chance haben.

Und dennoch spüre ich Veränderung in mir, die Anforderungen wandelten sich, und eine Verschiebung der Wichtigkeitsscala wird deutlich.


Zum Meditieren und für Yoga Übungen habe ich endlich Zeit genug, aber die meiste Zeit verbringe ich mit schreiben. Das könnte ich geschrieben haben! Mein Gedanke fürs Leben und den davon verbliebenen Rest lautet etwa: Auch wenn ich irgendwann nichts mehr habe, Yoga wird mir bleiben. Wobei ich unter Yoga zwar AUCH, aber keinesfalls NUR Asana und Pranayama verstehe. Ja, und in der Tat schreibe ich auch sehr viel. Auch wenn ich diesen Strang in der letzten Zeit vernachlässigt habe.

Nach meiner Brasilienreise reihte sich Kurzreise an Kurzreise... aber ich möchte jetzt nicht mit faulen Ausreden für meine lange Abwesenheit im Forum kommen :knatsch:. Tatsache bleibt, daß ich beobachte: Reisen sind mir nicht mehr sooo wichtig, und ich ertappe mich bei Rückziehern von der Idee, daß ich monatelang in Asien bleiben könnte. Ich könnte schon, aber ich möchte nun nicht mehr. Aber auch das mag sich wieder ändern.

So weit zur Wichtigkeitsscala. Was an Anforderungen im Ruhestand auf mich zugekommen ist, dazu zählt vor allem die Notwendigkeit, die Zeit selbst zu strukturieren. D.h., nicht einfach das tun, was sich gerade in den Weg stellt oder wozu ich gerade Lust habe, sondern ein sinnvolles „Zeitmanagement“ zu entwickeln, das wieder zu einem befriedigenden Rhythmus von Arbeits- und Entspannungszeit führt. Für mich ein Problem, da meine Natur „geregelte Tagesabläufe“ ablehnt, mit z.B. diesen gräßlichen Fixpunkten „Mahlzeiten“ und „Fernsehen“. Damit meine Frau und ich auch noch gemeinsame Unternehmungen auf die Reihe bekommen, stellen wir für jede Woche eine Art Zeitplan auf, damit gemeinsame Wanderungen und Kulturevents nicht zu kurz kommen.


Da ich spirituell bin, sehe ich das Leben als ein Kontinuum, eingebettet in ein Großes und Ganzes, das heißt, mich schreckt auch der Gedanke an den Tod nicht, weil ich weiß, er ist ein Übergang und es geht immer weiter. Das kann ich auch von mir sagen. Und, daß sich zu allen Schwerfälligkeiten, die sich langsam anbahnen, auch ein Gefühl von Leichtigkeit gesellt. Ich trage schließlich weniger Verantwortung, und unsere Kinder kümmern sich wunderbar um sich selbst und ihre Kinder.

Centaurius

Inaktiver User
27.11.2009, 15:21
Ich beginne langsam zu verstehen, weshalb sich auch uralte kranke Menschen oft noch so sehr an ein Leben klammern, das für die Umwelt so aussieht, als hätte es keine Qualität mehr. Für sie ist es wertvoll!
Ich denke eher sie können nicht loslassen, haben Angst vor dem Sterben. Ich spreche nicht von Denen, die noch alleine leben können und im weitesten Sinne auch noch für sich selbst sorgen. Ich sprechen von denen, die ohne Hilfe anderer gar nicht sein könnten, die Wohnung so gut wie gar nicht verlassen können nur noch für das Essen und das Schlafen leben. Was ist das für eine Qualität?

Centaurius
27.11.2009, 16:06
Ich beginne langsam zu verstehen, weshalb sich auch uralte kranke Menschen oft noch so sehr an ein Leben klammern, das für die Umwelt so aussieht, als hätte es keine Qualität mehr. Für sie ist es wertvoll!

Kann ich (noch?) nicht verstehen. Ich hatte einige uralte Menschen in meiner Verwandtschaft. Aber als Krankheit ihre Lebensqualität gegen Null schrumpfen ließ, hätten sie gern auf jeden weiteren Lebenstag verzichtet.

Ich sehe es eher wie Sylte, von wegen loslassen können.

gittifrau48
27.11.2009, 16:43
Wahrscheinlich ist es so, dass man wirklich ein höheres Alter (und auch ein Mitwachsen) erlebt haben muss, ehe man versteht, dass andere trotz Verlusten noch gern leben...

Da ich regelmäßige Kontakte zum Pflegeheim habe, kann ich erleben, wie unterschiedlich dort das Alter mit seinen Gebrechen angenommen wird...

Ob das Leben mir trotz körperlicher Defizite noch lebenswert ist, hängt für mich damit zusammen, ob es noch anderes gibt, was mir Freude macht, seien es Bücher, Musik oder anderes...

Ich denke, das ist Lebenskunst, wenn man es versteht, Dinge, von denen man Abschied nehmen musste, durch anderes zu ersetzen...

Durch die Kontakte zum Heim habe ich sowohl traurige wie auch beglückende Erfahrungen dazu gemacht und hoffe, dass es mir so gelingt, wie ich es zumindest bei einigen positiv erleben konnte...:blumengabe:

Inaktiver User
27.11.2009, 19:58
Ich denke, das ist Lebenskunst, wenn man es versteht, Dinge, von denen man Abschied nehmen musste, durch anderes zu ersetzen...Ich denke das ganze Leben ist so ein Prozess. Man muss immer von etwas Abschied nehmen und sich neu erfinden.

Ich denke das schlimmste am Alter ist bei vielen die Einsamkeit bedingt durch die oft eingeschränkte Mobilität.

Einerseits ist es schön wenn man lange in seinen vier Wänden wohnen kann, andererseits hat man oft kaum Ansprechpartner.

Im Pflegeheim konnte ich beobachten, dass sich viele alte Menschen total zurückziehen, sich einerseits langweilen, aber auch an nichts teilnehmen wollten.

Aber vielleicht sind dies jene Menschen die auch früher wenig Interessen hatten.

Schlampi
27.11.2009, 21:56
???

Centaurius
27.11.2009, 22:08
Im Pflegeheim konnte ich beobachten, dass sich viele alte Menschen total zurückziehen, sich einerseits langweilen, aber auch an nichts teilnehmen wollten.
Ihr habt sicher Recht. Nun, wenn wir an unsere „Endzeit“ denken, wie sie aussehen könnte, dann gruselts uns...

Mag sein, das gehört auch in „Die Zeit danach“, die Zeit also nach dem Arbeitsleben. Und wir kennen unsere Galgenfrist nicht. Aber ich möchte meine letzten Lebensjahre nicht damit verbringen, Katastrophenszenarien zu entwerfen. Soweit ich Altenheime kennengelernt habe, handelte es sich um Horrorkabinette.

Im Altenheim zu enden ist für mich der absolute GAU, meine Töchter und die Gnade der Götter mögen mich davor bewahren. Ich hatte allerdings genügend alte Menschen in der Verwandtschaft, deren Lebensende spielte sich aber ganz anders ab. Wem auch immer sei tiefer Dank.

Schließlich - das Leben ist doch immer JETZT, oder?

Centaurius

Inaktiver User
28.11.2009, 15:54
Ich hatte allerdings genügend alte Menschen in der Verwandtschaft, deren Lebensende spielte sich aber ganz anders ab. Wem auch immer sei tiefer Dank.
Man darf das auch nicht verallgemeinern. Es gibt durchaus Senioren, die bis in's hohe Alter vital sind und auch gut klar kommen. Wer jedoch schon frühzeitig jegliche Verantwortung für sich selbst abgibt, wird nicht zu denen zählen.

Im Altenheim zu enden ist für mich der absolute GAU, meine Töchter und die Gnade der Götter mögen mich davor bewahren. Für wen wohl nicht. Aber manchmal geht es nicht anders. Auf die Götter möchte ich mich nicht verlassen und auf die Kinder auch nicht, sind doch die Meisten berufstätig und somit auch ziemlich schnell überfordert.
Das wird in Zukunft nicht anders sein, als heute und ich weiß wovon ich spreche.
Na wir haben ja hoffentlich noch ein paar Jährchen Zeit :pfeifend:

Centaurius
30.11.2009, 12:21
Gestern waren wir bei guten Freunden. Die hatten bis vor 2 Jahren noch geplant, mit erreichtem Ruhestand in die Nähe ihrer verheirateten Tochter zu ziehen. Das hätte ihnen im Hintergrund wohl eine Art von Sicherheitsgefühl gegeben.

Daß die liebe Tochter - wie zu Vorbeugung - mit ihrem Mann jetzt für ein paar Jahre ins Ausland gegangen ist :freches grinsen:, hat unsere Freunden sozusagen auf ihre eigenen Interessen zurückgeworfen. Jetzt schon fürs hohe Alter planen? Für den Fall, daß? Und Kinder in die Planung einbeziehen?

Sie werden zwar in eine andere Gegend ziehen, die ihrem Geschmack mehr entspricht als ihre Heimatstadt, aber ohne nach den Kindern zu schielen. :smirksmile:

Centaurius

Inaktiver User
30.11.2009, 14:57
Jetzt schon fürs hohe Alter planen? Für den Fall, daß? Und Kinder in die Planung einbeziehen?
Das Haus und den Garten verkaufen, weil viel zu groß und zu viel Arbeit.
In die Nähe der Kinder ziehen und die Enkelkinder aufwachsen sehen.
Ich muss sagen, mir diesem Gedanken hatten wir auch schon gespielt, als wir in Rente gingen.


Sie werden zwar in eine andere Gegend ziehen, die ihrem Geschmack mehr entspricht als ihre Heimatstadt, aber ohne nach den Kindern zu schielen. :smirksmile:Mittlerweile ist steht diese Variante mehr im Vordergrund.
Eine gewisse Distanz zu den Kindern ist mir bei aller Zuneigung angenehmer.

Außerdem weiß man nie, wie die Planung der Kinder für die Zukunft aussieht. Schon aus beruflichen Perspektiven. Die Enkel werden schneller groß als man glaubt. Und dann wohnt man vielleicht auch wieder allein in einer Gegend, die einem doch nicht so Heimat geworden ist.

Inaktiver User
30.11.2009, 18:00
Im Altenheim zu enden ist für mich der absolute GAU, meine Töchter und die Gnade der Götter mögen mich davor bewahren.

Das hängt vom "Altenheim" ab, was wiederum nicht zuletzt eine Geldfrage ist.
Für mich wäre die Erwartung, dass meine Kinder meine letzten Jahre managen ein viel größerer Autonomieverlust als die bezahlte Versorgung in einer betreuten Wohnform, die ich mir, so lange ich noch allein leben kann, bewusst selbst ausgesucht habe.

Lalique
12.12.2009, 18:53
Hallo!
Ich lasse die Dinge auf mich zukommen, eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
Ich werde ja sehen, wie ich mich fühle, sollte ich eines Tages wirklich total abhängig von anderen sein oder/und sehr einsam.
Zur Zeit denke ich, solange mein Grips funktioniert und ich das Internet habe, werde ich immer einen Aktionsradius haben.
Außerdem sehe ich etwas auf unsere Gesellschaft zukommen, was ich gar nicht so schlecht finde.
Angesichts des hohen Anteils von Rentnern wird die Diskussion über Sterbehilfe und auch ein freiwilliges Ausscheiden einen ganz anderen Stellenwert bekommen in der Gesellschaft.
"Leben um jeden Preis" wird nicht mehr die höchste Priorität haben, wenn ein Mensch nur noch leidet und auch die Zukunft keine Besserung, sondern Verschlimmerung bringen wird.
Es wird so ewas wie das Recht auf ein würdiges Sterben geben.
Natürlich auch, um die "Alten" elegant loswerden zu können, das sehe ich ganz realistisch :smirksmile: !
Aber ich möchte die Möglichkeit eines selbstbestimmten Sterbens haben.
Dies aber nur ganz am Rande!
So weit bin ich noch lange nicht, vielleicht nie!
Zur Zeit erfüllt mich eine tiefe Genugtuung. Ich habe das Gefühl, alles gut gepackt und noch eine gute Zeit vor mir zu haben.
Meine Kinder plane ich da überhaupt nicht ein!
Das Schlimmste, was mir passieren kann, ist, dass ich meinen Lebensgefährten verliere. Ich habe oft Angst um ihn.
Er arbeitet freiberuflich, ist oft auf Autobahnen unterwegs zu Terminen und lebt allgemein nicht allzu gesund, raucht unter anderem!
Zum Glück nur noch Pfeife, aber trotzdem!
Mit ihm an meiner Seite bin ich stark und sicher, ohne ihn ... das will ich mir gar nicht vorstellen.


LG
Lalique :blumengabe:

Feinsinn
12.12.2009, 19:30
Als Wanderer und/oder Reisender weiß ich: Zu viel mitschleppen macht mich unbeweglich, zu wenig im Gepäck macht mich abhängig.



da ist was dran, aber nicht nur als Reisender.

eventuell
20.12.2009, 22:52
Nun sage ich auch mal Hallo,

ich lese mich gerade durch einige Themen und fand Eures sehr interessant, da ich mich seit Mai im Vorruhestand (Altersteilzeit) befinde. Auf diese Zeit habe ich sehnsüchtig gewartet und wollte mit meinem Mann das Leben geniesssen, leider verstarbe er Ende Januar 09 und somit hatte ich zwei neue Tatsachen zu verarbeiten. Ich fühlte mich an seiner Seite sicher, wir hatten ein gutes Leben. Nichts ist mehr wie es einmal war.

Lalique beschreibt ihre Ängste um den evtl. Verlust ihres Partners, das ist wirklich eine schlimme Erfahrung.

Mein Mutter wird im Januar 97 Jahre alt und lebt in einem Altenheim, sieht keinen Sinn mehr zu leben, was ich verstehen kann. Sollte ich ihre Gene geerbt haben, habe ich noch 35 Jahre zu leben. Also heisst es Freundschaften pflegen, mich pflegen, damit ich lange gesund bleibe und versuchen einen neuen Lebenssinn zu finden, gar nicht so einfach.

Die Arbeit vermisse ich nicht, es ist schön ohne Wecker zu leben, aber mein Terminkalender war nie so voll wie in den letzten Monaten. Ich habe das Bedürfnis aufzuräumen, Ballast abzuwerfen, mich von all den unwichtigen Dingen zu trennen die in den Schränken liegen, vom Keller ganz zu schweigen, es geht nur ganz langsam voran, aber es ist eine Aufgabe.

Das Internet war für mich schon immer das Tor zur Welt, jetzt ohne Computer - undenkbar, es ist schön zu Mailen und vielleicht am gleichen Tag noch Antwort zu bekommen.

Nun lass ich mal einen lieben Gruß hier

eventuell

Lizzie64
20.12.2009, 22:53
liebe eventuell :in den arm nehmen:

Feinsinn
21.12.2009, 03:05
liebe eventuell

Du klingst trotz des Verlustes zuversichtlich und das ist gut.
Ballast abwerfen ist wichtig und aufräumen.

Das Internet ist für mich auch sehr wichtig, es macht vieles
einfacher und schöner und unkomplizierter und bringt Nähe,
obwohl Distanzen manchmal da sind.

Feinsinn

eventuell
22.12.2009, 20:20
Hallo Lizzie64 und Feinsinn,

Lizzie, schau mal, wir sind bis auf einen Tag Unterschied bei brigitte.de, sozusagen von Anfang an dabei, Danke für das Trösterchen.

Feinsin,, es freut mich immer wieder, dass ich zuversichtlich rüberkomme, fühle mich oft nicht so, aber das ist auch von Tag zu Tag unterschiedlich, die Gefühle fahren Achterbahn und ich denke, das wird noch lange so bleiben.


Liebe Grüße und besinnliche Feiertage

eventuell

Lizzie64
22.12.2009, 22:42
das stimmt ja, liebe eventuell!

und wir haben uns beim 1. großen braunfels-treffen 2002 persönlich kennengelernt :smile:

ich wünsche euch allen einen guten rutsch und ein absolut tolles neues jahr! :blumengabe:

Centaurius
07.06.2010, 13:39
Hallo:ahoi:,

ist da noch jemand im Forum über 60? Darf ich nach so langer Zeit den Strang weiterspinnen?


Ich lasse die Dinge auf mich zukommen, eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Ich werde ja sehen, wie ich mich fühle, sollte ich eines Tages wirklich total abhängig von anderen sein oder/und sehr einsam.

Meine „Zeit danach“ hatte ich mir eigentlich sehr viel kreativer vorgestellt. Daß ich mir gelegentlich auch Gedanken mache über eine (Schluß-)Phase in (Pflege-)Abhängigkeit - klar. Aber das kann ja noch sehr lange dauern bis dahin, und vielleicht gehöre ich auch zu den Glücklichen, die nie die Verantwortung für sich aus den Händen geben brauchen.

Aber was ist denn aus meinen ganzen Projekten geworden, die ich realisieren wollte mit meiner mutmaßlich vielen Zeit im Ruhestand? Bin doch bei ausgezeichneter Gesundheit, was ist die Ursache dafür, daß ich immer wieder Zeit vertrödle, ohne Vergnügen dabei sondern mit schlechtem Gewissen? Sind die vielen interessanten Pläne am Ende doch nur anstrebenswert gewesen, als ich sie noch aus Zeitmangel zurückstellen mußte? Kam mein „Beschäftigungsplan“ nicht aus dem Bedürfnis von Selbstverwirklichung?

Meine Freizeit füllt sich ganz von selbst, gänzlich ohne Anflug von Langeweile aber mit einem faden Beigeschmack von Sinn-losigkeit.

Centaurius

Lorolli
07.06.2010, 18:12
Meine Freizeit füllt sich ganz von selbst, gänzlich ohne Anflug von Langeweile aber mit einem faden Beigeschmack von Sinn-losigkeit.

es heisst doch nicht umsonst immer wieder " Rentner haben nie Zeit " :pfeifend: :freches grinsen:

und was ist Sinn-losigkeit ? wir haben doch unser ganzes Leben im Beruf und der Familie funktioniert und dürfen uns jetzt treiben lassen.

Ich habe allerdings einige feste Termine, sonst würde schon die Gefahr bestehen als vor sich hinzuschieben.

Durch das Internet ist man ja mit dem Weltgeschehen verbunden und
die Gefahr viel Zeit am PC zu verbringen ist natürlich groß.

Aber jetzt kommt hoffentlich erstmal ein schöner Sommer und wir können viel Zeit draussen verbringen.

Gruss Lorolli

Centaurius
08.06.2010, 10:58
Hallo Lorolli :ahoi:,


und was ist Sinn-losigkeit ? wir haben doch unser ganzes Leben im Beruf und der Familie funktioniert und dürfen uns jetzt treiben lassen. Wir dürfen schon, aber das fühlt sich eben sinnlos an.


Durch das Internet ist man ja mit dem Weltgeschehen verbunden und die Gefahr viel Zeit am PC zu verbringen ist natürlich groß. Wie wahr! Auch eine Art, sich treiben zu lassen.

Mir fällt der Doppelsinn des „Sich-treiben-lassens“ auf. Neben dem scheinbar entspannten der momentanen Eingebung folgen gibt es eine Instanz, die mich treibt... wie der Wind ein steuerloses Schiff vor sich hertreibt. :knatsch:


Aber jetzt kommt hoffentlich erst mal ein schöner Sommer und wir können viel Zeit draußen verbringen. Bin eigentlich immer gern draußen, bei fast jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Aber seit ich es fast jeden Tag kann, geht irgendwie auch die Freude am Draußensein etwas verloren.

Centaurius

Lorolli
08.06.2010, 13:42
Bin eigentlich immer gern draußen, bei fast jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Aber seit ich es fast jeden Tag kann, geht irgendwie auch die Freude am Draußensein etwas verloren.


kann es sein, dass du dich momentan in einer Krise befindest ?

Seit wann bist du pensioniert ?

Gruss Lorolli

Centaurius
08.06.2010, 21:37
:blumengabe:


kann es sein, dass du dich momentan in einer Krise befindest ?
Glaube ich kaum. Ich beobachte mich in meiner veränderten Situation. Das halte ich für wichtig, damit ich darauf reagieren, etwas „daraus machen“ kann. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die durch Veränderungen in Krisen gestürzt werden.

Auch wenn ich keine Antwort auf jede Veränderung parat habe: Ich nehme wahr, und zwar eher gelassen als melancholisch.

Aber ich gebe zu, daß meine neue Lebenssituation mich herausfordert. Die alten „Werte“, die „alten Lebensqualitäten“ erscheinen in anderem Licht. Ich halte Ausschau nach „neuen Ufern“.

Lorolli
08.06.2010, 22:04
na da wünsche ich dir viel Erfolg, du wirst sie bestimmt finden

Centaurius
09.06.2010, 10:26
:tassenkasper:

na da wünsche ich dir viel Erfolg, du wirst sie bestimmt finden
Danke, jedenfalls halte ich Ausschau.

Ich vergaß: Im Ruhestand bin ich seit 3 Jahren.

Aber, das sollte ja mein Thema sein: Wer hat denn in der „Zeit danach“ etwas gefunden, was die „gewonnene Zeit“ nicht einfach ausfüllt, sondern vielleicht noch ein Stück persönliche Entwicklung darstellt? Vielleicht Wachstum im spirituellen Sinn?

Sind es denn immer nur die Enkelkinder, der Garten, die Reisen, Literatur und/oder Kunst, die sich ein wenig ausbreiten dürfen und den Raum einfach füllen wie der Hefekuchen beim Backen?

gittifrau48
10.06.2010, 18:09
Bei mir ist es die ehrenamtliche Arbeit im Pflegeheim, die mich herausfordert...

Dort gestalte ich seit mehreren Jahren monatlich eine "Lesestunde", die vorwiegend von den Besuchern der Tagespflege und einigen Bewohnern des Heimes besucht wird...

Dabei habe ich festgestellt, dass es nicht nur darauf ankommt, etwas vorzulesen, sondern ich versuche vor allem, mit den Besuchern dort zu verschiedenen Themen ins Gespräch zu kommen...

Das fordert mich jedes Mal heraus und gelingt durchaus recht unterschiedlich :peinlich:, da jeder der Gäste dort unterschiedliche Erkrankungen hat, manche eine beginnende Demenz zeigen und andere wirklich nur noch zuhören können...

Auch die entsprechende Literatur zum Vorlesen und die passende Musik suche ich sorgfältig aus, da die Ansprüche so unterschiedlich sind und ich versuche, die Besucher dieser Stunde möglichst nicht zu überfordern, aber auch nicht zu langweilen, sondern zu erreichen, dass wir einfach eine gute gemeinsame Stunde haben (und ich evt. auch gemeinsames Lachen schaffe :smirksmile:)...

Ich hoffe, dass mir noch lange die Ideen nicht ausgehen und dass ich mich auch weiter gesundheitlich so gut fühle, dass ich diese Veranstaltungen fortsetzen kann...

Außerdem gibt es bei mir einen festen Freundes(und Verwandten)kreis, mit dem ich mich regelmäßig treffe, austausche und Unternehmungen plane.
Da diese im unterschiedlichsten Alter sind, ist auch dies für mich immer wieder eine Bereicherung...

Sowohl die Lesestunde wie auch die Kontakte zu Freunden bedeuten für mich Wachstum und Entwicklung...

Wichtig halte ich vor allem, dass man etwas findet, das an die eigenen Stärken anknüpft und das einem selbst Freude macht - dann bringt es auch "Wachstum" ...:zwinker:

Andrerseits rechne ich auch mit einem Alter, in dem man wirklich zu tun hat, den eigenen Alltag zu bewältigen und hoffe aber dann, dass mir noch genug Kraft bleibt, um mich an eigenen Interessen selbst zu erfreuen...

Lorolli
10.06.2010, 19:10
Sind es denn immer nur die Enkelkinder, der Garten, die Reisen, Literatur und/oder Kunst, die sich ein wenig ausbreiten dürfen und den Raum einfach füllen wie der Hefekuchen beim Backen?


Enkelkinder habe ich keine und den Garten haben wir auch vor ein paar Jahren abgegeben. :lachen:

Gelesen habe ich schon immer sehr viel und auch interessante Ausstellungen besucht.

Aber seit ich nicht mehr berufstätig bin betreue ich einmal in der Woche einen psychisch kranken älteren Herrn. Dadurch habe ich ganz neue Einblicke in das Leben von behinderten Menschen bekommen.
Er lebte erst in einer offenen Wohngruppe und jetzt ist er auf einer Station.

Meine Denkweise hat sich dadurch doch etwas verändert und ich denke auch, dass die persönliche Entwicklung immer weiter geht auch im fortgeschrittenen Alter.

Gruss Lorolli

Inaktiver User
15.06.2010, 18:48
Aber, das sollte ja mein Thema sein: Wer hat denn in der „Zeit danach“ etwas gefunden, was die „gewonnene Zeit“ nicht einfach ausfüllt, sondern vielleicht noch ein Stück persönliche Entwicklung darstellt?

Bei mir ist es die Auseinandersetzung mit dem Sterben. Ich arbeite seit einiger Zeit 1 X wöchentlich in einem stationären Hospiz und finde, es ist u.a. eine großartige Lernerfahrung. Man lernt viel, nicht nur über den Tod sondern auch über das Leben. Klingt banal und ein bisschen nach Sonntagspredigt, ist aber ganz real so.