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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mutter von 5 Kindern "arbeitet nicht"????????



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Inaktiver User
07.07.2009, 23:49
Liebe Redaktion,

grad les ich im letzten Dossier "Spannende Männer" über einen Vater von 5 Kindern, dessen Frau angeblich "nicht arbeitet" (er ist Landrat).

Ihr lieben Leute - geht's eigentlich noch??? :peinlich:

Es mag ja sein, dass die Frau nicht berufstätig ist - aber wie sie das schafft, mit einer 7köpfigen Familie "nicht zu arbeiten" - das wär doch mal ein Extra-Dossier wert!!!

Keine freundlichen Grüße

von einer Leserin, die sich einen etwas sorgfältigeren und bewußteren Umgang mit Sprache wünscht. Sonst kann ich gleich die InStyle kaufen!!!!

Kisskiss
08.07.2009, 12:56
Du hast Recht!
Warum schreibt man nicht, dass sie nicht berufstätig ist oder noch besser, zur Zeit ihren Beruf nicht ausübt.
Weshalb, liegt ja wohl auf der Hand!

Inaktiver User
08.07.2009, 12:57
Klar. Die ist zu faul zum arbeiten!! :freches grinsen:

Inaktiver User
08.07.2009, 13:05
danke, ewk :blumengabe:

Inaktiver User
08.07.2009, 13:08
danke, ewk :blumengabe:

Gerne! :blumengabe:

Libellchen
08.07.2009, 14:03
Es scheint halt doch immer noch so zu sein,dass der Wert eines Menschen über seine Berufstätigkeit bestimmt wird-leider.Ich würde meinen,dass eine 7-köpfige Familie mehr Arbeit macht,als ein Job in dem man seine Zeit absitzt.Nicht dass ich werten möchte,aber wer Kinder hat,weiss wie engagiert die betreuende Person sein muss-und alles ohne geregelte Arbeitszeit.Nicht zu schweigen,von der Rentenlücke etc. wenn die Ehe denn doch nicht hält und frau wieder bezahlte Arbeit finden muss.

Inaktiver User
08.07.2009, 14:11
nicht, dass jeder wusste, was mit "arbeitet nicht" gemeint ist....

Inaktiver User
08.07.2009, 14:21
Mir ist in letzter Zeit öfter aufgefallen, wie flach die Artikel der Brigitte geworden sind. Schlampig recherchiert, einfach runtergeschrieben, lieblos in Inhalt und Form, betont witzig, dass es manchmal schon fast peinlich ist - wenns der Schreiberin schon nicht auffällt, der Schluss-Redakteurin sollte das aber schon in die Augen stechen.

Ich weiss nicht, ob es mangelnde Bildung oder Ausbildung, Lebenserfahrung und Erfahrung oder einfach zu kurz angesetztes Denken ist.

Um zum Grund dieses Aufschreis zu kommen: und wenn Frau Landrat keine Kinder hat und nicht arbeitet, geht das auch niemanden etwas an. Einen Haushalt mit offiziellem Charakter zu managen ist auch ein Fulltimejob. Und auch, wenn sie nichts zu tun hätte, auch das sollte nicht erwähnenswert sein.

Aber was rege ich mich auf, ich bin auch nicht besser. :engel:

Leomie.
08.07.2009, 14:33
Ich weiss nicht, ob es mangelnde Bildung oder Ausbildung, Lebenserfahrung und Erfahrung oder einfach zu kurz angesetztes Denken ist.


Die guten Journalistinnen mit Lebenserfahrung ist zu teuer..und nicht beeinflussbar..

also wird gerne junge Absolventen eingestellt..die willig sind..und bereit sind für wenig Geld zu malochen..

Tje..was kommt raus..wenn man die Artikel liest..??

flach und nur die Recherchen zusammengefasst ohne persönliche Note..

Tabetha
08.07.2009, 14:47
Ich würde meinen,dass eine 7-köpfige Familie mehr Arbeit macht,als ein Job in dem man seine Zeit absitzt.Nicht dass ich werten möchte,

Warum bitte wird bei der Mutter der Kinder gleich vorausgesetzt, dass sie sich kümmert und nicht die Kinder vor dem Fernseher parkt und bei der Berufstätigen, dass sie ihre Zeit absitzt?
Das ist sehr wohl eine Wertung und Äpfel mit Birnen verglichen.

Libellchen
08.07.2009, 14:51
Bei Bri hat das schon vor vielen Jahren angefangen!
Damals gabs noch die Apartheid in Südafrika-Bri war nicht zurückhaltend,hat Orangenwerbung etc. von da gebracht und 2 Seiten weiter vorn über die Unterdrückeung der Frauen und anderen berichtet.Mir viel damals schon auf,dass Berichterstattung weitab der Werbung läuft.Auch anderes ist mir negativ aufgefallen-Schlussendlich habe ich das Abo gekündigt,als meine Konsequenz zu den Ungereimtheiten!
Heute kann ich weder mit der Bri,noch mit dem Bri-Women wirklich was anfangen,ich kaufe das letztere höchstens mal in den Ferien.

Libellchen
08.07.2009, 14:53
Tabetha,ich wollte nicht allzu ausufernd werden.Ich weiss wohl,dass es hier und dort verschiedenen Qualitäten von Arbeit gibt.Kurz fassen war noch nie meine Stärke und die richtigen Formulierungen finden auch nicht.da hoffe ich dann immer auf das wohlwollende lesen der andern User :Sonne:

Tabetha
08.07.2009, 15:07
Gut. Ich bin dann mal wohlwollend(er) ... ;- )

Inaktiver User
08.07.2009, 15:11
nicht, dass jeder wusste, was mit "arbeitet nicht" gemeint ist....

Von Journalisten erwarte ich aber immer noch, dass sie das, was sie meinen, auch präzise formulieren können. Soviel Sprachbeherrschung sollte schon vorhanden sein.

Tabea
08.07.2009, 16:18
Bei Bri hat das schon vor vielen Jahren angefangen!
Damals gabs noch die Apartheid in Südafrika-Bri war nicht zurückhaltend,hat Orangenwerbung etc. von da gebracht und 2 Seiten weiter vorn über die Unterdrückeung der Frauen und anderen berichtet.Mir viel damals schon auf,dass Berichterstattung weitab der Werbung läuft.Auch anderes ist mir negativ aufgefallen-Schlussendlich habe ich das Abo gekündigt,als meine Konsequenz zu den Ungereimtheiten!
Heute kann ich weder mit der Bri,noch mit dem Bri-Women wirklich was anfangen,ich kaufe das letztere höchstens mal in den Ferien.Und, was wolltest Du uns damit sagen?

Ich ärgere mich über den Faux Pas und trotzdem werde ich deshalb mein Abo nicht kündigen und denke, dass Brigitte und Brigitte Woman sich nach wie vor wohltuend vom übrigen Zeitschriftenmarkt abheben.

Und es muß "fiel" heißen. :lachen:

Tabea

Leomie.
08.07.2009, 16:20
Und es muß "fiel" heißen. :lachen:

Tabea

das macht Dich, hier in Bri, einzigartig..:kuss:

leo:blumengabe:

Inaktiver User
08.07.2009, 16:22
das macht Dich, hier in Bri, einzigartig..:kuss:

leo:blumengabe:

also, ich kenne hier noch jemanden, der das so macht.:smile:

Inaktiver User
08.07.2009, 16:53
denke, dass Brigitte und Brigitte Woman sich nach wie vor wohltuend vom übrigen Zeitschriftenmarkt abheben.



Hm, findest du? Ich finde (jedenfalls beim Blättern beim Friseur :freches grinsen:), dass die Brigitte sich nicht z.B. von der freundin unterscheidet. Vielleicht nicht ganz so "unjournalistisch" wie InTouch oder solche Blättchen, aber so viel gehaltvoller nun auch wieder nicht.
Immer dieselben Themen, durchgekaut im Wandel der Jahreszeiten ... da gibt es meiner Meinung nach wesentlich interessantere Zeitschriften.

Kisskiss
08.07.2009, 18:24
Von Journalisten erwarte ich aber immer noch, dass sie das, was sie meinen, auch präzise formulieren können. Soviel Sprachbeherrschung sollte schon vorhanden sein.

Es ist nicht so, dass die Zeitschriften händeringend nach guten Journalisten suchen müssten, sondern umgekehrt.
Festangestellte Journalisten gibt es immer weniger wegen Sparmaßnahmen und die freien buhlen um die Jobs.
Die Brigitte kann es sich aussuchen!
Die Zeitschrift scheint nur nicht oder nicht mehr genau zu wissen, wer eigentlich ihre Zielgruppe sein soll.
Sie will offenbar alle erreichen, und dann kommt es zu Missmut
Allerdings erwarte ich nicht so viel von einer Zeitung wie andere.
Das fällt mir immer wieder auf.
Ich kaufe mir die Printausgabe auch nicht, online reicht!
Was das Thema direkt betrifft, so will doch jeder Frauen Vorschriften machen und ihnen sagen, wie sie zu leben haben.
Zur Zeit wird eben nur die voll berufstätige Frau anerkannt, und seis drum, dass sie fünf Kinder hat.

Kiss :kuss:

Inaktiver User
08.07.2009, 18:28
Vielleicht braucht sie ja wirklich nicht arbeiten. Ein Ehemann als Landrat mit einer üppigen B-Besoldung leistet sich ja vielleicht eine Haushälterin, Putzfrau, Zugehfrau und Kinderfrau - oder so in der Art. Es sollte dann nicht mehr allzuviel Arbeit übrig bleiben :smirksmile:

Inaktiver User
08.07.2009, 19:03
Vielleicht braucht sie ja wirklich nicht arbeiten. Ein Ehemann als Landrat mit einer üppigen B-Besoldung leistet sich ja vielleicht eine Haushälterin, Putzfrau, Zugehfrau und Kinderfrau - oder so in der Art. Es sollte dann nicht mehr allzuviel Arbeit übrig bleiben :smirksmile:

:ooooh:

Du weißt von was du redest???? Allein das alles zu organisieren würde mich an den Rand des Wahnsinns treiben - und ich hab nur drei Kinder!!

Inaktiver User
09.07.2009, 12:14
Es ist nicht so, dass die Zeitschriften händeringend nach guten Journalisten suchen müssten, sondern umgekehrt.
Festangestellte Journalisten gibt es immer weniger wegen Sparmaßnahmen und die freien buhlen um die Jobs.
Die Brigitte kann es sich aussuchen!
Die Zeitschrift scheint nur nicht oder nicht mehr genau zu wissen, wer eigentlich ihre Zielgruppe sein soll.
Sie will offenbar alle erreichen, und dann kommt es zu Missmut
Allerdings erwarte ich nicht so viel von einer Zeitung wie andere.


So ist es. Das Gros der Journalisten kann sich die Auträge eben nicht aussuchen und ist froh über jede halbwegs gut bezahlte Veröffentlichung. Die wenigsten haben diesen Beruf gewählt, weil sie unbedingt lebenslang über den richtigen Sonnenschutz oder neue Anti-Aging-Kosmetik schreiben wollen. Aber von irgendwas muss man schließlich leben, wenn die Alternative nicht Taxifahren sein soll.

Zudem ist eine Frauenzeitschrift eben keine eierlegende Wollmilchsau, sondern orientiert sich an dem, was die breite Masse der Zielgruppe lesen will. Wenn das nicht mehr ankäme, sprich sich in sinkenden Verkaufszahlen widerspiegelte, würde das Konzept schnell angepasst. Die Verlage geben jede Menge Geld für die Leserforschung aus und überlassen da nichts dem Zufall.

Dass manch einer die Themen zu seicht sind, ist sicherlich nicht die Schuld der Autoren, die vielfach auch lieber mal was anderes schreiben würden, als das ewige Einerlei. Aber ein Thema, das für die breite Masse der Leserinnen als vermeintlich zu anspruchvoll oder uninteressant eingeschätzt wird, ist bei Themenkonferenzen schneller abgebügelt, als man bis drei zählen kann.

Ein korrekter Umgang mit Sprache ist für mich allerdings auch bei noch so seichten Themen Pflicht. Aber speziell das von ewk genannte Beispiel erlebe ich im Alltag auch immer wieder. Da wird Arbeit mir Erwerbstätigkeit gleichgesetzt und wer nicht erwerbstätig ist, der arbeitet halt nicht. Umso ärgerlicher, dass diese sprachliche Schlamperei auch noch von Journalisten übernommen und damit verbreitet wird.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
09.07.2009, 15:40
Zitat:
Zitat von Koenich. Beitrag anzeigen
Vielleicht braucht sie ja wirklich nicht arbeiten. Ein Ehemann als Landrat mit einer üppigen B-Besoldung leistet sich ja vielleicht eine Haushälterin, Putzfrau, Zugehfrau und Kinderfrau - oder so in der Art. Es sollte dann nicht mehr allzuviel Arbeit übrig bleiben




Zitat:
Zitatvon einewiekeine
Du weißt von was du redest???? Allein das alles zu organisieren würde mich an den Rand des Wahnsinns treiben - und ich hab nur drei Kinder!!

Auch wenn ich dafür gesteinigt werde: der Haushalt eines Landrates dürfte aufwändiger zu führen sein, als der beispielsweise, einer Alleinerziehenden mit Harz4.

Inaktiver User
09.07.2009, 15:58
Auch wenn ich dafür gesteinigt werde: der Haushalt eines Landrates dürfte aufwändiger zu führen sein, als der beispielsweise, einer Alleinerziehenden mit Harz4.

Arbeit ist es aber bei beiden! :blumengabe:

Kisskiss
09.07.2009, 17:58
Ein Da wird Arbeit mir Erwerbstätigkeit gleichgesetzt und wer nicht erwerbstätig ist, der arbeitet halt nicht. Umso ärgerlicher, dass diese sprachliche Schlamperei auch noch von Journalisten übernommen und damit verbreitet wird.

Es ist eine sprachliche Schamperei, das stimmt.
Die ist offenbar festgeschrieben im deutschen Sprachgebrauch.
Unter Arbeit versteht man Berufstätigkeit.
Man sagt ja zum Beispiel auch arbeitslos und meint damit die Berufsausübung.
Um das zu ändern, müssten die Betroffenen selber zunächst mal damit aufhören.
Aber Frauen sagen es ja selber! Wie oft habe ich schon gehört nein, ich arbeite nicht, wenn sie, aus was für Gründen auch immer, nicht berufstätig sind.

Kiss :kuss:

Inaktiver User
09.07.2009, 18:49
Aber Frauen sagen es ja selber! Wie oft habe ich schon gehört nein, ich arbeite nicht, wenn sie, aus was für Gründen auch immer, nicht berufstätig sind.

Kiss :kuss:

Stimmt, habe ich selbst einige Male von nicht berufstätigen Frauen gehört. Z.B. "wenn die Kinder größer sind, arbeite ich wieder". Und irgendwie weiß dann ja auch jeder, was gemeint ist. Ich habe auf so eine Antwort hin zumindest noch nie im Sinne von "ach, das heißt, du liegst den ganzen Tag auf der faulen Haut?" nachgefragt. Sind wir am Ende Erbsenzähler?:zwinker:

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
09.07.2009, 19:29
Sind wir am Ende Erbsenzähler?:zwinker:



Bin ich sicher, wenn es um Sprache geht! :zwinker:

Wenn es Frauen selber machen, find ich es auch blöd. Oder zumindest unüberlegt.

Ich sehe es ihnen aber großzügig nach, da sie ja nicht professionell mit Sprache umgehen wie Journalisten. Da regt mich die zunehmende Sprachschlamperei wirklich richtig auf!!!

Von einem Mechaniker erwart ich auch, dass er sich mit seinem Werkzeug auskennt!! :blumengabe:

Inaktiver User
09.07.2009, 19:38
Ich sehe es ihnen aber großzügig nach, da sie ja nicht professionell mit Sprache umgehen wie Journalisten. Da regt mich die zunehmende Sprachschlamperei wirklich richtig auf!!!

Von einem Mechaniker erwart ich auch, dass er sich mit seinem Werkzeug auskennt!! :blumengabe:

Jep, da sind wir ganz einer Meinung. Aber die Berufsbezeichnung "Jounalist" ist eben keine geschützte, die eine bestimmte Ausbildung erfordert, die den korrekten Umgang mit Sprache beinhaltet.

Mit fallen z.B. bei den Rundfunknachrichten ganz oft richtig fiese (Sprach)böcke auf. Und das wohlgemerkt bei öffentlich-rechtlichen Programmen, die ja immer betonen, wie wichtig ihnen eine korrekte Sprache ist.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
09.07.2009, 19:41
Mit fallen z.B. bei den Rundfunknachrichten ganz oft richtig fiese (Sprach)böcke auf. Und das wohlgemerkt bei öffentlich-rechtlichen Programmen, die ja immer betonen, wie wichtig ihnen eine korrekte Sprache ist.

Gruß, Spellbound

Stimmt. Das wird immer schlimmer. Von Schreibfehlern in Bildunterschriften (mit 3 Wörtern...) u.ä. ganz zu schweigen. Gibt's auch in der Tagesschau.

So was wie Schlußredaktion oder einfach nochmal drüberschauen scheint komplett abgeschafft zu sein. :wie?:

Inaktiver User
09.07.2009, 20:34
Ich muss generell über solche Artikel sehr schmunzeln, neulich auf einer anderen Frauenseite habe ich diesen Artikel gelesen Zitat:Aber warum muss man als gebildete, erfolgreiche und liierte 33-Jährige die nächsten fünf Jahre damit verbringen, auf die Malediven zu fahren oder jeden Samstag in den Bars zu feiern, um sich dann kurz vor dem vierzigsten Geburtstag endlich reif für ein Kind zu fühlen? Mit Verlaub, aber diese endlose Verlängerung des "eigentlich bin noch 25"-Gefühls ist albern, narzisstisch und ziemlich blöd. Man weiß doch, dass es Kinder sind, die einen wirklich jung halten .........


Da ging es um das Thema spätes Mutterglück, wie kannn man einen Artikel so formulieren frag ich mich da.

Miracle41
10.07.2009, 06:45
Guten Morgen,

derart sprachliche Probleme kenne ich aus eigener Erfahrung auch.
Kleine Anekdote beim Klassentreffen vor zig Jahren "und Miracle wie gehts Dir? was arbeitest Du? - "ich hab noch sehr kleine Drillinge, zwei davon behindert und pflegebedürftig und hab zuhause mehr als genug zu tun" - "Nein ... ich meine was arbeitest Du?"

Es muß an mir liegen .... vielleicht nuschel ich ja. :zwinker:

BRIGITTE Community-Team
10.07.2009, 16:36
Liebe Userinnen, liebe User,

vielen Dank, dass Sie unser Männer-Dossier so aufmerksam gelesen haben. Sie haben recht: Eine Mutter von fünf Kindern als "nicht arbeitend" zu bezeichnen, ist sehr unbedacht. "Nicht berufstätig" wäre hier eindeutig die passendere Wortwahl gewesen. Es ist uns beim Gegenlesen der Zitate schlicht entgangen, dass Stefan Rößle Vater von fünf Kindern ist, da wir hier in der Redaktion die Beschreibungen der interviewten Männer (also CSU-Politiker, 45, fünf Kinder) nicht neben ihren Antworten stehen hatten, sondern in einem anderen Dokument zur ersten an sie gerichteten Frage.

Wir hoffen sehr, dass Ihnen das restliche Dossier gefallen hat.

Viele Grüße von Andrea Huss,
Ressortleiterin Zeitgeschehen

Inaktiver User
10.07.2009, 18:31
da wir hier in der Redaktion die Beschreibungen der interviewten Männer (also CSU-Politiker, 45, fünf Kinder) nicht neben ihren Antworten stehen hatten, sondern in einem anderen Dokument zur ersten an sie gerichteten Frage.



Danke für die Rückmeldung!

Ganz verstanden hab ich aber die Erklärung nicht, denn es stand ja nicht in den Antworten, sondern war die Beschreibung. :wie?:

-Stefan Rößle, 45, CSU-Politiker, Vater von fünf Kindern und erster deutscher Landrat, der Elternzeit nahm. Seine Frau arbeitet nicht.

Eine Antwort von Herrn Rößle selber war: Wir haben das große Glück, dass meine Frau zu Hause bei unseren fünf Kindern bleiben kann.

Aber egal. :blumengabe:

Inaktiver User
12.07.2009, 14:09
Auch wenn ich dafür gesteinigt werde: der Haushalt eines Landrates dürfte aufwändiger zu führen sein, als der beispielsweise, einer Alleinerziehenden mit Harz4.

Scho möglich, aber wenn ich schon einen Haushalt führen müsste, dann doch lieber den mit Landrat - falls letzterer (ich meine den Landrat) einigermaßen erträglich ist.

Inaktiver User
15.07.2009, 14:29
Die Beiträge der Brigitte bedienen sich vielmals Klischees.
Sogar Testergebnisse treffen nicht auf meine Person zu.

Zartbitter
15.07.2009, 14:48
Scho möglich, aber wenn ich schon einen Haushalt führen müsste, dann doch lieber den mit Landrat - falls letzterer (ich meine den Landrat) einigermaßen erträglich ist.

:freches grinsen:

..als Hartz IV-Empfänger(in) mit 5 Kindern gilt der Mensch als asozial, als B-Empfänger(in) bist du mit 5 Kindern anerkannt :smirksmile:

Mir reichen 4 *Kinder (jungerwachsene Männer)*, (1= eigen) und der ganze Haushalt, Garten, Hund, Wohnungsverwaltung etc. bis unter die Haut...

Niemals zuvor habe ich soviel gearbeitet wie jetzt :unterwerf: (da hatte ich nen 40 bzw. 20 Stundenjob plus einer pflegebedürftigen Schwiegermutter und konnte trotzdem mal Luft holen :smirksmile:)

LG zb

Tabetha
17.07.2009, 08:26
4 "jungerwachsene" Männer sollten ja, wenn sie erzogen worden sind, der Hilfe mächtig sein. Zimmer selbst aufräumen, mithelfen im Haushalt, Waschmaschine betätigen, Spülmaschine einräumen, staubsaugen usw. usw. usw. Passt gut - je Woche im Monat hat einer "Dienst" ;- )

Zartbitter
25.07.2009, 21:28
je Woche im Monat hat einer "Dienst" ;- )


...graue Theorie :knatsch:...

Du hast schon Recht *Erziehung*...aber die Umstände sind halt schwierig...

Mein Sohn (Nr. 4) erkennt Hilfe...musste halt leider durch eine Scheidung...die anderen Jungerwachsenen haben ihre Mutter verloren und wurden 13 Jahre duch die Großmutter (Jahrgang 1934) versorgt...sie ist eine ganz andere Generation!

LG zb

Tabetha
27.07.2009, 09:03
Gut, solche Mütter/Großmütter können Jungs ziemlich ruinieren. Aber ich würde am Ball bleiben - Deine Schwiegertöchter werden es Dir danken ;- )

Fender
27.07.2009, 11:09
Eine Mutter von fünf Kindern als "nicht arbeitend" zu bezeichnen, ist sehr unbedacht. "Nicht berufstätig" wäre hier eindeutig die passendere Wortwahl gewesen.

Es ist nicht unbedacht, es ist schlicht umgangssprachlich.

Und insofern finde ich, sollte jetzt eher die Diskussion geführt werden, ob Umgangssprache in einem Dossier vorkommen darf.

Denn das eine Mutter von 5 Kindern, die keinem Beruf nachgeht, nicht "arbeitet", dürfte ja eigentlich überwiegend anerkannt sein.

Inaktiver User
27.07.2009, 11:21
Ne, ist es nicht. Sie ist nicht berufstätig, das ist aber etwas anderes als nicht zu arbeiten. Oder ist Hausarbeit und Kindeserziehung und vielleicht Pflege der Eltern/Schwiegereltern/Großeltern keine Arbeit, nur weil sie nicht entlohnt wird? Ich finde es auch als vollzeit berufstätige Mutter schon, dass es wichtig ist, das auseinanderzuhalten.

Fender
27.07.2009, 12:40
Sie ist nicht berufstätig, das ist aber etwas anderes als nicht zu arbeiten.

Man kann es versuchen, aber ich fürchte, es wird einem nicht so leicht gelingen, die umgangssprachliche Gleichsetzung von Berufstätigkeit und Arbeiten gehen zu ändern.

Es heisst zwar Hausarbeit, aber es ist dennoch ziemlich eindeutig, dass die Antwort - bei einem Handytelefonat bspw. - des Kurzgesprächs "Hast Du Zeit?" "Nee, ich bin auf Arbeit!" nicht bedeutet "Ich bin zu Hause und sauge Staub!"

Inaktiver User
27.07.2009, 18:59
Liebe Redaktion,

grad les ich im letzten Dossier "Spannende Männer" über einen Vater von 5 Kindern, dessen Frau angeblich "nicht arbeitet" (er ist Landrat).

Ihr lieben Leute - geht's eigentlich noch??? :peinlich:

Es mag ja sein, dass die Frau nicht berufstätig ist - aber wie sie das schafft, mit einer 7köpfigen Familie "nicht zu arbeiten" - das wär doch mal ein Extra-Dossier wert!!!

Keine freundlichen Grüße

von einer Leserin, die sich einen etwas sorgfältigeren und bewußteren Umgang mit Sprache wünscht. Sonst kann ich gleich die InStyle kaufen!!!!

Es gibt umgangssprachlich die Gleichsetzung zwischen "berufstätig sein" und "arbeiten". Genau genommen ist das nicht gerecht und fair den Müttern, die zu Hause Kinder erziehen und sich um Haus und Hof kümmern.

Aber ob man deshalb gleich einen derartigen Ton anschlagen muss - der Sache tut man damit keinen Gefallen. Ich bin mir nicht sicher, ob diese deftige Art von Kritik an der kleinen Bildunterschrift einen Beitrag dazu leistet, dass Kindererziehung und Hausarbeit als Arbeit gewürdigt wird.

Zartbitter
27.07.2009, 23:43
Gut, solche Mütter/Großmütter können Jungs ziemlich ruinieren. Aber ich würde am Ball bleiben - Deine Schwiegertöchter werden es Dir danken ;- )

Ich werde nur eine Schwiegertochter besitzen, die anderen Schwiegertöchter berühren mich emotional, aber ich werde nie und nimmer einen Kommentar abgeben...

@ Fender...frau kann viel staubsaugen :freches grinsen:...nee, stimmt schon...es fängt bei den Klamotten an... ich kaufe in Aussicht *NurHausfrau* mit einem anderen Blick :smirksmile:

Fender
28.07.2009, 11:23
Genau genommen ist das nicht gerecht und fair den Müttern, die zu Hause Kinder erziehen und sich um Haus und Hof kümmern.

Das sehe ich nicht so.
Sofern ich nicht mit dem berühmten silbernen Löffel im Mund geboren wurde oder in ein entsprechendes Haus eingeheiratet habe, muss ich für meinen Lebensunterhalt arbeiten gehen (im Sinne von einen Beruf ausüben).
Hausfrau/-mann sein ist eine bewusste, freiwillige Entscheidung.

Unabhängig vom Arbeitspensum, das bekanntermaßen bei Hausarbeit nicht unbeträchtlich ist, und/aber von vielen Berufstätigen z.T. neben dem Beruf ja auch noch erledigt werden muss, sehe ich da schon einen Unterschied.
Es ist eben beides nicht miteinander vergleichbar.


@ Fender...frau kann viel staubsaugen :freches grinsen:

Nicht bei uns zu Hause. Da bin ich der Staubsauger.
Äh, also nicht im mechanischen Sinne, jetzt...

Inaktiver User
28.07.2009, 11:33
Das sehe ich nicht so.
Sofern ich nicht mit dem berühmten silbernen Löffel im Mund geboren wurde oder in ein entsprechendes Haus eingeheiratet habe, muss ich für meinen Lebensunterhalt arbeiten gehen (im Sinne von einen Beruf ausüben).
Hausfrau/-mann sein ist eine bewusste, freiwillige Entscheidung.

Unabhängig vom Arbeitspensum, das bekanntermaßen bei Hausarbeit nicht unbeträchtlich ist, und/aber von vielen Berufstätigen z.T. neben dem Beruf ja auch noch erledigt werden muss, sehe ich da schon einen Unterschied.
Es ist eben beides nicht miteinander vergleichbar.



Ich nehme mal an, Du sprichst hier von Müttern, bzw. Vätern und nicht nur von kinderlosen Hausfrauen und Hausmännern.

Deine Argumentation hinkt etwas, denn Kinder müssen betreut und erzogen werden. Tut dies die Mutter, dann "arbeitet" sie nicht, weil sich ja kein Geld verdient. Wird diese Betreuung und Erziehung des Kindes von einer Erzieherin in Krippe oder Kindergarten erledigt, dann ist das Arbeit, weil die Erzieherin damit Geld verdient?

Fender
28.07.2009, 11:59
Deine Argumentation hinkt etwas,

Finde ich nicht.


denn Kinder müssen betreut und erzogen werden.

Dies ist unbestritten.


Tut dies die Mutter, dann "arbeitet" sie nicht, weil sich ja kein Geld verdient. Wird diese Betreuung und Erziehung des Kindes von einer Erzieherin in Krippe oder Kindergarten erledigt, dann ist das Arbeit, weil die Erzieherin damit Geld verdient?

Im Falle der Erzieherin sind es überdies nicht einmal ihre eigenen Kinder.

Inaktiver User
28.07.2009, 12:03
Im Falle der Erzieherin sind es überdies nicht einmal ihre eigenen Kinder.

Äh, habe ich das jetzt richtig verstanden:
Die Erziehung eines Kindes ist keine Arbeit, wenn es mein eigenes Kind ist. Ist es ein fremdes Kind, dann ist es Arbeit.

:wie?:

Fender
28.07.2009, 12:18
Äh, habe ich das jetzt richtig verstanden:
Die Erziehung eines Kindes ist keine Arbeit, wenn es mein eigenes Kind ist. Ist es ein fremdes Kind, dann ist es Arbeit.

:wie?:

Ja, genau.

Es ist doch gar nicht so schwer.
Das eigene Kind zu erziehen ist familiäre, soziale Verpflichtung, die freiwillig und bewusst eingegangen wird.

Der Job der Erzieherin oder des Erziehers dient ja primär der Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes der arbeitenden Person.
Und genau letzteres definiert ja "Arbeit".

Es tut mir leid für Mütter und Väter, dass ich Ihre Tätigkeit, die sicher manchmal auch aufwendig ist, nicht als "Arbeit" anerkenne.

Inaktiver User
28.07.2009, 12:26
:freches grinsen:

Inaktiver User
28.07.2009, 12:30
Arbeit ist Kraft mal Weg (der Physik nach).

Ich stimme Fender zu: Im umgangssprachlichen Sinne "arbeitet" Frau Landrat nicht.
Wenn ich Urlaub hab, sag ich auch, ich muss nicht arbeiten. Tatsächlich racker ich aber häufig mehr als in meinem Job (Garten renovieren etc.). Letztlich ist es eine Frage der Bewertung.

Donna3
28.07.2009, 12:44
im umgangsprachlichen sinn geht die frau landrat keiner bezahlten arbeit nach, auch wenn sie arbeitet. politikerfrauen dürfen nämlich ihre repräsentationsjobs ohne bezahlung machen.

Fender
28.07.2009, 13:46
politikerfrauen dürfen nämlich ihre repräsentationsjobs ohne bezahlung machen.

Na, das ist doch mal eine ganz neue Defintion in dem Zusammenhang! Gefällt mir.

Fünf Kinder zu erziehen ist keine Arbeit, sondern eine Repräsentationspflicht.
:smile:

pelzpfote
28.07.2009, 16:47
Äh, habe ich das jetzt richtig verstanden:
Die Erziehung eines Kindes ist keine Arbeit, wenn es mein eigenes Kind ist. Ist es ein fremdes Kind, dann ist es Arbeit.

:wie?:
Ja klar, wenn eine Frau ihre Kinder betreut, "arbeitet" sie nicht. Wenn sie als Tagesmutter fremde Kinder betreut, "arbeitet" sie natürlich schon. :ooooh: Also wird es das Beste sein, wenn sich zwei Frauen mit Kindern zusammen tun. Jede betreut die Kinder der anderen, dann "arbeiten" beide und sind gesellschaftlich anerkannt. :freches grinsen: *ironieaus*

Donna3
28.07.2009, 16:57
Na, das ist doch mal eine ganz neue Defintion in dem Zusammenhang! Gefällt mir.

Fünf Kinder zu erziehen ist keine Arbeit, sondern eine Repräsentationspflicht.
:smile:

das habe ich nicht gesagt, aber als frau eines landrats hat sie nicht nur die familie sondern darüber hinaus noch verpflichtungen, die wohl nicht als arbeit gesehen werden, weil nicht bezahlt.

hillary
28.07.2009, 21:06
das habe ich nicht gesagt, aber als frau eines landrats hat sie nicht nur die familie sondern darüber hinaus noch verpflichtungen, die wohl nicht als arbeit gesehen werden, weil nicht bezahlt.

Ich kenne meine Frau Landrat persönlich und die ist berufstätig, sprich, geht einer bezahlten Arbeit nach.
Kinder haben Landratens auch.
Was die Repräsentationspflichten angeht, so nimmt sie die gern und im Rahmen ihrer Möglichkeiten wahr, aber sie hupft auch nicht ständig an der Seite ihres Gatten.
Ist also doch vieles machbar, wenn man nur 2 Kinder hat. :smile:

Fender
29.07.2009, 08:13
dann "arbeiten" beide und sind gesellschaftlich anerkannt. :freches grinsen: *ironieaus*

Ach ja, daher weht der Wind.
Hätte ich mir eigentlich auch denken können.

Mütterliche Hausfrauen sind doch gesellschaftlich anerkannt. Als Hausfrauen und Mütter. Das kommt im Gesellschaftliches-Annerkennungs-Ranking übrigens direkt zwischen Papst und Bundeskanzler.

pelzpfote
29.07.2009, 08:22
Ach ja, daher weht der Wind.
Hätte ich mir eigentlich auch denken können.
Woher????? :wie?:

Tabetha
29.07.2009, 09:31
Auf die Gefahr hin, von den Hausfrauen gesteinigt zu werden:
Arbeit ist im umgangssprachlichen Sinne berufstätig, gegen Lohn arbeiten (Arbeiter, Arbeitnehmer, arbeitssuchend (nein, das ist nicht die Hausfrau in der Küche, die überlegt, was sie nun machen soll)).

Dieses Verständnis stammt nicht zuletzt aus einer Zeit, in der die Definition der Hausfrau wie folgt war: Der Mann geht arbeiten, die Frau bestellt das Haus und erzieht die Kinder.
In zweiter Linie wird es im Sinne von "im Garten arbeiten", "im Haushalt arbeiten" verwendet.

Ich denke es versteht jeder, was gemeint ist. Erst seit einigen Jahren geht regelmäßig der Schrei durch die Hausfrauenfront, dass sie ja auch arbeiten. Selbstverständlich weiß das jede Berufstätige, da sie diese Arbeit noch zusätzlich leisten muss und das auch schafft. Was ist sie nun, doppelt-arbeitend? Mit Kindern dreifach-arbeitend?
Ich warte noch auf Studenten und Schüler, die auch demnächst als arbeitend definiert sein möchten. Ist ja auch Arbeit, gelle ...

Für mich bleibt eine Hausfrau, Mutter oder nicht, nichtarbeitend. Und in keinster Weise ist sie Managerin. Nichts ist affiger als der verzweifelte Versuch eine Rechtfertigung für den selbst gewählten Weg zu finden, als sich selbst einen Manager-Titel zu verleihen.
Wenn ich dieses Modell wähle, sollte ich genügend Standing haben, dass ich nicht in Rechtfertigungswahn verfalle. Bei dem neuen Scheidungsrecht bleibt dann später noch Zeit dafür sich an den Kopf zu fassen.

Eine Repräsentationspflicht für Politikergattinnen und -gatten gibt es nicht, es ist nur üblich und wäre ggf. der Karriere des anderen abträglich (allerdings interessanterweise nur, wenn die Frau nicht mitzieht ... - ein Bundeskanzlerinnen-Gatte darf schon einmal auf Tauchgang gehen, andererseits gibt es durchaus auch andere Beispiele, in denen die Frauen ihr eigenes Leben führen). Wenn die Landratsgattin repräsentieren möchte, wird sie auch davon partizipieren, sie fördert die Karriere des Mannes (es kommt Geld ins Haus), sie kann auf netten Veranstaltungen kostenlos essen und trinken, es öffnen sich ihr Türen, die anderen verschlossen bleiben usw. usw. usw. Geld für Kinderbetreuung sollte in dem Haushalt vorhanden sein. Warum Repräsentieren der Gatten nun auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden sollte, erschließt sich mir nicht ... Wenn es ihr nicht passt, soll sie es lassen.

Inaktiver User
29.07.2009, 10:00
Was ist sie nun, doppelt-arbeitend? Mit Kindern dreifach-arbeitend?

Einige dieser Tätigkeiten werden ja ausgelagert, weil das als Doppelverdienerehepaar eben ja nicht zu schaffen ist. Die Betreuung übernimmt zum Teil Kita, Ganztagsschule, Hort, Au-Pair oder Tagesmutter, ein Teil des Haushalts übernimmt häufig eine Putzfrau. Die dann komischerweise alle arbeiten, obwohl sie typische "Hausfrauenttäigkeiten" übernehmen. - ich verstehe, obwohl wie ja schon geschrieben, selber Vollzeit berufstätige Mutter unter "Arbeit" tatsächlich nicht nur entlohnte Arbeit.


Ich warte noch auf Studenten und Schüler, die auch demnächst als arbeitend definiert sein möchten. Ist ja auch Arbeit, gelle ...
Ich fand es schon wichtig, als ich noch studiert habe und mein Mann hauptsächlich das Geld nach Hause brachte, dass er das ebenfalls als Arbeit und gleichwertig mit seiner Tätigkeit ansah.


Und in keinster Weise ist sie Managerin. Nichts ist affiger als der verzweifelte Versuch eine Rechtfertigung für den selbst gewählten Weg zu finden, als sich selbst einen Manager-Titel zu verleihen.
Von dem Unwort Familienmanagerin hat hier, glaube ich, keiner gesprochen. Das finde ich auch Quatsch, genauso wie als fiktives Entgelt für Hausfrauen Lohnanteile von Psychologen, Einkäufern, Eventmanagern, Erziehern, Lehrern etc. zugrunde zu legen. Das schießt m. E. nach tatsächlich deutlich über das Ziel hinaus.

Tabetha
29.07.2009, 10:03
Ich halte das für ein Gerücht, dass nur Kinder von Berufstätigen im Kindergarten o. ä. sind ...
Auch in Kitas sind den ganzen Tag Kinder, deren Mütter nicht erwerbstätig sind. In MG 85 Kinder, lediglich 9 (!) von berufstätigen Müttern. Das ließ sich beim Streik gut erkennen, da die Not-Betreuung meistens nur für Berufstätige organisiert worden ist.
So viel zu Hausfrauen-Müttern, die sich ja den ganzen Tag selbstlos und unbezahlt selber den Kindern widmen.
Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass diese Betreuung nur für berufstätige Elternpaare sein sollte bzw. berufstätige Alleinerziehende und Studenten/Schüler.
Da die Hausfrauen ja keine "Fremdbetreuung" haben möchten, sollte das ja ohne Widerspruch vonstatten gehen.

Inaktiver User
29.07.2009, 10:14
Ich denke es versteht jeder, was gemeint ist.

Ja klar: Haus- und Erziehungsarbeit sind nur Arbeit, wenn sie außerhalb der Familie gegen Geld erledigt werden, innerhalb der Familie nicht. Logischerweise wird diese Gratisarbeit dann auch weder anerkannt noch alimentiert.



Erst seit einigen Jahren geht regelmäßig der Schrei durch die Hausfrauenfront, dass sie ja auch arbeiten. Selbstverständlich weiß das jede Berufstätige, da sie diese Arbeit noch zusätzlich leisten muss und das auch schafft. Was ist sie nun, doppelt-arbeitend? Mit Kindern dreifach-arbeitend?
Ich warte noch auf Studenten und Schüler, die auch demnächst als arbeitend definiert sein möchten. Ist ja auch Arbeit, gelle ...

Wieso soll das keine Arbeit sein? Genau wie die Pflege von Angehörigen, ehrenamtliche Tätigkeit etc. Ob etwas Arbeit ist hängt für mich mehr an der Sinnhaftigkeit - und nicht am finanziellen Erfolg...

Und wie schon Marilyn klar erkannt hat: nein, eine Vollzeit berufstätige Mutter mit Kindern ist nicht per se mehrfach arbeitend, weil eben viele Arbeiten ausgelagert und delegiert werden - sprich von anderen geleistet werden. Da das aber nicht mit allem machbar oder wünschenswert ist sehe ich es durchaus so, dass eine berufstätige Mutter im Regelfall mehr leistet als ein in gleichem Umfang berufsttätiger Single ohne Anhang. Nicht umsonst gibt es das Stichwort Doppelbelastung.

Wie man das bestreiten kann ist mir ehrlich gesagt rätselhaft...:wie?:


Für mich bleibt eine Hausfrau, Mutter oder nicht, nichtarbeitend.

Und welcher Logik folgt dann, dass diese Tätigkeit sofort ganz selbstverständlich "Arbeit" wird, die teuer bezahlt werden muss, wenn sie an Fremden verrichtet wird??? Nach deiner Auffassung würde ja wohl nur der Arbeitsweg alimentiert, denn die Tätigkeit an sich ist ja bedeutungslos. :wie?:

Inaktiver User
29.07.2009, 10:15
Auf die Gefahr hin, von den Hausfrauen gesteinigt zu werden:
Arbeit ist im umgangssprachlichen Sinne berufstätig, gegen Lohn arbeiten (Arbeiter, Arbeitnehmer, arbeitssuchend (nein, das ist nicht die Hausfrau in der Küche, die überlegt, was sie nun machen soll)).



Dass Arbeit mit umgangssprachlich mit Entlohnung in Zusammenhang gebracht wird, ist schon klar.

Ich hatte das so verstanden, dass sich die Userinnen hier gegen den Ausdruck "sie arbeitet nicht" wehren, weil damit assoziiert werden kann: "sie tut nichts". Dieses "sie tut nichts" ist dann eben ignorant gegenüber einer 5-fachen Mutter und zeigt die Geringschätzung ihrer Leistung.

Gleiches gilt für "den Studenten", den es als solchen nicht gibt. Die Studiengänge waren zu meiner Zeit so unterschiedlich, dass einige während des Studiums viel Zeit hatten und den niedrigen Anspruch locker schafften, während andere auch in den Semesterferien an der Uni für das Studium gearbeitet hatten und gleichzeitig lernen mussten, um die regelmäßigen Klausuren zu bestehen. Auch hier würde die Aussage "arbeitet nicht=tut nichts" der Situation nicht gerecht.

Inaktiver User
29.07.2009, 10:16
Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass diese Betreuung nur für berufstätige Elternpaare sein sollte bzw. berufstätige Alleinerziehende und Studenten/Schüler.


Ich weiß ja nicht wo du lebst - aber hier in München ist das so. Ohne Arbeitsbescheinigung kein Betreuungsplatz (ausgenommen der normale Halbtagskindergarten).

Tabetha
29.07.2009, 10:36
In NRW oder in Teilen von NRW geht es ja anscheinend anders. Ich suchte gerade eine Statistik zu Kindern nichtberufstätiger Mütter in Kitas, leider finde ich nur eine aus Österreich. Vielleicht ist diese Regelung bei Großstädten gegeben und auf dem Land eher nicht? Da können sicher andere Mütter noch etwas zu sagen.

pelzpfote
29.07.2009, 11:03
Ja klar: Haus- und Erziehungsarbeit sind nur Arbeit, wenn sie außerhalb der Familie gegen Geld erledigt werden, innerhalb der Familie nicht. Logischerweise wird diese Gratisarbeit dann auch weder anerkannt noch alimentiert. Genau! :freches grinsen: Wie ich schon schrieb: Wenn zwei Mütter ihre Kinder "tauschen", dann arbeitet jede. :unterwerf: :smirksmile:

Wieso soll das keine Arbeit sein? Genau wie die Pflege von Angehörigen, ehrenamtliche Tätigkeit etc. Ob etwas Arbeit ist hängt für mich mehr an der Sinnhaftigkeit - und nicht am finanziellen Erfolg...
Für mich auch. :blumengabe: Leider wird aber Arbeit nur anerkannt, wenn sie bezahlt wird. :ooooh:

Und welcher Logik folgt dann, dass diese Tätigkeit sofort ganz selbstverständlich "Arbeit" wird, die teuer bezahlt werden muss, wenn sie an Fremden verrichtet wird??? Nach deiner Auffassung würde ja wohl nur der Arbeitsweg alimentiert, denn die Tätigkeit an sich ist ja bedeutungslos. :wie?:
Genau! :blumengabe: Das frage ich mich auch. :peinlich: :wie?:

Tabetha
29.07.2009, 11:17
Und welcher Logik folgt dann, dass diese Tätigkeit sofort ganz selbstverständlich "Arbeit" wird, die teuer bezahlt werden muss, wenn sie an Fremden verrichtet wird??? Nach deiner Auffassung würde ja wohl nur der Arbeitsweg alimentiert, denn die Tätigkeit an sich ist ja bedeutungslos. :wie?:

Ich habe nicht gesagt, dass eine Hausfrau nichts tut (wenn sich mir auch häufig die Frage stellt, warum Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen, nicht sprechen können, eine Tomate nicht von einem Apfel unterscheiden können, kein Benehmen haben - aber das können natürlich auch Kinder berufstätiger Mütter sein und zum Glück gibt es auch noch andere Kinder).
Ich habe - wie mehrere andere Teilnehmerinnen auch - lediglich auf den umgangssprachlichen und meiner Meinung nach nichtmissverständlichen Umgang mit "arbeitend" hingewiesen.

Eigentlich hat hier keine Teilnehmerin geschrieben, dass eine Mutter mit 5 Kindern nichts tut, oder?

Arbeit an der Sinnhaftigkeit zu definieren wäre Auslegungssache. Und eben darum wurde Arbeit = erwerbstätig definiert. Die Auslegungssache würde zahlreiche Diskussionen anschieben. Was ist schon sinnhaft und wer legt diese Definition fest ...
Wäre der Schönheits-Chirurg plötzlich nichtarbeitend, da schwerlich jemand die Sinnhaftigkeit aufgepumpter Brüste erkennen kann? Oder teilzeitarbeitend, da er mit dem Wiederherstellen eines verbrannten Gesichtes ja "Sinnhaftes" macht ...

Inaktiver User
29.07.2009, 11:20
Ich halte das für ein Gerücht, dass nur Kinder von Berufstätigen im Kindergarten o. ä. sind ...
Auch in Kitas sind den ganzen Tag Kinder, deren Mütter nicht erwerbstätig sind. In MG 85 Kinder, lediglich 9 (!) von berufstätigen Müttern. Das ließ sich beim Streik gut erkennen, da die Not-Betreuung meistens nur für Berufstätige organisiert worden ist.
Ganztags? Bei uns sind die Kinder von Hausfrauen meist nur den halben Tag in der Kita.


Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass diese Betreuung nur für berufstätige Elternpaare sein sollte bzw. berufstätige Alleinerziehende und Studenten/Schüler.
Da die Hausfrauen ja keine "Fremdbetreuung" haben möchten, sollte das ja ohne Widerspruch vonstatten gehen. Kiindergärten habe ja nun auch noch ein paar andere Aufgaben als nur die Betreuung von Kindern von beruftsätigen Eltern sicherzustellen.:smirksmile: Und ich hab hier auch noch keine Hausfrau gesehen, die gegen Fremdbetreuung gewettert hat.

Inaktiver User
29.07.2009, 11:23
In NRW oder in Teilen von NRW geht es ja anscheinend anders. Ich suchte gerade eine Statistik zu Kindern nichtberufstätiger Mütter in Kitas, leider finde ich nur eine aus Österreich. Vielleicht ist diese Regelung bei Großstädten gegeben und auf dem Land eher nicht? Da können sicher andere Mütter noch etwas zu sagen.

Die Regelungen sind wahrscheinlich von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich - bei uns werden die Ganztagesplätze auch bevorzugt vergeben: da stehen Alleinerziehende ganz oben auf der Liste (weshalb ich als verheiratete Studentin große Probleme hatte, einen Krippenplatz zu bekommen), danach kommen die Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind. Gäbe es genügend Kitaplätze wie benötigt werden, könnte man sich solche Bevorzugungen allerdings sparen.

Inaktiver User
29.07.2009, 11:25
Arbeit an der Sinnhaftigkeit zu definieren wäre Auslegungssache. Und eben darum wurde Arbeit = erwerbstätig definiert. Die Auslegungssache würde zahlreiche Diskussionen anschieben. Was ist schon sinnhaft und wer legt diese Definition fest ...

Das ist aber genau doch die Diskussion - ob die Defintion "Arbeit = entlohnte Tätigkeit" tatsächlich so allgemeingültig ist. Ich habe jedenfalls deutliche Hemmungen, z.B. meine Oma, die drei Kinder großgezogen und sich dann um ihre Enkel intensivst gekümmert hat, als "nicht arbeitende Frau" zu bezeichnen.

Inaktiver User
29.07.2009, 11:28
In NRW oder in Teilen von NRW geht es ja anscheinend anders. Ich suchte gerade eine Statistik zu Kindern nichtberufstätiger Mütter in Kitas, leider finde ich nur eine aus Österreich. Vielleicht ist diese Regelung bei Großstädten gegeben und auf dem Land eher nicht? Da können sicher andere Mütter noch etwas zu sagen.

Das glaub ich ganz bestimmt nicht, weil es auf dem Land eher gar keine als bessere Ganztagsangebote gibt... :knatsch:

Fender
29.07.2009, 13:56
Nun, eigentlich ist diese Diskussion ja müßig.

Ich übe auch einen Beruf aus, dessen Reputation knapp über dem eines Finanzbeamten und knapp unter dem eines Straßenräubers liegt.
Als ich mich damals für das passende Studium entschied, wusste ich das.

Gleiches gilt für Frauen, die für sich freiwilligst dafür entscheiden, dass sie ihre nichtberufliche Zukunft im Hausfrauen- und Mütterbereich sehen.
Bitte, kann man alles machen.

Dann allerdings sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man sich seine soziale Anerkennung eben woanders holen muss - in einer ehrenamtlichen Tätigkeit beispielsweise.

Ich riefe ja auch morgens beim Schlipsbinden am liebsten meinem Spiegelbild zu "Meine Arbeit ist toll! Sie macht mir Spaß! Meine Arbeit ist sinnvoll! Warum erkennt das keiner?!"

Ebenso können betroffene Hausfrauen und Mütter noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen und skandieren "Ich arbeite! Ich sauge täglich Staub, putze täglich die Fenster, mache täglich die Wäsche und bereite jeden Tag Essen zu! DAS IST ARBEIT!"

Nein, ist es nicht.

Und wir, die wir richtig arbeiten gehen, werden es auch nie als Arbeit anerkennen. Gewöhnt Euch einfach dran. Habe ich auch gemacht.
Das Leben wird viel leichter.

:smile:

Inaktiver User
29.07.2009, 13:58
:freches grinsen:

:kuss:

Inaktiver User
29.07.2009, 14:11
Und wir, die wir richtig arbeiten gehen, werden es auch nie als Arbeit anerkennen. Gewöhnt Euch einfach dran. Habe ich auch gemacht.
Das Leben wird viel leichter.

:smile:

Ich seh das anders - geh ich jetzt nicht "richtig" arbeiten? :ooooh:

Gruß
Marilyn
die sich wahrscheinlich im Ansehen irgendwo auf der Ebene eines Finanzbeamten bewegt....

Inaktiver User
29.07.2009, 14:21
Ebenso können betroffene Hausfrauen und Mütter noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen und skandieren "Ich arbeite! Ich sauge täglich Staub, putze täglich die Fenster, mache täglich die Wäsche und bereite jeden Tag Essen zu! DAS IST ARBEIT!"

Nein, ist es nicht.

Und wir, die wir richtig arbeiten gehen, werden es auch nie als Arbeit anerkennen. Gewöhnt Euch einfach dran. Habe ich auch gemacht.
Das Leben wird viel leichter.



:ooooh:

Wie bist du denn drauf????

Inaktiver User
29.07.2009, 14:23
.

Fender
29.07.2009, 14:35
:ooooh:

Wie bist du denn drauf????

Das habe ich mich beim Lesen des Eröffnungspostings auch gefragt.

:smile:

Dann sind wir jetzt ja quitt, quasi.

:blumengabe:

Anitra
30.07.2009, 11:13
.

Ebenso können betroffene Hausfrauen und Mütter noch so sehr mit dem Fuß aufstampfen und skandieren "Ich arbeite! Ich sauge täglich Staub, putze täglich die Fenster, mache täglich die Wäsche und bereite jeden Tag Essen zu! DAS IST ARBEIT!"

Nein, ist es nicht.


Ist es doch! Es ist per definitionem keine erwerbstätige Arbeit, aber glaubst du, dass Frauen (oder auch einige Hausmänner) Staubsaugen, Fenster putzen, Wäsche waschen und vieles mehr an Arbeiten, die im Haushalt anfallen, dies als ihr Hobby, ihre Freizeitbeschäftigung ansehen? Was bitte, sollen denn die von dir genannten Tätigkeiten deiner Meinung nach denn sein? Irgendein Spleen, den die betroffenen sich ausdenken, ein plötzlicher Einfall um sich die Zeit totzuschlagen oder was denn?


Und wir, die wir richtig arbeiten gehen, werden es auch nie als Arbeit anerkennen. Gewöhnt Euch einfach dran. Habe ich auch gemacht.
Das Leben wird viel leichter.

:smile:

Mit der Annahme, dass "diejenigen, die richtig arbeiten gehen" (was genau heißt das denn?:freches grinsen:) Hausarbeit, Kindererziehung, Gartenarbeit etc. generell nicht als Arbeit anerkennen, liegst du aber völlig falsch.

Schreib' bitte nicht "wir, die wir richtig arbeiten gehen", sondern begnüge dich mit "ich" oder "ich und einige Freunde und Bekannte".

Glücklicherweise gibt es genügend Menschen die - deine unsinnige Definition gebrauchend - "richtig arbeiten" und die von dir so seltsam verschmähten "Hausfrauen- (oder auch Hausmänner:freches grinsen:) Tätigkeiten" sehr wohl als Arbeit anerkennen. In meinem Umfeld gibt es jedenfalls fast nur solche.

Träum' ruhig weiter!

Anitra

hillary
30.07.2009, 11:30
Natürlich ist das Arbeit,
aber sie wird nicht von jemandem bezahlt, der diese Leistung kauft, ich verkaufe sie nämlich nicht.
Wir gehen davon aus, das ich als Mensch diese Form der Arbeit mache, um mir mein Leben und das der Familie erträglich gestalten zu können.
Die ganze Sache war von EWK ja wohl eher sprachlich begrifflich gemeint, denn was bin ich als vollzeitberufstätige Mutter denn dann, wenn ich weder eine Haushaltshilfe, noch einen Putz-und Bügeleservice, noch einen Babysiter habe?
Schlecht bezahlter Dreifacharbeiter?
Gut, ich musste wochentags kein Mittagessen für die Kinder kochen, aber putzen, einkaufen und bügeln, das machte die Kindergärtnerin meiner Kinder für mich nicht auch noch. Frühstück und Abendbrot kamen auch nicht mit einem Lieferservice.
Für eine Haushalthilfe hat mein Gehalt nie gereicht, also habe ich nach 8 Stunden bezahlter Arbeit, daheim unbezahlt weitergearbeitet, nämlich Familienarbeit freiwillig und von niemandem angeordnet.
Das ist doch des Pudels Kern. Und noch mal ja das ist auch Arbeit.

Miracle41
30.07.2009, 11:40
Irgendwie lustig.
Würde ich als festangestellte Pflegekraft in einer vollstationären Einrichtung meinen Sohn pflegen, ihn täglich waschen, dafür sorgen dass er genug isst und trinkt, ihn wickeln, ihm seine Medikamente verabreichen und ihn täglich im Rahmen seiner Möglichkeiten fördern und fordern, seinen Anus Praeter versorgen und vertrete als gesetzliche Betreuerin seine Interessen wäre ich eine angesehene hart arbeitende Frau mit gesellschaftlichem Ansehen.
Nun mache ich all das aber als seine Mutter und bin irgendwie ... nix.
Ersteres würde die Solidargemeinschaft mehrere tausend Euro im Monat kosten .... zweiteres kostet die Solidargemeinschaft 420 Euro Pflegegeld im Monat.

hillary
30.07.2009, 11:46
@miracle,
ich finde das gelinde gesagt nicht lustig, denn was du leistest, ist mehr als eine Mutter mit gesunden Kindern leisten muss.
Aber da kommen wir in einen Themenbereich, der unerschöpflich ist.
Und es ist meine persönliche Meinung.

Tabetha
30.07.2009, 11:47
wäre ich eine angesehene hart arbeitende Frau mit gesellschaftlichem Ansehen.
Nun mache ich all das aber als seine Mutter und bin irgendwie ... nix.

Das scheint ja die Krux zu sein, weswegen überhaupt seitens der Hausfrauen/Mütter an dem Wort rumgekrittelt wird.
Also die Frage: Wer behandelt Euch wie ein "Nichts"? Manchmal habe ich den Verdacht, dass wir hier vom eigenen Ehemann/Partner reden, der die Hausarbeit/Erziehungsarbeit (die andere nach dem Job noch machen müssen) nicht würdigt.



Ersteres würde die Solidargemeinschaft mehrere tausend Euro im Monat kosten .... zweiteres kostet die Solidargemeinschaft 420 Euro Pflegegeld im Monat.

Die 420 EUR bestenfalls. Ggf. später noch die Sozialhilfe, weil Dein Ex-Mann Dir keinen Unterhalt zahlen muss und Du nicht gearbeitet hast und auch keine Rente bekommst etc.

Miracle41
30.07.2009, 12:25
Die 420 EUR bestenfalls. Ggf. später noch die Sozialhilfe, weil Dein Ex-Mann Dir keinen Unterhalt zahlen muss und Du nicht gearbeitet hast und auch keine Rente bekommst etc.


Das ist jetzt aber schon sehr spekulativ was Du da einbringst.
Und um meine Rente musst Du Dir nun wirklich keine Sorgen machen .... dafür ist mehr als ausreichend vorgesorgt.

Tabetha
30.07.2009, 17:47
Da sich das "Dein" nicht auf Dich persönlich beziehen sollte, sondern auf Frauen in der Situation allgemein, hätte ich es korrekterweise klein schreiben müssen, pardon. Es war als Vermutung für einen Teil der Frauen gedacht, die diesen Lebensweg gewählt haben bzw. in vollkommener Ignoranz des jetzigen Scheidungsrechts noch wählen.
Aber egal.
Interessieren würde mich nun wirklich der andere Aspekt, den ich ins Spiel gebracht habe.
Woher kommt das Denken, als Mutter ohne Job von der Gesellschaft als nutzlos angesehen zu werden? Wer vermittelt dieses Denken?
Die Grundschullehrerin? Die Freundinnen? Die Kassiererin im Supermarkt? Gar der eigene Partner? Die Eltern? Die Schwiegereltern?

Inaktiver User
30.07.2009, 18:08
Woher kommt das Denken, als Mutter ohne Job von der Gesellschaft als nutzlos angesehen zu werden? Wer vermittelt dieses Denken?
Die Grundschullehrerin? Die Freundinnen? Die Kassiererin im Supermarkt? Gar der eigene Partner? Die Eltern? Die Schwiegereltern?

Nutzlos? Wer sagt denn, dass eine Mutter ohne Job von der Gesellschaft als nutzlos angesehen wird?

Donna3
30.07.2009, 18:31
Irgendwie lustig.
Würde ich als festangestellte Pflegekraft in einer vollstationären Einrichtung meinen Sohn pflegen, ihn täglich waschen, dafür sorgen dass er genug isst und trinkt, ihn wickeln, ihm seine Medikamente verabreichen und ihn täglich im Rahmen seiner Möglichkeiten fördern und fordern, seinen Anus Praeter versorgen und vertrete als gesetzliche Betreuerin seine Interessen wäre ich eine angesehene hart arbeitende Frau mit gesellschaftlichem Ansehen.
Nun mache ich all das aber als seine Mutter und bin irgendwie ... nix.
Ersteres würde die Solidargemeinschaft mehrere tausend Euro im Monat kosten .... zweiteres kostet die Solidargemeinschaft 420 Euro Pflegegeld im Monat.

ich glaube, dass jeder den größten respekt vor solch einer leistung hat.
ich frage mich auch immer, wer eigentlich "die gesellschaft" ist.
in meinem umfeld gibt es von der karrierefrau bis zur mutter mit au-pair für die kinder, alles, und alle sind gleich repektiert.

Tabetha
30.07.2009, 18:35
Hier z. B. kommt das Empfinden der "Nutzlosigkeit" vor und weiter oben auch:



Nun mache ich all das aber als seine Mutter und bin irgendwie ... nix.

Tabetha
30.07.2009, 18:36
Nutzlos? Wer sagt denn, dass eine Mutter ohne Job von der Gesellschaft als nutzlos angesehen wird?

Die nichterwerbstätigen Mütter anscheinend, s. o. Das hinterfrage ich ja gerade.

Inaktiver User
30.07.2009, 20:24
Hier z. B. kommt das Empfinden der "Nutzlosigkeit" vor und weiter oben auch:

Das ist die Aussage einer Mutter, sie empfindet so, nicht die Gesellschaft.


Die nichterwerbstätigen Mütter anscheinend, s. o. Das hinterfrage ich ja gerade.

Von Nutzlosigkeit habe ich auch weiter oben nix gelesen.

pacnopac
02.10.2009, 21:04
Hallo,
ich bin Mutter zweier Kinder und seither zu Hause (früher habe ich mehr verdient als mein Mann, nur so nebenbei) und möchte zu der Frage, wer die "Nutzlosigkeit" vermittelt folgendes beitragen:
Wer in den letzten Jahren seinen Rentenbescheid bekommen hat, hat schwarz auf weiß gesehen, so er z.B. Kinder erzieht oder Eltern oder kranke Kinder pflegt, wie viel der so genannten Gesellschaft das wert ist.
Wer Politikern dieser Tage zugehört hat, hat erfahren, dass er in o.g. Fall nicht zu den so genannten "Leistungsträgern" unserer Gesellschaft gehört, da Menschen, die unentgeltlich zu Hause rund ums Jahr arbeiten, keine STEUERN generieren (das Ehegattensplitting soll ja auch abgeschafft werden, übrigens eine Forderung auch von Alice Schwarzer, die keine Kinder groß gezogen hat, so viel ich weiß).
Wer tagtäglich am häuslichen Eßzimmertisch sitzt, und unentgeltlich und ohne Rentenanspruch den Hilfslehrer gibt, obwohl die Kids ja alle eine Schule besuchen, kommt sich schon irgendwann verarscht vor.
Und wer nach der Verabschiedung des neuen Scheidungsrechtes auch noch erfahren hat, dass der "Reiz der Zweitehe" einen höheren Stellenwert hat als die Arbeit eines Ehepartners, der ja schließlich einen Vertrag, nämlich den Ehevertrag unterschrieben hat und Teil einer Versorgungseinheit war, der kommt in die Situation, so er eine Tochter hat, dafür Sorge zu tragen, dass diese nur nach Konsultierung eines Anwaltes eine Ehe eingeht oder am besten überhaupt keine. Die geschiedenen Frauen mit Kindern finden nämlich in aller Regel keinen neuen Ehepartner, während die Mehrzahl der "freigestellten" Männer in die nächste Versorgungseinheit wechseln.
Ich habe mir auch schon von einer Kindergärtnerin den abfälligen Kommentar anhören müssen, als ich hochschwanger mit dem zweiten Kind einen Platz für meine Tochter wollte, "was wollen Sie denn hier, sie bleiben die nächste Zeit doch eh zu Hause".
Und wer tagtäglich die UNERZOGENEN Nachbarskinder zu Hause rum tollen hat, weil deren Eltern in der Arbeit performen, weil dies gesellschaftlich nun eben mal besser angesehen ist, hat irgendwann schon den Eindruck, dass hier wirklich etwas schief läuft.
Dass meine Kinder nicht andere Leute als Wichser titulieren, keine Pornos im Internet anschauen und nicht bei den Lokalisten die Passwörter ihrer Mitschüler knacken, weil ich zu Hause bin und ERZIEHE, interessiert glaube ich auch nicht wirklich jemanden, obwohl man gesamtgesellschaftlich und gesamtwirtschaftlich hier eine eindeutige Kostenrechnung aufstellen könnte, denn nicht erzogene Kinder werden zu unerzogenen Erwachsenen . . .
Also, die Frage ist nicht, ob diese Nutzlosigkeit vermittelt wird, sondern wie man in Zukunft überhaupt noch und zu welchen Bedingungen familiäre Arbeiten und Aufgaben, die es ja nun mal gibt, es sei denn, man schafft die Fortpflanzung generell ab, übernimmt.

angie2
02.10.2009, 21:32
Ist doch schon seit den feministischen Zeiten klar definiert:

Arbeit = Arbeit

bezahlte Arbeit = Erwerbstätigkeit.

Und es ist nicht egal, wie das bezeichnet wird. Weil Sprache natürlich Einfluss nimmt.

Inaktiver User
02.10.2009, 22:01
Ist doch schon seit den feministischen Zeiten klar definiert:

Arbeit = Arbeit

bezahlte Arbeit = Erwerbstätigkeit.

Und es ist nicht egal, wie das bezeichnet wird. Weil Sprache natürlich Einfluss nimmt.

:blumengabe:

Inaktiver User
03.10.2009, 15:07
Ich versteh den Frust ja, aber das Ehegattensplitting bevorzugt eben die Ehe und nicht die Kindererziehung. Auch ein kinderloses Ehepaar profitiert davon, wenn es ein Gehaltsgefälle gibt, während unverheiratete Paare mit Kindern oder Alleinerziehende nichts davon haben, obwohl sie Erziehungsarbeit leisten.

Und dass die Tatsache, dass es unerzogene Kinder gibt oder gar Kinder, die sich Pornos im Netz anschauen oder sozial verwahrlost sind, kausal auf die Berufstätigkeit beider Eltern zurückzuführen ist, dafür hätte ich gerne mal einen Beleg.

hillary
03.10.2009, 17:43
Und wer tagtäglich die UNERZOGENEN Nachbarskinder zu Hause rum tollen hat, weil deren Eltern in der Arbeit performen, weil dies gesellschaftlich nun eben mal besser angesehen ist, hat irgendwann schon den Eindruck, dass hier wirklich etwas schief läuft.
Dass meine Kinder nicht andere Leute als Wichser titulieren, keine Pornos im Internet anschauen und nicht bei den Lokalisten die Passwörter ihrer Mitschüler knacken, weil ich zu Hause bin und ERZIEHE, interessiert glaube ich auch nicht wirklich jemanden, obwohl man gesamtgesellschaftlich und gesamtwirtschaftlich hier eine eindeutige Kostenrechnung aufstellen könnte, denn nicht erzogene Kinder werden zu unerzogenen Erwachsenen . . .
Also, die Frage ist nicht, ob diese Nutzlosigkeit vermittelt wird, sondern wie man in Zukunft überhaupt noch und zu welchen Bedingungen familiäre Arbeiten und Aufgaben, die es ja nun mal gibt, es sei denn, man schafft die Fortpflanzung generell ab, übernimmt.

Ich war vom ersten Lebensjahr bis Studienbeginn meines jüngsten Kindes vollzeitberufstätig und alleinerziehend.
Bei mir daheim gab es weder eine Nanny, keine Zugehfrau und fürs Aupair wäre auch kein Platz gewesen.
Meine Kids haben Kindergarten und Hort besucht, später am Gymnasium ging der Unterricht bis 15 manchmal 16 Uhr. Während ich bis 19 Uhr im Büro performte, damit ich nicht auch noch von den Abgaben der Männer profitierte, deren Frauen ihnen den Rücken freihielten, damit sie ihre Familien ernähren konnten. Dafür erhielt ich jährlich vom Staat ca 1300 € steuerfreies Einkommen.

Meine Kinder sind weder auffällig geworden, noch habe ich in der Schule antanzen müsssen, weil sie Mitschüler drangsalierten, Passwörter knackten und das sie Pornos im Internet anschauten halte ich für sehr unwahrscheinlich, wir hatten bis vor kurzem keinen Internetzugang in der Wohnung.
Ein Kind hat die Abinote 1,7 ist eine der besten ihres Jahrgangs an der Uni, das andere Kind hat das Abi mit 2,5 bestanden, seinen Grundwehrdienst abgeleistet und studiert u.a. Psychologie.

Ich finde es weder gut alle Mütter, die zuhause bleiben und sich der Hausarbeit und der Kindererziehung widmen pauschal abzuwatschen, noch finde ich besonders gelungen Müttern, die ihren finanziellen Anteil zum Familienerhalt in einem Beruf leisten, der ihnen auch noch viel Spaß macht vorzuhalten, sie würden das zukünftige Prekariat großziehen.

Komisch das das immer wieder ein Problem unter Frauen ist, noch nie habe ich einen berufstätigen Mann so etwas über Mütter sagen hören.

.gerrimee.
03.10.2009, 18:15
Während ich bis 19 Uhr im Büro performte, damit ich nicht auch noch von den Abgaben der Männer profitierte, deren Frauen ihnen den Rücken freihielten, damit sie ihre Familien ernähren konnten.

Ich finde es weder gut alle Mütter, die zuhause bleiben und sich der Hausarbeit und der Kindererziehung widmen pauschal abzuwatschen, noch finde ich besonders gelungen Müttern, die ihren finanziellen Anteil zum Familienerhalt in einem Beruf leisten, der ihnen auch noch viel Spaß macht vorzuhalten, sie würden das zukünftige Prekariat großziehen.

Komisch das das immer wieder ein Problem unter Frauen ist,

Ich glaube, genau so eine unterschwellige "Wertung" trägt viel zu diesem "Frauenproblem" bei. :knatsch:

hillary
03.10.2009, 18:27
Sorry gerimee hast, Recht, ich hatte schon wieder die Wutbrille auf.
Manche Frauen gehen gern zur Arbeit, ich habe meinen Job geliebt, manche gehen weil sie müssen.
Ich konnte beides verbinden, ich musst das Geld verdienen, weil es keinen Ernährer gab und ich konnte es gern, weil mir der Job sehr viel Freude gemacht hat.

Trotzdem ärgere ich mich über die Aussage, das Kinder von berufstätigen Müttern kriminell werden.
In der Ecke wo ich lebe, ist das eher umgekehrt.

.gerrimee.
03.10.2009, 18:30
Sorry gerimee hast, Recht, ich hatte schon wieder die Wutbrille auf.
Manche Frauen gehen gern zur Arbeit, ich habe meinen Job geliebt, manche gehen weil sie müssen.
Ich konnte beides verbinden, ich musst das Geld verdienen, weil es keinen Ernährer gab und ich konnte es gern, weil mir der Job sehr viel Freude gemacht hat.

Trotzdem ärgere ich mich über die Aussage, das Kinder von berufstätigen Müttern kriminell werden.
In der Ecke wo ich lebe, ist das eher umgekehrt.

Mir war schon klar, dass das nicht in echt Deine Meinung ist :wangenkuss:

Und um ein Kind schlecht zu erziehen oder gar verwahrlosen zu lassen, braucht man weder Geld noch Beruf und umgekehrt.... (leider).

hillary
03.10.2009, 18:37
Mir war schon klar, dass das nicht in echt Deine Meinung ist :wangenkuss:

Und um ein Kind schlecht zu erziehen oder gar verwahrlosen zu lassen, braucht man weder Geld noch Beruf und umgekehrt.... (leider).

Bei dem Thema könnt ich echt heulen,
Kinder brauchen Liebe und Stabilität und in der Pubertät Grenzen.
Eigentlich ganz einfach, aber manchen Eltern ist das scheinbar zu viel.

.gerrimee.
03.10.2009, 19:06
Bei dem Thema könnt ich echt heulen,
Kinder brauchen Liebe und Stabilität und in der Pubertät Grenzen.
Eigentlich ganz einfach, aber manchen Eltern ist das scheinbar zu viel.

Stimmt.

Trotzdem: Ich arbeite jetzt 15 Stunden die Woche, komme natürlich nicht über Hartz 4 leider. Mein Arbeitsvermittler meint, ich solle Vollzeit arbeiten, komplett alleinstehend, mit zwei Kindern. Betreuung fängt um 8 an, auf der Arbeit wäre ich dann frühestens 8.30 oder später. Rechne 8 Stunden plus Pause plus Rückweg, dann bist Du schnell bei fast 18.00. Ohne eingekauft zu haben, ohne gekocht zu haben. Ohne Haushalt.

Wie man da noch vernünftig Zeit für seine Kinder haben soll.... Zumal sie in der Hälfte der Ferien "irgendwo" untergebracht werden müssten.

Und da glaube ich schon, dass das schwierig wird. Für die Kinder und auch für die Mutter.

Du schriebst ja, dass es bei Dir sogar bis 19.00 Uhr ging. Du hast sicher Hilfe gehabt, ja? Weil solange geht die Kinderbetreuung noch nicht mal heute.

hillary
03.10.2009, 23:47
@gerrimee,
ja ich hatte Hilfe bei der Kinderbetreuung.
Um in meinem Job arbeiten zu können, bin ich mit den Kindern als sie in die Schule kamen zu meinen Eltern gezogen und habe dafür einen Arbeitsweg von 100 Kilometern in Kauf genommen.
Im Haushalt und beim Einkaufen, nee da lass ich meine Mutter nicht ran, wir haben da ziemlich gegensätzliche Ansichten. Bei meiner Mutter muss man vom Fußboden essen können und ich bevorzuge Teller :smirksmile:. Haushalt lief also alles abends, wenn die Kinder im Bett waren, einkaufen samstags oder wenn ich von der Autobahn runterkam schnell in den Supermarkt. Ich bin keine besonders gute Hausfrau :peinlich:.

angie2
04.10.2009, 00:40
Und dass die Tatsache, dass es unerzogene Kinder gibt oder gar Kinder, die sich Pornos im Netz anschauen oder sozial verwahrlost sind, kausal auf die Berufstätigkeit beider Eltern zurückzuführen ist, dafür hätte ich gerne mal einen Beleg.

Sorry, Marilyn, den kannst Du nicht erhalten.

Weil längst bewiesen ist, dass sich die Kinder genauso gut entwickeln, wenn sich die Mütter am Tag mindestens eine Stunde ausschließlich um die Kinder kümmern.

Was längst nicht jede Mutter macht, die zu Hause ist.

Die kann sich nämlich genauso gut nur um den Haushalt kümmern. Und nicht um die Kinder.

Klar ist es für die Kinder prima, wenn die Mutter zu Hause ist und sich gerne um sie kümmert. Und natürlich hat die dann auch keine 80 Stunden Woche. Was berufstätige Mütter mindestens haben.

Ehrlich, ich habe diese ganzen Diskussionen sehr satt.

Warum, verflixt noch mal, dürfen Mütter nicht berufstätig sein. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Warum dürfen Mütter nicht zu Hause bleiben, wenn sie das besser finden?

Ohne als faul abgestempelt zu werden. Und dann mit dem Finger auf die Rabenbrut der anderen Mütter zeigen zu müssen.

Die allzuoft aus einem Haushalt stammen, bei denen die Mütter zu Hause sind. Die sich aber leider nicht drum kümmern.

So Grabenkämpfe gibt es aber nur im ehemaligen Westdeutschland.

Über dieses Thema habe ich mich schon vor 40 Jahren auseinandergesetzt. Und die lieben Ehemänner haben mir gesagt, dass ich das gaaanz falsch sehe. (Dass Mütter einen Beruf brauchen, mit dem sie jederzeit Brötchen verdienen könnten. Auch wenn sie zu Hause bleiben).

Nun ja, diese Herren sind ausnahmslos gegangen, als sie um die 50 waren.

Und die Mütter durften schauen, wie sie ihre Kinder durchbrachten.

Und heute... früher machten die Männer einen Ehevertrag. Um ihr Vermögen zu retten.

Heute würde ich als Frau ohne Ehevertrag, in dem ich einen Ausgleich für die berufsbedingten Nachteile erhalte, niemals zu Hause bleiben.

Und für einen Ehevertrag muss sowieso erst einmal der Ehegatte genug verdienen.

Inaktiver User
04.10.2009, 13:44
Sorry, Marilyn, den kannst Du nicht erhalten.


Warum sorry? Ich weiß, dass es diesen Beleg nicht gibt, aber ich hab diese Aussage ja auch nicht getroffen. :smirksmile:

Viele Grüße
Marilyn
vollzeit berufstätige Mutter mit Mann, der demnächst ein Jahr in Elternzeit geht

kanglin
04.10.2009, 15:11
Also, was mich an der "Wahlfreiheit" - ob daheim oder berufstätig - ärgert, ist, dass die immer noch vielen Frauen, die sich für ein Hausfrauendasein entscheiden, dem männlichen Teil unserer Gesellschaft das Gefühl geben, dass das nach wie vor ein prima Modell ist. Und als einigermaßen gutverdienender Mann gibt's doch nichts Bequemeres, zumindest auf den ersten Blick. Es braucht als Mann schon etwas mehr geistige Anstrengung, um nicht auf dem einfachsten Weg langzulaufen und zu glauben, man hätte auf das Hausfrauenmodell mit bestenfalls ein bisschen Teilzeit ein Anrecht. Zumindest bis zu einer Scheidung. Dann glauben sie, und die Rechtsprechung bestätigt das, dass sie das Anrecht haben, nur kurze Zeit Unterhalt zu zahlen und die Frau dann selbst schauen soll, woher ihr Geld kommt.

Wenn es selbstverständlich wäre, dass Mütter und Väter arbeiten und beide ihren Teil an der Kindererziehung leisten, gäbe es etwas weniger berufliche Diskriminierung in diesem Land (und deutlich weniger HartzIV-beziehende Scheidungsopfer). Mehr Kinder gäbe es - siehe Frankreich -vermutlich auch.

Und daher nehme ich mir das Recht heraus, das Modell des Herrn Landrat zu kritisieren, weil es Zeichen für die nachfolgenden Generationen von Männern setzt, es genauso zu machen und von ihren Freundinnen oder Frauen zu erwarten, dass sie das auch ganz toll finden.

Grüße,

Kate

Anitra
05.10.2009, 12:52
Also, was mich an der "Wahlfreiheit" - ob daheim oder berufstätig - ärgert, ist, dass die immer noch vielen Frauen, die sich für ein Hausfrauendasein entscheiden, dem männlichen Teil unserer Gesellschaft das Gefühl geben, dass das nach wie vor ein prima Modell ist.

Richtig, das Modell ist nicht "prima". Es stellt EINE von mehreren Möglichkeiten dar. Es ist nicht besser als ein anders, aber auch nicht schlechter. Es kommt nämlich immer darauf an, was die jeweils betroffenen Personen daraus machen. Insofern kann jedes Modell gleich gut oder aber auch gleich schlecht sein. Verallgemeinerungen werden den Individuuen nicht gerecht und sind daher - in meinen Augen - stets abzulehnen.


Wenn es selbstverständlich wäre, dass Mütter und Väter arbeiten und beide ihren Teil an der Kindererziehung leisten, gäbe es etwas weniger berufliche Diskriminierung in diesem Land (und deutlich weniger HartzIV-beziehende Scheidungsopfer). Mehr Kinder gäbe es - siehe Frankreich -vermutlich auch.

Was "wäre wenn" wage ich nicht zu beurteilen. Selbstverständlich sollte es (in meinem Sinne) aber sein, dass jeder genau das Modell wählt, das er eben gerne wählen möchte und zwar ohne dass er dabei den jeweils anderen Rechenschaft für diese Entscheidung schuldet. Mehr noch, beide Modelle (und alle Varianten dazwischen) sollten gleichbehandelt werden und gleichermaßen leicht zu verwirklichen sein.



Und daher nehme ich mir das Recht heraus, das Modell des Herrn Landrat zu kritisieren, weil es Zeichen für die nachfolgenden Generationen von Männern setzt, es genauso zu machen und von ihren Freundinnen oder Frauen zu erwarten, dass sie das auch ganz toll finden.

Du darfst natürlich kritisiern, was du kritisiern willst.................

Aber eigentlich fängt das Problem eben genau mit einer solchen Kritik an. Der Frau X passt das Modell von der Frau Y nicht, also kritisiert sie dieses. Frau Y hätte aber genau so das Recht Frau X zu kritisieren, weil diese "anders" lebt, eine andere Variante bevorzugt. Wer hat Recht? :wie?: Eigentlich keine von beiden (oder aber jede gleichermaßen :freches grinsen:). Erst wenn kein einziger Mensch mehr das frei gewählte Lebensmodell eines anderen kritisiert, kann sich etwas zum positiven wenden. Ich habe allerdings (leider) nicht die Illusion, dass dies irgendwann einmal eintreten wird.

Menschen sind nun mal unterschiedlich, haben unterschiedliche Bedürfnisse und oft gänzlich konträre Vorstellungen von dem was sie selbst für erstrebenswert erachten. Insofern wird man NIEMALS eine einzige Variante, die angeblich alles zum Bessern wenden würde als die "wahre" und allein glücklich machende" propagieren können. Das käme einer Art Diktatur gleich, deren Vorstellung mich nachhaltig abschreckt.

Anitra

HansDampf
05.10.2009, 15:19
Wenn es selbstverständlich wäre, dass Mütter und Väter arbeiten und beide ihren Teil an der Kindererziehung leisten, gäbe es etwas weniger berufliche Diskriminierung in diesem Land (und deutlich weniger HartzIV-beziehende Scheidungsopfer). Mehr Kinder gäbe es - siehe Frankreich -vermutlich auch.


Anitra hat es schon gesagt, was an der Kritik von Lebensmodellen anderer so problematisch ist...:blumengabe:

Daher nur zu obiger Aussage:

Da die Frauenerwerbsquote in Frankreich niedriger ist als die in Deutschland, wird es wohl nicht an der Arbeitsfreude fanzösischer Frauen liegen, daß die Geburtenrate in unserem Nachbarland da ist, wo sie ist.

In der Tschechischen Republik liegt die Frauenerwerbsquote bei fast 100% (und die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind optimal), die Geburtenrate in der Nähe von 1.0 Kinder pro Frau. In Irland gibt es fast keine staatliche Kinderbetreuung und eine sehr einseitige Verteilung der Kinderziehung und Hausarbeit in Richtung Frau, jedoch sind die Iren Vize-Europameister bei der Geburtenrate.

Wie viele Kinder wie viele Frauen bekommen ist ein sehr komplexes Phänomen. In Frankreich gibt es seit über 100 Jahren eine aktive (und stark nationalistisch geprägte) Bevölkerungspolitik, deren Hauptargument die befürchtete Unterlegenheit gegenüber dem bevölkerungstärkeren Deutschland ist. Das Mutterkreuz haben die Franzosen ebenfalls erfunden (unter einer sozialistischen Volksfront-Regierung). Die Familie hat in Frankreich (im Vergleich zu Freundschaften) eine deutlich höhere Bedeutung als in D. Und in der französischen Rama-Werbung werden prinzipiell Familien mit drei Kindern gezeigt (auch das ist in D anders). Die Schattenseite: eine Jugendarbeitslosenrate von über 25%. Die wirklich enorme Familienförderung ist so kostspielig, daß das Geld bei der Ausbildung der Jugendlichen und der Schaffung von Zukunft für viele Kinder dann fehlt.

Man sollte also genau hinschauen, ob alles Gold ist, was jenseits des Grenzzauns glänzt.

Hans

.gerrimee.
05.10.2009, 15:36
Hansdampf, Dein Posting find ich prima!

Ich bin mittlerweile immer mehr der Ansicht, dass diese "Kinderrate" überhaupt nichts mit der angeblichen oder auch funktionierenden Vereinbarkeit von Kind und Beruf der Mutter zu tun hat.

Sondern mit der Akzeptanz von Kindern im Alltagsleben überhaupt.

Und da sind wir in D leider sehr daneben. "Kinderreichtum" bedeutet bei uns sozialer Abstieg. Lebensgeräusche von Kindern sind "Lärm" und beschäftigen tageintagaus die Gerichte.

Auch wenn Du Vollzeit arbeitest und die Kinder bestens betreut sind - irgendwann mußt Du Deine Kinder irgendwohin mitnehmen: und schon eckst du an.

Du kannst nicht mehr essen gehen, beim Einkaufsbummel, wo sind Kinder überhaupt erwünscht, ach ja, im Indoor-Paradies, wo Du als Erwachsener dann vor Langeweile vergehst.

Kinder werden da gerne geboren, wo es auch kinderfreundlich zugeht. Nicht gerade hier.

Habe übrigens heute im Radio gehört, dass Norwegen das Land mit dem besten Lebensstandard ist. Weil es soviel Geld hat, dass das den Menschen über Sozialleistungen zugute kommt. Bestimmt auch den Familien, im Gegensatz zu hier.

Inaktiver User
05.10.2009, 15:45
In der Tschechischen Republik liegt die Frauenerwerbsquote bei fast 100% (und die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind optimal),

Stimmt, nicht alles ist Gold, was glänzt.

Muss einen Grund gehabt haben, dass Tschechinnen auch gerne den Kindergarten als Krankenstation bezeichnen... die Kinder kommen zur Grippesaison auch dorthin, die Erzieherinnen verabreichen übrigens die nötigen Antibiotika (die natürlich zuvor vom Arzt verschrieben wurden, nicht, dass hier mal wieder Missverständnisse entstehen :zwinker:)... bei uns ist MEdikamtengabe verboten (dort vielleicht auch... aber es geht halt oft um den Verlust des Arbeitsplatzes... ihr versteht?)

nur als Denkanregung.


Lynxlynx
(arbeitend, mit Kind, nie Elternzeit genommen, aber /dennoch und gerade deswegen/ schon immer skeptisch veranlagt)

Inaktiver User
05.10.2009, 15:48
Ich bin mittlerweile immer mehr der Ansicht, dass diese "Kinderrate" überhaupt nichts mit der angeblichen oder auch funktionierenden Vereinbarkeit von Kind und Beruf der Mutter zu tun hat.

Sondern mit der Akzeptanz von Kindern im Alltagsleben überhaupt.

Und da sind wir in D leider sehr daneben. "Kinderreichtum" bedeutet bei uns sozialer Abstieg. Lebensgeräusche von Kindern sind "Lärm" und beschäftigen tageintagaus die Gerichte.

Auch wenn Du Vollzeit arbeitest und die Kinder bestens betreut sind - irgendwann mußt Du Deine Kinder irgendwohin mitnehmen: und schon eckst du an.

Du kannst nicht mehr essen gehen, beim Einkaufsbummel, wo sind Kinder überhaupt erwünscht, ach ja, im Indoor-Paradies, wo Du als Erwachsener dann vor Langeweile vergehst.

Kinder werden da gerne geboren, wo es auch kinderfreundlich zugeht. Nicht gerade hier.

Habe übrigens heute im Radio gehört, dass Norwegen das Land mit dem besten Lebensstandard ist. Weil es soviel Geld hat, dass das den Menschen über Sozialleistungen zugute kommt. Bestimmt auch den Familien, im Gegensatz zu hier.

Stimme Dir zu... in Dtl. ist es ja auch auffällig, dass man sich zuerst nach dem "Wohlergehen im Beruf" und dann erst nach der Familie erkundigt.

Meiner Erfahrung nach ist das in "kinderreichen" Ländern in der Tat genau anders herum... Kinder sind ein großes Thema, Kinderboutiquen säumen die Straßen fast so sehr wie die Läden für Erwachsene... manchmal sogar mehr.

Und mit nur einem Kind erfährt man dort sowas mit Mitleid... :smirksmile:
(NEIN, ich meine nicht Nigeria :smile:)

hillary
05.10.2009, 17:05
Sondern mit der Akzeptanz von Kindern im Alltagsleben überhaupt.

Und da sind wir in D leider sehr daneben. "Kinderreichtum" bedeutet bei uns sozialer Abstieg. Lebensgeräusche von Kindern sind "Lärm" und beschäftigen tageintagaus die Gerichte.

Auch wenn Du Vollzeit arbeitest und die Kinder bestens betreut sind - irgendwann mußt Du Deine Kinder irgendwohin mitnehmen: und schon eckst du an.

Du kannst nicht mehr essen gehen, beim Einkaufsbummel, wo sind Kinder überhaupt erwünscht, ach ja, im Indoor-Paradies, wo Du als Erwachsener dann vor Langeweile vergehst.

Kinder werden da gerne geboren, wo es auch kinderfreundlich zugeht. Nicht gerade hier.

Habe übrigens heute im Radio gehört, dass Norwegen das Land mit dem besten Lebensstandard ist. Weil es soviel Geld hat, dass das den Menschen über Sozialleistungen zugute kommt. Bestimmt auch den Familien, im Gegensatz zu hier.


:blumengabe:

Tabetha
06.10.2009, 12:45
Sondern mit der Akzeptanz von Kindern im Alltagsleben überhaupt.

Und da sind wir in D leider sehr daneben. "Kinderreichtum" bedeutet bei uns sozialer Abstieg. Lebensgeräusche von Kindern sind "Lärm" und beschäftigen tageintagaus die Gerichte.

Auch wenn Du Vollzeit arbeitest und die Kinder bestens betreut sind - irgendwann mußt Du Deine Kinder irgendwohin mitnehmen: und schon eckst du an.

Du kannst nicht mehr essen gehen, beim Einkaufsbummel, wo sind Kinder überhaupt erwünscht, ach ja, im Indoor-Paradies, wo Du als Erwachsener dann vor Langeweile vergehst.

Kinder werden da gerne geboren, wo es auch kinderfreundlich zugeht. Nicht gerade hier.

Habe übrigens heute im Radio gehört, dass Norwegen das Land mit dem besten Lebensstandard ist. Weil es soviel Geld hat, dass das den Menschen über Sozialleistungen zugute kommt. Bestimmt auch den Familien, im Gegensatz zu hier.


Das Kindergeld in Norwegen ist übrigens niedriger, als bei uns. Dafür ist der Bedarf an Kinderbetreuung besser gedeckt, der liegt nämlich bei 100 %. Man sollte nicht so unreflektiert vom Reichtum Norwegens reden, ich bin sicher, so einiges würde hier in Deutschland ein Riesengeschrei auslösen, wenn wir es umsetzen würden (z. B., dass die Zahnarztkosten komplett selber zu tragen sind). Warum insbesondere die Norweger ihr Land lebenswert finden: eine ganz andere Erwartungshaltung an den Staat, als in Deutschland üblich ...

Du musst aber irgendwo auf einem anderen Planeten wohnen. Überall wo ich essen gehe, shoppen gehe o. ä. mache, sind erzogene Kinder gerne gesehen.
Und wenn man Kinder hat, ist nun einmal Indoor-Paradies angesagt. Das weiß man doch vorher, dass Bauklötze legen und Fußball spielen vielleicht nicht so das eigene Ding ist ... Aber hat irgendjemand etwas davon gesagt, dass Kinder Spaß machen sollen oder dazu da sind? Sicher machen sie das auch, aber Einschränkungen gehören mit dazu. Für ein Kind ist nun einmal der abendliche Restaurantbesuch nicht so spannend (also genauso wenig wie für Dich das Indoor-Paradies). Dann gilt es eben eine Zeit darauf zu verzichten oder für einen Abend einen Babysitter zu holen. Oder das Kind ist so gut erzogen (die Möglichkeit gibt es), dass es sich selbst beschäftigen kann, und das, ohne andere ruhesuchende Gäste zu stören (Malsachen, Lesen). Ich habe wirklich noch nie erlebt, dass sich jemand daran dann gestört hätte?

Tabetha
06.10.2009, 12:48
Stimme Dir zu... in Dtl. ist es ja auch auffällig, dass man sich zuerst nach dem "Wohlergehen im Beruf" und dann erst nach der Familie erkundigt.



Das hängt doch eher vom Umfeld ab. Wenn ich mich geschäftlich treffe, ist die Familie für mich sowieso kein Thema. Sie ist privat und hat mit dem Job nichts zu tun. Private Treffen können dagegen beides zum Thema haben. Daraus auf Kinderfeindlichkeit oder Familienfeindlichkeit zu schließen, finde ich weit hergeholt.


Meiner Erfahrung nach ist das in "kinderreichen" Ländern in der Tat genau anders herum... Kinder sind ein großes Thema, Kinderboutiquen säumen die Straßen fast so sehr wie die Läden für Erwachsene... manchmal sogar mehr.

Kinderboutiquen funktionieren nicht in einer Geiz-ist-geil-Gesellschaft. Und in der sind wir nach wie vor.

.gerrimee.
06.10.2009, 14:35
Man sollte nicht so unreflektiert vom Reichtum Norwegens reden

Nur, daß Norwegen auf Platz eins (http://www.wiwo.de/politik/galerien/die-lebenswertesten-laender-2009-719/2/platz-1-norwegen.html)der lebenswertesten Länder gekommen ist.



Überall wo ich essen gehe, shoppen gehe o. ä. mache, sind erzogene Kinder gerne gesehen.

Oder das Kind ist so gut erzogen (die Möglichkeit gibt es)dass es sich selbst beschäftigen kann,



:knatsch:

Das Leben besteht aber nicht nur aus Essengehen am Abend. Sondern auch noch aus Arztbesuchen, Großeinkäufen, längeren Zugreisen, Flugreisen, vielen vielen anderen Terminen und nicht jeder hat das Geld, dann einen Babysitter zu kaufen.

Und, falls Du die Erfahrung mangels Kindern noch nicht gemacht haben solltest..., auch gut erzogene Kinder haben mal schlechte Laune und/oder quengeln, je kleiner, je lieber (und nerviger).

Tabetha
06.10.2009, 14:52
Nur, daß Norwegen auf Platz eins (http://www.wiwo.de/politik/galerien/die-lebenswertesten-laender-2009-719/2/platz-1-norwegen.html)der lebenswertesten Länder gekommen ist.

Ein Land mit 4,5 Millionen Einwohnern wird einfach auch Vorteile gegenüber einem Land mit 80 Millionen Einwohnern haben ... Ist mal so ein Verdacht ... Wenn ich mir die ersten Plätze ansehe, liege ich damit gar nicht so falsch.
Norwegen sucht allerdings auch Facharbeiter. Gut ausgebildete Leute haben also die Chance, dort zu leben.




:knatsch:

Das Leben besteht aber nicht nur aus Essengehen am Abend. Sondern auch noch aus Arztbesuchen, Großeinkäufen, längeren Zugreisen, Flugreisen, vielen vielen anderen Terminen und nicht jeder hat das Geld, dann einen Babysitter zu kaufen.

Und, falls Du die Erfahrung mangels Kindern noch nicht gemacht haben solltest..., auch gut erzogene Kinder haben mal schlechte Laune und/oder quengeln, je kleiner, je lieber (und nerviger).

Ich kann hier auch keine großen Probleme sehen.
Arzt: Die haben Spielecken.
Großeinkauf: Da müssen sich die Eltern eben die Arbeit des Einkaufens aufteilen. Wobei ich nicht weiß, warum hier ein Kinderwagen oder ein erzogenes Kind stören sollte?
Zugreise: Dito. Mit Stift, Malbuch, Lesebuch (vorausgesetzt, das Kind hat gelernt mit Dingen, die nicht an der Steckdose hängen etwas anzufangen) ausgestattet, einem Spiel (man muss sich halt mit seinem Kind auch beschäftigen) u. ä. wird die Fahrt schon gehen.
Flugreise: Meine Meinung: Mit Kindern muss man keine Flüge über den Atlantik machen. Purer Egoismus der Eltern. Solche Flüge sind zumindest für Kleinkinder eine ziemliche Zumutung.

Dass ein Kind mal schlechte Laune, Bauch- und Zahnschmerzen, Hunger usw. hat und dann etwas unleidlicher werden kann, ist mir bewusst. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, sind das gar nicht die Kinder, die die sogenannte "Kinderfeindlichkeit" hervorrufen oder haben entstehen lassen ... Schon gar nicht wenn man sieht, dass die Eltern sich in diesem Fall auch um ihr Kind kümmern und nicht sagen "Boh ey, lass datt Kleine doch mit dem Buggy durch das Restaurant fegen und die alte Omma umnieten, datt muss sisch frei entfalten können".

.gerrimee.
06.10.2009, 15:09
Was ist denn ein "gut erzogenes" Kind?

Tabetha
06.10.2009, 15:16
Hhm, ich dachte das weiß man, was Erziehung ist. Andererseits - wenn ich mir das Leben auf der Straße so ansehe, gibt es doch bei einigen Familien Wissensnotstand, stimmt schon. Ich bin auf jeden Fall heilfroh, dass meine Eltern es wussten (ohne Wikipedia ;- )).

Was sagt eigentlich das "lebenswert" bei den Ländern über Kinder und Kinderfreundlichkeit aus? Als Bewertungsmaßstab wurden Lebensalter, Schuleinschreibungsquote und BIP herangezogen. ?

Inaktiver User
06.10.2009, 15:37
[Zugreise: Dito. Mit Stift, Malbuch, Lesebuch (vorausgesetzt, das Kind hat gelernt mit Dingen, die nicht an der Steckdose hängen etwas anzufangen) ausgestattet, einem Spiel (man muss sich halt mit seinem Kind auch beschäftigen) u. ä. wird die Fahrt schon gehen.

Selbst erlebt: Menschen, die sich beschweren, dass es sie stören würde, wenn ich meinem vierjährigen Kind (nein, dass kann noch nicht selber lesen) im Zug in relativ ruhigem Tonfall (aber auch nicht zu leise, schließlich soll mein Kind mich noch hören können) vorlese.

Oder auch gerne genommen: das trotzende Kind im Supermarkt, dass vielleicht 2-3x in seinem Leben trotzt und dann merkt, dass es aufgrund der Konsequenz der Eltern nichts bringt, aber trotzdem für Außenstehende erst einmal unerzogen wirken mag

Inaktiver User
06.10.2009, 15:39
Schon gar nicht wenn man sieht, dass die Eltern sich in diesem Fall auch um ihr Kind kümmern und nicht sagen "Boh ey, lass datt Kleine doch mit dem Buggy durch das Restaurant fegen und die alte Omma umnieten, datt muss sisch frei entfalten können".

Ist das jetzt reine Polemik oder hast du das tatsächlich schon so erlebt? Ich nämlich noch nicht, ich halte die Massen von ruhestörenden Kindern in Restaurants langsam für eine Urban legend, denn obwohl ich viel auch alleine mit meinem Mann essen gehe (oder auch unser Kind dabei habe in ganz normalen Restaurants) sind mir derart ruhestörende Kinder so gut wie nie bisher untergekommen.

Tabetha
06.10.2009, 17:21
Hallo Marilyn,

selbst erlebt und in ähnlicher Form mehr als einmal (eher städtisches Umfeld). Nun wohne ich auf dem Land (und in einem anderen Bundesland) und gehe nach wie vor sehr viel essen. Hier sind die Kinder sehr gut erzogen, allerdings eher in unseren recht "reichen" Dörfern. In der nächsten Stadt sind sie wieder mit dem ICE durch die Kinderstube gebrettert.

Wenn sich jemand von leisem Vorlesen gestört fühlt - sei es im Wartezimmer oder im Zug - tja, das ist wohl ein Hardliner gewesen. Da kann man nichts machen. Deswegen halte ich unser Land aber nicht für kinderfeindlich.
Leider werden Menschen die sich über richtige Ruhestörung, also Lärm (z. B. gibt es bei vielen Jungs anscheinend nur noch eine Lautstärke, nämlich die Dezibel eines startenden Jumbos), von Kindern beschweren, mit solch Sensibelchen immer in eine Schublade gesteckt. Und das ärgert und trägt sicher nicht zur Verständigung bei. Ich gehe schließlich auch davon aus, dass es noch Eltern gibt die sehr wohl wissen, was Erziehung ist. Und dass diese keine freundliche Empfehlung an die Eltern, sondern eine Pflicht ist.

Inaktiver User
06.10.2009, 17:43
Selbst erlebt: Menschen, die sich beschweren, dass es sie stören würde, wenn ich meinem vierjährigen Kind (nein, dass kann noch nicht selber lesen) im Zug in relativ ruhigem Tonfall (aber auch nicht zu leise, schließlich soll mein Kind mich noch hören können) vorlese.



OT: Wenn ich einen anstrengenden Termin hinter mir habe und dann geschafft auf der Heimreise bin, nervt mich das auch. Genauso wie lange Handygespräche, dauer-piepsende und dudelnde Computerspiele, etc. Im Zug sitzen Menschen nun mal auf engstem Raum, da kann einen alles nerven was dauerhaft auf einen einprasselt und auch wenn man die Privatsphäre Anderer aufgezwungen bekommt. Das hat aber nichts mit Kinder- oder einer sonstigen Feindlichkeit zu tun, sondern einfach mit (fehlender) Rücksichtnahme.

Inaktiver User
06.10.2009, 17:51
Wenn sich jemand von leisem Vorlesen gestört fühlt - sei es im Wartezimmer oder im Zug - tja, das ist wohl ein Hardliner gewesen. Da kann man nichts machen. Deswegen halte ich unser Land aber nicht für kinderfeindlich.


Ich bin so ein Hardliner.

Wenn es leises Vorlesen ist, dh. ein Gespräch unter zwei Menschen ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Aber viele Leute können ihre Stimme nicht regulieren, bzw sind sich nicht bewusst, dass nicht jeder im Raum/Abteil mithören will. Wenn man im Zug gegenüber sitzt, bekommt man sicherlich das Vorlesen oder ein Gespräch mit, kann es aber ausblenden, wenn es nicht zu laut ist. Es gibt aber genug Leute, die alle Reisenden im Abeil mitunterhalten ohne dass ihnen diese Unhöflichkeit bewusst ist.

Ja, und dann kann es vorkommen, dass ich darum bitte leiser zu sein.

Inaktiver User
06.10.2009, 17:54
Du meine Güte, ein Zug ist doch kein Sanatorium. Wenn man nicht ertragen kann, dass andere sprechen oder sogar Kinder zugegen sind, dann muss man wohl Auto fahren. Was auch nicht entspannender sein dürfte.

Brombeerkatze1
06.10.2009, 17:59
Du meine Güte, ein Zug ist doch kein Sanatorium. Wenn man nicht ertragen kann, dass andere sprechen oder sogar Kinder zugegen sind, dann muss man wohl Auto fahren. Was auch nicht entspannender sein dürfte.

Genaus das habe ich auch gerade gedacht...
Ich finde es oft ganz gruselig wenn Leute hier nur im absoluten Flüstermodus unterwegs sind.... war gerade noch in Spanien - boah sind die laut! :freches grinsen:
Sicher auch manchmal nervig aber auch viel lebendiger und lustiger.

Tabetha
06.10.2009, 17:59
Ich bin so ein Hardliner.

Wenn es leises Vorlesen ist, dh. ein Gespräch unter zwei Menschen ist dagegen natürlich nichts einzuwenden. Aber viele Leute können ihre Stimme nicht regulieren, bzw sind sich nicht bewusst, dass nicht jeder im Raum/Abteil mithören will. Wenn man im Zug gegenüber sitzt, bekommt man sicherlich das Vorlesen oder ein Gespräch mit, kann es aber ausblenden, wenn es nicht zu laut ist. Es gibt aber genug Leute, die alle Reisenden im Abeil mitunterhalten ohne dass ihnen diese Unhöflichkeit bewusst ist.

Ja, und dann kann es vorkommen, dass ich darum bitte leiser zu sein.

Marlien, ich stimme Dir zu, wenn Du sagst, viele Leute können (wollen?) ihre Stimme nicht regulieren. Das nervt. Leises Vorlesen - das ja auch auf einer längeren Bahnfahrt nicht stundenlang dauern sollte - kann man aber sicher mal verkraften. Andererseits sehe ich als Business-Reisende natürlich auch das Problem, wenn man arbeiten muss oder etwas vorbereiten muss.
Daher fahre ich nur 1. Klasse, ich fühle mich durch viele sich vollkommen daneben benehmende Menschen in der 2. Klasse belästigt und gestört (insbesondere bei Zugstrecken, in denen Schulklassen fahren). Und nein, das hat nichts mit kinderfeindlich zu tun, sondern damit, dass man heute bei gewissen Schülern am besten gleich das Klappmesser schon in der Hand hat. Ja, ich weiß, klingt arrogant, aber ich würde in der 2. Klasse tatsächlich nicht Zug fahren (zumindest nicht auf den von mir frequentierten Strecken, dann würde ich eben mit dem Auto fahren).

Eigentlich stimmt es schon, dort, wo viele Menschen betroffen sind sollte es schon möglich sein, einfach mal für die paar Stunden stillen Beschäftigungen nachzugehen. Weder laut zu gröhlen, noch dauerzuplappern, noch lautstark zu telefonieren usw. usw. usw.

Ich muss aber auch denen zustimmen, die sagen, dass die Bahn kein Sanatorium ist. Ich denke, es ist wie immer eine Frage der Dosierung. Wenn mir einmal eine vorlesende Mutter "begegnet" - mal abgesehen davon, dass ich mich über jede Mutter freue, die ihrem Kind Bücher nahebringt - ist das okay. Wenn mir aber an einem Tag, an dem ich eventuell auch Ruhe brauche, mehrere davon über den Weg laufen, wird man vermutlich zunehmend ungeduldiger und reagiert auf kleinere Dinge schon extremer.
Insgesamt, ganz ehrlich: Ich finde diese Welt zu laut.
Ein Grund mehr, so zu wohnen, wie ich wohne.

Inaktiver User
06.10.2009, 18:22
Eigentlich stimmt es schon, dort, wo viele Menschen betroffen sind sollte es schon möglich sein, einfach mal für die paar Stunden stillen Beschäftigungen nachzugehen. Weder laut zu gröhlen, noch dauerzuplappern, noch lautstark zu telefonieren usw. usw. usw.

Wir reden hier von einem vierjährigem Kind. Nein, das kann sich nicht mehrere Stunden still beschäftigen. Und einerseits fordert ihr zurecht, dass man sich mit dem Kind beschäftigen soll, andererseits soll das aber auch noch möglichst wenig Lärm machen. Was bleibt denn da an Aktivitäten? Lesen fällt aus, Reisespiele spielen fällt aus und drei Stunden Zugfahrt lassen sich nicht mit leisem Malen überbrücken, zumal ein Kind auch gerne mal ein bisschen redet, seine Welt entdeckt, Dinge wissen will, Fragen stellt.

In der 2. Klasse kann man m.E. keine wirkliche Ruhe erwarten oder sollte sich lieber ein Hörbuch mitnehmen, wenn einem die Störgeräusche von außen zuviel werden.

Tabetha
06.10.2009, 18:27
Lies mal meinen letzten Absatz, das hat sich wohl überschnitten, meine Ergänzung und Dein Posting. So weit voneinander entfernt sind wir nicht.

Inaktiver User
06.10.2009, 18:30
Wir reden hier von einem vierjährigem Kind. Nein, das kann sich nicht mehrere Stunden still beschäftigen. Und einerseits fordert ihr zurecht, dass man sich mit dem Kind beschäftigen soll, andererseits soll das aber auch noch möglichst wenig Lärm machen. Was bleibt denn da an Aktivitäten? Lesen fällt aus, Reisespiele spielen fällt aus und drei Stunden Zugfahrt lassen sich nicht mit leisem Malen überbrücken, zumal ein Kind auch gerne mal ein bisschen redet, seine Welt entdeckt, Dinge wissen will, Fragen stellt.

In der 2. Klasse kann man m.E. keine wirkliche Ruhe erwarten oder sollte sich lieber ein Hörbuch mitnehmen, wenn einem die Störgeräusche von außen zuviel werden.

Marilyn, du hast nicht richtig gelesen. Natürlich kann keiner verlangen, dass es im Zug still zugeht. Gespräche müssen möglich sein, vorlesen, auch spielende Kinder sind nicht lautlos.

Ich schrieb, dass es mich unter Umständen nervt, wenn Mitreisende ihre Stimme (und das kann auch eine Vorlesestimme) nicht so regulieren können oder wollen, dass nicht das ganze Abteil unterhalten wird.

Dass hier gleich von Sanatorium geschrieben wird, ist wohl das üblich Bricom-Phänomen, dass alles gleich ins Extreme und damit Lächerliche gezogen wird. Auch gut. Papier kostet hier ja nix.

hillary
06.10.2009, 18:40
Deswegen wird eine Mutter mit ihren 5 Kindern auch kaum Bahn sondern mit dem Familienvan fahren. Und da beschäftigt sich oftmals gar keiner mit den Kindern.
Ich habe oft genug in letzter Zeit kleine Kinder erlebt, denen die Eltern keine Grenzen setzen oder ich werde zu alt und vertrage das nicht mehr so.

.gerrimee.
06.10.2009, 20:06
Für Tabetha sind Kinder anscheinend dann "gut" erzogen, wenn sie leise sind.

Bei dieser Aussage dreht sich bei mir irgendwas um:



Hier sind die Kinder sehr gut erzogen, allerdings eher in unseren recht "reichen" Dörfern.


Ok. Bei so einer Einstellung wundert mich manches nicht.

Gutes Einkommen = "gut" erzogene Kinder, Aha.

Auch der Eingangssatz. Hauptsache, Kinder machen keinen Lärm. Dann sind sie "gut" erzogen. Ob sie ihre Eltern beklauen, andere blutig hauen, lügen, betrügen.... wen interessierts?

Ein "gut" erzogenes Kind ist ein leises Kind. Am besten gar keins.

Miracle41
06.10.2009, 21:02
Für Tabetha sind Kinder anscheinend dann "gut" erzogen, wenn sie leise sind.

Bei dieser Aussage dreht sich bei mir irgendwas um:



Ok. Bei so einer Einstellung wundert mich manches nicht.

Gutes Einkommen = "gut" erzogene Kinder, Aha.

Auch der Eingangssatz. Hauptsache, Kinder machen keinen Lärm. Dann sind sie "gut" erzogen. Ob sie ihre Eltern beklauen, andere blutig hauen, lügen, betrügen.... wen interessierts?

Ein "gut" erzogenes Kind ist ein leises Kind. Am besten gar keins.


Das oder ein Ticket für den Gepäckwagen. :zwinker:

Inaktiver User
06.10.2009, 21:17
Gibt es denn heute keine "Mutter- Kind Abteile " mehr !?:ooooh:
Als meine beiden Großen noch jünger waren, sind wir öfter mal mit der
Bahn verreist, da oft (auf Fernreisen) im Mutter-Kind Abteil,das war oft lustig (und auch laut, klar).
Als ich 1993 hochschwanger mach München (zu einer Beerdigung)
reisen wollte, gab es keine Sitzplatzreservierung mehr,aber eine sehr nette Schaffnerin besorgte mir sofort einen Sitzplatz im Mutter-Kind Abteil, obwohl das Kind noch in meinem Bauch war und mein Sohn in der Schule:zwinker:
Mit meinen kleinen Sohn, 16 Monate, bin ich noch nicht per Bahn verreist,aber etwas Rücksichtnahme auf Mitreisende sollte auch
bei kleinen Kindern möglich sein, das ist der Job der Eltern !

Inaktiver User
06.10.2009, 21:44
Es gibt nicht in jedem Zug ein Mutter-Kind-Abteil und man muss dazu noch Glück haben, dass diese nicht ausgebucht sind, wenn es sie denn gibt.

hillary
06.10.2009, 21:50
Ich habe in der letzten Zeit überhaupt keine Mutter - Kind - Abteile mehr gesehn. Zumindest nicht im Nahverkehr, der auch Strecken von 250 kilometern beinhaltet.
Im Zug habe ich allerdings schon richtig nette kleine Geister kennengelernt. Viele Kinder lassen sich begeistern, wenn man mit ihnen aus dem Fenster schaut und Dinge erklärt.

Inaktiver User
07.10.2009, 07:44
Ich habe in der letzten Zeit überhaupt keine Mutter - Kind - Abteile mehr gesehn. Zumindest nicht im Nahverkehr, der auch Strecken von 250 kilometern beinhaltet.
Im Zug habe ich allerdings schon richtig nette kleine Geister kennengelernt. Viele Kinder lassen sich begeistern, wenn man mit ihnen aus dem Fenster schaut und Dinge erklärt.

Dabei redest du aber doch, das geht gar nicht. :freches grinsen: Es gibt in manchen ICEs auch für die Ruhebedürftigen so genannte Ruhezonen, in denen z.B. auch die Handynutzung nicht erlaubt ist - nur so als Tipp.

Tabetha
07.10.2009, 09:19
Für Tabetha sind Kinder anscheinend dann "gut" erzogen, wenn sie leise sind.

Bei dieser Aussage dreht sich bei mir irgendwas um:



Ok. Bei so einer Einstellung wundert mich manches nicht.

Gutes Einkommen = "gut" erzogene Kinder, Aha.

Auch der Eingangssatz. Hauptsache, Kinder machen keinen Lärm. Dann sind sie "gut" erzogen. Ob sie ihre Eltern beklauen, andere blutig hauen, lügen, betrügen.... wen interessierts?

Ein "gut" erzogenes Kind ist ein leises Kind. Am besten gar keins.

Gibt es dort wo Du wohnst zwischen "leise" - was hier gleich wieder negativ gewertet wird, Gepäckwagentransport und die Eltern beklauende und blutig hauende Kinder eventuell noch ein paar Zwischentöne? Ich hoffe doch sehr.

Ich verweise zwar selten auf Wiki, aber es hat schon den Vorteil, dass es eine Art "Volkslexikon" ist und auch für Menschen erfassbar ist, die sich nicht in wissenschaftliche Arbeiten vertiefen wollen oder können (allgemeiner nicht wertender Hinweis ohne Bezug auf lebende Personen). Dort mal Erziehung eingeben. Das gibt einen kleinen Überblick, so dass eigentlich keine Grundsatzdiskussion darüber beginnen muss was Erziehung denn nun ist.

Was meine Eindrücke von unterschiedlichen Erziehungsansichten Stadt/Land etc. anbelangt, habe ich meine Erfahrungen und Eindrücke geschildert. Ich bin auch nicht bereit, mich hier unter eine Zensur zu begeben, um der in Deutschland hinterher gehechelten Political Correctness Genüge zu tun. Meine Eindrücke decken sich amüsanterweise mit denen, die man im Namensstrang lesen kann. Tschakkeline erfordert anscheinend meist einen lauteren Tonfall, als Katharina. Oder wir haben hier öfter mit den hier genannten Personen zu tun, die ihre Lautstärke nicht regulieren können ... (also auch nicht so erzogen worden sind, dass sie wüssten, was Rücksicht ist).

Wenn ich so einfach wie Du urteilen würde, Gerrimee, würde ich nun aus Deinen Aussagen schließen, laut = in Deinen Augen gut erzogen. Erwünschtes Verhalten, ist das bei Dir rumbrüllen, um sich schlagen, rücksichtslos sein, kreischen, hauen?

Erziehung scheint in den Augen einiger Eltern einfach ein Unding zu sein.

Inaktiver User
07.10.2009, 12:53
Ein "gut" erzogenes Kind ist ein leises Kind. Am besten gar keins.

Jep, das wäre doch am einfachsten.

Gut erzogene Kinder schlafen durch, essen immer auf, geben keine Widerworte und werfen sich keinesfalls schreiend auf die Erde, weil sie kein Bonbon bekommen.

Tun sie das doch, sind die Eltern voll unfähig :unterwerf:

Das hängt mir so zum Hals raus, echt.

Erziehung ist noch ein bisschen mehr als Abrichten und auf Gehorsam trimmen. Ich muss das nicht bei Wikipedia nachschauen, das weiß ich auch so.

Yana
07.10.2009, 13:13
Heute würde ich als Frau ohne Ehevertrag, in dem ich einen Ausgleich für die berufsbedingten Nachteile erhalte, niemals zu Hause bleiben.

Ich würde als Frau selbst mit Ehevertrag nicht zulassen, dass der Mann zu Hause bleibt, denn sonst muss Frau ja für die berufsbedingten Nachteile des Mannes zahlen. Ehevertrag hin oder her...er schützt nur begrenzt.

.gerrimee.
07.10.2009, 13:17
Elinborg, ich stimme Dir voll zu.


Ich muss das nicht bei Wikipedia nachschauen, das weiß ich auch so.

Ich auch, aber ich habs mir zum Spaß mal angetan und finde das, was tabetha so schreibt, immer kurioser, denn in dem Bericht, den sie uns an Herz legt, steht z.b.



...Der Begriff des unbedingten Gehorsams (http://de.wikipedia.org/wiki/Gehorsam) stößt nach den Erfahrungen des Dritten Reichs auf vehemente Ablehnung (siehe auch Milgram-Experimente (http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment) zur Gehorsamsverweigerung; L. Slater, S. 45 ff)).

...Demzufolge seien alle Verhaltensweisen zu verurteilen, die auf subtilem Wege das systematische Auslöschen des kindlichen Willens (http://de.wikipedia.org/wiki/Wille) verfolgen. Dieses im 18. bis 19. Jahrhundert vielfach noch offen verfolgte Ziel wird heute als schwarze Pädagogik (http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_P%C3%A4dagogik) gebrandmarkt.

...Ziel der Erziehung ist nicht etwa lediglich positive Sozialisation (http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialisation), d.h. die Eingliederung des Zöglings in soziale Gruppen (http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gruppe) wie z. B. der Familie (http://de.wikipedia.org/wiki/Familie_(Soziologie)) und die Heranführung an das Leben (http://de.wikipedia.org/wiki/Leben) und Überleben in der Gesellschaft (http://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft_(Soziologie)). Auch Erziehung zur Mündigkeit (http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCndigkeit_(Philosophie)) und Selbstbestimmung sollten wesentlicher Bestandteil des erzieherischen Einwirkens sein.


und mehr.

Vielleicht hat tabetha vor allem diesen Satz gelesen:



Erziehung ist .... das Heranziehen von Tieren (http://de.wikipedia.org/wiki/Tiere) zu einem erwünschten Verhalten (siehe auch Dressur (http://de.wikipedia.org/wiki/Dressur))

Tabetha
07.10.2009, 14:37
Tabetha ging einfach davon aus, dass sie es mit einem Gegenüber zu tun hat, das den Gesamtkontext erfassen kann und sich nicht nur das Gewollte herauspickt (in Deutschland muss das anscheinend bei jedem Thema die Zeit zwischen 1933 und 1945 sein ...).

.gerrimee.
07.10.2009, 14:48
Tabetha ging einfach davon aus, dass sie es mit einem Gegenüber zu tun hat, das den Gesamtkontext erfassen kann

Eben drum :smile:

Da wolltest Du so schön auftrumpfen und gehst leider k.o. Pech, aber dafür mußt Du jetzt nicht an meiner Klugheit zweifeln :Sonne:

Tabetha
07.10.2009, 14:54
Gerrimee, schön, dass Du wieder mit mir redest und nicht an mir vorbei oder über mich.
Deiner Sichtweise "auftrumpfen" und "k.o. gehen" kann ich nicht so recht folgen. Mag sein, weil ich das eher mit aufstampfenden trotzigen Mädchen in Verbindung bringe und weniger mit diskutierenden Erwachsenen.

.gerrimee.
07.10.2009, 15:04
Deine "Verbindungen" (siehe "gut erzogen = leise" oder "in reichen Vierteln = viele gut erzogene") sind mir ohnehin suspekt.

Du hast auf Wikipedia verwiesen, für mich in einer Art Selbstgefälligkeit, da ja dadurch alles klar sein mußte. Leider stehen da aber ziemlich viele Aussagen, die genau Deiner Ansicht von Erziehung widersprechen. War also eigentlich ein Eigentor.

Jetzt kommen Äußerungen, die doch ein bischen an Beleidigung grenzen. Vielleicht bist Du das "trotzige Mädchen".

Tabetha
07.10.2009, 15:09
Leider stehen da aber ziemlich viele Aussagen, die genau Deiner Ansicht von Erziehung widersprechen. War also eigentlich ein Eigentor.



Beides: In keinster Weise.
Du übersetzt einen ganz kleinen Aspekt, den ich von Erziehung hier aufgeführt habe, nämlich aus Rücksicht leise zu sein (sein zu können) mit Dressur.

.gerrimee.
07.10.2009, 15:18
Beides: In keinster Weise.
Du übersetzt einen ganz kleinen Aspekt, den ich von Erziehung hier aufgeführt habe, nämlich aus Rücksicht leise zu sein (sein zu können) mit Dressur.

Les doch einfach noch mal Dein Posting von 9.19.

Am besten liest Du auch die vorhergehenden Postings noch mal, auch meine.

Vereinfacht nochmal: kleine (und auch größere) Kinder schaffen es manchmal nicht, leise zu sein, weil sie mit den Ansprüchen an sie (Zugfahrt oder andere lange Wartezeiten) überfordert sind. Sie sind dann weit entfernt vom schlecht erzogen sein, sie sind einfach Kinder. Und stören dadurch. Wie wir erfahren durften, ja auch Dich. Du führst das auf die schlechte oder nicht erfolgte Erziehung zurück. Was ich falsch finde und so nicht stehenlassen möchte.

Aber um zum Thema zurückzukommen:

5 Kinder gut zu erziehen, damit sie niemanden durch ihre Lautstärke stören..... das ist echte Arbeit :freches grinsen:

Inaktiver User
07.10.2009, 15:59
Vereinfacht nochmal: kleine (und auch größere) Kinder schaffen es manchmal nicht, leise zu sein, weil sie mit den Ansprüchen an sie (Zugfahrt oder andere lange Wartezeiten) überfordert sind. Sie sind dann weit entfernt vom schlecht erzogen sein, sie sind einfach Kinder. Und stören dadurch. Wie wir erfahren durften, ja auch Dich. Du führst das auf die schlechte oder nicht erfolgte Erziehung zurück. Was ich falsch finde und so nicht stehenlassen möchte.



Richtig. Kinder schaffen es manchmal nicht, sich angemessen zu verhalten, weil sie mit den Ansprüchen überfordert sind. Hier sind wieder die Eltern gefragt ihre Kinder richtig einzuschätzen, auch das gehört zu Erziehung. Lange Flug- und Zugreisen sind halt erst ab einem gewissen Alter möglich.

.gerrimee.
07.10.2009, 16:14
Richtig. Kinder schaffen es manchmal nicht, sich angemessen zu verhalten, weil sie mit den Ansprüchen überfordert sind. Hier sind wieder die Eltern gefragt ihre Kinder richtig einzuschätzen, auch das gehört zu Erziehung. Lange Flug- und Zugreisen sind halt erst ab einem gewissen Alter möglich.

Lassen sich aber trotzdem unter Umständen nicht vermeiden. Z.B. unsere Fahrt zur Kur, einmal 6 Stunden und einmal 9 Stunden.

Es gehört halt auch zum normalen Lebensalltag, daß Kinder reisen und damit eben auch mal überfordert sind.

Die Forderung, dass Eltern ihr Leben so zu organisieren haben, dass ihre Kinder nie jemanden "stören", indem sie auf alle gefährlich werden könnenden Lebenssituationen verzichten, halte ich für völlig übertrieben. Da müssen eben die anderen auch mal in den sauren Apfel beißen und Kinderweinen etc. hinnehmen.

Inaktiver User
07.10.2009, 16:21
Lassen sich aber trotzdem unter Umständen nicht vermeiden. Z.B. unsere Fahrt zur Kur, einmal 6 Stunden und einmal 9 Stunden.


Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, das sind aber eher Ausnahmen.



Es gehört halt auch zum normalen Lebensalltag, daß Kinder reisen und damit eben auch mal überfordert sind.

Die Forderung, dass Eltern ihr Leben so zu organisieren haben, dass ihre Kinder nie jemanden "stören", indem sie auf alle gefährlich werden könnenden Lebenssituationen verzichten, halte ich für völlig übertrieben. Da müssen eben die anderen auch mal in den sauren Apfel beißen und Kinderweinen etc. hinnehmen.

Nein, der Meinung bin ich ganz und gar nicht. Es gehört eben nicht zum Lebensalltag, mit Kindern lange Reisen zu unternehmen, die sie überfordern.

Und ja, ich bin der Meinung, dass sich Eltern eben eine zeitlang darauf einstellen müssen, dass mit kleinen Kindern nicht alles möglich ist: Lange Reisen, Oper, etc.
Von gefährlich war hier nirgendwo die Rede, weiß nicht, wie du darauf kommst.

Was "die anderen" angeht: Klar muss man Kinderweinen hinnehmnen, das sollte kein Problem sein. Kinder flippen auch mal aus, na und? Ich habe aber wenig Verständnis für Eltern, die ihre Kinder in Situationen bringen, die nicht kindgerecht/altersgerecht sind und die Kinder dann entsprechend überfordert sind. Ja, dann kann es passieren, dass ich den Mund aufmache und die Eltern anspreche.

Tabetha
07.10.2009, 16:49
Marlien, in Teilen muss ich Dir aber widersprechen (was Gerrimee sehr wundern wird, da sie mir eine eigenartige Haltung gegenüber Kindern unterstellt).

Erst einmal können Reisen - ausgenommen die langen von uns schon vorher angesprochenen Urlaubsflugreisen mit Kleinkindern - wirklich notwendig sein und zum Alltag gehören. Eventuell wohnen die Großeltern z. B. in einem anderen Bundesland, die Familie hat kein Auto - oder möchte/kann dieses nicht nutzen - nun, da sollte ein Kind auch eine Bahnreise machen dürfen. Und kann das auch, wenn es an Dinge herangeführt worden ist. Die von mir betreuten Kinder können es zumindest (das sind allerdings auch alles Kinder aus einem Umfeld, in dem eben kein Computer im Kinderzimmer steht, das Parken vor dem Fernseher nicht üblich ist, das Spielen draußen gefördert worden ist, Malen und Lesen zu den Arten der Selbstbeschäftigung gehört).
Nur so kann ja letztlich auch das Kind nur den Umgang mit anderen Menschen (Fahrgästen) u. ä. lernen. Ich kann es ja nicht isolieren. Kann genauso wenig Sinn und Zweck der Sache sein, wie alten Menschen das Bahn fahren zu verbieten, weil sie mit ihrem langsameren Ein- und Aussteigen die anderen stören könnten.

Mit dem Weinen ist es heute so eine Sache. Die Kinder hier wissen, dass es bei mir kein "Willen-durchsetzen-mit-Tränen" gibt. Geweint wird hier, wenn etwas weh tut oder man traurig ist. Wenn ich eine Entscheidung getroffen habe, also kein Bonbon, ist das keine diskussionswürdige Sache, die eventuell auch noch zu einer Petition und einer demokratischen Abstimmung führen soll, sondern eine Entscheidung mit einem Punkt dahinter. Darauf können sich die Kinder hier verlassen.
Das stellt man am Anfang mal klar und hat dann relativ viel Ruhe ...
So muss ich auch nur einmal sagen "Ab ins Bett".

Inaktiver User
07.10.2009, 17:00
Erst einmal können Reisen - ausgenommen die langen von uns schon vorher angesprochenen Urlaubsflugreisen mit Kleinkindern - wirklich notwendig sein und zum Alltag gehören. Eventuell wohnen die Großeltern z. B. in einem anderen Bundesland, die Familie hat kein Auto - oder möchte/kann dieses nicht nutzen - nun, da sollte ein Kind auch eine Bahnreise machen dürfen. Und kann das auch, wenn es an Dinge herangeführt worden ist. Die von mir betreuten Kinder können es zumindest (das sind allerdings auch alles Kinder aus einem Umfeld, in dem eben kein Computer im Kinderzimmer steht, das Parken vor dem Fernseher nicht üblich ist, das Spielen draußen gefördert worden ist, Malen und Lesen zu den Arten der Selbstbeschäftigung gehört).
Nur so kann ja letztlich auch das Kind nur den Umgang mit anderen Menschen (Fahrgästen) u. ä. lernen. Ich kann es ja nicht isolieren. Kann genauso wenig Sinn und Zweck der Sache sein, wie alten Menschen das Bahn fahren zu verbieten, weil sie mit ihrem langsameren Ein- und Aussteigen die anderen stören könnten.
.

Och, so sehr widerspricht sich das nicht.

Alltag heißt für mich: ich mache etwas ständig ohne groß darüber nachzudenken. Bezogen auf Kinder hieße das: ich nehme sie überall hin mit ohne mir groß darüber Gedanken zu machen. (Oftmals mit dem Hinweis "ich lasse mich von meinen Kindern nicht einschränken". Die Kinder sind die ersten, die darunter leiden...)
Das ist bei einer langen Fahrt zur Kur oder zu den Großeltern ja nicht der Fall.

Du schreibst etwas wichtiges: Dinge lernen. Eltern müssen die Situation einschätzen und ihre Kinder je nach Alter heranführen, das ist Teil von Erziehung. Das hatte ich bereits geschrieben.

Inaktiver User
08.10.2009, 07:55
Richtig. Kinder schaffen es manchmal nicht, sich angemessen zu verhalten, weil sie mit den Ansprüchen überfordert sind. Hier sind wieder die Eltern gefragt ihre Kinder richtig einzuschätzen, auch das gehört zu Erziehung. Lange Flug- und Zugreisen sind halt erst ab einem gewissen Alter möglich.

Ab wann darf man denn deiner Meinung nach mit seinen Kindern mit dem Zug fahren? Wirklich erst dann, wenn sie mehrere Stunden am Stück still sind? Das ist doch völlig illusorisch. Kinder gehören zu dieser Gesellschaft nun einmal dazu und man kann nicht erwarten, immer und überall vor Kinderlärm geschützt zu werden. Dann dürfte man ja z.B. auch nicht mit seinem Baby S-Bahn oder Bus fahren (könnte ja schreien). Ich kann übrigens kein Auto fahren, wenn ich meine Eltern (die Großeltern also) besuchen will, hab ich gar keine andere Wahl, als mit dem Zug zu fahren und die wohnen nun mal 500 km weit weg. Und aus welchem Grund die Eltern mit ihrem Kind im Zug unterwegs sind, weißt du doch in aller Regel gar nicht.

Inaktiver User
08.10.2009, 09:53
Ich habe in der letzten Zeit überhaupt keine Mutter - Kind - Abteile mehr gesehn. Zumindest nicht im Nahverkehr, der auch Strecken von 250 kilometern beinhaltet.
Im Zug habe ich allerdings schon richtig nette kleine Geister kennengelernt. Viele Kinder lassen sich begeistern, wenn man mit ihnen aus dem Fenster schaut und Dinge erklärt.

Doch... ich benutze die immer im ICE.
Es werden aber keine mehr neu (ein-) gebaut... nehmen ja zuviel Platz weg!


Übrigens kann man sich über Lärm sowieso streiten: Ich hasse z.Bsp. Handygespräche oder auch Leute die sich im Zug geschlagene 5 Stunden über ihren Klatsch und Tratsch unterhalten.

Aber ich bin ja schon groß: Ohrenstöpsel habe ich schon seit Jahren auf Reisen/ im Zug etc. etc. mit... :smirksmile:

Inaktiver User
08.10.2009, 11:04
Zitat von marlien
Richtig. Kinder schaffen es manchmal nicht, sich angemessen zu verhalten, weil sie mit den Ansprüchen überfordert sind. Hier sind wieder die Eltern gefragt ihre Kinder richtig einzuschätzen, auch das gehört zu Erziehung. Lange Flug- und Zugreisen sind halt erst ab einem gewissen Alter möglich.

Ab wann darf man denn deiner Meinung nach mit seinen Kindern mit dem Zug fahren? Wirklich erst dann, wenn sie mehrere Stunden am Stück still sind? Das ist doch völlig illusorisch. Kinder gehören zu dieser Gesellschaft nun einmal dazu und man kann nicht erwarten, immer und überall vor Kinderlärm geschützt zu werden. Dann dürfte man ja z.B. auch nicht mit seinem Baby S-Bahn oder Bus fahren (könnte ja schreien). Ich kann übrigens kein Auto fahren, wenn ich meine Eltern (die Großeltern also) besuchen will, hab ich gar keine andere Wahl, als mit dem Zug zu fahren und die wohnen nun mal 500 km weit weg. Und aus welchem Grund die Eltern mit ihrem Kind im Zug unterwegs sind, weißt du doch in aller Regel gar nicht.

Marilyn, meine Meinung dazu habe ich doch schon ausführlich beschrieben.


Ab wann darf man denn deiner Meinung nach mit seinen Kindern mit dem Zug fahren? Wirklich erst dann, wenn sie mehrere Stunden am Stück still sind? Das ist doch völlig illusorisch.

Das wurde doch schon diskutiert. Eine lange Urlaubsreise mit dem Zug kann ich halt erst dann planen, wenn mein Kind das schafft ohne vor Überforderung auszuticken. Das ist von Kind zu Kind verschieden und man kann das Ganze vorbereiten und das Kind an solche Sitationen heranführen. Wenn das Kind noch nicht so weit ist, muss man eben andere Urlaubspläne machen. Das es auch Notwendingkeiten für lange Reisen mit Kindern gibt, wurde doch auch schon diskutiert.


Das ist doch völlig illusorisch. Kinder gehören zu dieser Gesellschaft nun einmal dazu und man kann nicht erwarten, immer und überall vor Kinderlärm geschützt zu werden. Dann dürfte man ja z.B. auch nicht mit seinem Baby S-Bahn oder Bus fahren (könnte ja schreien).

Wie ich bereits schrieb, bin ich der Meinung, dass man mit (kleinen) Kindern eben nicht das gleiche Leben führen kann wie ohne Kinder, sprich sie überall hin mitnehmen. Insofern gehören für mich natürlich Kinder zu einer Gesellschaft, aber nicht in jeder Situation: Oper, uU. Urlaub mit Kleinkind in USA mit Langstreckenflug, etc. Das hat mit S-Bahn oder Bus fahren nichts zu tun, hier ging es immer um lange Reisen, von denen Kinder evtl. überfordert sind. Bitte genauer lesen.

.gerrimee.
08.10.2009, 12:33
eigentlich ging es auch um anderes, daß Kinder gewisse Mitmenschen eben grundsätzlich stören. Dass normales Kinderverhalten als "lärmen" empfunden werden und ganz normale Kinder als "schlecht erzogen".

Solche Menschen fühlen sich auch in Lebenssituationen gestört, die eben nicht zu vermeiden sind, wie ich eingangs als Beispiel nannte: Arztbesuch, Einkauf, Straßenbahnfahrt und mehr.

Inaktiver User
08.10.2009, 12:47
eigentlich ging es auch um anderes, daß Kinder gewisse Mitmenschen eben grundsätzlich stören. Dass normales Kinderverhalten als "lärmen" empfunden werden und ganz normale Kinder als "schlecht erzogen".

Solche Menschen fühlen sich auch in Lebenssituationen gestört, die eben nicht zu vermeiden sind, wie ich eingangs als Beispiel nannte: Arztbesuch, Einkauf, Straßenbahnfahrt und mehr.

Das habe ich hier nicht gelesen.

BTW: Das Strang-Thema ist ob erwerbslose Mütter auch arbeiten. Insofern waren die letzten Seiten OT.

.gerrimee.
08.10.2009, 13:12
Das habe ich hier nicht gelesen.



Das liegt an Dir, denn ich habe das schon in Posting 106 geschrieben.

Yana
08.10.2009, 14:17
BTW: Das Strang-Thema ist ob erwerbslose Mütter auch arbeiten.

Man kann es, denke ich, kurz zusammenfassen:

natürlich arbeiten erwerbslose Mütter...
und auch erwerbstätige Mütter leisten Familienarbeit.

Da allerdings im allgemeinen Sprachgebrauch Arbeit mit Erwerbstätigkeit gleichgesetzt wird, kam es in dem eingangs zitierten Artikel zu Missverständnissen.

.gerrimee.
08.10.2009, 14:30
Es ist aber leider auch so, dass es im Alltag genau so gesehen wird. Wer sich "nur" um die Kinder/Familie kümmern muß hat jede Menge freie Zeit, hat eigentlich kaum was zu tun.

Meine Freundin ärgert sich da oft drüber. Sie hat sogar "nur" drei Kinder. Auf Elternabendenden ist es regelmäßig so, dass erwartet wird, dass die Aufgaben, die nun mal anfallen im Klassenverband, automatisch die Mütter machen, die "nicht arbeiten".

Yana
08.10.2009, 15:05
Es ist aber leider auch so, dass es im Alltag genau so gesehen wird. Wer sich "nur" um die Kinder/Familie kümmern muß hat jede Menge freie Zeit, hat eigentlich kaum was zu tun.

Nun, ich finde schon, dass jemand, der nicht erwerbstätig ist, mehr Freizeit hat, da er sich den Tagesablauf ganz anders einteilen kann.
Das merke ich jedesmal selbst, wenn ich im Mutterschutz bin. So viel Freizeit wie da habe ich sonst nie.
Ich kann die gesamte Hausarbeit und die Einkäufe tagsüber erledigen. In den Geschäften ist meist weniger los als am Abend oder am WE. Und ich habe jede Menge Zeit Freundinnen zu besuchen oder sie einzuladen, mit dem Baby im Park spazieren zu gehen oder einen Einkaufsbummel zu machen, mich mit einem Buch auf den Balkon zu setzen.
Wenn die anderen Kinder nach Hause kommen, ist dann alles erledigt und man ist entspannt.

Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Mutterschutz (Baby Nr. 5 kommt voraussichtlich im April 2010).


Meine Freundin ärgert sich da oft drüber. Sie hat sogar "nur" drei Kinder. Auf Elternabendenden ist es regelmäßig so, dass erwartet wird, dass die Aufgaben, die nun mal anfallen im Klassenverband, automatisch die Mütter machen, die "nicht arbeiten".

"Automatisch" wird es nicht erwartet. Meistens ist es aber so, dass sich diese Mütter selbst anbieten und die anderen Eltern erfreut zustimmen.

Tabetha
09.10.2009, 10:45
Yana, ich finde es sehr angenehm, hier von einer "Betroffenen" ;- ) einen so unaufgeregten Beitrag zu lesen. Zumal Dir wohl keiner nachsagen kann, keine Ahnung zu haben. Also wünsche ich Dir das Beste für Nr. 5 ;- )

Belladonna
09.10.2009, 12:27
So!

Wie um alles in der Welt liebe Yana kriegst du das auf die Reihe mit 4,50 Kindern Freundinnen zu besuchen, Bücher aufm Balkon zu lesen, tooootal relaxt zu sein?

Also ... ich meine ... ich bin auch nicht extrem hausarbeitswütig, kann aber schon behaupten, dass ich meinen Haushalt (ich beschränke jetzt das Ganze einfach mal da drauf, da du das auch getan hast) einigermaßen im Griff habe. Aber von FREIZEIT ... davon kann ich nur träumen.

Ich gehe nebenher noch ein bißchen arbeiten. Ich habe nur 4 Kinder, aber irgendwie wird mein Leben davon bestimmt. Mein Partner ist größtenteils zuhause. Also auch wenn wir zu zweit sind, dann habe ich größte Mühe eine Zeitlücke für mich zu finden in der ich wirklich Ruhe besitze.

Sorry, das Ganze ist ein wenig offtopoic, aber ich konnte grad nicht an mich halten und war schon sehr erstaunt über Yanas Posting.

LG
Bella

Yana
09.10.2009, 13:12
So!

Wie um alles in der Welt liebe Yana kriegst du das auf die Reihe mit 4,50 Kindern Freundinnen zu besuchen, Bücher aufm Balkon zu lesen, tooootal relaxt zu sein?

Wie gesagt, dazu habe ich immer nur in Mutterschutzzeiten Zeit. Denn die zwei grossen Kinder (13 und 8) gehen bis 16 Uhr in die Schule bzw. Hort. Die zwei Kleinen (3 und 10 Monate) gehen bis 17 Uhr in die Krippe, da ich Vollzeit arbeite und mein Mann auch.
Im Mutterschutz sind die Kinder ja weiterhin in den jeweiligen Einrichtungen und ich habe dann nur das Baby zu Hause. Aber selbst, wenn Ferien und Mutterschutz zusammenfallen, wird der Haushalt vormittags erledigt, während das Baby schläft und die zwei grossen Kinder auf dem Spielplatz spielen. Die 3-Jährige "hilft" gerne mit beim Putzen. Nachmittags habe ich dann alle Zeit der Welt für Freundinnen, Bücher u.s.w. Z.B. kommt eine Freundin, wir sitzen auf dem Balkon, trinken gemütlich Kaffee und die Kinder spielen. Mit der Nachbarin habe ich im letzten Mutterschutz öfter gefrühstückt. Leider sehe ich sie eben seit Ende des Mutterschutzes nur noch abends, wenn ich mit den beiden Kleinen von der Arbeit nach Hause komme und sie auf ihrem Balkon ist. Meistens unterhalten wir uns kurz 10 Minuten, aber das war's dann auch schon. Meine anderen Freundinnen können mich jetzt auch nur abends zwischen 20 und 22 Uhr besuchen, wenn die Kinder im Bett sind und wir den "Termin" schon ein bis zwei Wochen vorher ausmachen.

Ich empfinde den Unterschied schon als gewaltig zwischen meinem Mutterschutz-Leben und meinem Beruftätigkeits-Leben.


Also ... ich meine ... ich bin auch nicht extrem hausarbeitswütig, kann aber schon behaupten, dass ich meinen Haushalt (ich beschränke jetzt das Ganze einfach mal da drauf, da du das auch getan hast) einigermaßen im Griff habe. Aber von FREIZEIT ... davon kann ich nur träumen.

Leider weiss ich nicht, wie genau dein Tagesablauf aussieht. Manchmal braucht man nur ein wenig mehr Struktur, um sich Freizeit zu verschaffen.
Ich kann dir gerne ausführlicher beschreiben wie meine unterschiedlichen Tagesabläufe aussehen. Vielleicht würde dir das ein oder andere helfen, mehr Luft zu haben.

Inaktiver User
18.10.2009, 12:25
Yana, das klingt beneidenswert entspannt! Ich habe nur ein Kind und ich erinnere mich, daß es gerade im ersten Lebensjahr mehr geschrien als geschlafen hat und ich es ganz viel herumtragen mußte, auch in der Nacht. Nach einem halben Jahr war ich so übernächtigt, daß ich selbst dann Babygeschrei gehört habe, wenn es mal ruhig war.:ooooh: Nach einem Jahr wurde es dann langsam besser. Von Babies, wie du sie hast, kann man nur träumen.:lachen:
Aber, auch wenn ich jetzt Haue kriege, ich kann nicht verstehen, wie jemand mit 4 oder 5 Kindern auch noch ganztags arbeiten geht, und schon seine Säuglinge bis 17 Uhr in einer Krippe betreuen läßt. Warum nicht wenigstens ein Jahr Erziehungsurlaub pro Kind wo es doch jetzt auch das Elterngeld gibt? Damit meine ich übrigens nicht, daß das zwangsläufig die Mutter sein muß.
Ich weiß wovon ich rede, denn ich arbeite selber in einer Kita, in der schon Kinder ab 5 Monaten aufgenommen werden können. Unsere Kleinsten sind meist 8 - 10 Monate alt wenn sie zu uns kommen und wir haben mit den Eltern eine Abmachung, daß die Kleinen täglich nicht länger als 6 Stunden in der Kita sein sollen. Nicht, weil sie hier schlecht betreut wären, sondern, weil der Alltag bei uns mit seinen Eindrücken und der Lautstärke den Kindern auch zuviel werden kann. Keine Krippe hat soviel Personal und Raum, daß man jedem Baby mit seinen individuellen Bedürfnissen immer gerecht werden kann. Damit beziehe ich mich auf die unter Einjährigen.
Ich wunder mich auch über die Schwangeren, die bei uns ihre ungeborenen Kinder anmelden und meist noch nicht nicht einmal einen Namen eintragen können. Ganz ehrlich, auch wenn ich hier in Fettnäpfchen treten sollte, mir kommt da einfach der Gedanke: "Warum bekommst du ein Kind, wenn du es nicht abwarten kannst, es wieder loszuwerden?"
Gruß,
Natural

Tahnee
18.10.2009, 14:23
Natural, ich habe meine Tochter auch im KiGa für einen Krippenplatz angemeldet, als ich mit ihr noch schwanger war. Allerdings nicht, weil ich sie mit wenigen Monaten dort bereits betreuen lassen wollte, sondern weil es für die Krippenplätze dort eine ellenlange Warteliste gab zu der Zeit. Schlußendlich kam meine Tochter mit 22 Monaten dort auf einen Krippenplatz. Und fast 2 Jahre finde ich für die Eingewöhnung den Kindergarten wirklich okay.

Tahnee

Inaktiver User
18.10.2009, 14:46
Tahnee, ich bezog mich, wie gesagt, auf die unter Einjährigen. Und ich muß auch sagen, daß es immernoch früh genug ist, sein Kind anzumelden, wenn es auf der Welt ist. Zumindest bei uns wird bei der Vergabe der Plätze nicht chronologisch vorgegangen, sondern es wird geschaut, welches Alter und Geschlecht in der Gruppe vonnöten ist und auch, ob die Eltern zum Rest der Elternschaft passen. Geschwisterkinder haben da erstmal Vorrang. Ich selber bin an der Vergabe nicht beteiligt, das macht Vorstand und Leitung. Wir sind halt eine Mini-Elterninitiative mit derzeit nur 15 Kindern. Von anderen privaten Kitas kenn ich ein ähnliches Vorgehen.
Lieber Gruß
Natural

Tahnee
18.10.2009, 22:29
@Natural

Im ersten KiGa meiner Lütten spielten solche Faktoren wie Alter & Geschlecht des Kindes natürlich auch eine Rolle, aber die Warteliste spielte schon eine große Rolle. Und das fand ich auch nur okay, denn ich hätte es schon blöd gefunden, wenn ein Kind, was gerade erst durch die Eltern angemeldet wurde, einem Kind vorgezogen wird, was bereits seit über 1 1/2 Jahren auf einen Platz wartet.

Im 2. KiGa kam Junior-Madam schnell rein, da ein größeres Mädchen von der Gruppenstruktur her super passte, da es bei den 4- bis 5-jährigen Kiddies nur ein Mädchen gab. Und 'ne zweite dabei schadet ja nun auch nicht, um die Jungs zu ärgern. :smirksmile: :pfeifend:

Tahnee

Tabetha
19.10.2009, 06:05
Ganz ehrlich, auch wenn ich hier in Fettnäpfchen treten sollte, mir kommt da einfach der Gedanke: "Warum bekommst du ein Kind, wenn du es nicht abwarten kannst, es wieder loszuwerden?"
Gruß,
Natural

Jetzt muss man sich als Frau und Mutter schon vor den Kita-Mitarbeiterinnen rechtfertigen. Ob ich noch die Zeit erleben werde, in der Männern die Frage gestellt wird, warum sie Kinder gezeugt haben, wenn sie dennoch nicht auf ihren Job verzichten wollen und doch tatsächlich noch arbeiten gehen?

Inaktiver User
19.10.2009, 07:49
Nö, rechtfertigen muß sich bei mir keine. Ich äußere nur meine Gedanken. Und ich finde eben, daß es heute für fast jeden möglich ist, zugunsten seines Kindes für ein Jahr Pause zu machen. Wer ist denn unersetzbar? Außerdem schrieb ich, daß das nicht zwangsläufig die Mütter sein müßten. Ich habe überhaupt nichts dagegen, daß Kinder, auch unter Dreijährige, in eine Kita gehen und die Eltern arbeiten. Habe ich auch so gemacht.
Lieber Gruß,
Natural

Yana
19.10.2009, 15:59
Und ich finde eben, daß es heute für fast jeden möglich ist, zugunsten seines Kindes für ein Jahr Pause zu machen.

Du schreibst es schon selbst: für fast jeden.

Nun, der wichtigste Grund, weshalb mein Mann und ich Vollzeit arbeiten gehen, ist das Geld.

Unsere monatlichen Fixkosten belaufen sich zur Zeit auf ca. 4700 Euro (wohlgemerkt nur die Fixkosten). Diese Kosten fallen ja nun nicht einfach weg, wenn ich ein Jahr zu Hause bleibe, sondern diese Kosten müssen weiterhin bestritten werden. Und selbst die höchste Elterngeldstufe (1800 Euro) würde nicht mal für die Hälfte der Fixkosten reichen.

Deshalb ist es mir aus rein finanziellen Gründen nicht möglich ein Jahr zu Hause zu bleiben.

Die andere Möglichkeit wäre, dass mein Mann zu Hause bleibt.
Er würde ca 900 Euro Elterngeld bekommen. Sein Verdienst liegt bei 1500 Euro.
Das würde finanziell, denke ich gehen, da der angepeilte Krippenplatz ebenfalls 500 Euro kosten würde.

Aber was passiert, wenn das Elterngeld ausläuft und im Anschluss so mitten im Jahr kein Krippenplatz zur Verfügung steht? Dann werden wir echte finanzielle Probleme haben.

Deshalb haben wir unser Kind sofort bei positvem Schwangerschaftstest angemeldet. Die Wartezeiten sind ewig lang, so dass es sein kann, dass wir ohnehin erst in 2 Jahren einen Platz bekommen.

Nun zu deiner Frage, weshalb wir Kinder bekommen:
Wir bekommen Kinder, weil wir Kinder lieben. Das ist doch bei Dir hoffentlich genauso?
Wir haben auch bisher mit der Ganztagsbetreuung unserer Kinder, egal in welchen Alter, immer nur sehr gute Erfahrungen gemacht.
Falls eure Einrichtung nicht so gut sein sollte, ist das natürlich bedauerlich, aber unsere Krippe ist super toll und unsere Kinder fühlen sich sehr wohl.

Inaktiver User
19.10.2009, 16:11
Leider sehe ich sie eben seit Ende des Mutterschutzes nur noch abends, wenn ich mit den beiden Kleinen von der Arbeit nach Hause komme und sie auf ihrem Balkon ist. Meistens unterhalten wir uns kurz 10 Minuten, aber das war's dann auch schon. Meine anderen Freundinnen können mich jetzt auch nur abends zwischen 20 und 22 Uhr besuchen, wenn die Kinder im Bett sind und wir den "Termin" schon ein bis zwei Wochen vorher ausmachen.

Und genau das ist ein Leben, das ich so nicht führen möchte und das für mich auch nicht der Maßstab sein kann.


Du schreibst es schon selbst: für fast jeden.

Nun, der wichtigste Grund, weshalb mein Mann und ich Vollzeit arbeiten gehen, ist das Geld.

Unsere monatlichen Fixkosten belaufen sich zur Zeit auf ca. 4700 Euro (wohlgemerkt nur die Fixkosten).

:ooooh:

Sorry, aber das ist euer Lebensstandard, für den ihr euch entschieden habt. Du kannst ja nicht erwarten, dass jeder Luxus finanziert wird durchs Elterngeld.



Nun zu deiner Frage, weshalb wir Kinder bekommen:
Wir bekommen Kinder, weil wir Kinder lieben.

Das find ich sehr abstrakt. Liebe muss man auch leben, das ist ja nicht nur ein Wort, und wenn ich schon nicht gern mit jemand zusammen Zeit verbringe weil mir anderes wichtiger ist frag ich mich auch nach dem tieferen Sinn, warum man etwas haben will...

Eure Prio 1 scheint ein luxuriöser Lebensstil zu sein, dem sich dann alles unterordnen muss, weil man ja genug Geld dafür ranschaffen muss. Den Eindruck kann man jedenfalls bekommen wenn man deine Posts liest.

Inaktiver User
19.10.2009, 16:17
Yana, ihr habt 4700 Fixkosten, dein mann verdient 15oo und du den rest?

Tahnee
19.10.2009, 16:38
Nun, der wichtigste Grund, weshalb mein Mann und ich Vollzeit arbeiten gehen, ist das Geld.

Unsere monatlichen Fixkosten belaufen sich zur Zeit auf ca. 4700 Euro (wohlgemerkt nur die Fixkosten).

:ooooh: :ooooh: Nur die Fixkosten belaufen sich auf 4700 €? Ich glaub's echt nicht.


Deshalb ist es mir aus rein finanziellen Gründen nicht möglich ein Jahr zu Hause zu bleiben.

Entschuldige bitte, wenn ich dann so direkt bin, aber wieso muß man dann noch ein viertes und fünftes Kind bekommen? Wie Du selber schreibst, was passiert, wenn das mit dem Krippenplatz nicht schnell genug klappt? :wie?:


Nun zu deiner Frage, weshalb wir Kinder bekommen:
Wir bekommen Kinder, weil wir Kinder lieben. Das ist doch bei Dir hoffentlich genauso?
Wir haben auch bisher mit der Ganztagsbetreuung unserer Kinder, egal in welchen Alter, immer nur sehr gute Erfahrungen gemacht.
Falls eure Einrichtung nicht so gut sein sollte, ist das natürlich bedauerlich, aber unsere Krippe ist super toll und unsere Kinder fühlen sich sehr wohl.

Schön, daß Ihr Kinder liebt, aber es kann ja wohl nicht sein, daß es dann so kommt, daß die Kinder bereits mit wenigen Monaten so lange in die Krippenbetreuung müssen. Seid Ihr auch mal auf die Idee gekommen, Euren Lebensstandard zu hinterfragen und zugunsten der sehr kleinen Kinder etwas einzuschränken?

Inaktiver User
19.10.2009, 18:09
Yana, ich glaube dir gern, daß deine Kinder gerne in die Kita gehen, aber das bedeutet für mich nicht, daß dort optimale Bedingungen herrschen. Selbst wenn man sich als Erzieherin ein Bein ausreißt und seinen Job so gut wie möglich macht, man schafft es nicht, allen gerecht zu werden, da man sich nicht aufteilen kann. Meine ältere Kollegin z.B. ist nach der Arbeit so geschafft, daß sie sich abends zu nichts mehr aufraffen kann und nur noch schlafen geht. Lies doch mal, welche Qualitätskriterien z.B. Kinderärzte fordern und vergleich das dann mal mit der Wirklichkeit:

Kinder- und Jugendärzte fordern für unter Dreijährige in Kinderkrippen deutlich höhere Qualitätsstandards

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr Kinder insbesondere aus bildungsfernen, armen und überforderten Familien werden in Deutschland in den ersten drei Lebensjahren außerhäuslich betreut. Dafür stehen jedoch viel zu wenige geschulte Erzieherinnen oder Tagesmütter zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) fordert deshalb besser ausgebildete Erzieherinnen und günstigere altersgewichtete Betreuungsschlüssel für Krippenkinder.
Nach den Ergebnissen einer Studie der Bertelsmannstiftung besteht immenser Handlungsbedarf. Mehr als 60 Prozent der befragten Träger, Erzieher und Tagesmütter hatten in einer Untersuchung eingeräumt, unzureichend auf die Arbeit von Kindern unter drei Jahren vorbereitet zu sein. Und der Bedarf an solchen Fachkräften wird in den nächsten Jahren enorm zunehmen. Bis zum Jahr 2013 sollen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bundesweit für rund ein Drittel der unter Dreijährigen Betreuungsplätze entstehen, davon 30 Prozent in der Tagespflege. In den westlichen Bundesländern werden derzeit lediglich 7,5 Prozent der unter Dreijährigen in Kindertages-Betreuungseinrichtungen versorgt. Zwar plant die Bundesregierung, die pädagogische Qualität von Fachkräften in der Kindertagespflege oder in Kinderkrippen zu verbessern. Ob jedoch diese - bisher eher halbherzigen - Anstrengungen für eine wissensbasierte und praxisbezogene nachhaltige Ausbildung ausreichen, wird von DGSPJ-Präsident Professor Harald Bode aus Ulm eher bezweifelt.
Eine bessere Qualität bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren sei vor allem deshalb notwendig, weil Verhaltensstörungen und Aggressionen umso mehr zunehmen, je schlechter die Erzieherinnen qualifiziert sind und je mehr Kinder sie betreuen müssen. Noch immer gibt es heute nach Angaben des Diakonischen Werks Kurhessen-Waldeck Gruppen von bis zu 25 Kindern, für die lediglich 1,5 Erzieherstellen zur Verfügung stehen. Entwicklungsauffälligkeiten könnten so kaum aufgespürt werden, da weder auf die physischen noch auf die emotionalen Bedürfnisse der einzelnen Kinder eingegangen werden könne.
Um diesen hohen Anforderungen künftig gerecht werden zu können, fordert die DGSPJ in ihrem neuen Positionspapier von der Bundesregierung die folgenden Maßnahmen:

- Fachhochschulausbildung für rund die Hälfte der Erzieherinnen und Erzieher! Bisher erzielen bundesweit nur 3,2 Prozent aller Erzieherinnen einen sozialpädagogischen Hochschulabschluss. Dabei sollten neben Inhalten wie Bindungsaspekten und emotionale Verfügbarkeit auch Aspekte der Selbsterfahrung und Supervision mit einfließen, ohne jedoch den Praxisbezug aus dem Blick zu verlieren.
- Deutlich bessere altersgewichtete Betreuungsschlüssel für Kleinkinder! Als Richtschnur sehen die Sozialpädiater eine Gruppengröße von bis zu 12 Kindern in der Altersklasse unter drei Jahren an. Für Säuglinge von 9 bis 12 Monaten muss dabei eine Betreuerin für maximal 2 Kinder, für das Alter von 12 bis 24 Monaten eine Betreuerin für maximal 3 Kinder und für Kinder von 24 bis 36 Monaten eine Betreuerin für maximal 4 Kinder vorgehalten werden. Diese Richtwerte werden bislang fast nirgendwo erreicht.
- Betreuungszeiten von Kindern außer Haus nicht überstrapazieren! Das Eintrittsalter in eine Krippe sollte in keinem Fall unter neun Monaten liegen. Bei unter zweijährigen Kinder sollte eine halbtägige außerfamiliäre Betreuung nicht überschritten werden.
- Gesundheitsaspekte in der Krippe aufwerten! Dazu zählt zum Beispiel die Kontrolle des Impfstatus. Erzieherinnen müssten in die Lage versetzt werden, Kindern eine gesunde Ernährung mit optimierter Mischkost und ausreichende Bewegungserfahrungen zu ermöglichen.
- Schaffung eines Gütesiegels für Krippen, die Qualitätskriterien konsequent einhalten!
Um diese harten Qualitätskriterien auch wissenschaftlich abzusichern, regt Bode an, diese Standards mit Begleit- und Längsschnittstudien zu überprüfen. Dazu böte sich das Bundesland Sachsen-Anhalt an, da dort in der Schulanfängerkohorte 2006/2007 etwa 90 Prozent der unter Dreijährigen eine Krippe besucht haben.
Quelle: Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) vom 15.05.2008

Bei uns zumindest sind 2 Fachkräfte für 10 Krippenkinder vorgesehen und das ist weit unter dem, was dort gefordert wird.
Gruß,
Natural:blumengabe:

Tahnee
19.10.2009, 18:23
Natural, das hast Du gut dargelegt. :blumengabe:

Bei aller Liebe, aber ein 10 Monate altes Kind bereits bis 17 Uhr in die Krippe zu geben, halte ich persönlich für nicht optimal. Als meine Lütte mit 22 Monaten in die Einrichtung kam, war sie die erste Zeit 6 Std., nach einigen Monaten 8 Std. am Tag dort. Das reichte völlig und wenn ich sie gg. 15:30 aus dem KiGa abholte, hatten wir beide noch einige Zeit zusammen, was ich wirklich sehr sehr wichtig fand und immer noch finde.

Yana
19.10.2009, 19:03
Und genau das ist ein Leben, das ich so nicht führen möchte und das für mich auch nicht der Maßstab sein kann.

Es soll ja auch kein Maßstab für dich oder jemand anders sein. Es ist unser Leben, das wir nach unseren Vorstellungen führen.


Sorry, aber das ist euer Lebensstandard, für den ihr euch entschieden habt. Du kannst ja nicht erwarten, dass jeder Luxus finanziert wird durchs Elterngeld.

Wir erwarten doch gar nicht, dass unser Leben durchs Elterngeld finanziert wird. Deshalb arbeiten wir ja.
Ich habe nur dargelegt, dass das Elterngeld nicht ausreichen würde, wenn ich es in Anspruch nähme.

Allerdings erwarte ich aber, dass ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen.



Eure Prio 1 scheint ein luxuriöser Lebensstil zu sein, dem sich dann alles unterordnen muss, weil man ja genug Geld dafür ranschaffen muss. Den Eindruck kann man jedenfalls bekommen wenn man deine Posts liest.

Ja, der Eindruck vom luxuriösen Lebensstil täuscht leider. Ich stelle später gerne unseren Haushaltsplan ein. Es sei nur vorweggenommen: die Wohnung kostet ca. 1700 Euro, die Kinderberteuung derzeit 1200 Euro. Diese beiden Posten alleine sind schon 2900 Euro. Aber wie gesagt, der Haushaltsplan folgt.

Yana
19.10.2009, 19:06
Yana, ihr habt 4700 Fixkosten, dein mann verdient 15oo und du den rest?

Ich verdiene derzeit 4937 Euro und bekomme für meine beiden Söhne 606 Euro Unterhalt.

.gerrimee.
19.10.2009, 19:12
Ja, der Eindruck vom luxuriösen Lebensstil täuscht leider. Ich stelle später gerne unseren Haushaltsplan ein. Es sei nur vorweggenommen: die Wohnung kostet ca. 1700 Euro, die Kinderberteuung derzeit 1200 Euro. Diese beiden Posten alleine sind schon 2900 Euro. Aber wie gesagt, der Haushaltsplan folgt.

Und eine Wohnung für 1700 euro Miete soll nicht luxuriös sein? Und wenn die Miete und die Kinderbetreuung weg sind, bleiben immer noch 1700 Euro fixe Ausgaben? Ich wäre auf den Haushaltsplan gespannt, bitte stell ihn ein.

Ich frage mich, warum man bei dem offensichtlichen Einkommen und dem Lebensstil auf staatliche Kinderbetreuung baut/angewiesen ist und sich nicht eine Tagesmutter/Kinderfrau einstellt? Wäre das nicht besser für alle Beteiligten, Euch als Eltern und auch für die Kinder? Statt dessen wartet Ihr auf Plätze, die von anderen, die weitaus weniger Geld zur Verfügung haben, dringend gebraucht werden, weil sie ohnehin schon am Minimum sind.

Und sorry, daß man 4700 Euro Fixkosten haben muß (!), kann ich nicht nachempfinden. Aber Dein Haushaltsplan wird sicher Klarheit bringen.

Yana
19.10.2009, 19:15
:ooooh: :ooooh: Nur die Fixkosten belaufen sich auf 4700 €? Ich glaub's echt nicht.

Haushaltplan folgt später.



Entschuldige bitte, wenn ich dann so direkt bin, aber wieso muß man dann noch ein viertes und fünftes Kind bekommen? Wie Du selber schreibst, was passiert, wenn das mit dem Krippenplatz nicht schnell genug klappt? :wie?:

Also, wenn wir beide Vollzeit weiterarbeiten ist die Kinderzahl überhaupt kein Problem. Wenn mein Mann Elterngeld bekommt, ist es auch kein Problem. Wenn das Elterngeld wegfällt, wird laut Haushaltsplan Geld frei, das wir bis dahin für Renovierungskosten bezahlt haben werden und es wird wohl auch gehen. Aber das muss ich mir nochmal genauer durchrechnen.


[quote=Tahnee;6371204]Seid Ihr auch mal auf die Idee gekommen, Euren Lebensstandard zu hinterfragen und zugunsten der sehr kleinen Kinder etwas einzuschränken?

Da gibt es nichts einzuschränken, aber ich hoffe das wird später durch den Haushaltplan deutlicher.

Yana
19.10.2009, 19:18
Bei uns zumindest sind 2 Fachkräfte für 10 Krippenkinder vorgesehen und das ist weit unter dem, was dort gefordert wird.


Bei unserer Krippe sind es 3 Erzieherinnen für 12 Kinder.

Auf den Rest deines Posts kann ich vielleicht später eingehen, wenn ich mehr Zeit habe.

Yana
19.10.2009, 19:20
Natural, das hast Du gut dargelegt. :blumengabe:

Bei aller Liebe, aber ein 10 Monate altes Kind bereits bis 17 Uhr in die Krippe zu geben, halte ich persönlich für nicht optimal. Als meine Lütte mit 22 Monaten in die Einrichtung kam, war sie die erste Zeit 6 Std., nach einigen Monaten 8 Std. am Tag dort. Das reichte völlig und wenn ich sie gg. 15:30 aus dem KiGa abholte, hatten wir beide noch einige Zeit zusammen, was ich wirklich sehr sehr wichtig fand und immer noch finde.

Das sollten aber alle Eltern selbst entscheiden dürfen, ob und wie lange sie ihre Kinder betreut haben möchten.

Inaktiver User
19.10.2009, 20:10
@Yana
Wenn diese 12 Kinder denn alle 24 Monate und älter sind, entspräche das dem geforderten Mindeststandart. Aber du schriebst ja, daß dein derzeit Jüngster 10 Monate ist und ich denke mal, daß es noch andere unter Zweijährige in der Gruppe gibt.
Was du wofür ausgibst und wieviele Kinder du hast ist in meinen Augen auch deine ganz private Sache.
Ich wunder mich manchmal einfach, daß Eltern sich damit zufriedengeben, einen Krippenplatz gefunden zu haben und garnicht weiter gucken, ob die dortigen Gegebenheiten auch wirklich gut sind und den geforderten Qualitätskriterien entsprechen. Ich bin auch dafür, daß die U3 Plätze ausgebaut werden, weil der Bedarf riesengroß ist, aber nicht auf Kosten der Qualität.
Die Erzieher haben ja vor kurzem noch für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt und es gab einen großen Teil der Eltern, die sich darüber aufgeregt haben, dabei bedeuten bessere Arbeitsbedingungen doch auch Verbesserungen für ihre Kinder.
Lieber Gruß,
Natural

Yana
19.10.2009, 20:37
@Yana
Wenn diese 12 Kinder denn alle 24 Monate und älter sind, entspräche das dem geforderten Mindeststandart. Aber du schriebst ja, daß dein derzeit Jüngster 10 Monate ist und ich denke mal, daß es noch andere unter Zweijährige in der Gruppe gibt.


Die Krippe nimmt Kinder ab 2 Monaten auf bis zu 4 Jahren. Es ist die Krippe meines Arbeitgebers und ich finde sie wirklich sehr gut.
In der Gruppe meiner Kinder ist derzeit meine 10Monatige die Jüngste.



Ich wunder mich manchmal einfach, daß Eltern sich damit zufriedengeben, einen Krippenplatz gefunden zu haben und garnicht weiter gucken, ob die dortigen Gegebenheiten auch wirklich gut sind und den geforderten Qualitätskriterien entsprechen.

Das dürfte daran liegen, dass man froh sein kann überhaupt einen Krippenplatz gefunden zu haben. Es ist ja nicht so, dass man die breite Auswahl hätte nach dem Motte: "Welches Schweinderl hätten'S denn gern?"


Die Erzieher haben ja vor kurzem noch für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt und es gab einen großen Teil der Eltern, die sich darüber aufgeregt haben, dabei bedeuten bessere Arbeitsbedingungen doch auch Verbesserungen für ihre Kinder.


Ich habe vollstes Verständnis für die belange der Erzieher.
Dass sich sehr viele Eltern aufgeregt haben liegt daran, dass sie selbst durch diesen Streik in enorme berufliche Schwierigkeiten geraten sind. Denn den Arbeitgeber ist es egal wie man die Betreuung organisiert, er will seinen Arbeitnehmer am Arbeitsplatz haben.

Inaktiver User
19.10.2009, 21:03
Ich überleg gerade, was für einen Beruf yana ausübt.

Tahnee
19.10.2009, 21:09
Ich überleg gerade, was für einen Beruf yana ausübt.

:freches grinsen: duckundweg

Tahnee
19.10.2009, 21:16
Das sollten aber alle Eltern selbst entscheiden dürfen, ob und wie lange sie ihre Kinder betreut haben möchten.

Na ja, Du merkst aber schon, daß da in Deiner Argumentation einiges hinkt. Zwischen *selbst entscheiden, ob und wie lange man das/die Kind(er) betreut haben möchte* und Deiner vorherigen Postings, wo Du schreibst, daß das Elterngeld nie reichen würde und es ohne Eure beiden VZ-Stellen nicht geht, ist ja wohl ein riesengroßer Unterschied? Oder sehe nur ich da einen Denkfehler? :wie?:




Das dürfte daran liegen, dass man froh sein kann überhaupt einen Krippenplatz gefunden zu haben. Es ist ja nicht so, dass man die breite Auswahl hätte nach dem Motte: "Welches Schweinderl hätten'S denn gern?"

Was nicht wundert, da die Nachfrage nach so früher Betreuung der Babys nun mal nicht so groß ist.

.gerrimee.
19.10.2009, 22:12
Mich interessiert immer noch, warum jemand in dieser Einkommensgruppe staatliche Kinderbetreuung in Anspruch nimmt?

Tabetha
20.10.2009, 05:34
Yana, ihr habt 4700 Fixkosten, dein mann verdient 15oo und du den rest?

Wäre die Frage auch anders herum gestellt worden - Yana, Du verdienst 1500 und Dein Mann den Rest ...? Nö, hätte ins Weltbild gepasst. Und Männer mit einem ganz guten Einkommen sind akzeptiert.

Tabetha
20.10.2009, 05:35
Mich interessiert immer noch, warum jemand in dieser Einkommensgruppe staatliche Kinderbetreuung in Anspruch nimmt?

Vielleicht, weil diejenige nicht unerheblich Steuern zahlt und so die staatliche Kinderbetreuung und einiges andere mitfinanziert?

Tabetha
20.10.2009, 05:39
Ich überleg gerade, was für einen Beruf yana ausübt.

Eisprinzessin, kennst Du denn keine Frauen mit gutem Einkommen? Meins schreibe ich mal nicht hin. Nur so das aus der sonstigen Familie und dem Bekanntenkreis (Einkommen der Frauen): zw. 5500 und 10500 brutto. Nicht mehr alle Frauen sind Friseurin, Verkäuferin und Arzthelferin. Ich dachte, das sei auch in konservativen Teilen Deutschlands zumindest ein wenig bekannt. Und in einer allgemeinen Community sind naturgemäß alle möglichen Einkommensschichten vertreten.
Warum ist das hier ein Thema und inwieweit steht es im Zusammenhang zu den Kindern?

Und warum "gönnst" Du einem Mann das Einkommen (weil Du als Frau bequem und gesellschaftlich immer noch akzeptiert partizipieren könntest?), aber bei einer Frau wird direkt nach dem Beruf gefragt und hinterfragt, wie sie so gut verdienen kann?
Sei mal ehrlich, bei einem Mann hättest Du einfach abgenickt "Hat wohl eine leitende Position" - bei der Frau geht das nicht?

Tabetha
20.10.2009, 06:01
Ich frage mich, warum man bei dem offensichtlichen Einkommen und dem Lebensstil auf staatliche Kinderbetreuung baut/angewiesen ist und sich nicht eine Tagesmutter/Kinderfrau einstellt? Wäre das nicht besser für alle Beteiligten, Euch als Eltern und auch für die Kinder?

Vielleicht auch, damit die Kinder mit anderen Kindern - gleich welcher Herkunft - aufwachsen und nicht mit der Tagesmutter isoliert im netten Haus? Was ist das denn für eine Einstellung - da wird im anderen Strang diskutiert, dass höhere Gesellschaftsschichten andere ausschließen, und hier wird gesagt "Kinder gut situierter Eltern raus aus der Krippe, da wollen wir nur Bedürftige haben". D. h., die Kinder der weniger gut situierten Eltern bleiben demnächst schön unter sich und beschweren sich dann später, dass sie "bei den Anderen nicht reinkommen".
Möchtest Du auch Schilder auf öffentlichen Spielplätzen "Reiche Kinder - geht in Eure Gärten spielen"?

Das Einkommen des Mannes ist übrigens (sehr) gering. Demzufolge erschließt sich mir aus dem Familieneinkommen kein Grund zum Luftschnappen ;- )

Wer wofür - Wohnen, Essen gehen, Urlaub oder wie auch immer - sein Geld ausgibt, sollte nun Privatsache sein (ich käme insofern nicht auf die Idee, jemanden zur Offenlegung des "Haushaltsplanes" aufzufordern). Das Einkommen sollte aber schon ein Auskommen bieten, tut es anscheinend auch, denn von Schulden ist nicht die Rede. Wenn das Einkommen nicht ausreicht, wäre es natürlich fahrlässig, weitere Kinder zu bekommen. Das zu überdenken wäre ja auch manchmal in niedrigeren Einkommensschichten wünschenswert.

marilyn-74
20.10.2009, 08:46
Eisprinzessin, kennst Du denn keine Frauen mit gutem Einkommen? Meins schreibe ich mal nicht hin. Nur so das aus der sonstigen Familie und dem Bekanntenkreis (Einkommen der Frauen): zw. 5500 und 10500 brutto. Nicht mehr alle Frauen sind Friseurin, Verkäuferin und Arzthelferin. Ich dachte, das sei auch in konservativen Teilen Deutschlands zumindest ein wenig bekannt. Und in einer allgemeinen Community sind naturgemäß alle möglichen Einkommensschichten vertreten.
Warum ist das hier ein Thema und inwieweit steht es im Zusammenhang zu den Kindern?

Und warum "gönnst" Du einem Mann das Einkommen (weil Du als Frau bequem und gesellschaftlich immer noch akzeptiert partizipieren könntest?), aber bei einer Frau wird direkt nach dem Beruf gefragt und hinterfragt, wie sie so gut verdienen kann?
Sei mal ehrlich, bei einem Mann hättest Du einfach abgenickt "Hat wohl eine leitende Position" - bei der Frau geht das nicht?
Das hab ich mich allerdings auch gefragt - ich kenne auch ein paar Frauen, die soviel verdienen. Dafür muss man keinen extrem ungewöhnlichen Beruf haben. Und klar sind 4.700 Euro Fixkosten viel, aber das ist doch bei den meisten Menschen so: mit steigendem Verdienst steigen die Ansprüche. Wir haben auch anders gelebt, als ich noch studiert habe und wir weniger Geld als jetzt als Doppelverdienerhaushalt hatten.

dragoneye
20.10.2009, 08:52
Also ich bin über die ganze Diskussion hier erstaunt!! Es ist doch traurig, das sich Mütter die arbeiten gehen möchten immer wieder angreifen lassen müssen, sowie Mütter die gerne zu Hause bleiben möchten. Egal wie man es macht, man wird immer angegriffen.

Das man erstaunt ist, das eine Frau sehr gut verdient, erstaunt mich ebenfalls. Es gibt ja einige Berufe wo Frauen gut verdienen und es sich aber auch nicht leisten können aus dem Job ein Jahr oder länger wegzubleiben, weil sie sonst den Anschluss verpassen, da wir in einer schnellebigen Zeit leben.

Ich gehöre zu den Frauen, die zu Hause sind. Ich war sehr gerne daheim und habe meine Kids *betüddelt* und war hochzufrieden damit. Hier bei uns ist es auch so, das mein Mann sehr gut verdient und wir es uns auch *gottseidank* einfach leisten konnten. Auch ich habe mir einiges anhören müssen das ich ein verwöhntes Weibchen bin.

Nun ist mein grosser 12 und der kleine 9, ich bin Erzieherin und beim Berufseinstieg hat sich nun auch sehr viel verändert was ich durch Fortbildungen, die ich alleine finanzieren soll aufholen muss. Selbst ich in meinen * wie manche sagen* nicht wirklich anspruchsvollen Beruf habe einiges verpasst. Wie isses dann wohl mit den Frauen die in der Industrie arbeiten?

Ich habe meine Kinder auch in den Kindergarten getan und nicht ein Au pair geholt. Bin ich nu schlecht?? Ist es nicht normal das man seine Kinder mit anderen Kindern zusammenbringen und leben möchte? Übrigends waren bei uns im Kiga die Kinder vom Sittler. Der verdient nu wirklich gut und hat seine kids innen staatlichen kiga?? *allerhand das die auch völlig normal aufwachsen*

Von jemandem nen haushaltsplan verlangen den man gar nicht kennt finde ich frech. Würdet ihr - ernsthaft- das mit ner fremden Nachbarin auch machen?? Huii Frau Müller, sie haben ein Haus, 5 Kinder nu schreiben sie mir einmal auf wie sie das machen und zeigen am besten noch ihren letzten Lohnzettel??

Ich denke jede soll das so Handhaben das man es mit dem Gewissen vereinbaren kann, das es allen Beteiligten gut dabei geht. Ich denke nicht das die Kinder nun superunglücklich sind, weil die früh in eine Krippe kommen. Die werden eher Selbstbewusster und vielleicht Selbstständiger werden als manches Kind das daheim *betüddelt* wird. Was nun nicht heissen soll das Kinder die nicht in eine Krippe gehen nicht Selbstständig oder Selbstbewusst werden können. Und die Wochenenden und die Urlaube sind dann eben voll und ganz auf die Kinder ausgerichtet. In unser Krippengruppe sind wir übrigends 3 Erzieherinnen für die Kids und haben immer wieder Praktikantinnen die uns unterstützen.

Tabetha
20.10.2009, 09:00
Das man erstaunt ist, das eine Frau sehr gut verdient, erstaunt mich ebenfalls.

Ja, und dafür müssen sie sich nun auch noch rechtfertigen ...

Tabetha
20.10.2009, 09:16
Übrigends waren bei uns im Kiga die Kinder vom Sittler. Der verdient nu wirklich gut und hat seine kids innen staatlichen kiga?? *allerhand das die auch völlig normal aufwachsen*



Er war wohl so vermessen, dass er seine Kinder gleich damit konfrontieren wollte, dass es nicht nur Villenbesitzer gibt ... Ich finde das eher angenehm als zu kritisieren ...

Tahnee
20.10.2009, 09:38
Ich finde auch, daß Kinder von Besserverdienenden natürlich auch in staatliche KiTas gehen sollen. Warum denn nicht. Und ich halte es zudem für sehr unwahrscheinlich, eine gute Kinderfrau für jetzt noch 4 Kinder (bald 5) für 1200 € brutto zu bekommen. Das halte ich echt für illusorisch.

Inaktiver User
20.10.2009, 10:51
Tabetha: :blumengabe::blumengabe::blumengabe::blumengabe:

Als ich die letzen Seiten gelesen habe, ist mir die Kinnlade runtergeklappt!

Da fragt man erstaunt nach dem Beruf einer Frau, die überdurchschnittlich verdient... da wird in Frage gestellt, dass die Kinder dieser Frau in die Krippe gehen dürfen, wo andere doch bedürftiger sind... da wird mit einer Dreistigkeit unterstellt Luxus auf Kosten des Staates und der Kinder zu leben ohne diese Familie zu kennen... verbunden mit dem dringenden Wunsch doch mal einen Haushaltsplan sehen zu wollen... etc.

Die Anzahl der Fragezeichen in meinem Gesicht haben wohl die der Überschrift übertroffen.

Tabetha, danke für deine Postings, ich habe mich auf die Finger gesetzt, weil ich es nicht hätte so sachlich schreiben können.

Bin gespannt, wie es hier weitergeht...

Tabetha
20.10.2009, 11:03
Der Gerechtigkeit halber: Wenn ich das richtig sehe, sah Yana sich veranlasst, einen Haushaltsplan "anzubieten" (glaube ich, bin jetzt nicht bis zum Anfang zurück). Was gerne angenommen wurde: "Aber Dein Haushaltsplan wird sicher Klarheit bringen."
Das ist schon ein wenig anmaßend.

Inaktiver User
20.10.2009, 11:08
Der Gerechtigkeit halber: Wenn ich das richtig sehe, sah Yana sich veranlasst, einen Haushaltsplan "anzubieten" (glaube ich, bin jetzt nicht bis zum Anfang zurück). Was gerne angenommen wurde: "Aber Dein Haushaltsplan wird sicher Klarheit bringen."
Das ist schon ein wenig anmaßend.

Das ist richtig.

Für mich ist es aber einen Unterschied, ob ich einen Haushaltsplan anbiete (was ich in einem öffentlichen Forum nie machen würde, wenn es doch sein muss, reichen inhaltl. Posten völlig) oder eine Aussage wie: Dein Haushaltsplan wird sicher Klarheit bringen. Das halte ich nicht nur für "wenig" anmaßend.

Inaktiver User
20.10.2009, 11:12
Ich finde auch, daß Kinder von Besserverdienenden natürlich auch in staatliche KiTas gehen sollen. Warum denn nicht.

Natürlich. Sie zahlen nämlich die Vollkosten und halten das System am Laufen... was soll daran negativ sein? Und durch ihre Steuern finanzieren sie auch denen, die die Kindergartenplätze nicht voll bezahlen können (-> Einkommensstaffelung) diese Plätze (mit).

Übrigens ist die Trennung zwischen privaten und staatl. KiGaPlätzen auch z.T. illusorisch.

Auch wenn man einen privaten KiGa-Platz nutzt, zahlen die Kommunen den üblichen Satz (-> Einkommensstaffelung) zu. - wenn der KiGa entsprechend staatlich anerkannt ist.

Inaktiver User
20.10.2009, 11:58
Das sollten aber alle Eltern selbst entscheiden dürfen, ob und wie lange sie ihre Kinder betreut haben möchten.

Nein, das seh ich nicht so. Denn die Folgen gehen ja auch nicht nur die Eltern an, sondern die ganze Gesellschaft. Und es interessiert mich als Steuerzahler, ob da mit meinem Geld was Sinnvolles gemacht wird.

Sonst könntest du auch argumentieren, das müssen Eltern selbst wissen, ob sie ihr Kind mit Schlägen erziehen.

Ich bin nicht gegen Fremdbetreuung, aber durchaus gegen nicht alters- und kindgerechte Fremdbetreuung. Und ein Kind unter 3 gehört eben nicht 8-10 Stunden am Tag in eine Krippe. Schon gar nicht, um den Eltern ein Luxusleben zu ermöglichen, es also keine bitter notwendige Zwangslage ist, weilz.B. geringverdienende Eltern lang arbeiten müssen.

Inaktiver User
20.10.2009, 12:03
Das dürfte daran liegen, dass man froh sein kann überhaupt einen Krippenplatz gefunden zu haben. Es ist ja nicht so, dass man die breite Auswahl hätte nach dem Motte: "Welches Schweinderl hätten'S denn gern?"


Ich hoffe nicht dass du es so meinst, aber das klingt so, als müsse das Kind halt irgendwie wegorganisiert werden, egal wie.

Das sind für mich wirklich die verkehrten Prioritäten, sorry, wenn erst der Job kommt und das Kind dem total untergeordnet wird, weil man nicht bereit ist, auch nur eine begrenzte Zeit mal seine eigenen Interessen zurückzustellen. Nein, da will man zwar Kind/er, aber nicht das Leben mit Kindern, und deren Interessen kommen dann zuletzt. Hauptsache sie sind irgendwo aufbewahrt und stören nicht.

Yana
20.10.2009, 12:10
Achtung lang:

Gestern hatte ich leider keine Zeit mehr, aber heute versuche ich mir zeit zu nehmen, eure Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Und ich schreibe nicht von der Arbeit aus, sondern ich war gestern und heute zu Hause, weil die Jungs krank sind.



Auf die Frage, was ich arbeite, möchte ich nur soviel sagen: es war harte, jahrelange Arbeit, um den Job zu bekommen, den ich jetzt habe. Geschenkt hat mir keiner was.
Vielleicht mag das jetzt für manche komisch klingen, aber gerade dadurch, dass ich Kinder bekommen habe, war es notwendig, mich beruflich zu steigern, um den Lebensunterhalt für meine Kinder auch bestreiten zu können.
Was ist falsch daran, das Geld, das man als Familie braucht, selbst verdienen zu wollen?
.

Na ja, Du merkst aber schon, daß da in Deiner Argumentation einiges hinkt. Zwischen *selbst entscheiden, ob und wie lange man das/die Kind(er) betreut haben möchte* und Deiner vorherigen Postings, wo Du schreibst, daß das Elterngeld nie reichen würde und es ohne Eure beiden VZ-Stellen nicht geht, ist ja wohl ein riesengroßer Unterschied? Oder sehe nur ich da einen Denkfehler?



Mit „selbst entscheiden“ meine ich: „selbst entscheiden im Rahmen seiner Möglichkeiten“. Jede Familie muss selbst entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten will und welche finanziellen und sonstige Rahmenbedingungen hierfür zur Verfügung stehen.
Wieso wird dann eigentlich den Eltern die Schuld dafür in die Schuhe geschoben, wenn diese nichts anderes tun als ihr Leben mit den vorhandenen Möglichkeiten zu optimieren.




Was nicht wundert, da die Nachfrage nach so früher Betreuung der Babys nun mal nicht so groß ist.



Wenn die Nachfrage nicht so groß wäre, dann müsste doch für die vorhandene Nachfrage ausreichend Betreuung zur verfügung stehen, oder etwa nicht?
Tatsache ist, dass das Angebot der Nachfrage gewaltig hinterher hinkt und manche Eltern sich dann gezwungen sehen aufgrund fehleder Betreuung zu hause zu bleiben. Zwei meiner Freundinnen sind so in Hartz IV (damals noch Sozialhilfe) abgerutscht und zwar unfreiwillig. Aufgrund fehlender Betreuung konnten sie nach dem Mutterschutz nicht weiterarbeiten und somit nicht den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder bestreiten.



Mich interessiert immer noch, warum jemand in dieser Einkommensgruppe staatliche Kinderbetreuung in Anspruch nimmt?



Meine Kinder sind in der Krippe meines Arbeitgebers. Der Arbeitgeber trägt ca. die Hälfte der tatsächlichen Kosten. Pro Kind bezahle ich derzeit 500 Euro, also 1000 Euro für zwei Kinder (war schon mal mehr, die Gebühren wurden etwas gesenkt).
Einen städtischen Kindergarten werde ich allerdings nächstes Jahr in Anspruch nehmen, weil dann ein Kind dann schon 4 Jahre alt sein wird. Die Kosten werden sich dafür dann 262 Euro belaufen.
Der Kinderhort ist ein privater Kinderhort. Ich habe dort einen Platz für meinen 8Jährigen, der nicht staatlich unterstützt wird, weil die Betreuungszeit für mein Kind zu kurz ist (8 Stunden pro Woche).
Der Hortplatz kostet derzeit 207 Euro monatlich.



D.h. falls wir kommendes Jahr für das Baby einen Krippenplatz bekommen sollten, werden wir Betreuungskosten in Höhe von 1469 Euro für 4 Kinder haben. Unser Ältester braucht ja Dank Ganztagsschule keine Betreuung mehr.





Wäre die Frage auch anders herum gestellt worden - Yana, Du verdienst 1500 und Dein Mann den Rest ...? Nö, hätte ins Weltbild gepasst. Und Männer mit einem ganz guten Einkommen sind akzeptiert.


Danke Tabetha. Ich hab mich auch über diese Frage gewundert.



Ich finde auch, daß Kinder von Besserverdienenden natürlich auch in staatliche KiTas gehen sollen. Warum denn nicht. Und ich halte es zudem für sehr unwahrscheinlich, eine gute Kinderfrau für jetzt noch 4 Kinder (bald 5) für 1200 € brutto zu bekommen. Das halte ich echt für illusorisch.



Nehmen wir an, ich würde eine Kinderfrau beschäftigen, die für mich als Arbeitgeber eine Belastung von 1435 Euro wäre (= ca. das was die Betreuung für 4 Kinder kosten würde). Dann hätte die Kinderfrau brutto 1200 Euro. Das ergäbe dann netto für die Frau 909,70 Euro.
Falls es so eine Kinderfrau gibt, die zu diesen Bedingungen arbeitet und nur 3 Wochen im Jahr Urlaub nimmt (= Schließzeit der Kinderkrippe), dann bitte sofort bei mir melden.



Ich hoffe nicht dass du es so meinst, aber das klingt so, als müsse das Kind halt irgendwie wegorganisiert werden, egal wie.



Die Priorität sieht bei uns so aus, dass wir den Lebensunterhalt für unsere Familie gerne selbst verdienen wollen. Mit wegorganisieren der Kinder hat dies nichts zu tun.



Der Gerechtigkeit halber: Wenn ich das richtig sehe, sah Yana sich veranlasst, einen Haushaltsplan "anzubieten" (glaube ich, bin jetzt nicht bis zum Anfang zurück). Was gerne angenommen wurde: "Aber Dein Haushaltsplan wird sicher Klarheit bringen."
Das ist schon ein wenig anmaßend.



Stimmt, ich habe angeboten den Haushaltsplan einzustellen (werde ich auch gleich im nächsten Post).
Nur vorher noch einige Anmerkungen:
Unser Einkommen ermöglicht uns endlich ein finanziell sorgenfreies Leben, da mein Mann vor einem Jahr seine Ausbildung abgschlossen hat.
Allerdings gibt es schon noch einen Unterschied zwischen „sorgenfrei“ und „Luxus“.



Wahrscheinlich werden einige Mitschreiberinnen den ein oder anderen, ihrer Meinung nach, überflüssigen Posten entdecken. Ob man aber so einen Posten gleich als Luxus bezeichnen kann, sei dahingestellt.
Also bis gleich

Inaktiver User
20.10.2009, 12:20
Die Priorität sieht bei uns so aus, dass wir den Lebensunterhalt für unsere Familie gerne selbst verdienen wollen. Mit wegorganisieren der Kinder hat dies nichts zu tun.


Yana, das war nicht das Thema, sondern deine Aussage, dass man bei den Betreuungsplätzen halt nehmen muss was man kriegt, weil das Angebot nicht so toll ist.

Und das seh ich eben nicht so, ich würde mein Kind eben nicht in jede Einrichtung stecken, Hauptsache es wär untergebracht. Und ich finde es schon gruselig, dass viele Eltern das wohl so sehen und sich wenig mit der Qualität auseinandersetzen.

Ich hatte eine tolle Krippe für meinen Jüngsten, hätt ich die nicht gefunden wär ich lieber noch ein Jahr daheimgeblieben als ihn irgendwo unterzubringen. Die Alternative gäbe es ja für viele auch. Es erwartet ja niemand, dass man sein Kind 18 Jahre lang 24/7 betüttelt.

Yana
20.10.2009, 12:36
Haushaltsplan ab Januar 2009


4.937,15 mein Gehalt inklusive Kindergeld, Krankenversicherung schon bezahlt
1.552,15 Gehalt Ehemann
606,00 Unterhalt für Kind 1 und 2



7.095,30 Gesamteinkommen





Fixkosten



1.362,10 Zinsen / Tilgung Wohnung
323,00 Hausgeld
22,95 Grundsteuer Wohnung
79,00 Strom
78,00 2 Tiefgaragen (Miete)
500,00 Kinderkrippe Kind 3
500,00 Kinderkrippe Kind 4
207,00 Kinderhort Kind 2
300,00 Unterhalt für Schwiegereltern
108,34 Flugkosten für Ehemann zum Besuch seiner Eltern
159,55 Raten Familienvan
56,65 KFZ-Versicherung Van
10,67 KFZ-Steuer Van
29,09 Service Paket Van
150,00 Raten Auto Ehemann
55,65 KFZ-Versicherung Auto Mann
9,00 KFZ-Steuer Auto Mann
500,00 Raten Renovierungskosten für Wohnung
38,95 Grundgebühr Telefon / Internet
13,08 Grundgebühr Handy
30,10 Fahrkarte Kind 1
25,00 Klassenfahrt Kind 1
25,00 Klassenfahrt Kind 2
113,25 Mensakarte 09/10 Schule
3,34 Mitgliedsbeitrag Elternvereinigung Schule
8,15 Kopiergeld Schule
1,98 Grundsteuer unbebautes Grundstück
6,63 ADAC
3,43 Risikolebensversicherung
11,08 Haftpflicht- ; Hausrat- ; Glasversicherung
67,00 Eigenbeteiligung Krankenversicherung
10,00 Taschengeld Kind 1
2,00 Taschengeld Kind 2
4809,99 Gesamtkosten
2285,31 Rest für Lebensunterhalt (davon werden mtl. 500 gespart)

Yana
20.10.2009, 12:42
Yana, das war nicht das Thema, sondern deine Aussage, dass man bei den Betreuungsplätzen halt nehmen muss was man kriegt, weil das Angebot nicht so toll ist.

Und das seh ich eben nicht so, ich würde mein Kind eben nicht in jede Einrichtung stecken, Hauptsache es wär untergebracht. Und ich finde es schon gruselig, dass viele Eltern das wohl so sehen und sich wenig mit der Qualität auseinandersetzen.

Also, ich persönlich habe das Glück eine wirklich tolle Krippe zu haben.
Allerdings muss auch gesagt werden dürfen, dass so manch andere Krippe zu wünschen übrig lässt.
Meiner Meinung nach kommt das daher, dass Krippen zu wenig Konkurrenz haben. Also können sie sich einen schlechten Standard leisten.
Gäbe es mehr Betreuungsangebote, wäre der Konkurrenzdruck und somit die Qualität besser.

Inaktiver User
20.10.2009, 12:49
Meine Frage nach Yanas Beruf war reine Neugier!

Ich habe nicht geschrieben, dass es ungewöhnlich für Frauen ist, noch ihr nicht gegönnt oder es bei einem Mann als normal abgesegnet, das sind Interpretationen.

Ich bin selber Ingenieurin und nein, ich weiß, dass die Welt nicht nur aus Friseurinnen besteht.

Yana
20.10.2009, 13:26
Das sind für mich wirklich die verkehrten Prioritäten, sorry, wenn erst der Job kommt und das Kind dem total untergeordnet wird, weil man nicht bereit ist, auch nur eine begrenzte Zeit mal seine eigenen Interessen zurückzustellen. Nein, da will man zwar Kind/er, aber nicht das Leben mit Kindern, und deren Interessen kommen dann zuletzt. Hauptsache sie sind irgendwo aufbewahrt und stören nicht.

Da der Haushaltsplan ja nun zur Verefügung steht, kannst du mir vielleicht sagen, welche Interessen ich darin deiner Meinung nach zurückstellen sollte?

.gerrimee.
20.10.2009, 13:59
Ich bleibe dabei: mit einem Monatseinkommen von über 7.000 Euro netto! ist man nicht unbedingt in der Situation "bibbern" zu müssen, ob man den Krippenplatz nun bekommt, oder nicht, bzw. auch einen nicht so guten nehmen zu müssen.

Selbstverständlich stehen Krippenplätze wohlhabenden Familien genauso zu, wie Frauen, die ohne diesen Platz Hartz 4 bekommen würden. Es sind aber nicht genug Plätze für alle da. Im Einzelfall jedoch kann man sich schon mal fragen, wie gerecht das ist. Daher war meine Aussage, daß der Haushaltsplan, den Yana einstellen wollte, "Klarheit" schaffen würde, keineswegs anmaßend.

Was sollte diese Aussage überhaupt? Was ist daran anmaßend?

Bei dem Gedanken an eine private Kinderbetreuung bin ich einfach nur von mir selbst ausgegangen. Ich würde es lieber so organisieren. Ich fände es für meine Kinder besser, eine feste Bezugsperson zu haben, wenn ich es schon nicht wäre. Bei herrlichen 5 Kindern muß man sich wohl auch keine Sorgen um Vereinsamung machen, wenn die Kleinen nicht schon mit 1 Jahr oder jünger in die Krippe kommen....

Eine kleine Spitzfindigkeit kann ich einfach nicht lassen.... Yana hat geschrieben, daß sie für 1200 Euro ja keine private Kinderbetreuung bekommt, vor allem nicht incl. der Ferien. Der Vater verdient nur 1500 Euro. Also 300 Euro mehr und alle Betreuungssorgen wären gelöst. Keiner müßte in die Krippe oder den Hort und der Haushalt wäre auch schon gemacht, wenn Yana Feierabend hat :smile:

Zum Haushaltsplan. Ich finde es klasse, daß Yana das gemacht hat. 2285 Euro Kosten für eine Wohnung halte ich trotzdem für eher luxuriös. Irgendwann werden hoffentlich die 500 Euro Renovierungsrate wegfallen, dann bleiben nur zum Leben, also Haushalt/Lebensmittel/Kleidung 2785 Euro übrig. Jetzt schon sind es 76 Euro pro Tag, dann sind es 92. Wenn hier dann einige schreiben, daß dies kein "Luxus" ist, kann ich das nicht nachvollziehen.

Tabetha
20.10.2009, 13:59
Meine Frage nach Yanas Beruf war reine Neugier!

Ich habe nicht geschrieben, dass es ungewöhnlich für Frauen ist, noch ihr nicht gegönnt oder es bei einem Mann als normal abgesegnet, das sind Interpretationen.

Ich bin selber Ingenieurin und nein, ich weiß, dass die Welt nicht nur aus Friseurinnen besteht.

Du Eisprinzessin, dann ist sie aber wirklich gänzlich falsch rübergekommen ...

Inaktiver User
20.10.2009, 14:02
Ich, Tabetha?

Tabetha
20.10.2009, 14:13
Ich, Tabetha?

Die Frage nach dem Beruf ;- ) Warum wundert sich denn eine Ing. über ein gutes Einkommen?

Inaktiver User
20.10.2009, 14:16
Ich hab mich ja gar nicht gewundert!

Ich wollte es nur wissen, mach mir gern ein Bild von der Person, um welche es geht.

Reine Wißbegierde oder ich hätte noch mal umgeschult.:smirksmile:

.gerrimee.
20.10.2009, 14:19
Die Frage nach dem Beruf ;- ) Warum wundert sich denn eine Ing. über ein gutes Einkommen?

Vielleicht weil es Fälle wie den Mann einer Freundin gibt, der als Dipl.-Ing., 40 Jahre alt, 2.500 netto verdient hat. Bis vor einem Jahr, seitdem sind es 3000 Euro.

Inaktiver User
20.10.2009, 14:26
Ja, so in etwa meinte ich es neben meiner angeborenen Neugier auch.

Inaktiver User
20.10.2009, 14:27
..und da ich momentan aber leide arbeitslos bin, hätte ich ja noch einen Tipp erhalten können:smile:

Max
20.10.2009, 14:32
Eine kleine Spitzfindigkeit kann ich einfach nicht lassen.... Yana hat geschrieben, daß sie für 1200 Euro ja keine private Kinderbetreuung bekommt, vor allem nicht incl. der Ferien. Der Vater verdient nur 1500 Euro. Also 300 Euro mehr und alle Betreuungssorgen wären gelöst. Keiner müßte in die Krippe oder den Hort und der Haushalt wäre auch schon gemacht, wenn Yana Feierabend hat :smile:... und alle könnten sich nett darüber aufregen das ein Vater von 5 Kindern "nicht arbeitet"... :smirksmile:

Yana
20.10.2009, 14:36
Ich bleibe dabei: mit einem Monatseinkommen von über 7.000 Euro netto! ist man nicht unbedingt in der Situation "bibbern" zu müssen, ob man den Krippenplatz nun bekommt, oder nicht, bzw. auch einen nicht so guten nehmen zu müssen.

Wie gesagt, theoretisch könnte mein Mann Elterngeld beantragen und zu Hause bleiben.
Aber wenn die Eltergeldzeit abgelaufen ist und dann kein Krippenplatz zur Verfügung steht, würde das schon Probleme mit sich bringen.



Bei dem Gedanken an eine private Kinderbetreuung bin ich einfach nur von mir selbst ausgegangen. Ich würde es lieber so organisieren.

Du weißt aber schon, dass eine private Kinderbetreuung wesentlich mehr kostet?


Eine kleine Spitzfindigkeit kann ich einfach nicht lassen.... Yana hat geschrieben, daß sie für 1200 Euro ja keine private Kinderbetreuung bekommt, vor allem nicht incl. der Ferien. Der Vater verdient nur 1500 Euro. Also 300 Euro mehr und alle Betreuungssorgen wären gelöst. Keiner müßte in die Krippe oder den Hort und der Haushalt wäre auch schon gemacht, wenn Yana Feierabend hat :smile:

Wieso Spitzfindigkeit? Ich finde, das ist eine berechtigte Frage.
Für die Elternzeit würde mein Mann ja ca. 1000 Euro bekommen. Es geht hier also um die Zeit danach.

Angenommen wir würden die bestehende Betreuung für die anderen Kinder stoppen, so würde das folgende konkrete Auswirkungen haben.

1. Vorteil: Das Geld für die Betreuung würde komplett eingespart werden und somit würden wir finanziell nicht schlechter als vorher dastehen (wie du bereits erkannt hast)

2. Nachteil: Falls dann doch irgendwann ein Krippenplatz für das Jüngste zur Verfügung stehen sollte, hat man keine Betreuung mehr für die anderen Kinder. Deshalb könnte mein Mann nicht mehr zeitnah in den Beruf zurückkehren. Tja und den Krippenplatz für das Jüngste muss man dann leider auch ablehnen und sich auf noch ein paar Jahre mehr zu Hause gefasst machen. Und das wo er erst seit einem Jahr mit der Ausbildung fertig ist. Da hat er glatte 2 Jahre Berufserfahrung nach der Ausbildung und würde erst nach Jahren dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen....Die Arbeitgeber werden sich um ihn reißen...die ohnehin geringe Rente für ihn dürfte damit gegen Null tendieren.

3. Der berufliche Anschluss geht flöten, man ist für sehr lange Zeit vom Partner finanziell abhängig. (Kein Problem solange die Ehe gutgeht, ein Problem, wenn sie schiefgeht).

4. Ich glaube der Arbeitgeber ist nur verpflichtet 3 Jahre den Arbeitsplatz freizuhalten. Und was, wenn nach 3 Jahren die Betreuung der Kinder nicht wieder steht? Schließlich schnippt man nicht einfach mit dem Finger und wupp die Betreuung ist gesichert.

5. Der Haushalt: mag ja sein, dass andere Männer da wirklich fit sind. Meinem hab ich jetzt den Hausputz aufgehalst....Glaub mir, du möchtest nicht sehen wie unsere Wohnung "geputzt" ist. Momentan macht mein Mann das an seinem freien Tag unter Woche, wenn kein Kind anwesend ist. Den "Hausputz" möchte ich sehen, wenn er zu hause ganztägig 3 Kinder hat (die anderen sind ja in der Schule).
Übrigens Wäsche wäscht er nicht. Ich kann dir aber gerne ein paar formlose verwaschene Wäscheexemplare aus seiner Junggsellenzeit zeigen.


Zum Haushaltsplan. Ich finde es klasse, daß Yana das gemacht hat. 2285 Euro Kosten für eine Wohnung halte ich trotzdem für eher luxuriös. Irgendwann werden hoffentlich die 500 Euro Renovierungsrate wegfallen

Du sagst es: irgendwann...Wenn die momentanen Renovierungskosten wegfallen, werden neue anstehen.
Eigentlich wären diese Renovierungen jetzt schon nötig, aber wir müssen erst mal die vorhandenen Kosten abzahlen.
Jedenfalls werden uns die Renovierungskosten die nächsten paar Jahre begleiten.

Wir sparen aber 500 Euro mtl. um schon mal ein kleines Polster zu haben. Unsere 4-Zi-Wohnung ist 89 qm groß,

Ich bleibe dabei: mit einem Monatseinkommen von über 7.000 Euro netto! ist man nicht unbedingt in der Situation "bibbern" zu müssen, ob man den Krippenplatz nun bekommt, oder nicht, bzw. auch einen nicht so guten nehmen zu müssen.

Wie gesagt, theoretisch könnte mein Mann Elterngeld beantragen und zu Hause bleiben.
Aber wenn die Eltergeldzeit abgelaufen ist und dann kein Krippenplatz zur Verfügung steht, würde das schon Probleme mit sich bringen.



Bei dem Gedanken an eine private Kinderbetreuung bin ich einfach nur von mir selbst ausgegangen. Ich würde es lieber so organisieren.

Du weißt aber schon, dass eine private Kinderbetreuung wesentlich mehr kostet?


Eine kleine Spitzfindigkeit kann ich einfach nicht lassen.... Yana hat geschrieben, daß sie für 1200 Euro ja keine private Kinderbetreuung bekommt, vor allem nicht incl. der Ferien. Der Vater verdient nur 1500 Euro. Also 300 Euro mehr und alle Betreuungssorgen wären gelöst. Keiner müßte in die Krippe oder den Hort und der Haushalt wäre auch schon gemacht, wenn Yana Feierabend hat :smile:

Wieso Spitzfindigkeit? Ich finde, das ist eine berechtigte Frage.
Für die Elternzeit würde mein Mann ja ca. 1000 Euro bekommen. Es geht hier also um die Zeit danach.

Angenommen wir würden die bestehende Betreuung für die anderen Kinder stoppen, so würde das folgende konkrete Auswirkungen haben.

1. Vorteil: Das Geld für die Betreuung würde komplett eingespart werden und somit würden wir finanziell nicht schlechter als vorher dastehen (wie du bereits erkannt hast)
2. Nachteil: Falls dann doch irgendwann ein Krippenplatz für das Jüngste zur Verfügung stehen sollte, hat man keine Betreuung mehr für die anderen Kinder. Deshalb könnte nicht mehr zeitnah in den Beruf zurückkehren. Tja und den Krippenplatz für das Jüngste muss man dann leider auch ablehnen und sich auf noch ein paar Jahre mehr zu Hause gefasst machen.

3. Der berufliche Anschluss geht flöten, man ist für sehr lange Zeit vom Partner finanziell abhängig. (Kein Problem solange die Ehe gutgeht, ein Problem, wenn sie schiefgeht).

4. Ich glaube der Arbeitgeber ist nur verpflichtet 3 Jahre den Arbeitsplatz freizuhalten. Und was, wenn nach 3 Jahren die Betreuung der Kinder nicht wieder steht? Schließlich schnippt man nicht einfach mit dem Finger und wupp die Betreuung ist gesichert.

5. Der Haushalt: mag ja sein, dass andere Männer da wirklich fit sind. Meinem hab ich jetzt den Hausputz aufgehalst....Glaub mir, du möchtest nicht sehen wie unsere Wohnung "geputzt" ist. Momentan macht mein Mann das an seinem freien Tag unter Woche, wenn kein Kind anwesend ist. Den "Hausputz" möchte ich sehen, wenn er zu hause ganztägig 3 Kinder hat (die anderen sind ja in der Schule).
Übrigens Wäsche wäscht er nicht. Ich kann dir aber gerne ein paar formlose verwaschene Wäscheexemplare aus seiner Junggsellenzeit zeigen.


Zum Haushaltsplan. Ich finde es klasse, daß Yana das gemacht hat. 2285 Euro Kosten für eine Wohnung halte ich trotzdem für eher luxuriös. Irgendwann werden hoffentlich die 500 Euro Renovierungsrate wegfallen

Du sagst es: irgendwann...Wenn die momentanen Renovierungskosten wegfallen, werden neue anstehen.
Eigentlich wären diese Renovierungen jetzt schon nötig, aber wir müssen erst mal die vorhandenen Kosten abzahlen.
Jedenfalls werden uns die Renovierungskosten die nächsten paar Jahre begleiten.

Wir sparen aber 500 Euro mtl. um schon mal ein kleines Polster zu haben. Unsere 4-Zi-Wohnung ist 89 qm groß,41 Jahre alt, der Zustand ist entsprechend. Wir haben nur eine Toilette und im Badezimmer sind 2 Waschbecken und eine Badewanne.
Außerdem kommen in absehbarer Zeit weitere Sonderumlagen für die Fassadenrenovierung auf uns zu. Wie hoch diese ausfallen werden entzieht sich unserem Einfluß. Das entscheidet die Eigentümerversammlung.

Eine Luxuswohnung sieht anders aus.



..., dann bleiben nur zum Leben, also Haushalt/Lebensmittel/Kleidung 2785 Euro übrig. Jetzt schon sind es 76 Euro pro Tag, dann sind es 92. Wenn hier dann einige schreiben, daß dies kein "Luxus" ist, kann ich das nicht nachvollziehen.

Ja dann schon...aber wann wird "dann" sein?
Und da gebe ich dir recht, dann wird ich mein Leben Luxus sein.... und die Kinder werden erwachsen sein.

.gerrimee.
20.10.2009, 14:36
... und alle könnten sich nett darüber aufregen das ein Vater von 5 Kindern "nicht arbeitet"... :smirksmile:
:schild genau:
:prost:

Yana
20.10.2009, 14:46
:schild genau:
:prost:

Sagen wir mal so: er arbeitet dann schon....aber sehr schlampig :freches grinsen:.

.gerrimee.
20.10.2009, 15:22
Angenommen wir würden die bestehende Betreuung für die anderen Kinder stoppen, so würde das folgende konkrete Auswirkungen haben.

1. Vorteil: Das Geld für die Betreuung würde komplett eingespart werden und somit würden wir finanziell nicht schlechter als vorher dastehen (wie du bereits erkannt hast)

genauso meinte ich es.





2. Nachteil: Falls dann doch irgendwann ein Krippenplatz für das Jüngste zur Verfügung stehen sollte, hat man keine Betreuung mehr für die anderen Kinder. Deshalb könnte mein Mann nicht mehr zeitnah in den Beruf zurückkehren. Tja und den Krippenplatz für das Jüngste muss man dann leider auch ablehnen und sich auf noch ein paar Jahre mehr zu Hause gefasst machen. Und das wo er erst seit einem Jahr mit der Ausbildung fertig ist. Da hat er glatte 2 Jahre Berufserfahrung nach der Ausbildung und würde erst nach Jahren dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen....Die Arbeitgeber werden sich um ihn reißen...die ohnehin geringe Rente für ihn dürfte damit gegen Null tendieren.

3. Der berufliche Anschluss geht flöten, man ist für sehr lange Zeit vom Partner finanziell abhängig. (Kein Problem solange die Ehe gutgeht, ein Problem, wenn sie schiefgeht).

Teilweise hast Du damit recht.

Zu dem anderen Teil meine ich, daß es überhaupt keine Sicherheit gibt, was man ja immer wieder erfahren muß. Es gibt für Dich auch keine Sicherheit auf Deinen Arbeitsplatz. Denk an die, die heute erfahren haben aus den Nachrichten, daß Quelle endgültig alle Mitarbeiter entlassen muß.

Wenn Ehen nicht gutgehen, zerbrechen damit viele vorher gut funktionierende Konstellationen, ob das nun die Einverdiener-Ehe ist, oder die, wo beide arbeiten und sich die Aufgaben teilen. Ich wiederhole, es gibt keine Sicherheiten, daher kann man sich meiner Meinung nach auch für jede Variante entscheiden, wenn es schlimm kommt, kommt es schlimm...so oder so.



Unsere 4-Zi-Wohnung ist 89 qm groß,41 Jahre alt, der Zustand ist entsprechend. Wir haben nur eine Toilette und im Badezimmer sind 2 Waschbecken und eine Badewanne. ,
Eine Luxuswohnung sieht anders aus.


Ja, die Neugier... :pfeifend: - aber: warum kostet die dann soviel?




Wie gesagt, theoretisch könnte mein Mann Elterngeld beantragen und zu Hause bleiben.
Aber wenn die Eltergeldzeit abgelaufen ist und dann kein Krippenplatz zur Verfügung steht, würde das schon Probleme mit sich bringen.


Eigentlich ja nicht, gibt es nicht steuerliche Vorteile für die Alleinverdienerfamilie? Der Preisunterschied wären ja nur 300 Euro.

Eins möchte ich Dir aber gerne sagen :blumengabe: Ich finde es toll, daß überhaupt jemand noch den Mut hat, 5 Kinder zu bekommen. Und auch, daß Du hier so offen und ehrlich schreiben magst, was ich weiß, da wir ja in meinem damaligen Debütstrang hier schon diskutiert hatten :wangenkuss:

Yana
20.10.2009, 15:49
Zu dem anderen Teil meine ich, daß es überhaupt keine Sicherheit gibt, was man ja immer wieder erfahren muß. Es gibt für Dich auch keine Sicherheit auf Deinen Arbeitsplatz. Denk an die, die heute erfahren haben aus den Nachrichten, daß Quelle endgültig alle Mitarbeiter entlassen muß.

Ich gebe dir recht, dass es nie eine 100%ige Sicherheit gibt. Allerdings geht es, denke ich, nicht um 100%ige Sicherheit, sondern vielmehr um das Abwägen von Wahrscheinlichkeiten.

Die Wahrscheinlichkeit, nach einem längeren Berufsausstieg sehr schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben und fast keine Rente zu haben dürfte deutlich höher sein, als wenn man keine oder nur eine kurze Berufspause macht.


..., daher kann man sich meiner Meinung nach auch für jede Variante entscheiden, wenn es schlimm kommt, kommt es schlimm...so oder so.

Darf ich dir da widersprechen?: Hätte ich beim ersten Kind (alleinerziehend und in zweiter Ausbildung) nicht nach dem MuSchu weitergearbeitet, hätte ich finanziell keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen.

Hätte ich nicht meine abgeschlossene zweite Ausbildung, einen Vollzeitjob und Ganztagsbetreuung für meine zwei Kinder gehabt, dann hätte ich finanziell bei der Scheidung von meinem ersten Ehemann ganz schlimm dagstanden. So aber lief das Leben nur einfach ohne ihn weiter, aber nicht mit weniger Geld.

Ich muss feststellen, dass für mich Dank Job, das finanzielle Leben manchmal etwas leichter und manchmal etwas schwieriger war, aber es war nie richtig schlimm.



Ja, die Neugier... :pfeifend: - aber: warum kostet die dann soviel?

Es ist eine Eigentumswohnung, die 199.500 Euro gekostet hat. Mit Makler und Notar waren es 216.500 Euro.
Wir haben sie mangels Eigenkapital (vor 5 Jahren) komplett fremd finanziert.
Damals war ich Alleinverdienerin und wir hatten nur meine zwei Kinder. Niemand wollte uns eine 4-Zi-Whg vermieten, also mussten wir kaufen und zwar das Billigste.
Für Münchner Verhältnisse war das günstig und mehr hätten wir uns keinesfalls leisten können.

Es war sehr schwierig eine Bank für die Finanzierung zu finden.
Wir haben der Bank verschwiegen, dass ich auch noch mein Studium zurückzahlen musste. Sonst hätte man uns gar keinen Kredit gegeben.

Oder meinst du warum das Hausgeld so teuer ist? Die Zuführungen zu Instandhaltungsrücklage wurden erhöht; man muss zahlen, was festgelegt wird.




Eigentlich ja nicht, gibt es nicht steuerliche Vorteile für die Alleinverdienerfamilie? Der Preisunterschied wären ja nur 300 Euro.

Hilf mir bitte auf die Sprünge. Ich versteh die Frage nicht.


Eins möchte ich Dir aber gerne sagen :blumengabe: Ich finde es toll, daß überhaupt jemand noch den Mut hat, 5 Kinder zu bekommen. Und auch, daß Du hier so offen und ehrlich schreiben magst, was ich weiß, da wir ja in meinem damaligen Debütstrang hier schon diskutiert hatten :wangenkuss:

Tja damals....da war die Diskussion "etwas hitzig"...Aber ich habe mich immer gerne mit dir unterhalten :blumengabe:.
Fand und finde ich immer noch, sehr anregend. :wangenkuss:

marilyn-74
20.10.2009, 15:56
Zu dem anderen Teil meine ich, daß es überhaupt keine Sicherheit gibt, was man ja immer wieder erfahren muß. Es gibt für Dich auch keine Sicherheit auf Deinen Arbeitsplatz. Denk an die, die heute erfahren haben aus den Nachrichten, daß Quelle endgültig alle Mitarbeiter entlassen muß.

Aber das ist doch sogar ein Grund mehr, sich nicht auf ein Einkommen alleine zu verlassen. Wenn der Hauptverdiener wegfällt und der andere seit Jahrem aus dem Beruf raus ist, ist die Konstellation doch noch wesentlich ungünstiger, als wenn der andere Partner finanziell da wenigstens ein bisschen was abfedern kann.

Inaktiver User
20.10.2009, 16:23
Es ist eine Eigentumswohnung, die 199.500 Euro gekostet hat. Mit Makler und Notar waren es 216.500 Euro.
Wir haben sie mangels Eigenkapital (vor 5 Jahren) komplett fremd finanziert.
Damals war ich Alleinverdienerin und wir hatten nur meine zwei Kinder. Niemand wollte uns eine 4-Zi-Whg vermieten, also mussten wir kaufen und zwar das Billigste.
Für Münchner Verhältnisse war das günstig und mehr hätten wir uns keinesfalls leisten können.


OT, aber trotzdem: kennst du das Münchner Modell? Mit einer ähnlichen öffentlichen Förderung hab ich sogar ein Haus im Landkreis München finanziert, alleinerziehend mit Halbtagsjob und 3 Kindern (allerdings mit Eigenkapital). Vielleicht wär das was für euch!

Inaktiver User
20.10.2009, 17:08
Sag mal Yana, hast du nicht ein bißchen Angst hier so viele private Informationen auf einmal von dir preiszugeben Mir wär jedenfalls nicht ganz wohl bei der Sache.:ooooh:
Was die Qualität von Krippen angeht glaube ich nicht, daß schlechtere Qualität wegen zuwenig Konkurrenzdruck herrscht. Zumindest bei uns in NRW gibt es eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen durch ein Gesetz namens KIBIZ (Kinderbildungsgesetz!). Ein Beispiel: Vorher gab es den Betreuungsschlüssel für unter Dreijährige 2 Erzieher für 7 Kinder, jetzt sind es 2:10. So werden billig neue U3 Plätze geschaffen indem man einfach mehr Kinder "hineinstopft". Das ist nur ein Beispiel dafür, wie an euren Kindern gespart wird. Ich finde, die Eltern müßten vielmehr auf die Barrikaden gehen und sich engagieren. Aber jeder ist froh, wenn er seinen Platz ergattert hat und nach drei Jahren ist man eh mit der Krippe durch und dann interessierts sowieso nicht mehr. Aber dann gehts ja mit der Kita und später der OGS weiter. Früher gab es noch Horte, in der Schulkinder von Fachkräften betreut wurden. Jetzt gibt es die OGS, in der ganz viel mit ungelernten Honorarkräften, die bestenfalls eine Fortbildung gemacht haben und beschissen bezahlt werden, gearbeitet wird.
Hurra, wieder Geld gespart!
Aber alle Politiker reden davon, daß Bildung oberstes Ziel ihrer Politik ist. Ich kanns jedenfalls nicht mehr hören.
Lieber Gruß,
Natural

Yana
21.10.2009, 11:34
OT, aber trotzdem: kennst du das Münchner Modell? Mit einer ähnlichen öffentlichen Förderung hab ich sogar ein Haus im Landkreis München finanziert, alleinerziehend mit Halbtagsjob und 3 Kindern (allerdings mit Eigenkapital). Vielleicht wär das was für euch!

Ja, das Modell kenne ich. Leider hatten wir damals nicht das geforderte Eigenkapital.
Und jetzt wäre das Problem nicht das Eigenkapital (denn bei Verkauf der Wohnung würde ja was übrig bleiben), sondern dass es dann kein Erwerb einer Erst-Immobilie wäre.
Tja, dumm gelaufen.
Am Jahresanfang wollten wir ein Reihenhaus kaufen, was leider nicht geklappt hat. Wir hatten endlich nach langer Sucherei einen Käufer für die Wohnung und wir hatten ein einigermassen passendes Reihenhaus gefunden, wir waren uns mit dem Verkäufer einig und das Darlehen war unter Dach und Fach; da hat der Verkäufer 2 Tage vor dem Notartermin einen Rückzieher gemacht. Er hatte jemanden gefunden, der ihm mehr zahlte.

Ich kann dir nicht sagen, wie frustriert wir waren. Natürlich konnten wir dann die Wohnung nicht verkaufen. Nun haben wir halt mit dem Renovieren angefangen und uns mit dem Platzproblem abgefunden.

Mittlerweile können wir dem geplatzen Hauskauf auch was Positives abgewinnen: wir haben mehr Geld zur Verfügung und wie Gerrimee schon sagte, zu "bibbern" um einen Krippenplatz brauchen wir auch nicht. Notfalls bleibt mein Mann halt zu Hause (auch wenn ich das für die schlechtere Betreuungslösung halte).
Denn er vergisst schon mal das Füttern und er hat es auch schon fertig gebracht mit der vollen Windel auf meine Rückkehr von der Arbeit zu warten. Der Babypopo sah da dann nicht mehr so toll aus. Tja und ich halte nun auch nicht gerade ganztägige Fersehbeschallung für pädagogisch wertvoll.

Yana
21.10.2009, 11:42
[/QUOTE]
Sag mal Yana, hast du nicht ein bißchen Angst hier so viele private Informationen auf einmal von dir preiszugeben

Es mag vielleicht so aussehen, also ob ich "auf einmal" viele private Infos preisgebe.
Alle diese Infos aber habe ich bereits im Laufe der Jahre mal an der ein oder anderen Stelle hier aufgeführt (sogar den Haushaltsplan...der sah aber da noch ein wenig anders aus).

Ich finde es einfach besser, wenn man bei Diskussionen nicht im "Luftleeren Raum" argumentiert. Da kommen viel zu leicht Missverständnisse auf.
Allerdings würde ich jetzt nicht Fotos oder meine Adresse hinterlassen, wie so manche, bei facebook oder dergleichen.

Inaktiver User
21.10.2009, 11:56
Hallo Yana,

noch ein Tip: ich weiß ja nicht wo du arbeitest - aber bei den Kinderbetreuungskosten die du hast wäre Unterföhring vielleicht interessant für dich? Da kostet die Kinderbetreuung nichts, weil sich die Gemeinde das leisten kann und will, und genug Plätze gibt es auch. Und ein RH lässt sich da sicher finden, es wurde ja viel neu gebaut da. Da kämst du selbst zur Miete besser weg, wenn du keine Krippen/KiGakosten hast!!!

Ich bin jetzt 25 Jahre in München, und ich kenn den Wohnwahnsinn zur Genüge. Ich habe mein Grundstück sehr günstig über ein sog. Einheimischenmodell bekommen - die Marktpreise wären für mich niemals bezahlbar gewesen, damals bei 2.000 Mark/qm... nur fürs Grundstück natürlich. Da musst du aber eben eine gewisse Zeit schon im Ort leben, bei uns waren es 10, woanders im Umland sind es teilweise 5 Jahre.

Yana
21.10.2009, 14:29
@einewiekeine

Leider ist Unterföhring zu weit weg.
Das Haus, das wir ursprünglich kaufen wollten, wäre in Neubiberg (Unterbiberg) gewesen. Da hätte der Kindergartenplatz (für Familien ab 4 Kindern) auch nichts gekostet.
Wir hatten ein Haus im Bereich Perlach, Neubiberg gesucht, weil da für die Kinder ein möglichst kurzer Schulweg gegeben ist.
Momentan haben sie nur 2 Stationen mit dem Bus zu fahren.

Die Betreuungskosten werden ja auch nur während der Krippenzeit so hoch sein, danach gehen sie ja, Gott sei Dank, runter.

Trotzdem vielen Dank für deinen Tipp :blumengabe:.

Yana
23.10.2009, 13:15
@einewiekeine und gerrimmee

Ich rege mich gerade hier tierisch über meinen Mann auf.
Das heutige Ereignis ergibt ein sehr schönes Beispiel, weshalb ich nicht will, dass mein Mann Elternzeit nimmt und ich mein Baby unbedingt in die Krippe geben will.

Also: Er hat heute frei und deshalb wollte er die Kleinste den ganzen Tag bei sich zu Hause behalten. Die 3 Jährige sollte ab 12 Uhr zur Krippe gehen, weil heute auch das Herbstfest dort stattfindet.
Dazu war geplant, dass mein Mann um 11.30 Uhr hier bei mir in der Arbeit mit allen 4 Kindern (die Jungs sind nicht in der Schule) zum Mittagessen erscheint. Wir wolltern alle gemeinsam Essen, anschliessend die 3Jährige in der Krippe abgeben und er wäre mit den anderen wieder nach Hause gefahren.

Um 11 Uhr erreicht mich sein panischer Anruf: "Ich habe das Kleinste im Bettchen schlafen lassen, um mit den 3 anderen das Auto aus der Tiefgarage zu holen (diese ist ca. 5 min zu Fuss von der Wohnung entfernt). Leider hab ich den Wohnungsschlüssel zu Hause vergessen und nun können wir das Kleinste nicht rausholen."

Also habe ich hier in der Arbeit alles stehen und liegen lassen und bin nach Hause gefahren (gute 30 min Fahrt). Habe die Wohnung aufgesperrt (Kind hat Gott sei Dank noch geschlafen) und hab mich dann sofort wieder auf den Rückweg in die Arbeit gemacht.

Er schafft es nicht mal einen Tag mit den Kindern zu überstehen, ohne dass irgendetwas schief läuft.

Unter diesen Umständen ein ganzes Jahr Elternzeit?! ... Nicht wenn ich es verhindern kann!!!
Ich hätte ein wirklich schlechtes Gewissen, wenn ich ein kleines Baby täglich von ihm "betreut" wüsste...ich könnte mich keine 5 min auf meine Arbeit konzentrieren.

Schliesslich hat er ja schon mal vergessen das Baby zu füttern und mehrmals die volle Windel nicht gewechselt.

Und in der "tollen Zeit", als er die ersten 3 Jahre unserer Ehe noch "Hausmann" war hat er öfter vergessen meinen jüngeren Sohn um 17 Uhr vom Kindergarten abzuholen. So etwas "banales" wie Aushänge zu Festen und Ausflügen hat er sowieso nie beachtet.

Es mag ja sein, dass andere Väter ihre Kinder gut betreuen. Mein Mann ist dazu absolut nicht geeignet.

Inaktiver User
23.10.2009, 13:23
Yana, er hat echt vergessen, das Kind abzuholen?

Tabetha
23.10.2009, 13:30
Yana, keine Frau muss sich rechtfertigen, wenn sie arbeiten geht und stattdessen der Mann die Kinderversorgung übernimmt - oder eben außerhalb des Hauses versorgt wird.

Inaktiver User
23.10.2009, 13:35
Find ich auch!
Über die Schlüsselnummer mußte ich lachen, so was Ähnliches ist mir auch mal passiert, wem denn nicht?

Vielleicht beobachten wir Männer da nur mit Argusaugen!

Yana
23.10.2009, 13:54
Yana, er hat echt vergessen, das Kind abzuholen?

Oh ja...und nicht nur einmal:unterwerf:

Dabei war der Kindergarten nur ein paar Minuten entfernt...Aber wenn man halt so schön in den Tag hineinlebt und vor lauter "in der Stadt rumfahren" nicht auf die Uhr schaut...Tja da ist es halt soooo schnell 17 Uhr.

Ferenz11
23.10.2009, 14:35
Und dann wundern wir uns, wenn die jungen Frauen lieber abtreiben, als auf ihre Karriere zu verzichten.

Yana
23.10.2009, 14:45
Find ich auch!
Über die Schlüsselnummer mußte ich lachen, so was Ähnliches ist mir auch mal passiert, wem denn nicht?

Vielleicht beobachten wir Männer da nur mit Argusaugen!

Ich versteh ja nicht wehalb er alle 3 anderen Kinder mit zur Tiefgarage geschleppt hat und das Baby alleine gelassen hat.
Er hätte ja den Ältesten beim Baby lassen können, mit den beiden anderen das Auto holen können und dann Baby und Grossen aus der Wohnung abholen können...und schon hätte es kein Schlüsseldrama gegeben.
Oder er hätte eben gleich alle 4 auf einmal mit zur Garage genommen. Hauptsache möglichst umständlich.

Ihr glaubt ja nicht, wie oft er "umorganisiert", damit es danach auch schön umständlich ist.
Alleine die Planung des heutigen Tages und des kommenden Wochenendes hat er x-mal über den Haufen geworfen.

Also eigentlich sollte heute für die zwei Kleinen ein ganz normaler Krippentag sein mit anschliessendem Herbstfest.
Morgen wollte ich dann mit den 3 älteren Kindern zu meinen Eltern fahren, weil die Jungs nächste Woche Ferien haben. Die Kinder sollten die Woche bei ihnen verbringen.
Mein Mann hatte ursprünglich morgen Urlaub und wollte sich um die Kleinste kümmern bis ich am Sonntag wiederkommen würde.

Dann kommt Änderungsplan Nr1 meines Mannes:
Er nimmt Freitag frei und fährt die 3 Kinder zu meinen Eltern. Das Baby soll zur Krippe gehen.
Ich sage also schön brav in der Krippe Bescheid, dass nur das Kleinste kommen wird.

Dann vor zwei Tagen Änderung Nr2:
Er nimmt doch nicht am Samstag Urlaub und er fährt die Kinder auch nicht am Freitag zu meinen Eltern. Sondern ich fahre am Samstag mit allen 4 Kindern zu meinen Eltern und am Sonntag mit der Kleinsten zurück.
Er behält am Freitag die Kleinste zu hause (Jungs sind sowieso zu Hause), die 3Jährige geht ganztags in die Krippe.
Ich sage also in der Krippe, dass das Baby nicht kommt, dafür aber die 3 Jährige.

Heute morgen Änderungsplan Nr. 3:
3Jährige kommt erst Mittag in die Krippe. Wir essen alle bei mir zu Mittag.
Ich sage also schon wieder in der Krippe bescheid.

Dann: es kommt alles ganz anders, da Mann sich aussperrt. Alle Kinder bleiben nun zu Hause und die 3 Jährige kommt erst um 15.30 zum Herbstfest mit Papa.
Diesmal hab ich ihn selbst in der Krippe anrufen lassen.

Und da fragt mich mein Mann doch immer allen Ernstes wie ich nur jedesmal alleine ohne ihn mit allen Kindern und Arbeit klar komme, wenn er 3 Wochen in Afghanistan seine Eltern besucht.:gegen die wand:

Meine Antwort: allerbestens!!! Endlich wirft niemand die Organisation alle 5 min über den Haufen und am Ende wird es doch nochmal ganz anders gemacht!

Also, drückt mir bitte die Daumen für einen Krippenplatz.

marilyn-74
23.10.2009, 15:34
Ich möchte nur der Vollständigkeit halber erwähnen, dass es auch andere Männer gibt, die das sehr gut hinbekommen. Meiner musste während eines Klinikaufenthalts von mir über 10 Wochen alleine um Haushalt, Job und Kind (damals 2) kümmern und er hat das so gut hinbekommen, dass er jetzt ein Jahr in Elternzeit geht.

.gerrimee.
23.10.2009, 16:22
Also, drückt mir bitte die Daumen für einen Krippenplatz.

Am besten für ihn! :smile:

:blumengabe:

Brombeerkatze1
23.10.2009, 17:31
Ich möchte nur der Vollständigkeit halber erwähnen, dass es auch andere Männer gibt, die das sehr gut hinbekommen. Meiner musste während eines Klinikaufenthalts von mir über 10 Wochen alleine um Haushalt, Job und Kind (damals 2) kümmern und er hat das so gut hinbekommen, dass er jetzt ein Jahr in Elternzeit geht.


Na ja, Marilyn, ihr hattet ein Kind . Yana hat vier!

Ich will damit aber gar nichts über Männer sagen, ich habe auch keine Ahnung wie Frau es schafft mit vier Kindern ...:freches grinsen:

Ich stell mir das sehr anstrengend vor.

HansDampf
26.10.2009, 10:27
Na ja, Marilyn, ihr hattet ein Kind . Yana hat vier!

Ich will damit aber gar nichts über Männer sagen, ich habe auch keine Ahnung wie Frau es schafft mit vier Kindern ...:freches grinsen:

Ich stell mir das sehr anstrengend vor.

Wie sagte mein Chef (4 Kinder) anlässlich eines Personalgesprächs mal zu mir (damals auch noch vier Kinder):
"Da managen Männer Riesen-Projekte, fliegen zum Mond und kommen sogar wieder zurück. Aber ein paar Tage mit vier Kindern überfordern sie völlig".

Und dabei sind Kinder viel niedlicher als Mitarbeiter!

Hans

P.S. Ich denke es ist eine Frage der Einstellung. Nicht können gilt nicht. Nicht wollen trifft es eher.

Yana
26.10.2009, 12:25
P.S. Ich denke es ist eine Frage der Einstellung. Nicht können gilt nicht. Nicht wollen trifft es eher.

Da gebe ich dir völlig Recht. Es ist wirklich nicht so, dass mein Mann es nicht könnte. Er möchte sogar sehr gerne Elternzeit nehmen, aber Windel wechseln und füttern möchte er eher nicht so gerne.
Ich sag euch, ihr glaubt nicht wie ich jede Woche vor seinem freien Tag zittere. Da will er meistens die Kleinste bei sich zu Hause behalten, da er die Kinder ja fast nie sieht. Ich habe dafür auch vollstes Verständnis und ich freue mich auch, dass er die Zeit gerne mit dem Kind verbringen möchte....Nur dazu gehört nun mal auch der Rest und nicht nur die Rosinen.

Es kommt durchaus schon mal vor, dass er plötzlich bei mir in der Arbeit auftaucht: "wir waren gerade in der Gegend, kannst du die Kleine schnell füttern und wickeln? Mach halt kurz Kaffeepause."
Ok, mach ich; ist auch kein Problem, wenn es nur ab und zu mal vorkommt...Aber wenn er Elternzeit nehmen würde, könnte ich mich da wohl auf einen Dauergast einstellen.

Wirklich ich beneide alle Frauen, die Männer haben, die die Kinder gut betreuuen. Meiner läßt da halt zu wünschen übrig.

Tabetha
26.10.2009, 16:03
Es kommt durchaus schon mal vor, dass er plötzlich bei mir in der Arbeit auftaucht: "wir waren gerade in der Gegend, kannst du die Kleine schnell füttern und wickeln? Mach halt kurz Kaffeepause."
Ok, mach ich; ist auch kein Problem, wenn es nur ab und zu mal vorkommt...Aber wenn er Elternzeit nehmen würde, könnte ich mich da wohl auf einen Dauergast einstellen.

Wirklich ich beneide alle Frauen, die Männer haben, die die Kinder gut betreuuen. Meiner läßt da halt zu wünschen übrig.

Vielleicht lassen sich die hier erwähnten Frauen nicht vom Mann ausnutzen? Mit dem Kind im Büro vorbeizukommen um dies mal eben wickeln zu lassen finde ich unverschämt. Mein Mann würde das nicht wagen - zudem wäre er in der Lage, mit seinem Kind umzugehen (anders wäre er wohl nicht die richtige Wahl als Vater gewesen). Mir gehen Männer fürchterlich auf den Geist, die sich immer noch - wie schon seit Jahrtausenden - unverändert die Rosinen heraussuchen und Frauen die Arbeit machen lassen.
Und bei Frauen, die das auch noch mitmachen, kann ich nur den Kopf schütteln ...
Würde mir ein Mann so kommen, würde ich ihn nur süffisant fragen, ob er zu dumm zum Wickeln ist ... Allerdings wird mich keiner fragen, da die Vorauswahl schon überlegt war ;- )
Zudem bin ich im Büro prinzipiell nicht für Privatdinge zu sprechen.

.gerrimee.
26.10.2009, 17:09
Vielleicht lassen sich die hier erwähnten Frauen nicht vom Mann ausnutzen? Mit dem Kind im Büro vorbeizukommen um dies mal eben wickeln zu lassen finde ich unverschämt. Mein Mann würde das nicht wagen - zudem wäre er in der Lage, mit seinem Kind umzugehen (anders wäre er wohl nicht die richtige Wahl als Vater gewesen). Mir gehen Männer fürchterlich auf den Geist, die sich immer noch - wie schon seit Jahrtausenden - unverändert die Rosinen heraussuchen und Frauen die Arbeit machen lassen.
Und bei Frauen, die das auch noch mitmachen, kann ich nur den Kopf schütteln ...


So ähnliche Gedanken mache ich mir auch die ganze Zeit schon. Das muß dann wohl die große Liebe sein. Wenn Yana diese *hüstel* "Schwäche" ihres Mannes so scheinbar leicht tragen kann, wird er wohl andererseits so viele gute Eigenschaften haben, die das dann aufwiegen (hoffentlich).

marilyn-74
26.10.2009, 17:15
@ yana
Ich finde das auch merkwürdig. Ich würde von einem Mann erwarten, dass er ein paar Tage auch alleine klarkommt, wenn ich mal ausfalle. Was macht dein Mann, wenn du mal krank bist und im Krankenhaus liegst? Da kann er dir das Baby doch auch nicht zum Wickeln vorbeibringen.

Tahnee
26.10.2009, 17:21
Mir geht's wie marylin-74 und den anderen. Ich bin wirklich verwundert, daß Du das mitmachst. Meine Güte, Dein Mann wird ja wohl 'ne Windel wechseln können und was füttern können. Sollte ich einen Mann haben und mit dem noch ein Kind kriegen, gehe ich davon aus, daß er nicht wegen sowas in meiner Arbeit auftaucht. Falls doch, hätte der Knabe ein echtes Problem mit mir. :grmpf: :nudelholz: :gegen die wand:

.gerrimee.
26.10.2009, 17:44
Ich hatte auch so einen Mann. Ich bin "schon schwanger" Vollzeit arbeiten gegangen mit einem Kind, das natürlich ich hin- und hergekarrt habe zur Betreuung, die er natürlich nicht übernehmen wollte. Ich und die Kleine kamen gegen 18.00 Uhr nach Hause, da war noch nicht mal die Wohnung gelüftet oder die Vorhänge aufgezogen....

Als der gewünschte Sohn per Kaiserschnitt kam, hat meine Mutter die Kleine (ab da Große :smile:) nach 18.00 Uhr vor einem vertrockneten Marmeladenbrot vom Morgen immer noch im Nachthemd vor dem Fernseher da "rausgeholt". Er saß am PC.

Ich hab trotzdem noch mehr als zwei Jahre gebraucht, bis die Trennung endlich erfolgte. Er hatte halt auch gute Seiten....

Vor allem mündlich. Die Realität hat uns dann eingeholt.

marilyn-74
26.10.2009, 17:49
Unglaublich - gerrimee, hätte man ihm das vorher anmerken können oder war er da der große Maulheld, der das problemlos hinbekommen hätte?

.gerrimee.
26.10.2009, 19:16
Unglaublich - gerrimee, hätte man ihm das vorher anmerken können oder war er da der große Maulheld, der das problemlos hinbekommen hätte?

Ich weiß nicht. Vielleicht schon. Wir kannten uns nur kurz, bis es - nein, keine Ausrede - trotz Pille, aber ohne Kondom wegen des gemeinsamen Aidstest (ich war da schon über 30 und hätte das auch nie gedacht.... Tropis gibt es ja nicht :freches grinsen:) nunmal zur Schwangerschaft kam. Ein Wunschkind für mich war es trotzdem. Und seins auch. Er war seeeeehr verliebt. Ein Kind mit mir (blabla) die Krönung seines Lebens. Eine Abtreibung kam nicht in frage. Für ihn nicht (und für mich erst recht nicht, wußte er damals ja nicht)

Um die "Große" hat er sich dann schon nach dem ersten Jahr nicht mehr richtig gekümmert. Aber er hat halt auch sehr viel gearbeitet und ich war zuhause, auch damit er seinen beruflichen Weg gehen konnte, der viele Umzüge im Land mit sich brachte, und materiell ging es mir ja super. Die Situation, daß er sich kümmern muß ergab sich ja nie. Ich war auch zufrieden damit, weil dieses Leben sehr schön für mich war.

Er drängte auf das Zweite. Im Nachhinein war es klar - er hat ja eine Zeitlang die große Karriere mit viel Geld gemacht - da war es toll, eine repräsentative Frau und zwei Kinder vorweisen zu können *bitternachhintenschau*

Ich war dann irgendwie "drin" in der Entwicklung, wollte dann irgendwann auch das zweite (zum Glück, der ist super gelungen :smile: und soooo süß - auch mit 8 noch :liebe:).

Meine Verwandten machen mir bis heute Vorwürfe, daß ich so blind war. Ich sage mir aber, ich hätte diesen süßen Kerl nicht mehr bekommen, außerdem würde ich heute noch eine Sehkraft wie ein Maulwurf haben (weil er mir noch kurz vor der Trennung eine Lasik geschenkt hat). Also trotz all des Ärgers (zwei Klagen derzeit und sooooo viele Probleme durch ihn), gibt es noch einiges Positives....

Chinesin23
27.10.2009, 11:30
Hi,

sorry, aber ich würd doch gern mal wissen, wie man auf Fixkosten von 4700 € kommt? Ihr zahlt doch sicher nicht mehr als 1500 für die Miete oder?

Tahnee
27.10.2009, 12:05
Guckst Du hier (http://bfriends.brigitte.de/foren/6374555-post202.html)

Yana
27.10.2009, 13:02
Er hatte halt auch gute Seiten....

Vor allem mündlich. Die Realität hat uns dann eingeholt.

So ist es überwiegend bei uns auch....ich hab nicht aus versehen deinen Ex geheiratet?:freches grinsen:


Es ist gar nicht mal so, dass er nicht klar kommen würde...er drückt sich nur gerne, wenn es geht.

Ich war ja nun schon zwei mal jeweils 3 Tage im Krankenhaus. Nach dem ersten Schock, kam er dann irgendwie zurecht...hat seine Schwester eingespannt.

Na ja, immerhin hab ich ihn soweit, dass er die Wohnung "putzt". Ansonsten bezüglich des Themas "Ausnützen", muss man da bei ihm seeehr diplomatisch vorgehen. Eine "klare Ansage" würde nur die totale Verweigerung hervorrufen.
Ich hab es mittlerweile auch geschafft, dass er jede zweite Nacht bei unserer Kleinsten schläft, weil sie oft den Schnuller verliert und dann jammert. So hab ich wenigstens jede zweite Nacht Erholung.

Und er ist der felsenfesten Überzeugung, dass er ein guter Vater und Ehemann ist....sozusagen, das Beste, das man sich wünschen kann....alle meine Freundinnen wären (seiner Meinung nach:freches grinsen:) dankbar so etwas wie ihn zum Mann zu haben. Er kann so gar nicht verstehen, dass ich das nicht zu würdigen weiß.

Inaktiver User
27.10.2009, 13:09
Ich hatte auch so einen Mann.

So einen - nicht ganz so schlimm - hatte ich auch. Er legte fest, dass er sich jeden Tag max. 2 Stunden ums Baby kümmert, den Rest hätte ich zu leisten. NAchts aufstehen? Er: 2x in 2 Jahren.

Klar, wir sind heute getrennt, verstehen uns soagr ganz gut (& Humor geht alles...:engel:)

Jetzt gibt es beim -sehr häufigen und regelmäßigen - Papaaufenthalt eben DVDs und Computerspiele satt. Nix mit Mediengrenze oder so.
Kind findet das natürlich total super... und Papa kann selbst vorm Computer hängen ...


Aber nicht alles ist schlecht: Immerhin gibt es jetzt auch immer mehr Fußballsessions mit Papa, das versuche ich auch fleissig zu animieren, auch ist er sehr liebevoll mit dem Kind :kuss:


Nur als Einwurf... bin wieder weg!

Luziana
28.01.2010, 12:51
ich habe eine freundin, deren mann tickt bezüglich der kinder auch nicht mehr ganz richtig und ich frage mich wieso sie das mitmacht.
wenn wir mal zusammen über nacht weg gehen wollten, dann bestand er darauf, dass die gemeinsame tochter (zu dem zeitpunkt war es erst eine) bei den großeltern schläft, weil er keine lust hat morgens zeitig aufzustehen und sich um sie zu kümmern, wenn sie wach ist.
vor kurzem hatte er urlaub und sie erzählte mir, dass sie jeden tag in den vier wochen die kleinere tochter mitnehmen musste, wenn sie die ältere zum kindergarten brachte, nur weil er noch weiter schlafen wollte *vogel zeig* - der kindergarten war ziemlich um die ecke und sie ist dann vielleicht 15-20 minuten weg gewesen. wie lang es dauert es bei diesen temperaturen dauern kann ein baby anzuziehen, den kinderwagen vorzuholen etc weiß wohl jeder, der auch mal ein baby hatte.
finde ich ne absolute frechheit. heißt ja immerhin eltern und wenn es um die kinder geht, dann könnte man sie ehrlich "allein erziehend" nennen.

mein mann ist da glücklicherweise das absolute gegenteil. als ich mit dem zweiten kind aus dem krankenhaus kam hatte er vier wochen urlaub genommen. die male die ich unserem baby diese wochen die windel gewechselt habe, kann ich an einer hand abzählen.