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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Psycho meets friendship



freu55mac
08.06.2009, 12:09
Hallo an alle! Hoffe, ihr könnt mir helfen! ;(

is für mich ne crazy story(etwas längerer Text) und ich will mal eure Ratschläge, Gedanken dazu hören.

kurz zu mir (hintergrund-infos): ich (w,21) bezeichne mich gern als "Lebensmischling", da ich zwischen Leben und Sterben ... weiß und schwarz, hin und her drifte. Selbstmordversuch hat ich auch schon hinter mir.

Durch Studium und Praktikum geht es mir immer besser. Über die uni hab ich ein Mädel kennengelernt. Erst war ich voll verknallt, aber das ist nichts für sie. Wir haben mehrmls darüber gesprochen. Nach paar Monaten war ich drüber weg bzw. hab mich anderweitig umgesehen und wir sind Freunde. Ich hab ihr auch von meinen negativen Gedanken erzählt und hab einmal auch meine Wunden (nur der Hinweis, die Wunden waren nicht tief; ich verletze mich dauernd... wird besser, wie gesagt) gezeigt. Sie machte sich damals Sorgen um mich. Aber ich will sie nicht durch mein crazy Leben/ Sterben- Gelabere an mich binden. Hab einfach Angst, dass ich sie zu sehr unter Druck setze.

Gestern waren wir zusammen was trinken. Und als sie abgeholt hab, - sie war am telefonieren- hat sie so gesagt: "Mein Date ist jetzt da." und hat den Anruf beendet. Es nervt/ verwirrt mich total, wenn sie so redet. Ach, shit... ich bin so verflucht sensibel! Aber das müsste ich ihr mal sagen, ich weiß. Eigentlich kapier ich nicht, warum sie mir so hilft. Is echt voll lieb, wie sie versucht mich aufzubauen ... sie holt mich auch auf auf der seelisch tiefen Ebene ab. Das tut mir gut.

Und trotzdem war ich wahnsinnig nervös vor dem gestrigen Treffen (hätt es fast noch platzen lassen). Ich schwebe halt irgendwie zwischen zwei Extremen: Rein sexuell gesehen, will ich nix, narda, njente, null von ihr. Auf der anderen Seite würd ich gern sie oder von ihr in den Arm genommen werden. hm, warum denn das? und warum hab ich Angst, das zu sagen? Das hab ich ihr gestern nicht gesagt, da haben wir wieder über meinem Pessimismus gesprochen. Heut denk ich mir, dass ich gern ihre Hand genommen und gesagt hätte, dass sie sich nicht um mich sorgen machen muss.

Bitte, bitte sagt mal was dazu. So richtig kann ich mit meinen wenigen anderen Freunden darüber nicht wirklich reden.
Vielen Dank fürs Lesen und antworten! :)

gruß, freu55mac
- peace to the world & any other between life and death -

Female2009
09.06.2009, 10:30
Für mich klingt es so, als wärest du noch immer in sie verliebt. Sonst würde es dich doch nicht so treffen, wenn sie sagt "Mein Date ist da". Aus meiner objektiven Sicht ist das doch ein ganz normaler Satz. Normalerweise müsstest du da nicht gekränkt sein - es sei denn, es ist von deiner Seite noch immer Liebe im Spiel. Wenn dem so ist, ist DAS wohl das Problem, schließlich hat sie ja daran kein Interesse sondern will nur Freundschaft.

Ich denke, in einer wirklich guten Freundschaft sollte es auch kein Problem sein, sich ion den Arm zu nehmen und mal die Hand der anderen zu halten - und füreinander da zu sein. Dass diese Frau für dich da ist, trotz all dieser Probleme, die du hast, ist doch ein Beweis, dass ihr an einer Freundschaft gelegen ist. Dass sie dir sagt "Mein Date ist da" könnte zeigen, dass es für sie klar ist, dass es nur um Freundschaft geht.

Soweit meine Beurteilung der Situation von außen.

beklamo
10.06.2009, 15:18
Also ehrlich gesagt läuten da bei mir bei drei Punkten die Alarmglocken:

Das Harmloseste zuerst: Ist sie nur nicht in dich verliebt, oder steht sie gar nicht auf Mädels? Falls zweiteres der Fall sein sollte, dann wundert es mich nicht, dass sie dir ansonsten hilft und dir zuhört. Freundinnen machen das gelegentlich :smile:.

Dann die Sache mit deinem Selbstmordversuch und der Selbstverletzung: Ich finde, das solltest du nicht mit Sätzen wie "ich hab ein crazy Leben" abtun. Vielleicht tust du das ja auch nur hier im Forum, keine Ahnung. Du solltest dir selber so viel Wert sein, dir fachmännisch helfen zu lassen. Sei bitte gut zu dir indem du Hilfe annimmst :blumengabe:.

Und da komm ich auch schon zum dritten Punkt: Nicht deine Freundin muss sich um dich sorgen. Sondern du. Du bist für dich verantwortlich. Wenn dich andere auf diesem Weg begleiten, dann ist das eine wunderbare und stützende Sache. Aber was, wenn andere wegbrechen, nicht mehr wollen? Jeder ist für sein eigenes Leben verantwortlich :blumengabe:. Und diese Verantwortung darf man nicht andern übertragen.

freu55mac
12.06.2009, 16:07
Hallo!

Vielen, vielen Dank für euere Antworten!

Ja, sie steht generell nicht auf mädels.

Und ja, ich habe befürchtet, dass da noch irgendwie etwas Liebe von meiner Seite aus da ist. Eigentlich hatte ich gehofft, dass es über die Zeit hinweg geht. Ich hab mich ein Semester sehr von ihr (mädel Nr. 1, zum besseren Verständnis ;) ) distanziert und danach war sie ein Semester im Ausland; sodass wir uns über ein Jahr kaum getroffen haben oder auch per E-Mail bzw. SMS sporadisch gesprochen haben.
In dieser Zeit war ich auch in ein anderes mädel Nr.2 verliebt, was für mich allerdings teilweise hartcore war. Denn sie steht net auf mädels und wir haben uns häufig wegen lernen sowie, später, freundschaftlich getroffen. Ich dachte, ich würde es schaffen. Aber nein. Einen auf Freundschaft machen, wenn man in den-/diejenige voll verknallt ist, ist so ziemlich das dümmste, was man machen kann (das ist mir jetzt auch bewusst).

Seelischen Beistand erhielt ich dabei von mädel Nr.1 per mail. Das hat mir etwas geholfen. und jetzt bin ich sehr froh, dass ich so eine gute freundin gefunden habe. Es nervt mich total, dass ich scheinbar wieder irgendwie Gefühle für sie entwickle.:gegen die wand:

Kann es viellicht sein, dass ich nur wieder was mehr empfinde, um mich über das mädel Nr.2 hinwegzutrösten? Ich mein, so ne Art "Trostfick" (blödes Wort, aber es trifft wohl zu). Weil, wie schon angedeutet, ich träume NICHT davon mit mädel Nr.1 zu schlafen. Meiner Meinung nach passen wir auch als Paar überhaupt nicht zusammen, das ist eine ganz abwegige Betrachtung für mich. Dazu ist die connection/ seelische Verbindung meinerseits viel zu tief. Aber irgendwie Nähe spühren, bis'chen kuscheln oder streicheln - das bräuchte ich wahrscheinlich. Einfach nur reden ist mir zu wenig, zu kühl.
Versteht ihr, was ich meine?! Was ist das nun: Liebe, Freundschaft, irgendwas dazwischen...? könnt ihrmir helfen?

viele grüße

freu55mac
12.06.2009, 16:15
@ beklamo: fachmännische Hilfe - dazu hab ich jetzt keine Zeit. Ich glaube nämlich, wenn, dann lasse ich mich erstmal in die Geschlossene einweisen. Raus aus dem Alltag, ein kleines einfaches Zimmerchen und klärende Gespräche. Das würde mir vermutlich helfen. Sehr gern- aber nicht jetzt. Erst muss ich mein Studium beenden, karriere-mäßig geht es auch nach oben - ich kann mir jetzt keine "Heilungskur" gönnen. Bin so froh, dass das mit dem Studium, weg von zuhause und selbstständiger werden, geklappt hat. Das allein hilft mir auch schon sehr.

Danke trotzdem. Wie gesagt: später - auf jeden Fall; jetzt - auf keinen Fall. Bitte sei nicht bös' über meine Entscheidung.

freu55mac
17.06.2009, 09:42
Hallo!


Versteht ihr, was ich meine?! Was ist das nun: Liebe, Freundschaft, irgendwas dazwischen...? könnt ihr mir helfen?



Kann jemand noch was zu dem vorletzten sagen? ich würde das gern neben der Psycho-schiene geklärt haben. Suche ich einfach nur nach Nähe, Wärme (so ne Art zu Hause?) oder doch mehr?

Bitte euch, inständig, um schnelle Antworten! Bitte,bitte ...
Danke, euch allen (auch die, die nur mitlesen) :blumengabe:

_Beate_
18.06.2009, 00:14
Wie sollen wir etwas wissen, was Du nur wissen/erfühlen kannst?

freu55mac
18.06.2009, 09:13
Hat denn keiner solch ähnliche Erfahrungen gemacht? Bin ich wirklich so anders??:ooooh:

Kantinenfrau
25.06.2009, 09:33
hi

ich lesen ganz viel Unsicherheit aus deinem Beitrag. Unsicherheit im Umgang mit Nähe und Distanz. Dazu passen dann die Selbstmordversuche und die Selbstverletzungen wieder gut. Vielleicht sind Gefühle gefährlich für dich? Vielleicht ist deine Angst abgelehnt zu werden so groß, dass du dich lieber nicht einlassen willst auf das, was ist. Denn etwas zu wollen und es nicht zu bekommen, obwohl man sich darum bemüht hat, ist 1000x schlimmer, als etwas nicht zu bekommen, worum man sich nicht bemüht hat. Sie ist dir freundschaftlich zugewandt, mehr ist es vielleicht nicht und dein Wunsch nach "in den Arm genommen werden" ist doch ein normales Bedürfnis, dieses zu äußern kann natürlich bedeuten, abgelehnt zu werden, weil sie generell körperliche Nähe nicht mag, oder mit dir nicht, oder grad in dem Moment nicht... aber bei der beschriebenen Verwirrung geht es, glaube ich, mehr um dich selbst... wie gehst du mit dir um? Magst du dich? Bist du für dich da? Kennst du gesunde Mittel, dich bei Enttäuschungen zu trösten?

kantinengruß :hunger:

freu55mac
26.06.2009, 11:59
Hallo,

vielen Dank für die Antwort!!! Das bringt mich voran.

Ja, ich glaub du hast Recht mit der Angst vor Ablehnung. Bei ihr geb ich mir besonders Mühe, sie nicht zu verärgern, immer lieb zu ihr zu sein, schenke ihr immer mal was ... vielleicht war ich damals auch deshalb so nervös vor unserem Treffen. Wenn wir uns verabreden, mach ich mir immer so Druck: mach/sag/tue nichts falsches/blödes, bring sie nicht in ne unangenehme Situation, komm ihr nicht zu nahe. Weil ich total Angst hab, dass sie das falsch interpretiert und/oder ich irgendwie "zu weit" gehe und sie verärgere.

Sie bedeutet mir sehr viel. So bin ich etwas sehr zerrissen. Denn der Wunsch "in den Arm genommen zu werden" (ein Zeichen von Zusammenhalt und Bestätigung, richtig?) ist sehr stark in mir. Aber gleichzeitig die riesig-große Angst vor Ablehnung. Gern würd ich agen:" kannst du mich nicht einfach mal in den Arm nehmen", aber ich will ihr nicht zu nahe treten. Deshalb möchte ich, dass die Unsicherheit verschwindet.

Die Ursachen liegen vermutlich in meiner Kindheit. Bin bei meiner Oma und meiner Mutter aufgewachsen, meinen Erzeuger kenne ich nicht. Wichtig hierbei ist vermutlich, dass sich die beiden sehr oft gestritten haben und es noch tun (Oma= Zeugen Jehofas, Mom und ich= nicht). Deshalb gab es nicht so viel Nähe und ich hab mich mehr und mehr zurückgezogen.

Kann mich noch erinnern als ich als Kind mal nen Alptraum hatte, hab ich mein Mom ganz fest gedrückt. Das ist ein- zweimal passiert, mehr Nähe im Alltag gab es nicht bzw. ich hab mich nach der Schule und den Hausaufgaben immer draußen (mein Heimatdorf ist umgeben von Feldern) herumgetrieben, damit ich den Ärger der beiden nicht mitbekomme. Richtige Freunde hatte ich damals nicht. Deshalb tue ich mich wahrscheinlich so schwer mit Nähe. Ich bin lieber nach draußen "geflohen" als nach Nähe zu suchen.

Sollte ich das meiner Freundin sagen? Ich mein, damit sie mich besser versteht? Oder soll ich mich zusammenreißen und sie z.B. mal etwas länger umarmen, um zu demonstrieren, dass ich ihre Nähe als Bestätigung meiner Person brauche? Ich würd ihr halt gern, wie gesagt, ohne Hintergedanken "nah" sein. Würde dann ein DVD-Abend, an dem ich meinen Arm um sie lege, "zu weit" gehen?

viele grüße

Kantinenfrau
04.07.2009, 09:32
hi :blumengabe:

hab jetzt nimmer auf m Schirm, wie alt du bist, aber mich hat es 15 Jahre gekostet, um über die ersten 18 Jahre meines Lebens hinweg zu kommen. Schöne Sch**ße.

Ich glaube, dass der Umgang mit uns selbst das ist, was wir allein zu Haus üben können, für Interaktionen brauchen wir die anderen. Mit mir selber liebevoll umzugehen ist, was mich unabhängig gemacht hat.

Den Wunsch nach Nähe und Geborgenheit, nach Körperkontakt, kenne ich auch... ob mein Gegenüber das mit mir und gerade jetzt möchte, kann ich nur herausfinden, wenn ich meinem Bedürfnis irgendwie Ausdruck verleihe, ob diese "Annäherung" dann angemessen ist, liegt nur zum Teil in meinen Händen. Aber wenn mein Wunsch abgelehnt wird und ich mich dadurch als Person per se abgelehnt fühle, dann ist das mein Film...

Es gibt auch Menschen, die teilen Körperkontakt nur mit dem Intimpartner, da hat es dann gar nichts mit mir zu tun, sondern mit den Prinzipien meines Gegenübers. Diese Erfahrung mache ich gerade - und ich bin so froh, dass ich dieser Frau glaube, wenn sie sagt, dass sie das nur mit ihrer Partnerin lebt, und dass ich meinen Gefühlen trauen kann, es fühlt sich wirklich so an, als würde sie an ihren Prinzipien festhalten und deshalb nicht auf meine Wünsche eingehen. Sie verweigert mir etwas, was ich gerne hätte, aber das entwertet mich oder mein Bedürfnis nicht. Ich habe dieses Bedürfnis, aber sie wird es mir nicht erfüllen, dafür muss ich mir wohl ne Andere suchen...



Falls du den Eindruck hast, es würde dir gut tun, dein Verhalten zu ändern: Wie gehe ich mit Zweifeln um, was brauche ich, um liebevoll mit mir zu sein? Wie lerne ich, meine Bedürfnisse wahrzunehmen, ohne gleich von ihnen überwältig zu werden...? Hast du dir schon mal überlegt, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen? Oder dich einem Arzt anzuvertrauen? An den Unis gibt es auch einen psychologischen Dienst, die, von dem, was mir Betroffene erzählt haben, oft recht fit sind, oder die Telefonseelsorge... und wenn du dich "näher" mit mir austauschen möchtest, melde dich gern per PM. (just for the record, ich kann gar nicht wissen, wie es dir geht - und ich weiß es auch nicht besser, ich reagiere lediglich, auf meine Weise, auf das, was du oben mitgeteilt hast. Hoffe, dir damit nicht zu nahe getreten zu sein...)


Sonntagsgruß :hunger: