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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundetrainer oder Menschentrainer?



Violine
28.05.2009, 20:53
Liebe Hundefreunde,

im Rahmen meiner Projektarbeit suche ich nach Erfahrungen mit Hundetrainern. Hierbei sollte der Schwerpunkt allerdings nicht auf dem Verhältnis Trainer - Hund liegen, sondern auf der Zusammenarbeit zwischen Trainer und Hundehalter.

Meine Frage lautet also, was euch bei Trainern besonders gut gefallen hat und welchen Umgang ihr gar nicht leiden konntet.

Über kleine Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.





Vio

Zitronemelisse
29.05.2009, 10:18
Hallo Vio,

was für eine Projektarbeit ist das, wie kommst du da ausgerechnet auf Hundetrainer? Das finde ich sehr interessant.

Also ich habe einen Hundetrainer, der nicht meinen Hund trainiert sondern mich.

Ich holte mir einen Hund aus dem Tierheim - ein rumänischer Straßenhund. Die hatte vor den Menschen Angst, vor Häuser, vor Lärm einfach vor allem.

Dann ging ich mit ihr in eine Hundeschule - was nicht so gefruchtet hatte, weswegen ich mir darauf einen Hundetrainer suchte. Ich muss zwar eine Halbe Stunde fahren aber es lohnt sich.

Der Hundetrainer sagte mir von Anfang an was ICH anders machen muss, was für mich schon gewöhnungsbedürftig war, aber schon nach der ersten Stunde hat sich mein Hund anders verhalten. Ich habe gelernt, durch die Hinterfragungen unseres Trainers, zu denken wie ein Hund denkt. Da gibt es kein Schlußfolderungen, keine Logik sondern nur ein einfaches Grunddenken.

Dann hat er mich auch gelehrt das der Hund ein Kumpel ist, ein Familienmitglied, ein Freund, aber kein Kuscheltier ist. Und glaubt mir ihm entgeht keine Krauleinheit die nicht angepasst ist - NEIN - mein Hund bekommt Leckerlis und ich Schelte:zwinker:

Dann setzte ich zwei Jahre aus, meine Luna entwickelte sich gut, verlor aber komplett ihr soziales Verhalten anderen Hunden gegenüber. Also rief ich wieder unseren Trainer an und wir gehen wieder.

Natürlich hat er mich getadelt, was ich in der Zeit alles falsch machte und wie ich den Hund einengte, ohne es zu merken. Es ist nicht leicht sich den Schuh anzuziehen, dass man selbst eine große Ursache für das Verhalten eines Hundes ist.

Er ist ein großer Schwätzer, hat seine eigenen Theorien, aber der Erfolg gibt ihm recht. Die einen können mit ihm die anderen gar nicht.

Was ich ganz toll finde ist, wenn mein Hundetrainer zu mir sagt: ich danke dir, dass du dir Zeit für deinen Hund nimmst ............

Und was soll ich sagen mein Hund bessert sich, langsam aber stetig!

fiorina
29.05.2009, 16:08
ich habe nur wenig erfahrungen und die gehen in richtung welpengruppe/trainerin.

mit der ersten gruppe die wir besucht haben, bzw deren trainering war ich überhaupt nicht einverstanden.
die welpen die ganze zeit an der leine, die gruppe hatte 15 hunde (viel zu viele), wir liefen im gänsemarsch auf einem schmalen pfad durch den wald. vorne trainerin mit trillerpfeife, ich hab kaum ihre worte hören können.
ok, da sind wir nicht wieder hin.

zweite gruppe, 5 hunde. wir haben uns jede woche woanders getroffen, zoo/fussgängerzone/am see/im feld/im kurpark.
es hat richtig spass gemacht. erst durften die hunde ein bisschen spielen und toben (wenn´s örtlich passte), dann kamen die übungen - dann wieder spielen.
es wurde unmissverständlich gezeigt, dass die fehler fast immer bei den haltern lagen. ich hab ne menge gelernt :-)

Violine
29.05.2009, 17:15
Hallo ihr beiden!

Danke für eure Rückmeldungen!

Ich zitiere mal die Aussagen, auf die es mir schwerpunktmässig ankommt:


"Also ich habe einen Hundetrainer, der nicht meinen Hund trainiert sondern mich. "


" Ich habe gelernt, durch die Hinterfragungen unseres Trainers, zu denken wie ein Hund denkt"

"Es ist nicht leicht sich den Schuh anzuziehen, dass man selbst eine große Ursache für das Verhalten eines Hundes ist."

"Was ich ganz toll finde ist, wenn mein Hundetrainer zu mir sagt: ich danke dir, dass du dir Zeit für deinen Hund nimmst ........"


"es wurde unmissverständlich gezeigt, dass die fehler fast immer bei den haltern lagen. ich hab ne menge gelernt"



Zitronenmelisse,
ich bin demnächst - wenn alles gut geht - Hundepsychologin/Verhaltenstherapeutin und möchte hier Stimmen über Begegnungen mit Hundetrainern sammeln.

Inaktiver User
29.05.2009, 21:37
Hi Vio!!!

Ich habe Erfahrung mit einer Hundetrainerin bei der weder mein Hund noch ich waren!:ooooh::zwinker:

Leute, die regelmäßig an unserem Grundstück mit ihren Hunden vorbei spazierten, engagierten diese Hundetrainerin. Mein Hund ist echt frech hinter dem Zaun und bellt gerne mal andere Hunde an.

Diese Leute konnten ihre Hund dann nicht mehr unter Kontrolle halten und flogen regelrecht hinterher. Daraufhin gingen sie zur besagten Trainerin.

Die ging dann jeden Tag mit den Besitzern und deren Hunden an unserem Grundstück vorbei, hin und zurück und hin und zurück. Und mein Hund bellte!!!:knatsch:

Sobald ich sie sah, habe ich meinen Hund rangerufen oder weggesperrt, weil ich dachte, irgendwann sind alle Nachbarn sauer, weil es jeden Tag Randale gibt. Denke, dass war dann wohl doof für deren Training - aber irgendwie fand ich es auch doof, dass sie mich nicht mal darauf angesprochen hat, dass sie da übt.

Die Trainerin selber hat 2 labradore, die auch ab und zu dabei waren. Ihr Hunde sind fast immer nicht angeleint.

Eines Tages ging ich mit Freunden und mehrern kleinen Kindern spazieren. Mein Hund lief frei mit und die Hundetrainerin kam mir mit ihren Hunden entgegen. Ich rief meinen Hund ran und sie ihre, achtete aber nicht weiter auf ihre Hunde - sonst hätte sie gesehen, dass ihre Hündin sich auf den Angriff vorbereitete.:knatsch:

Die Hündin schoß durch die Kinder, eines fiel hin, und stürzte sich auf meinen Hund!:ooooh: Ich war so sauer!!!

2 Wochen später war ihr Mann mit den Hunden joggen - wie immer unangeleint. Ich stand auf unserem Grundstück mit meinem Hund und die Labradorhündin bog einfach ab, auf unser Grundstück und auf meinen Hund!:ooooh:

Wie sauer ich war muß ich wohl nicht beschreiben!

Wenig später hörte ich, dass sie ihre Hundeschule geschlossen hat, weil sich wohl Leute über sie beschwert haben und sie harte Auflagen bekommen hat.

Eine Nachbarin meinte, dass sich wohl jeder Hundetrainer nennen könnte und der Begriff nicht geschützt wäre. Ist das so??

Lg
Finja:blumengabe:

Violine
29.05.2009, 21:48
Eine Nachbarin meinte, dass sich wohl jeder Hundetrainer nennen könnte und der Begriff nicht geschützt wäre. Ist das so??



Der Beruf ist wie so viele nicht staatlich anerkannt, das ist richtig. Allerdings sollte jeder Hundetrainer eine zertifizierte Ausbildung nachweisen können.

Dass 'deine' Hundetrainerin ihre Schule geschlossen hat, ist begrüssenswert!

Inaktiver User
29.05.2009, 22:02
Über die Freundin (http://www.clf-mobile-hundeschule.de/cms/include/inc_ext/mygallery/images/4/thumb_Baerbel-Bley-und-Joy2.jpg), die kürzlich verstorben ist, lernte ich irgendwann einmal Helga Guder und Dirk Koss kennen: CLF mobile Hundeschule. [edit: wewewe.clf-mobile-hundeschule.de/cms/index.php?seminare] Meine Freundin nahm Helgas Hilfe wegen ihres Irish Setter in Anspruch. Dazu kann ich nicht viel sagen. Bis auf, dass der Umgang mit den Hunden sehr ruhig ist, soweit ich es beobachtet habe. Ich traf Helga dann mal auf einer meiner Radtouren, sie war engagiert für einen Weimaraner, die ja als kapriziös gelten. Ich habe aber nicht gestört. Und ich kam dann mal an ihrem Auto vorbei, das Seitenfenster ein wenig heruntergelassen, auf einem der Vordersitze schlief oder döste ihr Wessi (aus dem Bild auf ihrer homepage), mit einer solchen Ruhe, weil ich ihn natürlich auch nicht aus der Ruhe gebracht habe. Helga arbeitet mit Körpersprache und leiser Stimme. :lachen: Hundetrainer oder Menschentrainer: eher wohl Menschentrainer.

Inaktiver User
29.05.2009, 22:04
Eine Nachbarin meinte, dass sich wohl jeder Hundetrainer nennen könnte und der Begriff nicht geschützt wäre. Ist das so??

Lg
Finja:blumengabe:


Hej Finja


Zitat (http://www.ibh-hundeschulen.de/tipps/ausbildung-hundetrainer/)
Die Berufsbezeichnung "Hundetrainer /-psychologe" ist gesetzlich nicht geschützt. Bedauerlicherweise gibt es bis heute keine verbindlichen Kriterien und Voraussetzungen für die Zulassung des Berufsbildes.

Da es keine staatliche Anerkennung des Berufsbildes Hundetrainer und Verhaltensberater nach einheitlichen festgelegten Qualifikationsmerkmalen gibt, kann und darf sich jede Person Hundetrainer bzw. Verhaltensberater nennen, auch wenn sie über keinerlei Ausbildung verfügt.

Dafür gibt es jede Menge Institute die es Menschen ermöglichen für viel Geld ein Zertifkat zu kaufen/ erwerben um sich dann Hundetrainer nehmen zu dürfen.

Leider sagt das nicht viel über die Fähigkeiten dieser Trainer aus, letztendlich entscheidet dann der Erfolg im Hundetraining über dem Erfolg des Hundetrainers.


Ich denke das ein guter Trainer immer den Hundehalter trainiert.

Violine
29.05.2009, 22:07
Hej Finja

Die Berufsbezeichnung "Hundetrainer /-psychologe" ist gesetzlich nicht geschützt. Bedauerlicherweise gibt es bis heute keine verbindlichen Kriterien und Voraussetzungen für die Zulassung des Berufsbildes.

Da es keine staatliche Anerkennung des Berufsbildes Hundetrainer und Verhaltensberater nach einheitlichen festgelegten Qualifikationsmerkmalen gibt, kann und darf sich jede Person Hundetrainer bzw. Verhaltensberater nennen, auch wenn sie über keinerlei Ausbildung verfügt.

Dafür gibt es jede Menge Institute die es Menschen ermöglichen für viel Geld ein Zertifkat zu kaufen/ erwerben um sich dann Hundetrainer nehmen zu dürfen.

Leider sagt das nicht viel über die Fähigkeiten dieser Trainer aus, letztendlich entscheidet dann der Erfolg im Hundetraining über dem Erfolg des Hundetrainers.


Ich denke das ein guter Trainer immer den Hundehalter trainiert.

wo hast du das denn abgeschrieben?

Inaktiver User
29.05.2009, 22:08
wo du hast das denn abgeschrieben?

tut mir leid, ist nur meine Meinung:blumengabe:

Violine
29.05.2009, 22:13
tut mir leid, ist nur meine Meinung:blumengabe:


aha. (http://www.ibh-hundeschulen.de/tipps/ausbildung-hundetrainer/)

Inaktiver User
29.05.2009, 22:16
aha. (http://www.ibh-hundeschulen.de/tipps/ausbildung-hundetrainer/)

ist trotzdem meine Meinung:blumengabe:

Inaktiver User
29.05.2009, 22:19
ist trotzdem meine Meinung:blumengabe:

Zwei Staatsexamina qualifizieren aber auch nicht unbedingt. :zwinker:



aha. (http://www.ibh-hundeschulen.de/tipps/ausbildung-hundetrainer/)

:allesok: Plagiate oder kopierte Texte aufdecken ist Dank der Suchmaschinen heute ja so einfach. :freches grinsen:

Inaktiver User
29.05.2009, 22:26
Zwei Staatsexamina qualifizieren aber auch nicht unbedingt. :zwinker:



:allesok: Plagiate oder kopierte Texte aufdecken ist Dank der Suchmaschinen heute ja so einfach. :freches grinsen:

das sage ich ja auch nicht, ich denke das gerade in der Arbeit mit Hunden und Menschen ein besonderes Einfühlungsvermögen von großer Bedeutung ist, es gibt so viele Hundetrainer auf dem Markt die wirklich mehr schaden als helfen.

Und solange der Beruf nicht geschützt ist, werden es immer mehr, selbst in unserer kleinen Stadt, wachsen die wie Pilze aus dem Boden und es ist teilweise sträflicher Unsinn, was so manchen Hundehalter unter dem Mantel des Zertifikates antrainiert wird.



habe übrigens in meinem Post den Teil des Zitates kursiv gesetzt, es war nicht meine Absicht mich mit falschen Federn zu schmücken:blumengabe:

meine Meinung spiegelt das Zitat dennoch wieder und es war nur eine Antwort das das Post von Finja.

Inaktiver User
29.05.2009, 22:32
Liebe Hundefreunde,

i

Meine Frage lautet also, was euch bei Trainern besonders gut gefallen hat und welchen Umgang ihr gar nicht leiden konntet.

Über kleine Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.




Vio

mir hat an meiner Hundetrainerin besonders gut gefallen, das sie erstmal den stillen Beobachter machte, um mir dann aufzuzeigen welche Fehler ich machte und mir dann erklärte warum meine Süße sich in der bestimmten Situation so verhielt.

danach trainierte sie mir mein fehlverhalten ab, in dem sie mich korregierte, korregierte ich meinen Hund.

sie geht individuell auf die Hundehalter ein und zeigt auf warum ein Hund sich wie verhält.

aubisa
29.05.2009, 22:50
Zu welchem Zweck möchtest Du denn die Meinungen lesen? Willst Du das in irgendeiner Form für Dich auswerten?
Fällt mir schwer, hier eine konkrete Antwort zu geben. Es gibt viele Dinge, die mir einfallen würden, aber die sind alle recht speziell und bedürften einer Vorgeschichte.
Ja, Hundetrainer lehren Menschen.
An meinem (liebsten, weil es gab mehrere) Hundetrainer hat mir gefallen, dass mein zutiefst misstrauischer und distanzierter Hund ihn abgöttisch geliebt hat, und zwar nach wenigen Sekunden. Er ist einer der wenigen Menschen (an einer Hand abzählbar), denen ich meinen Hund bedenkenlos anvertrauen würde.

Violine
29.05.2009, 23:05
Zu welchem Zweck möchtest Du denn die Meinungen lesen? Willst Du das in irgendeiner Form für Dich auswerten?
.

Nein, ich will nichts auswerten. Wie sollte ich Meinungen von mir völlig unbekannten Personen für mich auch auswerten?

Ich möchte ein Stimmungsbild über Trainer und deren Umgang mit Hundehaltern. Unter dem pädagogisch-psychologischen Aspekt betrachtet.

Wie z.B. darf ein Trainer sein, damit man sich nicht persönlich angegriffen fühlt? Verhaltenskorrekturen sind immerhin ein Eingriff in die Privatsphäre. Wann akzeptiert man es und ab wann fühlt man sich reglementiert?

Solche Erfahrungen meine ich.

aubisa
29.05.2009, 23:31
Nein, ich will nichts auswerten. Wie sollte ich Meinungen von mir völlig unbekannten Personen für mich auch auswerten?

Naja, Du könntest mit ein paar detaillierten Fragen eine nicht repräsentative Umfrage erstellen und auswerten.



Ich möchte ein Stimmungsbild über Trainer und deren Umgang mit Hundehaltern. Unter dem pädagogisch-psychologischen Aspekt betrachtet.

Kannst Du vielleicht ein paar Situationen exemplarisch als Beispiel geben? Es gibt ja solche Standardsachen. Trainer nimmt Leine in die Hand, Trainer korrigiert Hund, Trainer spricht mit Mensch etc..



Wie z.B. darf ein Trainer sein, damit man sich nicht persönlich angegriffen fühlt? Verhaltenskorrekturen sind immerhin ein Eingriff in die Privatsphäre. Wann akzeptiert man es und ab wann fühlt man sich reglementiert?

Für mich kann ich das sehr schnell beantworten: Mehrere Trainer waren mir nicht unsympathisch, aber ich hatte auch kein Vertrauen zu ihnen. Das ist für mich entscheidend gewesen - also der berühmte sekundenerste Eindruck. Da hab ich mir die Probestunde angeschaut und bin nicht wiedergekommen.
Ein Trainer war für mich sofort sympathisch - der konnte mir auch problemlos die Leine aus der Hand nehmen.
Ich denke, da muss beides stimmen: Der Hund muss "ja!" sagen und der Mensch auch. Da gibt es - meiner Meinung nach - keine Patentrezepte. Ich bin, denk ich, über einige Theorien der Hundeerziehung gut informiert. Deshalb diskutier ich auch viel, ohne das Training ins Büro verlagern zu wollen.

Ich möchte einen Hundetrainer, der mir seine Ansichten nahe bringt, ohne meine absurd zu finden. Ich möchte einen Trainer, der mir auch klipp und klar sagt "Okay. Mit Deiner Auffassung kann ich nicht arbeiten - geh zu einem anderen Trainer oder hör mir weiter zu."
Ich möchte einen Trainer, der mich und meinen Hund so nimmt, wie wir sind. Der uns unsere Schwächen mit einem Lächeln nahe bringt, ohne den Zeigefinger drohend zu erheben. Und der auch erkennt, wann wir an unsere Grenzen gelangt sind.

Inaktiver User
29.05.2009, 23:36
ich war auch bei einer hundetrainerin.

auch sie hat mich trainiert, bzw. erzogen.

und ja das war sehr grenzwertig, mein hund hatte viel spass, mich hats dann manchmal genervt, dass schon wieder an mir herumerzogen wird. aber es war wichtig und richtig, weil ich seither ein verhältnis zu meinem hund habe (kanns nicht anders ausdrücken). seither verstehe ich so einiges besser und er akzeptiert mich. wir sind jetzt ein rudel.

eine trainerin muss mich durch fachwissen überzeugen, dann kann sie mir auch einiges sagen und auch einiges was man nicht so gern hört. ich fühlte mich sehr unsicher und dass hat sie mir gespiegelt. das war nicht angenehm, aber das kommt ja beim hund an und sie muss in kurzer zeit einiges an verhaltensweisen am menschen ändern. das ist wahnsinnig schwierig. ich habe es eingesehen, auch manchmal grummelnd, aber bei anderen ist es vielleicht schwerer.

ich bin seit den stunden (das ist jetzt 3 jahre her) viel selbstbewußter geworden. nicht nur dem hund gegenüber. ich bin klarer in meinen anweisungen, auch anderen gegenüber beispielsweise in meinem führungsverhalten meinen mitarbeitern gegenüber.

es hat durchaus eine psychologische komponente.

Violine
29.05.2009, 23:41
Naja, Du könntest mit ein paar detaillierten Fragen eine nicht repräsentative Umfrage erstellen und auswerten.



Kannst Du vielleicht ein paar Situationen exemplarisch als Beispiel geben? Es gibt ja solche Standardsachen. Trainer nimmt Leine in die Hand, Trainer korrigiert Hund, Trainer spricht mit Mensch etc..



Für mich kann ich das sehr schnell beantworten: Mehrere Trainer waren mir nicht unsympathisch, aber ich hatte auch kein Vertrauen zu ihnen. Das ist für mich entscheidend gewesen - also der berühmte sekundenerste Eindruck. Da hab ich mir die Probestunde angeschaut und bin nicht wiedergekommen.
Ein Trainer war für mich sofort sympathisch - der konnte mir auch problemlos die Leine aus der Hand nehmen.
Ich denke, da muss beides stimmen: Der Hund muss "ja!" sagen und der Mensch auch. Da gibt es - meiner Meinung nach - keine Patentrezepte. Ich bin, denk ich, über einige Theorien der Hundeerziehung gut informiert. Deshalb diskutier ich auch viel, ohne das Training ins Büro verlagern zu wollen.

Ich möchte einen Hundetrainer, der mir seine Ansichten nahe bringt, ohne meine absurd zu finden. Ich möchte einen Trainer, der mir auch klipp und klar sagt "Okay. Mit Deiner Auffassung kann ich nicht arbeiten - geh zu einem anderen Trainer oder hör mir weiter zu."
Ich möchte einen Trainer, der mich und meinen Hund so nimmt, wie wir sind. Der uns unsere Schwächen mit einem Lächeln nahe bringt, ohne den Zeigefinger drohend zu erheben. Und der auch erkennt, wann wir an unsere Grenzen gelangt sind.


Ich möchte bewusst nicht manipulieren, indem ich gezielte Fragen stelle.

Deine Antwort im freien Stil war für mich z.B. sehr aufschlussreich.

Wenn mir dezidierte Fragen zu den einzelnen Beiträgen einfallen, stelle ich sie.

Violine
29.05.2009, 23:48
ich war auch bei einer hundetrainerin.

auch sie hat mich trainiert, bzw. erzogen.

und ja das war sehr grenzwertig, mein hund hatte viel spass, mich hats dann manchmal genervt, dass schon wieder an mir herumerzogen wird. aber es war wichtig und richtig, weil ich seither ein verhältnis zu meinem hund habe (kanns nicht anders ausdrücken). seither verstehe ich so einiges besser und er akzeptiert mich. wir sind jetzt ein rudel.

eine trainerin muss mich durch fachwissen überzeugen, dann kann sie mir auch einiges sagen und auch einiges was man nicht so gern hört. ich fühlte mich sehr unsicher und dass hat sie mir gespiegelt. das war nicht angenehm, aber das kommt ja beim hund an und sie muss in kurzer zeit einiges an verhaltensweisen am menschen ändern. das ist wahnsinnig schwierig. ich habe es eingesehen, auch manchmal grummelnd, aber bei anderen ist es vielleicht schwerer.

ich bin seit den stunden (das ist jetzt 3 jahre her) viel selbstbewußter geworden. nicht nur dem hund gegenüber. ich bin klarer in meinen anweisungen, auch anderen gegenüber beispielsweise in meinem führungsverhalten meinen mitarbeitern gegenüber.

es hat durchaus eine psychologische komponente.


Wie wahr!

Kebmo,

danke für deine Zeilen. Insbesondere die mittlere Passage kommt dem, was ich hören möchte, sehr nahe. Toll!!!!

Danke!

aubisa
29.05.2009, 23:50
Violine, ich hoffe, Du fühlst Dich nicht auf die Füße getreten durch meine letzte Antwort.:blumengabe:
Ich arbeite viel mit Datenerfassung und mag strukturierte Fragen, weil man sie in einer gewissen - natürlich unzureichenden Form - auswerten kann.
Magst Du erzählen, nach welchen Theorien (als Anhaltspunkte) Du arbeiten wirst? Oder wirst Du Dich völlig neu ausrichten als Trainerin?

Violine
30.05.2009, 00:03
Violine, ich hoffe, Du fühlst Dich nicht auf die Füße getreten durch meine letzte Antwort.:blumengabe:
Ich arbeite viel mit Datenerfassung und mag strukturierte Fragen, weil man sie in einer gewissen - natürlich unzureichenden Form - auswerten kann.
Magst Du erzählen, nach welchen Theorien (als Anhaltspunkte) Du arbeiten wirst? Oder wirst Du Dich völlig neu ausrichten als Trainerin?


Quatsch, warum sollte ich mich auf die Füsse getreten fühlen?
Im Gegenteil, ich freue mich über eure Erfahrungen und Ansichten eines guten Trainers.

Ich werde nach der Ideologie meiner Dozenten arbeiten; aber nicht in einer Schule, sondern per Hausbesuche.

In meiner Arbeit beleuchte ich nicht wie gewöhnlich das Verhältnis Trainer - Hund, sondern das Verhältnis Trainer - Hundehalter.

Zitronemelisse
30.05.2009, 13:08
Ich muss mich auch nochmal melden.

Was Kebmo über die persönliche Veränderung sagte kann ich nur unterstützen.

Ich hab durch den Umgang - ich habe einen Problemhund und muss mich viel und intensiv mit ihr beschäftigen - mit meinem Hund und dem Hundetrainer auch gelernt anders mit meinen Auszubildenden umzugehen. Man hinterfragt mehr!

Zum Thema ich kann meine/n Hundetrainer/in nicht ab:

Ich weiß nicht ob ich unter "normalen Umständen" jemals mit meinem Hundetrainer ins Gespräch gekommen wäre, der ist sooooooo schräg, das es schon wieder witzig ist, aber ich ließ mich nicht von einem Vorurteil leiten, sondern hörte mir an, was er zu sagen hatte und er überzeugte!

Mal ehrlich, die Antipathie kommt doch oft auch davon dass man sich nichts sagen lassen will, daß man nicht hören will, was man falsch macht usw.... Würden wir uns es allein zutrauen, den Hund zu erziehen, oder dem Hund schlechte Gewohnheiten - die er auf Grund unseres Verhaltens an den Tag legt - ab zu erziehen, dann würden wir nicht die Hilfe eines Hundetrainers suchen. Man muss sich halt was sagen lassen.

Klar gibt es auch Scharlatane - aber die erkennt man schnell.

TOLERANZ und AKZEPTANZ sind die Zauberwörter im Umgang zwischen Hundetrainer - Hundehalter und Hundehalter und Hund!!!

apfelschnecke
30.05.2009, 15:43
hallo,

will ich auch mal meinen senf (oder wie man hier sagt: sempf ;)) dazu geben:

als ich meinen hund bekam, meldete ich mich zunächst bei der bekanntesten hundeschule am ort an, musste aber über einen monat warten. dann wurde ich da richtiggehend angepflaumt, weil ich keine bescheinigung über den bluttest (mittelmeerkrankheiten) dabei hatte, ebenso eine andere halterin, die einen hund aus der türkei hatte. da die trainerin großspurig mitteilte, die krankheiten seien ja übertragbar, zogen alle rassehundebesitzer änsgtlich ihre fiffis weg. auf meinen einwand, es würde doch keines der tiere bluten hörte keiner. beschnüffeln sollten die sich ja sowieso nicht und leine ab war nicht, weil kein eingezäuntes gelände vorhanden. gnädigerweise durften wir dann auch ohne unbedenklichkeitsnachweis mitmachen. das ganze sah so aus, dass ca. 6 hunde nacheinander an den anderen vorbei mussten, durch hütchenparcours etc, ohne an der leine zu ziehen. wenn man nicht dran war, musste man warten und sich den ar... abfrieren. schön war dann auch, als die trainerin, die einen ziemlichen kommandoton an den tag legte, beim loben aber ganz laut und piepsig "FEEEEIIN" trällerte (in etwa wie heide klum) die leine hielt und ich den hund wie auch immer (dazu hat sie nix genaues gesagt) um die hütchen lotsen sollte. der hund fand das alles komisch, blickte abwechselnd sie und mich an verstand die welt nicht mehr. geschirr wurde da nicht gerne gesehen, wenn, dann sollte ich die leine doch wenigstens am oberen ring festmachen. naja, lange rede, kurzer sinn: wir sind nicht wieder hin. habe im nachhienein noch ein paar echt horrorstories gehört, hund aktiv unterwefen und so geschichten.

hatten dann einzeltrainig, im wald, auf der straße, bei uns zuhause. kostet zwar das siebenfache, war aber total effektiv. die frau war mir sofort sympathisch, der hund hat sie geliebt.
am anfang standen zwei theroriestunden, wo wir (also freund und ich) erstmal über grundlagen informiert wurden.
zwar war es oft frustrierend, wenn hundi bei der trainerin das kommando sofort befolgt und bei mir nicht, aber es wurden einem eben auch die gründe aufgezeigt, immer freundlich, nie belehrend oder gar maßregelnd. super war auch, dass uns klar gemacht wurde, wo gewisse grenzen des trainings sind, also bspw. bezügl des jagdverhaltens und der unsäglichen verfressenheit des kötis.

alles gute für deine ausbildung, vio!

lg, a.

Violine
30.05.2009, 15:49
zwar war es oft frustrierend, wenn hundi bei der trainerin das kommando sofort befolgt und bei mir nicht, aber es wurden einem eben auch die gründe aufgezeigt,

Weißt du noch, welche Gründe das waren?
Was machte die Trainerin anders als du?




alles gute für deine ausbildung, vio!




danke! :smile:

Inaktiver User
30.05.2009, 17:43
....
zwar war es oft frustrierend, wenn hundi bei der trainerin das kommando sofort befolgt und bei mir nicht, aber es wurden einem eben auch die gründe aufgezeigt, immer freundlich, nie belehrend oder gar maßregelnd. ....

meine trainer haben nie meinen hund angesprochen und ihnen keine befehle gegeben, das lief immer über mich. sie haben ihn auch nicht gestreichelt oder so. ich wurde begrüßt und dann gings los.

ich denke auch, dass erklärungen zusätzlich wichtig sind. nicht nur sagen wie man es zu tun hat, sondern auch warum. dann kann man das gelernte selbst auch auf andere situationen übertragen. oder kann besser mit umgehen. wir haben am anfang der stunde immer erst 10 minuten über den alltag gesprochen. wie waren die letzten zwei wochen, was läuft gut, was nicht und was nervt...das war auch sehr hilfreich.

Inaktiver User
31.05.2009, 21:34
Was mir nur mal so allgemien auffällt ist, dass mittlerweile so viele Leute zum Hundetrainer gehen. Oder in die Welpenschule.

Meinen letzten Hund habe ich ja vor knapp 14 Jahren bekommen und ich wäre nie auf die Idee gekommen mit ihn in die Welpenschule oder in die Hundeschule zu gehen.

Nicht weil ich das doof gefunden hätte oder abgelehnt oder so was. Ne, ich habe da einfach keinen Gedanken daran verschwendet.

Welpenschule wär wohl eh nicht gegangen, weil Ben ja schon 8 Monate war, als wir ihn vom Tierschutz bekamen!:zwinker:

Aber wie gesagt: beim Rest wäre ich nie auf den Gedanken gekommen. Ich habe jeden Tag eine oder mehrere kleine Trainingseinheiten mit ihm gemacht und ansonsten immer das was gerade so anfiel.

Mittlerweile stelle ich fest, dass es ein no-go zu sein scheint, einen Hund einfach alleine zu erziehen. Eigentlich komisch?!

Finja:blumengabe:
diesichgeradewundert

Violine
31.05.2009, 21:45
Mittlerweile stelle ich fest, dass es ein no-go zu sein scheint, einen Hund einfach alleine zu erziehen. Eigentlich komisch?!



Ich will nicht behaupten, dass eine Hundeerziehung neuerdings als Trend angesehen wird. Wobei das Fernsehen mit seinen Aushängeschildern wie Rütter schon seinen Teil dazu beiträgt.
Ich denke und hoffe, dass sich das Bewusstsein über artgerechte Tierhaltung positiv verändert hat. Der Beruf Hundetrainer/Hundetherapeut hat sich im Lauf der letzten 5 Jahre etabliert und wird weniger belächelt als vorher.

Inaktiver User
31.05.2009, 21:46
....

Mittlerweile stelle ich fest, dass es ein no-go zu sein scheint, einen Hund einfach alleine zu erziehen. Eigentlich komisch?!

Finja:blumengabe:
diesichgeradewundert

wenn man das kann ist das doch wunderbar. ich konnte es nicht. war völlig überfordert, jeder gassi gang war stress, weil der hund beispielsweise einfach mit anderen hunden mitgegangen ist, männer angefallen hat und auch mal panik bekommen hat und weglief. :knatsch:

bücher haben mir nicht geholfen. hundetrainer schon.

Zuza.
31.05.2009, 22:29
Ich kenne einige Leute, die mit ihren Hunden nicht in einer Hundeschule waren und die es allein hinbekommen haben, ihren Hund zu einem freundlichen, zuverlässigen Partner zu erziehen. Das sind aber in der Regel Leute, die vorher schon mit Hunden lebten und im Umgang mit ihnen sicher sind. Bei uns (mittelgroße Stadt, ich lebe in einem Vorort, Randlage) sehe ich momentan sowas wie einen "Trend zum Hund". Was wir hier in der Nachbarschaft mittlerweile an Vierbeinerzuwachs zu verzeichnen haben, ist beträchtlich. Und leider sind einige Hundehalter dabei, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, den Sinn und Zweck eines angeleiteten Hundetrainings aber nicht sehen. Oder sie gehen 3 x hin, stellen fest "bringt nix, der Hund funktioniert immer noch nicht" (sie üben aber auch nicht regelmäßig und kapieren auch nicht, dass sie diejenigen sind, die nicht "funktionieren") und schmeißen die Sache dann. Entsprechend anstrengend sind deren Hunde mitunter auch.

Violine, hier auch ein paar Erfahrungen von mir zum Thema Hundetrainer - Menschentrainer.

Ich war, als wir vor 5,5 Jahren unsere Hündin bekamen, ein Hundeanfänger. Hatte den Wunsch schon lange, hatte im Vorfeld einige Bücher über Erziehung und Verhalten gelesen und irgendwann passte es dann. Tja, und dann merkte ich schnell, dass zwischen grauer, hübsch beschriebener Theorie in Büchern und der Praxis in manchen Dingen doch Welten lagen.

Ich hatte 2 Trainer, der erste machte eine Art Welpentraining, in dem schon mit den Kleinen gearbeitet wurde, aber auf ganz spielerische und rassebezogene Art. Ich habe eine Labradorhündin, die hatte das Apportieren mit der Muttermilch aufgesaugt. Spielen mit anderen Hunden war aber nicht, wir gingen immer nacheinander auf den Platz. Er legte großen Wert darauf, möglichst früh viel dafür zu tun, die Bindung zwischen Welpen und Halter aufzubauen, ohne dass der Hund durch andere Spielgefährten und Menschen auf dem Platz abgelenkt wurde. Labbis sind neugierige Zeitgenossen, meine schloss (und schließt immer noch) sofort jeden Zweibeiner, der sie nur freundlich anschaut, sofort in ihr Hundeherz. Alles potentielle Lieblingsmenschen. Ich stand dieser Art von Welpenschule etwas zwiespältig gegenüber, ich hatte mir das einfach anders vorgestellt, aber dieser Trainer war so überzeugt von seinem Konzept, dass ich es im Rahmen der Welpenstunden akzeptierte. Privat sorgte ich dann aber für Ausgleich. Nach einigen Wochen erkrankte er schwer und die STunden fanden nicht mehr statt, was ich nicht vermisste.

Der zweite Trainer, den ich hatte, arbeitet seit über 25 Jahren mit Retrievern, hält selber welche, bei ihm landeten wir mit 2/3 der Wurfgeschwister meiner Hündin. Er arbeitet nur mit kleinen Gruppen (wir waren zu sechst), als wir zu ihm kamen, waren die Hunde 5 Monate alt und wuchsen in die richtig spannende Zeit rein. Ungehorsam, Flegelzeit, mental ausgefahrene Mittelkralle à la "Frauchen, du kannst mich jetzt mal" - alles das durchlebte ich mit meiner Hündin bei diesem Trainer. Er brachte mich zwei- dreimal sogar dazu, dass ich mich wie der letzte Schwachmat auf dem Hundeplatz fühlte und mit den Tränen kämpfte, weil ich einfach das Gefühl hatte, nichts richtig zu machen. Kommando - Hund tat so, als wäre ich nicht da und solche Dinge halt. Bei ihm lernte ich, was schnelles und direktes Reagieren wirklich ist, dass ich meinen Hintern auch mal energisch in Bewegung setzen musste, statt darauf zu warten, dass der Hund sich endlich mal bequemte. :freches grinsen:

Wir bekamen einen Anschiss, wenn wir ein Kommando nicht eindeutig setzten. "Himmelherrgott, du dusselige Nuss, SITZ endlich!!!" - und zack kam von F.: "Zuza, was für ein Kommando hast du deinem Hund jetzt eigentlich gegeben?" Ich: "Ähm .. "sitz"! Er: "Weißt du, was dein Hund verstanden hat?" Ich: "Sitz?" Er: "Nein, der hat verstanden blubbbrabbelblubbbrabbelsitzblubbbrabbel. Glaubst du, dein Hund hat verstanden, was er tun soll?" Ich: "Nein." Er: "Dann hör auf damit, deinen Hund volllabern, quatsch nicht so viel mit ihm, setz eindeutige Kommandos und sorg dafür, dass er sie sofort ausführt und nicht nach dem 10. Mal erst."

Er brachte uns dazu, uns zu bewegen, uns auch in unserer körperlichen Reaktion auf den Hund einzustellen, schnell zu werden, direkt. Einen ganz lieben, aber sehr gemütlichen Mann in unserer Gruppe, Marke Bärchen (der sich instinktiv den gemütlichsten Labradorrüden des Wurfes ausgesucht hatte *gg*), brachte er gern so auf Trab: "A., jetzt beweg endlich deinen Arsch. Mensch, du hast einen LABRADOR, die sind schnell! Das ist keine Schnecke!" :ooooh: :freches grinsen:

Wir lernten bei ihm sehr gut, wo unsere Fehler lagen, wo wir z. B. nicht eindeutig reagierten, die Hunde dadurch verunsicherten. Es war nicht immer leicht, es gab Momente, da hätte ich ihn am liebsten gebissen - deshalb, weil er mir (uns) deutlich vor Augen führte, was ich falsch machte. Aber er war trotz seiner sehr männlich-robust-direkten Art, mit der man halt können musste (sonst war man bei ihm falsch), ein fairer und guter Trainer, sowohl für uns als auch für die Tiere. Die beteten ihn an.

Violine
31.05.2009, 22:38
hallo Zuza,

das heisst, du warst mit der Art des Trainers einverstanden? Das einzige, was du dir anders gewünscht hättest, war sein Tonfall. Richtig?

Er hätte sensibler mit euch Haltern umgehen sollen, oder?

Hat er euch erklärt, warum der Hund auf bestimmte Signale reagiert und auf andere gar nicht?
Ist er auf euch eingegangen? Auf eure Schwachstellen, eure Reizschwelle usw.?

Zuza.
31.05.2009, 22:50
Er war nicht unsensibel, er merkte, wenn jemand von uns mal hart schluckte und nicht gut drauf war und nahm einen dann nach der Stunde auch beiseite, um die Wogen wieder zu glätten. Aber auf dem Platz wurde auf sein Kommando gehört, er war streng. Er hatte generell eine sehr direkte, unverblümte, aber nicht unfreundliche Art. Für zartbesaitete Menschen wäre er nichts gewesen. Ich weiß nicht, ob er sich auf dem Platz ändern könnte, ich empfand ihn als sehr gradlinig. War manchmal eben anstrengend.

Ja, er hat uns erklärt, warum die Hunde so oder so reagierten, warum und wie das in unserem Verhalten, manchmal auch nur in unserer unbewusst eingenommenen Körperhaltung begründet lag. Wenn beim Training etwas auffälliges geschah (sowohl negative als auch positive Verhaltensweisen), wurde das diskutiert. Er ließ uns die Antworten selbst erarbeiten, indem er uns durch Fragen zur Antwort lenkte.

Violine
31.05.2009, 23:00
Der Typ scheint seinen Job gut zu machen!

Danke für deinen Beitrag.

Es ist ja mein Interesse, wie die Trainer mit den Menschen umgehen und das beschreibst du sehr gut.

Zuza.
31.05.2009, 23:06
Gern geschehen, Violine.

Ich denke, ich würde die Fahrerei bei einem weiteren Hund auch gern wieder auf mich nehmen, um bei ihm zu trainieren (waren leider 80 km, da war ein halber Tag futsch.)

Violine
31.05.2009, 23:14
da war ein halber Tag futsch.)


das darfst du so nicht sagen. :zwinker:

Zuza.
31.05.2009, 23:25
Stimmt auch wieder. ;-)

Gute Nacht!

Violine
31.05.2009, 23:29
Gute Nacht!

Ebenso!

Ich kuschel mich jetzt zu meinen Katzen bzw. sie sich zu mir. :schlaf gut:

apfelschnecke
01.06.2009, 21:39
Weißt du noch, welche Gründe das waren?
Was machte die Trainerin anders als du?




sie war wesentlich gradliniger und konsequenter, aber nie genervt. ich neige auch zum schwafeln ( so wei zuza das beschrieb) :smirksmile:
teilweise hatte ich auch eine ungünstige körperhaltung (nach vorne beugen), die wurde korrigiert. sowas wie oben beschrieben wurde, also die reflektion: was lief gut, was nicht? haben wir auch gemacht.

Violine
01.06.2009, 21:58
sie war wesentlich gradliniger und konsequenter, aber nie genervt.


alles klar :zwinker: ; danke!