PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studie: Kinderlose Frauen im Job benachteiligt



tam.my
23.05.2009, 11:04
Hab' hier einen interessanten Artikel gefunden:

Studie: Kinderlose Frauen im Job benachteiligt - Nachrichten - DerWesten (http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/5/22/news-120562328/detail.html)

Was haltet ihr davon?
Könnt ihr das bestätigen?
Wie sind eure Erfahrungen?

Inaktiver User
23.05.2009, 11:17
Kinderlose Frauen werden bei Beförderungen übergangen, weil Chefs sie für `kalt, komisch und emotional fehlerhaft" halten. Diese Beobachtung der englischen Wissenschaftlerin Dr. Caroline Gatrell sorgt im Königreich für hitzige Kontroversen und einen neuen Grabenkrieg in der Bürowelt.

na ja. :knatsch:

und frauen mit kindern werden bei beförderungen übergangen, weil chefs sie für nicht belastbar halten und die familie bei denen ja vorgeht.

ein ganz klein wenig stellt sich mir da die frage, ob frauen (zumindest einige, oder eine bestimmte art von frauen) sich eventuell grundsätzlich benachteiligt fühlen wollen.

:blumengabe:

Tigerente
23.05.2009, 14:58
Ich erinnere mich dunkel, dass es mal eine Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft gab, dass in dem Beruf die Frauen mit Kindern zumindest nicht benachteiligt waren, d.h. ob Kinder oder nicht auf den entsprechenden Hierarchiestufen gleich stark vertreten waren (kann mich aber täuschen).
Ist aber allerdings mit einem Frauenanteil von irgendwas zwischen 10 und 20% auch eh so ein Exotenberuf.

brighid
23.05.2009, 15:04
ein ganz klein wenig stellt sich mir da die frage, ob frauen (zumindest einige, oder eine bestimmte art von frauen) sich eventuell grundsätzlich benachteiligt fühlen wollen.

:blumengabe:

xxxxxxxxxx unterschreibt

Inaktiver User
23.05.2009, 17:20
Ich kann die Studie nach den Erfahrungen, die ich als (ungewollt) kinderlose Frau beruflich und auch privat gemacht habe, voll und ganz bestätigen.

Kinderlose Frauen können nicht wie Frauen mit Kindern schön regelmäßig alle drei Monate während der Schulferien und um Feiertage herum Urlaub nehmen und sich mit sog. Brückentagen, die zwischen Feiertagen und Wochenenden liegen, mit wenigen freien Arbeitstagen immer gleich ein oder zwei Wochen Urlaub am Stück verschaffen. Sie "dürfen" statt dessen acht oder neun Monate lang durcharbeiten, damit sie ihre zwei- oder dreiwöchige Erholung einmal im Jahr dann auch so richtig nötig haben. Sie haben immer Rücksicht auf die Kolleginnen und Kollegen mit Kindern zu nehmen. Diese fehlen öfter, weil die Kinder krank sind (wer weiß, ob das überhaupt in allen Fällen stimmt!), weil auf der Kindergeburtstagsparty extra ein Clown oder Zauberer erscheinen muss, weil sie ihrer Tochter beim Voltigieren oder der Ballettaufführung zusehen "müssen" (merkwürdigerweise sind solche Veranstaltungen immer während der Arbeitszeit), weil Konfirmation oder Erstkommunion ist und aus ähnlichen Gründen. Später haben die Kinder dann halt Pubertäts- oder Studienkrisen oder sonstwas - Hauptsache, man kann sie vorschieben, um sich im Beruf einen lauen Lenz zu machen.

Die kinderlosen Frauen dürfen sich zum Dank dafür, dass sie weniger Spaß und Erholung haben und für zwei arbeiten, dann noch anhören, sie bräuchten sich ja nur um sich selbst zu kümmern. Und die Frauen mit Kindern sind für Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter diejenigen, die "normal" sind und für voll genommen werden, denn nur sie haben ja die Grundausstattung, die man als erfolgreicher Mensch zu haben hat.

Besonders unfair ist das in Fällen, in denen sich die bösen, kaltherzigen, kinderlosen Frauen in ihrer "Freizeit" vielleicht um so mehr alten und gebrechlichen Eltern widmen (das macht natürlich weniger Spaß als eine Kindergeburtstagsparty zu organisieren), weil ihre Verwandten mit Kindern dafür natürlich "keine Zeit" haben.

Laufrad
23.05.2009, 18:39
Hauptsache, man kann sie vorschieben, um sich im Beruf einen lauen Lenz zu machen.

Einen besseren Karrierekiller als die von dir beschriebene Haltung kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin froh, dass die Frauen mit Kindern in unserer Firma so ganz anders sind als die, die du hier beschreibst. Vielleicht haben wir auch nur den besseren Riecher bei der Personalauswahl?

Inaktiver User
23.05.2009, 18:42
Kinderlose Frauen können nicht wie Frauen mit Kindern schön regelmäßig alle drei Monate während der Schulferien und um Feiertage herum Urlaub nehmen und sich mit sog. Brückentagen, die zwischen Feiertagen und Wochenenden liegen, mit wenigen freien Arbeitstagen immer gleich ein oder zwei Wochen Urlaub am Stück verschaffen.
Das tun sie aber doch nicht, weil sie das so toll finden, sondern weil sie keine Alternative haben. Irgendwie müssen die Kinder ja in den Schulferien betreut werden. An Brückentagen sind eben auch oft die Kitas und Schulen zu. Erzähl mal, wie du dir das vorstellst, dass Eltern in den Ferien arbeiten sollen.

. Diese fehlen öfter, weil die Kinder krank sind (wer weiß, ob das überhaupt in allen Fällen stimmt!),
Dafür braucht man ein ärztliches Attest und es sind maximal 10 Tage im Jahr (für Alleinerziehende 20) und die sind oftmals noch nicht ausreichend, weil Kinder oftmals noch öfter krank werden. Ich bin dankbar für meine Schwiegereltern, mir stehen gar keine Krankheitstage zu, ich weiß gar nicht, wie ich sonst das häufige 1-Tages-Fieber sonst abfangen sollte. Hat aber nicht jeder zur Hand.


weil auf der Kindergeburtstagsparty extra ein Clown oder Zauberer erscheinen muss, weil sie ihrer Tochter beim Voltigieren oder der Ballettaufführung zusehen "müssen" (merkwürdigerweise sind solche Veranstaltungen immer während der Arbeitszeit), weil Konfirmation oder Erstkommunion ist und aus ähnlichen Gründen.
Und mit welcher Begründung kriegen sie da frei? Überstundenabbau? Urlaub? Ich kenne jedenfalls keinen AG, der einem deswegen einfach mal so zusätzlich frei gibt.

Später haben die Kinder dann halt Pubertäts- oder Studienkrisen oder sonstwas - Hauptsache, man kann sie vorschieben, um sich im Beruf einen lauen Lenz zu machen.
Tolles Bild von Müttern hast du.:knatsch:


Die kinderlosen Frauen dürfen sich zum Dank dafür, dass sie weniger Spaß und Erholung haben und für zwei arbeiten, dann noch anhören, sie bräuchten sich ja nur um sich selbst zu kümmern. Und die Frauen mit Kindern sind für Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter diejenigen, die "normal" sind und für voll genommen werden, denn nur sie haben ja die Grundausstattung, die man als erfolgreicher Mensch zu haben hat. Besonders unfair ist das in Fällen, in denen sich die bösen, kaltherzigen, kinderlosen Frauen in ihrer "Freizeit" vielleicht um so mehr alten und gebrechlichen Eltern widmen (das macht natürlich weniger Spaß als eine Kindergeburtstagsparty zu organisieren), weil ihre Verwandten mit Kindern dafür natürlich "keine Zeit" haben.
Und die Mütter dürfen sich anhören, sie könnten ja keine Beförderung bekommen, weil sie nicht genug Überstunden leisten, keine Meetings abends um 19:00 wahrnehmen können und sowieso so unflexibel sind - wenn sie denn überhaupt einen Job bekommen.

Laufrad
23.05.2009, 18:54
Erzähl mal, wie du dir das vorstellst, dass Eltern in den Ferien arbeiten sollen.

Sie müssen "in den Ferien" arbeiten. Meine Kinder haben 14 Wochen Schulferien im Jahr.

Noch ein bisschen Statistik. In unserer Firma haben alle Männer Kind/er aber nur 30% der Frauen. Kinderlose Frauen benachteiligt?

Inaktiver User
23.05.2009, 18:59
Ist schon klar, Laufrad. :smirksmile: Trotzdem ist es ja naheliegend, den Urlaub, den man hat, auch in der Zeit zu nehmen, wo Ferien sind, damit man sich nicht die ganzen 14 Wochen um zusätzliche Betreuung bemühen muss. Ich betrachte das jedenfalls nicht als Boshaftigkeit gegenüber den Kinderlosen, sondern als schlichte Notwendigkeit.

Ach ja, zur Ergänzung: bei uns arbeiten viele Mütter in Teilzeit, einige auch Vollzeit und auch viele Frauen ohne Kinder. Wir sind insgesamt ein ziemlich gutes Team und engagiert sind hier alle. Irgendwie kann ich deine Erfahrungen da überhaupt nicht teilen.

-Aurelia-
23.05.2009, 19:01
Ich kann die Studie nach den Erfahrungen, die ich als (ungewollt) kinderlose Frau beruflich und auch privat gemacht habe, voll und ganz bestätigen.

Kinderlose Frauen können nicht wie Frauen mit Kindern schön regelmäßig alle drei Monate während der Schulferien und um Feiertage herum Urlaub nehmen und sich mit sog. Brückentagen, die zwischen Feiertagen und Wochenenden liegen, mit wenigen freien Arbeitstagen immer gleich ein oder zwei Wochen Urlaub am Stück verschaffen. Sie "dürfen" statt dessen acht oder neun Monate lang durcharbeiten, damit sie ihre zwei- oder dreiwöchige Erholung einmal im Jahr dann auch so richtig nötig haben. Sie haben immer Rücksicht auf die Kolleginnen und Kollegen mit Kindern zu nehmen. Diese fehlen öfter, weil die Kinder krank sind (wer weiß, ob das überhaupt in allen Fällen stimmt!), weil auf der Kindergeburtstagsparty extra ein Clown oder Zauberer erscheinen muss, weil sie ihrer Tochter beim Voltigieren oder der Ballettaufführung zusehen "müssen" (merkwürdigerweise sind solche Veranstaltungen immer während der Arbeitszeit), weil Konfirmation oder Erstkommunion ist und aus ähnlichen Gründen. Später haben die Kinder dann halt Pubertäts- oder Studienkrisen oder sonstwas - Hauptsache, man kann sie vorschieben, um sich im Beruf einen lauen Lenz zu machen.

Die kinderlosen Frauen dürfen sich zum Dank dafür, dass sie weniger Spaß und Erholung haben und für zwei arbeiten, dann noch anhören, sie bräuchten sich ja nur um sich selbst zu kümmern. Und die Frauen mit Kindern sind für Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter diejenigen, die "normal" sind und für voll genommen werden, denn nur sie haben ja die Grundausstattung, die man als erfolgreicher Mensch zu haben hat.

Besonders unfair ist das in Fällen, in denen sich die bösen, kaltherzigen, kinderlosen Frauen in ihrer "Freizeit" vielleicht um so mehr alten und gebrechlichen Eltern widmen (das macht natürlich weniger Spaß als eine Kindergeburtstagsparty zu organisieren), weil ihre Verwandten mit Kindern dafür natürlich "keine Zeit" haben.

Hmmm ... vielleicht habe ich Glück, aber ich kann Deine Beobachtungen nicht teilen. :blumengabe:

Mit meinen KollegInnen herrscht eigentlich eine ganz gute Absprache bei der Urlaubsplanung, wobei ich sagen muss, dass ich mich um die Hauptsaison nicht schlage! :zwinker:
Meine KollegInnen freuen sich eher schon auf die Zeit, wenn sie wieder in der Nebensaison wegfahren können!
Pflegeurlaub ist bei uns eher die Ausnahme - wird von der Geschäftsführung sehr ungern gesehen ...

Auch habe ich nicht das Gefühl als kaltherziger Mensch betrachtet zu werden - eher im Gegenteil - zu mir kommen viele Menschen um sich was von der Seele zu reden. Ich werde zB. bei Parties von Leuten "zugequatscht" die ich gerade erst kennengelernt habe - und - einem kaltherzigen Monster vertraut man nicht seine Sorgen an ...

Inaktiver User
23.05.2009, 19:30
Ich kann das nicht nachvollziehen, das hab ich in 25 Jahren Job nun wirklich noch nie erlebt... Im Gegenteil sind die wenigen Frauen in höheren Positionen bei uns absolut überwiegend kinderlos, ich schätze mal, 90%.

Dafür konnte ich aber in meinen alten Job nicht zurück, weil ich als Alleinerziehende mit 3 Kindern und ohne Kindsvater/Großeltern am Ort keine Geschäftsreisen organisiert bekommen hätte. Also ade Karrierechancen... :knatsch:

Inaktiver User
23.05.2009, 19:30
Hmmm ... vielleicht habe ich Glück, aber ich kann Deine Beobachtungen nicht teilen. :blumengabe:

Mit meinen KollegInnen herrscht eigentlich eine ganz gute Absprache bei der Urlaubsplanung, wobei ich sagen muss, dass ich mich um die Hauptsaison nicht schlage! :zwinker:
Meine KollegInnen freuen sich eher schon auf die Zeit, wenn sie wieder in der Nebensaison wegfahren können!
Pflegeurlaub ist bei uns eher die Ausnahme - wird von der Geschäftsführung sehr ungern gesehen ...

Auch habe ich nicht das Gefühl als kaltherziger Mensch betrachtet zu werden - eher im Gegenteil - zu mir kommen viele Menschen um sich was von der Seele zu reden. Ich werde zB. bei Parties von Leuten "zugequatscht" die ich gerade erst kennengelernt habe - und - einem kaltherzigen Monster vertraut man nicht seine Sorgen an ...

Ja, daß sind auch meine Erfahrungen.Klar, nervt es mich,wenn meistens Mütter die begehrten Brückentage bekommen. Die sind mir nämlich wichtig.Wie gesagt meistens-nicht immer. Dieses Wochenende war ich schneller:zwinker:

Bei der Urlaubsplanung ist es mir egal.
@Zitronengelb: Sieh es doch positiv..Du musst nicht in der ohnehin überteuerten Hauptsaison Urlaub nehmen. Ich finde gerade die Nebensaison super für meinen Jahresurlaub. Ist günstiger und es ist meistens weniger los, sprich die Erholung ist dementsprechend größer.

Ich stimme auch einer Userin zu, die die Theorie aufgestellt hat, daß manche Frauen sich diskriminiert fühlen wollen,egal in welcher Lebenslage. Hier geht es mal wieder Mütter vs. Kinderfreie:smirksmile:
Es wird soviel Energie von beiden Seiten verschwendet,dabei sollten doch gerade wir Frauen uns gegenseitig unterstützen,anstatt uns selbst permanent Steine in den Weg zu legen.

:blumengabe: OceanEyes

Laufrad
23.05.2009, 19:42
Ist schon klar, Laufrad. :smirksmile: Trotzdem ist es ja naheliegend, den Urlaub, den man hat, auch in der Zeit zu nehmen, wo Ferien sind, damit man sich nicht die ganzen 14 Wochen um zusätzliche Betreuung bemühen muss.

Na klar! :blumengabe:

Aber freiwillig würde ich nicht im August nach Frankreich fahren. Wenn im September das Ferienhaus nur noch die Hälfte kostet. :knatsch:

Eltern schulpflichtiger Kinder sind grundsätzlich benachteiligt! Nur Lehre sind noch blöder dran, die müssen Zeit ihres (Berufs)lebens in den Schulferien in Urlaub.

Zitronenfalter, glaub es mir oder glaub es nicht : Die kinderlosen Mitarbeiter bei uns neiden uns Eltern von Schulkindern den Skiurlaub in der Faschingswoche nicht.

-Aurelia-
23.05.2009, 19:49
Na klar! :blumengabe:

Aber freiwillig würde ich nicht im August nach Frankreich fahren. Wenn im September das Ferienhaus nur noch die Hälfte kostet. :knatsch:

Eltern schulpflichtiger Kinder sind grundsätzlich benachteiligt! Nur Lehre sind noch blöder dran, die müssen Zeit ihres (Berufs)lebens in den Schulferien in Urlaub.

Zitronenfalter, glaub es mir oder glaub es nicht : Die kinderlosen Mitarbeiter bei uns neiden uns Eltern von Schulkindern den Skiurlaub in der Faschingswoche nicht.

Ich beneide meine Freunde und Kollegen auch nicht.
Ist doch 1 Woche vor, bzw. nach den Ferien alles um ein Vielfaches billiger!!!

Und noch was: Ich muss gestehen:
Ich liebe Brückentage ... da ist es so schön ruhig in der Arbeit ... :freches grinsen:
An solchen Tagen schaffe ich unglaublich viel Papierkram, der sonst immer liegenbleibt ...

Inaktiver User
23.05.2009, 19:58
Aber freiwillig würde ich nicht im August nach Frankreich fahren. Wenn im September das Ferienhaus nur noch die Hälfte kostet. :knatsch:



Wohl wahr - mir graust auch vor den kommenden Jahren, nächstes Jahr wird mein Großer auch eingeschult. :knatsch:

Inaktiver User
23.05.2009, 20:18
Das in dem Artikel beschriebene Phänomen kann ich in keinster Weise nachempfinden.
Ich fühle mich nicht diskriminiert, weil ich keine Kinder habe, und kann in meinem Umfeld auch nicht beobachten, dass Frauen mit Kindern beruflich bevorzugt werden.

Sehr abstrus kommt es mir vor, dass Frauen wegen ihrer Kinderlosigkeit von Kolleginnen offen angegriffen werden - ich hoffe mal, dass es sich dabei um Einzelfälle handelt.

Inaktiver User
23.05.2009, 21:16
So etwas kommt leider tatsächlich vor, aber auch ich hoffe dass es sich um Einzelfälle handelt.

Inaktiver User
23.05.2009, 21:35
Ich kann die Ergebnisse dieser Studie ebenfalls nicht bestätigen. In den rund 14 Jahren, die ich im Angestelltenverhältnis tätig war, habe ich nichts in der Art erlebt. Es gab da sicher auch mal Vorgesetzte, die grundsätzlich ein Problem mit Frauen hatte, die sich im Job nicht nur mit dem untersten Level zufrieden gegeben haben, aber die machten dabei keinerlei Unterschied zwischen Müttern und Nichtmüttern.

Ich habe auch nie eine Kollegin mit Kind erlebt, die ihr Muttersein als beruflichen Freifahrtschein für feste Urlaubsansprüche, dauerndes Zuhausebleiben oder das Abschieben von eigenen Aufgaben auf kinderlose Kollegen ect. benutzt hätte. Geschweige denn, dass ich von Kolleginnen mit Kind wegen meiner Kinderlosigkeit negativ angegangen worden wäre. Mit ein bisschen Organisation und Flexibilität hat sich immer eine für beide Seiten tragbare Lösung gefunden, wenn eine Mutter z.B. aufgrund kranker Kinder ausfiel.

Dass Eltern in punkto Urlaubsplanung auf die Ferienzeiten angewiesen sind, habe ich nie als persönliche Benachteiligung angesehen. Ich war immer froh, nicht in der Hauptschulferienzeit fahren zu brauchen. So konnte ich von günstigeren Nebensaisonangeboten profitieren und stand nicht auf verstopften Autobahnen.

Ich habe dagegen aber sehr oft miterlebt, dass Mütter benachteiligt wurden. Speziell, wenn es um Beförderungen oder die Verteilung von Projekten ging. Meiner Freundin wurde bspw., als sie ihrem Chef mitteilte, dass sie ihr zweites Kind erwartet, mitgeteilt, dass sie für Projekte, die mit Auslandsreisen verbunden sind, nicht mehr in Frage kommt.

Und ja, irgendjemand hier hat es bereits sehr richtig geschrieben: Es gibt Menschen, die haben einen latenten Hang dazu, sich grundsätzlich immer wegen irgendetwas diskriminiert zu fühlen...

Gruß, Spellbound

PS: Ich habe übrigens mehrere Jahre in UK gelebt und gearbeitet und dort ebenfalls nichts von all dem erlebt, was diese Studie herausgefunden haben will. Und das, obwohl es in UK rund 20% mehr berustätige Mütter gibt als in Deutschland.

Inaktiver User
23.05.2009, 21:42
Ich als Kinderlose denke auch dass es Frauen mit Kindern eher schwerer haben,Männer mit Kindern dagegen überhaupt nicht vielleicht sollte man dazu mal nen Strang eröffnen?!

Malina70
23.05.2009, 21:46
Ich kann das nicht nachvollziehen, das hab ich in 25 Jahren Job nun wirklich noch nie erlebt... Im Gegenteil sind die wenigen Frauen in höheren Positionen bei uns absolut überwiegend kinderlos, ich schätze mal, 90%.


Das kann ich auch so bestätigen. Und das gilt schon für die unterste Führungsebene. Führung in Teilzeit wird nur sehr ungern gesehen, da fängt es schon mal an. Und die Termine sind auch alles andere als familienfreundlich.

Das kinderlosen Frauen pes se unterstellt wird, kaltherzig zu sein, habe ich auch noch nicht erlebt. Klar wird über die eine oder andere schon mal gelästert, dass sie wohl mit ihrem Beruf verheiratet sei. Aber solche Sprüche kommen wenn dann von unten. Von oben wird das durchaus gern gesehen.

Viele Grüße,

Malina

Inaktiver User
23.05.2009, 22:01
Die kinderlosen Frauen dürfen sich zum Dank dafür, dass sie weniger Spaß und Erholung haben und für zwei arbeiten, dann noch anhören, sie bräuchten sich ja nur um sich selbst zu kümmern. Und die Frauen mit Kindern sind für Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter diejenigen, die "normal" sind und für voll genommen werden, denn nur sie haben ja die Grundausstattung, die man als erfolgreicher Mensch zu haben hat.

Besonders unfair ist das in Fällen, in denen sich die bösen, kaltherzigen, kinderlosen Frauen in ihrer "Freizeit" vielleicht um so mehr alten und gebrechlichen Eltern widmen (das macht natürlich weniger Spaß als eine Kindergeburtstagsparty zu organisieren), weil ihre Verwandten mit Kindern dafür natürlich "keine Zeit" haben.

Ui, aus Deinen Zeilen spricht aber eine ganz schöne Verbitterung. Da hat sich ja ein regelrechtes Feindbild aufgebaut. Doof, wenn Du solche Erfahrungen gemacht hast, aber so ein bisschen lese ich aus Deinen Zeilen auch eine Art Grabenkrieg heraus, der sehr viele Klischees enthält.

Die faule Mutter, die sich auf Kosten der kinderlosen Kollegin einen flotten Lenz macht mag es ja sicher geben. Aber sicher in genau dem Maß, wie diese Art Kollegin auch in der kinderlosen Variante auftritt (die habe ich z.B. auch erlebt)

Und ganz ehrlich(um Dein Beispiel aufzugreifen...) Einen Kindergeburtstag mit acht 5-Jährigen zu wuppen ist echte Schwerstarbeit. Ich assistiere ja immer meiner Freundin, wenn mein Patenkind feiert. Danach bin ich regelmäßig so erledigt, wie selbst nach dem stressigsten Arbeitsag nicht. Entspanntes Zuckerschlecken geht definitv anders.

Vielleicht solltest Du das Leben von berufstätigen Müttern einfach mal aus einer ein klitzekleines Bisschen milderen Perspektive betrachten. Ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, dass man auch viel Verständnis für die eigene Situation erfährt, wenn man dieses anderen auch entgegenbringt:blumengabe:

Gruß, Spellbound

tam.my
24.05.2009, 09:56
Was mir beim Lesen des Artikels zuerst in den Sinn kam, waren diese Klischees die durch die Köpfe von manchen Leuten geistern. Aus dem Familienstand wird sofort auf den Charakter geschlossen. Und jeder weiß es ganz genau.

Ich habe schon häufig (natürlich nicht immer) beobachtet, dass viele Frauen (Männer seltener) andere Frauen abqualifizieren, sobald diese einen andern "Status" als Mutter, oder eben Nicht-Mutter hatte. Als wäre das ein Krieg und die eine würde durch ihre Entscheidungen die Entscheidung der anderen kritisieren. Ich habe dies allerdings häufiger im privaten als im beruflichen Bereich erlebt.

Es gibt da eine seltsame Intoleranz und ein Belauern ... auch in diesem Forum bemerke ich oft ein "Lagerdenken" und klischeehafte Unterstellungen. Vielleicht liegt es daran, dass die Entscheidung für oder gegen Kinder noch einen enormen Einfluss auf die berufliche Position der Frauen hat. Man muss zwischen Extremen entscheiden und gerät immer unter Rechtfertigungsdruck, egal wie man sich entschieden hat.

Ich glaube schon, dass es solche Fälle, wie in der Studie beschrieben, gibt - ganz einfach, weil manche Leute einfach ziemlich schräg d'rauf sind und soziale Dummheit weit verbreitet ist.
Die Frauen in den "höheren Etagen" haben eher das Problem, dass man ihnen das Frau-Sein abspricht, vor allem, wenn sie keine Kinder haben. Und weil vielen Leuten Mann-Frauen unsympathisch sind, haben es solche Frauen auch schwerer - Gefühle spielen auch dort eine entscheidente Rolle. Das Problem ist, dass Frauen eine Charaktereigenschaft zugesprochen wird, die sie nicht haben. Und sie sind niemals männlich - noch nicht mal Maggi Thatcher war das.

Inaktiver User
24.05.2009, 10:03
Ich kann die Studie nach den Erfahrungen, die ich als (ungewollt) kinderlose Frau beruflich und auch privat gemacht habe, voll und ganz bestätigen.

Kinderlose Frauen können nicht wie Frauen mit Kindern schön regelmäßig alle drei Monate während der Schulferien und um Feiertage herum Urlaub nehmen und sich mit sog. Brückentagen, die zwischen Feiertagen und Wochenenden liegen, mit wenigen freien Arbeitstagen immer gleich ein oder zwei Wochen Urlaub am Stück verschaffen. Sie "dürfen" statt dessen acht oder neun Monate lang durcharbeiten, damit sie ihre zwei- oder dreiwöchige Erholung einmal im Jahr dann auch so richtig nötig haben. Sie haben immer Rücksicht auf die Kolleginnen und Kollegen mit Kindern zu nehmen. Diese fehlen öfter, weil die Kinder krank sind (wer weiß, ob das überhaupt in allen Fällen stimmt!), weil auf der Kindergeburtstagsparty extra ein Clown oder Zauberer erscheinen muss, weil sie ihrer Tochter beim Voltigieren oder der Ballettaufführung zusehen "müssen" (merkwürdigerweise sind solche Veranstaltungen immer während der Arbeitszeit), weil Konfirmation oder Erstkommunion ist und aus ähnlichen Gründen. Später haben die Kinder dann halt Pubertäts- oder Studienkrisen oder sonstwas - Hauptsache, man kann sie vorschieben, um sich im Beruf einen lauen Lenz zu machen.

Die kinderlosen Frauen dürfen sich zum Dank dafür, dass sie weniger Spaß und Erholung haben und für zwei arbeiten, dann noch anhören, sie bräuchten sich ja nur um sich selbst zu kümmern. Und die Frauen mit Kindern sind für Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter diejenigen, die "normal" sind und für voll genommen werden, denn nur sie haben ja die Grundausstattung, die man als erfolgreicher Mensch zu haben hat.

Besonders unfair ist das in Fällen, in denen sich die bösen, kaltherzigen, kinderlosen Frauen in ihrer "Freizeit" vielleicht um so mehr alten und gebrechlichen Eltern widmen (das macht natürlich weniger Spaß als eine Kindergeburtstagsparty zu organisieren), weil ihre Verwandten mit Kindern dafür natürlich "keine Zeit" haben.


Hm ... da würde ich mich an deiner Stelle doch mal mit meinem Arbeitgeber unterhalten bzw. diesen wechseln.

Seltsame Firma, in der du da arbeitest.

Inaktiver User
24.05.2009, 10:31
Vielleicht liegt es daran, dass die Entscheidung für oder gegen Kinder noch einen enormen Einfluss auf die berufliche Position der Frauen hat. Man muss zwischen Extremen entscheiden und gerät immer unter Rechtfertigungsdruck, egal wie man sich entschieden hat.



Der springende und störende Punkt für mich ist:

Es ist ja noch nicht mal in jedem Fall eine eigene "Entscheidung" gewesen, ob man Kinder hat oder nicht, wird einem aber als solche unterstellt.

Manche Frauen bekommen Kinder, obwohl sie eigentlich keine wollten (immerhin haben sie sie wenigstens nicht abgetrieben).

Und andere Frauen sind kinderlos, obwohl sie sich immer Kinder gewünscht haben.
Die ganzen Unterstellungen, klischeehaften Zuschreibungen und Nachteile müssen sie gleichwohl in Kauf nehmen, was die Akzeptanz der Kinderlosigkeit nicht gerade einfacher macht.

Inaktiver User
24.05.2009, 10:57
sorry zitronengelb, aber in punkto klischees war dein erster beitrag ja auch nicht gerade arm. hinzu kommt noch ein gerüttelt maß an bitterkeit, bei der ich mich frage, ob sie wirklich einer realen arbeitsituation, oder völlig externen gründen zuzuschreiben ist.

Inaktiver User
24.05.2009, 11:13
Ich habe schon häufig (natürlich nicht immer) beobachtet, dass viele Frauen (Männer seltener) andere Frauen abqualifizieren, sobald diese einen andern "Status" als Mutter, oder eben Nicht-Mutter hatte. Als wäre das ein Krieg und die eine würde durch ihre Entscheidungen die Entscheidung der anderen kritisieren. Ich habe dies allerdings häufiger im privaten als im beruflichen Bereich erlebt.

Wenn ich es denn überhaupt erlebt habe, dann war es in der Tat im privaten Bereich. Und dann kamen solche Reaktionen meist von Frauen, die sich auch in anderen Belangen nicht unbedingt durch übermäßige Intelligenz hervorhoben und - das sind zumindest meine Erfahrungen - selbst nach Geburt der Kinder nie wieder berufstätig waren. Da schien es aber eher um die Klischeeschiene Hausfrau/Mutter gegen Berufstätige zu gehen. Berufstätige Mütter waren da übrigens genauso wenig akzeptiert.

Im Job war das nie ein Thema. Wohl auch deshalb, weil Frauen, die trotz Kindern gern weiter arbeiten möchten, weil ihnen das Nurmuttersein auf Dauer nicht genügt, überhaupt keinen Sinn darin sähen, am Arbeitsplatz die arrogante Supermom raushängen zu lassen und kinderlose Kolleginnen als Frauen 2. Klasse zu betrachten.

Im Gegenteil: Der Job ist zumindest für die Frauen mit Kindern die ich kenne eine Art Insel, auf der es mal um komplett andere Dinge als um Kinderthemen geht und auf der sie sich beruflichen Bereichen widmen können, die für sie neben den Kindern auch eine wichtige Rolle spielen.

Gruß, Spellbound

tam.my
24.05.2009, 11:22
Der springende und störende Punkt für mich ist:

Es ist ja noch nicht mal in jedem Fall eine eigene "Entscheidung" gewesen, ob man Kinder hat oder nicht, wird einem aber als solche unterstellt.

Ja, ist klar. Natürlich entzieht sich 'Kinder haben oder nicht' oft einer Planung.
Bemerkenswert fand ich, dass sich manche Frauen dazu hinreißen lassen, zu behaupten, sie seien ungewollt kinderlos. Anscheinend haben manche schon das Gefühl, sie würden, wegen ihrer Kinderlosigkeit mindestens "schräg angekuckt".
Irgendwas scheint die Studie da schon korrekt wiederzugeben. Ob diese "Verurteilung" nun real ist oder manchmal auch nur unterstellt wird, sollte weiter untersucht werden. Wahrscheinlich kommt beides vor.

Inaktiver User
24.05.2009, 11:22
Wenn ich es denn überhaupt erlebt habe, dann war es in der Tat im privaten Bereich. Und dann kamen solche Reaktionen meist von Frauen, die sich auch in anderen Belangen nicht unbedingt durch übermäßige Intelligenz hervorhoben und - das sind zumindest meine Erfahrungen - selbst nach Geburt der Kinder nie wieder berufstätig waren. Da schien es aber eher um die Klischeeschiene Hausfrau/Mutter gegen Berufstätige zu gehen. Berufstätige Mütter waren da übrigens genauso wenig akzeptiert.



Ja, kenn' ich auch bestens.

Inaktiver User
24.05.2009, 11:28
.

Im Job war das nie ein Thema. Wohl auch deshalb, weil Frauen, die trotz Kindern gern weiter arbeiten möchten, weil ihnen das Nurmuttersein auf Dauer nicht genügt, überhaupt keinen Sinn darin sähen, am Arbeitsplatz die arrogante Supermom raushängen zu lassen und kinderlose Kolleginnen als Frauen 2. Klasse zu betrachten.



Hierbei kommt es meiner Meinung nach auf den Grad der Qualifikation an. Je höher eine Frau beruflich qualifiziert ist, desto weniger lässt sie nach meinen Erfahrungen im Beruf die "Supermom" heraushängen, desto weniger fordert sie auch Privilegien für sich ein. Und umgekehrt.

Gerade im öffentlichen Dienst verstecken sich viele nicht allzu qualifizierte Mütter, die andauernd die Kinderkarte ziehen, um sich Freiräume zu verschaffen und dennoch "dazuzuverdienen". In der freien Wirtschaft wären Frauen mit dieser Arbeitseinstellung, davon bin ich überzeugt, längst rausgeflogen.

Inaktiver User
24.05.2009, 11:43
Dafür braucht man ein ärztliches Attest und es sind maximal 10 Tage im Jahr (für Alleinerziehende 20) und die sind oftmals noch nicht ausreichend, weil Kinder oftmals noch öfter krank werden. Ich bin dankbar für meine Schwiegereltern, mir stehen gar keine Krankheitstage zu, ich weiß gar nicht, wie ich sonst das häufige 1-Tages-Fieber sonst abfangen sollte. Hat aber nicht jeder zur Hand.


Da ich für Personalfragen zuständig bin, sind mir die von dir genannten Sonderurlaubsregelungen bekannt. Allerdings auch, wie man diese umgehen kann. Sind die Sonderurlaubstage verbraucht, meldet man sich einfach selber krank, wenn das Kind krank ist. Dafür braucht man dem Arbeitgeber als Tarifbeschäftigter erst nach drei Kalendertagen, als Beamter nach drei Arbeitstagen ein ärztliches Attest vorzulegen. Außerdem bescheinigen die meisten Ärzte den Patienten nach meiner Erfahrung sowieso alles, was sie wollen.

Dass die genannten Sonderurlaubsregelungen von Beschäftigten auf diese Weise großzügig ausgeweitet werden, ist im übrigen keine boshafte Unterstellung von mir, um Mütter zu diskriminieren, sondern bei meinem Arbeitgeber ein offenes Geheimnis. Man weiß es, kann den Beschäftigten, die so agieren, aber nicht so leicht das Gegenteil beweisen, sonst hätte man nur noch Kontrollaufgaben und käme zu nichts anderem mehr. Diese Erfahrung würden dir nicht nur Kinderlose wie ich, sondern auch Mütter oder Väter, die bei uns in der Personalabteilung arbeiten, ohne weiteres bestätigen.

Inaktiver User
24.05.2009, 12:29
Gerade im öffentlichen Dienst verstecken sich viele nicht allzu qualifizierte Mütter, die andauernd die Kinderkarte ziehen, um sich Freiräume zu verschaffen und dennoch "dazuzuverdienen". In der freien Wirtschaft wären Frauen mit dieser Arbeitseinstellung, davon bin ich überzeugt, längst rausgeflogen.

Aber wenn dem so ist, was ich nicht beurteilen kann, da ich im öffentlichen Dienst keine Erfahrungen habe, dann disqualifizieren sich Frauen mit einer solchen Einstellung doch beruflich nur selbst. Mit dieser Philosophie wird man es doch im Job nie auch nur einen nennenswerten Schritt vorwärts schaffen. Weder im öffentlichen Dienst, noch in der freien Wirtschaft!

Wenn es manchen Frauen (ob nun mit oder ohne Kind...) tatsächlich nur darum geht, bei minimalem Aufwand etwas dazuzuverdienen, dann sind solche Kandidatinnen doch keine Konkurrenz. Berufliche Ambitionen dürften da nicht wirklich Priorität haben, insofern ist es doch ein leichtes, sich gegen solche Kolleginnen durchzusetzen und selbst durchzustarten. Kein Grund, sich da als benachteiligtes Opfer zu sehen! Es kommt immer auf die Perspektive an....

Gruß, Spellbound

LizzyBorden
24.05.2009, 14:04
Hierbei kommt es meiner Meinung nach auf den Grad der Qualifikation an. Je höher eine Frau beruflich qualifiziert ist, desto weniger lässt sie nach meinen Erfahrungen im Beruf die "Supermom" heraushängen, desto weniger fordert sie auch Privilegien für sich ein. Und umgekehrt.


Also um mich herum entsprechen auch die niedriger qualifizierten berufstätigen Mütter nicht diesem Klischee......

Keine meiner Mitarbeiterinnen (oder Kolleginnen aus anderen Abteilungen) hat jemals irgendein Privileg eingefordert - im Gegenteil, ich habe ihnen bestimmte Dinge quasi aufdrängen müssen.

Ich kann diese ganzen negativen Ansichten nicht mal im Ansatz bestätigen.
Allerdings bin ich seit längerer Zeit im Dschungel der freien Wirtschaft unterwegs...

Inaktiver User
24.05.2009, 16:16
Da ich für Personalfragen zuständig bin, sind mir die von dir genannten Sonderurlaubsregelungen bekannt. Allerdings auch, wie man diese umgehen kann. Sind die Sonderurlaubstage verbraucht, meldet man sich einfach selber krank, wenn das Kind krank ist. Dafür braucht man dem Arbeitgeber als Tarifbeschäftigter erst nach drei Kalendertagen, als Beamter nach drei Arbeitstagen ein ärztliches Attest vorzulegen. Außerdem bescheinigen die meisten Ärzte den Patienten nach meiner Erfahrung sowieso alles, was sie wollen.

Dass die genannten Sonderurlaubsregelungen von Beschäftigten auf diese Weise großzügig ausgeweitet werden, ist im übrigen keine boshafte Unterstellung von mir, um Mütter zu diskriminieren, sondern bei meinem Arbeitgeber ein offenes Geheimnis. Man weiß es, kann den Beschäftigten, die so agieren, aber nicht so leicht das Gegenteil beweisen, sonst hätte man nur noch Kontrollaufgaben und käme zu nichts anderem mehr. Diese Erfahrung würden dir nicht nur Kinderlose wie ich, sondern auch Mütter oder Väter, die bei uns in der Personalabteilung arbeiten, ohne weiteres bestätigen.

Und damit macht man dann Karriere oder wie, mit den ständigen Abwesenheiten??? Sehr erstaunlich!! :wie?:

Clarag
25.05.2009, 12:09
Meine Erfahrung (wie so oft im Leben): es kommt darauf an.

Meine Sekretärin und ich (selbständig) sind ein reiner Frauenbetrieb. Meine Sekretärin hat ein Kind, welches dieses Jahr zur Schule kommt.
Sie versucht immer, sich mit Ihrem Mann, wenn das Kind erkrankt ist, in die ihr zustehneden Tage zu teilen. Sie "nimmt sich keine Krankheit", sondern bleibt zu Hause, wenn sie krank ist. Ich denke, ich habe hier einen echten Glücksgriff gemacht.
Wir haben beruflich viel mit Behörden zu tun. Dort treffen wir berufsbedingt immer wieder auf die gleichen Ansprechpartner und im Laufe der Zeit entsteht zu der ein oder anderen Mitarbeiterin/beiter ein vertrauensvollerers Verhältnis.
Dann erfahren wir schon, daß die eine immer wieder fehlt oder Urlaubstage, so wie beschrieben immer wieder von wenigen genommen werden.

Was ich viel schlimmer finde, sind die unflexiblen Zeiten der Kindertagesstätten etc (aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Strang).

lg
clara

Inaktiver User
25.05.2009, 13:16
ich weiß ja nicht, ob ich die studie falsch verstanden habe. aber m.e. ging es darin nicht darum, dass mütter sich im job gerne die rosinen aus dem kuchen picken und sich auf kosten kinderloser einen faulen lenz machen, sondern vielmehr, dass sie rein karrieretechnisch besser vorangekommen, da ihnen positivere eigenschaften zugeschrieben werden.

komme nur gerade nicht mehr mit, da hier immer wieder in die erstgenannte richtung argumentiert wird. sollte ich also einem verständnisfehler aufgelegen sein, bitte ich um aufklärung.

Inaktiver User
25.05.2009, 21:08
ich weiß ja nicht, ob ich die studie falsch verstanden habe. aber m.e. ging es darin nicht darum, dass mütter sich im job gerne die rosinen aus dem kuchen picken und sich auf kosten kinderloser einen faulen lenz machen, sondern vielmehr, dass sie rein karrieretechnisch besser vorangekommen, da ihnen positivere eigenschaften zugeschrieben werden.

komme nur gerade nicht mehr mit, da hier immer wieder in die erstgenannte richtung argumentiert wird. sollte ich also einem verständnisfehler aufgelegen sein, bitte ich um aufklärung.

So wie ich verstanden habe, ging es dort um beide Aspekte.
Die 'Bevorzugung' wird offensichtlich u.a. darin gesehen, dass Mütter 'ungestraft' früher gehen, um einen Kindergeburtstag zu organisieren oder fehlen weil das Kind krank ist.

Allerdings denke ich, dass solches Verhalten die Karrierechancen nicht fördert. Und es gibt ja auch Leute ohne Kinder, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor der Arbeit flüchten.

Jo68
25.05.2009, 21:24
Worüber ich beim Lesen des Artikel gestolpert bin: "In der Zwischenzeit aber müssten sie (die kinderlosen Frauen) oft gar härter und mehr arbeiten als Männer, um die Fehlzeiten jener Mütter auszugleichen, die wegen kranker Kinder Zuhause blieben." Mal ganz abgesehen davon, dass mich schon wieder aufregt, dass nur die Mütter die Verantwortung für Kinder übernehmen müssen, der Herr Vater könnte schließlich auch mal wegen kranker Kinder zu Hause bleiben, verstehe ich nicht, warum in diesem Fall angeblich nur andere Frauen für die Mütter einspringen müssen und nicht auch männliche Kollegen? Was ist das denn wieder für eine verquere Logik????

Ich glaube übrigens schon, dass es diese Vorurteile gegenüber Kinderlosen gibt, ob sie allerdings so oft und massiv auftreten, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Ich frage mich allmählich auch, wer sich überhaupt noch um Kinder kümmern soll. Die Papas anscheinend nicht, die Mamas, die zu Hause bleiben verblöden und sind Schmarotzer oder naiv, weil sie sich in finanzielle Abhängigkeit begeben, die Mamas, die arbeiten, sind böse, weil sie doch tatsächlich an die Schulferien gebunden sind und Kinder auch mal krank werden, kinderlos zu sein ist aber auch wieder keine Lösung, da gilt man ja als kaltherzig und macht auch keine Karriere. Je mehr ich über all das nachdenke, umso idiotischer finde ich unser System! Und umso dämlicher finde ich all diese Kinderlose gegen Mütter (und umgekehrt) Grabenkämpfe. Was für ein Glück, dass ich das in meinem RL nicht so erlebe!

Inaktiver User
25.05.2009, 21:48
Und wenn der Vater sich intensiv um die Kinder kümmert und dafür sogar auf seine Karriere verzichtet, ist er ein Weichei und wird von den Kollegen nur belächelt...

Inaktiver User
26.05.2009, 07:13
Jo68 :blumengabe:

Inaktiver User
26.05.2009, 10:03
Und umso dämlicher finde ich all diese Kinderlose gegen Mütter (und umgekehrt) Grabenkämpfe. Was für ein Glück, dass ich das in meinem RL nicht so erlebe!

Ich habe diese Grabenkämpfe im RL auch nie erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass wir Frauen uns im "echten" Leben nicht permanent und ausschließlich über unsere Rolle als Mutter bzw. Nichtmutter definieren, sondern einfach mal als Freundinnen, Bekannte und Kolleginnen mit vielen anderen Facetten betrachten, mögen oder nicht mögen.

Foren wie dieses, in denen es meist um provokante, polarisierende Thesen oder wie in diesem Fall um Studien geht, die Frauen vielfach vorrangig in Mütter und Nichtmütter einteilen, verwischen die tatsächliche Situation in meinen Augen sehr. Da wird oft etwas inszeniert, was der Realität in keiner Weise gerecht wird.

Es gibt oberätzende, verbiesterte Kinderlose (die für mich immer eine echte Abschreckung darstellen und zugleich mit der Hoffnung verbunden sind, dass von diesen Frauen nicht auf alle anderen Kinderlosen geschlossen wird) und schreckliche Mütter, die ebensowenig repäsentativ für alle Mütter sind.

Aber da es nun schon immer so war, dass ein friedliches Miteinander in Medien und Foren wenig Diskussionstoff und Reibungsfläche bietet, wird sich das wohl auch weder bei diesem noch bei anderen Themen ändern.

Gruß, Spellbound

Inaktiver User
26.05.2009, 11:47
Ich habe diese Grabenkämpfe im RL auch nie erlebt. Vielleicht liegt es daran, dass wir Frauen uns im "echten" Leben nicht permanent und ausschließlich über unsere Rolle als Mutter bzw. Nichtmutter definieren, sondern einfach mal als Freundinnen, Bekannte und Kolleginnen mit vielen anderen Facetten betrachten, mögen oder nicht mögen.

Foren wie dieses, in denen es meist um provokante, polarisierende Thesen oder wie in diesem Fall um Studien geht, die Frauen vielfach vorrangig in Mütter und Nichtmütter einteilen, verwischen die tatsächliche Situation in meinen Augen sehr. Da wird oft etwas inszeniert, was der Realität in keiner Weise gerecht wird.

Es gibt oberätzende, verbiesterte Kinderlose (die für mich immer eine echte Abschreckung darstellen und zugleich mit der Hoffnung verbunden sind, dass von diesen Frauen nicht auf alle anderen Kinderlosen geschlossen wird) und schreckliche Mütter, die ebensowenig repäsentativ für alle Mütter sind.

Aber da es nun schon immer so war, dass ein friedliches Miteinander in Medien und Foren wenig Diskussionstoff und Reibungsfläche bietet, wird sich das wohl auch weder bei diesem noch bei anderen Themen ändern.

Gruß, Spellbound

:blumengabe:

Lakritze
26.05.2009, 13:08
Worüber ich beim Lesen des Artikel gestolpert bin: "In der Zwischenzeit aber müssten sie (die kinderlosen Frauen) oft gar härter und mehr arbeiten als Männer, um die Fehlzeiten jener Mütter auszugleichen, die wegen kranker Kinder Zuhause blieben." Mal ganz abgesehen davon, dass mich schon wieder aufregt, dass nur die Mütter die Verantwortung für Kinder übernehmen müssen, der Herr Vater könnte schließlich auch mal wegen kranker Kinder zu Hause bleiben, verstehe ich nicht, warum in diesem Fall angeblich nur andere Frauen für die Mütter einspringen müssen und nicht auch männliche Kollegen? Was ist das denn wieder für eine verquere Logik????

Ist es in der Praxis wirklich so, dass immer die Mütter daheim bleiben, wenn das Kind krank ist? In meiner letzten Firma wurde das relativ 50:50 mit den Vätern geteilt, wie ich Erzählungen von Kolleginnen mit Kindern entnehmen konnte.
LG,
Lakritze

Inaktiver User
26.05.2009, 13:22
Ist es in der Praxis wirklich so, dass immer die Mütter daheim bleiben, wenn das Kind krank ist? In meiner letzten Firma wurde das relativ 50:50 mit den Vätern geteilt, wie ich Erzählungen von Kolleginnen mit Kindern entnehmen konnte.
LG,
Lakritze

zu 90% bleiben die mütter daheim...das sit ja das problem, dem mann ist das wohl nicht zuzumuten und der mann kann ja wohl auch das kind nicht richtig pflegen.

ich habe dummerweise auch so eine super-mama abbekommen, deren mann nicht zuzumuten ist, dass er beim kranken kind bleibt :unterwerf:

das ist mittlerweile das vierte mal, dass ich mit frauen und kinder reingefallen bin....ja grabenkriege sind doof und nicht hilfreich...aber glaubt ihr wirklich, dass ich nochmal eine mutter mit kleinen kindern einstelle? das sollen die großen konzerne machen, die können sich das leisten, in einem kleinbetrieb ist das schlichtweg nicht machbar.

Morticia55
26.05.2009, 13:29
Die meisten berufstätigen Mütter dürften, so wie ich, doch auch die andere Seite der Medaille abgedeckt haben, sie waren einmal Berufstätige ohne Kinder.

Ich fühlte mich damals wie heute weder privilegiert noch benachteiligt.

Klar, vereinzelt tauchen sie alle einmal auf:

Der, bzw. die Ledige oder Kinderlose, die oder der regelmäßig freitags oder montags krank ist, aber auch die, die gern und viel arbeiten.

Die Mutter die oft frei hat, weil sie Teilzeit arbeitet, und regelmäßig Gutstunden ansammelt, um Zeit zu haben, wenn ihre Kinder sie brauchen und die Kranktage aufgebraucht sind.

Aber auch diejenigen, die Privilegien ausnutzen, die gibt es überall.

Aber im allgemeinen besteht die Belgschaft doch aus hart arbeitenden, integerne Menschen, die Rücksicht aufeinander nehmen.

Oudeis
26.05.2009, 23:46
Der, bzw. die Ledige oder Kinderlose, die oder der regelmäßig freitags oder montags krank ist, aber auch die, die gern und viel arbeiten.

Die Mutter die oft frei hat, weil sie Teilzeit arbeitet, und regelmäßig Gutstunden ansammelt, um Zeit zu haben, wenn ihre Kinder sie brauchen und die Kranktage aufgebraucht sind.


Dieser Beitrag bestätigt kurioserweise das Ergebnis der Studie.

Inaktiver User
27.05.2009, 07:04
Dieser Beitrag bestätigt kurioserweise das Ergebnis der Studie.

:wie?:

Morticia hat doch von Einzelfällen gesprochen - in wiefern ist das jetzt eine Bestätigung der Studienergebnisse?

demelza
31.05.2009, 13:47
:schild genau: - ganz meine Meinung:


Der springende und störende Punkt für mich ist: Es ist ja noch nicht mal in jedem Fall eine eigene "Entscheidung" gewesen, ob man Kinder hat oder nicht, wird einem aber als solche unterstellt. --- Manche Frauen bekommen Kinder, obwohl sie eigentlich keine wollten (immerhin haben sie sie wenigstens nicht abgetrieben).
Und andere Frauen sind kinderlos, obwohl sie sich immer Kinder gewünscht haben. --- Die ganzen Unterstellungen, klischeehaften Zuschreibungen und Nachteile müssen sie gleichwohl in Kauf nehmen, was die Akzeptanz der Kinderlosigkeit nicht gerade einfacher macht.

--- außerdem denke ich, dass der Grad der Benachteiligung, der sich für jede/n ergibt, wohl auch in erster Linie von den Vorgesetzten (egal ob männlich oder weiblich) abhängt und wie gerecht oder ungerecht die Brückentage auf die einzelnen Mitarbeiter verteilt werden.

Weiterhin stört mich an dem Artikel ganz enorm, dass die Frage Berufstägige mit/ohne Kind nur am Geschlecht festgemacht und wieder einmal die Herren der Schöpfung ausgeklammert werden.

Im übrigen stehe ich solchen Studien sehr kritisch gegenüber - wer auch immer eine solche Studie ins Leben gerufen hat, wird dies schon mit einer bestimmten Fragestellung/Grundhaltung im Hinterkopf getan haben; außerdem stellt sich für mich die Frage, über welchen Zeitraum hinweg die Studie gelaufen ist und wieviele Personen in diesem Zeitraum beobachtet wurden. Je kürzer der Zeitraum und je kleiner die Anzahl der Personen, desto unglaubwürdiger wirkt auf mich die Studie.

Mir scheint, als habe hier jemand seine eigenen negativen Erfahrungen zum Gegenstand einer Studie erhoben und so lange gesucht, bis er/sie genügend ähnliche Beispiele gefunden hat.

demelza
31.05.2009, 13:56
Der, bzw. die Ledige oder Kinderlose, die oder der regelmäßig freitags oder montags krank ist, aber auch die, die gern und viel arbeiten... belegen wiederum NICHT die Studie - also sehe ich in Morticias Beitrag auch keine Bestätigung des Studienergebnisses, sondern lediglich eine persönliche Erfahrung.