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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund ist plötzlich streitlustig



drops_of_june
11.04.2009, 10:49
Hallo Fories,

ich und mein Mann holen hin und wieder den Hund einer Freundin. Sie ist ein Labradormischlung und an sich der liebste und verschmuste Hund den ich kenne. Sie ist jetzt 7 Jahre alt.
Wenn wir früher mit ihr Gassi gegangen sind hat sie an anderen Hunden mal geschnuppert und ist dann wieder unbeeindruckt weitergezogen.
Wenn Rüden ihr zu sehr auf die Pelle, in diesen Fall der Hintern, rücken - dann knurrt sie und wenn der "Herr" es dann nicht versteht dann schnappt sie auch mal.
Gestern war ich mit ihr auf einer Geb.-Feier wo auch einige Hunde waren. Bei den Rüden das gleiche Spiel wie immer, aber gestern gabs total Stress zwischen einer Hündin und ihr. Die beiden haben sich dann übelst gefetzt und ich musste dawzischen gehen. Leider war auch meine Hand dazwischen :zahnschmerzen:
Am Anfang schien es so als wär es kein Problem, kurzes Schnuppern "ah ein Weibchen"....und dann wie aus dem Nichts diese Prügelei. Ich kann nicht mal sagen warum oder wer angefangen hat.
Dann war noch ein 3 Monate alter Beagel da :liebe: auch ein Rüde, und selbst DEN hat sie angeknurrt, obwohl ich immer dachte es gäbe so ne Art "Welpenschutz". Dein einzigen Hund den sie akzeptieren konnte, war ein Stecknadelkopf grosser, 3 Wochen alter Minihund.

Nun meine Problem: Ich weiss nicht wie in solchen Situtionen richtig handele. Soll ich sie schimpfen? Anderseits soll sie den Rüden auch ruhig sagen das sie keine Lust hat. Überträgt sich meine Unsicherheit auf den Hund? Ich habe sie dann nämlich von allen Hunden schnell weggezogen. Wir wollen mit ihr im Sommer 3 Wochen in die Ferien fahren und ich habe jetzt Angst, dass die mit jedem Hund auf dem Campingplatz Stress anfängt.
Letztes Jahr war das noch nicht so bei ihr. Meine Freundin hat auch keine Idee woran es liegen könnte. Es gab eigentlich kein Schlüsselerlebnis. Werden Hunde einfach mal so zu kleinen Zicken? Warum der Stress zwischen Geschlechtsgenossinnen?
Sie ist eigentlich diejenige die Hunden gegenüber desinteressiert ist. Es ist ja nicht so, das sie auf die anderen zugeht und dann den Stress anfängt. Aber es gibt ja auch kontaktfreudige Hunde, die vielleicht ne neue Freundin in ihr sehen.

Habt ihr eine Idee? Ich bin so ratlos grad.....:wie?:

Violine
11.04.2009, 11:04
Hallo!

Zu dem Verhalten kann ich konkret nichts sagen, weil ich die Situation nicht beobachtet habe. Aber eins ist sicher: aus dem Nichts greifen sich Hunde nicht an. Und den Welpenschutz gibt es nur im eigenen Rudel.

In Fällen wie deinem würde ich die organische Gesundheit der Hündin abklären. Hat sie Schmerzen und reagiert von daher aggressiv?

drops_of_june
11.04.2009, 11:10
hmmmm....sie hat seit einiger Zeit Probleme mit der Hüfte. Sie tut sich beim Aufstehen etwas schwer und springt auch nicht mehr so einfach ins Auto. Ob sie tatsächlich Schmerzen hat wissen wir nicht. Der Arzt sagt, das an der Hüfte schon etwas der Zahn der Zeit nagt.
Ich hatte sie 3-4 Monate nicht gesehen und sie ist schon ein wenigt moppelig geworden. Jetzt weiss ich aber nicht ob sie auf Grund des gestiegenen Gewichts die Hüftprobleme bekommen hat, oder umgekehrt. Beim Stöckchen schmeissen rennt sie aber gut hinterher.
Wir übertreiben das mit dem Stöcken aber nicht, wegen der Hüfte.

Kann es vielleicht auch sein das sie nicht ausgelastet ist? Kann sowas dies verursachen?
Ich denke nämlich meine Freundin könnte öfter mit ihr gehen.

Violine
11.04.2009, 11:37
Kann es vielleicht auch sein das sie nicht ausgelastet ist? Kann sowas dies verursachen?
Ich denke nämlich meine Freundin könnte öfter mit ihr gehen.

Ihre Angriffslust kann natürlich ein Grund sein. Hunde, die nicht ausgelastet (=ausgeglichen) sind, suchen sich oft ein anderes Ventil sich abzureagieren. Zu wenig Bewegung und Beschäftigung bedeutet Stress für den Hund; und den gilt es dann abzubauen.

Zu deiner Unsicherheit: selbstverständlich überträgt sich die Stimmung des Menschen auf den Hund. Schimpfen oder gar Schreien interpretiert der Hund als Unsicherheit und dies wiederum stört das Vertrauen zwischen euch.

Noodie
11.04.2009, 13:02
Schmerzen können auch zu aggressivem Verhalten führen. Der Hund fühlt sich nicht 100%, merkt dass er nicht ganz fit ist und geht zum Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" über, vor allem bei fremden Hunden.

Ich würd den TA fragen ob man mal versuchsweise ein Schmerzmittel geben kann und beobachten ob sich das positiv auf's Benehmen auswirkt. Dann würde das in der Umkehrlogik darauf hindeuten dass sie Schmerzen hat und deshalb so heftig reagiert.

drops_of_june
12.04.2009, 12:16
Danke für Eure Antworten, das hat jetzt meine Vermutungen jetzt erstmal bestätigt. Wir wollen mal schauen, ob wir mit ihr mal zum Tierheilpraktiker gehen. Erstmal ist Diät angesagt, damit sie nicht mehr so viel zu Schleppen hat. Und ich werde versuchen andere Hunde sie bis auf weiters fern zu halten.

:blumengabe:

Tatra
13.04.2009, 11:16
Auf Feiern ist die Ursache in der Regel das herumstehende Essen und das erfahrungsgemäß früher oder später etwas davon bei den Hunden ankommt. Eine meiner Hündinnen war absolut verträglich - außer auf Feiern, da hat sie ihren stark vergrößerten Freßnapf gegen alle fremden Hunde verteidigt. Eine andere Hündin ist die direkteste Konkurrenz und wird am wenigsten toleriert, die ersten Signale bekommen die Menschen meistens gar nicht mit, geht der andere nicht geht irgendwann der Ärger los.
Wenn sie generell nicht jeden anderen Hund als Bereicherung ihres Alltags sieht wird sie in einer Konkurrenzsituation noch weniger erbaut ob der Gesellschaft sein und Hunde werden meistens mit zunehmendem Alter verfressener. Das sie sich weniger fit fühlt macht sie nicht umgänglicher, im Gegenteil sie muß schneller rabiat werden um ihre Interessen zu verteidigen. Ausweichen kann sie auf einer Feier auch nur begrenzt da man nicht wie bei einem Spaziergang einfach weitergeht müssen irgendwann mal die Grenzen abgesteckt werden, das ist völlig normal.

Noodie
13.04.2009, 13:27
Sehr interessante Beobachtung, Tatra. Und völlig richtig, denke ich (der Aspekt mit dem vielen Essen auf Feiern).

Rana
14.04.2009, 11:42
Zunächst (vor dem Tierheilpraktiker) sollte ein Veterinär die Hündin durchchecken, Hüfte röntgen, Schilddrüsenfunktion kontrollieren usw..

Aufgrund der Gewichtszunahme kann möglicherweise eine defekte Hüfte, die ja beim Labbi und bei Mischlingen aus diesem nicht selten ist, massive Schmerzen verursachen und den Hund deshalb aggressiv werden lassen.


Jetzt weiss ich aber nicht ob sie auf Grund des gestiegenen Gewichts die Hüftprobleme bekommen hat, oder umgekehrt

Wenn Du schreibst, sie habe Probleme beim Aufstehen deutet das eigentlich darauf hin, dass die Hüfte Schwierigkeiten macht und wenn der Tierarzt auch schon darauf hingewiesen hat wird das vermutlich die Baustelle sein.

Aber auch bei einer Schilddrüsenfehlfunktion kann es zu Verhaltensänderungen kommen.

Und dann wäre es noch ganz wichtig, dass Eure eigene Unsicherheit verschwindet, die ihr durch das Verhalten der Hündin aufgebaut habt. Die Unsicherheit überträgt sich natürlich und die Hündin könnte dadurch der Meinung sein, Euch beschützen zu müssen. Da wäre es dann sehr sinnvoll, an Eurer Beziehung zueinander zu arbeiten. Aber, wie schon geschrieben, zunächst zum Tierarzt, um gesundheitliche Probleme auszuschliessen und erst dann eventuell an einer Verhaltensänderung arbeiten.

Li Gr Ute