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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hauskauf, Wasserschaden und das Amtsgericht...



Tigerherz
09.04.2009, 11:52
Hallo,

ich schreibe das Thema mal hier rein, weil ich kein passenderes Unterforum finde.

Mein Freund und ich suchen ein kleines und günstiges Häuschen, gern auch renovierungsbedürftig. Jetzt hatten wir heute einen Besichtigungstermin bei einem Objekt, das von außen zumindest schon mal ordentlich aussah (Mauerwerk, Dach) und uns auch sonst zusagte (Lage, Größe). Bevor wir das Haus betreten durften, wurden wir vom Makler (= hiesige Volksbank) allerdings vorgewarnt: Gestern sei ein massiver Wasserschaden entdeckt worden. Und ja, er war massiv! Von der Toilette im 1. OG aus wurden die Böden im 1. OG und die Decken und Wände im EG so richtig schön durchnässt, vieles ist schimmelig. Alles müsste trockengelegt, wenn nicht sogar entkernt werden, wenn mein Laienverstand mir das richtig sagt.

Allerdings ist das Haus wohl Erbmasse eines verstorbenen Ehepaars, dessen Sohn (?) das Erbe nicht angetreten hat/antreten durfte (es fiel das Stichwort Enteignung - ?!?). Eine Rechtspflegerin ist zuständig. Durch den Wasserschaden ist nun aber unklar, wie es weitergeht…

Was ich jetzt bräuchte, wären ein paar generelle Hinweise, was die Optionen sind. Überlegt sich das Amtsgericht, was der Wasserschaden am Verkaufspreis ändern würde? Oder wird die Überlegung in Richtung Abriss gehen? Über die Osterfeiertage werden wir natürlich nichts Neues erfahren, deswegen wäre es toll, wenn jemand Kundiges mal seine Einschätzung der Lage abgegeben würde.

Gerade hat mir die Bank das Gutachten (vom Oktober 2008, natürlich vor Wasserschaden) geschickt. Die 31 Seiten muss ich jetzt erst einmal lesen.

Meine jetzige Meinung: Das Haus, wie es ist und wo es steht, hat Charme und man kann was daraus machen. Bei einem deutlich reduzierten Preis würden wir wohl die Sanierung (die umfangreicher ist als gedacht) in Kauf nehmen. Abriss und Neubau kommen für uns eher nicht in Frage.

Viele Grüße und danke!
Tigerherz

Quirin
09.04.2009, 12:26
Wenn Ihr es kauft und saniert: Fachgerecht durchführen, insbesondere Schutzmaßnahmen für Euch treffen: bei der Schimmelentfernung ist der Arbeitsschutz relevant!

Promethea71
09.04.2009, 17:00
Hallo,

der Wasserschaden wird sich sicherlich wertmindernd auswirken, letztlich ist wohl ein neues Gutachten erforderlich.

Und Ihr solltet jetzt sofort einen entsprechenden Gutachter einschalten, der euch verbindlich sagen kann, was durch den Wasserschaden alles beschädigt ist.

Wie gut kennt ihr euch selbst in der Baubranche aus ?

Liebe Grüße

promethea

Anastasia1960
09.04.2009, 18:59
Ich habe mal gehört, dass die IHK geprüfte Bausachverständige nennen kann.

Inaktiver User
09.04.2009, 19:03
Baugutachter gibt es auch beim TÜV. Ohne Gutachten wär ich da sehr vorsichtig!! Charme hin oder her! :knatsch:

Prijon
09.04.2009, 23:10
Normalerweise sind Häuser IMMER versichert. Das würde ich zuerst abklären.

Prijon

themir
09.04.2009, 23:41
Von der Toilette im 1. OG aus wurden die Böden im 1. OG und die Decken und Wände im EG so richtig schön durchnässt, vieles ist schimmelig.

Meine jetzige Meinung: Das Haus, wie es ist und wo es steht, hat Charme und man kann was daraus machen.




... das hört sich sehr aufwändig an :knatsch: ...


... und so manche "Überraschung" könnte evtl. später noch dazukommen ...



Auch bei Reduzierung des Kaufpreises solltet Ihr Euch genauestens informieren, damit aus dem Traum kein Albtraum wird ... .

Tigerherz
10.04.2009, 16:59
Hallo,

danke für Eure ganzen Antworten!

Ihr seid mir gedanklich einen Schritt voraus. Wenn die Entscheidung zum - nennen wir es mal - "Kaufversuch" fallen würde, würden wir natürlich einen Gutachter einschalten, um auf Nummer Sicher zu gehen, bevor wir das Wagnis auf uns nehmen.

Aber meine momentane Frage ist: Glaubt Ihr, dass das Amtsgericht das Haus in diesem Zustand überhaupt noch verkaufen wird? (Denn Abriss und Neubau wäre dann ja doch nicht so unser Ding...)

Die Frage brennt mir deshalb so unter den Nägeln, weil ich ein ungeduldiger Mensch bin und mir vor allem unglaublich viele Gedanken mache - aber wegen der Osterfeiertage erfahren wir ja jetzt erst einmal eine Weile nichts. Daher die Bitte nach einer Einschätzung.

Prijon, der Hinweis auf die Versicherung war schon mal gut, daran hatte ich gestern gar nicht gedacht.

LG, Tigerherz

Tigerherz
10.04.2009, 17:06
Wie gut kennt ihr euch selbst in der Baubranche aus ?
promethea

Ich nehme mal, Deine Frage zielt darauf ab, ob wir das alles selbst renovieren könnten oder nicht. (Bitte korrigiere mich, wenn ich das falsch verstanden habe.)

Ohne den Wasserschaden hätten wir den Großteil der Arbeiten selbst oder mit Hilfe aus dem Verwandtenkreis bewerkstelligen können.

Es wäre die Elektrik zu überprüfen und ggf. in Teilen neu zu machen, ein Bad neu einzubauen und die Küche so herzurichten gewesen, dass man eine EBK überhaupt aufstellen kann. Alle Räume wären zu tapezieren/streichen gewesen, Fußböden neu zu legen. Das wäre alles kein Problem.

Teuer, da extern zuzukaufen, wäre der Einbau eines kompletten Heizsystems und ggf. bald oder später neue Fenster, außerdem Dämmung.

(Wenn ich das alles so aufschreibe, kommt es mir schon viiiiel vor :knatsch:)

Inaktiver User
10.04.2009, 21:05
Aber meine momentane Frage ist: Glaubt Ihr, dass das Amtsgericht das Haus in diesem Zustand überhaupt noch verkaufen wird? (Denn Abriss und Neubau wäre dann ja doch nicht so unser Ding...)


Warum nicht, es gibt doch einen Interessenten (ihr).

Aber warum ist es überhaupt zu dem Wasserschaden gekommen? Müssen eventuell die ganzen Wasserleitungen erneuert werden? Und was ist mit den gesamten Elektroleitungen? Können die den heutigen Belastungen überhaupt standhalten? Oder andere Frage, von wann ist das Haus?

Dämmung und entsprechende Fenster solltet ihr nicht später, sondern sofort machen. Das spart Geld, ansonsten heizt ihr das zum Fenster raus.

Tigerherz
10.04.2009, 22:35
Warum nicht, es gibt doch einen Interessenten (ihr).

Ja, schon. Aber so wie uns der Mann von der Volksbank da durch den Termin gehetzt hat... nach 15 min saßen wir wieder im Auto...

Bringt es ggf. nicht mehr, ein freies Grundstück anzubieten? (Ich muss so unbedarft fragen, ich weiß es wirklich nicht.)


Aber warum ist es überhaupt zu dem Wasserschaden gekommen? Müssen eventuell die ganzen Wasserleitungen erneuert werden?

Angeblich ist eine Toilettenspülung sehr lange gelaufen. Mehr weiß ich leider auch nicht.


Und was ist mit den gesamten Elektroleitungen? Können die den heutigen Belastungen überhaupt standhalten? Oder andere Frage, von wann ist das Haus?

Über die Elektroleitungen weiß ich derzeit auch nichts Genaues. Von wann das Haus ist, weiß ich leider auch nicht. Nicht einmal im Gutachten steht das...


Dämmung und entsprechende Fenster solltet ihr nicht später, sondern sofort machen. Das spart Geld, ansonsten heizt ihr das zum Fenster raus.

Wohl wahr!

Prijon
14.04.2009, 00:25
@ Tigerherz,

wenn ihr keinen WIRKLICH Baukundigen im Verwandten-/Freundeskreis habt: "Mietet" Euch einen Architekten bzw. sonstigen Sachverständigen und geht mit dem so schnell (bzw. langsam) durch das Haus, wie IHR das wollt.

DAS

Aber so wie uns der Mann von der Volksbank da durch den Termin gehetzt hat... nach 15 min saßen wir wieder im Auto...


geht nämlich gar nicht.

Prijon

Tigerherz
14.04.2009, 11:12
DAS geht nämlich gar nicht.
Prijon

Da stimme ich Dir komplett zu. Normalerweise wäre das für mich auch der Punkt, an dem ich genug hätte. Genau deswegen komme ich aber ja auf diese Ideen mit Verkauf oder eventuell doch ein Abbruch in Planung?!?

Inaktiver User
20.04.2009, 19:36
Gutachter beauftragen, ob der 300 oder 700 kostet sollte egal sein.
In der Regel müssen die Decken geöffnet werden, die Einschübe saugen sich voll mit dem Wasser und wenn die Wände schon schimmelig sind muss vermutlich eine Schwammsanierung durchgeführt werden. Das ist nicht preiswert.
Aber ein 6 Monate alter Schaden ist beherrschbar und die Kosten sind erfassbar.
Es gibt Profifirmen für die Trockenlegung von Decken usw.
Bei einer Versicherung wird dir da geholfen, die haben Erfahrung mit Wasserschäden. :freches grinsen:
V.G.

Tigerherz
21.04.2009, 08:36
Hallo Frank, danke für Deine Antwort.


Gutachter beauftragen, ob der 300 oder 700 kostet sollte egal sein.

Das täte zwar ein bisschen weh, wenn wir dann nicht kaufen. Aber natürlich würden wir es tun.


In der Regel müssen die Decken geöffnet werden, die Einschübe saugen sich voll mit dem Wasser und wenn die Wände schon schimmelig sind muss vermutlich eine Schwammsanierung durchgeführt werden. Das ist nicht preiswert.

Wo kann man denn jetzt im Vorfeld einen groben Preis / eine Preisspanne für so was erfahren? Frank, hast Du einen groben Richtwert à la "Mit x Euro pro qm sind Sie dabei..."?


Aber ein 6 Monate alter Schaden ist beherrschbar und die Kosten sind erfassbar.

Noch ist der Schaden ja nicht einmal sechs Monate alt.

Habe heute noch mal bei der Volksbank nachgefragt, wie denn der Sachstand nun momentan ist. Schau ma mal, was da als Antwort kommt ;-) Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Tigerherz
22.04.2009, 07:42
Neuigkeiten: Die Immobilie soll schnellstmöglich verkauft werden und wir sollen ein Gebot abgeben.

Ich sehe 5 Handlungsmöglichkeiten:

1. Das Haus blind kaufen (scheidet aus!)

2. Mit einem "Halbsachverständigen", der uns nichts kostet, das Haus in Ruhe anschauen, und danach entscheiden, ob wir
a) vor einer endgültigen Entscheidung noch einen richtigen Sachverständigen einbeziehen
oder b) vom Kauf Abstand nehmen.

3. Direkt einen Sachverständigen einschalten und dann entscheiden.

4. Jetzt entscheiden, dass wir nicht kaufen, ohne dass wir noch einmal im Haus waren.

Ich werde das Thema wahrscheinlich erst WE mit meinem Freund diskutieren können. Was denkt Ihr?

Inaktiver User
22.04.2009, 08:36
Neuigkeiten: Die Immobilie soll schnellstmöglich verkauft werden und wir sollen ein Gebot abgeben.

Ich sehe 5 Handlungsmöglichkeiten:

1. Das Haus blind kaufen (scheidet aus!)

2. Mit einem "Halbsachverständigen", der uns nichts kostet, das Haus in Ruhe anschauen, und danach entscheiden, ob wir
a) vor einer endgültigen Entscheidung noch einen richtigen Sachverständigen einbeziehen
oder b) vom Kauf Abstand nehmen.

3. Direkt einen Sachverständigen einschalten und dann entscheiden.

4. Jetzt entscheiden, dass wir nicht kaufen, ohne dass wir noch einmal im Haus waren.

Ich werde das Thema wahrscheinlich erst WE mit meinem Freund diskutieren können. Was denkt Ihr?

Ich bin für Möglichkeit 3.

Bei allen anderen Möglichkeiten könnte es sein, dass du dich hinterher ärgerst. Egal wie du dich entscheidest.

Kaufst du nicht und das Haus geht an jemand anderen, der es dann toll renoviert, wirst du dich ärgern. Wird es nicht verkauft und abgerissen wirst du dich fragen, ob es nicht doch zu retten war. Kaufst du es und es stellen sich noch einige versteckte Probleme heraus, ärgerst du dich ganz sicher.

Ein Sachverständiger kann dir auch bestimmt etwas zu den Kosten für eine Instandsetzung des Hauses sagen. So kannst du dann auch besser kalkulieren.

Promethea71
22.04.2009, 09:00
definitiv Nr. 3 !

MorningStar1
22.04.2009, 09:18
Ebenfalls Nr. 3, bin recht erfahren in Hauskauf und -verkauf.

Ich hab nur einmal ohne Sachverständigen gearbeitet, das letzte Mal, daß ich gekauft habe, weil: Ich wußte, dass ich das Haus sowieso abreissen würde.

Da hab ich mich aber erkundigt, was so ein Abriß kostet.

Also: Immer schön alle Kosten genau wissen, das hilft!

Inaktiver User
22.04.2009, 09:18
Ein Gebot abgeben? Das kommt der Bank natürlich entgegen.

Wieviel war das Haus vor dem Schaden denn Wert?

Eine Bekannte von uns will ihr Haus auch verkaufen. Das müßte ebenfalls kernsaniert werden und da ist man schnell mal 100TEUR los. Aber wenn man das Haus günstig kaufen kann (mehr als 30TEUR würde ich z.B. dafür nicht zahlen) dann bekommt man günstig ein Haus - allerdings ist so eine Kernsanierung richtig aufwändig.

Inaktiver User
22.04.2009, 15:58
Schnelle Entscheidungen sind schlechte Entscheidungen.
Allein die Tatsachen, dass du nun schon X-ten mal nachfragst lässt nur den Schluss zu, du hast ein schlechtes Bauchgefühl.
Also 3., von ihm einen Richtpreis abfragen und ./. 30% als Gebot abgeben.
Nennt man Abwehrangebot, wenn die Bank wieder mal was anbietet, dann denkt sich wieder an dich. :freches grinsen:
V.G.

Tigerherz
22.04.2009, 17:22
Danke, Sina, Promethea, MorningStar, für Eure Einschätzungen!



Wieviel war das Haus vor dem Schaden denn Wert?


Im Gutachten standen 94.000 Euro. Für hiesige Verhältnisse ein Traum, denn das Haus steht in Süddeutschland (nein, nicht München ;-))

Tigerherz
22.04.2009, 17:28
Schnelle Entscheidungen sind schlechte Entscheidungen.
D'accord!



Allein die Tatsachen, dass du nun schon X-ten mal nachfragst lässt nur den Schluss zu, du hast ein schlechtes Bauchgefühl.

Nö, sehe ich nicht so. Mein derzeitiges Bauchgefühl heißt "Ich würde gern abschätzen können, ob es sich lohnt zu investieren." Und mit investieren meine ich nicht nur den Kaufpreis, sondern eben auch das Gutachterhonorar. Daher kommt der Gedanke: Wenn jemand Erfahreneres als ich, den ich kostenlos mitnehmen kann, schon sagen würde "Vergiss es", dann würde ich mir wohl die 300-700 Euro Gutachterhonorar sparen. Denn was man mit dem Geld Besseres machen könnte, fiele mir sofort ein. Und sagt jetzt nicht, dass ich kein Haus kaufen soll, wenn ich mir diesen Mini-Betrag so lange überlege. Es geht mir darum, dass ich den mit wenig Aufwand sparen könnte.



Also 3., von ihm einen Richtpreis abfragen und ./. 30% als Gebot abgeben.
Nennt man Abwehrangebot, wenn die Bank wieder mal was anbietet, dann denkt sich wieder an dich. :freches grinsen:


Hab ich nicht kapiert... War aber den ganzen Tag auf ner Sitzung und bin von daher gerade nur begrenzt zurechnungsfähig...

Anastasia1960
25.04.2009, 08:57
Ruf doch bei der IHK an und lasse dir Adressen von Bausachverständigen geben. Dir scheint ja schon was an dem Haus zu liegen, also nutze den Rat eines Sachverständigen.

Tigerherz
30.05.2009, 08:55
Update: Wir kaufen zu 99,999%. Und zwar ein anderes Haus. :freches grinsen:

Danke noch einmal für Eure Hilfe in dieser Angelegenheit! Zum anderen Haus mache ich einen neuen Strang auf, weil wir dort ganz andere Themen als Wasserschäden zu bewältigen haben.

Grüße
Tigerherz

Promethea71
30.05.2009, 09:49
Schön, dass wir das Ergebnis erfahren. ;-))
Viel Spaß und Glück mit dem anderen Haus.

Liebe Grüße

promethea

MorningStar1
02.06.2009, 08:13
Ah - viel Glück mit dem neuen Haus!

(Ich richte schon vorauseilend Brot und Salz her ...)