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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neu dabei - Erfahrungen mit EC-DOC?



christiane1609
18.03.2009, 11:53
Hallo, bisher habe ich mich mit anderen Foren beschäftigt, aber nun bin ich hier. Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe eine 9-jährige Tochter. Meine Mutter ist mit 49 an Brustkrebs erkrankt und kämpft seit 2 Jahren mit Eierstockkrebs (sie ist 64). Eine Genanalyse hatten wir kürzlich angestoßen, aber erst mal aufgeschoben.

Auf meiner Mammographie vor 6 Wochen sah man nichts; meine "Zyste" wurde letzte Woche als Invasiv duktales MaCa diagnostiziert (T2, N0, M0, G2, ER0, Her2 0, KI67 40%). Als nächstes wird ein Knochenszintigramm und die Entnahme des Wächterlymphknotens folgen.

Aber die Chemo wurde schon festgelegt: EC-DOC. Nächste Woche wird es aller Voraussicht nach losgehen. Wie sind Eure Erfahrungen mit dieser Behandlung? Heute Nachmittag haben wir ein weiteres Gespräch in der Uniklinik (Köln).

Danke im Voraus für Eure Unterstützung.

edytaanna
18.03.2009, 21:16
hallo Christiane,

es tut mei leid, dich auf diesem Wege hier kennenzulernen...

Ich hatte vor 3 jahren EC-DOC- ich nehme an, das ist Epirubicin und Docetaxel. Ich hatte insgesamt 8 Zyklen. Also 4xEpi, und 4x Doc.
Es ging mir nicht besonders gut, ich hatte alle mögliche Nebenwirkungen: unter Epirubicin: Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, natürlich leider Haarausfall, später unter Docetaxel: Knochenschmerzen, meine Fingernägel haben sich abgelöst, zum Schluß gingen noch meine Wimpern und Augenbrauen weg.
Heute geht es mir besser, allerdings, ich glaube, ich gehöre mehr zu der Ausnahme, da meine Haare bis heute kaum nachgewachsen sind dh:ich muss immer noch meine Perücke tragen. Ich bin 34jahre und muss unter diesen schrecklichen Nebenwirkungen sehr leiden. Es gibt allerdings auch Frauen, die diese Chemo. viel besser vertragen haben als ich. Also Christiane hoffe für dich sehr, dass du viel leichter diese Nebenwirkungen erträgst als ich, und dass deine Haare bald wieder kommen.

Alles Liebe und viel Kraft!!!!!!!!!!!!für dich und deine Mutter!!:blumengabe::blumengabe:

christiane1609
19.03.2009, 07:25
Ja, EC ist eine Kombination aus Epirubicin/Cyclophosphamid und DOC ist Docetaxel (Taxotere). Aktuell bin ich noch recht zuversichtlich (eher sehr wütend als verzweifelt), aber da werde ich irgendwie durchmüssen - wie ihr alle hier im Forum. Hauptsache, die Behandlung hat den gewünschten Erfolg.

Zitronengras
20.03.2009, 09:23
Hallo und herzlich willkommen, wenn auch der Anlass leider traurig ist.

Ich bekomme ähnliche Medikamente als Chemo, allerdings nich nacheinander, sondern auf einmal:
TAC (Taxotere=DOC, Doxorubincin=quasi Epirubisin, C=Cyclophosphamid=wie bei Dir).

Habe meine letzte Chemo am Montag, bin also fast durch. Chemo ist schlimm, aber man geht irgendwie durch. Es ist halt eine Berg- und Talfahrt, ich hab gute Tage, schlechte Tage und sehr schlechte Tage. Gegen fast alles gibts gute Medikamente, nur leider nicht gegen Haarausfall.

Mein Tumor war ziemlich groß, 3,8x3,4cm und ziemlich agressiv (G3). Vielleicht macht DIr das ja Mut: nach der 3. Chemo haben sie nochmal ne Biopsie gemacht mit dem Ergebnis: keine Tumorzellen mehr nachweisbar! :musiker: Zur Sicherheit habe ich aber die Chemo auf Empfehlung der Ärzte weiter durchgezogen, insgesamt 6 mal TAC.

OP und Bestrahlung werden folgen. Die Medikamente, die Du (und auhc ich) bekommst, sind sehr sehr wirksam. Wenn Du magst, schau mal in den Nachbarstrang ("Panik...."), da schreiben noch Kappuziner und Kati, die beide auch TAC bekamen und auch andere liebe Frauen. Sind allerdings mittlerweile schon sehr viele Antworten. WIr haben während der gesamten Chemozeit geschrieben, da kannst Du quasi live nachlesen, wie es so lief. Und natürlich bist Du auch herzlich eingeladen, mitzuschreiben.

Inaktiver User
20.03.2009, 12:23
Hallo Christiane,

vielleicht kannst du bei den Ärzten deines Brustzentrums veranlassen, dass sie den UPA/PAI1-Wert untersuchen.

Auf der Seite der Frauenklinik der TU München steht beispielsweise:

Im Tumorgewebe werden bei Patientinnen mit Brust- und Eierstockkrebs (uPA, PAI-1) bestimmt, die uns helfen, das Risiko für das Wiederauftreten der Erkrankung einzuschätzen. Durch Bestimmung dieser Faktoren können wir zum Beispiel bei einem Teil der Brustkrebspatientinnen eine unterstützende Chemotherapie vermeiden. Die Frauenklinik ist Studienleitzentrum bzw. Studienzentrale für neue Behandlungsstrategien beim Eierstock- und Brustkrebs.

Alles Gute
solis

fiat500
26.03.2009, 18:28
Hallo Christiane,

Ich hatte beim lesen deines Artikels das gefühl in einen Spiegel zu sehen. Es scheint, dass ich in Köln eine Doppelgängerin (fast) habe.

Ich bin (seit 2 Wochen) 45 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder: Tochter 11 und Sohn 6 Jahre alt.

Meine Mutter hatte mit 45 Brustkrebs, an dem sie allerdings leider nach 5 Jahren gestorben ist. Eine Genanalyse habe n wir auch erst mal aufgeschoben.

Auf meiner Mammographie vor 6 Wochen sah man nur eine Entzündung. Auch das MRT hat keinen Tumor sichtbar gemacht, dieser wurde nur durch eine Stanze in "die unscharfen Stellen der Sono" endgültig als invasiv duktales MaCa diagnostiziert. Bisher sind meine Lymphknoten nur reaktiv vergrößert und ich habe keine Metastasen. Also alles in allem gute Chancen. Die Abkürzungen deiner Biopsie sagen mir nicht so viel, da würde ich mich über Aufklärung freuen.

Vor 10 Tagen hatte ich die erste Chemo EC also Epirubicin und Cyclophosphamid. Es hat alles gut geklappt. Allerdings habe ich mich dann die erste Nacht jede halbe Stunde übergeben müssen. Danach war mir noch ein paar Tage übel und ich habe mich vor Essen geekelt. Es gibt aber Medikamente gegen die Übelkeit und ich denke das muß nicht so sein. Ich habe vermutlich zu spät angefangen meine "Antikotzpillen" zu nehmen und konnte sie dann nicht mehr bei mir behalten. Danach habe ich praktisch nichts mehr gemerkt. Ich fühle mich ganz fit.Meine Haare habe ich auch noch, aber das wird sich sicher ändern.

Vermutlich wird es nicht bei den wenigen Nebenwirkungen bleiben, aber das muss eben über sich ergehen lassen. Ich versuche die Chemo als Kampfmittel zu sehen, das mir hilft und nicht als etwas gegen das man kämpfen muss.

Ich bekomme 4 mal alle drei Wochen EC und dann im Anschluß DOC TAC.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft. Ich habe in den letzten Wochen so viele Menschen kennengelernt, die das Leben bereichern und mir Stärke geben. Das wünsche ich Dir auch.

Corinna

christiane1609
27.03.2009, 09:01
Danke für Eure Rückmeldungen.

@Solis: neue Leiterin des Brustzentrums in Köln ist seit 1.3. Frau Dr. Hardeck. Sie kam aus München und ist auf die uPA/PAI-Test spezialisiert. Am Dienstag habe ich einen Termin mit ihr und werde das Thema mal ansprechen.

Gestern ist mein Wächterlymphknoten entfernt worden. Nun habe ich alle Vorbereitungen hinter mir und gehe davon aus, dass nächste Woche die Chemo beginnt. In den nächsten Tagen werde ich mich mal mit dem Thema "Perücken" beschäftigen. Wahrscheinlich ist es besser, wenn man diese noch mit seiner "alten" Frisur aussucht.

Ich werde mich dann demnächst wohl in den Strang "Scheiss Chemo" einklinken.

Gruß
Christiane

Inaktiver User
28.03.2009, 14:31
Hallo Christiane,

ich habe meine Diagnose seit November 08 und habe genau diese Chemo, die du wohl auch bekommst. Also 4x EC und derzeit gerade 4x Doc (Docetaxel). Allerdings bekomme ich zusätzlich Avastin (Bevacizumab).

Die Chemo mit EC habe ich nicht so gut vertragen Hatte bei der ersten tierische Probleme, was aber damit zusammenhängt, ich bin gerade 41 geworden, und war noch nicht in den Wechseljahren, und wurde sozusagen direkt da hineinkatapultiert. Das heißt: ziemliche Schweißausbrüche. Ich muss aber sagen, dass es sich nun eingependelt hat, die Schweißausbrüche sind nun fast weg (gerne auch nachts). Sonst hatte ich die ersten Tage etwas Übelkeit. Mit jeder Chemo wurde das etwas stärker, trotz Tabletten dagegen (die Tabletten IMMER nehmen, wenn Du welche bekommts!!), Apetitlosigkeit, trockene Schleimhäute (Mund und Nase, unten herum), Verdauungsprobleme (Verstopfung, und dann auch Durchfall direkt danach), etwas Kribbeln in den Fingern, Nägel wurden etwas rillig (sind aber noch dran), leichte bis mittlere Depressive Verstimmung. Ca. 14 Tage nach der ersten Chemo haben sich dann die Kopfhaare verabschiedet. Nach der 4. EC Chemo waren auch die Augenbrauen und Wimpern fast komplett weg. Nach den Chemos hatte ich auch immer ca. eine Woche eine gelbliche ungesunde Gesichtsfarbe, fast als hätte man Gelbsucht. Danach ging es wieder.

Seit der 5. bekomme ich jetzt Docetaxel. Lustigerweise fangen gerade meine Kopfhaare wieder an zu wachsen, habe gerade einen Babyflaum auf dem Kopf. Auch Wimpern und Augenbrauen scheinen gerade wieder am wachsen zu sein. Habe aber eine Woche davor mit Vitamin B Komplex Tabletten angefangen, keine Ahnung, ob es damit zusammenhängt. Vielleicht liegt es mit dem Haarwuchs auch daran, dass die Chemo aufgrund Erkältung um eine Woche verschoben werden musste und ich praktisch zwischen der 4. und 5. Chemo 4 Wochen (statt wie sonst 3 Wochen) Pause hatte. Die Nebenwirkungen dieser Chemo halten sich bisher in Grenzen. Bis jetzt keine Probleme mit Übelkeit (am liebsten hätte ich die blöde Kortisontablette, die ich noch bekommen hatte, gar nicht mehr genommen. Die machen für ein od. zwei Tage eine super rote Gesichtsfarbe. Das einzige was ich bisher an Nebenwirkungen bemerkt habe: ein bischen Gefühlstörungen in den fingern und Zehen. Fing so am 2. und 3. TAg an. Die Finger schmerzen leicht vorne in den Kuppen, vor allem, wenn ich etwas berühre. Vorausgesagt wurden mir Knochen- und Muskelschmerzen. Die waren bei der 1. Doc noch nicht so schlimm, dass ich Schmerzmittel hätte nehmen müssen. Ansonsten habe ich sicherheitshalber Ibuprofen 400 bekommen. Die Schleimhäute und das Zahnfleisch waren jetzt auch etwas trocken in der ersten Woche, aber es geht bisher.

Die Nebenwirkungen sollen aber nicht wirklich bei jeder Patientin so auftreten. Ich gehörte leider zu den 10 von 100 Patientinnen, die fast alle Nebenwirkungen der EC Chemo hatten. Bis jetzt bei Doc war es sehr viel besser. Aber auch wenn es anders wäre: Da muß man leider durch.

Ich hoffe Du hast Rückhalt von der Familie und mache mit besonderen Anstrengungen ein bißchen langsam. Ansonsten drücke ich - trotz leichter Schmerzen in den Fingern - beide Daumen, dass der Sentinel-Lymphknoten bei Dir nicht befallen ist.

Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du vielleicht nicht alle Nebenwirkungen so arg bekommts. Wenn doch, halte Dir immer vor Augen, dass es schließlich den bösen Feind in der Brust besiegen soll. Den kann man ja nicht mit Zucker vertreiben...

Liebe Grüße,
Kylie