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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dossiertalk: Angst



BRIGITTE Community-Team
06.03.2009, 11:20
Liebe Userinnen, liebe User,

einen Grund, sich zu fürchten, gibt es immer. Zurzeit beschäftigt sehr viele die Finanzkrise und die Sorge um die Arbeitsplatz. Aber auch ohne aktuellen Anlass gehört Angst zum Alltag. Mit der Angst beschäftigt sich das Dossier der aktuellen BRIGITTE (Heft 7, ab 11. März am Kiosk): Wann kann sie helfen, wann lähmt sie? Antworten hierauf gibt Angstforscher Borwin Bandelow (http://www.brigitte.de/liebe-sex/persoenlichkeit/angst-1009224/). Er erklärt auch den grundlegenden Unterschied zwischen ganz normaler Angst und Panik, die einem das Leben zur Hölle macht.

Wovor haben Sie Angst? Und wie gehen Sie mit Ihrer Angst um? Fürchten Sie sich vor Ihrer Angst - oder hat Sie Ihnen im Leben auch schon geholfen? Leben Sie nicht mit Angst und Sorgen, sondern in Panik, die Sie kaum in den Griff bekommen? Erzählen Sie davon!

Wir wünschen einen spannenden Austausch!

Ihr BRIGITTE.de-Team

Augustaluise
26.03.2009, 23:27
Liebe Userinnen, liebe User,

einen Grund, sich zu fürchten, gibt es immer. Zurzeit beschäftigt sehr viele die Finanzkrise und die Sorge um die Arbeitsplatz. Aber auch ohne aktuellen Anlass gehört Angst zum Alltag. Mit der Angst beschäftigt sich das Dossier der aktuellen BRIGITTE (Heft 7, ab 11. März am Kiosk): Wann kann sie helfen, wann lähmt sie? Antworten hierauf gibt Angstforscher Borwin Bandelow (http://www.brigitte.de/liebe-sex/persoenlichkeit/angst-1009224/). Er erklärt auch den grundlegenden Unterschied zwischen ganz normaler Angst und Panik, die einem das Leben zur Hölle macht.

Wovor haben Sie Angst? Und wie gehen Sie mit Ihrer Angst um? Fürchten Sie sich vor Ihrer Angst - oder hat Sie Ihnen im Leben auch schon geholfen? Leben Sie nicht mit Angst und Sorgen, sondern in Panik, die Sie kaum in den Griff bekommen? Erzählen Sie davon!

Wir wünschen einen spannenden Austausch!

Ihr BRIGITTE.de-Team
Auch habe gelegentlich Angst - meist sind es keine großen Anläse. Beispielsweise habe ich einen Gatten, der ständig alles runtermacht, den dritten Weltkrieg oder den baldigen Untergang der Zivilisation voraussagt. Manchmal habe ich regelrecht Angst davor, wenn er nach Hause kommt und mir wieder alles vermiest. Ich habe zwar aufgehört, es an mich heran zu lassen, aber so ein mulmiges Gefühl habe ich doch oft. Zumal ich ihm auch nichts Recht machen kann- egal, ob ich etwas schönes für die Wohnung gekauft oder ein leckeres Essen zubereitet habe. Der ständige Druck, ein so unfähiges Wesen zu sein machte mir lange schwer zu schaffen.

Doch letztes Jahr hat sich etwas verändert. Ich hatte ein durchgebrochenes Magengeschwür und wäre bei der Operation fast gestorben. Neun Tage Koma und eine monatelange Rekonvaleszenz, in der ich sehr viel tun musste, um meinen Köper wieder aufzubauen, haben mich Selbstvertrauen gelehrt. Wenn der Gute jetzt wieder versucht, mich und mein Tun abzuwerten, höre ich einfach nicht hin.

Ich hatte auch schwere Panikanfälle, die wie aus dem Nichts und ohne ersichtlichen Grund auftraten. Während der Reha bekam ich Tabletten, die ich nahm, wenn es losging. Auch danach zu Hause muste ich noch zwei, drei Monate etwa dreimal die Woche die Tabletten schlzucken. Mittlerweile habe ich meine Tabletten als Versicherung im Schrank liegen. Nehmen muss ich sie nur noch selten. Je besser es mir geht und je weniger ich mich von meinem Mann in die Ecke "kleines Doofchen" drängen lasse desto seltener überkommt mich Panik.

Ich denke, dass Angst und auch Panik - wie in dem Beitrag ja auch deutlich aufgezeigt - mit der Umwelt, den Menschen und häufig auch dem Partner, Kollegen oder der eigene Familie zusammenhängt.

Mir geht es wieder gut. Früher haben mich Sprüche wie "unser Ehe war eine 14-jährige Ehehölle" sehr verletzt und auch hilflos gemacht. Jetzt höre ich diese vernichtende Kritik an mir - und lasse es abgleiten. Ich bin weder hilflos noch dumm. Ich WEISS, dass ich nicht dumm und unfähig bin!!!

Ich würde mich freuen, wenn sich andere Brigitte-Leser dazu durchringen könnten, über ihre Erfahrungen zu berichten. Ich habe gelernt:Wenn Du es aussprechen kannst, wenn Du anderen davon berichten kannst, dann wirst Du feststellen, dass Du nicht allein bist. Und was noch wichtiger ist: Du wirst ernst genommen, die Menschen glauben Dir. Und niemand wird dich für ein unfähiges Doofchen mit eingebildeten Probleme halten.

Joannaa
13.04.2009, 18:34
Gibt es wirklich nur einen Eintrag bisher zu diesem Thema? oder gucken alle nur "ängstlich", was da wohl kommt - so wie ich bisher?
Angst ist vielleicht nicht nur für mich (?) mit sehr viel Scham besetzt, jedenfalls diese irrationale, von der man selbst schon weiß, dass sie "kindisch, neurotisch, unangemessen" ist, dass ich selbst dann also ...,...,... bin. Da muss ich mich ja nicht unbedingt noch mit erwischen lassen, also schön im eigenen Kämmerlein bleiben! Muss man wirklich erst so krank werden (wie im 1. Beitrag), um den Mut zu finden, zu seiner Angst, also endlich zu sich selbst zu stehen? Dann habe ich noch einen langen Weg vor mir, denn außer so 2,3 Panik-Erfahrungen (ich schreibe bewusst nicht Attacke: Attacke klingt wie etwas von außen, aber mir ist schon klar, dass ich das ganz selbst zustande bringe) und dem Wissen, dass ich mich in bestimmten Situationen wie ein Häuchen Elend fühle - was ich gut kaschieren kann, ich wirke dann allenfalls etwas "aufgedreht" - weil ich vor Nervosität fast keinen Teller halten kann - habe ich "alles unter Kontrolle" (natürlich nicht!). Eine Angst-SHG habe ich mal für ein paar Wochen besucht - anonym, eine Stadt weiter sozusagen. Viel gesagt habe ich nicht, obwohl die Leute dort sehr nett waren.
So hält meine eine Angst (Scham) meine andere in Schach. Perfekt. Ich sehe mir dabei zu wie einer Protagonistin in einem Film. Wie geht es wohl weiter?

Inaktiver User
13.04.2009, 19:19
Ich habe meinen Beitrag rausgenommen, weil ich finde, er paßt nicht zu den vorherigen.

Inaktiver User
22.04.2009, 09:58
Muss man wirklich erst so krank werden (wie im 1. Beitrag), um den Mut zu finden, zu seiner Angst, also endlich zu sich selbst zu stehen?

Nein, das muss man natürlich nicht, und es ist auch keineswegs ratsam, auf den Extremfall zu warten. Denn es könnte sein, dass der Punkt, an dem nichs mehr geht, genau zu einem Zeitpunkt in Deinem leben kommt, an dem er Dich vollständig aus Deinem Alltagsleben und aus all Deinen Plänen und Aufgaben herauskickt - und das kann unwiderruflich sein.
Wenn Du Dich dagegen jetzt um einen Therapieplatz kümmerst, kannst Du die Bearbeitung Deiner Angst noch in Dein ganz normales Leben einbauen. Und was die Scham betrifft: Angststörungen gehören zu den häufigen Störungen, der Anteil der Menschen, die irgendwann im Leben einmal davon betroffen sind, ist hoch.

zappelsusi
28.04.2009, 20:54
hallo joannaa,

ich verstehe, daß du deine ängste lieber bei dir behälst, also im stillen kämmerlein, damit sie keiner mitbekommt. aber was ist, wenn du in eine situation gerätst, wo du damit nicht mehr umzugehen weißt, wenn dich diese situation umhaut, wenn sie dich lähmt? jetzt, wo es noch nicht zu schlimm ist für dich und du die ängste aushalten kannst, würde ich mich um professionelle hilfe bemühen. es hilft schon enorm, sich jemandem anzuvertrauen und zu sehen, daß man mit seinen ängsten nicht alleine dasteht. nur mut! der erste schritt ist der schwierigste.