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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diazepam ( Valium ) Mutter (82 ) zum Entzug ?



Inaktiver User
17.02.2009, 16:55
Hallo Ihr da Draußen,
brauche eure Hilfe. Beim gestrigen Arztbesuch mit meiner Mutter kam heraus, sie ist wieder abhängig von Diazepam. Seit dem Tode meines Vaters vor 7 Jahren ist sie wieder in die Abhängigkeit geraten. 1994 hatte sie bereits einen Entzug von Valium in einer Klinik. Ich viel aus allen Wolken, habe es wirklich nicht gemerkt. Alle "ihre Wehwechen " habe ich aufs Alter geschoben.
Der Arzt- knallhart, sagte ihre Mutter ist bekifft !!!! Hilfe, er hat doch dazu beigetragen. Immer schön verschrieben dazu noch Schlaftabletten.
Jetzt soll sie mit meiner Hilfe kontrolliert Valium nehmen und bekommt kein Rezept mehr.( Nur ich ) Wer hilft mir, die KK, der ärztliche Dienst , ein anderer Arzt. Geht ein Entzug im Alter ?
Ich bin kopf- und ratlos.....

DANKE

LG
inga

Samt
17.02.2009, 18:24
Hallo, kannst Du ihr denn nicht ihre tägliche Dosis geben, oder wohnst Du zu weit weg von ihr?

Dachziegel
17.02.2009, 23:19
Was hält Deine Mutter denn von der kontrollierten Einnahme? Will sie überhaupt reduzieren? Ist sie noch klaren Verstandes?
Wieviel hat sie bisher genommen, wie viel soll sie zukünftig einnehmen? Soll das ein Entzug (also ausschleichen bis auf Null) oder nur eine Dosisreduktion werden?
Der Arzt sollte Dich UND Deine Mutter genau aufklären, was Du machen sollst, und ob Du ggf mit irgendwelchen Wirkungen bei Deiner Mutter rechnen musst.

Donna3
18.02.2009, 10:51
der arzt macht es sich aber sehr einfach. ich würde mir nochmal einen termin geben lassen und genau fragen, was du machen sollst.
ansonsten gibt es doch sicher beratungsstellen für medikamentenabhängige und selbsthilfegruppen in eurer stadt. ich würde mal googeln.

Inaktiver User
18.02.2009, 11:28
Hallo Inga,

deine Mutter ist 82, also eine erwachsene Frau mit einem prallen Leben und einem schmerzhaften Verlust.

Behandel sie nicht wie ein Kleinkind, das die Bonbons rationiert kriegt, nimm ihr nicht den Rest ihrer Würde zu bestimmen, wie sie leben (oder sterben) will.

Lass sie entscheiden, was sie tun will - süchtig hin oder her.

Der Entzug von Medikamenten / Diazepam / Valium ist einer der härtesten Entzüge. Denn er dauert Monate...
Ich hab das live bei einer Jahre jüngeren Freundin erlebt, die halb so alt wie deine Mutter ist, ihr Körper hat das verkraftet - aber das wünsch ich meinem ärgsten Feind nicht.

Wer weiss, was der Entzug bei ihr bewirkt, in dem Alter? Hast du dich erkundigt?

Und lass dich nicht zum Handlanger dieses Arztes machen, es ist nicht dein Job.

Lass deine Mutter entscheiden.

brighid
18.02.2009, 12:33
das eine ist die suchtberatung. auch anonym. telefonisch

und das andere: der arzt ist der täter, nicht deine mutter!

als erstes den arzt auswechseln.

brighid
18.02.2009, 13:25
nachsatz:

der arzt versorgt deine mutter jahrelang mit dem rezept.

schlichtweg ist ihr lieferant, macht sie abhängig und dann lässt er sie auf cold-turkey kommen.

sehr menschliche medizinisch korrekte verhaltensweise- (sarkasmusmodus) und hat dann noch nicht mal das rückgrat, aus seiner sicht passende alternativen anzubieten.

so jemand gehört bei der kassenärztlichen vereinigung als drogendealer erster güte angezeigt.

auf jeden fall- anderen arzt!

Inaktiver User
18.02.2009, 15:38
Hallo und Danke für eure Antworten.
Ja wir wechseln den Arzt :-(( und begeben uns in Fachärztliche Hände. das vorab. Einen Entzug möchte meine Mutter auf keinen Fall machen, hatte sie bereits und kennt das :knatsch:

Einen Entzug sollen wir ja auch nicht machen, lt beh. Arzt. Obwohl eine befreundete Ärztin meiner Freundin es auch mit 82 noch für möglich hält.
Man kann mit süchtigen Senioren nicht reden, sie machen zu und gestehen nichts ein !!!!

Durch ihr unkontrolliertes " Einwerfen " hat sie soviele Nebenwirkungen, das es jetzt kontrolliert geschehen muss.
Ich hole mir Rat bei der Drogenberatungsstelle oder in der Klinik wo sie schon einmal war. Soweit bin ich jetzt aufgeklärt. Alleine mache ich das nicht.
Mit dem unverantwortlichen Hausarzt meiner Mutter sprechen mein Bruder und ich noch einmal und holen uns eine Überweisung.

Heute habe ich auch erfahren, wieviel Senioren Suchtmittel bekommen und alleine gelassen werden. Sie sind still, benebelt und ruhig gestellt.
Wer bitte schön hat denn noch Zeit oder aber erkennt man als Tochter es immer, ob Mutter süchtig ist ?
Ich habe es nicht gemekrt.

LG
inga

ixyz
18.02.2009, 15:42
Der Arzt gehört bei der Kammer "angezeigt".

Habe einen ähnlichen Fall in der Familie, deshalb fühle ich mit Dir.

Laß Dich nicht mit runterziehen. Deine Mutter ist süchtig- es ist eine Krankheit.
Nimm Dir Auszeiten für Dich.
Du bist nicht für ihre Erkrankung verantwortlich- bei uns hat's auch keiner gemerkt.
:blumengabe:

brighid
18.02.2009, 15:43
inga, aus deinem letzten satz höre ich sowas wie als ob dir jemand, noch so leise einen vorwurf machen würde.

vielleicht du dir selbst?


dazu besteht absolut kein grund für. du hast nach bestem wissen und gewissen gehandelt. ich finde es gut, dass ihr euch so rigoros jetzt um euere mutter kümmert.

und ich drücke euch allen die daumen.

:blumengabe:

Donna3
18.02.2009, 17:56
inga, aus deinem letzten satz höre ich sowas wie als ob dir jemand, noch so leise einen vorwurf machen würde.

vielleicht du dir selbst?


dazu besteht absolut kein grund für. du hast nach bestem wissen und gewissen gehandelt. ich finde es gut, dass ihr euch so rigoros jetzt um euere mutter kümmert.

und ich drücke euch allen die daumen.

:blumengabe:

dem kann ich mich nur anschließen.

JanaFreese
18.02.2009, 18:43
Durch ihr unkontrolliertes " Einwerfen " hat sie soviele Nebenwirkungen, das es jetzt kontrolliert geschehen muss.

Welche sollen das denn sein? Das Spektrum der Nebenwirkungen von Diazepam ist ja eigentlich recht begrenzt.

So richtig problematisch bei älteren Menschen ist natürlich die muskelrelaxierende Wirkung - die aber eigentlich keine Nebenwirkung, sondern eine der gewünschten Hauptwirkungen ist. Nur erhöht das, zusammen mit der allgemeinen Sedierung, speziell bei alten Menschen, das Risiko zu stürzen.

Abgesehen davon bin ich ja generell für das Recht auf Rausch und sehe nicht unbedingt, dass man einer 82jährigen da jetzt allzu rigide Einschränkungen auferlegen sollte. Das Gefahren einer Sucht würde ich in diesem Alter nicht mehr als die ganz große Bedrohung ansehen.

Was die Frage der Lebensqualität angeht, halte ich es sogar für denkbar, dass Konsum besser ist, als Entzug. Nur ist es vielleicht nicht unbedingt richtig, wenn dieser Konsum auf Rezept geht und also auf Kosten der Solidargemeinschaft finanziert würde.


All the Best
Jana

_Beate_
18.02.2009, 18:57
Welche sollen das denn sein? Das Spektrum der Nebenwirkungen von Diazepam ist ja eigentlich recht begrenzt.



So begrenzt dann doch nicht:

Mit folgenden Nebenwirkungen ist häufig zu rechnen: Unerwünscht starke Tagessedierung sowie Müdigkeit (Schläfrigkeit, Mattigkeit, Benommenheit, verlängerte Reaktionszeit), Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ataxie, Verwirrtheit, anterograde Amnesie. Am Morgen nach der abendlichen Einnahme können Überhangseffekte (Konzentrationsstörung und Restmüdigkeit) die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen. Wegen der muskelrelaxierenden Wirkung von Diazepam ist insbesondere bei älteren Patienten Vorsicht (Sturzgefahr) geboten. Selten kommt es zu Magen-Darm-Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchbeschwerden, Verstopfung, Durchfall), Gelbsucht, Harnverhaltung, Glottisspasmen, Brustschmerzen, Blutdruckabfall, Bradykardie, Niedergeschlagenheit (Depression), Abnahme des geschlechtlichen Bedürfnisses und bei Frauen Störungen der Regelblutung, Appetitzunahme, Mundtrockenheit, allergische Hautveränderungen (wie z. B. Juckreiz, Hautrötung, Hautausschlag) sowie Atemdepression. Die atemdepressive Wirkung kann bei Atemwegsobstruktion und bei Patienten mit Hirnschädigungen verstärkt in Erscheinung treten. Dies ist besonders bei gleichzeitiger Kombination mit anderen zentral wirksamen Substanzen zu beachten. Bei Patienten mit vorbestehender depressiver Erkrankung kann die Symptomatik verstärkt werden. Nebenwirkungen bilden sich im allgemeinen nach Dosisreduzierung zurück und lassen sich in der Regel durch sorgfältige individuelle Einstellung der Tagesdosen vermeiden. In hoher Dosierung und bei längerer Anwendung von Diazepam können reversible Störungen, wie verlangsamtes oder undeutliches Sprechen (Artikulationsstörung), Sehstörungen (Diplopie, Nystagmus) Bewegungs- und Gangunsicherheit, auftreten. Beim Auftreten von Halluzinationen sowie ,,paradoxer‘‘ Reaktionen, wie z. B. akute Erregungszustände, Angst, Suizidalität, Schlaflosigkeit, Wutanfälle, vermehrte Muskelspasmen, sollte die Behandlung mit Diazepam beendet werden. Bei längerer oder wiederholter Anwendung von Diazepam kann es zur Toleranzentwicklung kommen. Durch plötzliches Absetzen des Arzneimittels nach längerer täglicher Anwendung können nach etwa 2 – 4 Tagen Schlafstörungen und vermehrtes Träumen auftreten. Angst-, Spannungszustände sowie Erregung und innere Unruhe können sich verstärkt wieder einstellen. Die Symptomatik kann sich in Zittern, Schwitzen äußern und sich bis zu bedrohlichen körperlichen (wie z. B. Krampfanfälle) und seelischen Reaktionen wie symptomatische Psychosen (z. B. Entzugsdelir) steigern. Daher ist die Behandlung ausschleichend zu beenden. Diazepam besitzt ein primäres Abhängigkeitspotential. Bereits bei täglicher Anwendung über wenige Wochen ist die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung gegeben. Dies gilt nicht nur für den missbräuchlichen Gebrauch besonders hoher Dosen, sondern auch für den therapeutischen Dosisbereich.

JanaFreese
18.02.2009, 19:04
Ja, aber normalerweise beschränken sie sich auf die Zeilen 2 und 3 - plus dem Sonderfall ältere Menschen.

Deswegen hatte ich ja zunächst gefragt, welche es denn nun tatsächlich sind.


All the Best
Jana

Chaoshexe
18.02.2009, 23:39
Hallo Ihr da Draußen,
brauche eure Hilfe. Beim gestrigen Arztbesuch mit meiner Mutter kam heraus, sie ist wieder abhängig von Diazepam. Seit dem Tode meines Vaters vor 7 Jahren ist sie wieder in die Abhängigkeit geraten. 1994 hatte sie bereits einen Entzug von Valium in einer Klinik. Ich viel aus allen Wolken, habe es wirklich nicht gemerkt. Alle "ihre Wehwechen " habe ich aufs Alter geschoben.
Der Arzt- knallhart, sagte ihre Mutter ist bekifft !!!! Hilfe, er hat doch dazu beigetragen. Immer schön verschrieben dazu noch Schlaftabletten.
Jetzt soll sie mit meiner Hilfe kontrolliert Valium nehmen und bekommt kein Rezept mehr.( Nur ich ) Wer hilft mir, die KK, der ärztliche Dienst , ein anderer Arzt. Geht ein Entzug im Alter ?
Ich bin kopf- und ratlos.....

DANKE

LG
inga

Hallöle Inga

Erstmal vorneweg: Gib dir keine Schuld, es gibt in dem Fall nicht um Schuldzuweisungen, denn es ist Fakt:

Deine Mutter ist mündig und wusste worauf sie sich einlässt (du schreibst sie hat schonmal einen Entzug gemacht und wusste das Diazepam KÖRPERLICH abhängig macht.
Der Arzt wusste auch um die Gefahr, logisch, aber ich denke er hat Risiko und Nutzen abgewogen in dem Fall.
Kenne aus etlichen Praxen solche Fälle, sehr alte Menschen die alleine leben, den Partner verloren haben und dann krankheitsbedingt Tranquelizer oder auch Opiate verschrieben bekommen und die helfen auch akut dann prima, der alte Mensch reagiert drauf wie ein Junger auch, Abhängigkeit tritt auf.

Aber es ist Fakt das wenn diese "Drogen" kontrolliert vom Arzt gegeben werden eben mit dem Background dem alten Menschen ein weiteres Leben mit eine wenig MEHR Lebensqualitä zu geben als Ohne diese "Krücke", dann ist dies nur eine menschliche Reaktion auf die "Krankheit" Depression oder unendliche Trauer ect. was im Alter anscheinend verstärkter auftritt und eine Therapie, eine grundlegende Wesensänderung erfährt ein alter Mensch nicht mehr so leicht wie ein Jüngerer, und auch für sehr junge süchtige Menschen ist der Entzug (relativ einfach, wobei Valium heftigere Entzugserscheinunen auslösen kann als Opiate, das kommt auf die Dosis an wie ich bei meiner Ausbildung lernte) bzw. das wichtige DIE THERAPIE ohne die ein Entzug nix nutzt, sehr sehr schwer und hart.
Und einer Frau von über 80 Jahren noch einen harten körperlichen Entzug plus eine Therapie (die etliche Monate stationär stattfinden muss um Erfolg zu haben) zuzumuten ist unmenschliche Härte.

Sie sollte ihr leben selbstbestimmt weiterleben können, aber natürlich unter ärztlicher Kontrolle.

Ihr macht es richtig denke ich und gib niemanden die Schuld, es ist keine Schuldfrage sondern es geht drum deiner Mutter die letzten Lebensjahre so angenehm wie möglich zu gestalten.

Chaoshexe

Inaktiver User
20.02.2009, 10:14
Welche sollen das denn sein? Das Spektrum der Nebenwirkungen von Diazepam ist ja eigentlich recht begrenzt.

So richtig problematisch bei älteren Menschen ist natürlich die muskelrelaxierende Wirkung - die aber eigentlich keine Nebenwirkung, sondern eine der gewünschten Hauptwirkungen ist. Nur erhöht das, zusammen mit der allgemeinen Sedierung, speziell bei alten Menschen, das Risiko zu stürzen.
.
All the Best
Jana

Hallo,
die unkontrollierte Einnahme gestaltete sich so:

mal mittags und abends a`5 mg dazu 1 Schlaftabl., dann 2 Tage wieder nichts, bei für kritischen Situationen, wie Besuche, Geb., Arztbesuche mo. 1/2 Valium usw.
Nebenwirkung: starkes Zittern des Oberkörpers zur nacht, wackelige Beine tagsüber, Schwindel, Bluthochdruck, Allergie ( der ganze Rücken ), Mundtrockenheit, Gedächnisstörungen, Agressiv o. weinerlich, Durchfall o. Verstopfung, Lethargie, Brustschmerz,Kopfschmerz, ausserden hat sie Gicht.
ich finde das reicht..

Wir werden ihr helfen !

inga

Inaktiver User
20.02.2009, 10:34
Hallo,
die unkontrollierte Einnahme gestaltete sich so:

mal mittags und abends a`5 mg dazu 1 Schlaftabl., dann 2 Tage wieder nichts, bei für kritischen Situationen, wie Besuche, Geb., Arztbesuche mo. 1/2 Valium usw.
Nebenwirkung: starkes Zittern des Oberkörpers zur nacht, wackelige Beine tagsüber, Schwindel, Bluthochdruck, Allergie ( der ganze Rücken ), Mundtrockenheit, Gedächnisstörungen, Agressiv o. weinerlich, Durchfall o. Verstopfung, Lethargie, Brustschmerz,Kopfschmerz, ausserden hat sie Gicht.
ich finde das reicht..

Wir werden ihr helfen !

inga

Will sie das?

Inaktiver User
20.02.2009, 13:32
Ja sicher, sie ist ja nicht verwirrt !
Sie will keinen Entzug, also kooperiert sie mit uns.
Hat bis heute geklappt, mein Bruder und ich bringen ihr abwechselnd
Diazepam.

Zum Glück wohnt sie gegenüber bei mir.

Im übrigen versorge ich auch noch meine Schwie.-Ma mit 92, da beginnt jetzt schleichend eine Altersdemenz.
ich bin Jungfrau und gut im Organisieren:smirksmile:
Aber auch dafür gibt es Pflegedienste, sie lebt noch zuhause, aber soweit ist sie noch nicht.

LG
inga

Inaktiver User
21.02.2009, 09:38
Ja sicher, sie ist ja nicht verwirrt !
Sie will keinen Entzug, also kooperiert sie mit uns.
Hat bis heute geklappt, mein Bruder und ich bringen ihr abwechselnd
Diazepam.

Zum Glück wohnt sie gegenüber bei mir.

Im übrigen versorge ich auch noch meine Schwie.-Ma mit 92, da beginnt jetzt schleichend eine Altersdemenz.
ich bin Jungfrau und gut im Organisieren:smirksmile:
Aber auch dafür gibt es Pflegedienste, sie lebt noch zuhause, aber soweit ist sie noch nicht.

LG
inga

Alle Achtung, da hast du ja volles Program! :blumengabe:

Ich hoffe, du selbst hast auch genügend "Tankstellen", wo du Energie und Liebe bekommst!
:Sonne:

Inaktiver User
23.02.2009, 17:23
Hallo,
ich war heute bei der Suchtberatung und " mir " hat es die Augen geöffnet. Ich empfehle allen Angehörigen von Suchtkranken dort hinzugehen.

Die Suchtberaterin fand es für unverantwortlich Angehörigen die Medikatenabgabe für den Süchtigen zu überlassen. Rechtlich sehr bedenklich !!!

Jetzt ist eine Woche her und es nimmt uns ALLE psychisch sehr mit.
Der Facharzttermin in einer gerontologischen Tagesklinik ist erst am 20.3., dass schaffen wir nicht.

Ich hoffe sie sagt freiwillig, ich will in eine Klinik ......

inga

marlenchen
23.02.2009, 18:05
ich kann mir vorstellen, dass das eine sehr belastende situation ist, in der ihr gerade steckt. :knatsch:

kann denn vielleicht auf die schnelle ein (sozialpsychiatrischer) pflegedienst damit beauftragt werden?
das müsste doch möglich sein.

5 mg diazepam auf einmal sind wirklich sehr, sehr viel :ooooh:,
da wundern mich die vielen nebenwirkungen nicht, die sie hat.

euch viel kraft das durchzustehen :blumengabe:

marlenchen

Inaktiver User
24.02.2009, 10:50
Liebe Inga,

du kriegst gerade raus, was dein Job in dieser Geschichte nicht ist!

Ich wünsch mir ganz arg sehr, dass viel mehr Angehörige den Weg zur Suchtberatung finden.

Inaktiver User
29.05.2009, 09:32
Hallo,vorab ich musste mich neu anmelden ? deshalb mit _ !

Allen Interessierten möchte ich den Verlauf weiter erzählen. Meine Mutter kam Mitte März in die Klinik und hat innerhalb 6 Wo. den Entzug gemacht. Die Ärzte hielten ihre körperl. Konstitution für sehr gut. Es ging alles glatt und sie war vor der Entlassung 10 Tage clean. Es gab die letzten 3 Tage Doxepin für die nacht. Ich hielt es für zu früh, denn ich kenne meine Mutter besser. Trotz Gespräche mit der KK und dem med. Dienst bekam meine Ma keine Verlängerung :-(
Nach 3 Tagen zuhause kam der 1. Zusammenbruch mit Bluthochdruck, Zittern, Kribbeln im Kopf, sie knallte völlig durch und der Notarzt brachte sie ins KH. Kaum wieder zuhause der 2. Zusammenbruch mit 260 BD allen Entzugserscheinungen auf die Intensiv. Muss noch erwähnen die üblichen BD-Tabl. und Doxepin gab der Pflegedient mo. u. abends.
Ich habe mich mit der Entzugsklinik in Verbindung gesetzt, mit HA auch und sie kann am Dienstag wieder aufgenommen werden. Mein Gefühl und auch Recherchen im Net sagen mir, sie wird nicht mehr ohne Droge leben können ?
Die Ärzte dort sind sehr kompetent ( Klinik hoch anerkannt ) und wir müssen sehen, wie es weiter geht.

Gestern nachm. im KH kam wieder der volle Entzug, es kam kein Arzt mehr und ich habe 1 Stunde mit ihr gekämpft bis die beruhigungsmittel und das BD-mittel anschlug, welche sie von der K-schwester bekam, Sie sprach vom Sterben und sie könnte nicht mehr. Ich habe meine autog. Erfahrung angewandt und sie ruhig bekommen.
Es war eine schreckliche Situation für mich. Mein bruder kam dazu konnte die Situation aber nicht ertragen und ging heulend raus. ( er ist Diabetiker und bekam Probleme )

Mein Schlaf ist auf null und nun sage ich euch oder frage, bin ich schuld ?
Ich wollte ihr helfen von der Droge runter zu kommen und nun schafft sie es vllt. doch nicht. Es ist ein Teufelskreis.

Der " nette " Doc, der 7 Jahre fleissig verschrieben hat, sagte meinem Bruder, den Junkie nehme ich eh nicht mehr. Sie hat einen neuen HA !
Mein Aufruf hier an alle, schleicht euch gemeinsam mit dem Doc aus, wenn die Problematik einigermassen stabil ist.

So, ist etwas lang, danke fürs Zuhören, war mir wichtig.

Liebe Grüe
inga

skirbifax
02.06.2009, 01:26
Mein Schlaf ist auf null und nun sage ich euch oder frage, bin ich schuld ?
Ich wollte ihr helfen von der Droge runter zu kommen und nun schafft sie es vllt. doch nicht. Es ist ein Teufelskreis.

Nein, du bist NICHT schuld! Ich kann nachvollziehen, dass du dich schuldig fühlst. Aber du hast nach besten Wissen und Gewissen gehandelt. Ich hoffe, dass es für deine Mutter eine Möglichkeit gefunden wird, ohne die Entzugserscheinungen zu leben und auch noch ein bisschen Freude die letzten Jahre zu haben. Dir alles Gute!

Inaktiver User
02.06.2009, 11:39
Hallo Inga,

ich drück dich mal aus der Ferne und schick dir ganz liebe Grüsse und viel Kraft! :Sonne:

Mir erscheinen 6 Wochen Entzugsklinik bei Medikamenten auch etwas kurz, eine Freundin von mir brauchte 3 Monate dafür - die Leber entgiftet Medikamente ja schubweise - von daher klingt es normal, dass deine Mutter immer wieder in heftigen Entzug kommt.

Das ist wirklich ein Dilemma, was für sie und in ihrem Alter/in ihrer körperlichen Verfasssung das geringere Übel ist und ob sie den Entzug körperlich wirklich ertragen kann.

Du sagst ja von ihr, sie ist geistig nicht verwirrt, sie hat sich selbst für den Entzug entschieden, sie kann demnach für sich Entscheidungen treffen.

Was will sie, jetzt, nach diesen Erfahrungen?

Du selber gibst grad mehr, als du hast!

(Und nu hör mal auf, deinen Diabetiker-Bruder zu entschuldigen! Der bekam doch nicht wegen seiner Diabetes das heulende Elend! Oder ist er das Sensibelchen in der Familie und du Superwoman??):smirksmile:

Lolletta
02.06.2009, 16:03
[
Hallo, du hast wirklich genug getan !!!
Denk jetzt an dich.

lg
lolle

Inaktiver User
03.06.2009, 17:55
hallo,
mich beschäftigt halt die Frage, hat man je genug getan ?
Die Eltern haben uns Kinder auch einen langen Weg ins Leben begleitet, jetzt geht der Weg meiner Mutter von der üblichen Bahn ab und ich soll nichts tun dürfen ?
Sie ist in der Suchtklinik und will weiter clean bleiben, nur der BD spielt durch die psychische Situation total verrückt und gestern war wieder ein Anfall. Sie bekommt alle Mittel der Welt dafür/dagegen und ein neues AD - nur keine Benzos.
In der Klinik spielt sie ihre Rolle, im privatem Umfeld ist sie anders.
Ich möchte mich nicht distanzieren und ihr das Gefühl geben sie schlägt sich alleine durch.
ich drehe mich im Kreis......

@Evemie: ja mein Bruder ist das Sensibelchen und ich war immer "stark"
taff,rational, halt eine " Jungfrau " :smirksmile:

gruß
inga

Inaktiver User
04.06.2009, 12:00
hallo,
mich beschäftigt halt die Frage, hat man je genug getan ?
Die Eltern haben uns Kinder auch einen langen Weg ins Leben begleitet, jetzt geht der Weg meiner Mutter von der üblichen Bahn ab und ich soll nichts tun dürfen ?
Sie ist in der Suchtklinik und will weiter clean bleiben, nur der BD spielt durch die psychische Situation total verrückt und gestern war wieder ein Anfall. Sie bekommt alle Mittel der Welt dafür/dagegen und ein neues AD - nur keine Benzos.
In der Klinik spielt sie ihre Rolle, im privatem Umfeld ist sie anders.
Ich möchte mich nicht distanzieren und ihr das Gefühl geben sie schlägt sich alleine durch.
ich drehe mich im Kreis......

@Evemie: ja mein Bruder ist das Sensibelchen und ich war immer "stark"
taff,rational, halt eine " Jungfrau " :smirksmile:

gruß
inga

Inga, Superwoman.... :smirksmile:

du gehst auf dem Zahnfleisch und fragst dich allen Ernstes, ob du genug getan hast?

Ist ja manchmal so, dass die Jobs in der Familie gut verteilt sind - der eine ist praktisch, der andere sensibel - sehr bequem...

Ich persönlich würd mir einen Profi suchen, der mich auf dem Weg begleitet, auf MEINER Seite ist und MICH unterstützt - bevor ich andere unterstütze oder deren Job mache.

Und wenn du an dir und deinen Entscheidungen zweifelst, dann gibt es eine klare Frage:

In der gleichen Situationen, mit dem, was ich zu diesem Zeitpunkt wusste - hab ich das getan, was ich für das Beste hielt?

:Sonne:

Inaktiver User
05.06.2009, 11:05
Danke Evemie, ja ja ja 3x, ich habe nach besten wissen gehandelt.
...nur jetzt kommen wieder die anrufe aus der klinik. : du hast mich verfrachtet, ich will hier weg usw.
2x schon wieder BHD und ausflippen, denn dann kommt ja ein lieber Pfleger und gibt ihr eine PILLE !!!!!:knatsch:

Produziert sie diese anfälle, ich weiss es nicht....

ich schaue jetzt ins display, wenn das telefon bimmelt und gehe nicht mehr ran, ich kann und will nicht mehr.
Die nacht habe ich das handy abgeschaltet.
Sage ich in der klinik bescheid ? ich will mal wieder leben, mich um mich selber kümmern, dinge erledigen, einkäufe machen usw. Die fehlerquote im beruf erhöht sich schon, habt ihr einen rat ?

danke
inga

Inaktiver User
05.06.2009, 11:40
Danke Evemie, ja ja ja 3x, ich habe nach besten wissen gehandelt.
...nur jetzt kommen wieder die anrufe aus der klinik. : du hast mich verfrachtet, ich will hier weg usw.
2x schon wieder BHD und ausflippen, denn dann kommt ja ein lieber Pfleger und gibt ihr eine PILLE !!!!!:knatsch:

Produziert sie diese anfälle, ich weiss es nicht....

ich schaue jetzt ins display, wenn das telefon bimmelt und gehe nicht mehr ran, ich kann und will nicht mehr.
Die nacht habe ich das handy abgeschaltet.
Sage ich in der klinik bescheid ? ich will mal wieder leben, mich um mich selber kümmern, dinge erledigen, einkäufe machen usw. Die fehlerquote im beruf erhöht sich schon, habt ihr einen rat ?

danke
inga


Sie ist in der Klinik, sie wird betreut. Es kann ihr nichts passieren.

Was spricht dagegen, dir eine Auszeit zu nehmen?

In all diesem Stress - tu dir doch bittebitte was Gutes! :liebe:

Inaktiver User
06.06.2009, 01:30
Inga,
ich denke auch, dass Deine Mutter in der Klinik gut aufgehoben ist. Dort sind Leute, die sich kümmern.

Meine Mutter ist 87 Jahre alt. Sie ist ebenfalls abhängig von Medikamenten.
Noch nie hat jemand davon gesprochen mit ihr eine Entziehungskur zu machen. Sie würde sich auch weigern. Sie braucht ihre Medis und das bereits seit 20 Jahren.
Sie lebt gut damit, und ich würde ihr auch nie zu einer Entziehungskur raten.
Ich denke, sie ist zur alt dafür.

Wenn ihre Ärztin meint, dass sie ohne BEruhigungsmittel nicht kann, dann soll sie sie nehmen.

Mach Dir also nicht so viel Sorgen, würde ich Dir raten.
Kümmere Dich mehr um Dich selber. Du hast das Leben noch vor Dir. Deine Mutter steht am Ende ihres Lebens.
Sie ist alt genug, um zu wissen, was sie will und was sie tut.
Sie ist kein Kind, für das Du die Verantwortung übernehmen musst, denke ich.

Inaktiver User
06.06.2009, 19:51
Inga,
ich denke auch, dass Deine Mutter in der Klinik gut aufgehoben ist. Dort sind Leute, die sich kümmern.

Meine Mutter ist 87 Jahre alt. Sie ist ebenfalls abhängig von Medikamenten.
Noch nie hat jemand davon gesprochen mit ihr eine Entziehungskur zu machen. Sie würde sich auch weigern. Sie braucht ihre Medis und das bereits seit 20 Jahren.
Sie lebt gut damit, und ich würde ihr auch nie zu einer Entziehungskur raten.
Ich denke, sie ist zur alt dafür.

Wenn ihre Ärztin meint, dass sie ohne BEruhigungsmittel nicht kann, dann soll sie sie nehmen.

Mach Dir also nicht so viel Sorgen, würde ich Dir raten.
Kümmere Dich mehr um Dich selber. Du hast das Leben noch vor Dir. Deine Mutter steht am Ende ihres Lebens.
Sie ist alt genug, um zu wissen, was sie will und was sie tut.
Sie ist kein Kind, für das Du die Verantwortung übernehmen musst, denke ich.

Hallo, wenn deine Mutter gut damit lebt, umso besser.
Meine Mutter hat ja unkontrolliert eingeworfen, das hat zu massiven gesundheitlichen Störungen geführt, ein Kreislauf halt, wie sich jetzt zeigt.
Ich habe mir schon 3 ruhige Tage gegönnt und es tut mir gut, aber sie fragt meinen Bruder schon, was los wäre ::knatsch:

Alles Gute für euch

inga

Inaktiver User
07.06.2009, 12:41
Hallo, wenn deine Mutter gut damit lebt, umso besser.
Meine Mutter hat ja unkontrolliert eingeworfen, das hat zu massiven gesundheitlichen Störungen geführt, ein Kreislauf halt, wie sich jetzt zeigt.
Ich habe mir schon 3 ruhige Tage gegönnt und es tut mir gut, aber sie fragt meinen Bruder schon, was los wäre ::knatsch:

Alles Gute für euch

inga

Nicht dichtmachen, Inga - hier sind Menschen, die sich um deine Probleme Gedanken machen.. :smile:

Inaktiver User
08.06.2009, 01:22
Inga,
ich denke, Du solltest Dich nicht verantwortlich fühlen, für das, was Deiner Mutter geschieht.
Sie ist alt genug, um zu wissen, was sie tut.
Wenn sie Probleme dadurch hat, dass sie Tabletten unkontrolliert eingeworfen hat, ist sie selber schuld.

Du kannst ihr helfen, so gut es geht; aber belasten solltest Du Dich damit nicht.

Meine Mutter nimmt auch seit Jahren Beruhigungsmittel (auch Valium und und und). Wenn ich sie darauf aufmerksam mache, dass sie süchtig davon wird, winkt sie ab. "Wenn es mir schaden würde, hätte meine Ärztin es mir nicht aufgeschrieben", sagt sie, damit ist für sie der Fall erledigt. Und für mich auch.

Sie kann zu ihrer Ärztin gehen, wenn sie Probleme bekommt durch die Tabletten. Wobei ich es sehr bedenklich finde, wie locker Ärzte alten Menschen Beruhigungsmittel aufschreiben.

Inaktiver User
08.06.2009, 01:31
Inga,
noch etwas. Kinder sollten sich von ihren Eltern genauso wenig tyrannisieren lassen, wie Eltern von ihren Kindern.

Wenn Deine Mutter nach Dir fragt, benimmt sie sich wie ein Kind, das auch ständig im Mittelpunkt des Geschehens stehen will.

Stellst Du sie in den Mittelpunkt, machst Du sie zum Mittelpunkt Deines Lebens, hast Du verloren. Dann kommst Du nicht mehr zur Ruhe.

Meine Mutter war eine strenge Mutter. Sie hat immer genauestens darauf geachtet, dass ihr Kinder ihr nicht zur Last werden, nicht ihr gesamtes Leben bestimmen.
Nun, wo sie alt ist, verhält sie sich genauso wie Deine Mutter. Sie wird - obwohl sie sich selber nie hat erdrücken lassen- zur Last. Sie fragt auch ständig, ob etwas los ist, wenn man mal an sich denkt.

Ich mache es, wie ich es von meiner Mutter gelernt habe. Ich denke bei aller Anteilnahme, auch an mich.

Inaktiver User
21.06.2009, 17:51
Inga,


Du kannst ihr helfen, so gut es geht; aber belasten solltest Du Dich damit nicht.

Meine Mutter nimmt auch seit Jahren Beruhigungsmittel (auch Valium und und und). Wenn ich sie darauf aufmerksam mache, dass sie süchtig davon wird, winkt sie ab. "Wenn es mir schaden würde, hätte meine Ärztin es mir nicht aufgeschrieben", sagt sie, damit ist für sie der Fall erledigt. Und für mich auch.

Sie kann zu ihrer Ärztin gehen, wenn sie Probleme bekommt durch die Tabletten. Wobei ich es sehr bedenklich finde, wie locker Ärzte alten Menschen Beruhigungsmittel aufschreiben.

... dann ist sie bereits abhängig------

Hallo Ihr Lieben,
ein kleines Feedback von mir, denn meine Mutter war heute zum Cafe bei uns. Sie hatte WE-Ausgang und war zuhause.
Es läuft alles nach meiner Einschätzung ganz positiv. Sie ist seit dem 1.5. Diaz.-frei und die neuen Medis für BD und das AD schlagen gut an. Sie schläft nachts sogar wieder stundenweise. Das AD kann ausgeschlichen werden aber z.Zt. hilft es ihr psychisch über den großen " Berg ".

Da ich mich fast 14 Tage relax zurückgenommen hatte, was mir guuuut bekam:lachen: sprach sie heute das Thema " Klammern " an.
Es wird ihr nun auch bewusst, denn sie ist jetzt klarer :ooooh:
Ich finde sie zeigt mehr Emotionen und ist allgemein für mich gesehen offener, empfindsamer, reger, frischer...
Ich hoffe es bleibt so, sie soll noch ca. 2 Wochen in der Klinik bleiben.
Auch die Selbsterkenntnis: " ich bleibe immer gefährdet, sprich süchtig, sprach sie an. Natürlich sind das für mich alles nur Momentaufnahmen und wie es weitergeht weiss niemand so genau.
Die Ärzte sind sehr zufrieden und bestätigen ihre gute Mitarbeit in dem Alter .

Nun denn, ich fahre bald für 3 Wochen in Urlaub:Sonne: und werde nur an mich denken. Für meine Ma ist der Arzt, der Pflegedienst ( event.) und mein Bruder immer erreichbar. Sie muss ihren Weg weitergehen, ich meinen.

lg
inga

Inaktiver User
22.06.2009, 10:36
Oh, ich freu mich, das klingt doch richtig gut!

Sogar dein Bruder ist im Boot, wow!

Ich wünsch dir einen wunderschönen und entspannten Urlaub! :Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne:

Inaktiver User
18.09.2009, 13:36
Hallo Ihr Lieben.
danke immer wieder für euer offenes Ohr :kuss:
Nun nach fast 3 Monaten, wo meine Mutter die Medi-gabe ( BD und AD ) vom Pflegedienst bekommt melde ich mich mal wieder. Es klappt ja soweit alles ganz gut. heute morgen habe ich mal bei ihr gesaugt ( sie hat eine leichte Prellung am Oberarm ) und ich fand überall zerkleinerte Tablettenreste-
Es hört also nie auf !!!:knatsch:

Die Mittags-Medigabe zweifelt sie an, der Pflegedienst muss diese Tabl. hinterlegen, da die Kasse nur noch 2 x am Tag diese Leistung bezahlt.
Ihr ist das zuviel, der BD gehe in den Keller. Die Morgen-und Abendgabe nimmt sie unter Aufsicht.
Ich bin verzweifelt und sage euch, einmal süchtig immer süchtig. Sie ist tablettenfixiert und therapiert sich selber ? Sie gibt es zu und macht auf stur.
Ich will nicht wieder in diesen Kreislauf Verantwortung, Überwachung, Fürsorge kommen, es regt mich auf, mir geht es schlecht.
Die 1. Pflegestufe, die wir beantragt haben, wurde abgelehnt ( körperlich zu fit ! )
Habt ihr einen Rat ? Wie weit soll ich mich zurücknehmen, es ist schwierig.

lg
inga

Lyanna
18.09.2009, 14:44
Kümmere dich in erster Linie ganz und ausschliesslich um dich selbst,
und erzähle oder schreib deine Ängste und Gefühle auf,
die du in Bezug auf deine Mutter hast.
Hier oder wo immer du möchtest!

DAS kann dich erleichtern, dir die Not nehmen, etwas zu übersehen oder etwas "nicht richtig" zu machen.

DU kannst deiner Mutter nicht helfen, keiner kann das,
wenn der Betroffene es nicht will.

Du wirst damit leben müssen, dass deine Mutter weiterhin an den Tabletten hängt.

Hilf ihr im Haushalt, wenn DIR danach ist, besuche sie, wenn DIR danach ist,
rede mit ihr, wenn DIR danach ist.
Es gibt ja auch noch andere Themen als nur die über die Tabletten ...

Es wird dir nichts anderes übrigbleiben, als zuzusehen,
wie deine Mama ihr eigenes Leben m i t Tabletten weiterlebt
und vielleicht auch damit zuende bringt.

Wenn du das nicht kannst oder willst, musst du dich zurückziehen.

Genau DAS haben meine Kinder bei mir gemacht, sie haben mich machen lassen, bis ich nicht mehr konnte.
ICH s e l b s t hab dann HILFE haben wollen und hab sie bekommen.

Ich weiss um die Ängste und Nöte, die sie ertragen mussten und doch waren sie so "klar",
zu erkennen, dass ICH nur selbst daraus kommen konnte,
wenn ICH es wollte.
ICH w o l l t e lange Jahre nicht!

Ich konnte mir ein Leben ohne Psychopharmaka gar nicht vorstellen und habe es auch in Kauf genommen,
daran zugrunde zu gehen.

Bin ich nicht (ich schreibe ja hier:smirksmile:)
Es musste erst so richtig was passieren ...
so ein ordentlicher Schuss vor den Bug, den selbst ICH nicht ignorieren konnte ...:ooooh:
Ich war allerdings auch entschieden jünger als deine Mama.

Habt eure Mama lieb, hört ihr zu, wenn sie aus ihrem Leben erzählen will
und tut das, was ihr tun könnt und wollt, lasst euch nichts aufzwingen!

Lasst das Tablettenthema aussen vor.
Und lasst euch keine Schuldzuweisungen zuschieben oder Gewissenbisse andichten.
Dazu neigen "süchtige" Menschen kolossal, isso!
Wenn du nur, wenn dies, wenn das, ich würde ja, aber ...

Irgendwann wird euch mal jemand sagen:
Naja, kein Wunder bei dem Tablettenkonsum ...
so wie man auch sagt:
Kein Wunder, dass das so kommen musste bei der Raucherei, Sauferei etc. etc.

Du hast dich gekümmert, liebe Inga, du hast Profis aktiviert
und auch die sind machtlos gegenüber deiner Mama.
Du hast getan, was du tun konntest, auch um dich selbst abzusichern.
Du kannst deine Mutter nicht "kontrollieren", so nicht und anders auch nicht,
es sei denn, du lässt sie entmündigen.

Zum Glück ist das heute nicht mehr so einfach möglich!

Sei für dich selbst da und lass die Mama sein, wie sie sein möchte und kann.

Ich würde dir gern etwas anderes sagen, kann ich aber nicht, sonst täte ich es.

Viel Kraft für dich selbst, liebe Inga:blumengabe:

Lyanna

Inaktiver User
18.09.2009, 22:01
Hallo liebe Lyanna !

Ich danke dir ganz herzlich für diese " starken " Worte. Du ich sitze hier und weine, ich bin fassungslos und stark beeindruckt von deiner Geschichte.
Du hast mir die Augen geöffnet, ja ich bin platt.

Und du hast so recht, aber deine Worte muss ich wirklich erst verinnerlichen und verdauen.

Toll, dass es dir so gut gut. Ich wünsche dir auch weiterhin die kraft, die du mir auch wünscht.

Ich drück dich - DANKE !!

Inga :blumengabe:

Inaktiver User
13.10.2011, 16:49
Kümmere dich in erster Linie ganz und ausschliesslich um dich selbst,
und erzähle oder schreib deine Ängste und Gefühle auf,
die du in Bezug auf deine Mutter hast.
Hier oder wo immer du möchtest!

Es wird dir nichts anderes übrigbleiben, als zuzusehen,
wie deine Mama ihr eigenes Leben m i t Tabletten weiterlebt
und vielleicht auch damit zuende bringt.
Du hast getan, was du tun konntest, auch um dich selbst abzusichern.
Du kannst deine Mutter nicht "kontrollieren", so nicht und anders auch nicht,
es sei denn, du lässt sie entmündigen.
Zum Glück ist das heute nicht mehr so einfach möglich!
Sei für dich selbst da und lass die Mama sein, wie sie sein möchte und kann.
Ich würde dir gern etwas anderes sagen, kann ich aber nicht, sonst täte ich es.

Viel Kraft für dich selbst, liebe Inga:blumengabe:

Lyanna

Hallo,
ich habe mich an euch/ dich liebe Lyanna erinnert und melde mich ( neu ) mal wieder.
Es sind über 2 Jahre vergangen, meine Mutter ist inzwischen 85 J, !! ( mir gehts gut ) und ich erzähl mal wie es weiterging.
Sie hat die letzten 1 ,5 Jahre ganz zufrieden verbracht, die Tabl. selbstständig " verwaltet " und eingenommen.
- keine Benzos -. Aber sie wurde schwächer und hat eine leichte Herzinsuffizienz. Der Bludruck war immer mal wieder sehr hoch und sie hat ihr Schema nicht eingehalten und zwischendurch Tabletten genommen, denn : " die waren ja zu schwach. " Sie ging ohne BD-Tabl. nicht aus dem Haus.
Die letzten Wochen hatten wir 4 x den Notarzt da, denn sie hyperventilierte - immer gegen abend - sehr stark und der BD war bei 200 / 100.
Nun ja jetzt liegt sie im KH und jeden abend kommt der Anfall und sie war mit nichts zu beruhigen. Atosil wirkte nicht und sie hatte damit Halluzinationen.
Ihr könnt euch denken, was jetzt kommt. Seit 2 Tagen bekommt sie Tavor und alles ist gut.
Der Arzt hat versucht mit ihr darüber zu sprechen, dass er keine andere Möglichkeit mehr sieht und auch meine Zustimmung, ich war dabei, eingefordert. Sie erfasst nicht, was mit ihr und ihrem Körper passiert. In Sachen Tabletten ist mir ihr nicht zu reden. Ihre sonstige Verfassung ist gut, sie ist klar und immer noch am Alltagsgeschehen interessiert.
Ich weiß nicht, was diese ganze Paniksituationen ausgelöst hat, ihre lange Sucht, die falsche BD-Tabl.-einnahme ? und werde mich mit dem HA kurzschliessen.
Nun wird sie den Rest ihres Lebens mit Tavor gehen und ich steh an ihrer Seite !

Liebe Grüße Inga

Inaktiver User
21.10.2011, 10:37
Kümmere dich in erster Linie ganz und ausschliesslich um dich selbst,
und erzähle oder schreib deine Ängste und Gefühle auf,
die du in Bezug auf deine Mutter hast.
Es wird dir nichts anderes übrigbleiben, als zuzusehen,
wie deine Mama ihr eigenes Leben m i t Tabletten weiterlebt
und vielleicht auch damit zuende bringt.

Wenn du das nicht kannst oder willst, musst du dich zurückziehen.

Habt eure Mama lieb, hört ihr zu, wenn sie aus ihrem Leben erzählen will und tut das, was ihr tun könnt und wollt, lasst euch nichts aufzwingen!I
Du hast dich gekümmert, liebe Inga, du hast Profis aktiviert und auch die sind machtlos gegenüber deiner Mama.
Du hast getan, was du tun konntest, auch um dich selbst abzusichern.
Du kannst deine Mutter nicht "kontrollieren", so nicht und anders auch nicht, es sei denn, du lässt sie entmündigen.

Zum Glück ist das heute nicht mehr so einfach möglich!
Sei für dich selbst da und lass die Mama sein, wie sie sein möchte und kann.
Ich würde dir gern etwas anderes sagen, kann ich aber nicht, sonst täte ich es.
Viel Kraft für dich selbst, liebe Inga:blumengabe:
Lyanna

ICH SCHAFFE ES ABER NICHT - HILFE !!

Sie ruft jetzt abends 5 x bei uns an, was soll ich denn machen. Mein Mann geht schon oft an das Telefon, wenn ihre Nr, erscheint.
Die BD-Mittel senken jetzt den BD so stark, ihr ist schlecht und morgens ist sie schon 2 x gefallen.
Sie ruft beim Pflegedienst und beim Dr. an und jammert. Der Doc sagt, noch ein paar mal und sie muß wieder in die Klinik / LWL) .
Klar sie ist 85 , aber oft so stabil, klar und könnte noch so ein schönes Leben - mit Tabl. - haben.
Sie ist wirklich psychisch angeschlagen, denn wer von 7.00 - 9.30 Uhr 12 x BD misst, der ist nicht mehr normal.
Mein Bruder hat das Display mit Uhrzeit eingestellt. Kaum ist der Pflegedienst mit der Tabl.--gabe und D-Mess.fertig, geht die Messerei los. Es dreht sich bei ihr nur noch um Tabl. und BD-Messung, das ist doch krank.
Meine Vorstellung wäre, mit dem MDK zu sprechen, eine Pflegestufe zu beantragen und ihr ein Heim vorzuschlagen. Wenn sie unter Menschen wäre , abgelenkt und versorgt , wäre es für sich besser. Klar ist das mein Denken, aber so gehts auch nicht weiter. Ich kann sie nicht zu mir nehmen und ihr immer Gesellschaft leisten.
Selber war ich gestern beim Arzt, habe hohen BD und Rücken und er hat mir eine Therapie vorgeschlagen, denn ich müsste mich abgrenzen. Sonst hört es erst mit ihrem Tod auf.

Bitte sagt mir irgend etwas, ich weiß es kommt das WE und es gibt andere Dinge zu erledigen.
Ich kann einfach nicht mehr.

Danke

schafwolle
21.10.2011, 13:08
Inga_2
Die BD-Mittel senken jetzt den BD so stark, ihr ist schlecht und morgens ist sie schon 2 x gefallen.

Liebe Inga,

erstmal :in den arm nehmen:

BD-senkende Mittel sind oftmals nicht harmlos bei alten Menschen, weil eben der BD zu sehr gesenkt wird und die von Dir beschriebenen Symptome hervorrufen.

Setze Dich mit ihrem HA in Verbindung, dass er da evtl. die Einstellung ändert.
Vielleicht gibt es ja in Deiner Nähe auch einen Arzt, der auf Geriatrie spezialisiert ist,
das wäre ein optimaler Ansprechpartner. Oder gibt es eine Klinik im Umfeld mit
geriatrischer Ambulanz?

Viel Kraft und alles Liebe! :blume:
.

angie2
21.10.2011, 13:29
Liebe Inga,

kann Deine Verzweiflung wirklich sehr gut nachvollziehen.

Immer daran denken: Deine Mutter hat nichts davon, wenn Du vollends zusammenbrichst. Und Dich überhaupt nicht mehr kümmern kannst.

Meine Geschwister haben damals dafür gesorgt, dass meine Mutter in ein Heim gegangen ist. In dem sie ihr knallhart gesagt haben: wenn Du nicht willst, dass Deine Tochter vor Dir stirbt....

Das Heim ist wie ein Hotel. Und meine Mutter ist sehr zufrieden. Und hat sofort Anschluss gefunden. Und wird sowieso fast täglich besucht.

Schlechtes Gewissen hab ich überhaupt keines, weil meine Mutter schon längst tod wäre. Die marschieren 3 x in der Nacht vorbei und haben sie schon zweimal mit Zuckerschock ins Krankenhaus eingewiesen. Und da ich sehr krank bin, hätte ich das nie geschafft, nachts 3x zu kontrollieren.

Jetzt haben wir meine Schwiegermutter in einer Wohnung im gleichen Haus, in dem wir auch wohnen (93 Jahre). Da ist es gut, wenn ich auch da bin. Bei meinem Mann hört sie einfach nicht so zu... Ich mag sie wirklich sehr (sonst wäre sie nicht hier) aber Grenzen setzen muss ich schon. Sonst....

Ich umarme Dich :in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen: und wünsche Dir gute Lösungen.

Inaktiver User
21.10.2011, 22:08
Liebe Inga,

erstmal :in den arm nehmen:
das wäre ein optimaler Ansprechpartner. Oder gibt es eine Klinik im Umfeld mit
geriatrischer Ambulanz?
Viel Kraft und alles Liebe! :blume:
.

ja in der Nähe ist eine und sie bieten auch Tagespflege an. Am im Moment weigert sie sich und will in ihrer Wohnung bleibe.


Liebe Inga,

kann Deine Verzweiflung wirklich sehr gut nachvollziehen.

Immer daran denken: Deine Mutter hat nichts davon, wenn Du vollends zusammenbrichst. Und Dich überhaupt nicht mehr kümmern kannst.
Ich umarme Dich :in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen: und wünsche Dir gute Lösungen.

Ja ich habe heute abend lange mit meinem Mann über eine neue " Strategie " gesprochen.
Ich muss etwas ändern, sonst gehe ich drauf. Beim Pflegedienst habe ich auch Tipps bekommen, Kurzzeitpflege, Med.Dienst, Pflege beantragen , ev. Heim und werde dies alles mit meinem Bruder besprechen.
Meine Mutter ist jahrelang von meinem Vater derart verwöhnt worden und ihr Wesen hat natürlich unter jahrelanger Drogeneinnahme eine enorme Veränderung erlebt. Es ist sehr schwierig mit ihr. Wenn ich da an meine Schwiegermutter denke, die ich vor Jahren betreut habe und die jetzt mit 94 zufrieden - dement - im Heim lebt, könnte ich heulen. Aber die Menschen sind nun mal unterschiedlich.

Ich danke euch :in den arm nehmen:

schafwolle
21.10.2011, 22:36
Inga_2
Am im Moment weigert sie sich und will in ihrer Wohnung bleibe.

Sorry wenn ich das Thema mit dem BD nochmals aufgreife - aber wenn zumindest dieser optimal (also zumindest nicht so stark senkend) eingestellt wäre, dann könnte es Deiner Mutter körperlich besser gehen.

Wenn sie derzeit die Wohnung nicht verlassen möchte, kannst Du sie natürlich nicht zwingen.
Kann denn der HA nicht mal einen Hausbesuch machen unter diesen Umständen?

Nachdem Du schreibst, dass sie oft stabil und klar ist - was hat sie in diesen Phasen für eine Vorstellung, wie es weitergehen soll?

Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein gutes Gespräch mit Deinem Bruder.
Zu zweit seht Ihr vielleicht eher einen gangbaren Weg.

LG
schafwolle

Inaktiver User
21.10.2011, 23:02
Sorry wenn ich das Thema mit dem BD nochmals aufgreife - aber wenn zumindest dieser optimal (also zumindest nicht so stark senkend) eingestellt wäre, dann könnte es Deiner Mutter körperlich besser gehen.
Wenn sie derzeit die Wohnung nicht verlassen möchte, kannst Du sie natürlich nicht zwingen. Kann denn der HA nicht mal einen Hausbesuch machen unter diesen Umständen?
Nachdem Du schreibst, dass sie oft stabil und klar ist - was hat sie in diesen Phasen für eine Vorstellung, wie es weitergehen soll?
Ich wünsche Dir auf jeden Fall ein gutes Gespräch mit Deinem Bruder.
Zu zweit seht Ihr vielleicht eher einen gangbaren Weg.
LG
schafwolle

Da bin ich.
Ja sie hat mit dem HA telefoniert, sie fühlt sich zu schwach, um zu ihn zu gehen. Er rät ihr zu messen und aufzuzeichnen Damit rechtfertig sie ja auch ihre Dauermessung über Stunden.
Der PD dokumentiert es ja auch, aber nur mo. u. abends und dann sind die Werte o.k. ist schon schwierig.

Sie sagt oft zu mir, es muss doch mal besser werden, aber es wird nichts mehr mit mir. Sie verspricht mir Dinge ( nicht mehr zu messen usw, ) nicht mehr so oft anzurufen, aber es klappt nicht. Die Psyche spielt verrückt und dann ist sie nicht ansprechbar und schreit nur noch regt mich nicht auf !!!
Ihr Lebensinhalt sind ihre kl. Glückbringer - egal welcher Art- geworden. Sie glaubt ich nehme eine Tabl. und alles ist gut.Man kann stundenlang erklären, es kommt nicht mehr bei ihr an.

Ich denke, wir alle zusammen brauchen noch 1-2 Wochen, um zu sehen, wie die BD-Mittel + Benzos und AD wirken.
Gute Nacht und danke für eure Hilfe-

eliisa
22.10.2011, 14:21
Hallo Inga,

deine Mutter ist 82, also eine erwachsene Frau mit einem prallen Leben und einem schmerzhaften Verlust.

Behandel sie nicht wie ein Kleinkind, das die Bonbons rationiert kriegt, nimm ihr nicht den Rest ihrer Würde zu bestimmen, wie sie leben (oder sterben) will.

Lass sie entscheiden, was sie tun will - süchtig hin oder her.

Der Entzug von Medikamenten / Diazepam / Valium ist einer der härtesten Entzüge. Denn er dauert Monate...
Ich hab das live bei einer Jahre jüngeren Freundin erlebt, die halb so alt wie deine Mutter ist, ihr Körper hat das verkraftet - aber das wünsch ich meinem ärgsten Feind nicht.

Wer weiss, was der Entzug bei ihr bewirkt, in dem Alter? Hast du dich erkundigt?

Und lass dich nicht zum Handlanger dieses Arztes machen, es ist nicht dein Job.

Lass deine Mutter entscheiden.

Also ich habe vor kurzem erzählt bekommen, dass der Arzt bei einer ebenso alten Frau, wie deiner Mutter, plötzlich die Schlaftabletten nicht mehr verschrieben hat, weil er meinte, das sei ungesund. Und die Frau war dann völlig daneben, zitterte, wusste gar nicht, wie ihr geschah.

Ein Arzt, der zuerst verschreibt und dann große Sprüche führt, "ihr Mutter ist bekifft", (was soll denn dieser Ausspruch. Bekifft ist sie mal sicher nicht, dann müsste sie vorher was geraucht haben), zu dem hätte ich kein Vertrauen mehr.
Such dir doch einen anderen Arzt, der vor allem deiner Mutter mit Rat und Aufklärung zur Seite steht.
Dieser Arzt kling jedenfalls so, als ob er seine Patientin, deine Mutter, mit ihren Problemen (Tod des Mannes, vielleicht leichte oder schwere Depression, Angstzustände dadurch,... daher die Einnahme des Medikaments zur Symptomlinderung...) nicht ernst nimmt. Er sagt von oben runter: "Ihre Mutter ist bekifft", als könnte er nicht mit deiner Mutter selbst sprechen. In der Art: Liebe Frau Soundso, warum geht es Ihnen denn so schlecht, dass sie glauben, Medikament XX in so hohen Dosen zu brauchen? usw.

Alles Gute :blume:

Inaktiver User
22.10.2011, 17:58
Der zitierte Beitrag war v. 2009 ! Danach haben wir diesen " Arzt "gewechselt. Hätte sie nicht den Arzt gewechselt und den Entzug gemacht, wäre sie gestorben !!
Das haben wir alles hinter uns und ist Vergangenheit, da hast du nicht richtig gelesen.

Jetzt ist eine ganz andere Situation und der beh. Arzt spricht immer mit meiner Mutter direkt, natürlich, wenn ich dabei bin, bindet er mich mit ins Gespräch ein. Nur leider ist sie psychisch angeschlagen und nicht immer aufnahmefähig.

Sie kann noch schöne Jahre haben, nur.... ohne Hilfe verlieren wir sie !