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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Brauche Rat zum Thema Alkohol!



3fragezeichen
11.02.2009, 08:46
Hallo alle miteinander!

Oh oh, was ich hier zum Thema Alkohol gelesen habe macht mir Angst & bestätigt gleichzeitig auch meine Empfindung…

Zu meiner „Geschichte“: mein Lebensgefährte (36) & ich (39) sind seit gut 7 Jahren ein Paar & leben 6 Jahre zusammen. Auch ich hatte anfangs schon die Befürchtung, dass er dem Alkohol zu sehr zugetan ist, ignorierte aber vorerst die Warnsignale… Als wir dann zusammen gezogen sind, stellte ich jedoch „Regeln“ auf (nach einem entsprechenden Gespräch mit ihm), d.h. in der Woche kein Alkohol (bis dato hat er eigentlich fast täglich getrunken).
Im 1. Jahr unseres Zusammenlebens funktionierte das eher schlecht als recht, immer wieder gab es einen Grund für ihn auch in der Woche zu trinken (Geschäftsessen, schlecht drauf sein, etwas zu feiern etc.). Das nächste ernste Gespräch meinerseits folgte, in dem ich ihm ganz klar sagte, dass eines Tages der Alkohol ein Trennungsgrund für mich sein wird. Er reagierte wie erwartet: er hätte kein Problem mit Alkohol, eher würde ich das alles zu ernst sehen. Ein paar Tage später, gab er zu, dass er es gut fände, dass ich auf ihn „aufpasse“… (dasselbe hat mir sein Papa auch zu verstehen gegeben)

Im gleichen Zeitraum stellte sich dieselbe Problematik auch in seinem Elternhaus: Mama wurde „erwischt“, das sie regelmäßig trinkt (sie ist Hausfrau). Interessant dabei ist, dass die Mama Druck von der ganzen Familie erhielt sich helfen zu lassen – was sie auch getan hat & innerhalb kurzer Zeit „trocken“ wurde (bis heute anhaltend). Interessant deshalb, weil der Papa im Grunde genau dasselbe Problem hat, dies aber bis heute weder einsieht, noch sich helfen lässt. Als Bsp.: ich schlug vor, dass sämtlicher Alkohol aus dem Haus entfernt werden sollte, damit Mama nicht in Versuchung gerät, was aber Papa vehement verhindert hat, schließlich „will ich mir ja ab & zu einen genehmigen können“… Das hat mich sehr erstaunt, denn einerseits „zwingt“ er seine Frau auf zu hören – „ich verlasse dich sonst“ (& da sie finanziell von ihm abhängig ist…), andererseits trinkt er in ihrem Beisein fröhlich weiter… (allerdings kann ich nicht einschätzen wie oft, wie viel schon – das wird ähnlich der Ration des Sohnes sein). Das nenne ich doch mal Unterstützung! (Mama nimmt ihn dabei jedoch in Schutz…)

Nach dem 2. ernsten Gespräch mit meinem Freund lief es vorerst etwas besser, d.h. Mo.-Do. kein Alkohol, allerdings fiel mir mit der Zeit auf, dass dafür am Wochenende der Konsum allmählich umso mehr anzog. Sein „Standard“ sind mittlerweile jeden Freitag, Sa. + So. Abend 1,5 – 2 Flaschen Rotwein, die er allein vor dem PC oder TV trinkt. Seltener ist es auch Whisky oder Bacardi/Rum-Cola & auch hierbei schafft er (Minimum) eine halbe Flasche… Am Rande: ich trinke sehr wenig Alkohol, nur wenn ich ohne ihn auf Partys bin (denn mit ihm muss ich ja fahren!), was vielleicht so 1-2 x im Monat vorkommt… Mir würde es nie einfallen allein zu trinken, aber ich habe auch das Glück, dass es mir einfach nicht so schmeckt, ich aus einer Familie stamme, in der Alkohol nie eine Rolle gespielt hat und/oder ich auch nur wenig vertrage…
In diesem Gespräch schlug ich ihm u. a. vor, wenn er denn so gar kein Problem mit dem Alkohol hätte, so solle er es mir (& vor allem sich selbst) beweisen, indem er mal 4 Wochen gar keinen Alkohol trinkt, egal ob Feierlichkeiten oder sonst welche Anlässe bestehen. Den Zeitpunkt solle er selbst bestimmen… Auf diese 4 Wochen „ohne“ warte ich mittlerweile seit gut 5 Jahren…, die längste Abstinenz am Stück seinerseits in den vergangenen 7 Jahren sind 4 Tage…

Er kommt Freitag abends nach Hause & meist noch bevor wir essen, trinkt er das 1. Glas Rotwein (man könnte denken er sei am Verdursten)… & so geht es dann den ganzen Abend weiter, bis er seinen „Pegel“ erreicht hat oder (auf Partys) durchaus auch völlig maßlos…
Ich vermute, dass der Alk sein ganzes Leben beeinflusst, denn grundsätzlich ist er ein eher „bequemer“ Mensch, am WE steht er nicht vor 12 Uhr auf und selbst dann braucht er mindestens 1 Std. um wirklich wach zu werden. Seit 7 Jahren kenne ich ein Frühstücken am WE nicht mehr (sein O-Ton: „ich bekomme nichts runter“)…

Ich bin eine Frau, die ungern um Hilfe bittet & allgemein als „stark“ empfunden wird (reine Außenwirkung!), tue ich es jedoch, so benötige ich auch solche… Umso enttäuschender für mich dann jedes Mal die Reaktion meines Freundes, mit Gestöhne + Nörgeleien („muss das sein? Habe ich gar keine Lust zu“) und das höre ich täglich bis zu dem Datum wo ich die Hilfe benötige. Das geht dann soweit, dass ich mir lieber Hilfe von anderer Stelle organisiere… Auch zum Thema Verantwortung übernehmen hat er meist nicht mit Höchstleistungen geglänzt (harmloses Bsp.: es standen Veränderungen für die gemeinsame Wohnung an, z. B. neues Sofa; eine typische Reaktion seinerseits „von mir aus kann alles bleiben wie es ist, wenn du es anders willst: mach & zahle Du“) Diese Einstellungen zog sich durch unsere ganze Beziehung, egal ob es um Anschaffungen ging oder handwerkliche Veränderungen in der Wohnung…
Zum Thema „Familienplanung“ war die ersten 5 Jahre nur eines von ihm zu hören „irgendwann, aber nicht heute“ & Punkt. Keine Visionen oder Träume, nichts… Mittlerweile spricht er das Thema ab & zu an, rechnet mir dabei aber eher vor wie es steuerlich laufen würde (Vorteil auf seiner Seite) & ich mit meinem Nebenjob abends + dann weniger Miete an ihn (z. Zt. sind unsere Kosten genau 50/50 aufgeteilt) ja ganz gut klarkommen könnte… Na klar, so stelle ich mir auch ein Familienleben vor: ein Du + ich (wie bisher) + kleine Nr. 3 obenauf, gehört ja irgendwie dazu… (& „faszinierend“ dabei, wenn ich ihn Tage später noch einmal darauf anspreche, das ich das unmöglich finde, wie er eine Kinderplanung angeht, dann streitet er entrüstet alles ab, er hätte das so nie gesagt/gemeint…) :-o
Dennoch, so musste ich mittlerweile feststellen, ist bei mir so nie ein „Wir“ - Gefühl entstanden, eher ein „Du + ich“…

Lange Zeit (die ersten 3 – 4 Jahre) habe ich diese Verhaltensmuster ignoriert, später dann der Sucht zugeordnet & fürchte, irgendwann innerlich resigniert…
Er ist auf der einen Seite ein herzensguter Mensch, intelligent, liebenswert & hat Potential ohne Ende…doch er nutzt es zu wenig (in meinen Augen) bzw. nur soweit wie es geradeso sein muss… Er hat überhaupt keine Lebensplanung, zumindest spricht er nicht darüber & entsprechende Fragen kann oder will er nicht beantworten, nicht einmal Fragen zu unserem gemeinsamen Leben, entsprechend haben wir eigentlich auch keine gemeinsamen Ziele…
Ich schätze, all das auch eine Folge einer Alkoholsucht???

Generell ist es so, dass der Alkohol in der Familie einen enorm hohen Stellenwert hat, es grenzt fast an Heldentum viel zu trinken. So wird von Urlaub XY erzählt, dass ja in dem oder dem Cafe der beste Grappa zu haben war oder in einem Urlaubs-Tagebuch wird genau aufgeführt, wer wie viel + wann getrunken hat… (Wenn ich an meinen letzten Urlaub denke, so fallen mir eher schöne Strände + Erlebnisse ein, aber doch nicht ob + wie viel Alkohol ich konsumiert habe!?!) Oder wenn die Schwester nach einer durchzechten Nacht schlapp auf dem elterlichen Sofa hängt und erzählt sie hätte mal wieder bis zum Erbrechen gefeiert (im wahrsten Sinne des Wortes) so wird das mit einem lächelnden Schulter klopfen (als Trost für den nun bestehenden Kater) quittiert… Sprich: Alkohol ist in dieser Familie ein völlig normaler Bestandteil des Alltags & in diesem Sinne ist mein Freund leider aufgewachsen, hat somit diese Einstellung 1:1 übernommen. Zumal auch kein Negativ - Bsp für ihn besteht: die Familie hat immer gut funktioniert, es gab keine Auffälligkeiten & für meinen Freund ist ein Alkoholiker nur der, der unter der Brücke schläft & morgens bereits seine Flasche Korn benötigt bzw. wenn jemand auch schon tagsüber trinkt… Somit ist Alkohol für ihn ja kein Problem…

Allerdings stellt es für mich ein Problem dar. Auch das habe ich lange versucht zu verdrängen, doch irgendwann im Laufe der Zeit habe ich meinen Respekt ihm gegenüber, was dieses Thema betrifft, verloren…
Auf der anderen Seite kann ich ein Suchtverhalten auch durchaus nachvollziehen, denn ich selbst bin nicht suchtfrei: bei mir sind es die Zigaretten & ich weiß durchaus wie negativ ich darauf reagieren würde, wenn mich einer dazu bringen will von jetzt auf nachher damit auf zu hören…. ;-) Nur: ich kann rauchen so viel ich will, ich bin immer noch ich selbst, auch über einen langen Zeitraum hinweg… Wenn ich jedoch viel trinke, dann bin ich garantiert nicht mehr ich selbst & ich denke, auch über einen langen Zeitraum verändert sich die Persönlichkeit durch Alkohol…

Mein Freund ist, wenn er getrunken hat, sehr lieb, gefühlsbetont + anhänglich, wenn man ihn nur oberflächlich kennt, würde man nicht einmal bemerken das er betrunken ist… Doch ich gehe innerlich schon auf Abstand wenn ich seine Fahne rieche & seinen „verschleierten“ Alkohol-Blick sehe…Was ich ihm sehr deutlich demonstriere, indem ich mich ganz klar abkanzle, auch mit Aussagen wie „geh weg, du stinkst/du hast getrunken“ oder indem ich ihn „in sein“ Zimmer (an den PC) schicke, weil ich es nicht mit an sehen kann, wie er trinkt… Das nimmt er hin…
In jedem Urlaub oder an anderen freien Tagen, gab es früher Stress meinerseits, weil er dann täglich (immerhin nur abends) getrunken hat. Mittlerweile registriere ich es zwar, beiß mir aber auf die Zunge, denn es bringt nichts, ich kann mir den Mund fusselig reden…
Innerhalb der Woche nutzt er (Tendenz steigend) fast jede Chance, wie Geschäftsessen oder sobald ich aus dem Haus bin (dann mit der Entschuldigung „du feierst ja auch“, was ich aber nicht gelten lasse ihm gegenüber, denn wie gesagt, das kommt 1 bis 2 x im Monat vor).
Sind wir z. B. zu einem Brunch eingeladen, bei dem es keinen Alk geben soll, geht er nicht hin (oder er bringt selbst 3 Flaschen Sekt mit & fühlt sich dann bestätigt, weil auch andere Gäste ein Glas angenommen haben).
Hat er Verabredungen, Party` s o. ä. (allein oder mit mir) so organisiert er immer im Vorwege einen „Fahrer“, ansonsten bleibt er lieber zu Hause, wenn er nicht trinken kann…

Allmählich sind wir in unserer Beziehung in die Schiene des „Nebeneinander her leben`s“ geraten, ganz schleichend & allmählich, aber es scheint nur mir bewusst zu sein…
Oberflächlich betrachtet wirken wir wie ein perfektes Paar (bekommen wir immer wieder zu hören): wir leben harmonisch miteinander (es gibt sehr wenig Streit – was aber auch an seiner + mittlerweile auch meiner, Konfliktscheu liegt), wir geben uns gegenseitig viel Freiraum & dennoch zweifle ich mittlerweile sehr stark an meinen Gefühlen für ihn. Ich fürchte ich habe irgendwann „zwischendurch“ zu sehr „die Verantwortung“ für ihn übernommen, habe das Gefühl in einer Art „Mutterrolle“ zu sein.
Jeder führt sein Leben, hat seine eigenen Hobbys, nichts Gemeinsames…allerdings tolerieren wir dies gegenseitig…
Trotzdem kann nach meiner Ansicht die Liebe/Leidenschaft nur leiden unter den gegebenen Umständen…& schon länger trage ich mich mit dem Gedanken der Trennung, schrecke aber vor diesem Schritt zurück, weil ich weiß, dass ich ihm damit komplett den Boden unter den Füßen wegziehe… Andererseits weiß ich, dass ich so keine Zukunft aufbauen kann, dass ich so wie es jetzt läuft früher oder später ausbrechen werde…

Ich drehe mich total im Kreis mit meiner Entscheidungsfindung…& das seit 2 Jahren…
Sehe ich das Problem tatsächlich zu einseitig? Ich merke, dass ich ihn auch immer wieder in Schutz nehme (mir selbst gegenüber) – ist das nur eine Form der Co-Abhängigkeit?

Ich weiß, dass mir niemand die Entscheidung abnehmen kann, aber vielleicht könnt Ihr mir aus eigenen Erfahrungen heraus Tipps geben?
Ich habe Angst, mich in meinen Gedankengängen schon zu sehr verrannt zu haben, dennoch… Wenn ich mich frage, wo ich in 5 Jahren stehe…so kann ich ihn dabei nicht wirklich sehen…

Vielen Dank schonmal für Eure Geduld!

Dachziegel
11.02.2009, 08:59
Du bist 39, hast einen Kinderwunsch und einen Partner, mit dem das nicht zu besprechen ist. Wie lange willst Du warten?

3fragezeichen
11.02.2009, 09:38
...mein Kinderwunsch nicht so massiv ausgeprägt & somit nicht wirklich vorrangig...vermutlich aber auch wegen der gegebenen Situation. Die Bsp. sollten auch nur als Bsp. dienen, wie er sich (& mir gegenüber) mit Themen beschäftigt (oder eben auch nicht).

Mir geht es eher um die Frage: ist mein Freund alkoholabghängig oder sehe ich es zu ernst (wie er sagt)?

Inaktiver User
11.02.2009, 09:56
ich denke, dein Freund hat ein Alkoholproblem.
Leider sieht er das nicht ein. Von daher ist es schwer, Dir was zu raten.
"Du sollst auf ihn aufpassen":ooooh: das ist nicht deine Aufgabe und macht nur unnötig Schuldgefühle, denn als Partnerin schaffst Du es nicht, ihn vom Trinken abzuhalten.

Dir alles Gute

Monika

Nocturna
11.02.2009, 10:08
Mir geht es eher um die Frage: ist mein Freund alkoholabghängig oder sehe ich es zu ernst (wie er sagt)?

Die Frage ist jetzt doch wirklich nicht dein Ernst oder? Findest du 1,5-2 Flaschen Rotwein normal, wenn die regelmäßig allein getrunken werden?

Was ich erstaunlich finde sind deine Verdrängungskünste. Du bist seit 7 Jahren mit deinem Freund zusammen, der aus einer Familie stammt, die mit Alkohol Probleme hat und das Thema Alkohol ist seit dieser Zeit präsent zwischen euch. Da fragst du dich ernsthaft ob er ein Alkoholproblem hat?

Mein Mann ist definitiv auch jenseits des normalen Maßes, was Alkohol angeht. Ich gebe mich allerdings keinen Tagträumen hin, dass ich ihn vom Alkohol loseise. Nur er allein kann das schaffen, hat aber wie dein Mann nicht die Einsicht, dass sein Trinkverhalten problematisch ist.

3fragezeichen
11.02.2009, 10:54
Nein, ich finde es eben NICHT normal, habe mich aber wohl schon daran gewöhnt... :ooooh:

Ich gebe mich auch nicht Tagträumen hin, es ihm ab zu gewöhnen! Das ist mir bewußt, dass es ohne seine Einsicht ein aussichtsloses Unternehmen wäre.

Vielleicht brauchte ich eher Bestätigungen zu meiner Ansicht (um nicht weiterhin zu diesem Thema "still zu halten" & die Augen zu verschliessen), deshalb mein Posting... :erleuchtung:

Nocturna
11.02.2009, 11:57
Vielleicht brauchte ich eher Bestätigungen zu meiner Ansicht (um nicht weiterhin zu diesem Thema "still zu halten" & die Augen zu verschliessen), deshalb mein Posting... :erleuchtung:
Was genau möchtest du denn tun, wenn du "nicht weiterhin still halten und die Augen verschließen" möchtest?

Da wären wir doch wieder beim Thema, dass wir den Alkoholkonsum unserer Parnter nicht beeinflussen können. Ich für meinen Teil habe weder Lust eine dauernörgelnde Ehefrau zu sein noch sein Leergut im Keller nachzuzählen, wann er wie viel getrunken hat. Meine Ansicht über seinen Alkoholkonsum habe ich bereits zur Genüge kund getan.

Was bleibt ist, die Sache im Blick zu behalten. Noch dominert der Alkohol meinen Mann nicht, obwohl es grenzwertig ist mit einer Flasche Wein pro Abend. Ich habe meinem Mann schon vor zig Jahren noch vor unserer Ehe gesagt, dass ich nicht als Therapeuth für diesen Fall zur Verfügung stehe, sondern meinen Hut nehmen werde. Das gedenke ich einzuhalten, wenn es ausufern würde.

3fragezeichen
11.02.2009, 13:10
Ich bin kurz vor dem GEHEN.
Du hast Recht, eine andere Alternative gibt es kaum... Auch ich habe nicht Lust ewig zu reden + zu nörgeln + zu kontrollieren, habe ich mir inzwischen sowieso schon länger abgewöhnt (die leeren Flaschen kann ich jedoch nicht übersehen in unserer Küche).

Wo fängt es denn bei Dir an, das "ausufern"? Habt Ihr Kinder?
Ist "das Ausufern" nicht schon erreicht, wenn man es selbst nicht mehr "ertragen" kann? Ich persönlich mache es nicht mal mehr so sehr an der Menge fest, sondern eher wie ich gefühlsmäßig darauf reagiere, wenn ich sehe dass er es einfach nicht lassen kann...

Auch ich habe ihm immer gesagt, wenn es mir zu viel wird gehe ich... (was. so fürchte ich, nicht ernst genommen wird, erst wenn man wirklich geht, dann kommt ein fassungsloses "Warum?").
Ich fürchte, ich muss mich langsam aber sicher an meine eigenen Worte halten, denn außer Tränen & Recht geben von seiner Seite, hat sich in all den Jahren leider nichts geändert.

Nocturna
11.02.2009, 15:57
Wo fängt es denn bei Dir an, das "ausufern"? Habt Ihr Kinder?
Ist "das Ausufern" nicht schon erreicht, wenn man es selbst nicht mehr "ertragen" kann? Ich persönlich mache es nicht mal mehr so sehr an der Menge fest, sondern eher wie ich gefühlsmäßig darauf reagiere, wenn ich sehe dass er es einfach nicht lassen kann...
Ja, wir haben ein Kind mit 11 Jahren, ganz sicher ein Grund warum ich die Ehe nicht zu früh hinwerfen würde. Noch ist der Konsum in aktzeptablen Rahmen, mein Mann ist weder betrunken noch leidet er unter Kontrollverlust. Das Problem ist, dass er den Alkohol zur Entspannung braucht, um ihn vom Stress des Tages (eigene Firma) herunter zu holen, ab einer Flasche Wein am Abend fühlt er sich wohl.

Kein Mensch würde verstehen, wenn ich einen erfolgreichen Geschäftsmann verlassen würde und meinem Kind die Scheidung aufbürden würde. Dass es da noch die Kehrseite der Medaille gibt, dass man sich mit Berührungen schwer tut, wenn der Mann permanent diesen Weingeruch ausströmt, kann man ja schlecht der Allgemeinheit erzählen.

Ganz sicher wäre bei mir das Ende der Fahnenstange erreicht, wenn mein Mann betrunken wäre oder ausfallend werden würde oder seiner Arbeit nicht mehr nachgehen könnte. Das glaube ich aber nicht, denn ich kann ja an seinem 85-jährigen Vater sehen, dass man auch mit übermäßig hohem Alkoholkonsum ein gesellschaftlich aktzeptiertes Leben führen kann.

marlenchen
13.02.2009, 03:19
als kind eines (trockenen) alkoholikers würde ich die frage, ob du co-abhängig bist mit "ja" beantworten.
und dein freund hat ein ganz eindeutiges alkoholproblem, auch wenn er das leugnet.

ich fürchte, du wirst bei deinem freund nicht viel ausrichten können,
solange er sich seine sucht nicht eingesteht und selber etwas ändern will. so traurig es ist, aber meistens braucht es etwas heftiges (wie (drohender) verlust von familie, arbeitsplatz, wohnung, schwere gesundheitl. probleme etc.), um jemanden wachzurütteln und eine krankheitseinsicht und veränderungswillen zu erzeugen.
und selbst dann ist es schwer die sucht zu besiegen und rückfälle sind häufig.

die doppelmoral in der familie deines freundes finde ich auch furchtbar :knatsch:. seine mutter kann einem leid tun und hut ab, dass sie unter diesen bedingungen abstinent bleiben konnte.

da du deinen freund nicht ändern kannst und es dir in dieser situation nicht gut geht: suche dir hilfe für dich selber.
vielleicht wäre ja eine selbsthilfegruppe vor ort etwas für dich, betroffene angehörige können sich meines wissens außer an al-anon auch an das blaue kreuz und die guttempler wenden.
auch eine suchtberatungsstelle wäre eventl. eine gute anlaufstelle.

siehst du denn für eure beziehung eine zukunft? wenn er einen entzug und eine therapie machen würde? ist da noch gefühl da?

alles gute dir, marlenchen :blumengabe:

3fragezeichen
13.02.2009, 13:49
Kein Mensch würde verstehen, wenn ich einen erfolgreichen Geschäftsmann verlassen würde und meinem Kind die Scheidung aufbürden würde. Dass es da noch die Kehrseite der Medaille gibt, dass man sich mit Berührungen schwer tut, wenn der Mann permanent diesen Weingeruch ausströmt, kann man ja schlecht der Allgemeinheit erzählen.

Ganz sicher wäre bei mir das Ende der Fahnenstange erreicht, wenn mein Mann betrunken wäre oder ausfallend werden würde oder seiner Arbeit nicht mehr nachgehen könnte. Das glaube ich aber nicht, denn ich kann ja an seinem 85-jährigen Vater sehen, dass man auch mit übermäßig hohem Alkoholkonsum ein gesellschaftlich aktzeptiertes Leben führen kann.

Zum oberen Absatz: das stimmt, davon erzählt frau ja eigentlich auch nicht gern nach aussen hin... Aber mich stösst das mittlerweile sehr ab & beeinträchtigt die Nähe... :knatsch:

Zum 2. Absatz: da bist Du schon sehr tolerant! Denn mein Freund z. B. wird auch nie ausfallend, auch wenn er schon sehr betrunken ist... & ein gesellschaftlich akzeptiertes Leben führt er (& wir beide) auf jeden Fall auch; würde so schnell auch kein Aussenstehender vermuten, dass diese Probleme vorliegen.

3fragezeichen
13.02.2009, 14:01
[QUOTE=marlenchen;5432338]
da du deinen freund nicht ändern kannst und es dir in dieser situation nicht gut geht: suche dir hilfe für dich selber.
vielleicht wäre ja eine selbsthilfegruppe vor ort etwas für dich, betroffene angehörige können sich meines wissens außer an al-anon auch an das blaue kreuz und die guttempler wenden.
auch eine suchtberatungsstelle wäre eventl. eine gute anlaufstelle.

siehst du denn für eure beziehung eine zukunft? wenn er einen entzug und eine therapie machen würde? ist da noch gefühl da?

QUOTE]

Liebes Marlenchen,
vielen Dank auch für Deine Meinung!

Hilfe hatte ich mir schonmal vor ein paar Jahren gesucht, bei der Sozialberatung an meinem Arbeitsplatz. Die haben mir erstmal richtig die Augen geöffnet, auch die Zusammenhänge mit der Co-Abhängigkeit & auch sie sagten mir, ganz hart: wenn er es sich nicht selbst eingesteht, bringt nichts etwas. Es gäbe einen "Weg", bei dem man aber direkt in Kauf nehmen muss, dass der Alk am Ende wichtiger als die Beziehung sein kann/wird... (würde jetzt den Rahmen sprengen, also der "Weg der Hilfe zur Selbsthilfe"). Seitdem habe ich mich sehr mit dem Thema auseinandergesetzt und auch ihn damit konfrontiert (mit Unterlagen etc., auch das ich mich habe beraten lassen). Wurde aber nur mit einem leisen "hm" quittiert & dann verdrängt.

Ich weiß nicht ob ich noch eine Zukunft in unserer Beziehung sehen kann - ich fürchte, eher nicht (mehr). Aber da spielen einige Faktoren hinein, z.B. eben auch womögliche Folgen des Alk (wie Antriebslosigkeit etc)...

Ich weiß noch nicht genau was ich tun soll: gehen oder bleiben... Der Kopf sagt ersteres, das Herz schweigt mittlerweile... :niedergeschmettert:

Vielen Dank nochmal für Eure Beiträge & Euch ein schönes WE!

Inaktiver User
13.02.2009, 14:08
Vielleicht tut ihr euch zusammen? Du hörst mit dem Rauchen auf und er mit dem Trinken. :smile:

Ihr habt ja eigentlich beide Suchtprobleme. Kann man dem einen sagen, hör auf und lebe gesund und neben ihm seelenruhig weiterpaffen? Warum soll er sich seiner Sucht stellen, wenn du diese Stärke auch nicht hast? Ganz ehrlich, ich würde dich dann auch nicht ernst nehmen.

Raucher stinken übrigens auch und ich finde es manchmal sogar unangenehmer als eine Weinfahne. :smirksmile:

:blumengabe:

555nase
13.02.2009, 14:19
Meine Kollegin hat einen alkoholkranken Mann - und deshalb höre täglich davon und es ist furchtbar. Erst durch sie habe ich erfahren, was "Co-Abhängigkeit" bedeutet. Vorher dachte ich, das ist so was wie der Zustand derjenigen, die sich um einen Alkoholiker sorgen und mit ihm leben müssen und den Alkohol in ihrem Alltag verkraften müssen. Aber so ist es nicht (nur)! Co-Abhängigkeit bedeutet eine eigenständige Wesensveränderuung.

Ich kann hier natürlich nicht alle Details beschreiben ... aber ich kann sagen, dass es mich sehr erschreckt. Nicht nur, wie der Alkoholiker sich selbst schadet, sondern auch, wie er seine Angehörigen manipuliert .... und wie der Alkohol sich durch ganze Familien zieht, über Kinder bis zu Enkelkinder bleibt er ein Thema ....

Ich erreiche meine Kollegin nicht mit Worten, auch eine Selbsthilfegruppe hilft nichts - sie kann nichts ändern. Sie war schon ausgezogen, ist aber wieder zu ihm zurück, weil sie eben "abhängig" ist .... ich glaube, sie wartet allen Ernstes auf seinen Tod (der wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lässt). Es ist eine Tragödie!

Deshalb würde ich nur zur Trennung raten. Letztendlich zerstört der Alkohol alles ... und die Hoffnung, dass ein Trinker trocken wird, erfüllt sich leider selten ....

Matratze
13.02.2009, 14:37
Ja, wir haben ein Kind mit 11 Jahren, ganz sicher ein Grund warum ich die Ehe nicht zu früh hinwerfen würde. Noch ist der Konsum in aktzeptablen Rahmen, mein Mann ist weder betrunken noch leidet er unter Kontrollverlust. Das Problem ist, dass er den Alkohol zur Entspannung braucht, um ihn vom Stress des Tages (eigene Firma) herunter zu holen, ab einer Flasche Wein am Abend fühlt er sich wohl.


Hallo Nocturna,
ohne das Problem jetzt kleinreden zu wollen, sondern um es ansprechbarer zu machen, schreibe ich jetzt mal:

Vielleicht ist es hilfreich nicht ein mögliches Alkoholproblem mit Deinem Mann zu thematisieren, sondern die unmittelbaren Auswirkungen auf Dich und die Beziehung.

Du magst ihn, aber nicht seinen Geruch.
Letzteres würde ich deutlich betonen.
Das macht ihn unattraktiv für Dich, so einen Mann möchtest Du aber nicht.

Du kannst seinen Stress sehen, aber vielleicht gibt es andere Wege den abzubauen bei denen Du ihn unterstützen kannst.

Kein Mensch würde verstehen, wenn ich einen erfolgreichen Geschäftsmann verlassen würde und meinem Kind die Scheidung aufbürden würde. Dass es da noch die Kehrseite der Medaille gibt, dass man sich mit Berührungen schwer tut, wenn der Mann permanent diesen Weingeruch ausströmt, kann man ja schlecht der Allgemeinheit erzählen.

Vielleicht nicht die Aussenstehenden, aber auf die kommt es auch nicht an. Deinem Mann sollte das aber unmissverständlich klar sein. Und auch wie blöd dieser Trennungsgrund ist, den er hätte abwenden können.

Ganz sicher wäre bei mir das Ende der Fahnenstange erreicht, wenn mein Mann betrunken wäre oder ausfallend werden würde oder seiner Arbeit nicht mehr nachgehen könnte. Das glaube ich aber nicht, denn ich kann ja an seinem 85-jährigen Vater sehen, dass man auch mit übermäßig hohem Alkoholkonsum ein gesellschaftlich aktzeptiertes Leben führen kann.

Obiges wäre allein schon für das Kind ein schlimmes Bild.

Aber vielleicht kann es helfen Deinen Mann in Bewegung zu versetzen, wenn es nicht um ein Alkoholproblem geht und dessen Anerkennung, sondern um seine Frau.

Nocturna
13.02.2009, 18:43
Du magst ihn, aber nicht seinen Geruch.
Letzteres würde ich deutlich betonen.
Das macht ihn unattraktiv für Dich, so einen Mann möchtest Du aber nicht.

Du kannst seinen Stress sehen, aber vielleicht gibt es andere Wege den abzubauen bei denen Du ihn unterstützen kannst.
Ich bin jetzt mal ganz ehrlich. Ich habe keinen Bock, dass seine Probleme zu meinen werden. Ich habe keine Lust auf Co-Abhängigkeit. Ich würde meinen Mann nie decken, nichts vor unserem Kind beschönigen und ich werde von ihm verlangen, dass er aus dem Schlafzimmer auszieht, wenn mir seine Ausdünstungen noch weiter auf den Keks gehen.

Ich habe ihm vor unserer Ehe klar und deutlich gesagt, dass ich zu ihm stehe in Krankheiten, die einen Menschen per Schicksalsschlag ereilen, bei Alkohol kann er nicht mit meinem Entgegenkommen rechnen.

Das klingt unschön und eiskalt, entspricht aber meinem Wesen. Ich habe mit 6 beschlossen keinen Alkohol zu trinken, als ich den ersten völlig Betrunkenen in meinem Leben gesehen habe und völlig angeekelt war. Ich habe das durchgezogen ohne Ausnahme, das andere würde ich auch tun, falls nötig. Ich denke, das weiß mein Mann und ist letztendlich auch irgendwo eine Bremse für ihn.

Nocturna
13.02.2009, 18:49
Zum 2. Absatz: da bist Du schon sehr tolerant! Denn mein Freund z. B. wird auch nie ausfallend, auch wenn er schon sehr betrunken ist...
Grins, ich würde es genau anders herum sehen.
Du bist toleranter als ich, denn betrunken war mein Mann noch nie. Es ist der dauerhaft hohe tägliche Konsum, der bei meinem Mann ein Problem ist, Abstürze hat er nicht und wären mit mir auch nicht zu machen.

Matratze
13.02.2009, 22:24
Ich bin jetzt mal ganz ehrlich. Ich habe keinen Bock, dass seine Probleme zu meinen werden. Ich habe keine Lust auf Co-Abhängigkeit. Ich würde meinen Mann nie decken, nichts vor unserem Kind beschönigen und ich werde von ihm verlangen, dass er aus dem Schlafzimmer auszieht, wenn mir seine Ausdünstungen noch weiter auf den Keks gehen.

Schön Nocturna, genauso hatte ich Dich gelesen! Und in diesem Sinne hatte ich es auch gemeint! Und ich denke, dass jeder andere Weg unrealistisch wäre - und tatsächlich in eine Co-Abhängigkeit führen würde. Aber ich habe Deinen Worten auch entnommen, dass Du immer noch bei ihm bist und Dir eigentlich an einer Beziehung zu ihm gelegen ist. Daher mein Gedankengang, sein Verhalten unabhängig von Alkoholproblematik zu thematisieren.



Das klingt unschön und eiskalt, entspricht aber meinem Wesen. Ich habe mit 6 beschlossen keinen Alkohol zu trinken, als ich den ersten völlig Betrunkenen in meinem Leben gesehen habe und völlig angeekelt war. Ich habe das durchgezogen ohne Ausnahme, das andere würde ich auch tun, falls nötig. Ich denke, das weiß mein Mann und ist letztendlich auch irgendwo eine Bremse für ihn.

Für mich klingt das überhaupt nicht unschön und eiskalt, sondern vorausschauend und klug.
Du bist Dir wichtig, lieb und teuer und das ist ausgesprochen gut so!

Dachziegel
14.02.2009, 08:39
Für mich klingt das überhaupt nicht unschön und eiskalt, sondern vorausschauend und klug.
Du bist Dir wichtig, lieb und teuer und das ist ausgesprochen gut so!

:schild genau:

Nocturna
14.02.2009, 14:18
Nicht zu früh loben, bitte. Ob ich meinen Weg so durchziehen werde, falls nötig, wird erst die Zukunft zeigen.

Geschrieben klingt auch alles immer sehr schön, gute Vorsätze sind schnell formuliert. Im Alltag tut man schwer mit dem Abwägen, was man noch akzeptieren will und was nicht und ich habe schon manche Stunde grübelnd verbracht.

Inaktiver User
14.02.2009, 14:52
Ich habe größtes Verständnis für Dich, Deine Situation und die damit verbundenen Gefühle. Dennoch eine Anmerkung: Ich finde es bemerkenswert, im Sinne von auffällig, wie Du Deine eigene Sucht, das Rauchen, abtust.

Nun weiß ich zwar nicht, wieviel Du rauchst (wir wissen nur, wie viel Dein Freund trinkt), aber da Du es erwähnst, gehe ich einfach einmal davon aus, dass es nicht wenig ist?

Das Abtun ist der Punkt, auf den ich hinaus will: Du spielst das Rauchen herunter (das nicht nur schrecklich stinkt, sondern extrem gesundheitsschädlich ist) und Dein Freund das Trinken.

Eigentlich steht es Dir vor diesem Hintergrund nicht zu, über ihn zu urteilen. Konsequenzen ziehen - ja, aber ihn als schwach, willenlos, labil darzustellen (was Du in Deinen ausführlichen Schilderungen tust), finde ich vor diesem Hintergrund nicht ganz fair.

Übrigens - ich rauche und trinke. Aber nur ein bis zwei Zigaretten pro Tag und höchstens ebenso viele Gläser Wein.

Dies nur, weil ich gesagt habe, dass Rauchen stinkt. Tut es, das ist einfach so. Schlimmer noch als Alk - wie ich finde.

Es mag sein, dass Du denkst, dass das nichts zur Sache tut, aber gehe vielleicht einmal in Dich und schaue genauer hin, inwieweit Dein Freund Deine eigenen Schwächen spiegelt, so auch hier:

Stichwort Kind. Er ist vage geblieben, aber das bleibst Du auch! Kein soooo dringlicher Wunsch - mhm, ja, was denn nun? Oder bist Du vielleicht selbst ein wenig unentschlossen in dieser Sache? Mit 39?

Dann trifft Deine Unentschlossenheit (die sicher nicht nur an ihm liegt!) auf seine vage Reaktion.

Zwei Beispiele, die mir spontan aufgefallen sind, bei denen man sagen könnte: Schimpft ein Esel den anderen Langohr.

Aber - ich mag mich täuschen.

Und: Ich will das Alk-Problem Deines Freundes keinesfalls herunterspielen oder gar Dir in die Schuhe schieben.

Aber manchmal hilft ein kritischer Blick auch in die eigene Richtung in so einer Situation - zumal Du lange geblieben bist, vor dem Hintergrund wie sehr es Dich stört.


Alles Liebe für Dich. :blumengabe:

Inaktiver User
15.02.2009, 11:08
Eigentlich steht es Dir vor diesem Hintergrund nicht zu, über ihn zu urteilen. Konsequenzen ziehen - ja, aber ihn als schwach, willenlos, labil darzustellen (was Du in Deinen ausführlichen Schilderungen tust), finde ich vor diesem Hintergrund nicht ganz fair.

Übrigens - ich rauche und trinke. Aber nur ein bis zwei Zigaretten pro Tag und höchstens ebenso viele Gläser Wein.

Dies nur, weil ich gesagt habe, dass Rauchen stinkt. Tut es, das ist einfach so. Schlimmer noch als Alk - wie ich finde.


Der Stoff macht den Unterschied. :smile:

Auch wenn Nikotin mehr Menschen umbringt als Alkohol: Die wenigsten Straftaten werden unter Einfluss von Nikotin begangen - die meisten aber besoffen.

Alkohol ist ein Betäubungsmittel. Es betäubt den Körper, die Seele und das Herz.
Es verändert den Menschen. Langsam und schleichend. Und die Menschen in der Umgebung des Trinkenden.

@Nocturna:
Mein Lieblings-Psychiater erzählt gerne die Geschichte eines Paares: sie kam mit einem Notizbuch an, in dem akribisch aufgelistet war, wieviel er wann wo und mit wem getrunken hatte.
Er fragte das Paar, wen er zuerst behandeln solle.... :smirksmile:

@3fragezeichen

Es gibt viele Wege.
Alkoholiker sind keine Arschlöcher.

Sie sind alles: herzensgut, liebenswert - intelligent - sie sind nicht nur sucht-krank.

Doch es ist an dir herauszufinden, was du leben/ertragen willst.

3fragezeichen
16.02.2009, 06:59
Oh ja, liebe Nocturna - das kenne ich auch!!! ;-)

3fragezeichen
16.02.2009, 07:04
Liebe(r) morcheeba,

da muss ich Dir widersprechen! ;-))) Ja, ich bin auch süchtig, nach Nikotin, was ich aber nicht abstreite - im Gegenteil, ich bin mir dessen durchaus bewußt! Und ich weiß, wie schwer es mir fallen würde damit auf zu hören (bzw. eher würde ich es wohl gar nicht schaffen, denn sonst hätte ich ja schon damit aufgehört, oder? ;-))! Aber ich sehe es trotzdem so, dass Nikotin mich + meinen Charakter + mein Verhalten NICHT verändert, Alkohol jedoch auf jeden Fall! Sowohl bei kurzfristogem Genuss (Veränderung in dem Moment), als auch bei langfristigem Genuss (dann auch tiefergehende Veränderung der Persönlichkeit)...

PS: Mein Freund raucht auch...

3fragezeichen
16.02.2009, 07:14
Der Stoff macht den Unterschied. :smile:

Auch wenn Nikotin mehr Menschen umbringt als Alkohol: Die wenigsten Straftaten werden unter Einfluss von Nikotin begangen - die meisten aber besoffen.

Alkohol ist ein Betäubungsmittel. Es betäubt den Körper, die Seele und das Herz.
Es verändert den Menschen. Langsam und schleichend. Und die Menschen in der Umgebung des Trinkenden.

@3fragezeichen

Es gibt viele Wege.
Alkoholiker sind keine Arschlöcher.

Sie sind alles: herzensgut, liebenswert - intelligent - sie sind nicht nur sucht-krank.

Doch es ist an dir herauszufinden, was du leben/ertragen willst.


Vielen Dank für Deine Zeilen, denen ich absolut zustimme! In allen Punkten! Als ich mich vor 3 Jahren beraten lies & dabei begriffen hatte, dass ich bereits in der Co-Abhängigkeit stecke (Dein Hinweis mit der Psychiater-Geschichte :smile:), ab da habe ich innerlich begonnen mich zu verschließen, anfangs nur indem ich nicht mehr mit-gezählt habe, inzwischen (und das eher schleichend) habe ich mich fast komplett entfernt... Doch wie Du es auch sagst, die Alkoholiker sind keine Arschlöcher. :smirksmile: Eben: sie sind liebenswert, herzensgut usw., genau das macht es ja auch so schwer eine Entscheidung zu treffen... :ooooh:

Bei den Antworten kam auch der Hinweis wg. meinem/seinen vagen Kinderwunsch (ich weiß jetzt gerade nicht wer): ja, auch das ist richtig, ich bin unentschlossen... auch weil ich denke, wenn ich jetzt schon so "unzufrieden" bin, dann kann/sollte ein Kind dies NICHT richten/überdecken... Es gab eine Zeit in unserer Beziehung (in den ersten 2-3 Jahren), da wäre ich durchaus nicht abgeneigt gewesen - wären da die richtigen Signale von meinem Partner gekommen... :zwinker:

Inaktiver User
16.02.2009, 21:57
Liebe(r) morcheeba,

da muss ich Dir widersprechen! ;-))) Ja, ich bin auch süchtig, nach Nikotin, was ich aber nicht abstreite - im Gegenteil, ich bin mir dessen durchaus bewußt! Und ich weiß, wie schwer es mir fallen würde damit auf zu hören (bzw. eher würde ich es wohl gar nicht schaffen, denn sonst hätte ich ja schon damit aufgehört, oder? ;-))! Aber ich sehe es trotzdem so, dass Nikotin mich + meinen Charakter + mein Verhalten NICHT verändert, Alkohol jedoch auf jeden Fall! Sowohl bei kurzfristogem Genuss (Veränderung in dem Moment), als auch bei langfristigem Genuss (dann auch tiefergehende Veränderung der Persönlichkeit)...

PS: Mein Freund raucht auch...

Liebe 3fragezeichen, ich bin eine Sie :smirksmile:.

Ich habe mich wohl nicht sehr glücklich ausgedrückt, denn darum ging es mir nicht. Es ging mir um Deine Be-Wertung dessen was er tut bzw. was er nicht tut. Auch in Bezug auf die Kinderfrage.

Es ist richtig, dass Rauchen verändert Dich nicht. Aber egal, um welche Sucht es sich handelt, ihr liegt immer eine Ursache zu Grunde. Darum geht es mir. Auch Deine Sucht hat ihre Gründe - ob sie Dich nun verändert oder nicht.

3fragezeichen
19.02.2009, 06:53
Liebe morcheeba,

konnte keine Rückschlüsse aus Deinem Namen ziehen ob weibl. oder männl.... :zwinker:

Ja, Du hast durchaus Recht & warum ich mit Rauchen angefangen habe könnte ich gar nicht so genau begründen...schätze einfach das war "jugendlicher Leichtsinn"... :knatsch:

LG,
3fragezeichen

Inaktiver User
19.02.2009, 10:00
Ja, Du hast durchaus Recht & warum ich mit Rauchen angefangen habe könnte ich gar nicht so genau begründen...schätze einfach das war "jugendlicher Leichtsinn"... :knatsch:

LG,
3fragezeichen

Ja, ich beiss mir heute noch in den Arsch, dass ich vor 31 Jahren meinen rauch- und alkoholfreien Eltern was antun wollte (sic!) und mir die erste Schachtel "HB" gekauft hab. (für 2 Mark!)

Ich hab mal ein paar Monate nicht geraucht - ich persönlich fand den Nikotin-Entzug härter als den Alkoholentzug. Sowohl psychisch als auch physisch.

Ich hab mit Besteck nach meiner Tochter geschmissen. Gottseidank ist die sehr flink und gelenkig....

Inaktiver User
19.02.2009, 16:19
Lustigerweise passt mein Nick ja perfekt hierher. :smirksmile:

Inaktiver User
20.02.2009, 10:18
Lustigerweise passt mein Nick ja perfekt hierher. :smirksmile:


Huch, es flirtet...?:freches grinsen:

coyoteugly
22.02.2009, 12:53
Ich hab mit Besteck nach meiner Tochter geschmissen. Gottseidank ist die sehr flink und gelenkig....

Die Jugend von heute hat auch echt kein Gespür mehr dafür, wann man seinen Alten aus dem Weg gehen sollte *kopfschüttel*

Inaktiver User
23.02.2009, 10:11
Die Jugend von heute hat auch echt kein Gespür mehr dafür, wann man seinen Alten aus dem Weg gehen sollte *kopfschüttel*

Ja, auch die Schule versagt da aufklärungsmässig vollständig! :freches grinsen:

Es gibt kein Modul für "Was mach ich, wenn Mum nüchtern wird???"

Nee, im Ernst: Ich hätte volles Verständnis dafür gehabt, wenn meine Tochter gesagt hätte: "Trink weiter und rauch weiter, aber hör auf Zeug rumzuschmeissen oder mich zu hauen!"

Aber sie fand es (seltsamerweise?) immer besser, wenn ich klar und lebendig und schrecklich war, als entspannt und nett - und gleichgültig.

Inaktiver User
23.02.2009, 10:24
Ja, auch die Schule versagt da aufklärungsmässig vollständig! :freches grinsen:

Es gibt kein Modul für "Was mach ich, wenn Mum nüchtern wird???"

Nee, im Ernst: Ich hätte volles Verständnis dafür gehabt, wenn meine Tochter gesagt hätte: "Trink weiter und rauch weiter, aber hör auf Zeug rumzuschmeissen oder mich zu hauen!"

Aber sie fand es (seltsamerweise?) immer besser, wenn ich klar und lebendig und schrecklich war, als entspannt und nett - und gleichgültig.


Kluges Kind.