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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Akuter Bandscheibenvorfall



wintersonne
20.01.2009, 13:29
Hallo,

am Donnerstag ist beim MRT ein Bandscheibenvorfall an der LWS festgestellt worden. Nun kriege ich Cortison Infusionenm PTR Spritzen unter Ct und soll langsam mit KG anfangen.

Gibt es hiervielleicht auch akut Betroffene? Würde mich über einen Austausch sehr freuen.

Bis jetzt sind meine Schmerzen so gut wie gar nicht besser geworden und ich verzweifele so langsam.

Gruß
Wintersonne

Noodie
20.01.2009, 14:44
Verzweifle nicht. :in den arm nehmen: Das dauert länger als 5 Tage oder eine Woche. Geh zu einem Neurologen oder Neurochirurgen, wenn du da nicht schon in Behandlung bist. Die sind die Spezialisten bei BSV. 10 Tage, 2 Wochen und länger Schmerzen ist durchaus normal.

Hast du auch neurologische Ausfälle? Schmerzen in den Beinen?

Probier verschiedene Schmerzmittel aus, nicht bei jedem hilft Cortison. Muskelrelaxant, Entzündungshemmer, auch Opiate helfen, auch kombiniert (bitte den Arzt fragen).

Dazu: Wärmekissen oder Tiefenwärme (verschreiben lassen), oft hinlegen, am besten mit etwas unter den Waden so dass deine Oberschenkel vertikal hochstehen, Cremen zum einreiben, sanft massieren, sitzen vermeiden, vorsichtig mit KG anfangen, spazieren gehen, nicht bücken oder heben (gar nicht jetzt!), rückengerechtes Bewegen ...

Schau doch auch mal in den Strang hier oben im Forum "Was tut ihr gegen eure Schmerzen" (oder so ähnlich).

Gönn dir Ruhe. Dein Körper braucht Zeit um zu heilen. Das wird wieder! :blumengabe: Gute Besserung!

wintersonne
20.01.2009, 15:05
Hallo Noodie,

die Schmerzen habe ich seit Oktober, aber mein 1. Orthopäde hat es als muskuläres Problem abgetan und mir viel Bewegung (AUA) und Akupunktur verpasst. Einen Bandscheibenvorfall hielt er für unwahrscheinlich, ein MRT überflüssig.

Ich habe mich 2 Monate mit Diclofenac zugedröhnt, habe versucht Rückenübungen zu machnen und bin weiter arbeiten gegangen.

Die Infusionen lindern etwas und jetzt mache ich ab morgen KG.

In der akuten Phase soll man nämlichen keine Sport machen, sagt mein jetziger Orthopäde. Den ersten könnte ich echt in die Wüste schicken.

Hattest Du auch schon einen BSV?

Bei mir strahlt es bin in de Fuß, ist wie Stromschläge, laufen geht nur humpelnd und gebückt. Lähmungen habe ich zum Glück keine.

An Medis habe ich ziemliche Hammer gekriegt, unter anderem Tramal, aber da habe ich mich noch nicht rangetraut. Ich hasse solche Pillen die mich gaga machen.

Ich hoffe jetzt dass mir vorsichte und richtig KG was bringt, und verspreche ab jetzt viel besser zu meinem Rücke zu sein, denn meine Beschwerden sind durchaus hausgemacht: das übliche viel Sitzen zu wenig Bewegung etc.

Liebe Grüße
Wintersonn

Noodie
20.01.2009, 15:33
Ich habe 2 BS Vorwölbungen, sozusagen die Vorstufe zum BS Vorfall, aber auch sehr schmerzhaft. Ich hatte auch Taubheitsgefühle und kribbelnde Füsse, das war beängstigend, bin aber seit Monaten weitgehend schmerzfrei und die Taubheitsgefühle und das Kribbeln haben auch aufgehört, bzw kommen nur wenn ich mit meiner KG schludere!

Ich hab mich auch mit einem blöden Orthopäden rumgeschlagen bis ich endlich zu einem Neurochirurgen ging, und der hat mir viel besser helfen können. Er hat mich erstens beruhigt und zweitens hat er wieder und wieder auf täglicher KG bestanden und hat recht behalten. Allerdings hab ich die Übungen auch ca 6 Wochen machen müssen bis ich endlich eine Besserung spürte. Sie wird dir sicher auch helfen.

Geduld ist das Zauberwort schlechthin bei den Bandscheiben! Hatte hier auch mal einen Strang "KG hilft nicht" oder so ähnlich, weil es Wochen dauerte bis ich was spürte ...

Viel sitzen ist auch bei mir der Grund warum ich mich damit rumplage. Fing schon in 2000 an, kam und ging, und ich hab es nie für nötig gehalten die KG zur Gewohnheit zu machen. Bis dann im letzten Jahr die Taubheitsgefühle und das Kribbeln anfingen, seitdem bin ich dran! Dazu rate ich auch dir. Wenn es dir wieder besser geht ist es so leicht die Übungen nicht mehr zu machen - tut ja nix mehr weh! Aber es rächt sich, es kommt wieder!

Wenn du diese Symptome in den Füssen hast würd ich dir trotzdem raten einen Neurologen aufzusuchen, auch wenn du deinen jetzigen Orthopäden magst.

Ich kann dir auch nur dieses Bandscheiben Forum (http://www.diebandscheibe.de/ibf/index.php?) empfehlen, dort wird man sehr gut beraten!

Zu den Medis: Tramal ist schonender für die Nieren als Diclo und Co. Vielleicht solltest du es doch mal probieren. Hab gehört, das wuselige Gefühl gibt sich nach ein paar Tagen. Wenn du so lange Diclo genommen hast solltest du vielleicht auch mal deine Nierenwerte überprüfen lassen?

Und besuche eine Rückenschule wenn es geht. Du ahnst gar nicht wie oft du dich rückenfeindlich bewegst ohne es zu wissen. Rückengerechtes Bewegen zu lernen ist so wichtig um zukünftige Vorfälle zu vermeiden.

Nochmals alles Gute! :wangenkuss:

Noodie
20.01.2009, 15:43
Nachtrag: wenn du die Schmerzen schon seit Oktober hast besteht die Gefahr einer Chronifizierung der Schmerzen. Googel mal danach. Daher ist es wirklich ratsam wenn du ein Schmerzmittel nimmst, aber keine Entzündungshemmer mehr, um den Kreislauf zu unterbrechen.

belonya
20.01.2009, 16:06
Ich habe schon sehr oft erlebt, dass Wärme total falsch ist.

Immer ist das Gebiet um den Schmerz herum selbst schon wärmer als dort( mal kurz selber abtasten und spüren) , wo eben keine Beschwerden bestehen. Also ist in dem Gewebe ein entzündlicher Vorgang.

Und deshalb lieben Orthopäden das Cortison. Weil in vielen Fällen unter Cortison eben diese sehr feine Entzündlichkeit zurückgeht.

Immer wieder habe ich bei Patienten erlebt, dass Ärzte sich da lieber an dem sichtbaren Bandscheibenvorfall des MRT hochziehen, statt sich um diese feine Gewebeveränderung zu kümmern.

Wenn man diese anfangs täglich mit NaCl quaddelt, entsteht ein Reiz im Gewebe. Das Salz zieht Wasser an, der Stoffwechsel dort in den Zellen kommt in Bewegung. Die Schwellung geht zurück, es kommt schon mal zu mehr Beweglichkeit, der Schmerz läßt nach.

Und das Ganze bei Null Nebenwirkungen und verblüffend einfach.


Selbst über 80 jährige werden wieder mobil.... trotz ihres immer noch sichtbaren Bandscheibenvorfalls.


Es ist erwiesen, dass die meisten Bandscheibenvorfälle überhaupt keine Beschwerden machen. Würde man alle Erwachsenen ins MRT schicken, würde dies bei mehr als 60 % der Menschen festgestellt werden können. Von diesen 60 % haben aber wiederum nur unter 10 % überhaupt ein Rückenproblem.


Die Diagnose Bandscheibenvorfall löst aber ein sehr starkes Kopfkino aus, was zumindest nicht zu unterschätzen ist und oftmals eine ängstlich schmerzgequälte und leidenvolle Erwartung schürt.

Zu finden sind bei diesen angeblichen Bandscheibenvorfällen immer massive muskuläre Triggerpunkte, wo die Leute
schreien könnten vor Schmerz. Werden diese behandelt (und ich meine wirklich mit den Händen !!! ) - auch wenn es schweineweh tut) - kommt es schnell zur Linderung der Symptome.

Und da der Bereich geschwollen ist, hilft Kälte dem Gewebe besser als Wärme. Da kocht man das Problem erst richtig gar. Wenn man sich den Fuß vertreten hat und er wird dick, kühlt man ja auch....

Was dort logisch erscheint, ist auch hier angebracht. Zudem erscheinen solche "Bandscheibenvorfälle" zumeist auch nach falschen Bewegungsabläufen, eben ein 'Fehltritt' im Lendenwirbelbereich.


Wo Darm-/Blasen- und sonstige Lähmungen auftreten, (somit wirklich ein einklemmendes Geschehen besteht), muß natürlich neurochirurgisch eingegriffen werden.

Noodie
20.01.2009, 16:38
Bei mir hilft sowohl Tiefenwärme als auch ein elektrisches Wärmekissen zu Hause immer zumindest etwas bzw für eine Weile.

Kann man ja ausprobieren ...

Wenn es sich bei Wintersonne um einen primär entzündlichen Vorgang handelte hätten 2 Monate Diclophenac ja sicherlich geholfen?

wintersonne
20.01.2009, 16:48
Hallo Belonya,

wie wo kann man sich denn quaddeln lassen?

Ich habe die Diclo nicht nonstop genommen sondern immer wieder pausiert, wegen Magen und Nieren etc.

Vielleicht traue ich mich doch noch ans Tramal, aber ich hasse starke Medis. Naja Cortison ist ja auch nicht ohne. Ist aber nicht sehr hoch dosiert und wir mit Aspirn als Infusion verabreicht und es lindert schon.

Will dass dann für die KG nutzen um dann hoffentlich nach und nach wieder in einen schmerzarmen und dauerhaften schmerzfreien Zustand zu kommen.

Und dann muss ich mir gewaltig in den A.. treten immer brav mit den Übungen weiter zu machen, denn bei Beschwerdefreiheit vergesse ich leider sehr schnell die Notwendigkeit.

Ich hoffe mal mein Orthopäde zickt nicht rum wegen der KG wenn es um mehr als 6 Behandlungen geht, wegen Budget und so.

Liebe Grüße
Wintersonne

wintersonne
20.01.2009, 16:55
Hallo Noodie,

wie lange warst Du denn krankgeschrieben?

Gruß Wintersonne

belonya
20.01.2009, 17:04
Ich habe früher diese Qaddelungen beruflich selber ausgeführt.

wintersonne
20.01.2009, 17:08
Hallo Belonya,

als HP oder PT?

Hast Du Adressen wer sowas macht?

LG
Wintersonne

Noodie
20.01.2009, 18:47
Die KG musst du lernen und dann zu Hause weiter machen (zumindest die Übungen zur Muskelstärkung) da du nur eine bestimmte Anzahl verschrieben bekommst.

Ich war nie krankgeschrieben - 1. wohne ich nicht in Deutschland und 2. arbeite ich freiberuflich. Hat meine Arbeit aber schon sehr beeinträchtigt da ich wochenlang nicht ohne Schmerzen sitzen konnte. Musste dann entweder im Stehen am PC arbeiten oder alle 10 Minuten aufstehen und rumlaufen oder mich hinlegen. :knatsch:

belonya
20.01.2009, 19:11
Manchmal ist Krankengymnastik der falsche Weg in der akuten Phase.

Wie oft habe ich erlebt, dass ein betagter oder auch jüngerer Mensch, der nie Sport getrieben hat, plötzlich Muskeln bedienen und auch anspannen soll. Das kann jemand machen, der sportlich seine Muskeln zu bewegen weiß. Oder es dann machen kann, wenn die akute Schmerzphase vorbei ist.

Es ist doch alles logisch: in dem Bereich, wo es schmerzt, ist der Muskel eh schon angespannt und hart bis zum Anschlag. Statt ihn sanft und osteopathisch zu lockern und wieder mit kleinen Bewegen anzuregen und dadurch auch ein Wohlgefühl zu erzeugen, werden oftmals Anweisungen gegeben, wo sich so ein Patient noch mehr verkrampft und das Ganze geht als Schuß nach hinten los....

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Sanftheit mehr hilft bei Menschen, die untrainiert sind. Feldenkrais hat das wunderbar beschrieben, wie es ist, in sich hineinzuspüren, die Dinge wieder "zum Laufen" zu bringen.

Danach ist es sicherlich sinnvoll mit Krafttraining die Muskulatur aufzubauen. Aber vorher sollten Blockaden (diese gehen mit "Bandscheibenvorfällen" oft einher) beseitigt sein.

Aber dieses sich intensiv kümmern, mit den Händen erspüren, was Sache ist - was auch viel Zeit in Anspruch nimmt - das paßt nicht in diese Welt. Die pauschalierten Abrechnungskataloge der Krankenkassen sehen diese Be"hand"lungen sooo nicht vor....

Noodie
20.01.2009, 19:25
Da geb ich dir 100% recht, belonya :allesok: Ich kann es auch manchmal gar nicht fassen wozu sich manche unter Schmerzen zwingen :wie?: Oft hier und in anderen Foren gelesen.

Meine Krankengymnastin hat auch osteopathisch mit mir gearbeitet und hat sich viel Zeit genommen letztes Jahr mit mir die Übungen zu finden die mir nicht weh taten, das waren nur 2 am Anfang. Und die hab ich dann vorsichtig jeden Tag gemacht und ganz langsam wurd's besser. Heute kann ich auch andere Übungen machen, die am Anfang grosse Schmerzen verursachten.

Ich hab auch immer die Übungen mit Atmen und Entspannung "angereichert", also nicht im ruck-zuck-und-durch Stil. Ist ja kein Aerobic :zwinker:

wintersonne
20.01.2009, 19:57
Hallo,

das die KG nicht richtig weh tun darf hat mir mein Orthopäde schon gesagt. Morgen habe ich meinen ersten Termin, habe schon mit der KG telefoniert und sie sagte dass sie da sehr darauf achtet, dass es keine Quälerei wird. Ich werde auf jeden Fall sehr in mich reinhören und versuchen auf mich aufzuzpassen.

Ich neide durchaus dazu die Zähne zusammenzubeißen, so nach dem Motto: "Nur die Harten kommen innen Garten":freches grinsen:, aber damit bin ich jetzt die letzten Monat nicht gut gefahren.

Danke für eure Tipps.

Nochmal zum Quaddeln, hast Du dazu noch Infos?

lg
wintersonne

belonya
20.01.2009, 20:09
Quaddeln kann jeder Arzt oder HP. Da wird ja nur unter die Haut gespritzt. Mal rumhören, wer diese einfachen Dinge noch praktiziert. Sicherlich ist so ein Therapeut eher da zu finden, wo Naturheilkunde propagiert wird.

Gequaddelt werden kann mit einfachem NaCl, aber auch mit homöopathischen Mitteln (Traumeel z. Bsp.) oder sogar mit Procain. Wegen der Nebenwirkungen von Procain würde ich das allerdings immer beim Arzt machen lassen.

Lilith
20.01.2009, 20:58
Mal rumhören, wer diese einfachen Dinge noch praktiziert. Sicherlich ist so ein Therapeut eher da zu finden, wo Naturheilkunde propagiert wird.
Nö.

Ich kenne jede Menge Orthopäden und Allgemeinmediziner, die das praktizieren.

Manchmal muß man sie nur darauf ansprechen . . . :smirksmile:


Gequaddelt werden kann mit einfachem NaCl, aber auch mit homöopathischen Mitteln (Traumeel z. Bsp.) oder sogar mit Procain. Wegen der Nebenwirkungen von Procain würde ich das allerdings immer beim Arzt machen lassen.
Meistens wird wohl Lidocain oder Procain genommen, das kann dann den Blutdruck stark absinken lassen. Oder aber in die Höhe jagen.

Bei Vorliegen von Herzrhythmusstörungen sind solche Substanzen ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

In der Tat würde es eigentlich ausreichen, mit NaCl zu quaddeln, da es primär um das Setzen eines Reizes geht.

Sehe gerade, das hast Du im Grunde auch schon geschrieben. :smile:

Lilith
20.01.2009, 21:25
Ich habe schon sehr oft erlebt, dass Wärme total falsch ist.
Ganz richtig.

Eine allgemeingültige Faustregel läßt sich wohl aber nicht aufstellen . . . vielleicht tendentiell die Empfehlung, es bei akuten Beschwerden eher mit Kälte, bei chronischen mit Wärme zu versuchen.

Ist schon eine Crux, gegen die Entzündung hülfe Kälte besser, gegen die muskulären Verspannungen Wärme.


Immer ist das Gebiet um den Schmerz herum selbst schon wärmer als dort( mal kurz selber abtasten und spüren) , wo eben keine Beschwerden bestehen. Also ist in dem Gewebe ein entzündlicher Vorgang.

Und deshalb lieben Orthopäden das Cortison. Weil in vielen Fällen unter Cortison eben diese sehr feine Entzündlichkeit zurückgeht.

Immer wieder habe ich bei Patienten erlebt, dass Ärzte sich da lieber an dem sichtbaren Bandscheibenvorfall des MRT hochziehen,
Nun, es "ziehen sich" oft erst einmal die Patienten daran "hoch", daß sie doch einen Bandscheibenvorfall haben oder unbedingt haben müßten.

Als könnte der (allein) ihre Beschwerden erklären.

Zu dem Thema Bandscheibenvorfall und dem tatsächlich geschuldete Beschwerden hast Du allerdings weiter unten noch etwas geschrieben. Dem ich nur auf das Schärfste zustimmen kann.


statt sich um diese feine Gewebeveränderung zu kümmern.

Wenn man diese anfangs täglich mit NaCl quaddelt, entsteht ein Reiz im Gewebe. Das Salz zieht Wasser an, der Stoffwechsel dort in den Zellen kommt in Bewegung. Die Schwellung geht zurück, es kommt schon mal zu mehr Beweglichkeit, der Schmerz läßt nach.

Und das Ganze bei Null Nebenwirkungen und verblüffend einfach.


Selbst über 80 jährige werden wieder mobil.... trotz ihres immer noch sichtbaren Bandscheibenvorfalls.


Es ist erwiesen, dass die meisten Bandscheibenvorfälle überhaupt keine Beschwerden machen. Würde man alle Erwachsenen ins MRT schicken, würde dies bei mehr als 60 % der Menschen festgestellt werden können. Von diesen 60 % haben aber wiederum nur unter 10 % überhaupt ein Rückenproblem.
Eben.

Wobei das Rückenproblem gar nicht zwingend mit dem Vorfall zusammenhängen muß.



Die Diagnose Bandscheibenvorfall löst aber ein sehr starkes Kopfkino aus, was zumindest nicht zu unterschätzen ist und oftmals eine ängstlich schmerzgequälte und leidenvolle Erwartung schürt.
Das ist dummerweise häufig so, es wäre schön, wenn da mal ein Umdenken in der Bevölkerung stattfinden könnte . . .



Zu finden sind bei diesen angeblichen Bandscheibenvorfällen immer massive muskuläre Triggerpunkte, wo die Leute
schreien könnten vor Schmerz. Werden diese behandelt (und ich meine wirklich mit den Händen !!! ) - auch wenn es schweineweh tut) - kommt es schnell zur Linderung der Symptome.

Und da der Bereich geschwollen ist, hilft Kälte dem Gewebe besser als Wärme. Da kocht man das Problem erst richtig gar. Wenn man sich den Fuß vertreten hat und er wird dick, kühlt man ja auch....

Was dort logisch erscheint, ist auch hier angebracht. Zudem erscheinen solche "Bandscheibenvorfälle" zumeist auch nach falschen Bewegungsabläufen, eben ein 'Fehltritt' im Lendenwirbelbereich.

Wo Darm-/Blasen- und sonstige Lähmungen auftreten, (somit wirklich ein einklemmendes Geschehen besteht), muß natürlich neurochirurgisch eingegriffen werden.
Auf jeden Fall.

Leider meinen etliche Patienten immer noch, ihnen drohe im Zusammenhang mit einem Bandscheibenvorfall prinzipiell eine Operation. Oder hängen sich an den Gedanken, daß diese die ultimative Lösung ihrer Rückenprobleme wäre.

Dabei ist es in medizinischen Kreisen schon seit Jahrzehnten gängiges Wissen, daß die OP
nicht das Nonplusultra ist . . .

Kreis
26.01.2009, 16:25
Es gibt noch die Möglichkeit des Tensgerätes.
Dieses Gerät hilft nicht bei jedem Patienten, aber für manche Leute briingt es Linderung.


Hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Transkutane_elektrische_Nervenstimulation) ein Auszug aus Wikipedia.
Ich selbst habe es von meinem Orthopäden verschrieben bekommen und musste einen minimalen Beitrag an die Krankenkasse zahlen.

unguis
29.01.2009, 18:22
Aus diversen leidvollen Erfahrungen kann ich nur sagen: das A und O ist Physiotherapie (und Wärme). Übrigens hilft mir Ibuprofen (3 x tgl. 400 mg) wesentlich besser als Diclofenac und ist auch weniger magenbelastend. CortisonSpritzen unter Röntgenkontrolle direkt an den Ort des Geschehens sind oft super, helfen aber nicht immer. Klassische Krankengymnastik hat mir nicht weitergeholfen. Physiotherapie (Wärme, Lockerung, vorsichtige Chiropraktik, wenigstens einmal wöchentlich über längere Zeit) zum Lösen der begleitenden Wirbelblockaden brachte die Heilung. Sehr entlastend und befreiend ist auch der sogenannte Schlingentisch (Aufhängen der Beine beim liegenden Patienten).

Noodie
29.01.2009, 20:15
Sehr entlastend und befreiend ist auch der sogenannte Schlingentisch (Aufhängen der Beine beim liegenden Patienten).

Hilft auch nicht jedem. Bei mir hat es die Schmerzen verschlimmert.

Lilith
30.01.2009, 19:59
Sehr entlastend und befreiend ist auch der sogenannte Schlingentisch (Aufhängen der Beine beim liegenden Patienten).


Hilft auch nicht jedem. Bei mir hat es die Schmerzen verschlimmert.
Genau so ist es . . . beides stimmt.

Theoretisch ist der Schlingentisch eine tolle Sache, in der Praxis hilft es dann dem einen,
dem anderen aber schadet es.

Einen Versuch wert ist er aber allemal.

Lilith
22.11.2012, 00:34
Leider muß ich an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, daß Werbung in unseren Foren nicht gestattet ist.

Daher ist es nicht nötig, einen seit fast vier Jahren ruhenden Strang zu Werbezwecken hervorzuholen.


Mit freundlichen Grüßen,
Lilith
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