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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frage zu Grundstücks-Schenkung



mucki_81
19.01.2009, 16:01
Hallo alle zusammen,

ich weiß nicht, ob ich jetzt hier im richtigen Strang bin, habe aber auch keinen gefunden, wo mein Anliegen so richtig reinpasst.....

Es geht bei meiner Frage um eine befreundete Familie mit vier erwachsenen Kindern. Es ist ein Bauernhof da, zwei der Kinder sind aus dem Haus, ein Sohn soll den Hof erben, ein zweiter Sohn möchte gern auf einem Feld (gehört zum Hof) sein Haus bauen. Theoretisch alles soweit möglich, die Ausweisung zum Baugrundstück läuft, dürfte auch soweit durchgehen. Allerdings soll das jetzt mit enormen Kosten verbunden sein, da diese "Schenkung" voll versteuert werden muss. Es sollen jetzt um die 8000 Euro ans Finanzamt abgeführt werden.
Meine Frage wäre jetzt folgende: Kann man das irgendwie umgehen? Macht es Sinn, wenn z.B. der Vater das Haus baut. Er hat ja den Hof noch nicht überschrieben. Wenn er jetzt das Haus baut und meinetwegen in zehn Jahren den Hof auf den einen Sohn überschreibt und das Haus dann auf den anderen Sohn... Ist das rechtlich in Ordnung, gibt es da irgendwelche Möglichkeiten?

Wäre schön, wenn mir jemand irgendwie Antworten geben könnte....

akademikerin
19.01.2009, 16:40
Schenkung ist Schenkung und immer zu versteuern. Du glaubst doch nciht im Ernst, dass es billiger wird, wenn ein Haus draufsteht, oder? Vermessungstechnisch ist alles getrennt? Neues Grundbuchblatt angelegt? Neues Kataster erstellt?

Vom Steuer zahlen ist noch keiner arm geworden, nur vom Steuern sparen ... wie ein User mal hier irgendwo schrieb.

Ws, wenn er zwischenzeitlich verstirbt? Dann würde Erbschaftssteuer fällig werden. REchtssicher kann dir das nur ein ANwalt beantworten. ANsonsten sehe ich das schon fast als Aufforderung zur Steuerhinterziehung ;)

Quirin
19.01.2009, 17:12
Ich nehme mal an, das ist keine Schenkungssteuer, sondern reine Grunderwerbssteuer. Das Grundstück wäre dann mit 230.000 Euro sehr hoch bewertet, vielleicht lässt sich da was machen. Oder man verkleinert das Grundstück, aber das halte ich für keine gute Idee aus Sicht des Sohnes, eher für eine ganz schlechte.

Ich würde mich an Stelle des Sohnes nicht auf waghalsige Konstruktionen einlassen, wenn er die 8.000 Euro zahlt, ist das Grundstück und das zu bauende Haus drauf seines, in vielen Fällen von Steuersparkonstruktionen sind meist irgendwelche Fallstricke drin, bei dem der Sohn überraschend das Haus an den Gläubiger des in zehn Jahren bankrott gegangenen Vaters verliert. Und das alles wegen popeligen 8.000 Euro Grunderwerbssteuer, die in der Rechnung des Hauses doch nur hinter dem Komma auftauchen. Hier greift obiger Spruch vom arm Werden beim Steuern sparen voll, den ich sehr gerne verwende.

Der Sohn soll das auch mal so sehen: Wenn die Eltern erst in über zehn Jahren sterben, dann hat er den Grundfreibetrag auf das Erbe mehrmals, indem er 230.000 Euro via Grundstück schon jetzt einkassiert hat. Wenn hier keiner mit eine glorreichen Idee auftaucht, dann meine ich: Zahlen und freuen!

Mandelbluete
19.01.2009, 19:06
Hallo,

oder ist es Einkommenssteuer, die wegen der Entnahme des Grundstücks aus dem Betriebsvermögen anfällt?

Bis Ende 2005 (oder wars 2004) konnte man steuerfrei aus dem Betriebsvermögen entnehmen, um weichende Erben abzufinden. Damals gab es einen ziemlichen Run auf die Notare.

Wenns darum geht, dann waren die Eltern Deiner Bekannten wohl sehr schlecht informiert - das wussten wirklich alle Bauern...

Mandelblüte

mucki_81
20.01.2009, 08:47
Oh mann, das ist echt ein verzwicktes Thema. Ich kann nur sagen, dass Steuerhinterziehung oder dergleichen für die Familie nicht in Frage kommt. Das ist schon mal klar. Aber man durchleuchtet halt alle Möglichkeiten die es gibt um so gut und günstig wie möglich durchzukommen. Und mir braucht wohl hier keiner erzählen, dass er sich nicht über Möglichkeiten informiert um an irgendeiner Ecke irgendwas zu sparen (legal natürlich). Hab mich in meinem Eingangspost wohl etwas falsch ausgedrückt.

ascalin
20.01.2009, 16:23
Hallo mucki,

meiner Meinung nach schwebt da irgendein Hör- oder Verständnisfehler im Raum, wenn du schreibst
Allerdings soll das jetzt mit enormen Kosten verbunden sein, da diese "Schenkung" voll versteuert werden muss. Es sollen jetzt um die 8000 Euro ans Finanzamt abgeführt werden.

Die Schenkungssteuer richtet sich nach den gleichen Bedingungen wie die Erbschaftsteuer (siehe hier (http://www.swr.de/ratgeber/geld/erbschaftssteuer/-/id=1788/nid=1788/did=2876824/mpdid=2881300/dq5vb4/index.html)). Wenn also für Kinder auch bei einer Schenkung ein Freibetrag (*klick* (http://www.swr.de/ratgeber/geld/erbschaftssteuer/-/id=1788/nid=1788/did=2876824/ule59c/index.html)) von 400.000 € besteht, kann ich mir kaum vorstellen, dass der Wert des zu übertragenden Grundstücks soviel höher liegt, dass nach diesem Freibetrag auch noch 8.000 € Schenkungssteuer anfallen.

lg ascalin

akademikerin
20.01.2009, 16:38
Grunderwebsteuer fällt nunmal an ... egal ob SChenkung oder nicht. Und es wäre zu prüfen, ob noch KOsten für TEilung/Vermessung/Kataster etc. enthalten sind. IN einer Gemeinde, mit der ich früher zu tun hatte, liefen diese Dinge komplett abrechnungstechnisch über das Finanzamt.