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SusanneHaun
17.01.2009, 07:25
Mein Beruf ist Künstlerin. Ich zeichne und male und verdiene damit mein Geld.

Darum habe ich natürlich ein großes Interesse an eurer Meinung.

Nehmt ihr die Kunst ernst?

Was bedeutet ein Bild in eurem Altag für euch? Hat es Platz in eurem Altag?

Ich danke euch für eure Antworten

Gruß Susanne

Inaktiver User
17.01.2009, 11:33
Hallo, Susanne,

das ist eine interessante Fragestellung. Mir bedeutet Kunst sehr viel, ich habe quasi keinen Raum in meinem Haus ohne Bilder (außer Bad und Gäste-WC, wegen der Kacheln :smirksmile:). Das sind z.T. Originale einer Künstlerin aus meiner Region bzw. ein Leuchtturm-Bild, das ich einem Straßenhändler am Holstentor in Lübeck abgekauft habe, z.T. Drucke (Hundertwasser, Helnwein, Klimt) oder auch besondere Fotografien (der berühmte Phare du Four von Arsène Lupin oder Erinnerungen an meine Reisen).

Aber es gibt auch Kunst, die man nicht ernst nehmen kann oder sogar soll. Bei von Hagens z.B. scheiden sich ja bekanntlich die Geister, Beuys und Nachahmer fand ich immer lächerlich (sorry, wenn ich damit jemand auf die Füße trete, aber ich hab mich köstlich amüsiert, als analog zur berühmten Fettecke damals bei der documenta die "Straßenkunst" von städtischen Reinigungsarbeitern entfernt wurde, politische Absicht hin oder her...). Christo finde ich wieder genial.

Aber Kunst ist ja ohnehin mehr als Malerei, auch ein Sänger, Schauspieler, Komponist, Musiker ist ja Künstler. Insofern denke ich, dass wir alle tagtäglich von vielseitiger Kunst umgeben sind, ob wir sie wahrnehmen oder nicht, und doch auch überwiegend ernst nehmen.

Na gut, ob das Schäferlied vom Bauern Heinrich Kunst ist, darüber sollte an anderer Stelle diskutiert werden :smirksmile:, das kann ich nicht ernst nehmen.

Inaktiver User
17.01.2009, 12:59
Warum sollte ich Kunst "ernst nehmen" ???

Ich freue mich an solchen (Kunst)-Objekten, die mir gefallen, und finde vieles andere - nicht nur die von Joanna zitierte Fettecke - einfach dumm, abstoßend, uninteressant.

Aber ich nehme Kunst ganz sicher nicht "ernst".

Genauso wenig wie ich Literatur "ernst nehme" - erst recht nicht solche, die von selbst ernannten Kritikern gelobt (oder getadelt) wird. Wenn etwas von den Reich-Ranitzkis dieser Welt empfohlen wird, bin ich fast sicher, dass es langweilig ist, während das, was abgelehnt wird, vielleicht eine gewisse Chance hat, mich zu interessieren bzw. zu unterhalten (erfreuen).

Und dasselbe gilt für Kunst und Kunstkritik.

Übrigens verkaufen wir auch Kunst über unseren Internetshop, aber die Auswahl treffen wir ausschließlich auf der Basis, ob etwas uns gefällt (und hoffentlich auch den potentiellen Käufern), und ob die Künstler uns sympathisch sind, ganz gewiss nicht weil ein Stück "eine Aussage hat" oder "künstlerisch wertvoll" ist. So etwas ist für mich reines Bla-Bla.

Mir/uns ist es völlig egal, was der Künstler sich bei einem Stück gedacht haben mag (falls er/sie gedacht hat) - das Stück (genau wie ein Buch) muss mich ansprechen bzw. unterhalten.

Inaktiver User
17.01.2009, 13:30
Zum Thema Kunst hat Reinhard Mey schon vor vielen Jahren ein Lied geschrieben, das ich gerne auszugsweise zitieren möchte:

Nicht weit von meiner Wohnung wurde vor nicht langer Zeit,
Was ich durchaus begrüß', ein Kindergarten eingeweiht.
Nun muß noch auf den Rasenplatz davor ein Stück Kultur,
Nicht etwa eine Schaukel, nein, eine Skulptur.

Dafür hat man einen Künstler aus Grönland engagiert,
Der dort mit Schmieröl und Walfischkot experimentiert.
Ich hab' nichts gegen Eskimos, ich frag' mich nur, warum
Laufen bei uns so viele arbeitslose Bildhauer herum.

Wie dem auch sei, das Kunstamt hat auch für mein Steuergeld
Die Plastik "Kind und Chaos" auf dem Rasen aufgestellt.
Seitdem trau'n sich die Kinder nur mit Tränen und Geschrei
Und auch nur unter Strafandrohung an dem Ding vorbei.
Nicht eine Taube, die auf "Kind und Chaos" niederschwebt,
Und kein Hund muß so nötig, daß er's Bein daran hebt.

Was mich betrifft, ich hab' die Faxen satt.
Sieht denn hier keiner, daß der Kaiser keine Kleider anhat?
Das ist weder neu noch or'ginell, das ist nur beknackt.
Seht doch mal richtig hin, der arme Kerl ist splitternackt.

Aus: Des Kaisers neue Kleider, Reinhard Mey

Inaktiver User
17.01.2009, 13:52
ICH? Kunst ernst nehmen? Im Leben nich ... :freches grinsen:

Violine
17.01.2009, 14:00
Mein Beruf ist Künstlerin. Ich zeichne und male und verdiene damit mein Geld.

Darum habe ich natürlich ein großes Interesse an eurer Meinung.



Beschäftigst du dich mit Auftragsmalerei oder warum interessiert dich unsere Meinung?

Kunst sollte im Allgemeinen kein Beruf in dem Sinne sein; eher eine Berufung.

Inaktiver User
17.01.2009, 14:13
Kunst sollte im Allgemeinen kein Beruf in dem Sinne sein; eher eine Berufung.

Naja Vio ... entscheidet man sich dazu, mit Kunst sein Brot zu verdienen, dann ist das zunächstmal ne ganz "normale" Tätigkeit.

Das mit der Berufung ist auch immer so ne Sache. Denn an einen Künstler werden häufig Forderungen und Ansprüche gestellt, die ihm im Prinzip etwas abfordern, dem er gar nicht gerecht werden will.

So neigen viele dazu anzunehmen, Kunst müsse sozialkritisch, ernst und vor allem immer eine klar erkennbare Aussage haben.

Aber es gibt eben auch Kunst, die rein philosophisch zu sehen, lesen, hören ist.

Ich denke, wir müssten erstmal wissen, von welcher Art Kunst wir denn überhaupt reden. Denn allumfassend ist das Thema doch arg gross ...

Violine
17.01.2009, 14:26
Naja Vio ... entscheidet man sich dazu, mit Kunst sein Brot zu verdienen, dann ist das zunächstmal ne ganz "normale" Tätigkeit.

natürlich ist es eine ganz normale Tätigkeit. Wobei ich denke, im musischen Bereich gehört ein gewisses Naturtalent zur Grundvoraussetzung für diesen Beruf.



Das mit der Berufung ist auch immer so ne Sache. Denn an einen Künstler werden häufig Forderungen und Ansprüche gestellt, die ihm im Prinzip etwas abfordern, dem er gar nicht gerecht werden will.

Das eine setzt aber das andere nicht voraus bzw. schliesst es aus. Talent hat schliesslich nichts mit Konformismus zu tun.



So neigen viele dazu anzunehmen, Kunst müsse sozialkritisch, ernst und vor allem immer eine klar erkennbare Aussage haben.

Aber es gibt eben auch Kunst, die rein philosophisch zu sehen, lesen, hören ist.

Das Thema wird gerade in einem benachbarten Strang diskutiert. :smirksmile:



Ich denke, wir müssten erstmal wissen, von welcher Art Kunst wir denn überhaupt reden. Denn allumfassend ist das Thema doch arg gross ...

Daher meine Ausgangsfrage.

Inaktiver User
17.01.2009, 15:59
Kunst sollte im Allgemeinen kein Beruf in dem Sinne sein; eher eine Berufung. und Künstler kippen sich jeden Tag Rotwein hinter die Binde, leben von Luft und Liebe und tun nur was sie wollen ?

:lachen:


Zur Frage von Susanne Haun :

manches was als Kunst definiert werden soll, nehme ich nicht als Kunst ernst..

Kunst nehme ich in sofern für mich ernst, da Kunst mein Leben bereichert..

Künstler nehmen sich manchmal zu ernst..


Ich denke, wir müssten erstmal wissen, von welcher Art Kunst wir denn überhaupt reden. Denn allumfassend ist das Thema doch arg gross ...Kunst ist ja kein geschützter Begriff..

und im Kunstforum lagern noch ein paar alte Stränge in denen über die Frage was Kunst ist, diskutiert wird..

unter anderem auch von Leuten, die mit Kunst Geld verdienen ( möchten ) :-)


Was bedeutet ein Bild in eurem Altag für euch? Hat es Platz in eurem Altag?
Solche Fragen verstehe ich zum Beispiel nicht..

Bilder und Arbeiten von Künstlern bei mir im Haus oder " Lieblingsbilder " die im Museum hängen ?

Was soll " Platz im Alltag " heißen ?

An manchen Tagen hängt so eiune Arbeit einer befreundeten Künstlerin bei mir einfach so rum und manchmal halte ich kurz inne und denke dies oder das..oder denke grad gar nichts..

Und nun ganz ehrlich und bitte nicht böse sein : mir mutet der Gedanke " ein Bild hat Platz ( oder keinen Platz " in meinem Alltag " sehr schwurbelig an..: das ist nicht meine Art Kunst ernst zu nehmen..

Opelius
17.01.2009, 16:09
ja, aber es muss mich ansprechen, sei es Malerei, Bildhauerei, Musik oder Theater oder was es sonst noch sei.

Ich lasse mich nicht beeindrucken von Kritikern, Museumsdirektoren oder Galeristen.

Ich habe es einmal im Kunstunterricht gelernt: Maler und Galeristen gehören untrennbar zusammen. Letztere unbesehen zu 10 Jahre Knast verurteilt, trifft keinen Falschen. Aber ein Maler ohne Galerist verhungert.

Violine
17.01.2009, 18:08
und Künstler kippen sich jeden Tag Rotwein hinter die Binde, leben von Luft und Liebe und tun nur was sie wollen ?

:lachen:





Das sind die landläufigen Klischees der Boheme, stimmt. Diesen Personen gehe ich tunlichst aus dem Weg, insbesondere auf Vernissagen.

Allerdings habe ich in meinen 20 Jahren Museumsarbeit auch andere Künstler kennen gelernt. Ernst zunehmende.

SusanneHaun
17.01.2009, 20:15
Beschäftigst du dich mit Auftragsmalerei oder warum interessiert dich unsere Meinung?

Kunst sollte im Allgemeinen kein Beruf in dem Sinne sein; eher eine Berufung.


Ich freue mich sehr über die vielen Antworten und beginne nun mit meinen Antworten dazu.

Kunst ist Berufung und Beruf. Nur von der Berufung alleine kannst du dein Brot und deine Miete nicht bezahlen. Also ist die Kunst auch ein Beruf.

Ich beschäftige mich NICHT mit Auftragsmalerei.
Ich male, was ich malen will und was mich interessiert. Ich interessiere mich z.B. sehr für das Portrait. Aber für mich muss der portraitierte nicht in der Nasenlänge wiedererkennbar sein sondern vom Charisma. Wer also von mir portraitiert werden will, dem erkläre ich das. Dann kann er immer noch ja oder nein sagen, ob er sich von mir malen lassen will.
Ich freue mich, wenn jemand in meinen Bildern das sieht, was ich auch sehe aber ich male nicht für das Publikum. Da hast du dann als Künstler auch verloren, denn du verlierst in dem Moment deine Authentizität. Und das ist wirklich furchtbar.

Ich habe gefragt, weil ich finde, dass der Kunst in Deutschland wenig Beachtung geschenkt wird. In der Schule fällt Kunst oft aus und wird nicht ernst genommen.
In vielen Ländern würden sich die Menschen eher eine kleine Radierung kaufen, als eine gedruckte Leinwand oder ein Poster aus dem Bauhaus oder von Ikea. Aber hier im Land schleppen die Leute die billigen Poster aus den Läden. Der Wert der original Kunst wird also nicht geschätzt.

So Long - nun schaue ich weiter mit euren Antworten.

Gruß Susanne

SusanneHaun
17.01.2009, 20:20
Naja Vio ... entscheidet man sich dazu, mit Kunst sein Brot zu verdienen, dann ist das zunächstmal ne ganz "normale" Tätigkeit.

So neigen viele dazu anzunehmen, Kunst müsse sozialkritisch, ernst und vor allem immer eine klar erkennbare Aussage haben.

[...]

Ich denke, wir müssten erstmal wissen, von welcher Art Kunst wir denn überhaupt reden. Denn allumfassend ist das Thema doch arg gross ...

Ja, du hast recht. Kunst darf auch einfach schön sein.

Ich war heute in der Koons / Klee Ausstellung, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Klee hat versucht, den Künstler zu definieren. Sehr interessant. Es würde den Rahmen sprengen, hier alle Äußerungen von Klee wiederzugeben. Aber ich denke auch, dass dem Künstler ein bestimmter Charakter aufgedrückt wird, dem er nicht immer entsprechen kann.

Ich dachte an die bildende Kunst. Die betrifft mich natürlich am meisten, denn ich bin bildende Künstlerin.

Gruß Susanne
Gruß Susanne

SusanneHaun
17.01.2009, 20:31
Künstler nehmen sich manchmal zu ernst..
..

Ja, da hast du recht. Künstler nehmen sich manchmal zu ernst. Das denke ich auch. Das ist auch sehr gefährlich und führt schnell zu Überheblichkeit. Und Überheblichkeit ist einfach nicht gut.




Solche Fragen verstehe ich zum Beispiel nicht..

Bilder und Arbeiten von Künstlern bei mir im Haus oder " Lieblingsbilder " die im Museum hängen ?

Was soll " Platz im Alltag " heißen ?

An manchen Tagen hängt so eiune Arbeit einer befreundeten Künstlerin bei mir einfach so rum und manchmal halte ich kurz inne und denke dies oder das..oder denke grad gar nichts..

Und nun ganz ehrlich und bitte nicht böse sein : mir mutet der Gedanke " ein Bild hat Platz ( oder keinen Platz " in meinem Alltag " sehr schwurbelig an..: das ist nicht meine Art Kunst ernst zu nehmen..


So wirklich weiß ich nicht, was schwurbelig ist. Du hast die Kunst auf jeden Fall im Alltag, denn du hast Bilder zu hängen. Darauf kommt es an. Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt und hätte nicht "ernst und Platz im Alltag" schreiben sollen sondern von Respekt reden sollen.
Wieviel Respekt habt ihr vor der Kunst?
Die Frage ist sehr schwer zu formulieren.

SusanneHaun
17.01.2009, 20:38
Ich lasse mich nicht beeindrucken von Kritikern, Museumsdirektoren oder Galeristen.




Je mehr der Mensch sich mit der Kunst beschäftigt - desto mehr lernt er sehen. Ich denke wir können von den Kritikern, Museunsdirektoren und Galeristen lernen Kunst zu sehen und zu verstehen. So erwirbt man Respekt und Anerkennung für die Arbeit des Künstlers und kann gute Arbeiten von schlechten unterscheiden. Man erkennt die Qualität.
Ich kann die Qualität der Arbeit aber sehr gut davon trennen, ob mir die Arbeit gefällt oder nicht. Eine qualitativ gute Arbeit muss mir nicht gefallen. Wenn ich mich als Sammlerin sehe (ich sammle Bilder, die nicht größer als 20 x 20 cm sind), dann möchte ich Qualität haben, die mir auch gefällt.

Ja, ein Künstler braucht einen oder mehrere GUTE Galeristen.

Gruß Susanne

Inaktiver User
17.01.2009, 21:22
Ich freue mich sehr über die vielen Antworten und beginne nun mit meinen Antworten dazu.

Kunst ist Berufung und Beruf. Nur von der Berufung alleine kannst du dein Brot und deine Miete nicht bezahlen. Also ist die Kunst auch ein Beruf.

Ich beschäftige mich NICHT mit Auftragsmalerei.
Ich male, was ich malen will und was mich interessiert. Ich interessiere mich z.B. sehr für das Portrait. Aber für mich muss der portraitierte nicht in der Nasenlänge wiedererkennbar sein sondern vom Charisma. Wer also von mir portraitiert werden will, dem erkläre ich das. Dann kann er immer noch ja oder nein sagen, ob er sich von mir malen lassen will.
Ich freue mich, wenn jemand in meinen Bildern das sieht, was ich auch sehe aber ich male nicht für das Publikum. Da hast du dann als Künstler auch verloren, denn du verlierst in dem Moment deine Authentizität. Und das ist wirklich furchtbar.

Gruß Susanne

Und auch hier frage ich mich, was ich ernst nehmen soll.

Wenn ein Künstler einerseits feststellt, dass er von seiner Kunst leben will/muss, aber dann gleichzeitig sagt er (sie) malt nicht für das Publikum, dann ist das ein Widerspruch in sich selbst.

Ohne das Publikum anzusprechen, kann niemand etwas verkaufen. Also muss jeder Künstler sich bemühen "sein" Publikum anzusprechen und kann nicht einfach "nur für sich selbst" malen (oder schreiben oder musizieren).

Das kann ich mir leisten, weil eben nicht von meiner "Kunst" leben will oder gar muss - und weil mein Umfeld zum Glück ausreichend tolerant ist.

Kunst, die ich bei anderen erlebe, kann mich erfreuen. Und oft weiß ich nicht (und es ist mir auch egal) warum. Etwas zu schaffen kann mich selbst erfreuen/befriedigen, aber ich kann nicht erwarten, dass andere es so sehen wie ich - und wenn ich sage "dies Bild von Künstler XXX ist Mist" dann stimmt das, und wenn jemand saght , das Bild/die Geschichte von djgm ist Mist dann stimmt das genauso.

Und wenn sich jemand anders daran freut, umso besser.

Zeitnomade
17.01.2009, 22:25
Ich mag Kunst, aber man muß auf einem Bild erkennen, was es sein soll. Besonders finde ich die Malerei alter Meister interessant. Auch die liebevolle Gestaltung alter Hausgiebel ist Kunst oder die Ausschmückung vieler Kirchen. Abstrakte Kunst finde ich persönlich nicht schön.

SusanneHaun
18.01.2009, 08:53
Wenn ein Künstler einerseits feststellt, dass er von seiner Kunst leben will/muss, aber dann gleichzeitig sagt er (sie) malt nicht für das Publikum, dann ist das ein Widerspruch in sich selbst.

Ohne das Publikum anzusprechen, kann niemand etwas verkaufen. Also muss jeder Künstler sich bemühen "sein" Publikum anzusprechen und kann nicht einfach "nur für sich selbst" malen (oder schreiben oder musizieren).


Ich male seit den 80ziger Jahren und bin mir selber immer treu geblieben. Ich male Menschen und Situationen. Oft habe ich vom Publikum gehört, ich hänge mir doch nicht deine Freundinnen (also meine Menschenbilder) in mein Wohnzimmer. Trotzdem habe ich strikt weiter meine Menschen gemalt und werde weiter meine Menschen malen.
Es gibt Galeristen und es gibt Sammler, die an mich glauben.
Die waren aber nicht gleich von Anfang an da. Ich habe einfach durchgehalten.

Die Frage bezog sich übrigens nicht nur auf meine Kunst. Ich habe die Frage globaler gesehen. Ich wollte einfach den Stellenwert der Kunst erfragen.

Gruß Susanne

Inaktiver User
18.01.2009, 09:44
Ich glaube, ich kann für mich so sagen:

ich nehme Kunst ernst, wenn ich das Gefühl habe, dass der Künstler mich ernst nimmt. Wenn ich mich nur versch**** fühle, ist es für mich keine Kunst, sondern lächerlich. Ich versuche nicht, mich zu fragen: Was könnte der Künstler sich dabei gedacht haben, denn wenn er das hat, dann soll er das verdammt nochmal gefälligst auch so ausdrücken, dass es sich im Kunstwerk selbst direkt manifestiert. Dieses ganze pseudo-intellektuelle Getue mit Interpretationen ist mir zuwider, vielleicht liebe ich deswegen Rockmusik.

Inaktiver User
18.01.2009, 12:19
Ich glaube, ich kann für mich so sagen:

ich nehme Kunst ernst, wenn ich das Gefühl habe, dass der Künstler mich ernst nimmt. Wenn ich mich nur versch**** fühle, ist es für mich keine Kunst, sondern lächerlich. Ich versuche nicht, mich zu fragen: Was könnte der Künstler sich dabei gedacht haben, denn wenn er das hat, dann soll er das verdammt nochmal gefälligst auch so ausdrücken, dass es sich im Kunstwerk selbst direkt manifestiert. Dieses ganze pseudo-intellektuelle Getue mit Interpretationen ist mir zuwider, vielleicht liebe ich deswegen Rockmusik.

und findest mit dieser Begründung Beuys lächerlich..las ich..

das bleibt Dir ja auch unbenommen..

Jeder kann sich Künstler nennen, jeder kann Kunst zu seinem Beruf machen, dennoch gelingt es wenigen in einen anerkannten Kunstkanon aufgenommen zu werden..

Beuys hingegen ist ein anerkannter Künstler und wer sich heute hinstellt und in ihm nur einen " Leuteveräppeler " sieht, outet einen bestimmten Blickwinkel..

Man darf im Hinblick auf Kunst auch ruhig sagen, dass man nicht viel davon versteht und eben nach Geschmack urteilt..

Sicher ist " pseudointellektuelles Getue " auch ein Gesichtspunkt, doch es gibt auch die Kunsttheorie und Kunstwissenschaft.

Und ich wünsche mir sooooo sehr, dass Leute, die sich nie wirklich mit Kunst auseinander gesetzt haben, nicht so schnell ihre Urteile abgeben würden..

Es gibt wohl kaum einen anderen Bereich in dem sich Unwissende so wissend geben..

Dass das geschieht, liegt sicher auch an der Beliebigkeit und dem Nichtfassbaren dessen was ein Künstler können muss..

was Kunst überhaupt ist..

Dann verschiedene Blicke in Richtung Künstler :


Ist der Künstler als Dekogegenstandhersteller erwünscht, ist er aufgrund eines " großen " Namens zum Protzen geeignet ;-).. ..etc etc..

Ich orientiere mich gerne an der Ausbildung des Kunstschaffenden...und seine Stellung im Kunstkanon : dann kommt bei mir mein Geschmäcklerisches hinzu : ich sehe Kunst nicht als etwas, das ich HABEN muss..das in mein Haus " passt "..

Kunst muss für mich allein Bedeutung haben...und muss nicht dekorativ sein..

Der Künstler muss mir etwas bedeuten.. : ich will nicht eine diffuse Seelensoße auf Papier..jemand der mir die Beschäftigung mit seiner Befindlichkeit aufdrängt.. : ich will nicht die Befindlichkeit des Kunstschaffenden aufgedrängt bekommen....

Neben den Marktmechanismen glauben ich immer noch daran, dass wirklich anerkannte Künstler etwas können und konnten, was sich von dem Können anderer unterscheidet.. : nett malen und etwas ausdrücken wollen und von sich erzählen, reicht meist nicht..

Und leider muss ich Susanne Haun sagen, dass ich von so artifiziellen unoriginellen Wortdoppelsinnigkeiten wie " Menschenbilder " zu viel kriege..

da ist mein Interesse an den Arbeiten gleich bei Null angekommen..

Ich nehme Kunst zu ernst als, dass ich Kunst so verkitscht sehen mag..

Inaktiver User
18.01.2009, 12:53
und findest mit dieser Begründung Beuys lächerlich..las ich..

das bleibt Dir ja auch unbenommen..

Jeder kann sich Künstler nennen, jeder kann Kunst zu seinem Beruf machen, dennoch gelingt es wenigen in einen anerkannten Kunstkanon aufgenommen zu werden..

Beuys hingegen ist ein anerkannter Künstler und wer sich heute hinstellt und in ihm nur einen " Leuteveräppeler " sieht, outet einen bestimmten Blickwinkel..

Ein Künstler ist nicht deswegen automatisch anerkannt, weil eine Handvoll sich dazu berufen fühlender "Experten" ihn dazu erklären. Ein Künstler sollte von den "einfachen Menschen" anerkannt werden, weil die sich von ihm verstanden fühlen.


Man darf im Hinblick auf Kunst auch ruhig sagen, dass man nicht viel davon versteht und eben nach Geschmack urteilt..

Nach Geschmack urteilen auch diejenigen, die von sich behaupten, davon ne Menge zu verstehen...


Und ich wünsche mir sooooo sehr, dass Leute, die sich nie wirklich mit Kunst auseinander gesetzt haben, nicht so schnell ihre Urteile abgeben würden..


Ich habe mich in meinem Leben genug mit Kunst auseinandergesetzt und erlaube mir, eine eigene Meinung dazu zu haben, wie es andere, auch du, ebenfalls tun.


Es gibt wohl kaum einen anderen Bereich in dem sich Unwissende so wissend geben..
... auch und gerade selbsternannte "Experten"


Ich orientiere mich gerne an der Ausbildung des Kunstschaffenden...und seine Stellung im Kunstkanon : dann kommt bei mir mein Geschmäcklerisches hinzu : ich sehe Kunst nicht als etwas, das ich HABEN muss..das in mein Haus " passt "..

Seine "Stellung im Kunstkanon" ist genau das, was weiter oben jemand mit Reich-Ranicki meinte: nur weil der ein Buch als herausragend einstuft, muss es mir nicht gefallen.


Der Künstler muss mir etwas bedeuten.. : ich will nicht eine diffuse Seelensoße auf Papier..jemand der mir die Beschäftigung mit seiner Befindlichkeit aufdrängt.. : ich will nicht die Befindlichkeit des Kunstschaffenden aufgedrängt bekommen....

Und genau das ist der Fall, wenn man Überlegungen anstellt wie: Was will uns der Künstler damit sagen?


Neben den Marktmechanismen glauben ich immer noch daran, dass wirklich anerkannte Künstler etwas können und konnten, was sich von dem Können anderer unterscheidet.. : nett malen und etwas ausdrücken wollen und von sich erzählen, reicht meist nicht..

Da bin ich ganz deiner Meinung :blumengabe:

Inaktiver User
18.01.2009, 12:56
Du hast die Kunst auf jeden Fall im Alltag, denn du hast Bilder zu hängen. Darauf kommt es an. Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt und hätte nicht "ernst und Platz im Alltag" schreiben sollen sondern von Respekt reden sollen.
Wieviel Respekt habt ihr vor der Kunst?
Die Frage ist sehr schwer zu formulieren. Ich habe auch Kunst im Alltag, hätte ich kein einziges Bild im Haus hängen..:lachen:

Respekt vor Kunst ?

Das kann man doch nur beantworten indem man Kunst definiert hat....

Und da sich jeder Künstler nennen kann, ist es so, dass ich keinerlei Respekt allein vor diesem Attribut habe..

und erstrecht auch nicht vor seiner " Kunst " habe..

Ganz respektlos betrachte ich erst einmal Kriterien, die mir bei Kunst/Künstlerbetrachtung wichtig sind..

Schaue mir die Ausbildung des Künstlers an..ob es eine akademische ist oder welche auch immer..

dann betrachte ich die Arbeiten und lese auch allerlei zu Ausstellungen und Kritiken..betrachte wer was wie kritisierte und mache mir mein Bild von Künstler und Arbeiten..

vielleicht hat es aber auch WOOOMZOOOMPENGKNALL gemacht, als ich nur eine Arbeit gesehen habe..dann ist mir das andere völlig wurscht..:lachen:

Inaktiver User
18.01.2009, 13:09
Joanna

wir sind in vielen Punkten sehr unterschiedlicher Auffassung, was ja nicht schlimm ist




Ein Künstler ist nicht deswegen automatisch anerkannt, weil eine Handvoll sich dazu berufen fühlender "Experten" ihn dazu erklären.Kunst sollte früher auch provozieren..Kunst sollte gesellschaftspolitische Themen aufgreifen..Kunst sollte nicht nur gefallen..Kunst sollte etwas Neues zeigen..

Kunst ist vieles..

jedenfalls nicht nur das was Du Kunst zugestehst..

Wenn jemand im Kanon Einzug hielt, kannst Du davon ausgehen, dass der Künstler es geschafft hat, anerkannt zu sein :-))) : dann jucktes ihn auch nicht, wenn Lieschen Müller seine Kunst doof findet ...

das ist dem Künstler dann sowas von schnurz :-))

Mit Literaten wird es ähnlich sein.. : wichtig ist doch auch von denen mit Definitionsmacht anerkannt zu sein und zu verkaufen..



Ich wünschte mir ein wenig mehr " Abstand " und um nicht SusanneHauns Wort " Respekt " zu benutzen..dennoch ein wenig mehr Achtung vor einer recht komplizierten Sache :-))

Inaktiver User
18.01.2009, 13:16
Kunst sollte früher auch provozieren..Kunst sollte gesellschaftlpolitische Themen aufgreifen..Kunst sollte nicht nur gefallen..



Nehmen wir mal als Beispiel Hieronymus Bosch. Für mich eindeutig ein großer Künstler, auch wenn er für seine Zeit schockierend war. Da gab es keinen "Kanon", der ihm geholfen hätte, aber es gab Menschen, die er mit seinen Werken berührt hat - selbst wenn sie ihnen nicht "gefallen" haben, weil sie den damaligen Vorstellungen von "Schönheit" nicht entsprachen. Es war die Gewalt der Bilder, die beeindruckt hat.

Inaktiver User
18.01.2009, 13:17
Wenn jemand im Kanon Einzug hielt, kannst Du davon ausgehen, dass der Künstler es geschafft hat, anerkannt zu sein :-))) : dann jucktes ihn auch nicht, wenn Lieschen Müller seine Kunst doof findet ...

das ist dem Künstler dann sowas von schnurz :-))

Mit Literaten wird es ähnlich sein.. : wichtig ist doch auch von denen mit Definitionsmacht anerkannt zu sein und zu verkaufen..



Sorry, in der Musik nennt man sowas Mainstream...

Inaktiver User
18.01.2009, 13:30
Für viele Menschen ist Kunst nur dann Kunst, wenn es ihnen gefällt. Da ist dann gleichgültig, ob das Werk handwerklich gut ist, in sich stimmig, eine Entwicklungsstufe des Künstlers aufzeigt, - wenn es nicht gefällt, ist es keine Kunst. Ich denke, Kunst wird immer von einem Menschen / einer Gruppe / einer sozialen Einheit definiert und somit ist sie variabel.

Aber Kunst soll dennoch auch gefallen: das Zimmer schmücken, das Auge erfreuen, Spass machen, eine eigene Meinung bestätigen oder widerlegen. Dann hängt man sie sich - so man es sich leisten kann auch ein Original - ins Zimmer.
Und ich denke auch, Bilder von Ikea sind auch Kunst - halt nicht meine, aber die für den, der sie sich gekauft hat.

In einem Menschenleben ändern sich die Befindlichkeiten zu Kunst - weil man selber sich geändert hat. Insofern ist die Einstellung zur Kunst wohl veränderbar.

Ich nehme Kunst nicht ernst, oder doch - ich weiss es nicht, es ist für mich keine Fragestellung. Sie ist interessant, manchmal für mich unverständlich. Aber auch, wenn ich mit Beuys nichts anfangen kann, finde ich die Idee dahinter hoch interessant, spannend, witzig, ernst und wichtig.

Kunst war und ist ein Motor, der das Leben der Menschen ändert. Das war so und wird weiter so sein, vielleicht nicht stark, aber immer ein bisschen.

Und was mir nicht gefällt oder mir nichts sagt, das kommt mir nicht in die Bude.

SusanneHaun
18.01.2009, 14:28
Und leider muss ich Susanne Haun sagen, dass ich von so artifiziellen unoriginellen Wortdoppelsinnigkeiten wie " Menschenbilder " zu viel kriege..

da ist mein Interesse an den Arbeiten gleich bei Null angekommen..

Ich nehme Kunst zu ernst als, dass ich Kunst so verkitscht sehen mag..

Wenn du das so siehst wird das schon stimmen Klee!

Gruß Susanne

Inaktiver User
18.01.2009, 15:17
Sorry, in der Musik nennt man sowas Mainstream...

ach Quatsch..:lachen:

und diejenigen, die in Banken und Wartezimmern ausstellen sind dann " wahre Künstler " , Beuys aber " mainstream ", Hundertwasser und Klimt, deren Bilder sicher schon auf Bettwäsche gedruckt wurden und in jedem Postershop zu finden sind, aber dann doch nicht.. : verstehe diese Idee wer will : ich verstehe sie nicht :-))


Doch jeder darf doch seine Sicht auf Kunst haben..nur manche Äußerung kann ich nicht ernst nehmen..

Inaktiver User
18.01.2009, 15:28
Wenn du das so siehst wird das schon stimmen Klee!

Gruß Susanne

natürlich stimmt es : da ich nur schilderte, was ich fühle..

Und was ich fühle werde ich wohl tatsächlich am besten wissen und Titel wie " Menschenbilder " lassen mich gähnen, das ist einfach so..

Du stellst hier Fragen und reagierst nun angezwickt wenn Du, die hier ständig von sich und ihrer Arbeit erzählt, nur den Hauch in Richtung negativer Kritik verspürst..

Reden wir hier tatsächlich über Kunst ?

Wenn es um Kunst und nicht um SusanneHaun-Bilder an den Mann bringen geht ,dann darfst Du meine Sicht auf etwas das sich Kunst nennt, ruhig auch annehmen : als eine Stimme von vielen..

als eine Sicht auf etwas, das sich Kunst nennt.. : ein professioneller Künstler wird auch mit negativer Kritik zurecht kommen müssen..

Seltsamerweise tun sich wenig etablierte Künstler damit scheinbar schwerer als anerkannte, deren tägliches Brot es ist von irgendwem nicht geschätzt zu werden...

Das ist bedauerlich : diese Überempfindlichkeit finde ich nervig.

Wenn Bedingung für " Respekt vor Kunst " das bedingungs-und kritiklose Anerkennen von allem was sich Kunst nennt, sein soll, bin ich gerne respektlos..

Inaktiver User
19.01.2009, 09:31
Und ich wünsche mir sooooo sehr, dass Leute, die sich nie wirklich mit Kunst auseinander gesetzt haben, nicht so schnell ihre Urteile abgeben würden..




Ich tue es trotzdem.

Kunst definiere ich für mich als sichtbar oder hörbar gemachte Gefühle. Die mich eben ansprechen oder nicht. Aus den verschiedensten Gründen. Letztlich hat es aber fast immer damit zu tun, ob und inwieweit das Gefühl, das der Künstler ausdrückt irgendwie meinem Gefühl entspricht oder zumindest nicht widerspricht und welche Gefühle es bei mir triggert. Und in manchen Fällen mag ich mir Kunstgegenstände nicht anschauen, weil ich das dahinterstehende Gefühl des Künstlers so, wie ich es wahrnehme, unangenehm finde.

Diese ganze: Was-will-mir-der-Künstler-damit-sagen-Nummer finde ich unter akademischen Gesichtspunkten nicht uninteressant, würde mich aber nicht zum Kauf eines Kunstwerkes bewegen. Wenn ich mir diese Frage stellen muß, passen Kunstwerk und ich nicht zusammen.

Kunst soll mich in erster Linie erfreuen, nicht zum Grübeln anregen.

Ob ich Kunst (nach meiner Definition) nun ernstnehme (nach der Definition anderer) weiß ich auch nicht. Muß ja auch nicht, oder:smirksmile:

Inaktiver User
19.01.2009, 10:03
ruthday

Du hast in Deinem Text schön klar gemacht, dass es Dir bei Deiner Betrachtung um den Aspekt des Kunstkaufs geht..

und diesen unterscheide auch ich von dem Blick in Richtung Achtung vor Kunst, Künstlern, Kunstwissenschaft, Ausbildung von bildenden und darstellenden Künstlern, Marktmechanismen.. etc

Für mich darf mir Kunst etwas Neues eröffnen, mich aufregen..mich sogar verstören .. : mich sogar dazu bringen, mich mit etwas zu beschäftigen, das mich intellektuell fordert..

für mich ist Kunst nicht nur Deko für mein Haus oder etwas, das mir gefällig dienen soll..

mir geht es bei Kunst nicht ums HABENwollen..nicht um mich...ich nehme mich da zurück..

Was bei mir im Haus herumhängt und steht ist nicht nur " schön " : es ist manchmal voll Deutungsvielfalt ..

und ich liebe auch die Deutungsversuche mancher Besucher..:lachen:

Und natürlich geht es auch dabei um ( meinen ) Geschmack ..das ist wie hier schon Joanna aufzeigte, bei allen Kulturgütern so : ob Literatur oder Musik..immer geht es auch um den Geschmack.. : dennoch nehme ich mich dabei zurück und so eröffnet sich mir Neues.

Der Aspekt seinen Geschmack zu outen, ist sicher auch Beweggrund für manche Empfindlichkeit ob mancher Be-Wertung..


da der Besitzer ja auch seine ( guten ) Geschmack bewertet sieht.

Ich amüsiere mich sehr, wenn Besucher eine Arbeit eines befreundeten Künstlers für einen Adventskalender halten : finde das völlig o.k. : Eine sachlich fundierte Kritik jedoch an der Technik eines Bildes, das man für " schön und gut gemalt " und " Kunst "hält, muss durch große Sicherheit oder Liebe zum Objekt gehalten werden..

ist es Liebe, so kann keinerlei Kritik diese Liebe zerstören..und das ist ja auch gut so :blumengabe:

Inaktiver User
19.01.2009, 12:56
[quote=Klee;5320129]ruthday

Du hast in Deinem Text schön klar gemacht, dass es Dir bei Deiner Betrachtung um den Aspekt des Kunstkaufs geht..

/quote]


Nein, Klee, da habe ich mich wohl mißverständlich geäußert oder zumindest nicht ausführlich genug geantwortet.

Ich sprach zum Einen von der "Kunst", die mich zuhause umgibt. Und die soll und darf mir dienen und ein Dekoartikel für mein Haus sein. Ob es dabei um den "Schinken" meiner Großmutter geht, der mich an sie erinnert oder um andere Kunstgegenstände, die ich selber ausgesucht habe macht keinen Unterschied. Wobei es mir komplett Brause ist, was andere Menschen von meinem Geschmack halten. Angst, durch die Auswahl der mich umgebenden Kunstgegenstände beurteilbar zu sein, habe ich überhaupt nicht.

Das Habenwollen ist hier kein Thema, ich mag nicht auf derartige Flachheiten reduziert werden, eben weil ich mich diesbezüglich wunderbar zurücknehmen kann und mich auch entspannt an Dingen freuen kann, die ich im Leben nie besitzen werde. Vielleicht macht der Aspekt etwas umso kostbarer.

Zum anderen geht es mir um Kunst, die ich außerhalb meines persönlichen Bereichs erlebe. Und die mag ich eben nicht erleben, wenn sie mir aktiv unangenehme Gefühle vermittelt.

Ausnahme sind Bücher, denen ich immer wieder unendlich viele Ideen und Anregungen entnehme. Die dürfen mich auch ruhig verstören. Denn die kann ich schließen und weglegen. Das geht mit Bildern oder Skulpturen ja nicht mal eben.

Achtung vor Künstlern und deren Werken habe ich in den allermeisten Fällen, eben weil es meist ein Offenbaren von Gefühlen des Künstlers ist. Sonst geht es mir ähnlich wie Joanna. Fühle ich mich veräppelt, mag ich es nicht. Es sei denn, ich bin in der Stimmung, kunstvoll veräppelt zu werden.

So, das müßte jetzt besser verständlich sein.

Inaktiver User
19.01.2009, 14:36
ruthday

doch ich glaube schon, dass ich die ganze Bandbreit verstanden habe, vielleicht gelang es mir nicht, das deutlich zu machen..:blumengabe:

Wenn ich vom Habenwollen sprach, ist das kein Reduzieren..: sondern nur ein Blickewinkel : ich finde auch, dass Habenwollen durchaus Motivation für Herzpochen bei Kunst sein kann..und somit stimmt es nicht, wenn ich behauptete, dass es mir nie darum ginge ( schön, dass Du noch einmal da eingehakt hast )

Ich denke, dass mit unserer Sicht nicht weit von einander entfernt sind..

" Haben " sprich Kunst besitzen, kann auch sehr bereichernd und beglückend sein..:smile:

auch die Vorstellung von etwas nicht nur ideell wertvollem und sogar an Wert steigerndem ist doch auch nicht verwerflich, sondern ein Aspekt des Kunstzirkusses..

Es gab eine wundervolle Aktion für Kinder und Jugendliche : MUKA-Kunst : Kinder und Jugendliche durften sich Kunstdrucke von Künstlern unter dem Ausschluss von Erwachsenen für ein Taschengeld ( 35 Euro ) wählen..: sie erfahren bis zur Abholung nicht wer der Künstler des ausgesuchten Bilds ist..

Mein 9jähriger Sohn nahm schon zweimal daran teil und wählte ungegenständliche Bilder von recht bekannten Leuten : so hat er für 35 Euro tolle und wertvolle Graphiken : ein Anfang für eine Sammlung vielleicht :-) : zumindest ein lockerer Zugang zu Kunst : frei von Beeinflussung durch Namen und Renomme : nur geschmäcklerisch..nur aus dem Bauch heraus.. : aber natürlich auch schon eine Vorauswahl durch MUKA und die Künstler, die an dem Projekt teilnahmen..( man munkelte, dass auch Rosemarie Trockel mal Arbeiten bereit stellte :-)..)

Inaktiver User
19.01.2009, 15:43
ruthday

doch ich glaube schon, dass ich die ganze Bandbreit verstanden habe, vielleicht gelang es mir nicht, das deutlich zu machen..:blumengabe:


Jetzt schon, Klee:smile:

Der Blickwinkel des Habenwollens ist legitim, er trifft nur eben auf mich nicht zu. Bei Kunst:smirksmile: Ich sehe vor meinem geistigen Auge dann immer die "geizigen" Sammler, die still und leise im Verborgenen ein Kunstwerk genießen, das einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte und das Niemand sonst sehen darf. Herzklopfen imm Sinne von "Wär's doch meins *seufz*" habe ich aber eher bei Büchern, schönen Erstausgaben zum Beispiel, da könnte ich......
Aber so tickt halt jeder anders:smirksmile:

Von MUKA habe ich gelesen, die Idee finde ich wunderschön. Eben weil Kinder "pur" entscheiden können. Und vielleicht in 20 Jahren eine Erinnerung haben. So fing es mit mir und der bildenden Kunst an.
Ich finde es auch schön, wie es im Kunstunterricht der Grundschule meiner Tochter ging: Es wurden bekannte/berühmte Künstler "durchgenommen", deren Maltechnik erklärt und deren Lebensgeschichte erzählt. Anschließend versuchten die Kinder, in gleicher Technik ähnliche Kunstwerke zu malen. Wie oft habe ich in diesen vier Jahren gehört: Oh, Mann, der konnte das aber wirklich. Es ist irre schwer etwas so Schönes zu malen. Es kam zum Glück aber auch: Wenn ich ein Motiv genauso (technisch gesehen) male, sieht es wunderbar aus. Ein Schritt in die richtige Richtung, finde ich.

Und noch ein letzter Punkt: Wertsteigerung.
Wenn ich es mag, kann ich es nicht verkaufen. Wenn ich es verkaufen könnte, mag ich es nicht genug. Findet also ohne mich statt, auch gut:smirksmile:

Halbmast...
19.01.2009, 18:27
Und ich wünsche mir sooooo sehr, dass Leute, die sich nie wirklich mit Kunst auseinander gesetzt haben, nicht so schnell ihre Urteile abgeben würden..




Ja nun, warum erfüllst du dir denn deinen Herzenswunsch nicht?

arouet58
19.01.2009, 19:09
Ja nun, warum erfüllst du dir denn deinen Herzenswunsch nicht?
Fiese Möp!

SusanneHaun
19.01.2009, 20:44
Ich finde es auch schön, wie es im Kunstunterricht der Grundschule meiner Tochter ging: Es wurden bekannte/berühmte Künstler "durchgenommen", deren Maltechnik erklärt und deren Lebensgeschichte erzählt. Anschließend versuchten die Kinder, in gleicher Technik ähnliche Kunstwerke zu malen. Wie oft habe ich in diesen vier Jahren gehört: Oh, Mann, der konnte das aber wirklich. Es ist irre schwer etwas so Schönes zu malen. Es kam zum Glück aber auch: Wenn ich ein Motiv genauso (technisch gesehen) male, sieht es wunderbar aus. Ein Schritt in die richtige Richtung, finde ich.



Das ist eine sehr schöne Idee, um das Kunstverständnis der ganz Kleinen zu wecken. Mein Sohn hat durch diese Reihe, die auch in seiner Grundschule veranstaltet wurde, Paula Moderson-Becker entdeckt.
Ja, das ist ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung.

Gruß Susanne

Inaktiver User
20.01.2009, 07:53
Ja nun, warum erfüllst du dir denn deinen Herzenswunsch nicht?

Ich finde diese angezickt wirkende Bemerkung

aufgrund welcher sich jemand einen Ast oder Mast ( man verzeihe mir diese Bemerkung, die mancher sicher herrenwitzig , wie sie sicher auch gemeint ist, liest ) ein wenig blöde :-) um es mal klar zu sagen..

Bei Künstlerei, egal ob Zeichnung, Malerei, Schriftstellerei gebärden sich manche dermaßen pimperlich, dass ich mich frage, wie sie sich einer größeren Öffentlichkeit und vielerlei Kritik stellen . Etwas das was manchem Künstler doch schon tägliches Brot und Not ist. Das würde diesen Empfindlichen ja tagtäglich Tränen in die Augen treiben: wenn negative Kritik geäußert würde und nicht nur jemand von einem kleinen Tageblatt schwurbelige Lobhudeleien schreibt oder Freunde, den von Ruhm und Kohle Träumenden auf die Schulter klopfen..

Wer ein wenig bekannter ist, muss sich doch von der Kritik manchmal an die Wand nageln lassen..:aber mancher, der von Bekanntheit und Anerkennung träumt, verliert schon die Contenance, wenn ein Mensch etwas ausführlicher und engagierter seinen persönlichen Blick und persönlichen Anspruch Kunst betreffend schildert und tritt diesem dann ans Schienbein und kichert ängstlich und nervös..

Daher, Herr Halbmast : was ich über Kunst denke, stört keinen großen Geist. ;-)..das sind nur meine Gedanken..Gedanken einer Frau, die sich für gar nicht so wichtig hält, dass man sie so nickelig anpieseln muss..die keinerlei Intention hegt, sich über andere zu erheben : auf Augenhöhe mit anderen gerne über Kunst plaudert.... : ich unterhalte mich gerne über Kunst..und nehme manches weniger ernst als Witzbolde.. :-)

das verkraftest auch Du, es sei denn es beherrscht Dich Kleingeist..was ich nicht hoffe..

und arouet58 schafft das auch : stellt Euch nicht so an ( beinahe hätte ich "mädchenhaft" geschrieben ) und tretet von hinten in die Kniekehlen und kichert dazu....:lachen:

Es entwickelte sich mit ruthday und SusanneHaun nun ein nettes Gespräch..
Ihr könnte ja auch Euren sicher sehr interessanten Senf dazu geben, aber dann müsstet Ihr ja Gesicht zeigen, aber irgendwie habt Ihr es ja eh schon grad durch die nickeligen Kindergartenbemerkung verloren..:ooooh:

Mir ist es doch völlig schnurz was andere über Kunst denken, die mit Kunst ihre Taler verdienen wollen, dann sollen sie es tun : aber auch vertragen, wenn man über etwas das man ( ich ) tatsächlich in einer disparaten Mischung von Ernstnehmen und Abstand zu Kunst seine Meinung vertritt und auch dabei ein paar klare, manchen in den Ohren schmerzende Töne anschlägt : man muss ja nicht zuhören..

man kann sich eine Haltung/Attitude zulegen, die ihn über den Anspruch, den jemand anderer an Kunst hat, erhaben macht : nur zu ;-)) : macht dann unabhängig von jeder Kritik : ich lache gerade innerlich ganz kicherig..weil ich das für unmöglich halte..

Inaktiver User
20.01.2009, 08:16
Jetzt schon, Klee:smile:

das war ein netter Gedankenaustausch mit Dir..

:blumengabe:

Inaktiver User
20.01.2009, 08:40
das war ein netter Gedankenaustausch mit Dir..

:blumengabe:

Mir hat es auch Spaß gemacht.:blumengabe:

SusanneHaun
22.01.2009, 10:15
Es entwickelte sich mit ruthday und SusanneHaun nun ein nettes Gespräch..
..

Ich danke dir auch für das Gespräch, Klee. :Sonne:

Das folgende meine ich jetzt nicht böse oder so ... ich habe mich sehr über die gesamten Beiträge und die Diskussion gefreut.

Ich dachte in meiner Naivität bloß, ich würde mit der Umfrage die Meinung über Kunst von der Versicherungsfrau, der Bäckerin, der
Verwaltungsangestellten, des Nachbarn von nebenan usw. erfahren.
Muss ich daraus schliessen, dass die breite Maße einfach kein Interesse an Kunst hat? Was meint ihr?

Gruß Susanne

Inaktiver User
22.01.2009, 10:28
Nö, das würde ich nicht sagen, Susanne.
Ich habe es eher so verstanden (und würde mich da auch einstufen), dass Kunst im Leben der meisten eine Rolle spielt als etwas Angenehmes, Schönes, um das aber kein Brimborium gemacht wird. Man hängt sich ein schönes Bild an die Wand, so wie man vielleicht auch ein gutes Essen genießt. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.
Mir persönlich ist das ganze Gerede über Intention, Wert und Aussage der Kunst auch immer suspekt geblieben.
Entweder Kunst bringt etwas in mir zum Klingen, dann betrachte ich sie interessiert, oder eben nicht, dann ist sie mir egal.

Inaktiver User
22.01.2009, 10:50
Muss ich daraus schliessen, dass die breite Maße einfach kein Interesse an Kunst hat? Was meint ihr?
Nein..

Ich denke Dein Einstieg :



Mein Beruf ist Künstlerin. Ich zeichne und male und verdiene damit mein Geld.

Darum habe ich natürlich ein großes Interesse an eurer Meinung.
trägt ein wenig Mitschuld


Du betonst Deine Rolle als Frau, die mit Zeichnungen und Bildern ihr Geld verdienen will und muss und

schreibst, dass Du darum Interesse an der Meinung der Leute zu Kunst hast..

Wie gerne gäben die lebenskluge Bäckereifachverkäuferin, Sekretärin oder Nachbarin von nebenan wohl einem Autoverkäufer Auskunft über ihre Meinung zu Autos ?

Selten bis gar nicht : deshalb auf fehlendes Interesse an Autos generell zu schließen, würde ich nicht ausgehen..

Die persönliche Meinung über Kunst zu äußern, ist heikel ( wie dieser Strang ja zeigte :-)..)

und manche kluge Bäckereifachverkäuferin ahnt, worauf solche Gespräche manchmal hinaus laufen : Geschwurbel und Kannitverstaan..und dass man ihr was andrehen will ( also der Autoverkäufer ;-)..)

SusanneHaun
22.01.2009, 13:40
Wie gerne gäben die lebenskluge Bäckereifachverkäuferin, Sekretärin oder Nachbarin von nebenan wohl einem Autoverkäufer Auskunft über ihre Meinung zu Autos ?

Selten bis gar nicht : deshalb auf fehlendes Interesse an Autos generell zu schließen, würde ich nicht ausgehen..

Die persönliche Meinung über Kunst zu äußern, ist heikel ( wie dieser Strang ja zeigte :-)..)



Jetzt verstehe ich auch einige deiner Beiträge besser, Klee. :erleuchtung:

Da habe ich ja wirklich ein denkbar schlechten Einstieg gewählt. Ich amüsiere mich hier gerade über mich selber! :freches grinsen:

Ja, Diskussionen über Kunst sind vielleicht wirklich so heikel wie Diskussionen über Politik ....

Die lebenskluge Bäckereifachverkäuferin wird in der Öffentlichkeit so wahrscheinlich wirklich lieber ihren Mund halten ..... :freches grinsen:

Grüße Susanne

Inaktiver User
22.01.2009, 13:48
und Künstler kippen sich jeden Tag Rotwein hinter die Binde, leben von Luft und Liebe und tun nur was sie wollen ?

:lachen:

..

Woher weißt du das ? :peinlich:Verd..... erwischt. :peinlich: :freches grinsen:

Also, ich bin ebenfalls Maler und lebe zum Glück mittlerweile davon, also ist es wohl mein Beruf.

Aber ernst nehmen ? Nein, das kann ich nicht. Wenn Kunst etwas zum ernst nehmen wäre, würden der Spaß und Sinnlichkeit fehlen.

Natürlich haben Bilder einen großen Platz in meinem Leben und ich nehme das Geld, daß ich damit verdiene sehr ernst, aber die Kunst an sich oder gar mich selbst.... never ever.

Ich mag auch z.B. in der Musik die Unterscheidungen zischen E und U Musik nicht. Musik ist entweder gut oder schlecht. Und dieses empfinden ist individuell. Musik oder jede andere Form von Kunst die mir eine gute Zeit verschafft ist gute Kunst und da juckt mich auch keine kritik aus angeblich berufenem Munde.

Aber das mag selbstverständlich jeder anders sehen und für sich entscheiden. :blumengabe:

Inaktiver User
22.01.2009, 13:57
Muss ich daraus schliessen, dass die breite Maße einfach kein Interesse an Kunst hat? Was meint ihr?


Ooch, was so Interesse ist ... ! In erster Linie sind die Bäckereifachangestellte und auch ich einfach beschäftigt. Alle wollen Aufmerksamkeit: Der Klimawandel, die Zeitung, mein Job, mein Sportprogramm und die Bücher auf meinem Nachttisch.

Ich habe einfach keine Muße, sich intensiv mit den Gedanken eines Künstlers zu beschäftigen, dessen Kunst man vielleicht mit ein bisschen Vorbildung verstehen würde. Ich kann schlicht nicht beurteilen, ob ein Stück Kunst "gut" ist oder nicht. Obwohl es da sicher nachvollziehbare Qualitätsmerkmale gibt. Ich kann nur beurteilen, was mir gefällt.

Und ich habe, trotz akademischer Bildung, das Gefühl, dass ich da recht, recht anspruchslos bin. Oder vielmehr, irgendwie im Mainstream schwimme. So ein Caspar David Friedrich, den finde ich einfach toll. Aber da bin ich ja nicht die Einzige.

Was wäre denn überhaupt "ernst nehmen"? Was müsste ich dafür tun?

Inaktiver User
22.01.2009, 14:50
Ich kann nicht sagen, dass ich Kunst ernst nehme, aber ich finde sie wichtig, sie bedeutet mir viel, ich interessiere mich sowohl für bildende wie auch darstellende Kunst (wobei sich manches ohnehin überschneidet), und zwar besonders für die zeitgenössischen Strömungen, die ja auf gewisse Weise Ausdruck unseres Lebens sind.

shiba
22.01.2009, 15:08
:Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne:

Liebe Susanne Haun,

ich sammele Kunst seit vielen Jahren.
Ich möchte Dir zu Deiner Fragestellung folgendes antworten:

Ich nehme die Künstler ernst. Das ist viel wichtiger
und wenn mir ein Bild gefällt kaufe ich es.

Viel Erfolg weiterhin und kreative Phasen.

shiba

:Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne::Sonne:

Inaktiver User
22.01.2009, 15:10
Ich nehme Kunst und Kunstschaffende ernst einmal ernst : und dann schaue ich genauer hin : mit ernsthaftem Interesse, das bleibt, wächst oder nachlässt ..:lachen:

diese Ernsthaftigkeit gönne ich mir und Kunst und jedem Kunstschaffenden..

manches amüsiert mich dann, unterhält mich, verärgert mich, langweilt mich..hake ich ab..

das mag daran liegen, dass ich so neugierig und gerne interessiert bin : mein Interesse aber eine nervöse Diva ist..die gnadenlos gähnt, wenn sie etwas abhakt..

Inaktiver User
22.01.2009, 15:15
aber ernst nehmen ? Nein, das kann ich nicht. Wenn Kunst etwas zum ernst nehmen wäre, würden der Spaß und Sinnlichkeit fehlen.Diesen Satz eines Malers betrachte ich mit ambivalenten Gefühlen :

Ich verehre Beuys..ich verehre Gerhard Richter ..

Denke, dass beide sich und Kunst gleichzeitig seeeehr ernst und sich selbst zurück nahmen..

Beuys schrieb auf eine seiner Postkarten :

"Das Kunstwerk ist das allergrößte Rätsel, aber der Mensch ist die Lösung "

Das sind Sätze, die verstehe ich, obwohl ich den Sinn nicht mit Worten erklären könnte..

" Spaß und Sinnlichkeit " ja sicher ganz wichtig..und Gefühle..

und dennoch denkt der Mensch : ich will nicht nur eine Art Gefühlssinnlichkeitsgedöns von Künstlern :-)) : ich bin da fürchterlich unbescheiden :-)

_muschelkalk
22.01.2009, 16:52
Nehmt ihr Kunst ernst?

Bildende Kunst drückt für mich das aus, was nicht in Worte gefasst werden kann - oder möchte. Es vermittelt ein Fühlen/eine andere Art der Sprache, des Künstlers.
Deswegen könnte - für mich - die Frage auch lauten: "Nehmt ihr Menschen ernst?"

Die einen mehr, die anderen weniger. Je nachdem, ob ich eine Nähe spüre.

SusanneHaun
22.01.2009, 21:21
Danke für eure vielen Antworten. :-))))))))

Elinburg, ich finde es sehr Interessant, dass du die Informationsflut erwähnst. Ja, es ist wirklich schwer, sich zu entscheiden, für was man sich interessieren soll: Kunst, Zeitung, Klimawandel... Sind wir heute überfordert mit der Vielzahl an Informationen, die wir jeden Tag erhalten? Müssen wir selektieren, für was für uns interessieren?

Hier paßt auch deine "Diva Interesse" gut dazu, Klee. Es ist ein klasse Begriff. Du hast recht, das Interesse ist eine Diva. Buhlen da z.B. die Niedriglöhne mit dem Klimawandel um die Diva?

Über deine Frage, was du tun mußt, um Kunst ernst zu nehmen, muss ich eine Nacht schlagen, elinburg. Schön, dass du sie gestellt hast. Spontan sage ich, dem Künstler und seiner Kunst auch fachliches Können und Arbeit zusprechen und nicht an Rotwein und lange schlafen denken.

Es zeugt auch von Ernsthaftigkeit, wenn der Kunstliebhaber weiss, sein Kunstinteresse liegt im Mainstream und er hat einfach nicht das Wissen, etwas mehr oder weniger als schön zu finden.

Klee, ich bin auch großer Beuys und Richter Fan. Von Boys mag ich natürlich am liebsten die Zeichnungen. Die Einfachheit und doch der starke Ausdruck beeindruckt mich sehr. Auch seine Zitate geben mir viele Denkansprüche.

Ja muschelkalk, Kunst sollte das unsagbare sichtbar machen, das finde ich auch!

Bis morgen dann einen schönen Abend
Susanne

SusanneHaun
22.01.2009, 21:25
Ich nehme die Künstler ernst. Das ist viel wichtiger
und wenn mir ein Bild gefällt kaufe ich es.


Hallo Shiba, danke für deine Wünsche.

Würdest du ein Bild kaufen, ohne dass du den Künstler kennst?
Oder sind für dich der Künstler und sein Werk untrennbar?

Gruß Susanne

Inaktiver User
23.01.2009, 08:49
Hier paßt auch deine "Diva Interesse" gut dazu, Klee. Es ist ein klasse Begriff. Du hast recht, das Interesse ist eine Diva. Buhlen da z.B. die Niedriglöhne mit dem Klimawandel um die Diva?
Nein, SusanneHaun das schrieb ich so nicht : ich kann das nur für mich so sagen und mein Interesse, das durch Kunst oder Künstler geweckt oder nicht geweckt wird..

Dieses Interesse an Kunst und Künstler wage ich bei mir als etwas " divenhaft " zu bezeichnen

Ich setze gar nicht Interesse an Finanzkrise, Klimawandel etc in Konkurrenz zu Interesse an Kunst..


Ich würde auch dazu schmunzeln, wenn mir jemand sagen würde : " Also grad beschäftige ich mich mit Tagespolitik, da muss man eben Prioritäten setzen " :lachen:


Es zeugt auch von Ernsthaftigkeit, wenn der Kunstliebhaber weiss, sein Kunstinteresse liegt im Mainstream und er hat einfach nicht das Wissen, etwas mehr oder weniger als schön zu finden.
Diese " mainstream-Idee " möchte ich dann vom Absender erst einmal definiert haben..:lachen:

Es ist doch völliger Kokolores im Kunstkanon aufgenommene Künstler als " mainstream " zu bezeichnen..

Wer " mainstream-Künster und Werke " also im Kunstkanon aufgenommene Kunst " schön " findet, darf schon einmal sicher sein, dass diese Kunst einige Härtetests bestanden hat und an dieser Kunst etwas dran ist, was andere ( Sparkassenausstellungskunst ( ohne Wertung nur als Unterschied zur Kunst, die in namhaften Galerien und Museeen zu finden ist ) erst einmal beweisen müsste.. : es ist also schon eine Art Gute-Qualität-Urteil an dieser Kunst, die in museen zu finden ist..

Aber dieses Phänomen, unbekannte und ja auch wirklich dilettantische Hobbykünstler mehr anzuerkennen, ist mir ein erstaunliches : ich nahm auch manchmal an kleinen Vernissagen von Autodidakten teil und was da vor den Werken geredet wurde, war oft unfassbar komisch..

meist in Richtung " Gefühl " und Seele und " berührt sein "..und dazu wurde dann sehr kunstfachkundig getan

Der Künstler wurde bestaunt : meist sah er auch wie man sich klischeehaft " Künstler " vorstellt, aus : Frauen mal ohne Haare oder mit wildem Getürm und grünen Kontaktlinsen ( oder zumindest mit leicht esoterischem Touch ) , dann wieder der Knitterkleidung-Bohemien, der brünftig wirkte..:smile: oder die Sekretärin mit " origineller Brille " und Fünffarbensträhnchen oder in Klimakteriumrot, die sich nun in einer Art zweitem Leben " selbstverwirklicht "


Natürlich gibt es auch die Vernissagen von " Meisterschüler von Professor X. der Kunst Akademie Düsseldorf etc " : das ist auch amüsant : vor allem wenn man auch da wieder Gesprächen zuhören muss..die Reden des Kurators hört etc.. : die Gäste tragen dan oft Existentialistenlook : meist Schwarz. Oder ein wenig " Paradiesvogel "

Und die Kunstinteressen-Diva in mir filtert sich heraus, was sie weckt oder fast einschlafen lässt..

Ich weiß nicht, ob jemand hier TV_Trash wie DSDS schaut : dort wurde ein Jurymitglied gegangen : Max von Thun: ein talentfreier Schauspieler und Musiker, der sich aber anmaßt eine Sängerin, die zig Nummer 1 Hits hat mit den Worten :" Die nervt mich so, der würde ich ihren Umbrella gerne in den Hinter......."

abgesehen von der unschönen ordinären Wortwahl finde ich diese blöde unnötige Arroganz des Nichtachtens eines Erfolges (auch kommerziellen Erfolges) einer Sängerin/Künstlerin deren Musik man nicht mögen muss, deren Erfolg aber anerkannt werden darf, völlig doof..

Der junge Mann mit der Klampfe, der das Lied von Rianna, da mehr schlecht als recht runternudelte, sollte besser sein als diese Sängerin, die damit in vielen Ländern Erfolg hatte ?

Und worin sollte dieses Qualitätsurteil begründet sein ?

Der junge Mann sang weder gut, noch brachte er etwas Neues : er hatte kein Charisma : nüscht war da.. : er wurde von einer Schwätzbacke zu etwas hochstilisiert, das er nicht war und niemals sein wird..

Lange Rede kurzer Sinn : die meisten " kleinen " Künstler sollten nicht mit Manet, Beuys etc etc etc von mir aus auch nicht mit Koons verglichen werden..

All diesen " großen Namen " ist schon etwas gelungen : singulär zu sein..nicht in Beliebigkeit und Masse unterzugehen..

und daher finde ich den Ausdruck " mainstream " für namhafte Künstler einfach unnötig..

Da wünscht sich eine andere Diva in mir einen zurückgenommeneren Blick und weniger Arroganz angesichts von Künstlern, die geschafft hat was andere ja wollen..

Es ist doch auch Kokolores J.S.Bach als " mainstream " zu bezeichnen, um seine Vorliebe zu lokalen Musikgrößen :-) etwas interessanter zu machen und einen Anstrich von Exklusivität zu geben..

Natürlich bin ich auch für Kritik an allen etablierten Künstlern : aber dann bitte mit ein wenig ernsthaftem Interesse : Achtung auch vor diesen Künstler : genaueres Hinschauen : oder einfach ( divenhaft :-))..) sagen : "Beschäftige ich mich nicht mit : ist mir zu langweilig, doof, zu abgehoben..sagt mir nix "

Warum sollte das nur nicht etablierten Künstler zustehen ?

Inaktiver User
23.01.2009, 09:02
Noch ein Nachtrag : Ich kenne recht viele Künstler persönlich, die Kunst an der Akademie gelernt haben, die aber nie wirklich allein von ihrer Kunst leben konnten..

Sie arbeiteten immer zusätzlich als Gebrauchsgraphiker, Illustrator etc..

wem es gelingt, sich allein mit Kunst zu ernähren und dabei nicht zu viele Kompromisse machen muss : Hut ab..und Herzlichen Glückwunsch



:blumengabe:

(und was muschelkalk schrieb, machte mich ganz warm und froh..)

bertrande
23.01.2009, 10:03
Mein Verhältnis zur Kunst ist ein eher kindliches, (leider)von wenig Wissen unterbautes.
Wenn es mir schlecht geht, ich irgendwo festhänge, fahre ich nach München in die Pinakotheken. Da warten die Bilder auf mich (natürlich nicht nur auf mich - ich weiß das).
Ich schaue und schaue und alles andere weicht zurück.

Dort lösen sich bei mir die Knoten, ich werde aufgefüllt, bekomme Abstand.

Auf Vernissagen ist es anders. Da fühle ich mich manchmal als Zuschauer in einem Theaterstück. Kann auch lustig sein.

Inaktiver User
23.01.2009, 12:30
Gedanken einer Frau, ..die keinerlei Intention hegt, sich über andere zu erheben

Kennst Du den "Kurze Witze" Strang?

Es grüßt

Wecker

Inaktiver User
23.01.2009, 12:43
Kennst Du den "Kurze Witze" Strang?

Es grüßt

Wecker

stelle Dich in der Reihe hinten an : zwei Herren waren schon vor Dir so frei.. : ich scheine sehr interessant für diese zu sein..das ist mir nicht neu.

Diese Variante jedoch schon :

:lachen:

immer nur knapp zum Beinchen heben, angedackelt gekommen..

Ich schrieb es schon : wenn man über Kunst redet, outet man etwas und gibt Schutzschilde ab..

dann kommen gerne Wichtelchen und nutzen die Gunst ihrer Stunde : ich finde das armselig..

Entweder man ist bereit sich einem Gespräch zu stellen : in jeder Konsequenz: oder man gibt den armseligen Kalauerkasper : Jedem das Seine..;-)

Inaktiver User
23.01.2009, 14:21
Liebe Klee!
Manchmal machts mir richtig Spaß mit Dir! Danke für Deine Beiträge, die ich immer gerne mit großem Interesse und noch größerem Staunen lese! Ich bewundere Dein Selbst- und Sendungsbewusstsein wirklich! Auch Deine feine Klinge, Deine unnachahmliche Art, Worte zu wählen, und natürlich Dein Langmut und Deine Ruhe, wenn sich kleine Geister an Dir reiben wollen - kolossal phänomenal würd ich sagen - aber klingt das nicht schon artifiziell unoriginell?

Zitat Klee: Und leider muss ich Susanne Haun sagen, dass ich von so artifiziellen unoriginellen Wortdoppelsinnigkeiten wie " Menschenbilder " zu viel kriege..da ist mein Interesse an den Arbeiten gleich bei Null angekommen..Ich nehme Kunst zu ernst als, dass ich Kunst so verkitscht sehen mag..

Du teilst aber schon ganz gerne aus, oder? Ich kann an dem Terminus "Menschenbilder" keine "artifizielle unoriginelle Wortdoppeldeutigkeit" erkennen. Sie malt Menschen - so what? Malte sie Tiere, wären es Tierbilder. Wenn jemand Menschen malt und das dann Menschenbilder nennt, ist Dein Interesse gleich mal auf Null - verzeih, aber das, was Du in dem Fall Interesse nennst ist in meinen Augen ein Armutszeugnis. Zitat Klee: Titel wie " Menschenbilder " lassen mich gähnen, das ist einfach so."......und dann noch nachschieben, daß Du Kunst Ernst nimmst... nimm Ernst, das entspannt, Du bist abgelenkt und er vielleicht nicht unfroh!

Zitat Klee: Ich orientiere mich gerne an der Ausbildung des Kunstschaffenden...und seine Stellung im Kunstkanon :

Klar, auch ein Kriterium, Kunst zu erkennen. Dazu sollte man (meiner unmaßgeblichen Meinung nach) aber die einzelnen Schulen und Ausbildungswege so gut kennen, daß ein Werten und Vergleichen sinnvoll möglich ist. Bei Dir - mit Verlaub - scheint es mir so zu sein wie bei all jenen Weintrinkern, denen das mit hochtrabenden Bezeichnungen gespickte Etikett auf der Flasche schon alles über den Wein sagt. Im Strang zu "Feuchtgebiete" (Forum: Kultur und Unterhaltung -> Buchtipps - Was lesen Sie gerade) warst Du ja auch von dem Buch total begeistert und hattest es nie gelesen. Ansonsten nehme ich Dir nicht ab, daß Du in den verschiedensten Richtungen der Kunst so bewandert bist, daß Du aus der Ausbildung des Schaffenden die Qualität seines Werkes ermitteln kannst.

Und natürlich der Kunstkanon! Es gibt ihn also, den Kunstkanon, Du weisst es - hast ihn ja wahrscheinlich auch mitdefiniert? Oder wer definiert den von Dir zitierten Kunstkanon? Du kannst natürlich die Stellung des Künstlers im Kunstkanon erfassen und bewerten. Und wer nicht zum Kunstkanon gehört - tja, kann halt nix, die Dumpfbacke.

Zitat Klee: Es gibt wohl kaum einen anderen Bereich in dem sich Unwissende so wissend geben..

Welch wahres Wort!

Zitat Klee: ich will nicht die Befindlichkeit des Kunstschaffenden aufgedrängt bekommen....
Ja, nun, der soll das, was ihn im Innersten aufwühlt, hintanstellen? Nur damit Du nicht von seiner Befindlichkeit tangiert bist? Klar, für Dich zählen ausschließlich Deine Empfindungen, Deine Gefühle. Der Künstler selbst? Nicht die Bohne! "Die darstellende Kunst in der Bilanzbuchhaltung" - das wär doch ganz Deins, oder? Ein Munch, ein Kubin, .... verstören Dich ja nur mit ihren zu Bildern geronnenen Befindlichkeiten.


Zitat Klee: ...neben den Marktmechanismen...
Van Gogh läuft bei Dir also unter Möchtegern, hat ja auch kein Bild verkauft. Hast Du jetzt übrigens das Buch "Feuchtgebiete" schon gelesen, das Du so hoch gelobt hast, weil es sich so gut verkaufte? Zitat Klee: sooo grandios, sooooo irrsinnig hohe Verkauszahlen.. Wes Geistes Kind Du bist, kann ja auch an diesem Statement ermessen werden: Zitat Klee: Mit Literaten wird es ähnlich sein.. : wichtig ist doch auch von denen mit Definitionsmacht anerkannt zu sein und zu verkaufen..... Das Hohelied auf Reich-Ranitzky und die Bild? Oder was?


Im Übrigen als kleines Beispiel, wie manipulativ Du mit Behauptungen und Wertungen eingehst: Zitat Klee: Max von Thun: ein talentfreier Schauspieler und Musiker, der sich aber anmaßt eine Sängerin, die zig Nummer 1 Hits hat... Zitat Wikipedia: "Umbrella" is Rihanna's second number-one single after "SOS", ... also - für -zig Nummer 1 Hits müssten das mindestens zwanzig sein: macht nix, den Unterschied zwischen zwei und Zahlen, die auf -zig enden, kann Dir vielleicht Dein Neunjähriger erklären. Und wie kommmst Du dazu, Max von Thun als "talentfrei" zu klassifizieren? Er hat -zig Einträge in Wikipedia (kleine Übung: zähl mal nach!) bezüglich seiner Rollen in Film und Fernsehen und den Publikumspreis der Goldenen Romy als "beliebtester männlicher Shootingstar". Da hat er es doch lt. Deiner Ansicht "geschafft", ist im Kunstkanon und seine Werke sind sozusagen von geprüfter Qualität....?

Ich wünsch´ Dir noch einen schönen Tag und uns beiden, sowie der geneigten Leserschar noch viele heitere Stunden beim Beantworten und Lesen der Beiträge des jeweils Anderen. :blumengabe:

Inaktiver User
23.01.2009, 14:29
Was wird das hier ?

Nun Stimmungsmache gegen eine Userin, die sich gegen Deine Stimmungsmache gegen den Zentralrat der Juden engagierte

Vielleicht hat die Moderation mal ein wenig Zeit wecker darauf aufmerksam zu machen, dass er hier ein ekelhaftes Spiel treibt..

Möchtest wecker Pogromstimmung anheizen ?

Lasse es !

Widme Dich lieber wieder dem Schutze der rechten Parteimitglieder !

Deine Kommentare strotzen nur von selektivem Lesen..

und sind durch die aus dem ZUsammenhang gerissenen Zitatrudimente !!!!! eine Farce..

Dann kommst Du nun endlich auch mit " Feuchtgebiete " : ja, ich erinnere unserer Disput : den hast Du scheinbar schlecht verkraftet..:-)

Du verkrudest nun Zitatrudimente und göbelst da was hin : das ist kein Gespräch, das ist Stimmungsmache und Frustabbau..

aber bitte gerne : ich scheine es Dir ja wert zu sein..

Inaktiver User
23.01.2009, 14:41
Im Übrigen als kleines Beispiel, wie manipulativ Du mit Behauptungen und Wertungen eingehst: Zitat Klee: Max von Thun: ein talentfreier Schauspieler und Musiker, der sich aber anmaßt eine Sängerin, die zig Nummer 1 Hits hat... Zitat Wikipedia: "Umbrella" is Rihanna's second number-one single after "SOS", ... also - für -zig Nummer 1 Hits müssten das mindestens zwanzig sein: macht nix, den Unterschied zwischen zwei und Zahlen, die auf -zig enden, kann Dir vielleicht Dein Neunjähriger erklären. Udiese kleine Nachlässigkeit kann ich erklären und ich bleibe beim ZIG


Nummer eins Hit Umbrella in ZIG Ländern

ganz schlimmer Manipulationsversuch: Ja, nee ist klar : Du leidet an Verfolgungswahn, wecker..lass gut sein..

mal die Linken, dann die Juden,..nun ich..entspanne Dich ..:lachen: : es tut Dir keiner was

Ich, jemand der Dich gar nicht kennt, plaudert hier über Kunst..

höre auf mit dem Angespucke und Anheizen von übler Stimmung

Warum Du persönlich etwas gegen mich hast, kannst Du mir gerne per PN oder GB mitteilen..

Inaktiver User
23.01.2009, 15:56
Ich hoffe, dass die Diskussion jetzt wieder allgemein weiter geht und kein gegenseitiges Anzicken bleibt :knatsch:



Über deine Frage, was du tun mußt, um Kunst ernst zu nehmen, muss ich eine Nacht schlagen, elinburg. Schön, dass du sie gestellt hast. Spontan sage ich, dem Künstler und seiner Kunst auch fachliches Können und Arbeit zusprechen und nicht an Rotwein und lange schlafen denken.

Es zeugt auch von Ernsthaftigkeit, wenn der Kunstliebhaber weiss, sein Kunstinteresse liegt im Mainstream und er hat einfach nicht das Wissen, etwas mehr oder weniger als schön zu finden.


Ich glaube, die meisten Menschen wissen sehr gut, welch Arbeit und Anstrengung man in eine künstlerische Karriere stecken muss. Man braucht ja schon Monate, einer Violine oder einer Querflöte überhaupt einen halbwegs erträglichen Ton zu entlocken. Und natürlich respektiert man das entsprechend oder sollte das zumindest - sofern man nicht von zuviel DSDS und ähnlichem Quark verdorben ist.

Andererseits - ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk. Kennst du den Spruch von Paul Valerie: "A piece of art cannot be finished, only abandonded" (ich hoffe, ich habe das jetzt richtig geschrieben). Das heißt für mich nicht nur, dass so ein Kunstwerk immer irgendwie unvollständig und verbesserbar bleibt, sondern auch: Es gehört dem Künstler irgendwann nicht mehr - es gehört der Zeit, der Nachwelt, der Allgemeinheit. Schon deshalb, weil es seinen Erschaffer oftmals überlebt. Was möchtest du denn, Susanne - dass sich dein Publikum *mit dir* beschäftigt?

Inaktiver User
23.01.2009, 16:08
Ich glaube, die meisten Menschen wissen sehr gut, welch Arbeit und Anstrengung man in eine künstlerische Karriere stecken muss. Man braucht ja schon Monate, einer Violine oder einer Querflöte überhaupt einen halbwegs erträglichen Ton zu entlocken. Und natürlich respektiert man das entsprechend oder sollte das zumindest - sofern man nicht von zuviel DSDS und ähnlichem Quark verdorben ist.

Dem stimme ich zu. Im übrigen braucht der Künstler, so er denn von seiner Kunst leben will, auch eine menge Durchhaltevermögen. Denn leichtes Geld ist damit nicht zu machen.



Andererseits - ein Kunstwerk ist ein Kunstwerk. Kennst du den Spruch von Paul Valerie: "A piece of art cannot be finished, only abandonded" (ich hoffe, ich habe das jetzt richtig geschrieben). Das heißt für mich nicht nur, dass so ein Kunstwerk immer irgendwie unvollständig und verbesserbar bleibt, sondern auch: Es gehört dem Künstler irgendwann nicht mehr - es gehört der Zeit, der Nachwelt, der Allgemeinheit. Schon deshalb, weil es seinen Erschaffer oftmals überlebt. Was möchtest du denn, Susanne - dass sich dein Publikum *mit dir* beschäftigt?

Ich weiß jetzt nicht wie Susanne es sieht, aber ich z.B. möchte nicht, daß sich die Menschen mit mir beschäftigen.
Das ist es was ich mit " nicht zu ernst nehmen meine".

Ich freue mich wenn jemand Spaß an meinen Bildern hat, wenn sie dem Betrachter eine gute Zeit verschaffen. That's all.

Natürlich ist es schön wenn dann auch noch die Kasse stimmt. ein wenig Realismus muß bei allem Spaß auch erlaubt sein.

Was nun den sogenannten Kunstkanon angeht, der geht mir mit Verlaub am Ar... vorbei.

Kritiker die meinen dem Publikum erklären zu müssen was der Künstler ausdrücken will, haben einen an der Waffel. Ich habe mir mal den Spaß gemacht einem solchen Kunstkritiker zuzuhören als er jemanden eines meiner Bilder erklärt hat.

Es war erstaunlich was ich für Gedanken hatte, was ich ausdrücken wollte. Ohne ihn hätte ich das nicht gewußt.:freches grinsen:


Kunst ist eine Form der Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger.

Inaktiver User
23.01.2009, 16:26
Soulman, bitte vor den Vorhang! :blumengabe:


.... und bei Vernissagen wünsch´ ich Deinen Bildern die Masern! Viele rote Punkte.... :zwinker:

Inaktiver User
23.01.2009, 16:28
Soulman, bitte vor den Vorhang! :blumengabe:


.... und bei Vernissagen wünsch´ ich Deinen Bildern die Masern! Viele rote Punkte.... :zwinker:

:knicks: Recht herzlichen Dank. :blumengabe:

SusanneHaun
23.01.2009, 18:17
Nein, SusanneHaun das schrieb ich so nicht : ich kann das nur für mich so sagen und mein Interesse, das durch Kunst oder Künstler geweckt oder nicht geweckt wird..

Dieses Interesse an Kunst und Künstler wage ich bei mir als etwas " divenhaft " zu bezeichnen

Ich setze gar nicht Interesse an Finanzkrise, Klimawandel etc in Konkurrenz zu Interesse an Kunst..


Ich würde auch dazu schmunzeln, wenn mir jemand sagen würde : " Also grad beschäftige ich mich mit Tagespolitik, da muss man eben Prioritäten setzen " :lachen:


Sicher hört es sich zum Schmunzeln an, Klee. Aber ich denke es ist trotzdem so. Der Mensch muss sich einfach entscheiden, mit welchen Interessen er seine knappe Zeit verbringen möchte. Und da treten schon mal Nachrichten mit Kunst und Essen in Konkurrenz.
Das resultiert einfach schon aus der Zeitknappheit.

Gruß Susanne

SusanneHaun
23.01.2009, 18:28
Diese " mainstream-Idee " möchte ich dann vom Absender erst einmal definiert haben..:lachen:

Es ist doch völliger Kokolores im Kunstkanon aufgenommene Künstler als " mainstream " zu bezeichnen..

[...]

und daher finde ich den Ausdruck " mainstream " für namhafte Künstler einfach unnötig..

Da wünscht sich eine andere Diva in mir einen zurückgenommeneren Blick und weniger Arroganz angesichts von Künstlern, die geschafft hat was andere ja wollen..

Es ist doch auch Kokolores J.S.Bach als " mainstream " zu bezeichnen, um seine Vorliebe zu lokalen Musikgrößen :-) etwas interessanter zu machen und einen Anstrich von Exklusivität zu geben..



Ja, ich denke du hast recht Klee, "mainstream" ist vielleicht nicht das richtige Wort.

Vielleicht ist es einfach unanstrengender schon etabliete Kunst zu betrachten. So wie Bertrande sagt. Sie erholt sich in der Pinaothek und hat Streß auf einer Vernissage bei einem, oje, wie sag ich das jetzt, ohne jemanden auf den Fuß zu treten, vielleicht "neuen" oder jungen Künstler.

Bei der etablierter Kunst muss der Betrachter nicht über Qualität oder Aussage nachdenken. Es haben viele vor ihm darüber nachgedacht und empfinden die Kunst als gut. Entscheidungen treffen ist für Menschen allgemein eine sehr große Anstrengung.

Ich denke etablierte Kunst ist ein besseres Wort als mainstream.

Gruß Susanne

Inaktiver User
23.01.2009, 18:34
Ich glaube, ich schrieb etwas von "mainstream"...

... und meinte damit: Mein Geschmack ist der von vielen. Wenn ich eine Auswahl aus den Klassik-Stücken treffe, die ich so auf CD habe, dann ähnelt das sehr einer "Best of"-Edition. Das sind eben die Stücke die mir und offenbar auch allen anderen im Ohr bleiben.

Es gibt natürlich noch den anderen mainstream, das, was im Moment gerade angesagt ist und wo alle hinterherlaufen. Das meinte ich eigentlich eher nicht, sondern auch eher die "etablierte Kunst" oder auch einfach "beliebt". Und da fällt Bach nun mal auch drunter.

Aber ich habe auch keine Lust, mich um einzelne Begriffe zu streiten.

soulman, und ja: Die Gedanken, die Kunst auslösen, sind nicht notwendigerweise die des Künstlers (auch wenn sie ihm untergeschoben werden). Deshalb ist das Kunstwerk ja auch irgendwie losgelöst von seinem Erschaffer zu sehen.

SusanneHaun
23.01.2009, 18:42
Ich glaube, die meisten Menschen wissen sehr gut, welch Arbeit und Anstrengung man in eine künstlerische Karriere stecken muss. Man braucht ja schon Monate, einer Violine oder einer Querflöte überhaupt einen halbwegs erträglichen Ton zu entlocken.


Ich denke elinborg, da hast du recht. ABER nur n Bezug auf die Musik weiss das jeder. Aber leider weiss nicht jeder, wieviel Arbeit und Anstrengung es kostet ein Bild zu malen. Viele (NICHT ALLE) denken, sie kaufen sich eine Tube Farbe und ein Blatt Papier und können gleich ein Kunstwerk malen und noch schlimmer ausstellen. Ohne Vorkenntnis, ohne Arbeit ohne alles..... Wie oft stehen die Menschen im Museum und sagen, dass kann auch mein 2jähriger Enkel malen.....

Ich glaube nicht, dass jemand behauptet, sein 2jähriger Enkel kann auch Violine spielen....



Was möchtest du denn, Susanne - dass sich dein Publikum *mit dir* beschäftigt?

Diese Frage verstehe ich nicht ganz, elinborg. Wie kommst du darauf?

Das Publikum soll sich mit meinen Bildern beschäftigen. Indirekt beschäftigen sie sich dann auch mit mir. So wie die Leser einen Buches sich indirekt mit dem Autor beschäftigen. Sie beschäftigen sich mit den Aussagen der Künstler oder Autoren.

Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass die meisten Sammler auch dich selber als Künstler kennen lernen möchten. Vielleicht nicht unbedingt persönlich; auch die Galeristen können über dich berichten.

Beantwortet das deine Frage, elinborg?

SusanneHaun
23.01.2009, 18:49
Ich weiß jetzt nicht wie Susanne es sieht, aber ich z.B. möchte nicht, daß sich die Menschen mit mir beschäftigen.
Das ist es was ich mit " nicht zu ernst nehmen meine".

Ich freue mich wenn jemand Spaß an meinen Bildern hat, wenn sie dem Betrachter eine gute Zeit verschaffen. That's all.

Natürlich ist es schön wenn dann auch noch die Kasse stimmt. ein wenig Realismus muß bei allem Spaß auch erlaubt sein.



Das mit dem Beschäftigen habe ich ja schon beantwortet. Natürlich sollen sie sich mit meiner Kunst beschäftigen. Siehe bitte dazu meinen vorigen Beitrag.

Ich freue mich natürlich auch, wenn die Kasse stimmt. Sie muss sogar stimmen, denn sonst kann ich meine Brötchen und meine Miete nicht bezahlen. Und ganz ehrlich --- :zwinker: ---- ich esse mein Brötchen auch gerne mit Wurst.

Ja, es gehören viel Durchhaltevermögen und Kraft zum Künstler.

Trotz all dem -- ich bin einfach sehr gerne Zeichnerin und Malerin.

Gruß Susanne

SusanneHaun
23.01.2009, 18:54
soulman, und ja: Die Gedanken, die Kunst auslösen, sind nicht notwendigerweise die des Künstlers (auch wenn sie ihm untergeschoben werden). Deshalb ist das Kunstwerk ja auch irgendwie losgelöst von seinem Erschaffer zu sehen.

Ja, da hast du auch wieder recht.
Die Betrachter denke von der Kunst was sie selber persönlich möchten. Und das ist ja auch sehr gut so.

Aber trotzdem denke ich immer noch, dass die Kunst und der Künstler irgendwie zusammen gehören.....

Inaktiver User
23.01.2009, 18:55
Diese Frage verstehe ich nicht ganz, elinborg. Wie kommst du darauf?

Das Publikum soll sich mit meinen Bildern beschäftigen. Indirekt beschäftigen sie sich dann auch mit mir. So wie die Leser einen Buches sich indirekt mit dem Autor beschäftigen. Sie beschäftigen sich mit den Aussagen der Künstler oder Autoren.

Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass die meisten Sammler auch dich selber als Künstler kennen lernen möchten. Vielleicht nicht unbedingt persönlich; auch die Galeristen können über dich berichten.

Beantwortet das deine Frage, elinborg?

Du schriebst, man soll bei Künstlern nicht nur an Rotwein und Dolce Vita denken. Oder so ähnlich.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand vor einem Caspar David Friedrich steht und sagt: Das kann mein Enkel auch. Das sagt man nur vor Bildern, die man in ihrer hohen Abstraktion nicht versteht und wo man wirklich nur ein paar Pinselstriche erkennen kann. Dass man dafür jahrelang üben muss, das erschließt sich, nun ja, nicht so direkt. Das erinnert sich an das Lied von Reinhard Mey über den Künstler, der sich "vor Lachen in die Hose macht, weil alle glauben, er hätte sich bei seinen Werken was gedacht" - oder so ähnlich.

Ich mag mich mit einigen Künstlern beschäftigen, mit anderen nicht. Das kommt drauf an. Manchmal will ich mich ja einfach nur amüsieren.

Ich finde Wissenschaft da einfacher: Die gehört niemandem. Das finde ich irgendwie schön. Niemand hat ein Copyright auf das Kommutativgesetz, und dass einige Gesetze und physikalische Größen nach ihren Entdeckern genannt werden, hat historische und praktische Gründe und ehrt sie natürlich - aber danach werden sie einfach nur verwendet. Und sich mit einzelnen Wissenschaftlern zu beschäftigen ist ein nettes Hobby, notwendig ist es nicht.

bertrande
23.01.2009, 18:58
Ich habe mich vielleicht nicht gut ausgedrückt.
Anstrengend finde ich Vernissagen eigentlich weniger. :smile:
Es ist auch nicht die Angst, etwas Falsches zu sagen, da kann ich ja im Zweifelsfall einfach den Mund halten. :smile:
Ich meinte damit, dass das Verhalten der Menschen auf einer Vernissage oft seltsam ist. :smile: Manchmal fast wie ein Theaterstück.

In den Pinakotheken ist es ruhig, auch auf den Ausstellungen nach Vernissagen.
Da ist man mit den Bildern allein.

Inaktiver User
23.01.2009, 19:16
Mit einem leisen Schmunzeln möchte ich Deine Aussage aber ein Wenig relativieren:


Wie oft stehen die Menschen im Museum und sagen, dass kann auch mein 2jähriger Enkel malen.....

Wie oft ist es schon geschehen, daß Galeristen zu Vernissagen eingeladen haben, wo sich allerhand "gebüldetes" Volk herumtrieb und - so wie mir erinnerlich - bis zu 6000.- DM für ein Bild hinlegte, Aussage, Technik und inhärente Sozialkritik rühmte.... um dann vor laufender Kamera damit konfrontiert zu werden, daß die Bilder samt & sonders von Schimpansen gemalt worden waren?

Auch ist´s schon mehrfach vorgekommen, daß Bilder verkehrt herum aufgehängt wurden - und alle Kritiküsse, ja nicht mal der Künstler selbst vermochten das zu bemerken.

....um bei der Musik zu bleiben: wenn ich mir anhöre, was heute so in manchen Radioprogrammen gebracht wird - dann glaub ich wohl, daß ein 2-Jähriger ähnliches schafft. Aber das haben auch schon unsere Eltern zu Beatles, Stones & Co gesagt. :smirksmile: Nichts Neues unter der Sonne also.

Das Statement, daß Werke in etablierten Galerien und Museen nicht zum (Nach)denken anregen, will ich gerne hinterfragen: Sind es nicht gerade wichtige Werke, Glanzstücke von Museen, die intensiv zum Nachdenken anregen, wenn man die Geschichte ihrer Entstehung, den mit ihnen begangenen Tabubruch und die Auseinandersetzungen um sie in Betracht zieht? Nur weil viele Menschen ein Bild toll finden brauch ich doch mein Hirn nicht abschalten, wenn ich davor stehe. Mit der Einstellung "10 Millionen Fliegen können sich nicht irren...." durch die Museumssäle zu gehen und sich dabei ohne viel Nachdenken mit Kunst betanken zu lassen, rückt diese für mich in die Nähe von Konsumgütern im Supermarkt.

SusanneHaun
23.01.2009, 19:38
Das Statement, daß Werke in etablierten Galerien und Museen nicht zum (Nach)denken anregen, will ich gerne hinterfragen: Sind es nicht gerade wichtige Werke, Glanzstücke von Museen, die intensiv zum Nachdenken anregen, wenn man die Geschichte ihrer Entstehung, den mit ihnen begangenen Tabubruch und die Auseinandersetzungen um sie in Betracht zieht? Nur weil viele Menschen ein Bild toll finden brauch ich doch mein Hirn nicht abschalten, wenn ich davor stehe. Mit der Einstellung "10 Millionen Fliegen können sich nicht irren...." durch die Museumssäle zu gehen und sich dabei ohne viel Nachdenken mit Kunst betanken zu lassen, rückt diese für mich in die Nähe von Konsumgütern im Supermarkt.

Grundsätzlich hast du recht, wecker. Ich möchte mir diese Einstellung auch persönlich nicht zu eigen machen.

Aber irgendwie kann ich mir sehr schwer vorstellen, dass all die Leute, die in Berlin angestanden haben, um die Gemälde der Moma zu betrachten wirklich überlegt haben, in wie weit welcher Künstler einen Tabubruch begangen hat.

Ich finde es auch völlig ligitim, wenn ein Betrachter "nur" sagt, gefällt mir oder gefällt mir nicht.

_______________

Es ist auch eine interessante Frage... ist die Kunst ein Konsumgut?

Inaktiver User
23.01.2009, 20:13
Es ist auch eine interessante Frage... ist die Kunst ein Konsumgut?

Klar ... ebenso wie Spekulationsobjekt ...

Inaktiver User
24.01.2009, 12:48
Susanne, wie war grad deine Frage? :zwinker:

Ich habe langsam den Eindruck, dass du dich als Künstlerin nicht genügend gewürdigt fühlst. Kann das sein? Du möchtest, dass sich Menschen mit deiner Kunst und auch mit dir als Künstlerin beschäftigen und honorieren, was für Arbeit du dir machst.

Aber da draußen laufen lauter Banausen herum. So ist das nunmal. Bleibst du vor jeder Brücke stehen und bewunderst ihre Statik? Überlegst du, wenn du ins Auto steigst, wie viel Intelligenz und Mühe und organisatorisches Geschick erforderlich ist, dass es dir möglich ist, so bequem von A nach B zu kommen?

Durchhaltevermögen und Kraft gehört zu sehr vielen Berufen. Das ärgert mich ein bisschen, dass du das mit einer gewissen Ausschließlichkeit für deine Zunft beanspruchst. Auch andere Leute müssen sich damit abfinden, dass ihre Arbeit kritisiert, nicht beachtet oder mit "ach ja, ganz nett" abgetan wird.

SusanneHaun
24.01.2009, 13:46
Susanne, wie war grad deine Frage? :zwinker:

Ich habe langsam den Eindruck, dass du dich als Künstlerin nicht genügend gewürdigt fühlst. Kann das sein? Du möchtest, dass sich Menschen mit deiner Kunst und auch mit dir als Künstlerin beschäftigen und honorieren, was für Arbeit du dir machst.

.

Das siehst du falsch, elinborg. Es geht hier in diesem Beitrag nicht um meine Kunst, sondern um die Kunst insgesamt und im allgemeinen.

SusanneHaun
24.01.2009, 13:53
Durchhaltevermögen und Kraft gehören zu sehr vielen Berufen. Das ärgert mich ein bisschen, dass du das mit einer gewissen Ausschließlichkeit für deine Zunft beanspruchst. Auch andere Leute müssen sich damit abfinden, dass ihre Arbeit kritisiert, nicht beachtet oder mit "ach ja, ganz nett" abgetan wird.

Ich habe nicht behauptet elinborg, dass das nur für die Kunst gilt.

Gruß Susanne

Inaktiver User
24.01.2009, 18:53
...

Was soll das? Es gibt eine Zitatfunktion, mit der dank der Verlinkung in der neuen Forensoftware auch die Zusammenhänge hergestellt werden können. So in dieser Form ist der Beitrag eine Zumutung. :peinlich:

Inaktiver User
24.01.2009, 21:40
Was soll das? Es gibt eine Zitatfunktion, mit der dank der Verlinkung in der neuen Forensoftware auch die Zusammenhänge hergestellt werden können. So in dieser Form ist der Beitrag eine Zumutung. :peinlich:
Sorry! :blumengabe:
Ich spendier Dir gerne ein paar Karotten zur Wiederherstellung der Sehkraft! Wenn ich mich daran mache, ein längeres Posting zu verfassen, dann suche ich mir die Zitate zusammen, kopiere sie in Wordpad und schreibe dann den Text dazu. Da wird dann schon ewig lang gefeilt, gelöscht und herumgebastelt, bis es passt. Mir ist leider schon zu oft entweder der PC oder die Übertragungsstrecke verreckt und stundenlange Arbeit war im elektronischen Nirvana, wenn ich längere Beiträge im "Antwort-Editor" getippt habe. Das passiert nicht nur mir, auch etliche andere User waren ob solcher Verluste mehr als hocherfreut. Auch kann ich dort nicht die Bearbeitung einer Antwort auf mehrere Tage ausdehnen (regelmäßig kommt mir Arbeit bzw. selten sogar Freizeit dazwischen).

Was genau stört Dich am meisten? Der Fettdruck bei der Angabe von wem das Zitat war? Die Farbe? Farbe generell oder hättest Du gerne eine andere? Zu viele / wenige Absätze?

Tom & alle anderen User: Lasst es mich wissen und ich versuche es beim nächsten Beitrag besser zu machen! :blumengabe:

Inaktiver User
25.01.2009, 10:15
Sorry! :blumengabe:
Ich spendier Dir gerne ein paar Karotten zur Wiederherstellung der Sehkraft! Wenn ich mich daran mache, ein längeres Posting zu verfassen, dann suche ich mir die Zitate zusammen, kopiere sie in Wordpad und schreibe dann den Text dazu. Da wird dann schon ewig lang gefeilt, gelöscht und herumgebastelt, bis es passt. Mir ist leider schon zu oft entweder der PC oder die Übertragungsstrecke verreckt und stundenlange Arbeit war im elektronischen Nirvana, wenn ich längere Beiträge im "Antwort-Editor" getippt habe. Das passiert nicht nur mir, auch etliche andere User waren ob solcher Verluste mehr als hocherfreut. Auch kann ich dort nicht die Bearbeitung einer Antwort auf mehrere Tage ausdehnen (regelmäßig kommt mir Arbeit bzw. selten sogar Freizeit dazwischen).

Was genau stört Dich am meisten? Der Fettdruck bei der Angabe von wem das Zitat war? Die Farbe? Farbe generell oder hättest Du gerne eine andere? Zu viele / wenige Absätze?

Tom & alle anderen User: Lasst es mich wissen und ich versuche es beim nächsten Beitrag besser zu machen! :blumengabe:


Es ist ganz einfach: Button "Beitrag zum Zitieren auswählen" und schließlich Button "Mit Zitat antworten", dann magst Du das ganze nach Word Pad kopieren und Du hast vor allem die Links zu den Postings, auf die Du antworten möchtest. In dem beanstandeten Beitrag kommen eine Fülle von Zitaten, deren Kontext ich mir mühsam zusammensuchen muss; das ist eine Zumutung. Und es sieht nach Nebelgranate aus.

Das mit


Karotten zur Wiederherstellung der Sehkraft!

hättest Du Dir sparen können, oder ist es eines Deiner Stilmittel, nämlich einen Einwand lächerlich zu machen. So wie ja auch Dein Thread "Jedem das Seine" lächerlich angelegt ist. Aber was soll's, jeder so gut er kann oder aus der Position, die er einnimmt. :zwinker: Schalom!

Inaktiver User
25.01.2009, 12:46
Es ist ganz einfach: Button "Beitrag zum Zitieren auswählen" und schließlich Button "Mit Zitat antworten", dann magst Du das ganze nach Word Pad kopieren und Du hast vor allem die Links zu den Postings, auf die Du antworten möchtest. In dem beanstandeten Beitrag kommen eine Fülle von Zitaten, deren Kontext ich mir mühsam zusammensuchen muss; das ist eine Zumutung. Und es sieht nach Nebelgranate aus.

Danke für den Tip, werde es beherzigen! Noch eine Frage: sollen die Zitate in vollem Wortlaut stehenbleiben oder ist Kürzen auf die mir wichtigen Teile erlaubt?


Das mit



hättest Du Dir sparen können, oder ist es eines Deiner Stilmittel, nämlich einen Einwand lächerlich zu machen. So wie ja auch Dein Thread "Jedem das Seine" lächerlich angelegt ist. Aber was soll's, jeder so gut er kann oder aus der Position, die er einnimmt. :zwinker: Schalom!

Sorry, wenn ich Dir zu nahe getreten bin, ich wusste nicht, daß Du Dich damit gleich als lächerlich gemacht fühlst. Ich hab Deinem herben Wort "Zumutung" nicht soviel Auswirkung auf mich zugestanden.

Was den anderen Strang angeht: ich versteh´ es nicht, warum hier von Dir und Klee stets auf jenen Strang Bezug genommen wird. Der hat doch mit dem hiesigen Kunst-Strang überhaupt nichts zu tun. Deine Bemerkung, jener Strang sei auf "Lächerlichkeit" angelegt, muß ich entschieden zurückweisen. Vielleicht sind Dir die letzten Zeilen meines Eingangsbeitrages nicht aufgefallen, und wahrscheinlich hast Du meine weiteren Beiträge dort nicht gelesen - sonst kann ich mir den Anwurf nicht erklären.

Mocca
25.01.2009, 13:30
Ich bitte von Crosspostings abzusehen. Der eine Strang hat mit dem anderen nichst zu tun, insofern sehe ich nicht ein, warum hier Verweise als konstruktiver Beitrag zur Diskussion anzusehen sein sollten.

Danke!

Mocca

Inaktiver User
25.01.2009, 16:21
Aber leider weiss nicht jeder, wieviel Arbeit und Anstrengung es kostet ein Bild zu malen.diesen kann man ja Karl Valentin zitieren :

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit..

:lachen:

Ich sehe jedoch im Blickwinkel, dass ein Bild zu malen Arbeit und Anstrengung kostet, die Gefahr, dass das als Kriterium für Qualität angenommen wird..



und mancher schlussfolgert : Bild A macht viel Arbeit, da pingelig und " schön "gemalt, Bild B macht weniger Arbeit, da nur monochrom blau , somit ist Bild A interessanter, wertvoller, qualitätsvoller etc.. und irrt, weil Bild A nur nettes beliebiges gutes Handwerk ist und Bild B ist von Yves Klein..:lachen:

Eine verflixt komplizierte Sache ist das mit der Kunst..:lachen:

Inaktiver User
26.01.2009, 16:54
Die eigentliche Kunst an einem Kunstwerk ist doch die scheinbare Leichtigkeit, mit der es daher kommt. Eine Balletttänzerin wirkt geadezu schwerelos in ihrer Anstrengung, und Rockmusik kommt nur rüber, wenn es so richtig nach Spaß aussieht. Und ein Buch ... "ist am besten, wenn man denkt, das hätte man selbst schreiben können" (ist ein Zitat, weiß nicht woher).

Von daher ist es ein Kompliment, dieses "Das hätte mein Enkel malen können".

Wer möchte denn immer nur an Schweiß und Arbeit erinnert werden, Kunst will man doch nur genießen :liebe: