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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : bin einfach sehr traurig ...



muschu
17.01.2009, 02:19
bin neu hier ... habe schon einiges gelesen und ich glaube, dass man hier einen guten gedankenaustausch finden sowie geben kann. wäre sehr froh darüber ...
bin seit 16jahren mit meinem freund zusammen und wir haben eine gemeinsame tochter (10). wir sind zusammen gross geworden und haben viele hochs und tiefs zusammen durchlebt und immer wieder freude an neue aufgaben und herausforderungen gehabt. er hat mich immer seine "treibende kraft" genannt ... was auch stimmt. obwohl das heiraten immer wieder ein thema war, wollte ich zuletzt jedoch warten ... denn einige aspekte von ihm, gefielen mir überhaupt nicht. Er lebt seine überforderungen mit dem leben und umständen im privatem leben aus, durch aggressives verbales verhalten.
vor 2 1/2 jahren bin ich an den nebenwirkungen eines medikamentes stark erkrankt. das war ein echter schock! es hat mich regelrecht aus meinem leben geworfen: musste den abschluss an der uni abbrechen ... konnte nichts mehr tun ... konnte nicht mehr für ihn da sein. ich hätte seine hilfe echt gebraucht, doch er war so überfordert mit der situation, dass er angefangen hat einerseits sie zu verdrängen und andererseits beschuldigte er mich immer wieder, was ich ihm dadurch angetan habe usw.
um die notwendige kraft aufbringen zu können, um mein kind weiterhin in ihrem werdegang zu begleiten, habe ich mich immer mehr von ihm distanziert (da er gedrängt und gefordert hat ... was in meiner situation unmöglich war). er hat schon immer wieder ansätze von hilfe gezeigt, doch es war nicht das, was ich gebraucht habe ... und es war nur aus seiner optik. er schaffte es nicht einmal, sich mit meiner krankheit auseinander zu etzen ...
wir stritten uns immer mehr ... manchmal hatte ich das gefühl, er suchte irgendeinen vorwand, um zu streiten. oft wollte ich einfach gehen … von diesen streitereien fliehen ... doch ich war kräftemässig so reduziert, da ging gar nichts mehr … war der situation ziemlich ausgeliefert.
in diesem letzten halben jahr, hat er sich wie ein "schwein" zu hause benommen. hat immer rumgemekert, mich gedemütigt und beleidigt ... hat angefangen seltsame gespräche zu führen, über trennung (richtig vormuliert hat er es zwar nie ... war einfach sehr schwammig). doch seltsame reaktionen häuften sich ... ich war fest überzeugt, dass wir einer trennung entgegen gehen. Obwohl ich einerseits den alten freund suchte und noch hoffnung hatte, genauso habe ich angefangen mich zu informieren und zu organisieren ... denn ich bin nicht alleine, da ist noch ein kind. über weihnachten war ich zwei wochen mit meiner tochter und mutter in den ferien. neujahr haben wir dann zusammen verbracht. am ersten januar, habe ich am abend das gespräch gesucht ... und wollte klaren tisch. wir haben konkret über eine trennung gesprochen und ich habe meine anliegen, in beiden richtungen, formuliert. Er wollte die trennung und war mit meinen vorschlägen einverstanden ... und plötzlich sagte er: "das ist die frau die ich kenne, ich will nicht gehen". er war wie ausgewechselt, wie der alte, mit dem ich grossgeworden bin. wir haben noch einwenig über alles gesprochen und irgendwann habe ich ihm gesagt, dass ich mit niemanden über unser chaos gesprochen habe, doch ich wisse, dass er sich bei jemanden aushäult. er hat es verneint. zum ersten mal wusste ich, dass er mich anlügt. habe es auch gesagt, dass er mich nicht vom gegenteil überzeugen kann und es auch keine rolle spielt. ich dachte wahrhaftig, dass er einfach jemanden hat, mit dem er sich ausspricht und nicht mehr. Zunächst wollte ich alles sinken lassen … und das weitere gespräch verschieben. so bin ich an den computer gesessen und habe einwenig gesurft, bis mir aufgefallen ist, dass das e-mail konto offen ist. zuerst dachte ich, es sei meins ... doch oh schreck, es war seins und bin gleich auf ein sehr unangenehmes mail gestossen. er hatte mich betrogen! Ich habe gelesen „du bist eigentlich die frau, die ich schon immer gesucht habe“. habe es ihm gleich gesagt ... da ist er wie zusammen gebrochen. ist verzweifelt umher gelaufen und sagte immer wieder das gleiche: er habe einen riesigen mist gebaut, vorhin sei es ihm wie schuppen von den augen gefallen und wusste was er wolle, und hatte vor heute schluss zu machen usw. ... ich weiss nur eins, dieser zusätzlich schlag hat gesessen! Habe regelrecht gespürt, wie die so mühsam erarbeitete kraft, die ich aufgebaut hatte, verschwand … habe ihn aufgefordert zu gehen … immer wieder, doch er flehte mich an, ihm eine chance zu geben und dass er nicht gehen werde, denn er hat diese familie und er will keine andere (das ist etwas, das er während den letzten monaten immer wieder sagte). Rausschmeissen konnte ich ihn nicht, denn das haus gehört ihm. Ich hätte gehen sollen … und ich wollte auch … suchte verkrampft nach einer guten lösung … suchte nach kraft. Die zeit verging und er bettelte weiter. Noch nie habe ich ihn so gesehen …
bin geblieben. Wollte jedoch ruhe, um die gedanken zu ordnen, um zu realisieren, um zu verstehen. Am nächsten tag ging es gleich weiter. Wollte diesen satz verstehen und er erklärte mir, dass er dies in diesem moment wirklich so empfunden habe … er sei wie auf tripp gewesen … war so frustriert mit allem. Ich wollte gleich ein gespräch zu dritt. So hat er mir gebeichtet, dass er ihr immer gesagt habe, dass er bei ihr sein wolle und wenn er zu hause war, wollte er eigentlich zu hause bleiben. Er hat dann ihr angerufen und vor mir gesagt, dass er sich für mich entschieden habe und dass ich ein kurzes gespräch noch gerne gehabt hätte. Sie hat nur losgeschrien, dass er sie nur ausgenutzt habe und dann aufgehängt usw. usw. usw. einige gespräche folgten und zum schluss habe ich eingewilligt es nochmals zu versuchen, doch ihn gewarnt, dass es ein sehr steiler, mühsamer, schmerzhafter weg sei. Habe ihm klar gemacht, dass er für seine ausbrüche hilfe in anspruch nehmen soll, da ich keinen ausrutscher mehr dulde. das nächste mal gibt es eine anzeige … dass ich bereits bei einem anwalt war usw. und ihm erklärt, dass ich es getan habe, um meine tochter zu schützen, falls mir was zustösst usw. … er hat es verstanden und akzeptiert. Dann wollte er gleich alle mails löschen, doch ich wollte sie noch lesen … ich durfte es und dann wurden sie gelöscht.
Am abend schrieb er ihr noch eine mail – da er ihr vorgesetzte ist, hat er angst bekommen sie könne auf dem arbeitsplatz schwierigkeiten machen. Ihre antwort war, sie könne es verstehen und werde keine umstände machen (diese mails habe ich jedoch nicht gelesen).
Jetzt sitze ich vor einem scherbenhaufen. Er ist glücklich, will mich verwöhnen, will mich beim treffen für die betroffenen (wegen diesem medikament) begleiten. Will die zeit nachholen, ständig bei mir sein. Telefoniert mehrmals am tag und erzählt mir, was er gerade so macht … ob es mir gut gehe … ob er etwas tun könne usw. … er sagt es immer wieder.
Immer wieder kommen mir fragen auf, die ich ihm dann auch gleich stelle. Wie es mit der verhütung denn gewesen sei. Sie haben nur mit der pille verhütet. Da habe ich ihm klar gesagt, mit dem glück das ich habe, fehlt mir nur noch, dass ich mir noch eine weitere krankheit einhole. Ich will einen test. Das war ein herber schlag für ihn … nicht den test, sondern dass er so fahrlässig umgegangen ist.
Meine fragen sind viele … ich möchte seit tagen dieser frau telefonieren und direkt fragen wie sie dies so handhabt mit der verhütung, bzw. ob sie russisches roulett spielt und ob sie sich regelmässig testen lässt. Ist doch irgendwie ein recht, dass ich habe oder? …
Ehrlich … mir geht es überhaupt nicht gut … weiss nicht wo ich mit den gedanken ansetzen soll. Ich liebe ihn, das ist klar. Weiss aber auch, dass ich ohne ihn auch leben kann. Denn je nach perspektive die ich einnehme, kann ich mir beides vorstellen … es geht mir nicht gut …

Abendstille
17.01.2009, 06:13
Puuh, hört sich alles heftig an.

Mein Eindruck ist, dass Ihr beide Euch nichts schenkt,
einander viel zumutet, viel Forderungen aneinander stellt
und das, was vom anderen kommt, dann doch schnell entwertet wird,
weil es dann doch nicht hundertprozentig das ist, was man
wollte. Ihr verweigert Euch wechselseitig Verständnis füreinander,
vermute ich.

Auch die Rede vom "RussischRoulett" halte ich für eine
Überdramatisierung. Es war leichtsinnig, sicher, aber die Wahr-
scheinlichkeit ist wohl deutlich größer, dass es gut gegangen
ist. Er soll zum Test, okay. Aber lasse doch bitte die Frau in Ruhe.
So lustig wird für sie die Geschichte auch nicht sein.

Wie soll es weitergehen? Passt Ihr wirklich noch zusammen?
Vielleicht haltet Ihr nur noch aneinander fest, weil Ihr schon so
lange zusammen seid. Wie ist es für eine Zehnjährige - diese
Impulsivität und Aggressivität, so zumindest mein Eindruck, die
zwischen Euch beiden herrscht, dürfte an ihr nicht spurlos
vorübergehen.

Wenn man das alles liest, wünscht man Euch mehr Frieden
und Ruhe - im Umgang miteinander oder das Herbeiführen von
Ruhe, indem man getrennte Wege geht.

Chrissiebabe234
17.01.2009, 08:21
@abenstille: ganz genau formuliert. eine beziehung ist nicht primär eine bedürfnisbefriedigungsanstalt.
@te: und zudem empfehle ich dir, dich mal therapeutisch beraten zu lassen, denn mit dieser dramadramadrama-haltung, schädigst du dich auf dauer nur selbst, ganz zu schweigen von dem miserablen bild, was du deinen kindern über das zwischenmenschliche vermittelst.

Wildblume2008
17.01.2009, 09:04
@abenstille: ganz genau formuliert. eine beziehung ist nicht primär eine bedürfnisbefriedigungsanstalt.
@te: und zudem empfehle ich dir, dich mal therapeutisch beraten zu lassen, denn mit dieser dramadramadrama-haltung, schädigst du dich auf dauer nur selbst, ganz zu schweigen von dem miserablen bild, was du deinen kindern über das zwischenmenschliche vermittelst.


Ich sehe das auch so. Bitte hole dir und im Interesse deines Kindes psychologische Hilfe und holt euch beide Hilfe bei einem Paartherapeuten. Egal wie eure Beziehung weiter geht. Für eine ruhige Trennung kann dieser Paartherapeut gut helfen und vor allen Dingen denkt bitte beide an eure Tochter. Ihr werdet weiterhin Eltern bleiben!

Und ich bin immer wieder entsetzt, was ich hier bei BriCom lese und was Frauen sich jahrelang von ihren Männern, ob von denen mit Absicht oder durch psychische Störungen verursacht, schädigendes Verhalten gefallen lasssen:ooooh::knatsch::wie?:.

Wildblume

joleni
17.01.2009, 12:04
Chrissiebabe234 --------------------------------------------------------------------------------
eine beziehung ist nicht primär eine bedürfnisbefriedigungsanstalt.
@te: und zudem empfehle ich dir, dich mal therapeutisch beraten zu lassen, denn mit dieser dramadramadrama-haltung, schädigst du dich auf dauer nur selbst, ganz zu schweigen von dem miserablen bild, was du deinen kindern über das zwischenmenschliche vermittelst.

Das kann ich nicht nachvollziehen. Muschu war schwer erkrankt, wann, wenn nicht zu einem solchen Zeitpunkt kann man denn Hilfe von seinem Partner erwarten?

Wo siehst Du diese drama......-Haltung? Ich kann hier nichts lesen, dass in Richtung Drama aufgebauscht waere. wenn man mal davon absieht, dass ein Betrug fuer den Betrogenen zu dem Zeitpunkt imeist als Drama empfunden wird.

@muschu
Ihr habt beide Eure Beziehung zu lange in die falsche Richtung laufen lassen, ohne dass einer von Euch die Bremse gezogen haette.
Ihr koennt nicht jetzt einfach so weiter machen, auch wenn Dein Freund sich im Moment alle erdenkliche Muehe gibt.
Es ist wichtig herauszufinden, wo all seine Aggressionen hergekommen sind und er muss lernen, damit umzugehen.

Vielleicht solltet Ihr Euch wirklich Hilfe in Form ener Paartherapie holen, denn Ihr habt eine Menge aufzuarbeiten, nicht nur den Betrug.
Und dass es Dir schlecht geht ist nur zu verstaendlich. Es sind zuviele Dinge geschehen, die Dich verletzt haben - die hat man nicht innerhalb so kurzer Zeit abgehakt.

Alles Liebe, joleni

bifi
17.01.2009, 19:54
@muschu

dein thema hier ist wirklich schwere kost. auch nicht einfach für mich dazu stellung zu nehmen.

am wichtigsten finde ich die faktoren, dass du schon ganz lange mit seiner neigung zur impulsiven aggressivität lebst,und ihr zusammen groß geworden seid. vielleicht wäre es wirklich an der zeit, die trennung, zumindest die räumliche (!), zu vollziehen.
und dann mal zu schauen, wie die emotionale verbindung weiterhin verläuft.
such dir hilfe, unterstützung, das meine ich auch.

liebe grüße von :blume: bifi

muschu
18.01.2009, 05:19
vielen dank für eure antworten!

vielleicht ist ein "heftiger" eindruck rüber gekommen, was das umfeld für meine tochter betrifft. sicher hat sie es nicht einfach, es ist für ein kind nicht schön, sehen zu müssen wie die eigene mutter so schwer erkrankt ist. und zu realisieren, dass der vater keine grosse hilfe dabei war / ist. doch es gibt auch die kehrseite: es wird viel gelacht, viel unternommen und viel erklärt (dem alter entsprechend, so dass sie verstehen kann ...) sie liebt es, wenn wir beide unseren tee am abend am runden tisch trinken und unsere "sorgen" von der seele besprechen. ausserdem ist sie leistungssportlerin und wir begleiten sie mit sehr viel angagement durch ihren weg. klar, sie hat schon sehr früh bemerkt, dass der vater eher für das spielen, für etwas zu unternehmen usw. sehr gut ist. und ich die "moralische und ethische" säule bin. auch in der schule gehört sie zu den besseren und pflegt gute beziehungen. sie ist jemand, der schnell und klar sagen kann, was sie denkt, was sie meint und was ihr stört. es ist schon allen klar, dass ihr referenzpunkt ich bin ... und ihr macht es mehr sorgen, dass ich krank bin, als dass ihr vater so labil ist ...

dramatisierung ... ich glaube nicht, dass ich jemand bin der dramatisiert. bin eigentlich sehr pragmatisch und razional ausgerichtet. doch was ich vor 2 1/2 jahren erleben durfte (und immer noch tue) ist ungehäuerlich grausam. es ist brutal, wenn man aus dem leben gerissen wird ... träume, ausbildung, zukunftspläne, ziele und das schreckliche ist, die gesundheit ... von einem tag auf den anderen zerschmettern. es ist schrecklich, wenn der eigene vertraute arzt dir sagt: ja, schon einige haben es mit dem medikament in verbindung gebracht. doch es ist nicht nachgewiesen dass dieser wirkstoff so reagiert ... eigentlich weiss man nicht genau, wie dieser wirkstoff wirkt ... und einem so gehen lässt. alleine forschen muss ... und man muss erfahren, dass es zum wahnsinn treibt bis zum selbstmord (möchte wirklich nicht näher auf diese geschichte eingehen ... denn es zerreist mich ... wie ärzte, swissmedic und das farmahaus damit umgehen). habe gesucht und gesucht ... und bin fündig geworden: es gibt betroffene ... eltern die ihr kind dabei verloren haben und direkt betroffene ...
wie damit umgehen? einfach, man muss es annehmen, akzeptieren und den steinigen weg mit sehr viel geduld und ausdauer durchlaufen ... für meine tochter und für mich. daher ist es nicht sehr weit hergeholt, dass ich mir gedanken mache wegen einer möglichen ansteckung bei unverhütetem verkehr. es trifft nicht immer die anderen ... es kann auch uns, mich treffen ... habe es bereits schon erlebt ... und es fühlt sich ziemlich "beschissen" an!!! das ist russisches-roullett ... vor allem, weil ich nicht alleine bin, ich trage verantwortung für ein kind!!!

was mit bedürfnisbefriedigungsanspruch gemeint ist, habe ich nicht verstanden.

ich habe hilfe für mich in anspruch genommen, sogleich mir dies mit dem medi zugestossen ist und war für meinen freund schon mehrmals bei familienberatungen usw. um zu verstehen und zu wissen, was man dagegen machen kann. aggressives verhalten scheint ein sehr stabiles merkmal zu sein. es ist mir sehr bewusst, dass er diesen weg eigentlich gehen muss. und nun sind wir an einen punkt angekommen, dass wenn er was retten will, muss er sich behandeln lassen. wie bereits geschrieben, ist eine bedingung. und da bin ich mit ihm nicht ganz ehrlich gewesen: er meint, es sei eine bedingung, damit ein gemeinsamer weg möglich sei. nein, es ist im grunde für meine tochter ... damit ihre beziehung nicht eines tages mit diesem "kranken" verhalten belastet wird.

habe viel nachgedacht. mir ist bewusst, dass er ein sprung ins leere gemacht hat, als ich plötzlich diejenige war, die hilfe brauchte ... diejenige war, die nicht mehr alles im griff hatte. ja, es ist wahr, wir haben unsere beziehung ... nein, eigentlich sind es die verantwortungen die wir unrealistisch verteilt haben, so dass es sich auf die beziehung fatal ausgewirkt hat. er durfte sich weiterhin in seinen "problemen" baden, während ich für den rest gesorgt habe. und dies hat auch dazu geführt, dass er gar nicht weiss, wie man mir helfen kann / soll, da ich es ja auch nie zugelassen habe ... durch meine art, alles immer alleine erledigen / lösen zu wollen. ich bin diejenige, die heizung, umbau, aministratives usw. erledige ... er geht arbeiten (ist abteilungsleiter) und vergnügt sich für den rest mit der tochter oder weiterbildung.

und jetzt sitze ich vor diesem haufen scherben und frage mich, was tun? in welche richtung? ... er macht es sich sehr einfach, für mich. er sagt, dass er von einem alptraum erwacht ist und jetzt für mich da sein will ... und benimmt sich als wäre nichts geschehen. doch irgendwie muss es bei ihm auch sehr viel in bewegung gebracht haben, denn für eine behandlung war er bis jetzt auf brechen und biegen nicht zu überzeugen und dass er mich an das treffen begleiten will, hat mich ziemlich deplaziert. er sagt nicht viel, nur, dass er es wieder gut machen will ... dass er für mich, für uns da sein will. ... er ist ein ehrlicher mensch eigentlich ... doch meine angst liegt darin, dass ich ihm jetzt vertraue und dann lässt er mich fallen ... und meine kräfte sind ziemlich reduziert, um so ein ausgang ertragen zu können und mich neu zu organisieren. habe ihm diese angst mitgeteil. er fleht mich an, ihm zu vertrauen.

vertrauen ... ein riesiges wort. vertrauen sollte sicherheit und gewisshet geben. die habe ich aber nicht. ich möchte gerne ... aber die angst, das abwägen, lässt mich zweifeln ... und ich kehre wieder ins alte muster: erledige alles selber ...

wie auch immer ... weiss nicht viel ... viele gedanken ... viel trauer mit unterschiedlichem ursprung ... alles tut einfach nur weh ... und ich muss reagieren, agieren ... auf was genau denn? wie? ...

auf jeden fall, werde ich diese frau, die geliebte, kontaktieren ... und wenn ich ganz ehrlich bin, ist es weil sie: von meiner krankheit wusste und für weihnachten geschenke für meine tochter besorgt hat (mein freund hat es als seine ausgegeben ... doch ich bin nicht dumm!) und wegen der verhütung. es fühlt sich ziemlich beschissen an, dass andere so mit deinen gefühlen und deren meiner tochter so leichtsinnig spielen ... (meine tochter weiss es nicht wegen den geschenke) ... und dies verletzt mich am meisten: er hat zugelassen, dass ihr schatten bis direkt zu meiner tochter dringen!!! ...

@ joleni ... danke, dass du zwischen den zeilen gelesen hast. zarte berührungen tun in solchen momenten einfach gut ... muss weinen ... bin nicht gewohnt, dass jemand auf mich zukommt ...

Abendstille
18.01.2009, 07:48
Dass Dein Mann als Abteilungsleiter wahrscheinlich gutverdienend ist
und seiner Familie damit vermutlich einen guten Lebensstandard
und das Leben im eigenen Haus ermöglicht, wird gar nicht anerkannt von Dir.
Du erwähnst es nur im Sinne von: Er hält sich aus allen Problemen raus,
hat nur seinen Abteilungsleiter-Job. Aber meinst Du nicht, dass auch sein Job
mit Belastungen einhergeht?
Vielleicht ist es daher aus seiner Perspektive nicht falsch,
dass Du Dich dann eben allein um die familieninternen Sachen kümmerst?

Du scheinst auch schnell eine abwertende Position einzunehmen im Hinblick
auf den Charakter eines Menschen. Du wertest
den Deines Mannes ab, indem Du Dich, im Gegensatz zu
ihm, als moralische Säule beschreibst, Du wertest auch
sehr das Verhalten seiner Affäre ab.

Dass Dein Mann seine Affaire erst hatte, nachdem Du Dich von ihm
zurückgezogen hattest, scheint auch nicht so recht wahrgenommen
zu werden.

Offenbar hat Dein Mann ein massives Problem mit seinem Verhalten,
das von Impulsivität und Aggressivität geprägt ist. Daran sollte
er in der Tat arbeiten. Aber auch Du, finde ich, solltest an Deiner
Tendenz zu Entwertungen arbeiten.

Ich glaube nicht, dass eine Beziehung ohne wechselseitige
Wertschätzung gelingen kann.

muschu
18.01.2009, 15:23
@ abendstille

es ist schwierig - auch wenn meine posts eher lang sind - in einigen sätzen einen bestimmten überblick der situation zu übermitteln. daher finde ich es sehr schade, dass du gleich schlussfolgerungen ziehst ... mit unterschwelligen anschuldigungen ... anstelle zu fragen, vielleicht. egal, jeder soll kommunizieren wie er will ...

wie auch immer ... vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedruckt oder du schiesst einfach mal drauf los, ohne richtig meine posts durchgelesen zu haben ... denn ich weiss nicht wie man auf einer solchen ebene einen dialog führen soll ... du zwingst mich zu einer defensiven haltung, und dies mag ich nicht ...

egal, denn am schluss muss ja jeder alleine den weg durchgehen ... trotzdem danke für deine antwort ...

ps: ist menschlich, dass ich im moment nicht in den höchsten töne über meinen freund schreibe ... und ich die "schlechten" seite hervorhebe ... min nicht masochist und verbringe so viele jahren neben ein "tyrann" ...

momo51
18.01.2009, 15:31
".. er macht es sich sehr einfach, für mich. er sagt, dass er von einem alptraum erwacht ist und jetzt für mich da sein will ... und benimmt sich als wäre nichts geschehen."

Aus welchem Grund fällt es dir so schwer, die Gefühle deines Parnerts im Zusammenhang mit der Affäre anzunehmen? ".....dass er von einem alptraum erwacht ist...", kenne ich, genau das waren die Worte meines Partners.

Ihr habt noch einen langen und schweren Weg vor Euch. Ich würde an eurer Stelle eine Paartherapie in Anspruch zu nehmen denn eure Themen brauchen meines Erachtens professionelle Begleitung und Unterstützung.
Ein Gespräch mit der Geliebten? Welche Fragen willst du ihr stellen. Welches Ziel verfolgst du mit deiner Idee? Wozu soll das Gespräch helfen?

Ich wünsche dir Kraft

momo

Abendstille
18.01.2009, 15:39
Siehst Du: Du schreibst, Du verbringst schon viele Jahre
neben einem Tyrannen. Ich glaube Dir ohne Weiteres, dass
Du das mit Recht so empfindest.

Nur: Warum tust Du Dir das an?

Eine "normale" Reaktion wäre doch, auf den Putz zu hauen
oder, wenn sich auch dann nichts ändert, die Konsequenzen
zu ziehen und zu gehen. Auch wenn man ein Kind hat, kann
man sich trennen.

Darum vermute ich, dass Du einen bestimmten Nutzen daraus
ziehst, all die Jahre schon mit einem solchen "Tyrannen" zusammenzubleiben.

Er wird Dir wohl einerseits einen gewissen materiellen
Komfort bieten. Weiterhin hast Du vielleicht die Überlegung,
dass Dir diese Partnerschaft sicher ist, weil es so schnell keine
andere Frau geben wird, die einen solchen Tyrannen längere
Zeit aushält (was Dein Mann, wie ich vermute, auch selbst weiß).

Es ist auch ziemlich nachvollziehbar, dass man sein Gegenüber,
wenn es sich immer wieder aggressiv und unzumutbar verhält,
abwertet. Aber: Bleibt man bei einem Partner, den man eigentlich
nicht mehr wertschätzen kann?

Ich vermute daher, dass Du Dir aus dieser Konstellation einen
gewissen psychologischen Nutzen ziehst, indem Du Dich selbst
- in Abgrenzung zu diesem Tyrannen - als hochwertigeren Charakter
betrachten kannst.

Meine Beiträge übergehst Du oder weist sie pauschal von Dir
mit dem Hinweis, man habe ja gar nicht die Möglichkeit, alles
richtig zu verstehen und tue Dir, wie es Dir ja offenbar immer
geschieht, Unrecht.

muschu
19.01.2009, 06:08
@ abendstille
mein satz: " bin nicht masochist und verbringe so viele jahren neben ein "tyrann" ... " ist ironisch gemeint. ich sehe ihn überhaupt nicht als ein tyrann. die lieste der eigenschaften, die ich so sehr an ihn mag, schätze und ihn für mich einzigmalig machen, ist sehr lang. doch er hat eben diese seite - immer wieder um sich zu schlagen - welche mit der zeit sehr belastend ist. und im grunde genommen ein wahres problem ist.

du schreibst:
Dass Dein Mann als Abteilungsleiter wahrscheinlich gutverdienend istund seiner Familie damit vermutlich einen guten Lebensstandard
und das Leben im eigenen Haus ermöglicht, wird gar nicht anerkannt von Dir. Du erwähnst es nur im Sinne von: Er hält sich aus allen Problemen raus, hat nur seinen Abteilungsleiter-Job. Aber meinst Du nicht, dass auch sein Job mit Belastungen einhergeht? Vielleicht ist es daher aus seiner Perspektive nicht falsch, dass Du Dich dann eben allein um die familieninternen Sachen kümmerst?

wenn wir heute dort stehen wo wir stehen, dann ist es, weil wir uns gegenseitig unterstützt haben. wir sind einen gemeinsamen weg gegangen, als wir noch zwei junge grüne erbsen waren. habe ihn in seiner laufbahn sehr unterstützt und konkret geholfen. es wird sehr wohl anerkannt und genau das hat er schamlos ausgenutzt: immer wieder jammerte er, dass er zeit für sich brauchte und ich habe ihm dies gegeben - ging einmal die woche zu meinen eltern mit der tochter übernachten. mit der zeit, wurde dies jedoch der abend mit der geliebten ...
er ist jemand, der seine welt immer mitteilen muss, was ich auch sehr schätze. doch es war manchmal sehr anstrengend, denn jeden abend erzählte er mir von seiner arbeit ... es interessierte ihm, was ich denke, wie ich entschieden hätte usw. doch für meine welt, meinen aufgaben, gab es nie platz ... das war immer zu viel. es ist nicht einfach nebenbei einen haushalt, kind, ausbildung, administratives und organisatorisches alleine durchzupauken. in der nacht aufstehen, um mich für kind oder klausuren unw. vorzubereiten. dies ist heute ein zentrales anliegen von mir, dass wir beide seiten berücksichtigen müssen und dass ich das recht habe zu sagen, heute ist es mir zuviel. ausserdem gibt es entscheide, die gemeinsam besrpchochen werden sollten ... z.b. was unsere tochter angeht. er wollte von schwierigkeiten nichts hören ...

das zuhause, hat er auch dank mir. habe bis zu der erkrankung gearbeitet, studiert und kind grossgezogen ... mit meinem verdienst wurden die schulden abbezahlt. und ich bin es satt, immer rücksicht auf andere zu nehmen ... jetzt ist der moment gekommen, da stehe ich an erster stelle, und nur ich und meine tochter! - vielleicht daher dieser eindruck, dass ich es nicht anerkenne.

du schreibst:
Du scheinst auch schnell eine abwertende Position einzunehmen im Hinblick
auf den Charakter eines Menschen. Du wertest
den Deines Mannes ab, indem Du Dich, im Gegensatz zu
ihm, als moralische Säule beschreibst, Du wertest auch
sehr das Verhalten seiner Affäre ab.

Dass Dein Mann seine Affaire erst hatte, nachdem Du Dich von ihm
zurückgezogen hattest, scheint auch nicht so recht wahrgenommen
zu werden.

freudesprünge gehen wohl nicht ... und im moment, ja, habe nicht gerade die beste meinung von ihm. ich habe mich nicht als moralapostel bezeichnet, doch wenn ich immer den referenzpunkt bin - auch für ihn - ... in bezug auf seine familie, freunde, unsere familie, für das kind - dann wurde mir dieser posten auch aufgedrängt. mir wäre es anders wohler gewesen ...

die frage ist doch auch, warum habe ich mich zurückgezogen. war es ein agieren oder eine reaktion? der rückzug kam, weil ich einen heftigen schicksalschlag erlitten habe und der wurde nicht wahrgenommen ... hätte weiter "funktionieren" sollen. ich bin nur ein mensch mit grenzen! meine ressourcen genügten nicht mehr ... was ich wahrnehme ist, dass ich alleine gelassen worden bin, mit diesem "farmaskandal", mit meiner krankheit. er war total überfordert und am schluss suchte er trost bei einer anderen frau ... das nehme ich war.

habe viel über betrügen / geliebte überlegt ... es ist mir schon bewusst, dass wir gerade in einer lebensphase waren, der für beide sehr anstrengend war. er freute sich, dass ich am abschliessen war und endlich finanziell auch mithelfen konnte die familie zu unterstützen. es ist mir bewusst, dass er ein sprung ins leere machte ... dass er nicht wusste was vorne und hinten war. doch wie ist er diese aufgabe des lebens angegangen? ... ist nicht gerade vielversprechend ...

du schreibst:
Offenbar hat Dein Mann ein massives Problem mit seinem Verhalten,
das von Impulsivität und Aggressivität geprägt ist. Daran sollte
er in der Tat arbeiten. Aber auch Du, finde ich, solltest an Deiner
Tendenz zu Entwertungen arbeiten.

wie bereits mehrmals erwähnt, ist dies eine bedingung und er hat sie akzeptiert - dass er hilfe in anspruch nehme soll. was mich betrifft, sehe ich das problem, dass ich endlich meinen raum einnehme. dass ich mich nicht weiterhin für alle aufopfern kann. raum einnehme als mensch mit wünsche, bedürfnisse und schwächen. dass auch ich mich fallen lassen darf (gut, das schicksal hat mich gezwungen ...) ... einfach nicht mehr ein "gespenst" der im hintergrund immer alles gradbiegt ... das ist mein teil der schuld ... dass ich zu vieles zugelassen habe ... hat auch mit selbstwertgefühl zu tun, wenn alles andere und andere immer wichtiger sind ...

du schreibst
Nur: Warum tust Du Dir das an?

Eine "normale" Reaktion wäre doch, auf den Putz zu hauen
oder, wenn sich auch dann nichts ändert, die Konsequenzen
zu ziehen und zu gehen. Auch wenn man ein Kind hat, kann
man sich trennen.
das wäre vielleicht eine normale reaktion. doch glaube mir, weiss selber nicht mehr was oben und unten ist. dieser schlag mit dem medikament ... wie ich alleine gegen mauern ankämpfen muss ... den genesungsprozess ... wie meine eltern darunter leiden ... hat mich ziemlich zerrissen und ich stehe da und kann mich nicht mehr einschätzen. und zugleich weiss ich auch, dass er genauso opfer wurde von dieser situation - wie auch immer seine reaktion darauf war. ich wollte gehen ... er hat mich aufgehalten ... es wurde geredet ... und irgendwie ist der moment gekommen indem wir entweder alleine unseren weg gehen oder der wahrheit ins gesicht schauen - beide! und welchen weg wir auch immer gehen, er bleibt der vater meiner tochter. es ist mir wichtig, dass er nicht weiterhin schlupflöcher findet, um sein problem nicht angehen zu müssen. ich möchte so gerne, dass er sich von seinem "gefängnis" befreit und endlich das ausleben kann, was er im grunde genommen ist: ein sehr schöner mensch! ich glaube auch, dass dieser schlag ... dieses an die wand prallen irgendwie nötig war, um uns wachzurütteln ... um eine eingefahrene situation lösen zu können ... wie auch immer unsere zukunft aussehen mag. von nichts kommt nichts ...

du schreibst
Er wird Dir wohl einerseits einen gewissen materiellen
Komfort bieten. Weiterhin hast Du vielleicht die Überlegung,
dass Dir diese Partnerschaft sicher ist, weil es so schnell keine
andere Frau geben wird, die einen solchen Tyrannen längere
Zeit aushält (was Dein Mann, wie ich vermute, auch selbst weiß).

es kommt immer darauf an, was genau als konfort bezeichnet wird. er hat sich oft genervt, dass ich mir nichts schönes kaufe, dass ich mich mit wenig zufrieden gebe usw. doch für mich ist kapital, bzw. konfort nicht nur materielles. das materielle brauche ich nur, um grundbedürfnisse zu decken ... der rest, das wohlbefinden, zusammen lachen, träumen, kämpfen, weinen, leben, leidenschaften, arbeiten usw. ist für mich der wahre komfort, ein wahres kapital!!! das kann kein konto, haus wettmachen. wenn du dies alles nicht hast, springst von praxis zu praxis, besuchst kurse und kurse, suchst und suchst ...
habe sehr oft gesagt, dass wir auch mit weniger geld auskommen ... dafür wäre er nicht so gestresst und hätte mehr zeit auch um seine leidenschaften ausleben zu können. ich stamme aus einer ausländer arbeiterfamilie, und habe dort mehr wohlstand erlebt als jetzt. mir macht das wohnen in einem zimmer keine angst ... ich mache mir selber angst, weil ich mich nicht mehr einschätzen kann ... weil ich noch nicht über dem berg bin ... wo soll eine kranke frau mit kind nur hin? ... bevorzuge vorübergehend eine interne trennung, wie eine wg, bis alles sinkt ... bis ich perspektive sehe, welche es auch immer sein werden. der andere weg geht eigentlich gar nicht.

du schreibst:
Meine Beiträge übergehst Du oder weist sie pauschal von Dir
mit dem Hinweis, man habe ja gar nicht die Möglichkeit, alles
richtig zu verstehen und tue Dir, wie es Dir ja offenbar immer
geschieht, Unrecht.

mir ist es vorgekommen, als müsste ich das eine oder andere wiederholen. und ausserdem hatte ich keine lust, mich mit "anschuldigungen" umzuschlagen ...
nein, habe nicht das gefühl, dass mir immer unrecht getan wird. aber in diesen punkten schon: mir wurde mein leben geraubt und mein freund hat mich betrogen. das empfinde ich als ungerecht. weiss auch, dass dies mich nicht sehr weiterbringt, tut aber weh ...

schwan10
19.01.2009, 08:56
liebe Muschu,

lass dich nicht irre machen. Ich finde deinen Weg klar zu formulieren, was du möchtest und wie du dir einen Ausweg aus der Situation vorstellen kannst sehr reflektiert und respektvoll.

Ich denke, du brauchst dir weder ein schlechtes Gewissen machen lassen noch deine Bedürfnisse längerfristig zurückzustellen. Ich glaube, du hast die innere Stärke um herauszufinden, ob es eher die vertraute Gewohnheit ist, die euch zusammenhält oder die Angst vor dem Schnitt.

l

muschu
19.01.2009, 09:05
".. er macht es sich sehr einfach, für mich. er sagt, dass er von einem alptraum erwacht ist und jetzt für mich da sein will ... und benimmt sich als wäre nichts geschehen."

Aus welchem Grund fällt es dir so schwer, die Gefühle deines Parnerts im Zusammenhang mit der Affäre anzunehmen? ".....dass er von einem alptraum erwacht ist...", kenne ich, genau das waren die Worte meines Partners.

Ihr habt noch einen langen und schweren Weg vor Euch. Ich würde an eurer Stelle eine Paartherapie in Anspruch zu nehmen denn eure Themen brauchen meines Erachtens professionelle Begleitung und Unterstützung.
Ein Gespräch mit der Geliebten? Welche Fragen willst du ihr stellen. Welches Ziel verfolgst du mit deiner Idee? Wozu soll das Gespräch helfen?

Ich wünsche dir Kraft

momo

wenn ich auf das halbe jahr zurück schaue, dann muss ich wahrhaftig erkennen, dass es ihm ziemlich schlecht ergangen ist. und wenn ich das gespräch suchte, um diesen umstand zu klären kam nur: habe keine kraft für diese beziehung, du musst selber schauen und zurecht kommen. ... das waren harte worte! das sind abweisungen über abweisungen, durchgehend. und plötzlich von einem moment auf den anderen, als ich ihm gesagt habe, ich sei also noch zu jung und wolle ein erfülltes leben führen, mit oder ohne ihn ... (noch bevor ich vom betrug erfuhr ... an diesem abend) ... wechselte er komplett. alles, haltung, worte, färbung ... einfach alles. wie kann das sein? ... wie kann man einige minuten vorher so distanziert, abgeklärt über eine trennung diskutieren und plötzlich ist alles falsch! plötzlich ist zuneigung, kraft ... alles da. bin echt erschrocken, als die affäre raus kam, wie er reagiert hat. zwischen totaler verzweiflung und erleichterung ...
verstehe immer besser, v.a. weil mir immer mehr aussagen während diesen 6monaten in den sinn kommen, die eigentlich schon verletzend waren, jedoch auch ausdruck von jemanden sind, der aufgegeben hat ... nicht nur die beziehung, sondern v.a. sich selbst.
... habe den mail-kontakt zwischen den beiden gelesen und das war ziemlich oberflächlich - für sie weiss ich nicht, aber für wie ich mein freund kenne schon. games (dabei spielt er nur hin und da wieder ganz alte spiele) und tv (seit wann schaut er tv?). irgendwie hat er ein riesiger sprung ins leere gemacht und den boden voll verloren. und für mich macht er es sich zu einfach, weil er sich nicht hinterfragt (zumindest hat er bis jetzt noch nichts gesagt), was alles schiefgelaufen ist ... welche fehler wurden begangen ... was muss sich ändern, damit ein solcher sprung sich nicht wieder ergiebt? ...

ja, der weg wird lang und harzig sein ... doch alleine mag ich ihn nicht gehen ... und für ihn scheint alles so klar zu sein. für ihn scheint es zweiffellos zu sein, dass ich seine frau bin ... und konkret werden soll ... :knatsch: ... irgendwie geht mir das alles zu schnell ... und wenn ich das sage, lacht er und meint, 16jahren gedanken genügen nicht? ... mmmh, eins nach dem andern ...

heute habe ich einen termin ... gehe alleine zunächst ... mal sehen ...

Erstgeliehen
19.01.2009, 09:15
nein, habe nicht das gefühl, dass mir immer unrecht getan wird. aber in diesen punkten schon: mir wurde mein leben geraubt und mein freund hat mich betrogen. das empfinde ich als ungerecht. weiss auch, dass dies mich nicht sehr weiterbringt, tut aber weh ...

Naja, irgendwie sorry ist es doch ein grundsätzliches Problem, wenn man selbst nicht richtig weiß was man will und sich an vermeintlich stärkere hängt und dann denen noch die Schuld gibt. Bist Du in Therapie?

muschu
19.01.2009, 09:19
liebe Muschu,

lass dich nicht irre machen. Ich finde deinen Weg klar zu formulieren, was du möchtest und wie du dir einen Ausweg aus der Situation vorstellen kannst sehr reflektiert und respektvoll.

Ich denke, du brauchst dir weder ein schlechtes Gewissen machen lassen noch deine Bedürfnisse längerfristig zurückzustellen. Ich glaube, du hast die innere Stärke um herauszufinden, ob es eher die vertraute Gewohnheit ist, die euch zusammenhält oder die Angst vor dem Schnitt.

l

vielen dank, schwan!

ja, ich nehme mir die zeit ...

es ist genau dies: ich weiss, dass ich die innere stärke habe ... wäre einfach mal gerne schwach gewesen, würde mir gerne mal diesen "luxus" leisten können, mich einfach fallen zu lassen ... und jemand fängt mich auf. ich liebe diesen mann sehr und habe von seinen "problemen" immer gewusst und in kauf genommen ... doch der preis hat sich als sehr hoch erwiesen ... da stellt sich die frage schon, ist er der richtige? schafft er es, seinen "sauhund" zu besiegen?
ich weiss eigentlich nur eins: entweder arbeitetet er ans sich (so wie ich an mich) oder wir gehen eigene wege. es muss sich einfach vieles ändern, so oder so ... ich nehme mir und gebe ihm die nötige zeit ... bleibt mir wohl nichts anderes übrig, bin einfach sehr ungeduldig ... möchte, dass es vorbei ist ... der schmerz und die trauer ... möchte einfach wieder leben ... dieses recht nehme ich mir!

muschu
19.01.2009, 09:38
Naja, irgendwie sorry ist es doch ein grundsätzliches Problem, wenn man selbst nicht richtig weiß was man will und sich an vermeintlich stärkere hängt und dann denen noch die Schuld gibt. Bist Du in Therapie?

habe überhaupt nicht verstanden was du meinst.
was genau erachtest du als problem? ich weiss schon was ich will, doch manchmal hängt es auch mit reaktionen / handlungen / einsichten usw. anderer menschen zusammen. wenn ich ein haus bauen will, doch der maurer trinkt nur bier und sitzt auf den ziegelsteinen, werde ich wohl diesen traum an den nagel hängen müssen! oder einen anderen maurer anstellen.

ich weiss nicht an wem ich mich hätte hängen sollen. meinem freund? du hast seltsame vorstellungen von beziehungen ... irgendwie kommt mir das wie ein schematisches denken vor ... der nicht über den rand geht ... vielleicht irre ich mich ...

kessie23
19.01.2009, 19:43
Genau, DAS habe ich mir auch schon gedacht!!! nett formuliert: "seltsame Ansichten von Beziehungen"

Liebe muschu,

lass dich nicht verunsichern. Geh deinen Weg in deinem Tempo weiter und hinterfrage alles, was dir nicht klar erscheint.

Ich bin mir sicher, du bist auf einem guten Weg und wenn dein Freund bereit ist mit zu ziehen, dann seid IHR auf einem guten Weg!

Alles Liebe
Kessie

muschu
20.01.2009, 09:16
@ kessie23

vielen dank, liebe kessie, für deine antwort!

habe mich entschieden, ich werde ihm eine chance geben. eine wahre chance für uns beiden. er sagt, dass er extrem glücklich sei, mich am morgen zu sehen ... wie ich mich bewege, den tag vorbereite, wie ich mit unserer tochter umgehe usw. und am abend mit frieden einschlafen darf, mit dem wissen, dass ich noch da sei ... und er habe keine angst ... sondern er wolle mit mir seinen fehler, unsere fehler angehen. was mich sehr erstaunt hat, waren folgende worte: "ich freue mich ... ich freue mich sehr auf unser gemeinsames leben ... wir haben noch vieles vor".

ich will ihm vertrauen ... ich gebe genau dies als voraussetzung, was er mit dieser affäre zerstört hat: vertrauen ... . seltsam, irgendwie ist die voraussetzung für dieses gefühl, das gefühl dieser entität selbst.

auf der anderen seite, habe ich das gegenstück dieses gefühles, das "misstrauen", kennen lernen dürfen. bis jetzt, habe ich immer sehr schnell distanz genommen, wenn sich schon nur der hauch von misstrauen in mir einbahnte (mit der umwelt). und jetzt, wenn ich den gemeinsamen weg gehen will, muss ich mich damit auseinandersetzten. es fühlt sich nicht gut an ... gibt den gedanken einen zerstörerischen raum ... und lockt zu kontrollhandlungen. mag ich nicht, fühlt sich überhaupt nicht sauber an. führt auch zu einer inneren distanz. doch diese distanz lasse ich zu ... ist wie ein kontrollierendes auge über das was geschieht ... und gibt zugleich das gefühl von mich schützen vor möglichen weiteren enttäuschungen ... irgendwie eine schutzreaktion für meine seele.

frage mich schon, wie viel zeit ein solcher verarbeitungsprozess braucht? ... sicher wird immer ein stechen in der brust bleiben ... ein bitterer nachgeschmack ... aber irgendwann wird es irgendwie anders weh tun ... und das vertrauen wird wieder da sein ...

Erstgeliehen
20.01.2009, 09:35
habe keine kraft für diese beziehung, du musst selber schauen und zurecht kommen. ... das waren harte worte! das sind abweisungen über abweisungen, durchgehend.

Das ist in der Tat sehr hart und sehr abweisend!

und plötzlich von einem moment auf den anderen, als ich ihm gesagt habe, ich sei also noch zu jung und wolle ein erfülltes leben führen, mit oder ohne ihn ... (noch bevor ich vom betrug erfuhr ... an diesem abend) ... wechselte er komplett. alles, haltung, worte, färbung ... einfach alles. wie kann das sein? ...

Aha! Na, na toll. Das fühlt man sich ja regelrecht geschmeichelt! Nein, im Ernst. Hattest Du schon mal den Eindruck, dass der Mann an Deiner Seite 2 Gesichter hat oder 2 Persönlichkeiten?

zwischen totaler verzweiflung und erleichterung ...



... habe den mail-kontakt zwischen den beiden gelesen und das war ziemlich oberflächlich - für sie weiss ich nicht, aber für wie ich mein freund kenne schon. games (dabei spielt er nur hin und da wieder ganz alte spiele) und tv (seit wann schaut er tv?).

Bist Du seine Mutter? Welche Rolle hast Du in dieser Beziehung und ist er wirklich ein erwachsener Partner für Dich?

irgendwie hat er ein riesiger sprung ins leere gemacht

? Welche Leere soll das sein?


ja, der weg wird lang und harzig sein ... doch alleine mag ich ihn nicht gehen ... und für ihn scheint alles so klar zu sein. für ihn scheint es zweiffellos zu sein, dass ich seine frau bin ... und konkret werden soll ... :knatsch: ... irgendwie geht mir das alles zu schnell ... und wenn ich das sage, lacht er und meint, 16jahren gedanken genügen nicht? ... mmmh, eins nach dem andern ...

He, absolut gelungener Moment dafür an eine ernsthafte Verbindung - Heiraten, wenn er es überhaupt benannt hat, zu denken? Nee, hat viel Feingefühl. Sollte wohl eine Wiedergutmachungsauszeichnung für Dich sein? Darauf kann man sicherlich eine Ehe aufbauen und auf all die ungeklärten und nicht besprechbaren Punkte.

heute habe ich einen termin ... gehe alleine zunächst ... mal sehen ...

Warum gehst Du da allein hin, wenn er ernsthaft interessiert ist an Euch beiden? Seltsam!? Und hat er Dir überhaupt schon ernsthafte Antworten gegeben oder nur die nette Augenwischerei, dass man eventuell ja doch vielleicht sowas wie heiraten könnte.




Ganz ehrlich, wenn er nicht mitarbeitet und ernsthaft Fragen beantwortet und sich erwachsener zeigt, verantwortungsbewusster, ehrlicher greifbarer als Persönlichkeit, wäre es nicht der Mann, den ich mir länger antun würde.

muschu
20.01.2009, 10:50
@ erstgeliehen

vielen dank für deine antwort ... anregungen um das eine oder das andere zu überdenken, hinterfragen tut sehr gut!!!

du schreibst:
Aha! Na, na toll. Das fühlt man sich ja regelrecht geschmeichelt! Nein, im Ernst. Hattest Du schon mal den Eindruck, dass der Mann an Deiner Seite 2 Gesichter hat oder 2 Persönlichkeiten?

geschmeichelt? ... das ist genau einen punkt, den ich auch nicht ganz verstehe. habe ihn mehrmals darauf angesprochen und er erklärt es, dass es ihm plötzlich klar war ... wusste, dass er diese familie nicht verlieren wolle. dass er plötzlich seine "muschu" wieder gesehen und gespürt hat (die krankheit verändert einen menschen sehr ...).
wenn er seine "ausbrüche" hat, dann kommt er in eine dimension, welche nicht zu durchbrechen ist ... es ist wie ein geschlossener zirkel und ist sehr "zerstörerisch". wenn es vorbei ist, kann man wieder normal mit ihm reden. doch dieser punkt, weiss und mitlerweile will er auch, angehen ...

du schreibst:
Bist Du seine Mutter? Welche Rolle hast Du in dieser Beziehung und ist er wirklich ein erwachsener Partner für Dich?
bin nicht seine mutter. doch diese frage ist sehr gut! welche rolle habe (hatte) ich? ...
es sind viele gefühle da ... doch eben, er muss bei sich ausmisten, denn jemand der vor verantwortungen, schwierigkeiten flüchtet will ich nicht mehr in meinem leben haben. wie es scheint, ist er sehr gewillt ... doch eben, mal sehen ob er es auch umsetzen kann. denn das würde bedeuten, dass beide rollen neu definiert werden müssen ... beide müssen ausmisten.

du schreibst:
? Welche Leere soll das sein?
im sinne, dass er den boden unter den füssen verloren hat. genau wegen den oben erwähnten themen. er nannte mich all die jahre hinweg, "seine treibende kraft" ... er hat sich immer in der sicherheit gewogen, dass ich da bin und ihn auffange ... plötzlich ist er alleine mit allem und es war ihm zu viel. er hat eigentlich die chance verpasst, erwachsen zu werden ... und verantwortung zu übernehmen.

du schreibst:
He, absolut gelungener Moment dafür an eine ernsthafte Verbindung - Heiraten, wenn er es überhaupt benannt hat, zu denken? Nee, hat viel Feingefühl. Sollte wohl eine Wiedergutmachungsauszeichnung für Dich sein? Darauf kann man sicherlich eine Ehe aufbauen und auf all die ungeklärten und nicht besprechbaren Punkte.
hehe ... er fragt schon seit 16jahren immer wieder, ob wir doch nicht heiraten sollen. das ist sein wunsch ... für mich muss - und musste ... - eben dieser punkt der aggression, zuerst angegangen werden. eine gutmachung ist das überhaupt nicht. es ist eher ein zeichen, dass er aufräumen will. habe viel über diesen wunsch von ihm nachgedacht ... ich glaube, dass ich um einiges beigetragen habe, ihn nicht erwachsen lassen zu werden.

du schreibst:
Warum gehst Du da allein hin, wenn er ernsthaft interessiert ist an Euch beiden? Seltsam!? Und hat er Dir überhaupt schon ernsthafte Antworten gegeben oder nur die nette Augenwischerei, dass man eventuell ja doch vielleicht sowas wie heiraten könnte.
ich bin zunächst alleine hingegangen, weil ich dort schon seit einiger zeit in behandlung bin wegen diesem schicksalschlag mit dem medi und wollte besprechen, ob es sinnvoll sei ... oder ob es besser sei mit jemand anderem dieses problem anzugehen.
oh ja, er gibt klare und ernsthafte antworten ... er weiss genau, dass ich schmeicheleien überhaupt nicht mag. und er weiss auch, dass ich einen riesigen unterschied mache zwischen worte und handlungen. sagen kann man noch vieles ... doch es sind unsere handlungen, unsere reaktionen und aktionen, welche uns beschreiben ... und einblick geben, wer wir in wirklichkeit sind ...

und genau deshalb habe ich mich entschieden ihm (uns) eine chance zu geben ...

Erstgeliehen
20.01.2009, 11:24
und gespürt hat (die krankheit verändert einen menschen sehr ...).
wenn er seine "ausbrüche" hat, dann kommt er in eine dimension, welche nicht zu durchbrechen ist ... es ist wie ein geschlossener zirkel und ist sehr "zerstörerisch". wenn es vorbei ist, kann man wieder normal mit ihm reden. doch dieser punkt, weiss und mitlerweile will er auch, angehen ...

im sinne, dass er den boden unter den füssen verloren hat. genau wegen den oben erwähnten themen. er nannte mich all die jahre hinweg, "seine treibende kraft" ... er hat sich immer in der sicherheit gewogen, dass ich da bin und ihn auffange ... plötzlich ist er alleine mit allem und es war ihm zu viel. er hat eigentlich die chance verpasst, erwachsen zu werden ... und verantwortung zu übernehmen.


Das was Du schon über ihn geschrieben hat, hat mich hellhörig werden lassen. Da sind meines Erachtens zwei Persönlichkeitsanteile stark vertreten und zwar der kindlich liebe und der dominant väterlich wütende und wo ist der erwachsene Partner für Dich?

Hat er Dir selbst gesagt, dass er ohne Dich nicht klar kommt im Leben? Wo ist denn seine Eigenverantwortung? Das was er möchte, eigene Ziele, seine Persönlichkeit? Ich kenne viele Paare, die sich sehr lieben und sich viel bedeuten, aber sie bestehen in der Regel aus recht selbständigen Persönlichkeiten, die auch so ihren Weg gehen würden, nur gemeinsam ist es schöner. Diese Art des Hilferufs würde mich eher abschrecken.

Bin gespannt was daraus wird. Kannst ja mal berichten. Nebenbei bemerkt, würde ich mir intensiv Gedanken machen, wenn die Therapie bei ihm nicht anschlägt und er selbige nicht angeht. Es ist nämlich nicht alles therapierbar.

Ich glaube in so eine Konstellation passt immer gut ein Partner, der für alles Verständnis hat und alles entschuldigt und immer und immer wieder einen gemeinsamen Weg sucht. Ich persönlich würde mich so nicht wohlfühlen und die klare Absage bis bestimmte Probleme bereinigt sind an eine Eheschließung und dass in dem Bezug nicht gehandelt wurde von ihm, spricht Bände. Ebenso sein Versagen als Du krank wurdest. Klar, Du achtest auf die Handlungen, aber Du bist zu milde, denke ich, zu verständnisvoll.

Nur mal angenommen, dass er gar nichts wirklich ändert oder ändern kann und ihr heiratet in einer guten Phase oder warum auch immer. Was wäre denn, wenn es zur Scheidung kommt? Ich glaube er würde wütend reagieren, Aufschrei, dass er Dich braucht, aber verstehen und normal Reden wäre eher nicht. Wirkliche erwachsene Verantwortungsübernahme, weiß nicht, ob die zu erwarten wäre.

joleni
20.01.2009, 12:01
...wenn ich das gespräch suchte, um diesen umstand zu klären kam nur: habe keine kraft für diese beziehung, du musst selber schauen und zurecht kommen. ... das waren harte worte! das sind abweisungen über abweisungen, durchgehend. und plötzlich von einem moment auf den anderen, als ich ihm gesagt habe, ich sei also noch zu jung und wolle ein erfülltes leben führen, mit oder ohne ihn ... (noch bevor ich vom betrug erfuhr ... an diesem abend) ... wechselte er komplett. alles, haltung, worte, färbung ... einfach alles. wie kann das sein? ... wie kann man einige minuten vorher so distanziert, abgeklärt über eine trennung diskutieren und plötzlich ist alles falsch! plötzlich ist zuneigung, kraft ... alles da. .

In dem Moment ist ein solch totaler Umschwung schwer zu verstehen. Aber schau mal auf Eure ganze Beziehung.
Du sagst, er habe sich immer auf Dich verlassen, Du seist seinetreibende Kraft gewesen, er habe sich immer darauf verlassen koennen, dass Du ihn auffaengst.
Dann wurdest Du schwach, brauchtest durch Deine Krankheit, dass er Dich auffaengt und nun er der "Fels in der Brandung" ist.

Da stand er sicher erstmal ziemlich hilflos davor, war haltlos, wollte sich vielleicht auch nicht mit der beaengstigenden Thematik auseinandersetzen (meine Interpretation, vielleicht sehe ich das auch falsch) - und schliesslich hat er sich in eine Affaire gefluechtet. So ein Parallelleben kann auch eine Flucht vor dem problembeladenen realen Leben sein.

Bei dem Trennungsgespraech sagst Du irgendwann obigen Satz, der ihm zeigt, dass Du gewillt bist, Dir DEIN Leben wiederzuholen - mit oder ohne ihn. Das ist ein verdammt starker Satz !
Und ploetzlich sieht er seine starke Frau wieder, die er solange vermisst hat. Und er ist gerade dabei, sie zu verlieren. Kann schon sein, dass es da "klick" bei ihm gemacht hat.
Anscheinend wird oft erst im Augenblick des Verlustes realisiert, was man verliert.
Worueber ihr beide nachdenken solltet ist, ob er mit Eurer Beziehung nur klarkommt, wenn Du die Starke bist. Kan er es ertragen, wenn Du aufgefangen werden willst? Kann er damit klar kommen, Verantwortung zu uebernehmen ohne zu fluechten?
Ist das ein Thema bei Euch?

Alles Liebe, joleni

kessie23
20.01.2009, 22:32
@ Joleni: Ein wunderbares Posting!!!!

Ich glaube ja auch, dass Muschu und Herr Muschu auf dem richtigen Weg sind. Deiner Interpretation seines Verhaltens ist nichts mehr hinzuzufügen. So ähnlich habe ich es auch gesehen.

Liebe Muschu,

geh DEINEN eingeschlagenen Weg weiter - aber versuche, deinen Freund genau an deiner SEITE zu halten, bzw ER sollte versuchen, an deiner Seite zu gehen. Bisher glaube ich, ist er nur hinter dir hergegangen. Jetzt muss er dir beweisen, dass er gerne neben dir und mit dir gehen möchte!!!

Ich wünsche dir und euch alles erdenklich Gute!!!

LG, Kessie

muschu
21.01.2009, 17:04
@ Erstgeliehen

du hast geschrieben:
Das was Du schon über ihn geschrieben hat, hat mich hellhörig werden lassen. Da sind meines Erachtens zwei Persönlichkeitsanteile stark vertreten und zwar der kindlich liebe und der dominant väterlich wütende und wo ist der erwachsene Partner für Dich?
ja, könnte durchaus entsprechen ... auch wenn ich beim kindlich liebe auch den kumpel sehe und beim dominant väterlich wütende sehe ich auch den tobenden mann, welcher mit "gewalt" sein wille durchbringen will. anfangs habe ich sicher dieses verhalten unterstützt mit meinen reaktionen ... doch mit der zeit ihn alleine gelassen, bzw. mich aus der situation entzogen.
den erwachsenen partner war er für die familie schon, bzw. es war immer verlass auf ihn, wenn es um tochter, einkauf usw. ging. doch "krankheiten" oder "probleme" ... dort kam der tobende mann zum vorschein. ... ja den erwachsenen partner für mich, habe ich durchaus vermisst. nun scheint es so, als wolle er an meiner seite sein ... ich habe ihm diese chance gegeben im wissen, dass er es vielleicht nicht schafft ... und genau dieser punkt macht mir angst ... lässt mich zögern ...

du schreibst:
Hat er Dir selbst gesagt, dass er ohne Dich nicht klar kommt im Leben? Wo ist denn seine Eigenverantwortung? Das was er möchte, eigene Ziele, seine Persönlichkeit? Ich kenne viele Paare, die sich sehr lieben und sich viel bedeuten, aber sie bestehen in der Regel aus recht selbständigen Persönlichkeiten, die auch so ihren Weg gehen würden, nur gemeinsam ist es schöner. Diese Art des Hilferufs würde mich eher abschrecken.
er hat eigenverantwortung, doch er hat nicht die verantwortung als vater und als partner angenommen ... irgendwie hat er angst, den anforderungen nicht gerecht zu werden und vielleicht auch vor konsequenzen, falls etwas falsch laufen sollte. ja, er hat eigene ziele (v.a. berufliche) und ist ein sportler. sicher sind wir zwei starke und selbstständige persönlichkeiten ... wenn er ein raum betritt, so dominiert sein "seelischer zustand" den raum ... oft hat er gesagt, dass ihm dies belastet, weil er manchmal auch nur da sein will (nicht zu hause ... ich tanze nicht hinter den "launen" anderer her). und ich bin die zurückgezogene, jedoch auch sehr gesellige ... und bin eine sehr gute zuhörerin. sein hilferuf kommt mir oft so vor, als suche er seinen platz auf dieser erde ... daher diese "schwammige" stellung gegenüber verantwortungen. jetzt will er es angehen, mal sehen ...

du schreibst:
Ich glaube in so eine Konstellation passt immer gut ein Partner, der für alles Verständnis hat und alles entschuldigt und immer und immer wieder einen gemeinsamen Weg sucht. Ich persönlich würde mich so nicht wohlfühlen und die klare Absage bis bestimmte Probleme bereinigt sind an eine Eheschließung und dass in dem Bezug nicht gehandelt wurde von ihm, spricht Bände. Ebenso sein Versagen als Du krank wurdest. Klar, Du achtest auf die Handlungen, aber Du bist zu milde, denke ich, zu verständnisvoll.
... ja, spricht bände ... und trotzdem glaube ich weiterhin, dass er es schaffen könnte. denn auch ich habe beigetragen, dass er immer wieder schlupflöcher gefunden hat. diese erfahrung mit dem medi hat mich gelehrt, dass das leben zu kurz ist ... dass ein teil von mir schon lange genug gewartet hat ... dass ich egoistischer werden muss ... und er weiss, dass ich jetzt alles oder nichts will. wenn er es schafft gut ... ansonsten gute freunde ... mit allen tränen die dazugehören ... klingt vielleicht hart oder gefühlslos, ist es aber nicht. es ist nur, dass vielleicht für das erste mal in meinem leben, stehe ich an erster stelle ...

du schreibst:
Nur mal angenommen, dass er gar nichts wirklich ändert oder ändern kann und ihr heiratet in einer guten Phase oder warum auch immer. Was wäre denn, wenn es zur Scheidung kommt? Ich glaube er würde wütend reagieren, Aufschrei, dass er Dich braucht, aber verstehen und normal Reden wäre eher nicht. Wirkliche erwachsene Verantwortungsübernahme, weiß nicht, ob die zu erwarten wäre.
... so schnell heirate ich nicht. gute phasen hatten wir viele, doch verantwortung tragen hat nichts mit guten oder schlechten phasen zu tun ... sie sind nur in den schlechten deutlicher zu erkennen. bis jetzt hat er mich überrascht (hat sich die medienberichte über mein medis gelesen ... und wird mich an das opfer-treffen begleiten) ... doch um 16jahre wett zu machen braucht es mehr ... ich verlange schon beständigkeit und konstanz ... in allen phasen. ob ich es erleben werde, weiss nicht ... habe keine erwartungen, schaue mal eins nach dem anderen ... und vielleicht wird mir das zu blöd mit der zeit ... bin ziemlich ungeduldig, will einfach alles!

innerlich bereite ich mich im selben atemzug auch auf ein getrenntes leben ... spiele mit den gedanken und sie machen mir keine angst. nur dass ich noch nicht total auf den beinen bin ... das macht mir angst ... einen rückfall ... das macht echt angst!

muschu
21.01.2009, 17:34
@ joleni & kessie ...

die thematik meiner krankheit ist beängstigend, v.a. sehr traurig, hart und man ist machtlos. auch die medien haben davon berichtet (über diese nebenwirkungen ... )
ich verstehe das ganze sehr gut und kann es auch bis zu einem gewissen punkt nachvollziehen. doch er hatte mit ihr über unsere trennung gesprochen ... über eine gemeinsame zukunft mit ihr ... er hat es zugelassen, dass ihr schatten bis zu meiner tochter kommt: die weihnachtsgeschenke hat sie gekauft (für ihn). zu weihnachten waren wir in den ferien, er hat seiner tochter nicht angerufen ... habe aber die mail gelesen, das er gerne bei ihr wäre ... kann ein mensch sich so derartig verlieren? hat er nicht vielleicht "ein bequemeres" leben ohne sorgen und auseinandersetzung gesucht? und diese seine worte die ich gelesen habe "... du bist die frau, die ich schon immer gesucht habe", tun verdammt sehr weh! und kann ein mensch solche tiefe worte aussprechen und sie dann nicht mehr nachempfinden?
ich bin einerseits gewillt, einen gemeisamen weg zu gehen ... mit klaren veränderungen der rollen und er muss mitziehen ... doch zugleich, habe ich sehr grosse angst, dass er es nicht schafft ... da ich auch ungeduldig geworden bin ... es sind 2 1/2 jahren vergangen ... das ist eine enorme zeitspanne ... weiss nicht ob ich diese geduld aufbringen werde. er meint, dass ihm nichts mehr angst macht ... dass er stark werden will und für mich da sein. er scheint es zu wollen ... und ich frage mich langsam, ob er der richtige für mich ist ... gerade wegen der thematik "fremdgehen". was denkt man dabei? was für eine flucht ist denn das? was für werte hat man, gegenüber den partner der gemeinsamen zeit, wenn man ihn hintergeht und über monate einfach so anlügen kann? ... wie soll ich nun mit diesem sich nicht gut anfühlenem gefühl des misstrauens umgehen? ...

ich kann es nicht verstehen, weil es ja nicht nur um sex ging ... es ging nicht darum, dass jemand ihn tröstete ... er wollte ein neues leben ohne mich ... darauf sagt er nur, er sei wie auf trans gewesen.

muss die gedanken wieder neu sortieren ... eine chance bekommt er, aber ich muss irgendwie das ganze auch auf eine reihe kriegen ...

kessie23
21.01.2009, 18:36
Liebe muschu,

bezüglich deiner Krankheit habe ich keine Ahnung (kannst mir ja ne PN schreiben, wenn du magst); aber ich denke das ist in diesem Bereich, den du hier darstellst auch nicht notwendig.

Hier geht es darum, ob dein Freund FÄHIG ist, sein Verhalten zu verändern, seine Angst zu überwinden. WILLIG scheint er ja zu sein, ob er aber in der Lage ist, alles bis zur letzten Konsequenz zu verwirklichen, wird die Zeit zeigen. Im übrigen: ich fände es bewundernswert, wenn er bereit wäre, auch mit therapeutischer Hilfe an sich zu arbeiten ... das nur so am Rande.

Und im weiteren geht es darum, ob es dir gelingen wird, zunächst seinen Fehltritt zu verstehen und vielleicht, nach einer längeren Zeit, auch zu verzeihen. Nur wenn das alles gelingt, habt ihr eine gute Zukunft vor euch.

Ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst, wie ein Alleinleben gestemmt werde könnte und dass du weisst, du könntest es schaffen. Jetzt ist er an der Reihe, dich von seiner Ernsthaftigkeit seines Willens zur Veränderung zu überzeugen. Dazu kann gehören, dass er, wenn er merkt, dass es schwieriger als vermutet wird, dich um Hilfe oder Hilfestellung bitten kann. Getreu dem Motto: stehe einmal mehr auf, als dass du fällst.

Alles Liebe und Gute für euch und für dich!!!

LG, Kessie

Erstgeliehen
22.01.2009, 08:10
@ Erstgeliehen

du hast geschrieben:
Das was Du schon über ihn geschrieben hat, hat mich hellhörig werden lassen. Da sind meines Erachtens zwei Persönlichkeitsanteile stark vertreten und zwar der kindlich liebe und der dominant väterlich wütende und wo ist der erwachsene Partner für Dich?
ja, könnte durchaus entsprechen ... auch wenn ich beim kindlich liebe auch den kumpel sehe und beim dominant väterlich wütende sehe ich auch den tobenden mann, welcher mit "gewalt" sein wille durchbringen will. anfangs habe ich sicher dieses verhalten unterstützt mit meinen reaktionen ... doch mit der zeit ihn alleine gelassen, bzw. mich aus der situation entzogen.
den erwachsenen partner war er für die familie schon, bzw. es war immer verlass auf ihn, wenn es um tochter, einkauf usw. ging. doch "krankheiten" oder "probleme" ... dort kam der tobende mann zum vorschein. ... ja den erwachsenen partner für mich, habe ich durchaus vermisst. nun scheint es so, als wolle er an meiner seite sein ... ich habe ihm diese chance gegeben im wissen, dass er es vielleicht nicht schafft ... und genau dieser punkt macht mir angst ... lässt mich zögern ...

Weiß er denn, was Du von ihm erwartest? Klar wäre ja schon mal Bearbeitung seiner Wut am dringensten. Nur es ist ja auch schon wieder fast übergriffig, wenn Du ihm das alles fast vorschreibst oder vorbetest und er nur nachplappern muss. Es muss doch ihm selbst letztendlich auffallen und er muss was ändern wollen von allein.
Und so offen würde ich ein Gespräch beginnen und ihn deutlich nichts sagen, nur intensiv hinterfragen, was er genau ändern will und da dran bleiben.

muschu
22.01.2009, 08:48
@ Erstgeliehen

nein, da lasse ich ihn alleine mit diesem problem. ich bin nicht seine theraputin, mutter oder sonst was, ich bin seine freundin. kann nur äussern, dass ich solche verhaltensweisen nicht mehr toleriere, bin jedoch bereit ihn in seiner auseinandersetzung zu begleiten, es muss aber von ihm aus kommen.

habe vor weihnachten dieses problem mal mit dem richtigen namen benannt - vertig mit weissen handschuhen - und es als "psychische häusliche gewalt" bezeichnet. er hat jede farbe des regenbogens ausgestrahlt. zunächst darauf gepocht, dass er kein problem hat ... und da habe ich ihm gesagt: "soll ich den spiegel holen, damit du es sehen kannst?". zunächst keine antwort, dann schreie und ich habe den raum verlassen. irgendwie habe ich sehr viel an toleranz verloren für ihn ... rational kann ich seinen frust, seine ohnmacht, seine hilferufe verstehen und auch nachvollziehen ... doch dieser weg, diese art und weise dem ausdruck zu geben, führt nicht nur zu nichts, sondern ist zerstörerisch! mag nicht mehr, jedes wort, jedes schreien durch 100 rechnen ... nein vertig! wenn er 1000 sagt, so ist es tausend und nicht 10.
er hat tagespäter dieses problem anerkannt ... zugegeben. ich will jedoch, dass er konkrete schritte unternimmt. habe ihm 4monate zeit gegeben. denn alles muss bei ihm sinken, reifen ... und er hat einen anstrengenden job und kann nicht einfach so fehlen oder sonst was. doch in dieser zeitspanne muss was konkretes passieren ...

irgend etwas hat mich dazu gebracht, dass wenn ich will, dass er dieses problem angeht, ich mich zunächst verändern muss ... dies nicht mehr annehmen darf. klar wird es rückfälle geben ... doch es gillt zu differenzieren ...

er sagt mir manchmal, dass ich sehr hart sein kann. mag sein ... doch er muss mit dem leben frieden schliessen! wir alle haben unsere schlachten mit dem leben ... und da liegt es an uns: toben wir weiter und schleppen alles mögliche mit uns (jeglichen frust) oder lösen wir uns davon ... einfach loslassen. denn ändern können wir die vergangenheit nicht, nur daraus lernen ... es ist so spürbar, dass wenn er tobt, jegliche verletzungen und balast ausdruck bekommt. er soll und darf toben, wenn ihm etwas nicht passt, aber begrenzt auf den betreffenden umstand, damit eine konkrete auseinandersetzung möglich ist. da muss er alleine durch ... es ist seine geschichte ... ich kann ihn nur begleiten und mit fragen das eine oder andere besser zu hinterfragen, aber mehr nicht.

es tut mir leid ... ich weiss, dass ich kantig sein kann, v.a. wenn ich die "schnauze" voll habe ... doch bis dahin, glaube mir, braucht es extrem viel :freches grinsen: ...

Erstgeliehen
22.01.2009, 09:04
er sagt mir manchmal, dass ich sehr hart sein kann. mag sein ... doch er muss mit dem leben frieden schliessen!


es tut mir leid ... ich weiss, dass ich kantig sein kann, v.a. wenn ich die "schnauze" voll habe ... doch bis dahin, glaube mir, braucht es extrem viel :freches grinsen: ...

Ehrlich gesagt, bin ich nicht bereit einen Vorwurf dieser Art ernst zu nehmen. Er sucht doch nur wieder einen Grund, dass er sich so wütend verhält. Fällst Du da nicht schon wieder rein? Er muss sein Wut bearbeiten und zwar dringend. Sicher ist man das als Partner konsequent und es kann auch sein, dass so ein Mensch einen verliert. Das wäre nur zu normal. Andere hätten da sicher nicht so lange gefackelt. Wie viele sehr lange Beziehungen hatte er denn vor Dir?

muschu
22.01.2009, 09:04
hallo zusammen ...
danke, dass ihr mich bei dieser auseinandersetzung "begleitet" ...

bemerke gerade, dass diese beziehung, einige schwere themen zu bearbeiten hat, wenn wir ihr eine zukunft geben wollen ...
- den betrug
- sein aggressives verbales verhalten und
- meine krankheit

buoah ... dies bedeutet eigentlich nur eins: augen auf und durch ... sonst schaffen wir das nicht ...

muschu
22.01.2009, 09:35
@ Erstgeliehen
ich empfinde es nicht als vorwurf ... und ich habe in der tat eine sehr kantige seite, bzw. bleibe meinen prinzipien sehr treu und lasse mich nicht biegen ... suche sicher den kompromiss ... hinterfrage mich ständig, doch wenn er nicht zu finden ist, schliesse ich ab. (bin südländerin und habe einige schlachten hinter mir mit der familie, wegen tradizion usw. und mit einem strang den engen kontakt komplett abgebrochen, da ich mich nicht einfach aufgrund von vorstellungen, beleidigen lasse ... familie hin oder her (nicht mit meinen eltern, mit den verwandten meines vaters ... es war nicht schön mit sehen zu müssen, wie mein vater gelitten hat ... aber irgendwann ist einfach schluss ... und auch er trägt seine schuld, wenn es so weit gekommen ist usw. usw. usw. ... ).

sicher muss ich das eine oder andere bei mir sehr hinterfragen, wo ich reinfalle ... wie ich es unterstütze ... um gerade diese schleifen zu durchbrechen. es ist nicht einfach ... daher bin ich überzeugt, dass wir es ohne äussere hilfe nicht auf die reihe kriegen ... alles ist sehr verwoben. mir bleibt nichts anderes übrig im moment - glaube ich - als die stange zu halten (im rahmen meiner möglichkeiten) und sehen, ob er seinen "sauhund" angehen will ...

das glaube ich auch, dass andere da nicht so lange gefackelt hätten. doch ein mensch kann man nicht nur auf seine schlechten seiten reduzieren. er ist ansonsten ein sehr guter und lieber mensch ... er hat viele farben und leidenschaften ... und mit ihm kann man pferdestehlen. ich liebe ihn immer noch, wie am ersten tag ... doch durch die erfahrung und wenn sich dieser punkt der aggression nicht ändert, bin ich bereit ihn zu verlassen ... bin bereit, die schönen seiten aufzugeben, denn der preis ist zu hoch geworden ...

er hatte keine längere beziehung vor mir. wir sind einwenig mehr als mitte dreissig heute und seit 16jahren zusammen. da haben beide keine grosse erfahrungen sammeln können ...

muschu
23.01.2009, 08:17
bin einfach sehr traurig ... und versuche dem ganzen macht zu nehmen, versuche dem tiefen schmerz und enttäuschung entgegen zu halten. bin einfach so etwas von müde und erschöpft innerlich ... der elende traurige kampf mit der krankheit und jetzt noch das mit dem betrug ... atme tief ein und weiss, dass ich da durch muss ... und frage mich, was habe ich verbrochen ... was muss ich lernen ... warum nur das alles? möchte diesen mantel der turbulenten gefühlen und gedanken ausziehen ... verbrennen und endlich wieder mein leben spüren ... endlich wieder meine leidenschaften durch die poore fliessen lassen ... aufblühen ... einfach frieden ... ganz viel frieden ... und menschen um mich haben, die mich atmen lassen ... und nicht den letzten hauch an kraft noch aufsaugen ...

betrug ... ein leides thema, ein richtig unschönes thema. ein bitterer nachgeschmack wird bleiben ... nicht weil ich nicht verzeihen kann, sondern weil ich klare gedanken und meinungen über betrügen habe. und es beisst sich nicht, kann verzeihen und trotzdem den akt als "erbärmlich" bezeichnen. es ist immer ein doppel-betrug ... der freund und die geliebte ... denn die alleinige tatsache, dass es im geheimen passiert, verborgen, versteckt wird ... ist aussage, für beide, dass es falsch ist ... dass damit einem dritten sehr weh getan wird. etwas gutes wird mitgeteilt, nicht verschwiegen.
ich mag einfach nicht, die schwächen ... den egoismus ... die feigheit ... die unaufrichtigkeit anderer austragen! ... wie kann man nur mit den gefühlen anderer so rücksichtslos spielen? ... wie geht das? mir verdreht es den magen! und ich weiss es, weil ich die schwelle kenne ... kenne die schwelle, ob man sich für ja oder nein entscheidet ...

joleni
23.01.2009, 10:10
Hallo muschu,

bemerke gerade, dass diese beziehung, einige schwere themen zu bearbeiten hat, wenn wir ihr eine zukunft geben wollen ...
- den betrug
- sein aggressives verbales verhalten und
- meine krankheit

Jedes dieser Probleme fuer sich ist schon nicht einfach zu loesen. In Eurem Fall finde ich, Ihr solltet Euch Hilfe von aussen holen, die Eure Gespraeche begleitet. Denn allein schon sein aggressives verbales Verhalten macht es doch schon schwer, sich ueberhaupt miteinander auseinanderzusetzen.

Habe zwar selber noch nie eine Therapie gemacht, aber lese des oefteren, dass es von Pro familia oder auch von den Kirchen Angebote fuer Paartherapien gibt. Vielleicht wollt Ihr Euch mal erkundigen?


ich mag einfach nicht, die schwächen ... den egoismus ... die feigheit ... die unaufrichtigkeit anderer austragen! ... wie kann man nur mit den gefühlen anderer so rücksichtslos spielen? ... wie geht das? mir verdreht es den magen! und ich weiss es, weil ich die schwelle kenne ... kenne die schwelle, ob man sich für ja oder nein entscheidet ...
Ich kenne diese Schwelle auch und war zutiefst enttaeuscht, dass mein Mann sie ueberschritten hat. Ich musste mich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass mein Mann schwaecher, feiger und ruecksichtsloser ist als ich gedacht hatte. Er war nicht der Mensch, fuer den ich ihn gehalten hatte.
Kannst Du mit diesem neuen Bild, dass Du von Deinem Mann hast leben? Kannst Du ihn so, wie er ist lieben?

Es sind viele Fragen und Probleme, mit denen Du Dich im Moment auseinandersetzen musst. Kopf hoch, ich habe den Eindruck, Du machst Deinen Weg.

Liebe Gruesse, joleni

Erstgeliehen
23.01.2009, 11:12
Zumindest kann jetzt nicht mehr viel passieren, was nicht schon passiert ist und vielleicht kannst Du, wenns Dir schlecht geht noch ein paar Therapiestunden zusätzlich nehmen damit Du klarkommst. Vielleicht wäre auch zu entscheiden, ob Dir nicht Abstand gut tun würde. Könntest Du nicht z.B. eine Kur oder Mutter-Kind-Kur beantragen? Die Indikation dafür hättest Du doch allemal.

muschu
24.01.2009, 06:51
@ joleni

für die ausbrüche wird externe hilfe nötig sein ...
seit ich es mit worte benannt habe und seit sein betrug aufgeflogen ist, reflektiert er sein verhalten sehr und ist bis jetzt noch nicht ausgerastet. gespräche haben wir eigentlich schon immer gut führen können ... wir unterhalten uns manchmal bis spät in die nacht und ist eigentlich ein sehr ehrlicher mensch. er antwortet mir seither jede frage, mag sie noch so unangenehm sein ... für ihn wie für mich. dieser ganze balast, ist auch ihm unter die haut ... denn er verlangt nun, dass auch ich über mich erzähle (normaler weise wurde entweder über gott und die welt geredet oder über ihn).

du schreibst:
Ich kenne diese Schwelle auch und war zutiefst enttaeuscht, dass mein Mann sie ueberschritten hat. Ich musste mich mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass mein Mann schwaecher, feiger und ruecksichtsloser ist als ich gedacht hatte. Er war nicht der Mensch, fuer den ich ihn gehalten hatte.
Kannst Du mit diesem neuen Bild, dass Du von Deinem Mann hast leben? Kannst Du ihn so, wie er ist lieben?

das hast du sehr schön beschrieben. genau auf den punkt gebracht, genau um das geht es nämlich! habe schon immer durch die begriffe, worte, konzepte ... meine schwierigkeiten im leben bearbetet ... danke! hilft enorm, vieles auf einen nenner zu reduzieren ...

hast du es geschafft? ...

muschu
24.01.2009, 06:58
Zumindest kann jetzt nicht mehr viel passieren, was nicht schon passiert ist und vielleicht kannst Du, wenns Dir schlecht geht noch ein paar Therapiestunden zusätzlich nehmen damit Du klarkommst. Vielleicht wäre auch zu entscheiden, ob Dir nicht Abstand gut tun würde. Könntest Du nicht z.B. eine Kur oder Mutter-Kind-Kur beantragen? Die Indikation dafür hättest Du doch allemal.

war erst gerade zwei wochen bei meiner familie ... doch leider wusste ich von dem betrug noch nichts ... erholt habe ich mich jedoch trotzdem.

im moment räume und sortiere ich alles auf zuhause. es hilft mir sehr, jegliche sachen zu trennen und geordnet in kisten zu sortieren. einerseits, weil sich in 16jahren einiges ansammelt - und vieles muss jetzt einfach weg - und andererseits weil der gedanke, einen eigenen weg einzuschlagen, in allen überlegungen mitschwingt. es hilft mir sehr, zu wissen ... dort ist die türe ... und dort die kisten.

joleni
24.01.2009, 15:20
hast du es geschafft? ...

Ich glaube ja.

muschu
27.01.2009, 07:40
@ liebe joleni,
... dieses "ich glaube ja", gibt mir viel zu denken ... irgendwie, bleibt dieser schatten, diese verletzung ...

... wie schnell etwas zerstört werden kann ... und wie schwer und lange es geht, bis es wieder aufgebaut ist ...

vielleicht mache ich es mir zu einfach: aber ich trage keine schuld, dass er mich betrogen hat. schwierigkeiten in der beziehung sind das eine ... und für diese stehe ich gerade und trage und verarbeite meinen beitrag dazu. aber betrügen ist was ganz anderes. dieser schritt, diese enttscheidung hat nichts mit mir zu tun.

was ich nicht verstehe ist, wie kann man geliebte werden? wie geht das? wie kann man solche umstände akzeptieren? wie kann man sich das antun? mir verdreht es den magen, wenn ich daran denke ...? wie wird die realität verdreht, damit es mit dem gewissen zu vereinbaren ist? ... wie viele stufen müssen ignoriert werden? schon nur zu wissen, dass genau dieser mann ... dieser und nicht ein anderer ... lügt, hintergeht ... und trotzdem wird ihm alles geglaubt, komplizin wird ... und akzeptiert die zweite geige zu sein ...

klar, ähnliches könnte man von der betrogenen freundin sagen, welche ihn wieder aufnimmt. doch es gibt einen unterschied: die freundin hat im betrügen nicht teilgenommen, nicht belogen und nicht verletzt ... im gegenteil, sie trägt die wahren konsequenzen im stillen ... alleine ... ist es unmoralisch? es gibt immer sehr viele faktoren, welche berücksichtigt und gewogen werden müssen ... ich weiss nun, dass er zwar schon belastbar ist, doch er eben eher den kopf in den sand steckt und alle koordinaten verliert, wenn es hart auf hart wird. ob mich das beruhigt? ... nein. aber ich sehe, wie er sich mit dieser schwäche auseinandersetzt, hinterfragt ...

... ja, ich sehe ihn anders als früher ... viel anders ... und dies gibt auch mir die möglichkeit, mich anders zu verhalten. klarer und konsequenter zu sein ... zumindest im moment ...

Erstgeliehen
27.01.2009, 07:51
vielleicht mache ich es mir zu einfach: aber ich trage keine schuld, dass er mich betrogen hat.

was ich nicht verstehe ist, wie kann man geliebte werden? wie geht das? wie kann man solche umstände akzeptieren? wie kann man sich das antun? mir verdreht es den magen, wenn ich daran denke ...? wie wird die realität verdreht, damit es mit dem gewissen zu vereinbaren ist? ... wie viele stufen müssen ignoriert werden? schon nur zu wissen, dass genau dieser mann ... dieser und nicht ein anderer ... lügt, hintergeht ... und trotzdem wird ihm alles geglaubt, komplizin wird ... und akzeptiert die zweite geige zu sein ...

klar, ähnliches könnte man von der betrogenen freundin sagen, welche ihn wieder aufnimmt. doch es gibt einen unterschied: die freundin hat im betrügen nicht teilgenommen, nicht belogen und nicht verletzt ... im gegenteil, sie trägt die wahren konsequenzen im stillen ... alleine ... ist es unmoralisch?

Solltest Du Dich nicht viel zielführender fragen, warum Dein Partner Dir das angetan hat oder viel mehr ihn?

Abgesehen von den Wertungssysteme: Schuld/Nichtschuld, Moral/Unmoral gibts noch sowas wie Liebe. Gut, in dem Fall bei Dir weiß ich nicht, obs das überhaupt war oder eher der Spieltrieb, was es jetzt nicht unbedingt besser macht, weil es auch gleich wieder Fragen dazu aufwirft, wie er als Partner zu Dir steht. Ich habe mich einmal dazu entschieden Geliebte zu werden, weil ich selbst in einer Beziehung mit hoher Verantwortung steckte und nichts mehr zum Auftanken hatte und zum anderen, weil es sich so ergab, obwohl ich das so nicht mehr unbedingt wollte.
Auch Du hältst ja schon lange in einer Beziehung aus ohne, dass es einen Trauschein, eine echte Entscheidung 100% füreinander gibt, weil es da ein Manko gibt und das wurde bis jetzt nicht bearbeitet. Der Unterschied ist nicht so groß. Manche Geliebte ist schneller Partnerin, wenns passt und beide das wollen und viel Liebe da ist, das Wohlfühlen.

Was meint denn Dein Therapeut oder was erarbeitest Du denn da in der Therapie in Bezug auf Deine Beziehung? Gibt es da Fortschritte ?

Prijon
27.01.2009, 08:13
was ich nicht verstehe ist, wie kann man geliebte werden? wie geht das? wie kann man solche umstände akzeptieren? wie kann man sich das antun?

@ muschu,

Du solltest darüber nachdenken, ob diese Frage jetzt wirklich wichtig ist für Dich.

Prijon

muschu
27.01.2009, 09:32
Solltest Du Dich nicht viel zielführender fragen, warum Dein Partner Dir das angetan hat oder viel mehr ihn?

Abgesehen von den Wertungssysteme: Schuld/Nichtschuld, Moral/Unmoral gibts noch sowas wie Liebe. Gut, in dem Fall bei Dir weiß ich nicht, obs das überhaupt war oder eher der Spieltrieb, was es jetzt nicht unbedingt besser macht, weil es auch gleich wieder Fragen dazu aufwirft, wie er als Partner zu Dir steht. Ich habe mich einmal dazu entschieden Geliebte zu werden, weil ich selbst in einer Beziehung mit hoher Verantwortung steckte und nichts mehr zum Auftanken hatte und zum anderen, weil es sich so ergab, obwohl ich das so nicht mehr unbedingt wollte.
Auch Du hältst ja schon lange in einer Beziehung aus ohne, dass es einen Trauschein, eine echte Entscheidung 100% füreinander gibt, weil es da ein Manko gibt und das wurde bis jetzt nicht bearbeitet. Der Unterschied ist nicht so groß. Manche Geliebte ist schneller Partnerin, wenns passt und beide das wollen und viel Liebe da ist, das Wohlfühlen.

Was meint denn Dein Therapeut oder was erarbeitest Du denn da in der Therapie in Bezug auf Deine Beziehung? Gibt es da Fortschritte ?

hoi,
ja, ich habe ihn gefragt, mehrmals. er nimmt seine perspektive ein, bzw., er spricht von seiner situation. er spricht von einem alptraum, von sich verloren zu haben ... und dass ihm mein damaliger zustand - welcher er bis zuletzt nicht als krankheit hat wahrhaben wollen - ihn vertig gemacht hat. er beschreibt, dass er geflüchtet ist ... alles ging schnell ... sich niergends mehr wohl fühlte ... schlechtes gewissen usw. usw. aber deine präzise frage - welche auch meine ist - warum hast du MIR das angetan ... wurde noch nicht beantwortet.

er liebt mich sehr. er braucht es nicht zu sagen ... man spürt es. wie er mich ansieht, wenn ich meine ungebändigte mähne versuche in ordnung zu bringen ... wie er mich beim vorbei gehen berührt ... wie er mir seine welt mitteilt und obschon wir uns immer gesagt haben, wer weiss wie unsere zukunft aussehen mag, also nicht die ewige liebe ersprochen haben, sieht er mich neben ihm. ich bin aus natur anders: ich lebe die ewige liebe in der begrenzten zeit aus, bzw. so lange sie dauert, soll sie diesen geschmack haben.

in der therapie ... geht es um meinen fall, um diese erkrankung ... das gute ist, dass ich tatsächlich das schlimmste hinter mir habe ... werde mit einigen rückfällen rechnen müssen, doch das wissen alleine macht es ertragbarer und mitlerweile habe auch erfahrungen gesammelt ... wie umgehen damit.
für uns haben wir noch keinen termin abgemacht ... weil ich glaube, dass es besser ist einen für beiden neutralen therapeuten zu haben. und zunächst möchte ich sehen, wie weit schaffen wir es, ohne hilfe ... wie weit kann er gehen ... im moment überrascht er mich sehr ... doch eben, sind nur drei wochen vergangen ... und er zeigt sich kooperativ, will da sein ...

das mit dem wertsystem ... verstehe es nicht falsch. ich bin ein sehr bequemer mensch in erster linie ... und nur der gedanke, was zu vertuschen, geheimalten ... buoa, das macht das leben so kompliziert und schwer. habe geheimtuereien noch nie gemocht ... ich mag es einfach nicht, wenn es nicht klar ist. es geht mir nicht darum, dass die geliebte eine beziehung zerstört - ist für mich den falschen ansatz - sondern, wenn man die beziehung nicht mehr will oder weiterführen kann oder konfus ist ... so sagt man es ... und löst die abmachung, die geteilte vorstellung der beziehung vorübergehend oder für immer auf. warum sich das leben so schwer machen? dazu noch, andere zu hintergehen? ... sind spiele die ich einfach nicht mag ...
weisst du, bin immer dazu gestanden und deutlich ausgesprochen, dass es für mich nicht 100% stimmte und die konsequenzen waren, dass ich nicht geheiratet habe und das alleinige sorgercht für unser kind trage. von meiner seite her, war es klar, was mir fehlte. muss auch zugeben, dass er viel an sich gearbeitet hat, denn so wie es zu beginn war, hätte ich nicht ausgehalten. habe immer ausgedrückt, dass ich ihn liebe, dass er ein sehr guter vater ist, doch solange er diesen punkt nicht angeht, führe ich ein leben schon mit ihm, jedoch in einem bestimmten rahmen - ohne betrug. er selber hat diesen umstand akzeptiert, verstanden und zugestimmt. hat sich nie beklagt diesbezüglich ... und wir haben nie einfach so gelebt ...

kessie23
27.01.2009, 09:42
Liebe Muschu,

die Frage "Warum er DIR das angetan hat" wird dir dein Freund vermutlich nie beantworten können. Ich konnte es auch nie verstehen, wenn mein Mann mir gesagt hatte, "es hatte nichts mit DIR zu tun".

Nachdem in selber in einer ähnlichen Situation war, weiß ich, dass es wirklich so ist. Er hat einen Fehler gemacht. Warum auch immer, das versucht er dir zu erklären. Aber er hat es nicht wegen dir oder gegen dich gemacht. Es ist allein durch IHN passiert, es ist SEINE Sache.

Glaube mir, er weiß, wie dumm er sich verhalten hat und würde sicher gerne alles ungeschehen machen... er wollte dir sicher nicht wehtun. Vielleicht ist es eine kleine ERklärung: Er hat in diesem Moment versucht, sich selber ein Stück rauszunehmen, aus allem. Es hat etwas von Flucht.

Ich wünsche euch wirklich, dass ihr beide es schafft.

LG, Kessie

muschu
27.01.2009, 09:51
@ muschu,

Du solltest darüber nachdenken, ob diese Frage jetzt wirklich wichtig ist für Dich.

Prijon

diese fragen sind für mich insofern wichtig, weil ich diese erkrankung überlebt habe! ... was wäre wenn ... ???!!!

habe sie zwar allgemein ausgedrückt, sind jedoch auf meinen spezifischen fall ausgerichtet. wie zum henker geht das, einerseits für eine frau zu wissen, dass der mann eine kranke frau betrügt und von trennung spricht, also mit ihrem schicksal alleine lässt ... (ergibt nicht gerade ein tolles bild von einem solchen mann ... sollte irgendwie fragen ankurbeln ... irgendwie hinterfragt man doch solche umstände ... um zu verstehen wer da ins bett genommen wird) und andererseits wer zum henker hat er sich da ausgesucht! :ooooh: ... schlägt sich mit dem gedanken 6monate lang, dass er mich verlassen will und ein kind ist im spiel ... und es schweift ihr nicht der gedanke, dass ich vielleicht auch noch etwas zu melden habe? wie aus allen wolken ist sie gefallen und hat sich aus dem staub gemacht, als ich mit ihr reden wollte! ... rückgrad jedoch, um geschenke im namen des vaters kann sie aber ... he, klar stelle ich mir diese fragen ... was ist das für ein mensch? ... so ein mensch hat im leben meiner tochter nichts zu suchen! und er ist mit ihr fremdgegangen ... auf diese fragen kommt nur: glaubst du, ich hätte bilder gehabt wie die zukunft aussieht? ...

muschu
27.01.2009, 10:02
Liebe Muschu,

die Frage "Warum er DIR das angetan hat" wird dir dein Freund vermutlich nie beantworten können. Ich konnte es auch nie verstehen, wenn mein Mann mir gesagt hatte, "es hatte nichts mit DIR zu tun".

Nachdem in selber in einer ähnlichen Situation war, weiß ich, dass es wirklich so ist. Er hat einen Fehler gemacht. Warum auch immer, das versucht er dir zu erklären. Aber er hat es nicht wegen dir oder gegen dich gemacht. Es ist allein durch IHN passiert, es ist SEINE Sache.

Glaube mir, er weiß, wie dumm er sich verhalten hat und würde sicher gerne alles ungeschehen machen... er wollte dir sicher nicht wehtun. Vielleicht ist es eine kleine ERklärung: Er hat in diesem Moment versucht, sich selber ein Stück rauszunehmen, aus allem. Es hat etwas von Flucht.

Ich wünsche euch wirklich, dass ihr beide es schafft.

LG, Kessie

liebe kessie,
ich sehe es auch so ... das war alles wirklich zu viel ... wie auch für mich. im moment schlage ich noch um mich, weil es weh tut ... er spricht von einem filmriss ... es kommt ihm vor, als wäre dies nur ein alptraum gewesen, dass er es sich nicht vorstellen kann, dass er so gehandelt habe ... ich sehe, wie es ihm weh tut ... vielleicht sogar mehr als mir ...

im moment bin ich sehr überrascht von ihm ... geht breitflächig die probleme an ... als wolle er sich stellen, als wolle er der mann werden, den ich immer gowollt habe. habe ihm versprochen, dass ich uns zeit gebe ... und er wird mich diesen samstag an die generalversammlung für die betroffenen begleiten. ich weiss, wie viel ihn das kostet ... diese wahrheit, verbirgt einen grossen teil seiner fehler ...

joleni
27.01.2009, 20:35
im moment schlage ich noch um mich, weil es weh tut ... er spricht von einem filmriss ... es kommt ihm vor, als wäre dies nur ein alptraum gewesen, dass er es sich nicht vorstellen kann, dass er so gehandelt habe ...

Liebe muschu,
da es nach Deiner Beschreibung so scheint, als sei Dein Mann jemand, der dazu neigt zu fluechten und zu verdraengen, als sich den Problemen zu stellen, passt die Aussage vom Filmriss eigentlich (auch wenn sie sich wie eine Ausrede anhoert).

Da mein Mann auch so ein Verdraenger ist, war seine Aussage: "da bin ich so reingerutscht und irgendwann habe ich nicht mehr nachgedacht - der Kopf war ausgestellt." Da dachte ich: kann es eine bloedere Aussage geben?

Ich versuche es als die Auswirkungen einer emotionalen Ausnahmesituation zu sehen. Ich kann das femdgehen verzeihen, einige Begleitumstaende seines fremdgehens jedoch nicht.

Muschu, Du sagst, er versucht, im Moment alles, um Dir zu beweisen, dass er der Mann ist, den Du immer in ihm gesucht hast.
Du sagst, es tut ihm leid und weh, Dich so verletzt und allein gelassen zu haben.

Versuch, bei aller Verletztheit zu sehen, dass er sich bemueht und aufgewacht zu sein scheint. Ich glaube, dass tust Du schon. Und sprecht, sprecht...erklaert Euch einander. Bleibt Euch einander nah, sonst kommen die Zweifel an der Liebe und Loyalitaet des anderen immer wieder hoch.

joleni

muschu
28.01.2009, 08:43
Liebe muschu,
da es nach Deiner Beschreibung so scheint, als sei Dein Mann jemand, der dazu neigt zu fluechten und zu verdraengen, als sich den Problemen zu stellen, passt die Aussage vom Filmriss eigentlich (auch wenn sie sich wie eine Ausrede anhoert).

Da mein Mann auch so ein Verdraenger ist, war seine Aussage: "da bin ich so reingerutscht und irgendwann habe ich nicht mehr nachgedacht - der Kopf war ausgestellt." Da dachte ich: kann es eine bloedere Aussage geben?

Ich versuche es als die Auswirkungen einer emotionalen Ausnahmesituation zu sehen. Ich kann das femdgehen verzeihen, einige Begleitumstaende seines fremdgehens jedoch nicht.

Muschu, Du sagst, er versucht, im Moment alles, um Dir zu beweisen, dass er der Mann ist, den Du immer in ihm gesucht hast.
Du sagst, es tut ihm leid und weh, Dich so verletzt und allein gelassen zu haben.

Versuch, bei aller Verletztheit zu sehen, dass er sich bemueht und aufgewacht zu sein scheint. Ich glaube, dass tust Du schon. Und sprecht, sprecht...erklaert Euch einander. Bleibt Euch einander nah, sonst kommen die Zweifel an der Liebe und Loyalitaet des anderen immer wieder hoch.

joleni

liebe joleni,

einen teil von mir versteht es, dass man sich so verlieren kann. ein anderer teil jedoch nicht. denn genau betrachtet, hätte ich diejenige sein sollen, die den boden verliert: von einem tag auf den anderen, keine zukunftsbilder mehr, keine gesundheit mehr, keinen beruf mehr ... abgebrochene liz-arbeit ... einfach nichts mehr, ein warer sprung ins leere, ohne kompromiss, ohne möglichkeiten ... in einen alptraum katapultiert, ohne zurück, ohne erwachen ...

... bin einfach so elend traurig ... dachte und glaubte, das schlimmste sei vorbei, könne endlich wieder starten, wieder aufleben, wieder atmen ... und prompt schlägt eine weiterer wahrheit mich an die wand. bin innerlich so müde ... müde nach der suche eines weges ...

... dieser abschnitt von dir, unterstreicht ein weiterer punkt: einiges ist verzeibar, anderes jedoch nicht ... ich schaffe es nicht über einiges hinweg zu kommen, das weiss ich schon jetzt. und was bedeutet dies nun konkret? ... wie geht man mit diesem teil um? ... ich weiss es nicht! ... ich mag mir nicht etwas schön reden oder um 7ecken denken, damit es weniger weh tut. es tut weh, ist beschissen und gefällt mir überhaupt nicht!

es ist wie ein spiel von machtverhältnissen ... von perspektiven ...

was ich für mich konkret will, ist in zukunft auch schwach sein zu dürfen. will auch mal den kopf senken können ... und nicht immer ein waches auge haben zu müssen ...

kessie23
28.01.2009, 11:05
@ joleni: kann das, was du schreibst, nur voll unterschreiben.

@ muschu:
Mit dem Verzeihen ist das so eine Sache. Ich möchte hier jetzt nicht missionarisch wirken, aber mir hat damals etwas Biblisches sehr geholfen. Es gibt dort eine Begebenheit, in der Petrus die Frage an Jesus richtet, wie oft er denn vergeben müsste. Ob sieben Mal ausreichend sei. Jesus Antwort war: "Nicht sieben Mal, sondern sieben mal siebzig Mal", nach dem ich von dem "Betrug" erfahren hatte, konnte ich erkennen, dass es sich nicht um 490 "Vergehen" handelte, sondern ein und das Gleiche unter Umständen dem Partner immer wieder neu vergeben werden muss, solange, bis man es geschafft hat.

Diese Erkenntnis hat mir viel geholfen und heute - nach mehr als 10 Jahren kann ich sagen Vergeben und Vergessen; Vergessen in dem Sinn, dass ich daran denken kann, ohne dass es in mir irgendetwas auslöst.

Vielleicht hilft dir diese Erkenntnis ja auch ein wenig weiter.

Alles Liebe und paß gut auf dich auf!!!

LG, Kessie

joleni
28.01.2009, 11:49
... dieser abschnitt von dir, unterstreicht ein weiterer punkt: einiges ist verzeibar, anderes jedoch nicht ... ich schaffe es nicht über einiges hinweg zu kommen, das weiss ich schon jetzt. und was bedeutet dies nun konkret? ... wie geht man mit diesem teil um? ... ich weiss es nicht! ... ich mag mir nicht etwas schön reden oder um 7ecken denken, damit es weniger weh tut. es tut weh, ist beschissen und gefällt mir überhaupt nicht!



Liebe muschu,
nein, auch ich wollte mir nie wieder etwas schoenreden.

Deshalb habe ich versucht, mir schonungslos klarzumachen, was fuer ein Mensch mein Mann ist - dass er trotz all seiner guten und liebenswerten Eigenschaften eben auch das sein kann: feige, verantwortungslos und konfliktscheu.
Ich werde einige Dinge nicht verzeihen koennen, aber ich werde versuchen, damit zu leben. Ein weiteres Mal allerdings koennte ich gewisse Verhaltensweisen nicht ertragen und die Konsequenzenziehen.
Ich glaube, nur die Zeit wird zeigen, wie und ob wir damit leben und umgehen koennen - so wie kessie jetzt nach 10 Jahren sagen kann, dass sie vergeben hat.

Die Enttaeuschung, dass Dein Mann gefluechtet ist, als Du ihn am meisten gebraucht haettest, ist tief. Es hoert sich so an, als habe er das selbst erkannt. Nun muss er etwas dafuer tun, dass Du Vertrauen in seine Liebe setzen, Dich auf ihn verlassen kannst.

Wenn Du irgendwann merkst, Du kannst Dich fallen lassen und er ist da, um Dich aufzufangen, dann kannst Du vielleicht ein Stueck weit verzeihen, was jetzt noch unverzeihbar fuer Dich scheint?

joleni

muschu
30.01.2009, 08:07
@ joleni: kann das, was du schreibst, nur voll unterschreiben.

@ muschu:
Mit dem Verzeihen ist das so eine Sache. Ich möchte hier jetzt nicht missionarisch wirken, aber mir hat damals etwas Biblisches sehr geholfen. Es gibt dort eine Begebenheit, in der Petrus die Frage an Jesus richtet, wie oft er denn vergeben müsste. Ob sieben Mal ausreichend sei. Jesus Antwort war: "Nicht sieben Mal, sondern sieben mal siebzig Mal", nach dem ich von dem "Betrug" erfahren hatte, konnte ich erkennen, dass es sich nicht um 490 "Vergehen" handelte, sondern ein und das Gleiche unter Umständen dem Partner immer wieder neu vergeben werden muss, solange, bis man es geschafft hat.

Diese Erkenntnis hat mir viel geholfen und heute - nach mehr als 10 Jahren kann ich sagen Vergeben und Vergessen; Vergessen in dem Sinn, dass ich daran denken kann, ohne dass es in mir irgendetwas auslöst.

Vielleicht hilft dir diese Erkenntnis ja auch ein wenig weiter.

Alles Liebe und paß gut auf dich auf!!!

LG, Kessie

liebe kessie,
ich frage mich, was soll ich genau verzeihen? seine schwächen? dass er eine zukunft "ohne bilder" mit einer anderen gelebt hat, und zuhause sich entsprechend benommen hat? dass er mich mit meinem schicksal alleine gelassen hat? dass er erlaubt hat, dass der schatten der geliebte bis zu meiner tochter gekommen ist? ... die unterschiedlichen aspekte von intensität, dauer, verhalten usw. sind alle mit negativen attribute behaftet, rührt schmerz in der brust ... kein anker, woran man sich halten könnte ... so zumindest empfinde ich es im moment.

vieles verlangt nach verzeihung, um frieden finden zu können. auch wenn er jetzt da ist, auf mich zu kommt, deutlich ausspricht, dass er mich braucht und er gerade stehen will für seine fehler ... glaube ich, dass es besser ist, wenn wir uns vorübergehend trennen. jeder soll für sich klarheit erlangen über diese aufgewühlten gefühlen. weiss noch nicht, wie ich es ihm sagen soll und wann ... denn er tut alles, damit ich frieden finden kann.

vielleicht ... eine vorübergehende trennung wäre ein deutliches zeichen, dass er ganz klar zu weit gegangen ist und dies konsequenzen mit sich bringt ... und vielleicht, kann so ein neubeginn dann möglich sein. denn sein bemühen bezieht sich mehr, dass ich bleibe und weniger über sein verhalten ...

muss mir einiges überlegen ...

glg
muschu

muschu
30.01.2009, 08:19
Liebe muschu,
nein, auch ich wollte mir nie wieder etwas schoenreden.

Deshalb habe ich versucht, mir schonungslos klarzumachen, was fuer ein Mensch mein Mann ist - dass er trotz all seiner guten und liebenswerten Eigenschaften eben auch das sein kann: feige, verantwortungslos und konfliktscheu.
Ich werde einige Dinge nicht verzeihen koennen, aber ich werde versuchen, damit zu leben. Ein weiteres Mal allerdings koennte ich gewisse Verhaltensweisen nicht ertragen und die Konsequenzenziehen.
Ich glaube, nur die Zeit wird zeigen, wie und ob wir damit leben und umgehen koennen - so wie kessie jetzt nach 10 Jahren sagen kann, dass sie vergeben hat.

Die Enttaeuschung, dass Dein Mann gefluechtet ist, als Du ihn am meisten gebraucht haettest, ist tief. Es hoert sich so an, als habe er das selbst erkannt. Nun muss er etwas dafuer tun, dass Du Vertrauen in seine Liebe setzen, Dich auf ihn verlassen kannst.

Wenn Du irgendwann merkst, Du kannst Dich fallen lassen und er ist da, um Dich aufzufangen, dann kannst Du vielleicht ein Stueck weit verzeihen, was jetzt noch unverzeihbar fuer Dich scheint?

joleni

liebe joleni,
genau das ist es. er muss was tun, damit das vertrauen wieder wachsen kann.

ich kann u.a. mit dem gefühl des "misstrauens" nicht leben. das erschwert das leben, die gedanken, den alltag zu sehr. dieses gegenstück des vertrauens zeigt mir, wie fundamental vertrauen ist! ist das vertrauen nicht da, so wackelt die ganze beziehung ... die beziehung bekommt eine färbung, welche mir überhaupt nicht gefällt.

brauche distanz ... brauche zeit für mich ... und wenn er es ernst meint, so wird er warten können ... und die zeit so nützen, dass eben diese säule - das vertrauen - wieder wurzeln schlagen kann.

ich glaube schon, dass er es ernst meint ... doch er meinte es auch ernst mit der geliebten. es ist besser sich kurz zu besinnen ... glaube ich ... und vielleicht wird es auch weniger weh tun ...

glg
muschu

kessie23
30.01.2009, 08:39
Liebe Muschu,

du hast eindeutig Recht, du musst ein Riesenpaket verzeihen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass du jetzt erstmal eine Auszeit brauchst. Gönne sie dir - ohne schlechtes Gewissen.

Aber auch wenn ihr euch danach sicher sein würdet, es nicht mehr zusammen zu versuchen, ist das Verzeihen mM genauso wichtig. Denn ihr seid Eltern und müsst - ob ihr wollt oder nicht - noch eine ganze Zeit für euer Kind da sein.

Darf ich trotzdem noch ein bisschen kritisch zu dir sein, ganz unverblümt?
Frage dich doch mal ganz ehrlich, ob er wirklich ALLES so GEMEINT hat, wie es bei DIR ANGEKOMMEN ist.

Ich meine das, was du hier beschreibst:

was soll ich genau verzeihen? seine schwächen? dass er eine zukunft "ohne bilder" mit einer anderen gelebt hat, und zuhause sich entsprechend benommen hat? dass er mich mit meinem schicksal alleine gelassen hat? dass er erlaubt hat, dass der schatten der geliebte bis zu meiner tochter gekommen ist? ... die unterschiedlichen aspekte von intensität, dauer, verhalten usw. sind alle mit negativen attribute behaftet, rührt schmerz in der brust ...

Liebe Muschu, ich wünsche dir viel viel Kraft, um wieder nach vorne schauen zu können, mit ihm oder ohne ihn.

LG, Kessie

joleni
30.01.2009, 12:57
Liebe muschu,

wenn Du das Gefuehl hast, Du brauchst Abstand und eine raeumliche Trennung, dann ist das so. Manchmal naehert man sich aus der Distanz besser wieder an. Vielleicht kommst Du auch irgendwann zu dem Schluss, dass die Verletzungen zu gross waren, als dass Du wieder mit ihm leben moechtest.

Kessie hat recht, wenn sie sagt, dass aber auch bei einer Trennung ein friedliches Verhaeltnis als Eltern entstehen muss.

Mit dem Verzeihen ist das so eine Sache. In der ersten Zeit nach dem grossen Knall fielen mir soviele Dinge ein: da hat er mich angelogen, da war er scheinbar ohne Grund kalt und abweisend, zig andere Mal ist er wegen Terminen abends rausgegangen, ein anderes Mal gab es eine Nacht auswaerts wegen Arbeit.... Immer mehr fiel mir ein und meine Verletztheit wurde mit jeder Erinnerung groesser.

Irgendwann habe ich dann gesagt: stop, mit jedem Betrug gehen Luegen einher. Entweder Du kannst den Betrug als Paket mit den dazugehoerigen Luegen verzeihen oder es geht mit jeder neuen Erinnerung wieder los.
Den Betrug kann ich verzeihen. Was ich nicht verzeihen kann, war sein 10taegiges Verschwinden und mich mit den Kindern im Ungewissen haengen lassen.

Ich nehme an, dieses haengenlassen, waehrend Du ihn genau in dem Moment gebraucht haettest, ist das, woran Du am meisten knabberst?

brauche distanz ... brauche zeit für mich ... und wenn er es ernst meint, so wird er warten können ... und die zeit so nützen, dass eben diese säule - das vertrauen - wieder wurzeln schlagen kann.

Das kann ich gut nachvollziehen.
Und ich meine auch, wenn er es ernst meint, dann wird er warten koennen.

Liebe Gruesse, joleni

muschu
06.02.2009, 07:56
@ liebe kessie23 und joleni,

es ist nur gut, kritisch zu sein ... ich will mich hinterfragen und auseinandersetzen, damit ich einen weg finden kann ... habe lange über deinen satz nachdenken müssen ...

kessie schreibt:
Frage dich doch mal ganz ehrlich, ob er wirklich ALLES so GEMEINT hat, wie es bei DIR ANGEKOMMEN ist.


... seine worte und verhalten während dieser zeit ... sind zwar klar, doch viele vereinzelte episoden sprechen wirklich eine andere sprache. einerseits war alles anlass für einen streit ... und galten als bestätigung, dass es eben nicht geht ... andererseits, kam er ständig mit ideen, was wir das nächste jahr alles machen sollten / könnten.

seit alles aufgeflogen ist, sprechen wir ziemlich ruhig und vernünftig miteinander. für mich ist / war schon immer klar, dass ich ihm als vater keine steine lege. im gegenteil, mir ist wichtig - egal was aus uns wird - dass die beiden ein gutes vehältnis pflegen ... ihr verhältnis hat mit mir wenig zu tun, meine aufgabe ist es eher, es zu unterstützen, denn die beiden haben "lebenslänglich" ... und da ist es für alle besser, wenn sie es gut miteinander haben.

während der woche zerre ich keine grosse diskussionen an, da sein job im moment vieles abverlangt. doch am wochenende habe ich diesen wunsch der trennung, zumindest vorübergehend, angesprochen. es tut weh, ihn zu sehen wie er weint ... und x mal sagt, dass er sich für alles stellt, dass er alles akzeptiert ... doch dass er nicht gehen will. er kann es sich nicht vorstellen, die tochter am morgen nicht mehr zu sehen ... mich zu "klemmen" (ein spielchen, dass wir haben ...) usw. ... dass er es selber nicht verstehen kann, dass er so was gemacht hat ... dass er einerseits so glücklich ist, dass ich noch da bin ... usw.

ich sollte gehen, auch rechtlich betrachtet kann ich ihn nicht aus seinem haus wegjagen ... und da fragt es sich schon wohin ... vorübergehend habe ich mir eine ecke im haus eingerichtet. er will die hälfte des hauses mir überschreiben lassen ... er meint, dass wir schon so lange zusammen sind und wenn wir das alles haben, dann auch weil ich mitgewirkt habe ... und als sicherheit für die zukunft.

er macht es mir sehr schwer! ... er ist so "brutal" ehrlich und bemüht sich durch die ganze linie ... erzählt viel von sich ... und ist wirklich für mich und die tochter da ...

ich lasse es mal ruhen ... in mir und in ihm ...

muschu
18.02.2009, 17:45
... misst, die trauer hat sich tief in meiner seele niedergelassen ...

... mag mit ihm nicht mehr darüber reden, denn es ist wie es ist und es liegt nur an mir, ob ich eine zukunft noch sehe oder nicht. irgendwie fahre ich auf zwei schienen: einerseits bereite ich mich innerlich auf eine trennung vor und andererseits warte ich ab und hoffe, dass sich in mir wieder die hoffnung und der glaube einbahnt.

ich gehe davon aus, dass der mensch in sich ... in seinem wesen gut ist. alles "negative" oder "schlechtes" kommt aus den eigenen noch nicht gelösten "knoten" / aus der eigenen geschichte / familie usw.. für mich ist irgendwie klar, dass sie ein richtiger "murgs" sein muss, um einen solchen umstand akzeptiert zu haben und v.a. wie sie mit sich umgegangen ist. beneide sie überhaupt nicht ... im gegenteil, ich schwanke zwischen eckel und mitleid. da dreht es mir gleich den magen! auch er muss noch viele "knoten" haben, um jemanden den er liebt so etwas antun zu können. ihr misst hat aus ihnen sehr unschöne menschen gemacht, richtig unschön.

irgendwie empfinde ich nur trauer und sonst nichts ... wie vom schmerz beteubt. normalerweise verlasse ich mich sehr auf meinen bauch ... doch der ist wie ausgeschaltet ... einfach nichts, nur trauer. wie komme ich nur aus diesem loch wieder raus? ...

joleni
18.02.2009, 22:16
Hallo Muschu,
schoen, wieder von Dir zu hoeren, aber traurig, dass Du so neben Dir stehst.
Willst Du Dir nicht eine Therapeuten suchen, der Dir hilft, Dich, Deine Trauer und die anderen Gefuehle zu entwirren?

Wenn Du so gar nicht weisst, wie es weitergehen soll, koennte Dir das sicher eine grosse Hilfe sein.

Sei umarmt, joleni

muschu
20.02.2009, 08:15
liebe joleni,

selber bin ich in behandlung - wegen der erkrankung und deren konsequenzen. und habe diesen weiteren aspekt eingebracht. im allgemeinen tut es mir gut, überhaupt von mir zu sprechen. sowie den austausch hier ... gar nicht so einfach für jemanden, der immer alles mit sich selber ausgemacht hat.

genau hier sieht mein therapeut den zentralen punkt: nicht zugelassen, dass auch er mal stark sein darf ... nicht für nichts habe er sich jemanden gesucht, der "schwach" ist und auf ihn "angewiesen" war. er meinte ich solle mich mal so richtig fallen lassen ... alle verantwortungen loslassen ... einfach mal so richtig schwach sein, er würde mich bestimmt auffangen.

es ist leichter gesagt als getan. weiss gar nicht wie das geht ... am morgen nicht mehr aufstehen? nicht mehr kochen, waschen, putzen, lesen... ??? ... :knatsch:??? ... für mich ist dieser punkt überhaupt nicht klar: wie soll ich den weg ins leben wieder finden, wenn ich mich vom "leben" entferne??? ... vielleicht löst das aufgefangen werden neue kräfte? ... muss über diesen punkt mal nachdenken ...

joleni
20.02.2009, 11:11
Hallo Muschu.
hm, bin auch so eine, die organisationsmaessig die Faeden in der Hand hat und scheinbar immer die Staerkere war/bin.
Wie zeigt man Schwaeche, wie laesst man sich fallen und wie laesst man sich auffangen?
Ich kann da jetzt auch nur im Dunkeln rumstochern, aber vielleicht ein paar Ideen dazu?

Schwaeche zeigen: kannst Du ihm sagen wie es Dir geht? Dass Du Dich wie betaeubt fuehlst und leer? Dass Du die Richtung nicht mehr weisst und wie es weitergehen soll? Dass Du Dich mut-und kraftlos fuehlst? Ob er Organisation und Richtung uebernehmen kann, da Dir im Moment die Kraft dazu fehlt.
Das alles ohne grosse Grundsatzdiskussion ueber das warum.

Tja, fallen lassen ist wohl nicht so einfach. Die Faeden aus der Hand geben, ihn machen und entscheiden lassen, ihn kuemmern lassen.
Wenn ich das so schreibe, faellt mir auf, wie schwer mir das fallen wuerde, obwohl ich so etwas immer eingefordert habe.
Koenntest Du das? Faellt es Dir schwer, obwohl es doch so verlockend ist, endlich mal einen Kuemmerer neben Dir zu haben?

joleni
21.02.2009, 19:17
Muschu???
Nicht verbuddeln bitte.
Wie geht es Dir ?

muschu
03.03.2009, 06:47
@ liebe joleni :smile:

mit diesem ständigem innerlichem hin und her, besteht tatsächlich die gefahr, dass ich mich verbuddle ... danke.

ja, ich habe es ihm mehrmals mitgeteilt, dass es mir nicht gut geht, dass es mich ausser gefecht gesetzt hat und dass ich nicht weiss, ob ich darüber hinweg komme. er ist immer bereit und antwortet mir jede frage. wir reden miteinander ohne dass es eskaliert ... eigentlich perfekt, und genau dies macht es wiederum schwierig. es ist einfach schwierig, wenn man so verletzt wurde ... es ist schwierig, weil ich x mal am tag hin und her schwanke.
was mir aufgefallen ist, ist, dass er mich ständig neben sich haben möchte ... er erträgt keine art von distanz. z.b. wenn ich mitten in der nacht herum irre, so kommt er zu mir und nimmt mich in seine arme usw. er sagt immer wieder, dass ich nicht alleine bin und dass wir es zusammen schaffen werden ...

irgendwie, ist dies eine art von "sich fallen lassen", glaube ich. ich zeige meine gefühle ... für den rest, glaube ich, dass es nicht sinnvoll ist, die fäden aus der hand zu lassen, weil da noch ein kind ist. sie braucht mich als anhaltspunkt, als mutter ...

habe versucht mit der anderen kontakt aufzunehmen, doch sie geht nicht an das telefon (habe es drei mal versucht). vielleicht schreibe ich ihr eine e-mail ... mal sehen ...

Inaktiver User
03.03.2009, 08:30
Halo muschu,

kann dich gut verstehen. Mir geht es genauso. Bin jetzt sogar krank. Gehe nachher erst mal zum Arzt. Mein Magen rebelliert ohne Ende.
Auch ich schwanke laufend hin und her. Er ist jetzt ganz anders zu mir als vorher. So hätte ich ihn mir schon immer gewünscht!!

Ich kann meine Gedanken nicht stoppen.
Das mit der Mail habe ich auch gemacht, kam keine Resonanz!!

Ich denk an dich und bin irgendwie froh nicht ganz allein damit zu sein!!

Gruß bienchen

muschu
03.03.2009, 12:36
Halo muschu,

kann dich gut verstehen. Mir geht es genauso. Bin jetzt sogar krank. Gehe nachher erst mal zum Arzt. Mein Magen rebelliert ohne Ende.
Auch ich schwanke laufend hin und her. Er ist jetzt ganz anders zu mir als vorher. So hätte ich ihn mir schon immer gewünscht!!

Ich kann meine Gedanken nicht stoppen.
Das mit der Mail habe ich auch gemacht, kam keine Resonanz!!

Ich denk an dich und bin irgendwie froh nicht ganz allein damit zu sein!!

Gruß bienchen

hallo bienchen,
bin irgendwie auch froh, nicht alleine zu sein ... auch wenn ich diese trauer niemanden wünsche. tut unheimlich weh ...

ja, meiner ist auch plötzlich so wie ich es mir immer erhoft habe. leidet deiner auch so sehr? wenn ich mich oute, dann sagt er, auch er leide sehr darunter und könne es nicht nachvollziehen und es sei ihm total unwohl dabei. ich merke, wie er richtig angst hat mich zu verlieren ... doch irgendwie hat er ein teil von mir ganz verloren, denn das vertrauen ist weg, eigentlich eine wichtige säule in einer beziehung. und in diesem punkt habe ich mich total distanziert ... innerlich eine mauer errichtet. ich überlege mir täglich wie es weiter gehen soll ... für ihn ist es klar, dass wir es zusammen schaffen werden, dass er sich nichts anderes wünscht als mit mir alt zu werden und dass er eigentlich nie von mir weg wollte usw. verflixt, ich weiss es nicht!

finde ich gut, dass du ihr eine mail geschrieben hast. verstehe eigentlich nicht warum diese frauen keine scham und gewissensbisse haben wenn es um "betrügen" geht, doch dann kein rückgrad haben, wenn es sich um eine auseinandersetzung handelt. als er schluss gemacht hatte war ich dabei und er fragte sie, ob eine aussprache zu dritt möglich wäre, da ich dies wünsche. wie eine hysterische hyäne hat sie geschrien und aufgelegt. die grösste pfeiffe auf der westlichen hemisphäre ist das! ... das sind irgendwie erbärmliche wesen! sorry, aber man steht zu seinen taten! ... es verdreht mir den magen, nur der gedanke, dass man so auch mit sich selber umgehen kann! na gut, was solls, das ertrtägt man halt auch noch ...

wünsche dir sehr viel kraft!!!
lg muschu

Erstgeliehen
03.03.2009, 12:47
hallo bienchen,
bin irgendwie auch froh, nicht alleine zu sein ... auch wenn ich diese trauer niemanden wünsche. tut unheimlich weh ...

ja, meiner ist auch plötzlich so wie ich es mir immer erhoft habe. leidet deiner auch so sehr? wenn ich mich oute, dann sagt er, auch er leide sehr darunter und könne es nicht nachvollziehen und es sei ihm total unwohl dabei. ich merke, wie er richtig angst hat mich zu verlieren ... doch irgendwie hat er ein teil von mir ganz verloren, denn das vertrauen ist weg, eigentlich eine wichtige säule in einer beziehung. und in diesem punkt habe ich mich total distanziert ... innerlich eine mauer errichtet. ich überlege mir täglich wie es weiter gehen soll ... für ihn ist es klar, dass wir es zusammen schaffen werden, dass er sich nichts anderes wünscht als mit mir alt zu werden und dass er eigentlich nie von mir weg wollte usw. verflixt, ich weiss es nicht!

finde ich gut, dass du ihr eine mail geschrieben hast. verstehe eigentlich nicht warum diese frauen keine scham und gewissensbisse haben wenn es um "betrügen" geht, doch dann kein rückgrad haben, wenn es sich um eine auseinandersetzung handelt. als er schluss gemacht hatte war ich dabei und er fragte sie, ob eine aussprache zu dritt möglich wäre, da ich dies wünsche. wie eine hysterische hyäne hat sie geschrien und aufgelegt. die grösste pfeiffe auf der westlichen hemisphäre ist das! ... das sind irgendwie erbärmliche wesen! sorry, aber man steht zu seinen taten! ... es verdreht mir den magen, nur der gedanke, dass man so auch mit sich selber umgehen kann! na gut, was solls, das ertrtägt man halt auch noch ...

wünsche dir sehr viel kraft!!!
lg muschu

Auch wenns Dir nicht gut geht derzeit, Beleidigungen der anderen Seite helfen da nicht wirklich.

Versteh mal ihre Seite. Er hat Schluss gemacht mit ihr und sagt, dass Du eine Aussprache wünscht zu dritt mit ihr. Ich hätte da vielleicht auch gedacht: Ähm, was soll das jetzt noch für mich? Dient das nicht nur einfach des Auftritts als Paar vor mir, um es mir zu beweisen oder was soll da noch geklärt werden? Was hättest Du denn mit ihr klären wollen?

Das Problem brennt jetzt sicher noch bei Dir, aber trotzdem wirst Du eben, wenn Du mit ihm weiter zusammen sein willst, irgendwann verzeihen müssen und ihn so annehmen müssen, wie er ist mit all seinen Stärken und Schwächen und dabei sollte sich nicht nur alles um Probleme und Fehler kreisen.

Unemotional wirds bei so einem Treffen auch eher nicht zugehen. Wie hattest Du Dir das denn vorgestellt? Was wäre denn, wenn sie dann auch auspackt? Wären das nicht einfach zusätzliche Verletzungen?

Inaktiver User
03.03.2009, 14:19
Hallo muschu,

ja, mein Mann ist ganz genauso. Auch er sagt ( und ich glaube es ihm auch!!) , dass er sehr leidet. Er betreuert mir gegenüber laufend, dass er nur mal wissen wollte, wie er auf andere Frauen wirke. Ja und warum er dann noch Monatelang SMS geschrieben hat, weiß er eigentlich nicht. Es sei halt so passiert!! Und weil es so "prickelnd" war konnte er nicht aufhören.

Ich hätte einem Teffen mit "ihr" nie zugestimmt. Ich wüsste nicht, wie ich auf diese Frau reagieren würde. Da ich so verletzt bin, würde ich wahrscheinlich Dinge tun oder sagen, die mir hinterher vielleicht noch leid tun. Und das ist sie mir nicht wert!!

Habe heute wieder Seitenweiße nach Antworten gesucht, wo denn eigentlich fremdgehen anfängt. Wo fängt es für dich an?

Wie du siehst, im Moment gehen mir auch noch so viele Dinge im Kopf rum.

Vielleicht kommt irgendwann wieder Ordnung in meine vielen Gedanken.

Bis dahin sei gedrückt :wangenkuss:

bienchen

muschu
03.03.2009, 21:12
@ hallo erstgeliehen

du schreibst:
Auch wenns Dir nicht gut geht derzeit, Beleidigungen der anderen Seite helfen da nicht wirklich.

Versteh mal ihre Seite. Er hat Schluss gemacht mit ihr und sagt, dass Du eine Aussprache wünscht zu dritt mit ihr. Ich hätte da vielleicht auch gedacht: Ähm, was soll das jetzt noch für mich? Dient das nicht nur einfach des Auftritts als Paar vor mir, um es mir zu beweisen oder was soll da noch geklärt werden? Was hättest Du denn mit ihr klären wollen?

Das Problem brennt jetzt sicher noch bei Dir, aber trotzdem wirst Du eben, wenn Du mit ihm weiter zusammen sein willst, irgendwann verzeihen müssen und ihn so annehmen müssen, wie er ist mit all seinen Stärken und Schwächen und dabei sollte sich nicht nur alles um Probleme und Fehler kreisen.

Unemotional wirds bei so einem Treffen auch eher nicht zugehen. Wie hattest Du Dir das denn vorgestellt? Was wäre denn, wenn sie dann auch auspackt? Wären das nicht einfach zusätzliche Verletzungen?

du hast absolut recht, beleidigen bringt überhaupt nichts. auch wenn es sich nicht ganz um beleidigungen handelt, sondern mehr um die beschreibung eines verhaltens ... egal, musste einfach mal dampf ablassen. mache es lieber hier ... und wahrscheinlich liegt eine grosse schwäche von mir gerade daran, dass ich nur die positiven gefühle und emotionen auslebe und die negativen halte ich zurück ... verarbeite im stillen und alleine ... ich lasse mich nie gehen, die emotionen können noch so wild in mir wuchern ich bleibe eher wie versteinert und schalte ganz auf "hirn" ... von daher weiss ich, dass eine begegnung mit ihr mich nicht aus der fassung bringen würde - das danach ist was anderes und glaube mir, ich leide sehr unter diesem aspekt.
ich wollte nicht ein gespräch um über den betrug zu reden, sondern über ihr verhalten gegenüber meiner tochter - wenn ich ganz ehrlich bin, leide ich am meisten unter diesen punkt. ich als mutter habe in dieser angelegenheit versagt, habe mein kind nicht beschützen können, weil ich nicht verstanden hatte was abläuft. auf das ekelhafte verhalten meines freundes im letzten halben jahr habe ich reagiert - noch bevor ich vom betrug wusste. habe mit bestimmten instanzen kontakt aufgenommen und einiges geregelt (vormundschaft usw.), denn ich wusste nicht was aus mir wird mit dieser verflixten krankheit. und genau hier liegt der punkt: ... hätte nur gewollt sie zum nachdenken anspornen ... einerseits verstehen, was sie sich dabei gedacht hat und andererseits erklären wie heikel bestimmte situationen sind usw. ... wer weiss, vielleicht überlegt sie sich in zukunft etwas mehr ... dieser punkt liegt mir wirklich sehr am herzen, denn etwas ist, wenn sich erwachsene "verarschen", die können sich wehren und entscheidungen entprechend treffen, kinder nicht ... sind der situation ganz ausgeliefert ... man ekelt mich dies!!! und mache mir jede minute vorwürfe, warum ich es nicht gesehen habe!!! ... in diesem punkt muss ich dringend frieden finden ... das frisst mich auf ...

Erstgeliehen
03.03.2009, 21:54
@ hallo erstgeliehen

du schreibst:
Auch wenns Dir nicht gut geht derzeit, Beleidigungen der anderen Seite helfen da nicht wirklich.

Versteh mal ihre Seite. Er hat Schluss gemacht mit ihr und sagt, dass Du eine Aussprache wünscht zu dritt mit ihr. Ich hätte da vielleicht auch gedacht: Ähm, was soll das jetzt noch für mich? Dient das nicht nur einfach des Auftritts als Paar vor mir, um es mir zu beweisen oder was soll da noch geklärt werden? Was hättest Du denn mit ihr klären wollen?

Das Problem brennt jetzt sicher noch bei Dir, aber trotzdem wirst Du eben, wenn Du mit ihm weiter zusammen sein willst, irgendwann verzeihen müssen und ihn so annehmen müssen, wie er ist mit all seinen Stärken und Schwächen und dabei sollte sich nicht nur alles um Probleme und Fehler kreisen.

Unemotional wirds bei so einem Treffen auch eher nicht zugehen. Wie hattest Du Dir das denn vorgestellt? Was wäre denn, wenn sie dann auch auspackt? Wären das nicht einfach zusätzliche Verletzungen?

du hast absolut recht, beleidigen bringt überhaupt nichts. auch wenn es sich nicht ganz um beleidigungen handelt, sondern mehr um die beschreibung eines verhaltens ... egal, musste einfach mal dampf ablassen. mache es lieber hier ... und wahrscheinlich liegt eine grosse schwäche von mir gerade daran, dass ich nur die positiven gefühle und emotionen auslebe und die negativen halte ich zurück ... verarbeite im stillen und alleine ... ich lasse mich nie gehen, die emotionen können noch so wild in mir wuchern ich bleibe eher wie versteinert und schalte ganz auf "hirn" ... von daher weiss ich, dass eine begegnung mit ihr mich nicht aus der fassung bringen würde - das danach ist was anderes und glaube mir, ich leide sehr unter diesem aspekt.
ich wollte nicht ein gespräch um über den betrug zu reden, sondern über ihr verhalten gegenüber meiner tochter - wenn ich ganz ehrlich bin, leide ich am meisten unter diesen punkt. ich als mutter habe in dieser angelegenheit versagt, habe mein kind nicht beschützen können, weil ich nicht verstanden hatte was abläuft. auf das ekelhafte verhalten meines freundes im letzten halben jahr habe ich reagiert - noch bevor ich vom betrug wusste. habe mit bestimmten instanzen kontakt aufgenommen und einiges geregelt (vormundschaft usw.), denn ich wusste nicht was aus mir wird mit dieser verflixten krankheit. und genau hier liegt der punkt: ... hätte nur gewollt sie zum nachdenken anspornen ... einerseits verstehen, was sie sich dabei gedacht hat und andererseits erklären wie heikel bestimmte situationen sind usw. ... wer weiss, vielleicht überlegt sie sich in zukunft etwas mehr ... dieser punkt liegt mir wirklich sehr am herzen, denn etwas ist, wenn sich erwachsene "verarschen", die können sich wehren und entscheidungen entprechend treffen, kinder nicht ... sind der situation ganz ausgeliefert ... man ekelt mich dies!!! und mache mir jede minute vorwürfe, warum ich es nicht gesehen habe!!! ... in diesem punkt muss ich dringend frieden finden ... das frisst mich auf ...

Du warst krank und Dein Freund hätte sich um das Wohl des Kindes mit sorgen müssen, aber das war er nicht. Er war da unbesorgter. Unbenommen davon kannst Du ihr noch die Meinung sagen. Grundsätzlich würde ich aber davon ausgehen, dass sie nicht so bereitwillig Schuld und Verantworung auf sich nimmt. Deine Freund hat selbst entschieden, was er tut und ihr war es recht. Mehr nicht und sie hat ja sich jetzt auch daran gehalten, dass Schluss ist. Ist das nicht in Ordnung? Andere Frauen wären vielleicht hartnäckiger.

Manchmal wäre es wohl gut irgendwann zu verzeihen und nach vorn zu blicken und auf das was funktioniert.
Würdest Du denn eher vermuten, dass Du das besser abschließen kannst nach einem Gespräch mit ihr oder nicht? Wenn für Dich wichtig ist, dann mach es. Ich kann Dir da letztendlich schlecht raten, zumal ich auch nicht sagen kann, wie sie die Sache sieht und sich dann verhält, ob das dann so sein wird, wie Du Dir das vorstellst?

joleni
03.03.2009, 22:19
Liebe Muschu,

ich wollte nicht ein gespräch um über den betrug zu reden, sondern über ihr verhalten gegenüber meiner tochter - wenn ich ganz ehrlich bin, leide ich am meisten unter diesen punkt. ich als mutter habe in dieser angelegenheit versagt, habe mein kind nicht beschützen können, weil ich nicht verstanden hatte was abläuft.
Was genau da mit Deiner Tochter und der anderen Frau war, habe ich nicht ganz verstanden. Aber warum machst Du Dir Vorwuerfe deswegen? Ich weiss, dass wir als Muetter einen sehr starken Beschuetzerinstinkt haben und wir es nicht ertragen koennen, wenn unsere Kinder verletzt werden. Aber wir koennen nicht alles verhindern.

Ich verstehe, dass Du in einer ganz besonders schwierigen Situation warst und es daher auch mehr als einen "einfachen" Betrug zu verzeihen gibt.
Du hast Dich im Stich gelassen gefuehlt, als Du krank warst.
Dein Mann hat sich, wie Du andeutest, besonders gemein verhalten in der Zeit.
Du meinst, Du hast als Mutter versagt, weil Du Deine Tochter nicht vor der anderen Frau beschuetzt hast.

Hast Du das Gefuehl, dass Dein Kind Schaden genommen hat? Hast Du mit Deiner Tochter darueber gesprochen?
Mir scheint, als erstes musst Du mit Dir selber Frieden finden und von dem Gedanken abruecken, Du habest als Mutter versagt. Und selbst wenn es so waere, dann versuche, es Dir zu verzeihen. Im Leben jeder Mutter gibt es Momente, in denen sie versagt - es ist unmoeglich, in jeder Situation perfekt zu sein.

Sei nicht zu hart mit Dir.

Liebe Gruesse, joleni

Erstgeliehen
04.03.2009, 08:17
Ich verstehe, dass Du in einer ganz besonders schwierigen Situation warst und es daher auch mehr als einen "einfachen" Betrug zu verzeihen gibt.
Du hast Dich im Stich gelassen gefuehlt, als Du krank warst.
Dein Mann hat sich, wie Du andeutest, besonders gemein verhalten in der Zeit.
Du meinst, Du hast als Mutter versagt, weil Du Deine Tochter nicht vor der anderen Frau beschuetzt hast.

Hast Du das Gefuehl, dass Dein Kind Schaden genommen hat? Hast Du mit Deiner Tochter darueber gesprochen?
Mir scheint, als erstes musst Du mit Dir selber Frieden finden und von dem Gedanken abruecken, Du habest als Mutter versagt. Und selbst wenn es so waere, dann versuche, es Dir zu verzeihen. Im Leben jeder Mutter gibt es Momente, in denen sie versagt - es ist unmoeglich, in jeder Situation perfekt zu sein.

Sei nicht zu hart mit Dir.

Liebe Gruesse, joleni

Das sehe ich ganz genauso. Und da nützt es wenig mit der anderen Frau zu reden und sie dann nochmals offiziell zum Staatsfeind zu erklären oder ihr ihre Schuld klar machen zu wollen. Vielleicht sieht sie das ganz anders, weil der Mann ihr ganz andere Sachen erzählt hat?

Ich würde eher schauen, dass ich verzeihe und darauf achten, dass mein Partner es ehrlich meint mit Wiedergutmachung, dass er Sachen eingesehen hat und sich engagiert für Dich, für Eure kleine Familie und dass er das auch irgendwie gern macht. Dazu wiederum kann man auch selbst beitragen.

Was wäre denn, wenn Du das Ganze mal so sehen würdest, dass Ihr zwei sehr jung zusammen gekommen seid und deshalb einige Fehler dann eben miteinander abgearbeitet werden anstatt mit wechselnden Partnern, eben weil ihr trotzdem sicher seid mit dem anderen den Richtigen gefunden zu haben und das eben eingeht miteinander?

kessie23
05.03.2009, 09:42
Was wäre denn, wenn Du das Ganze mal so sehen würdest, dass Ihr zwei sehr jung zusammen gekommen seid und deshalb einige Fehler dann eben miteinander abgearbeitet werden anstatt mit wechselnden Partnern, eben weil ihr trotzdem sicher seid mit dem anderen den Richtigen gefunden zu haben und das eben eingeht miteinander?

Ich finde, das ist eine sehr hilfreiche Anleitung, um wieder nach vorne zu schauen.

@erstgeliehen:blumengabe:

Abendstille
05.03.2009, 10:05
diese fragen sind für mich insofern wichtig, weil ich diese erkrankung überlebt habe! ... was wäre wenn ... ???!!!

habe sie zwar allgemein ausgedrückt, sind jedoch auf meinen spezifischen fall ausgerichtet. wie zum henker geht das, einerseits für eine frau zu wissen, dass der mann eine kranke frau betrügt und von trennung spricht, also mit ihrem schicksal alleine lässt ... (ergibt nicht gerade ein tolles bild von einem solchen mann ... sollte irgendwie fragen ankurbeln ... irgendwie hinterfragt man doch solche umstände ... um zu verstehen wer da ins bett genommen wird) und andererseits wer zum henker hat er sich da ausgesucht! :ooooh: ... schlägt sich mit dem gedanken 6monate lang, dass er mich verlassen will und ein kind ist im spiel ... und es schweift ihr nicht der gedanke, dass ich vielleicht auch noch etwas zu melden habe? wie aus allen wolken ist sie gefallen und hat sich aus dem staub gemacht, als ich mit ihr reden wollte! ... rückgrad jedoch, um geschenke im namen des vaters kann sie aber ... he, klar stelle ich mir diese fragen ... was ist das für ein mensch? ... so ein mensch hat im leben meiner tochter nichts zu suchen! und er ist mit ihr fremdgegangen ... auf diese fragen kommt nur: glaubst du, ich hätte bilder gehabt wie die zukunft aussieht? ...

Es hört sich ja so an, dass dein Mann derzeit gewillt ist, alles
zu tun, um die Beziehung zu dir zu retten - und deinen Wünschen gemäß chronisch im Büßerhemd herumzulaufen. Ich vermute, eines Tages wird er von deiner chronischen moralischen Überlegenheit aber dann doch genug haben.

Es hört sich für mich auch so an, dass du deine gesundheitlichen Probleme sehr ausspielst. Einem kranken Menschen gegenüber muss man sich deiner Meinung nach halt stets perfekt und rücksichtsvoll benehmen. Aber in der Regel halten Menschen einen solchen Erwartungsdruck auf Dauer nicht aus und wehren sich dagegen. Glaubst du wirklich, dass man, obwohl eine Beziehung nicht mehr funktioniert, seinen Partner nicht verlassen darf,
"nur" weil er krank ist ? Auch, dass es ein Kind gibt, scheinst du
irgendwie ausspielen zu wollen. Weil ein Kind im Spiel ist, darf
er keine Trennung erwägen?

Fairer wäre es deinem Mann gegenüber, sich darüber auszutauschen, was in Eurer Beziehung zum damaligen Zeitpunkt so schief lief, dass er offenbar ernsthaft einen Ausstieg erwogen hat. Ihm aber vorzuwerfen, er hätte das nicht tun dürfen, weil
du ja krank bist und es auch ein Kind gibt, damit tust du deiner Beziehung kaum einen Gefallen.

muschu
05.03.2009, 12:17
@ erstgeliehen

du schreibst:
Manchmal wäre es wohl gut irgendwann zu verzeihen und nach vorn zu blicken und auf das was funktioniert.
Würdest Du denn eher vermuten, dass Du das besser abschließen kannst nach einem Gespräch mit ihr oder nicht? Wenn für Dich wichtig ist, dann mach es. Ich kann Dir da letztendlich schlecht raten, zumal ich auch nicht sagen kann, wie sie die Sache sieht und sich dann verhält, ob das dann so sein wird, wie Du Dir das vorstellst?

dieser satz, hat mich sehr traurig gestimmt. blicke hoch und sehe nur scherben: privat, beruflich und gesundheitlich. könnte weinen ... die steilen wege vor mir, erschlagen mich fast ... komme mir vor wie auf eine rolltreppe die abwärts geht und ich alles gebe, um nur an ort und stelle zu bleiben.
habe selber noch nicht ganz verstanden warum mir dies so wichtig ist, denn ich möchte sie auf einer kollegialen ebene treffen ... keine vorwürfe oder beleidigungen oder sonst was. sondern nur ein aufklärendes gespräch, dann soll jeder selber für sich schauen. aber du hast recht, wer weiss wie sie das ganze sieht ... und vielleicht geht der schuss hinten los ... ich glaube, dass ich es für mich abschliessen werde - diesen punkt ... ist irgendwie gesunder ... einfach loslassen.
vielen dank!!!

Erstgeliehen
05.03.2009, 12:46
dieser satz, hat mich sehr traurig gestimmt. blicke hoch und sehe nur scherben: privat, beruflich und gesundheitlich. könnte weinen ... die steilen wege vor mir, erschlagen mich fast ... komme mir vor wie auf eine rolltreppe die abwärts geht und ich alles gebe, um nur an ort und stelle zu bleiben.

Das tut mir leid. Das ist wirklich eine große Krisensituation für Dich. Vielleicht kannst Du mit Deiner Therapeutin klären, was Dir jetzt an Sichtweisen hilft und was Du Zug, um Zug anpacken kannst und welche Baustellen hinten angestellt werden können, dass es nicht zu viel wird. Ich würde das Gespräch mit ihr hinten anstellen. Klar, es kann auch positiv verlaufen und sie sagt zu allem ja und Amen und verspricht Besserung und entschuldigt sich, doch ausgehen würde ich nicht davon und wenn was nützt es jetzt so groß? Ist Deine Kraft nicht woanders besser eingesetzt?

Jeder von uns wird irgendwann an seine Grenzen geraten, ob gesundheitlich oder eben mit dem Alter und das werden wir alle irgendwie beackern müssen. Fühl Dich mal gedrückt.

muschu
05.03.2009, 12:59
@ joleni

ja, mein kind hat es mitbekommen ... v.a. sein verhalten und dies hat starke spuren hinterlassen. die beziehung zwischen vater und tochter hat extrem darunter gelitten. doch ich halte mich da raus ... wir sprechen jeden abend - ist ein ritual - wenn wir nebeneinander im bett liegen ... es ist so ein moment, indem wir auf den tag zurückblicken. sie sagte mal, rund um mich kann alles zusammenbrechen, solange du da bist, ist es mir egal. ... ich hatte nicht verstanden was sie meinte ... bzw. sie hatte schon vor mir realisiert ... und irgendwie belastet es mich ... doch trotz allem, lachen wir auch sehr viel ... sie hat einen echt witzigen humor ... auch in dieser angelegenheit ... die beziehung zum vater hat sehr darunter gelitten ... doch da halte ich mich raus ... ich erkläre nur und spreche nicht schlecht über den vater ... aber eben, sie muss ja auch einstecken ... zuerst die mutter erkrankt, dann der vater ... zum glück gibt es meine mutter ... ist ein fels in der brandung für sie ... und für mich.

... du hast recht, ich muss frieden finden ... als mutter möchte man das beste für ihr kind ... und das war und ist mein bestes ... hoffentlich genügt es ...

muschu
05.03.2009, 13:38
@ abendstille

du hast geschrieben:
Es hört sich ja so an, dass dein Mann derzeit gewillt ist, alles
zu tun, um die Beziehung zu dir zu retten - und deinen Wünschen gemäß chronisch im Büßerhemd herumzulaufen. Ich vermute, eines Tages wird er von deiner chronischen moralischen Überlegenheit aber dann doch genug haben.

Es hört sich für mich auch so an, dass du deine gesundheitlichen Probleme sehr ausspielst. Einem kranken Menschen gegenüber muss man sich deiner Meinung nach halt stets perfekt und rücksichtsvoll benehmen. Aber in der Regel halten Menschen einen solchen Erwartungsdruck auf Dauer nicht aus und wehren sich dagegen. Glaubst du wirklich, dass man, obwohl eine Beziehung nicht mehr funktioniert, seinen Partner nicht verlassen darf,
"nur" weil er krank ist ? Auch, dass es ein Kind gibt, scheinst du
irgendwie ausspielen zu wollen. Weil ein Kind im Spiel ist, darf
er keine Trennung erwägen?

Fairer wäre es deinem Mann gegenüber, sich darüber auszutauschen, was in Eurer Beziehung zum damaligen Zeitpunkt so schief lief, dass er offenbar ernsthaft einen Ausstieg erwogen hat. Ihm aber vorzuwerfen, er hätte das nicht tun dürfen, weil
du ja krank bist und es auch ein Kind gibt, damit tust du deiner Beziehung kaum einen Gefallen.


... irgendwie kommt es mir vor, dass entweder ich mich nicht deutlich ausdrücken kann oder du hast mich missverstanden ...

hier ist nichts chronisch ... hier ist nur alles noch sehr frisch. ich weiss es seit zwei monaten was abgelaufen ist.
ich habe werte, an denen ich versuche mich zu orientieren und sie helfen mir, mich nicht zu verlieren ... dazu gehört auch, ehrlich zu sein. das mag überheblich erscheinen, weiss nicht ... vielleicht ... mir hiflt es.
meine gesundheitliche probleme habe ich nicht ausgespielt ... im gegenteil - und hier habe ich einen grossen fehler begangen - habe sie minimiert, weil ich selber die wahrheit nicht ertragen konnte. ganz ehrlich, mir wäre es sehr viel lieber gewesen er hätte mich verlassen, weil für ihn die situation unerträglich geworden ist, als mir so in den rücken zu fallen. betrug wird in jeder kultur, auch in polygamen kulturen, als verletzlich und hinterhältig erlebt, das habe nicht ich erfunden.

ich glaube es ist fehl am platz über fairnes zu sprechen. fair wäre, ehrlich miteinander umzugehen, auch wenn die wahrheit weh tut. und daher muss er nun ertragen, dass er mich enttäuscht und verletzt hat und dass das vertrauen im keller liegt. die auseinandersetzung mit der beziehung ist ein anderes thema, das wir angehen ... und ehrlich, es beruhigt mich überhaupt nicht zu hören, ich war mit allem überfordert ... kann es mir nicht erklären ... schäme mich ... war wie ein tripp ... nein, er muss wachsen, wenn er eine zukunft mit mir will ... denn ich möchte in frieden gehen können ...

Inaktiver User
09.03.2009, 10:26
Hallo muschu,

du sprichst oft von deiner Erkrankung. Vielleicht habe ich das ja überlesen, aber was hast du denn??

Ich war auch nicht fair, als ich vom fremdgehen meines Mannes erfuhr. Ich glaube, dass kann man / frau in dem Moment auch nicht sein. Ich zumindest konnte das nicht. Ich habe auch viele Sachen gesagt, die mir jetzt (teilweise) schon auch leid tun. Aber ich war so verletzt, so verzweifelt, da konnte ich nicht anders. Es hat mich sogar ein bischen befreit, meiner Wut so Ausdruck zu verleihen, oder einfach nur so zu denken!!

Lieben Gruß :blumengabe:

Bienchen

muschu
09.03.2009, 19:14
@ hallo bienchen

Hallo muschu,

du sprichst oft von deiner Erkrankung. Vielleicht habe ich das ja überlesen, aber was hast du denn??

Ich war auch nicht fair, als ich vom fremdgehen meines Mannes erfuhr. Ich glaube, dass kann man / frau in dem Moment auch nicht sein. Ich zumindest konnte das nicht. Ich habe auch viele Sachen gesagt, die mir jetzt (teilweise) schon auch leid tun. Aber ich war so verletzt, so verzweifelt, da konnte ich nicht anders. Es hat mich sogar ein bischen befreit, meiner Wut so Ausdruck zu verleihen, oder einfach nur so zu denken!!

Lieben Gruß :blumengabe:

Bienchen

den verletzungen ausdruck zu geben ist etwas normales, hat mit fairnes sehr wenig zu tun. und desto stärker es weh tut, desto stärker "schlägt" man aus. im verhältnis zu dem was er mir angetan hat, war und bin ich viel zu lieb ... und bin nicht mal ausgerastet, jedoch ernst und bestimmt mitgeteilt, was ich empfinde und wie ich dazu stehe. hat mir schon den boden unter den füssen gezogen, doch er arbeitet und so bemühe ich mich einen normalen alltag zu leben neben ihm ... aber wenn es hoch kommt, kommt es einfach hoch ... ist stärker als ich, tut einfach unheimlich weh, und ich sags ihm, dass es eben weh tut ... und ziehe mich zurück, was er gar nicht gerne hat ... die tatsache ist und bleibt, dass ich diesen weg gewählt habe - es zu verarbeiten, um unserer beziehung eine chance zu geben - und dieser weg ist steinig ... denn irgendwie muss ich damit nicht nur fertig werden, sondern auch mit mir einen kompromiss finden ... ist nicht einfach ...

du hast mich in einem vorigem post mal gefragt, wann für mich betrug anfängt. der betrug fängt für mich dort an, wenn man etwas verschweigt, weil man weiss, dass man den partner damit verletzt. ist sicher von paar zu paar anders geregelt, wie und was genau oder eben durch die kultur / gebrauch usw.. doch das verschweigen und /oder das weiterführen einer tätigkeit hinter dem rücken des partners, ist betrug. klar ist betrug nicht gleich betrug ... auch die verletzungen sind entsprechend unterschiedlich ...

lieber gruss & sonnenschein
muschu

mariekate
10.03.2009, 20:17
Hallo Muschu,

ich habe nur dein erstes und letztes Posting gelesen, da ich gerade wenig Zeit habe. Ich wollte Dir nur sagen, dass ich dich absolut verstehe.
Mich hat ein ähnlicher Vorfall Mitte 20 völlig aus dem Leben gerissen, musste mein Studium unterbrechen, ich bekam sozusagen von heute auf morgen eine schlimme Autoimmunerkrankung.
Mein damaliger Freund, mit dem ich zu der Zeit seit ca. 10 Jahren zusammen war, war mit der Situation total überfordert. Für mich brach eine Welt zusammen, ich musste mein Leben von heute auf morgen neu ordnen und hätte mir so dringend seine unterstützung erhofft. Scheinbar war es für ihn nicht möglich, er war total überfordert. Reagierte wie dein Mann. Machte schwammige Andeutungen, dass wir nicht so gut zusammen passen würden, ließ mich links liegen, behandelte mich wie ein lästiges Etwas, das man notgedrungen ertragen muss. Ich war zu der Zeit laufend raus und rein im Krankenhaus, daheim kämpfte ich gegen Schmerzen und Nebenwirkungen der Medikamente. Er war mir keine Stütze.
Ich verurteile ihn heute nicht, er konnte damit wohl einfach nicht umgehen. Letztendlich begann er eine Affäre,
ich fand es heraus. Er beendete das Ganze mit der anderen Frau, tat alles, um es noch einmal zu versuchen.
Aber ich konnte die schlimme Zeit und sein abweisendes Verhalten mir gegenüber nicht vergessen - das hatte in mir so viel zerstört, ich wollte und konnte nicht mehr. Dass er mich in meiner Schwäche hat spüren lassen, dass ich ihm so nicht genüge und dass er mir "überlegen" ist, da gesund, und dass ich mich in einer solchen Krise nicht 100prozent auf meinen Partner verlassen kann, konnte ich nicht verzeihen.
Er gab sich alle Mühe, ich gab mir alle Mühe. Ein Jahr lang. Wir haben uns schließlich nach 12 Jahren getrennt. Es klappte einfach nicht mehr. Heute sind wir gute Freunde, so funktionieren wir einfach besser.

Ich drücke dir die Daumen, dass es bei euch funktioniert und du die Sache verarbeiten kannst! Das dauert sicher, aber mit der Zeit verblasst das ganze etwas.
Heute denke ich daran zurück und es tut nicht mehr weh. Das Leben geht weiter.

Liebe Grüße,
kate

muschu
11.03.2009, 20:06
Hallo Muschu,

ich habe nur dein erstes und letztes Posting gelesen, da ich gerade wenig Zeit habe. Ich wollte Dir nur sagen, dass ich dich absolut verstehe.
Mich hat ein ähnlicher Vorfall Mitte 20 völlig aus dem Leben gerissen, musste mein Studium unterbrechen, ich bekam sozusagen von heute auf morgen eine schlimme Autoimmunerkrankung.
Mein damaliger Freund, mit dem ich zu der Zeit seit ca. 10 Jahren zusammen war, war mit der Situation total überfordert. Für mich brach eine Welt zusammen, ich musste mein Leben von heute auf morgen neu ordnen und hätte mir so dringend seine unterstützung erhofft. Scheinbar war es für ihn nicht möglich, er war total überfordert. Reagierte wie dein Mann. Machte schwammige Andeutungen, dass wir nicht so gut zusammen passen würden, ließ mich links liegen, behandelte mich wie ein lästiges Etwas, das man notgedrungen ertragen muss. Ich war zu der Zeit laufend raus und rein im Krankenhaus, daheim kämpfte ich gegen Schmerzen und Nebenwirkungen der Medikamente. Er war mir keine Stütze.
Ich verurteile ihn heute nicht, er konnte damit wohl einfach nicht umgehen. Letztendlich begann er eine Affäre,
ich fand es heraus. Er beendete das Ganze mit der anderen Frau, tat alles, um es noch einmal zu versuchen.
Aber ich konnte die schlimme Zeit und sein abweisendes Verhalten mir gegenüber nicht vergessen - das hatte in mir so viel zerstört, ich wollte und konnte nicht mehr. Dass er mich in meiner Schwäche hat spüren lassen, dass ich ihm so nicht genüge und dass er mir "überlegen" ist, da gesund, und dass ich mich in einer solchen Krise nicht 100prozent auf meinen Partner verlassen kann, konnte ich nicht verzeihen.
Er gab sich alle Mühe, ich gab mir alle Mühe. Ein Jahr lang. Wir haben uns schließlich nach 12 Jahren getrennt. Es klappte einfach nicht mehr. Heute sind wir gute Freunde, so funktionieren wir einfach besser.

Ich drücke dir die Daumen, dass es bei euch funktioniert und du die Sache verarbeiten kannst! Das dauert sicher, aber mit der Zeit verblasst das ganze etwas.
Heute denke ich daran zurück und es tut nicht mehr weh. Das Leben geht weiter.

Liebe Grüße,
kate

hallo mariekate,
vielen dank für das erzählen deiner erfahrung ... es ist massiver, wenn man alleine gelassen wird mit einem schicksalsschlag und dann noch vom partner eins oben drauf bekommt ... wünsche eine solche erfahrung niemanden ...

danke & lg
muschu

kessie23
12.03.2009, 09:17
@ erstgeliehen

du schreibst:
Manchmal wäre es wohl gut irgendwann zu verzeihen und nach vorn zu blicken und auf das was funktioniert.


dieser satz, hat mich sehr traurig gestimmt. blicke hoch und sehe nur scherben: privat, beruflich und gesundheitlich. könnte weinen ... die steilen wege vor mir, erschlagen mich fast ... komme mir vor wie auf eine rolltreppe die abwärts geht und ich alles gebe, um nur an ort und stelle zu bleiben.
vielen dank!!!

Liebe Muschu,

ich möchte einfach mal ganz ehrlich und ungeschönt ausdrücken, was ich beim Verfolgen deines Stranges empfinde. Verstehe das bitte nicht als Vorwurf, vielleicht eher als eine Art Reflexion eines Dritten.

In beinahe jedem Beitrag von dir kommt ein Hinweis auf deine Krankheit. Und immer wieder setzt du den Betrug in Bezug zu deiner Krankheit.

Ich möchte das jetzt absolut nicht bagatellisieren. Jede Abwesenheit von Gesundheit ist einfach nur schrecklich und ich denke, die meisten Menschen haben dies in irgendeiner Form schon erlebt.

Aber: versuche doch für dich einfach mal zu überlegen, ob du den Betrug anders aufgefasst hättest, wenn du nicht so krank gewesen wärest. Wären deine Gefühle dann anders gewesen?

Und vielleicht kannst du auch versuchen, dich in deinen Freund einmal reinzufühlen. Du schriebst, dass du diejenige warst, die die "Zügel" geführt hat. Dann warst du schwer krank. Plötzlich sollte er führen, nicht nur sich, sondern auch dich, eure Tochter und euer ganzes Leben. Du konntest es nicht mehr übernehmen. Aber er hatte es noch nie gemacht. Hat sich sicherlich überfordert gefühlt.

Und da kommt jemand und nimmt ihm ein kleines Stückchen dieser Last ab, indem er reden konnte. Sie verwöhnt ihn, hört ihm zu und versucht ihm, einiges abzunehmen. Vielleicht hat sie zu ihm gesagt:" Ach, lass mich doch bitte das Geschenk für deine Tochter kaufen. Ich hätte auch so gerne so eine kleine. Es würde mir Freude machen", und er freut sich, weil wieder ein Stück dieser - für ihn so ungewohnten und großen Last - wegfällt.

Ich habe jetzt einfach frei fabuliert. Natürlich kann alles ganz anders gewesen sein ...

Mir hat es nur immer in Krisensituationen geholfen, mich in den "Gegner" einzufühlen, seine Empfindungen nachzufühlen. Es hilft, ihn zu verstehen und dann auch zu verzeihen.

Aber manchmal frage ich mich, WILLST DU ihm überhaupt verzeihen? Willst DU mit ihm überhaupt noch weiterleben? Ist er es in DEINEN Augen wert, dass er noch eine Chance bekommt, oder hat er sich schon komplett disqualifiziert?

Das waren so ein paar Gedanken, die mir durch den KOpf geschwirrt sind, beim Verfolgen deines Stranges.

Dir alles Gute und vor allem auch die Wiederherstellung deiner Gesundheit
wünscht
Kessie

unchained
12.03.2009, 10:09
Liebe Muschu,

ich möchte einfach mal ganz ehrlich und ungeschönt ausdrücken, was ich beim Verfolgen deines Stranges empfinde. Verstehe das bitte nicht als Vorwurf, vielleicht eher als eine Art Reflexion eines Dritten.

In beinahe jedem Beitrag von dir kommt ein Hinweis auf deine Krankheit. Und immer wieder setzt du den Betrug in Bezug zu deiner Krankheit.

Ich möchte das jetzt absolut nicht bagatellisieren. Jede Abwesenheit von Gesundheit ist einfach nur schrecklich und ich denke, die meisten Menschen haben dies in irgendeiner Form schon erlebt.

Aber: versuche doch für dich einfach mal zu überlegen, ob du den Betrug anders aufgefasst hättest, wenn du nicht so krank gewesen wärest. Wären deine Gefühle dann anders gewesen?

Und vielleicht kannst du auch versuchen, dich in deinen Freund einmal reinzufühlen. Du schriebst, dass du diejenige warst, die die "Zügel" geführt hat. Dann warst du schwer krank. Plötzlich sollte er führen, nicht nur sich, sondern auch dich, eure Tochter und euer ganzes Leben. Du konntest es nicht mehr übernehmen. Aber er hatte es noch nie gemacht. Hat sich sicherlich überfordert gefühlt.

Und da kommt jemand und nimmt ihm ein kleines Stückchen dieser Last ab, indem er reden konnte. Sie verwöhnt ihn, hört ihm zu und versucht ihm, einiges abzunehmen. Vielleicht hat sie zu ihm gesagt:" Ach, lass mich doch bitte das Geschenk für deine Tochter kaufen. Ich hätte auch so gerne so eine kleine. Es würde mir Freude machen", und er freut sich, weil wieder ein Stück dieser - für ihn so ungewohnten und großen Last - wegfällt.

Ich habe jetzt einfach frei fabuliert. Natürlich kann alles ganz anders gewesen sein ...

Mir hat es nur immer in Krisensituationen geholfen, mich in den "Gegner" einzufühlen, seine Empfindungen nachzufühlen. Es hilft, ihn zu verstehen und dann auch zu verzeihen.

Aber manchmal frage ich mich, WILLST DU ihm überhaupt verzeihen? Willst DU mit ihm überhaupt noch weiterleben? Ist er es in DEINEN Augen wert, dass er noch eine Chance bekommt, oder hat er sich schon komplett disqualifiziert?

Das waren so ein paar Gedanken, die mir durch den KOpf geschwirrt sind, beim Verfolgen deines Stranges.

Dir alles Gute und vor allem auch die Wiederherstellung deiner Gesundheit
wünscht
Kessie

Danke dafür:blumengabe:,

das hat bei mir zwar gedauert, bis ich es konnte, aber dann war es umso konstruktiver, sich einfach auch mal Gedanken über die Situation des "Anderen" zu machen und sich in seine Lage hineinzuversetzen... nein, das ist nicht einfach und klappt nicht von heute auf morgen, aber es macht die ganze Sichtweise für einen selbst wesentlich entspannter.

muschu
12.03.2009, 14:09
Liebe Muschu,

ich möchte einfach mal ganz ehrlich und ungeschönt ausdrücken, was ich beim Verfolgen deines Stranges empfinde. Verstehe das bitte nicht als Vorwurf, vielleicht eher als eine Art Reflexion eines Dritten.

In beinahe jedem Beitrag von dir kommt ein Hinweis auf deine Krankheit. Und immer wieder setzt du den Betrug in Bezug zu deiner Krankheit.

Ich möchte das jetzt absolut nicht bagatellisieren. Jede Abwesenheit von Gesundheit ist einfach nur schrecklich und ich denke, die meisten Menschen haben dies in irgendeiner Form schon erlebt.

Aber: versuche doch für dich einfach mal zu überlegen, ob du den Betrug anders aufgefasst hättest, wenn du nicht so krank gewesen wärest. Wären deine Gefühle dann anders gewesen?

Und vielleicht kannst du auch versuchen, dich in deinen Freund einmal reinzufühlen. Du schriebst, dass du diejenige warst, die die "Zügel" geführt hat. Dann warst du schwer krank. Plötzlich sollte er führen, nicht nur sich, sondern auch dich, eure Tochter und euer ganzes Leben. Du konntest es nicht mehr übernehmen. Aber er hatte es noch nie gemacht. Hat sich sicherlich überfordert gefühlt.

Und da kommt jemand und nimmt ihm ein kleines Stückchen dieser Last ab, indem er reden konnte. Sie verwöhnt ihn, hört ihm zu und versucht ihm, einiges abzunehmen. Vielleicht hat sie zu ihm gesagt:" Ach, lass mich doch bitte das Geschenk für deine Tochter kaufen. Ich hätte auch so gerne so eine kleine. Es würde mir Freude machen", und er freut sich, weil wieder ein Stück dieser - für ihn so ungewohnten und großen Last - wegfällt.

Ich habe jetzt einfach frei fabuliert. Natürlich kann alles ganz anders gewesen sein ...

Mir hat es nur immer in Krisensituationen geholfen, mich in den "Gegner" einzufühlen, seine Empfindungen nachzufühlen. Es hilft, ihn zu verstehen und dann auch zu verzeihen.

Aber manchmal frage ich mich, WILLST DU ihm überhaupt verzeihen? Willst DU mit ihm überhaupt noch weiterleben? Ist er es in DEINEN Augen wert, dass er noch eine Chance bekommt, oder hat er sich schon komplett disqualifiziert?

Das waren so ein paar Gedanken, die mir durch den KOpf geschwirrt sind, beim Verfolgen deines Stranges.

Dir alles Gute und vor allem auch die Wiederherstellung deiner Gesundheit
wünscht
Kessie

liebe kessie,
eine "grausame" wahrheit ist: wenn ich gesund wäre, wäre ich gegangen ... es gäbe keine beziehung mehr. es wäre mir ziemlich egal, ob dies einen "finanziellen" ruin bedeuten würde, denn ich könnte auf mich zählen ... was ich in dieser situation nicht mehr kann, bzw. hoffentlich bald wieder kann.
ich habe mich gebeugt ... vor meiner tatsache und vor seinen tränen und bitten. wir haben entschieden, dass wir es versuchen und gemeinsam diesen weg gehen.
was mich nervt ist, dass er es plötzlich kann, ohne grosses wenn und aber. was ist das? warum plötzlich? ja, während 16jahre hatte ich die stränge in der hand und er stand im mittelpunkt mit all seinen problemen, zwängen und ausbrüche ... ständig versuchte ihn zu verstehen, zu unterstützen, zu entschuldigen usw. und plötzlich geht alles, plötzlich ist nichts mehr ein problem. hat er mich auf den arm genommen all diese jahre?
wenn ich ihn darauf aufmerksam mache, sagt er nur, dass er zu einem grossen teil das problem gewesen ist (mit seinen zwängen) und dass er jetzt möchte, dass es klappt.
... es ist schwierig all die facetten einer beziehung in wenigen worte zu schildern. ich mag so hinüberkommen, als könne ich mich nicht in seine lage versetzten. vielleicht mag ich einfach nicht mehr ... habe es so lange getan und so vieles entschuldigt / gerechtfertigt usw. ... ich mag nicht mehr.
er ist nicht ein schwacher mensch, bzw. er kann sehr wohl verantwortung übernehmen und tragen, immerhin ist er abteilungsleiter und führt über 100 mitarbeiter ... also das konzept ist ihm nicht fremd. und jetzt kann er es, sogar hervorragend, eigentlich nur weil er um sich angst hat ... weil er angst hat die familie zu verlieren. das genügt mir aber nicht. er weiss es ...

ich versuche das thema so wenig wie möglich anzusprechen ... denn es ist ja trotzdem gegewärtig und der alltag (arbeit, kind, haus usw.) muss weitergehen. ich erhoffe mir, dass ich einen "schlupfloch" in meinen gedankengänge finde, damit ich frieden finden kann. und ich hab ihn wirklich sehr lieb, er ist mir übehaupt nicht egal ... und vielleicht war alles notwendig, damit er aufwacht und von seinen "fesseln" loszukommen ... sicher gut und schön ... ich habe dabei einfach voll die A-karte gezogen und finde nicht heruas.

aurora11
12.03.2009, 17:09
Hallo, liebe Muschu,

erstmal einen guten Nachmittag!

Ich habe gezögert, in Deinem Strang zu schreiben. Der Grund für meine Zurückhaltung ist, dass ich glaube, dass ich mit meinem Hinweis "zu früh" komme.

Allerdings - Tempo ist ja eine persönliche Sache, und mir haben hier auch schon so viele liebe Menschen geholfen - sieh es als einen Versuch an.

Besonders aus Deinem letzten Beitrag geht für mich sehr deutlich Dein "Dilemma" hervor: Du liebst ihn und empfindest ihn gleichzeitig als "Feind". Und noch etwas empfinde ich beim Lesen: Du bist das Opfer.

Meiner ganz persönlichen Erfahrung nach konnte ich diese Diskrepanz erst schließen, als ich aus der Opferecke herausgekrochen bin. Das mag sich unangebracht anhören hinsichtlich Deiner Krankheit. Dennoch bin ich davon überzeugt.

Deinen Frieden wirst nur Du mit Dir machen können. Wenn es noch nicht so weit ist - gut. Wenn es soweit ist - besser!

Ich hoffe, Du kannst etwas mitnehmen aus meinen Zeilen, und wenn nicht; lies es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal?

Dir die besten Wünsche! Aurora

muschu
13.03.2009, 08:46
Hallo, liebe Muschu,

erstmal einen guten Nachmittag!

Ich habe gezögert, in Deinem Strang zu schreiben. Der Grund für meine Zurückhaltung ist, dass ich glaube, dass ich mit meinem Hinweis "zu früh" komme.

Allerdings - Tempo ist ja eine persönliche Sache, und mir haben hier auch schon so viele liebe Menschen geholfen - sieh es als einen Versuch an.

Besonders aus Deinem letzten Beitrag geht für mich sehr deutlich Dein "Dilemma" hervor: Du liebst ihn und empfindest ihn gleichzeitig als "Feind". Und noch etwas empfinde ich beim Lesen: Du bist das Opfer.

Meiner ganz persönlichen Erfahrung nach konnte ich diese Diskrepanz erst schließen, als ich aus der Opferecke herausgekrochen bin. Das mag sich unangebracht anhören hinsichtlich Deiner Krankheit. Dennoch bin ich davon überzeugt.

Deinen Frieden wirst nur Du mit Dir machen können. Wenn es noch nicht so weit ist - gut. Wenn es soweit ist - besser!

Ich hoffe, Du kannst etwas mitnehmen aus meinen Zeilen, und wenn nicht; lies es vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal?

Dir die besten Wünsche! Aurora

liebe aurora,
danke für deinen denkanstoss! ich fühle mich v.a. der situation ausgeliefert und bin kein agierendes subjekt mehr. da spielt die krankheit die grösste rolle: durch die jetzige behandlung bin ich ständig sehr müde, übelkeit, schwache konzentration usw. und die geschichte mit dem betrug hat mir noch den letzten stoss gegeben, bzw. die letzte kraft genommen. bin einfach traurig und gefangen und weiss nicht wie ich aus diesem zustand ausbrechen kann. es genügt nicht perspektive zu ändern.

er sagt, dass er das wahre problem gewesen ist ... ich hingegen weiss, dass ich durch diesen zustand / situation etwas lernen muss: geduld und nicht alles kann mit wille und durchhaltevermögen bezwungen werden. ich muss lernen, dass auch ich grenzen habe und dass ich diese schon längst überschritten habe ... lernen, dass auch ich einen platz auf dieser erde einnehmen muss und nicht immer dem ganzen um mich priorität geben darf ...

ich war wie eine maschine, nichts konnte mich bremsen, auch die auseinandersetzung mit den unterschiedlichen kulturen nicht - bin ausländerin, bzw. stamme aus zwei unterschiedlichen kulturen und lebe in einer dritten. ein kompromiss war mit einem strang der familie nicht möglich, in bezug auf meine lebensweise, also habe ich den schmerzhaften schritt gemacht und den kontakt abgebrochen (ist nicht einfach sich gegen eine sippe zu stellen ...) usw. und jetzt fehlt mir jegliche kraft um über den alltag hinaus gehen zu können.

mein arzt meint, ich hätte die wahl: entweder tobe ich oder ich lasse es geschehen, denn die behandlung wird noch einige monaten anhalten müssen. das ganze geht mir einfach zu langsam voran!!! alles geht mir zu langsam ... ich bin so was von langsam geworden!!!
bin sowas von müde! körperlich wie seelisch.

aurora11
13.03.2009, 12:52
Guten Morgen, Muschu,

ich wünsche Dir einen guten Tagesstart und so herrliche Sonnenstrahlen, wie wir sie hier derzeit haben.

Danke für Deine ausführliche Antwort. Bezüglich Deiner Krankheit fühle ich sehr mit Dir; ich stelle mir vor, wie Du mit dem Umstand haderst und um so weniger die Begleiterscheinungen annehmen kannst.

Du schreibst: Ich fühle mich der Situation ausgeliefert. Das meine ich mit "Opfer sein".

Du schreibst: Es genügt nicht, die Perspektive zu ändern. Ich meine: AUSSCHLIESSLICH das Ändern der Perspektive bewirkt etwas.

Du schreibst: Ich muss lernen, dass auch ich einen Platz auf dieser Erde einnehmen muss und nicht immer dem Ganzen um mich Priorität geben darf. (Hier finde ich den Einsatz der Worte "muss" und "darf" aussagekräftig.) Genau das meine ich mit "aus der Opferecke herauskommen".

Für mich persönlich ist die emotionale Erlebensweise von "harten" Tatsachen der größte Stolperstein. Ich bin bemüht, mir immer wieder vor Augen zu führen, was unabänderlich ist und - aus der Opferecke herauskommen. Der Grund hierfür ist, dass ich irgendwann auch mit Leib und Seele für mich verinnerlichen konnte, dass das in der Opferecke verharren ausschließlich mir schadet. Eine andere Auswirkung hat es tatsächlich nicht. Eine trockene Erkenntnis.

Mit lieben Grüßen - Aurora

muschu
16.03.2009, 08:23
guten tag aurora,
danke für die warmen sonnenstrahlen! heute strahlt bei mir auch die sonne ... die vögel singen und der schnee lässt langsam nach.

opferrolle. ein breites thema. wie Kathleen Casey sagte: "Schmerz ist unvermeidlich, Leiden ist freiwillig."
ich stecke einerseits noch in der „schmerzphase“ und andererseits im realisieren, dass ich vorwärts schauen muss – egal welche entscheidungen ich dabei treffen werde. Fühle mich schon als opfer, denn das bin ich auch. Die frage ist jedoch, was mache ich damit? Wie kann ich reagieren oder gar agieren, um aus der situation rauszukommen. Eigentlich nur mit der annahme … die konsequenzen daraus, ist ein anderes thema. Wie auch immer … nehme mir die zeit die es braucht, um einen entscheid treffen zu können … und dies hat mit verzeihen oder verstehen wenig zu tun – den dies habe ich bereits – jetzt geht es mehr darum, genügt er mich? Fange an, alles mit anderen augen zu betrachten …

die tatsachen anzunehmen ist für mich schon ein ausgeliefert sein. ist die nakte und grausame erkenntnis, dass ich auf die ereignissen aus dem handeln anderer keinen einfluss hab geben können, und nun muss ich sie annehmen ... ich möchte die daraus resultierenden tatsachen zurück schleudern, zu denjenigen die sie verursacht haben! frage mich manchmal schon, was habe ich mit den schwächen und feigheiten anderer zu tun? ... dieser gedanke gibt mir kraft und versetzt mich in die situation alles von mir zu stossen und die "probleme" den verursacher zurück zu geben. habe mit den "lebensknorzen" anderer nichts zu tun!

von daher geniesse ich heute das langsame erwachen des frühlings ... und der rest, kann mich mal ...

allen einen schönen tag

guss muschu

kessie23
16.03.2009, 09:41
Fühle mich schon als opfer, denn das bin ich auch.
Du bist nur so lange ein Opfer, wie du es zulässt. Ok, du steckst in einer besch** Situation, keine Frage, das ist im Moment dein Ausgangspunkt. Aber ob du morgen, übermorgen und im nächsten Jahr immer noch dort stehst, das hast DU zu entscheiden. Du kannst etwas daraus machen.

Vielleicht hilft dir diese Fabel: Zwei Frösche fielen bei einer Erkundungsreise in einen Milchtopf. Sie strampelten und strampelten und kamen nicht weiter. Nach einer Weile sagte der eine "Warum noch strampeln, es hat eh keinen Sinn, wir können hier nichts ändern und ich habe keine Kraft mehr!" Der andere war auch schon sehr erschöpft, aber er sagte: "Nur Mut Kamerad, lass uns weiter strampeln, nicht aufgeben, es wird sich eine Lösung finden." Der erste gab auf und ließ sich auf den Topf des Bodens sinken. Der zweite strampelte weiter. Und als er beinahe nicht mehr konnte, war aus der Milch durch das Strampeln Butter geworden. Darauf setzte er sich, und sprang dann mit einem Satz aus dem Topf!


die tatsachen anzunehmen ist für mich schon ein ausgeliefert sein. ist die nakte und grausame erkenntnis, dass ich auf die ereignissen aus dem handeln anderer keinen einfluss hab geben können, und nun muss ich sie annehmen ...

Aber du wirst niemals das Handeln Dritter bestimmen können. Du kannst nur DEIN Handeln bestimmen. Es wird immer wieder überraschende Situationen geben, die du nicht erwartet hast.


ich möchte die daraus resultierenden tatsachen zurück schleudern, zu denjenigen die sie verursacht haben!
frage mich manchmal schon, was habe ich mit den schwächen und feigheiten anderer zu tun? ...
Jeder Mensch hat seine Schwächen. Die Frage ist doch nur, können wir damit umgehen. Können wir sie tolerieren. Ist unsere Liebe so groß, sie zu tragen?


dieser gedanke gibt mir kraft und versetzt mich in die situation alles von mir zu stossen und die "probleme" den verursacher zurück zu geben. habe mit den "lebensknorzen" anderer nichts zu tun!



Liebe Muschu,

ich wünsche dir so sehr, dass du dich aus diesem Loch, in dem du dich selbst gefangen hälst, befreien kannst. Du hast immer noch dieses Ausgeliefertsein-Gefühl, bist dir - glaube ich - noch nicht bewusst, was DU tun kannst, wie DU Dinge verändern kannst.

Einen schönen Tag voller Sonne und Vogelgezwitscher für dich!

LG, Kessie

aurora11
18.03.2009, 20:21
Guten Abend, Muschu,

wie geht es Dir heute?

Wieder habe ich gezögert, Dir zu antworten. Einerseits hörst Du Dich klug und nicht "benebelt" an und ich denke, Du machst Deinen Weg. Darüber freue ich mich und ich möchte Dich keinesfalls hetzen und besonders nicht noch zusätzlich frustrieren.

Anderseits, vielleicht magst Du es, wenn ich Deine Sätze z.T. noch einmal aufgreife.

Du schreibst: Ich fühle mich als Opfer, denn das bin ich auch.

Bist Du es wirklich? Was ist das, "wirklich" ein Opfer sein?

Ein möglicher Denkansatz ist heute für mich, von einer anderen Seite zu schauen. Wir leben niemals losgelöst von den Konsequenzen unserer Umwelt. Das Paradebeispiel ist hier der betrunkene Autofahrer, der Dich in einen Unfall verwickelt. Und auch der Einsiedler wird von den Handlungen seiner Mitmenschen, die er nie kennenlernt, beeinflusst, und sei es durch deren Umweltverschmutzung. Der eigene Partner ist hiervon natürlich nicht ausgenommen.

Dazu kommen tausend andere Dinge, die passieren können, die wir aber gekonnt ausblenden. Die Krankheit, die Du hast, hast Du sicher niemals erwartet bzw. in Betracht gezogen. Ebensowenig wie ich einen Vulkanausbruch in meiner unmittelbaren Nähe erwarte.

Aber - es könnte passieren. Eine Wahrnehmung, die mir noch vor nicht langer Zeit große Schwierigkeiten machte.

Andere Sichtweise: Was ist "Realität"? Den Umstand, der in meiner Wahrnehmung grade höchste Priorität hat und den ich als Supergau erlebe, beurteilen andere unter Umständen viel weniger gewichtig. Woran liegt das? Ist Realität womöglich nur das, was wir daraus machen?

Übrigens, natürlich hast Du auch andere Möglichkeiten, als die Tatsachen, die Dir nicht schmecken, anzunehmen. Du kannst sie hassen, verurteilen, Dich darüber aufregen, sie bekämpfen und vielerlei mehr. Was bringt Dich weiter? Und wohin bringt es Dich? Wohin willst Du?

Du schreibst, Du möchtest Dir Zeit lassen. Das finde ich gut und ich wünsche Dir, dass die Zeit Dir hilft, dorthin zu gelangen, wohin Du möchtest.

In der "Unendlichen Geschichte" von Michael Ende wird von einem Amulett erzählt, in dem steht: "Tu, was Du willst!" Gemeint ist nicht: "Tu, wozu Du Lust hast" sondern: Finde heraus, was Du willst und tu es dann. Diese Aufforderung hat in mir bleibenden Eindruck hinterlassen.

Und noch etwas: Du schreibst etwas anklagend (so empfinde ich es): Was hab ich mit den Schwächen und Feigheiten anderer zu tun?

Meine "Realität" ist heute, auch wenn ich die Schwächen und Feigheiten anderer nicht beeinflusst habe - zu tun habe ich halt dann damit, wenn ich mit ihnen in Berührung komme. Kann passieren. Und wer weiß - vielleicht habe ich doch etwas damit zu tun. Das ist meiner Meinung nach eine komplexe und nicht so einfach zu beantwortende Frage, so dass ich bemüht bin, nicht vorschnell oder anmaßend zu urteilen.

Denn - es ist mir bereits öfter in meinem Leben passiert, dass mir Dinge, die ich immer vehement verurteilt habe, eines Tages selbst widerfahren sind. Ups.

Liebe Muschu, ich hoffe, Du kannst Deine Krankheit, Deine Lebenssituation und die damit verbundene Herausforderung so für Dich meistern, dass Du zufrieden und glücklich bist.

Ernsthafte und aufmunternde Grüße - Aurora

muschu
19.03.2009, 12:17
@ guten tag liebe kessie,
du schreibst:
Du bist nur so lange ein Opfer, wie du es zulässt. Ok, du steckst in einer besch** Situation, keine Frage, das ist im Moment dein Ausgangspunkt. Aber ob du morgen, übermorgen und im nächsten Jahr immer noch dort stehst, das hast DU zu entscheiden. Du kannst etwas daraus machen.

da gilt es für mich zu differenzieren, zwischen einen tatbestand und einem verhalten. ich glaube nicht, dass ich mich als opfer verhalte, im sinne, dass ich mich im selbstmitleid bade. die situation stagniert einerseits, weil ich versuche den getroffenen entscheid mit meinen wert- / moral- / ethischen vorstellungen in einklang zu bringen - was mir sehr schlecht gelingt. die verarbeitung läuft bei mir v.a. auf einer begrifflichen / argumentations / konzept ebene statt, in wechselwirkung mit den gefühlen. andererseits stagniert das ganze, weil ich sehr schwach bin ... denn oft kann man den geist / die psyche aktivieren und motivieren, wenn man körperlich tätig wird / ist.
ich bin opfer nicht weil es eine entscheidungsangelegenheit ist, sondern weil mir konkret schaden zugefügt wurde und ich dies zur kenntnis nehmen muss und daraus mich neu orientieren muss. da mehrere bereiche betroffen sind - emotional, affektive, gesundheitliche -> existentiell also auch - muss ich mehrspurig losziehen, was wiederum viele ressourcen in anspruch nimmt.

als natur, bin ich eine macherin, kann nicht lange eine stagnierende situation aushalten - von daher ist mir die geschichte mit den fröschen viel sympatischer als der vorschlag des arztes mich mal ganz fallen zu lassen. irgendwie kann ich nicht tiefer sinken ... deshalb muss es aufwärts gehen ...

mir ist schon klar, dass ich auf das handeln anderer keinen einfluss habe. doch es war eine dreierbeziehung und wenn sie ehrlich gewesen wären, hätte es vielleicht eine auseinandersetzung mit der beziehung oder es hätte eine trennung gegeben. jetzt, muss ich emotional die schwächen der anderen ertragen und mir einen reim zusammendichten, damit ich damit umgehen kann, da ich - für mich - den schwierigeren weg gewählt habe. warum ich dies auf mich nehem? ich bin ehrlich, weil ich mich im moment nicht selber finanzieren kann! und weil ich schwach werde, wenn er sagt, dass er alles gibt damit es klappt usw. ist eine unschöne wahrheit, mit der ich leben muss ... und irgendwie auch in einklang mit meinen vorstellungen verbinden muss ...
bin ein ehrlicher mensch, weil ich bequem und faul bin - es wäre mir zu anstrengend andersrum - von daher weiss er über diesen aspekt. er sieht es als eine "gezwungene" möglichkeit eben doch diesen gemeinsamen weg zu gehen, weil wir uns lieben und zusammengehören. ich mache es ihm nicht schwer, weil er arbeiten geht und einen anspruchsvollen job hat ... wie ich dafür beneide ... von daher, ich muss wieder auf die beine kommen!!!

muschu
20.03.2009, 09:11
@ guten tag aurora,

ausser den plötzlichen tiefs die mich überfallen, geht es mir eigentlich recht gut, danke.
wie ich schon bei kessie geschrieben habe, ist für mich die thematik opfer, einerseits eine gegebenheit und andererseits wie der mensch auf die neue situation reagiert. manchmal ist ein erstarren sinnvoll, wenn es darum geht, das ausmass zu verstehen. manchmal kommt auch hilflosigkeit ins spiel ... jeder geht entsprechend den eigenen ressourcen anders damit um. für mich gehe ich davon aus, dass ich irgendetwas daraus verstehen und lernen muss ... ich befürchte, egoistischer zu sein.

du sprichst von unterschiedlichen ereignissen welche unerwartet eintreffen können, sei es unfall, naturkatastrofen, krankheiten, usw.. ich stamme aus der nord-west küste von spanien. die küste wird todesküste genannt, weil der wilde atlantik schon viele fischer in die weite mitgerissen hat. es ist eine region, welche die katastrofe der "prestige" erlebt hat, die infernalen waldbrände usw. warum erzähle ich das? weil ich gelernt habe, dass jedes ereignis eine eigene modalität und dynamik hat. als wir vor dem traurigen anblick der verbrannten erde standen, war das zusammengehörigkeitsgefühl unglaublich gross. es war allen klar, dass wir die erde gemeinsam wieder zum aufblühen bringen müssen. es ist unglaublich, ich hätte es nie gedacht, wie in kurzer zeit die schwarze erde wieder grün geworden ist. die natur hat eine gewaltige kraft, der wir einerseits unterliegen und andererseits nährt sie uns und ist wahrhaftes glück.
wir leben in interaktion mit unserer umwelt, doch der mensch ist auch ein soziales wesen. es ist ein unterschied, ob ich durch eine falsche reaktion einen unfall verursache oder ob ich die gefühle anderer verletze, weil ich meinem egoismus raum gebe. im zusammenleben gibt es regeln, und es gibt auch eine moral. ich gehe sogar davon aus, dass wir eine prädisposition für moralisches handeln in uns haben, dies jedoch durch eine erziehung z.b. durch negative aufmerksamkeit usw. "verkrümmt" wird. schon kinder und sogar primaten reagieren mit protest auf ungerechtigkeit, auch gegenüber anderen. wir leben in einem zeitalter, indem der egoismus, bzw. der individualismus wahrscheinlich seinen höhepunkt hat. ich muss mich damit arrangieren und fertig werden, dass der individualismus, das ich, so wichtig genommen wird und sich im überfluss und den fehlenden gemeinsamen regeln verliert und sich jeder selbst ein sehr flexibles wertesystem aufbaut, um das jeweilige egoistische verhalten zu rechtfertigen. ich lese manchmal wahrhafte widersprüche, um das eigene handeln zu rechtvertigen, um zu rechtvertigen, dass man jemanden verletzt hat, weil das ich so wichtig ist ... ich lese manchmal den duft der doppel-moral, oder das gnadenlose unterliegen sein der eigenen gefühlen ... alles für mich hypokrisie! denn kaum verändert sich das szenario einwenig, gelten schon wieder andere regeln ...
ich habe eine sehr liebe freundin. sie ist an ms erkrankt. es ist unglaublich, wie sich der zustand von "verliebt-sein" sich in luft auflöst, wenn die krankheit ausgesprochen wird. seltsamerweise ist man plötzlich den dynamiken der gefühlen nicht mehr unterliegen.

wenn ich mich in die rolle der geliebten hineinversetze, da wird es mir fast übel. weil ich dieses starke ausgeliefert sein dem eigenen ego so stark spüre, ein ego, das über leichen gehen kann. nicht weil sie böse ist, sondern weil sie nicht weiter als die eigene nase handeln kann. ist sich selber ausgeliefert. ich spüre wie arm dass man sein muss, wenn man so viele "moralische hürden" nicht mehr spürt ... einfach übergehen kann. ein kind ist nicht ein "süsses ding", ein kind ist ein freier sensibler heranwachsender mensch!

ganz ehrlich, ich mag ein moral-apostel sein ... fühle mich jedoch extrem frei darin! für mich gilt nach wie vor das prinzip des respektes gegenüber andere und dies verleiht mir freiheit! es ist kein widerspruch! ein widerspruch ist, zu glauben, dass das ausleben des eigenen individualismus freiheit bedeutet. nein, es bedeutet gefangen und arm sein. so, das ist meine meinung ... :zwinker: ... ich bin ein freier mensch und das tut gut! denn ich kann nein sagen!!! das ist doch freiheit pur!

joleni
20.03.2009, 09:52
Starker Beitrag, muschu ! :blumengabe:

aurora11
20.03.2009, 10:24
Hallo alle Sonnenfrühlingskinder,
hallo, Muschu!

Als ich heute morgen Deinen Beitrag gelesen habe, habe ich 1) gelächelt, 2) festgestellt, dass ich g e n a u s o d e n k e, 3) nochmal gelächelt mit dem Gedanken, dass Du Deinen Weg gehen wirst und 4) die Erkenntnis gehabt, dass ich mich nicht (langfristig) auf dieser beziehungstechnischen Basis bewegen k ö n n t e (vom Wollen ganz zu schweigen).

In diesem Sinne 5) e i n t o l l e s L e b e n!

und einen schönen Tag - Aurora

kessie23
20.03.2009, 11:31
Wow, ein sehr intensiv nachdenklich stimmender Beitrag. Ich habe ihn jetzt schon zwei Mal gelesen und es wird sicher noch ein drittes und viertes Mal folgen!

LG, Kessie

muschu
24.03.2009, 11:12
danke für die rückmeldungen! es tut gut zu lesen, dass ich zum nachdenken angeregt habe ...

schreibe weiterhin meine gedanken hier auf, denn es hilft mir sehr, v.a. darf ich hier jammern :smile: ... und es wird verstanden und das tut sehr gut.

genau aus solchen überlegungen heraus, ist der wunsch entstanden (anfangs fast ein zwanghaftes verlangen) mit der geliebten konktakt aufzunehmen. es ging mir nicht nur darum, dass sie mir in den rücken gefallen ist und sie ihr schatten bis zu meiner tochter geworfen hat, sondern auch, wie sie mit sich selber umgegangen ist. sehr viel eigenliebe und wertschätzung kann nicht vorhanden sein, wenn man bereit ist so viele kompromisse ohne forderungen - in einer nicht geklärten situation - einzugehen. hätte ihr u.a. auf den weg geben wollen, dass sie mal inne halten und sich selber vielleicht mehr lieben und achten soll. denn sie hat es erlaubt, dass ein mann sie als "fluchtnische" und "trostgebende" ausnutzt. sie hat es erlaubt, weil ihr egoismus zu stark war ... und hat gehofft und glauben wollen. es ist zu einfach - und eigentlich eine ausrede - sich auf worte zu verlassen. es sind die taten, die spontanen reaktionen, bemerkungen usw. welche verraten was wirklich dahinter steckt. wenn sie mit sich selber ehrlich gewesen wäre, hätte sie es ziemlich schnell herausgefunden ... denn wenn ich ehrlich mit mir bin, muss ich zugeben, dass ich immer gewusst habe, dass er bleiben will, eben wegen seinen reaktionen, bemerkungen und letztlich taten. eigentlich war es von anfang an klar ... was ich jedoch mit all dem machen will, weiss ich noch nicht ... im moment bleibe ich und versuche weiterhin zu verstehen.

ich bin sehr altruistisch veranlagt (was jedoch auch eine form von egoismus sein kann). habe nicht das helfer-syndrom (überhaupt nicht), doch die verletzungen oder bedürfnisse der anderen sind mir teilweise - oft - wichtiger als meine. daher glaube ich, dass das spiel zwischen egoismus und altruismus bei mir völlig im ungleichgewicht war! das hat dazu geführt, dass er gar keine chance bekommen hat, mir zu helfen, als ich hilfe benötigte. bin ein sehr starker und schlagfertiger mensch ... es ist schwierig mir stirn zu halten. es rechtfertigt nicht, dass er eine bestimmte schwelle überschritten hat, jedoch ist es eine erklärung.

möchte noch was über "moral" loswerden - weiss nicht mehr wer, hat mir "chronische moralische überlegenheit" unterstellt. eigentlich ist dies eine starke beleidigung, denn moralisten, verurteilen, diskriminieren, diffamieren (man denke an religion oder politik) usw. und sind selten bereit ihren standpunkt zu hinterfragen. ich versuche die unterschiedlichen rollen zu verstehen und zu beschreiben, damit ich meine rolle auch besser verstehen und verändern kann. bin durchaus kritik fähig, doch wenn die verletzungen gross sind, so bleibt man manchmal hängen ... ist ziemlich normal. aussagen, handlungen, meinungen usw. sind alles indizien für die jeweilige moral oder für das jeweilige menschenbild. sie hat sich 6monate lang mit dem gedanke auseinandersetzen können, dass sie eine rolle in meiner familie einnehmen wird und als ich ein gespräch wollte hat sie losgeschriehen und aufgehängt. was hat sie sich vorgestellt, alles durch hintertüren zu erreichen ... durch indirekte geschenke? ... sorry, aber das spricht für sich! und in diesem punkt habe ich nun mal mehr rückgrad und hätte sie sicher nicht beleidigt - sie kennt mich, war mal eine indirekte vorgesetzte von ihr. sie weiss, dass ich sehr korrekt und formal bin - aber zu den eigenen taten muss man stehen, sonst ist was faul! so, auch dieser stein im schuh bin ich losgeworden :lachen: ...

muschu
12.05.2009, 09:41
mir geht es heute nicht gut ... bin unglaublich traurig ... falle immer wieder in die leere. nein, eigentlich in eine fülle von schmerzenden gefühlen.

ich habe mich entschieden, will es nochmals versuchen. habe jedoch fast keine kraft, die jeglichen erkenntnissen in worte zu fassen ... gefühlsmässig ist es mir sonnenklar, was uns passiert ist und warum es so weit gekommen ist.

er hat sich von dem tag als alles rauskam komplett verändert: kämpft um mich ... sehr aufrichtig und ehrlich.

eigentlich liebe ich das leben sehr ... doch irgendwie das leben nicht mich ...

aurora11
12.05.2009, 13:59
Hallo, muschu,

schön, von Dir zu lesen, auch wenn es nicht so gut klingt.

Erstmal möchte ich Dich trösten, tut mir leid, dass dieses hier wohl nicht Dein Tag ist. Bestimmt ist es normal, dass Du immer mal wieder "abgleitest". Hilft es Dir, Dich an bessere Tag zu erinnern? Und Dir vielleicht zu sagen, dass auch wieder bessere Tage kommen werden?

Gib Dir Zeit. Die Zeit ist etwas wunderbares, im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Leben liebt nicht, glaube ich. Das Leben ist einfach da. Ich habe bei mir manchmal das Gefühl, dass meine Empfindungen mein Leben bestimmen. Manchmal nehme ich es so hin, manchmal wehre ich mich dagegen.

Scheint bei Euch die Sonne?

Fällt Dir etwas (vielleicht ganz alltägliches) ein, womit Du Deinen Krafttank wieder etwas auffüllen könntest?

Liebe Grüße! Aurora

bifi
12.05.2009, 19:13
liebe muschu,

lass dich erst mal :in den arm nehmen:

unterhalte dich doch weiter mit uns. manchmal hilft das ganz gut. :blumengabe:

:blume: bifi

muschu
13.05.2009, 09:17
hallo ihr lieben!

gestern ... das war wiedermal ein fürchterlicher tag. eine fülle von zerreissenden und anhaltenden schmerzhaften gefühlen haben mich sehr weit in die tiefe geschleudert. herzrasen ... schwerer atem ... schmerzen am ganzen leib. gegen mittag habe ich dann eine kalte dusche genommen, um mich "zu rütteln" und wieder im hier und jetzt zu gelangen. das hat sehr gut geholfen. nachmittags war ich dann mit der tochter unterwegs ... das hat auch sehr gut abgelenkt. am abend war ich dann so erschöpft von diesem kampf, dass ich sofort eingeschlafen bin ...

heute geht es mir wieder besser ... und kann es fast nicht mehr nachvollziehen, dass es möglich war, dass mich der "wahnsinn" fast ganz verschluckt hätte.

mein freund bemüht sich sehr mir nahe zu sein ... und ich wiederhole eigentlich den gleichen fehler wie früher ... lasse ihn nur marginal an meinen gefühlen, meiner inneren welt teilhaben. für mich gibt es weiterhin neben ein wir auch ein ich und ein du ... zwei freie unabhängige individuen. frage mich schon, ob dies wirklich ein fehler ist ... sollte nicht auch er akzeptieren und lernen damit umzugehen, dass ich nicht alles teilen möchte und irgendwie auch nicht kann? das gibt mir einfach dieses gefühl auch alleine meinen weg gehen zu können, falls ...

was ich für ihn gemacht habe, ist seinem heiratsantrag zu zustimmen. ja, wir heiraten. für ihn geht ein riesiger traum in erfüllung ... denn er fühlt sich so viel mehr integriert mit verantwortung für mich und mein kind. will sein ganzes gut mit mir teilen und ich merke, dass für ihn dieses wir an inhalt gewonnen hat. es ist eigentlich sehr schön seine tiefe liebe zu spüren ... wie er von uns träumt ... mich ansieht ... immer erzählt ...

mal sehen ... für mich ist die heirat mehr eine absicherung ... und er nimmt es mir überhaupt nicht übel, dass ich so denke ... im gegenteil, er versteht es und sieht gerade darin, dass sein tiefer wunsch von verantwortung für diese familie zu übernehmen in erfüllung geht. seine rolle wird klarer ... mit konsequenzen ...

muschu

aurora11
13.05.2009, 19:14
Hallo, liebe Muschu,

geht es Dir etwas besser? Ich hoffe das sehr!

Ich bin etwas unsicher, ob Du eine Einschätzung, eine Meinung hören willst? Oder möchtest Du hier nur schreiben und etwas Trost erhalten?

Ich wünsche Dir viel Gutes und Liebes!

Aurora

muschu
18.05.2009, 11:21
liebe aurora11

in erster linie geht es mir um einen austausch ... von erfahrungen, ideen, meinungen ... und auch um trost, wenn ich von der trauer eingeholt werde ...

wir bewegen uns in diesem unter-forum, weil wir ja von diesem thema irgendwie betroffen sind, in welcher rolle auch immer ... und jeder hat seine geschichte, erfahrungen ...


muschu

muschu
18.05.2009, 20:57
donnerstag haben wir geheiratet ... :smile: ... in einem engen familiären rahmen. am nächsten Tag sind wir für einige Tage in die Berge verreist. es war sehr schön und wir haben es regelrecht genossen ... wunderbares Frühlingswetter, gutes Essen usw.

er war sehr glücklich ... ich spürte regelrecht wie wichtig es für ihn war … wichtiger als ich gedacht habe …

auch wenn wie aus unterschiedlichen – irgendwie auch nicht – geheiratet haben, bin mir ziemlich sicher, dass es ein richtiger schritt war … egal ob wir zusammen bleiben, bzw. ob wir es schaffen … mag vielleicht widersprüchlich erscheinen, doch es hat schon seinen sinn … es kommt eben immer darauf an, was für eine bedeutung man der heirat gibt … ganz eng genommen ist es ein vertrag.

Was mich angeht … keine ahnung wie es mir geht … bin einfach traurig und in der seele sehr müde … würde am liebsten die augen schliessen und schlafen … endlos schlafen ...

muschu

bifi
18.05.2009, 21:32
donnerstag haben wir geheiratet ... ... hey muschu,
alles gute wünsch ich euch. :musiker::zauberer::prost:

für dich :wangenkuss: wegen deiner müdigkeit.

:blume bifi

muschu
19.05.2009, 09:11
danke bifi für die guten wünsche :smile

ich bereue diesen eingeschlagenen weg nicht, auch wenn er für mich der viel schwierigere ist ... auf einer emotionaler und rationaler ebene. muss auch ehrlich sagen, dass es nur möglich ist, weil mein freund - oh, jetzt ist er eigentlich mein mann :knatsch::zwinker: - sich so zwangslos mühe gibt. er wirkt wie befreit und dies macht es mir einfacher, denn ich erlebe wie es ihm ernst ist und bereit ist jede diskussion zu führen. dieser aspekt ist ganz neu. früher stand immer seine arbeit an erster stelle ... er brauchte ruhe ... freiraum ... und jetzt sagt er, dass die arbeit nicht mehr einen so hohen stellenwert im leben haben darf ... dass er total die orientierung verloren hatte ... dass es ihm alles wie ein alptraum vorkommt, von dem er nur mit riesigem schrecken und schmerzen erwacht ist ...

ich habe nicht verziehen ... werde es auch nicht. werfe es ihm aber auch nicht vor. habe es einfach zur kenntnis genommen, dass er sich verlieren kann, wenn das leben zu hart wird.

den ehering trage ich nicht. es hat ihn zwar traurig gemacht, doch er versteht mich und will warten und mir beweisen, dass dies die richtige entscheidung war ... es gemeinsam durchzuarbeiten und geimeinsam einen neuen weg zu finden ...

irgendwie zeigt er eine grösse, von der ich nicht im traum ihm zugetraut hätte ... das ist sehr schön ...

muschu

muschu
20.05.2009, 08:54
irgendwie habe ich mich verloren ... weiss nicht, ob das was ich tue, bzw. ob meine entscheidungen einen sinn ergeben ...

setze mich mit der beziehung noch nicht auseinander (weiss eigentlich genau warum es so weit gekommen ist ... die frage ist, ob er es weiss) ... zuerst muss er mir zeigen, dass ein gemeinsamer pilgerweg sich lohnen würde ...

seit wochen - eigentlich sind es mitlerweile monaten - zeigt er mir jeden tag wie lieb er mich hat, meine befindlichkeiten respektiert, einfuhlsam ist, sich für das leben der tochter interessiet usw. ... und trotzdem genügt es mir iergendwie nicht. fühle mich einwenig "verar***t", da er 17jahre lang nur sich gesehen hat und plötzlich kann er sein umfeld in sein spektrum einbeziehen. er ist wie ausgetauscht ... er ist genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe ... denn irgendwie wusste ich immer, dass er auch diese seite in sich hat ... er konnte es einfach nicht ausleben. er wirkt überhaupt nicht verstellt ... er wirkt sehr autentisch ...

habe ihn gefragt, warum plötzlich diese tiefen veränderungen ... er meinte, es sei ihm an jenem abend wie schuppen vor den augen gefallen und er plötzlich genau gewusst habe, was er wolle, dass er es eigentlich schon immer gewusst hat, doch aus einer festgefahrenen situation nicht mehr rein und raus wusste ... dass ich so entfernt von ihm war, so unerreichbar fern. schön für ihn. und ich? damit er weiss ... damit er endlich von seinem "hausgemachten" psychostress erwacht, hat er mich so verletzen müssen?

habe ihm vorgschlagen eine offene beziehung zu führen. er für seinen teil wolle es nicht, denn er wisse, wer er neben sich haben will. doch wenn ich dies brauche, dann könne er es mir nicht verbieten ... was soll ich damit anfangen? warum ich auf diese idee gekommen bin, weiss ich nicht mehr ... habe wahrscheinlich dem ganzein einfach eine logik geben wollen ...

schwebe einfach im leerem raum ... es ist alles eine spur zu viel für mich ...

bifi
20.05.2009, 16:42
@muschu

hmm...merkwürdig ist das mit dir. :unterwerf:

könnte es sein, dass du gerade etwas machst, was du im grunde genommen gar nicht willst? vllt wäre es besser für dich gewesen, du hättest, erst mal zumindest, die räumliche trennung vollzogen?

:blume: bifi

Inaktiver User
20.05.2009, 19:19
und ich? damit er weiss ... damit er endlich von seinem "hausgemachten" psychostress erwacht, hat er mich so verletzen müssen?

schwebe einfach im leerem raum ... es ist alles eine spur zu viel für mich ...


Diese Gedanken habe ich auch - das ist vollkommen normal. Man muss sich damit auseinandersetzen, dass jemand gnadenlos über einen wegtrampelt, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Man hat jahrelange Kämpfe hinter sich, um ihnen diese Einsicht beizubringen, die sie auf einmal aus heiterem Himmel "von ganz alleine" haben. Das Gefühl der eigenen Belanglosigkeit ist dann schon derb demotivierend!

joleni
20.05.2009, 21:15
Hallo Muschu,
Dein letzter Beitrag hat mich sehr beruehrt. Ich glaube, ich kann in etwa nachfuehlen, wie Du Dich fuhlst.


seit wochen - eigentlich sind es mitlerweile monaten - zeigt er mir jeden tag wie lieb er mich hat, meine befindlichkeiten respektiert, einfuhlsam ist, sich für das leben der tochter interessiet usw. ... und trotzdem genügt es mir iergendwie nicht. fühle mich einwenig "verar***t", da er 17jahre lang nur sich gesehen hat und plötzlich kann er sein umfeld in sein spektrum einbeziehen. er ist wie ausgetauscht ... er ist genau so, wie ich es mir immer gewünscht habe ... denn irgendwie wusste ich immer, dass er auch diese seite in sich hat ... er konnte es einfach nicht ausleben. er wirkt überhaupt nicht verstellt ... er wirkt sehr autentisch ...


Tja, die Frage, warum kann er jetzt etwas, was er jahrelang nicht konnte, obwohl Du es Dir gewuenscht haettest...
Ist da bei Dir vielleicht auch der Zweifel, ob Du dieser Wandlung vertrauen kannst?
Fuehlst Du Dich manchmal, als seist Du im falschen Film und habest nur eine Statistenrolle?

Diese tiefgreifenden Veraenderungen von einem Tag auf den anderen sind sicher verwirrend fuer Dich.
Ich glaube, es dauert erstmal eine Weile, bis Du an die Bestaendigkeit dieser Wandlung glauben kannst, oder liege ich da falsch?

Dieses im luftleeren Raum schweben und nicht wissen, was man fuehlt oder wie man eine Situation bewerten soll, wird sich sicher geben. Vielleicht wuerden Dir ein paar Tage nur fuer Dich allein helfen? Haettest Du das Beduerfnis danach? Wenn ja, wuerde ich mir diese Zeit unbedingt nehmen.

Liebe Gruesse, joleni

muschu
22.05.2009, 17:36
vielen dank für eure antworten!

@bifi
du schreibst:
könnte es sein, dass du gerade etwas machst, was du im grunde genommen gar nicht willst? vllt wäre es besser für dich gewesen, du hättest, erst mal zumindest, die räumliche trennung vollzogen?

die idee zu heiraten stammt nich von mir. es war sein wunsch - seit jahren - um mich abzusichern ... und der ehevertrag ist sehr zu meinen gunsten aufgesetzt worden. ihm ist es einerseits wichtig, dass ich aus freien stücke bei ihm bleibe und er wollte mir das geben was mir eigentlich auch zusteht, da ich ihm viele jahren den rücken freigehalten habe, damit er karriere machen konnte. ich habe zugestimmt, weil ich einerseits in einer sehr prekären situation stecke und weil diese geste von ihm schon sehr schön ist und den 17verbrachten jahren einen sinn und inhalt gibt. wie er zu pflegen sagt, "mehr als alles andere ist es ein wunsch meines herzens" ...

@wally
ja, auseinandersetzung ... und ja, es ist extrem demotivierend! :knatsch:

@joleni
du schreibst
Ist da bei Dir vielleicht auch der Zweifel, ob Du dieser Wandlung vertrauen kannst?
Fuehlst Du Dich manchmal, als seist Du im falschen Film und habest nur eine Statistenrolle?

Diese tiefgreifenden Veraenderungen von einem Tag auf den anderen sind sicher verwirrend fuer Dich.
Ich glaube, es dauert erstmal eine Weile, bis Du an die Bestaendigkeit dieser Wandlung glauben kannst, oder liege ich da falsch?

Dieses im luftleeren Raum schweben und nicht wissen, was man fuehlt oder wie man eine Situation bewerten soll, wird sich sicher geben. Vielleicht wuerden Dir ein paar Tage nur fuer Dich allein helfen? Haettest Du das Beduerfnis danach? Wenn ja, wuerde ich mir diese Zeit unbedingt nehmen.

oh ja, irgendwie traue ich dem ganzen einfach nicht. ein teil von mir wartet, bis er wieder ins alte "jammerkleid" zurückfällt. kann mir fast nicht vorstellen, dass es möglich ist, sich so stark zu verändern ... dass er plötzlich all seine zwänge nicht mehr hat! oder liege ich falsch ... bzw. dass es schon möglich sein kann. vielleicht hat ihn doch etwas sehr tiefes berührt, dass es eben doch möglich ist ... immerhin sind es schon fast 5monaten. kann jemand so lange etwas vormachen? ... kann beides fast nicht glauben :knatsch:



zuerst wollte ich ihn rausschmeissen ... doch es war sein zuhause, also hätte ich gehen müssen. da ich nicht alleine bin, habe ich plötzlich angst bekommen. bin krank, ausbildung abgebrochen, ein kind. klar, es mag wie eine ausrede vorkommen, doch meine tochter treibt leistungssport und ist in ihrem gebiet sehr begabt (hat auf nationaler ebene regelrecht abgeräumt). sie hätte diesen traum aufgeben müssen, wenn ich ausgezogen wäre, denn die zeit sie 5x die woche ins training zu bringen und holen hätte ich nicht mehr gehabt. eine pause, auch wenn nur von einigen monaten hätte das aus bedeutet. das habe ich nicht übers herz gebracht. meine familie wohnt im ausland ... bin einfach alleine ...

ich habe ihn mehrmals gebeten das haus zu verlassen, doch er wollte es nicht ... so habe ich mich nach einigen gesprächen gebeugt ... rücksicht auf den traum meiner tochter genommen, rücksicht auf sein verlangen es mir zu beweisen, dass er vieles verstanden hat ... und im grunde genommen, bin ich immer noch die alte, alle haben vortritt ...

ich versuche zunächst im leben wieder fuss zu fassen ... vielleicht ist es nicht gerecht gegenüber meinem mann, da er hoffnungen und zukunftsträume von dieser familie hat. nun vieles im leben ist ungerecht ... auch dass ich an den nebenwirkungen einer behandlung erkrankt bin, dass ich betrogen worden bin, weil er zu feige war ... habe mich einerseits gebeugt, andererseits hole ich mir die nötige zeit ... und dann entscheide ich ... und vielleicht kenne ich die antwort sogar schon ... macht mir einwenig angst, weil es schon unsauber ist ... wie auch immer, muss einfach irgendwie heil von diesem ganzen schlamassel raus kommen ... will einfach leben und wieder lachen können ...

joleni
22.05.2009, 21:19
Hallo Muschu,
wie waere es, wenn Du Dir einfach die Zeit zugestehst, die Du zu brauchen meinst, um mit der Situation zurechtzukommen - oder eben nicht.


habe mich einerseits gebeugt, andererseits hole ich mir die nötige zeit ... und dann entscheide ich ... und vielleicht kenne ich die antwort sogar schon ... macht mir einwenig angst, weil es schon unsauber ist ...

Auch wenn man hohe Ansprueche an sich, die Klarheit seiner Gefuehle hat, darf man sich vielleicht manchmal im Leben die Zeit nehmen, um herauszufinden was man fuehlt und will. Sei nicht zu streng zu Dir. Achte nur darauf, wie Du Dich auf Dauer damit fuehlst.

Liebe Gruesse, joleni

muschu
25.05.2009, 08:31
@liebe joleni,
danke für deine anregung ... :smile: ...

ich fahre irgendwie auf mehreren schienen ... und lasse es darauf ankommen wie sich die situation entwickelt.

es ist schwierig geworden, weil er all meinen bedingungen und anforderungen gerecht geworden ist und die beziehung wirklich gut und schön ist. wir unternehmen viel und es wird über vieles geredet.
einerseits habe ich ihm eine reelle chance geben wollen, andererseits glaubte ich zu wissen, dass er es nicht schaffen würde ... und so habe ich innerlich angefangen abzuschliessen ... und jetzt bin ich verwirrt.

mein frage ist weiterhin, ob es möglich ist, dass sich ein mensch so verändern kann? von einer stunde auf die andere?

er meint, er sehe alles anders ... seine prioritäten hätten sich verschoben ... er war - auch schon vor dem betrug - auf der falschen schiene ... sein weltbild hat sich verändert ... und er dankt mir, denn ihm gehe es jetzt viel besser und ich hätte ihm den nötigen "schubs" gegeben ... er könne endlich frei leben ... :knatsch:

das macht es schwierig ... weil es im grunde genommen jetzt richtig schön ist ... und was schön ist, ist auch bequem ... und ich bin ein sehr bequemer mensch ...

muschu

themir
25.05.2009, 09:17
zuerst wollte ich ihn rausschmeissen ... doch es war sein zuhause, also hätte ich gehen müssen. da ich nicht alleine bin, habe ich plötzlich angst bekommen. bin krank, ausbildung abgebrochen, ein kind.


ich habe ihn mehrmals gebeten das haus zu verlassen, doch er wollte es nicht ... so habe ich mich nach einigen gesprächen gebeugt ... rücksicht auf den traum meiner tochter genommen, rücksicht auf sein verlangen es mir zu beweisen, dass er vieles verstanden hat ... und im grunde genommen, bin ich immer noch die alte, alle haben vortritt ...

... am "Inhalt" des letzten Satzes kannst nur Du selbst etwas ändern :smirksmile: - es gibt Alternativen ...







Liebe muschu, es geht ja auch um Deine Ängste!! ... Das "alte Leben" zu verlassen, nicht zu wissen was kommt, kann schon ziemlich unruhig machen ... .

Das alle Vortritt haben ... . -> Das liegt in Deiner eigenen Handhabe :smirksmile: ... .






... Dieses Wort "gebeugt" bringt eine große Schwere mit sich, doch ist es Deine freie Entscheidung gewesen ... .

muschu
25.05.2009, 11:34
liebe themir,

ja, es sind und waren meine entscheidungen ... eigentlich bereue ich sie nicht, doch ich erkenne meine "art" wieder - in meinen überlegungen auch das wohl anderer zu berücksichtigen und meine bedürfnisse hinten anzustellen.

habe schon immer so funktioniert ... bin irgendwie so aufgewachsen. als "secondo" wurde mir regelrecht eingetrichtert, dass ich nur "gast" bin und meine belangen nicht so wichtig wären, wie die der anderen. das hat sich regelrecht in meine seele eingebrannt. habe meine bedürnissen, verlangen oft in meinen träumen ausgelebt ... weil alles andere immer wichtiger war ... und trotzdem habe ich gut gelebt. bin eigentlich zufrieden mit den wegen, die ich eingeschlagen habe ...

und jetzt wiederholt sich das spiel eigentlich wieder ... und obschon ich das bewusstsein darüber habe, frage ich mich, ob es richtig wäre, mich über die bedürfnissen und wünsche anderer zu stellen. wie wichtig ist das "ich"? das wir? ... es liegt nur an mir, er will und zeigt es ... meine tochter lebt eine zeitintensive leidenschaft aus ... die beiden haben herrliche rituale am morgen und am abend ... unternehmen viel ... soll ich wegen meiner verletzungen, meinem stolz alles in den wind werfen und so viel leid anrichten? genügt das bisherige nicht? denn er hat einen wandel gezeigt ... und er zeigt mir, wie gut es wir haben ... und wie sehr viele gefühle da sind.

und doch ist dieser schmerz da, dieses nicht begreiffen können ... und die zukunft sehe ich noch nicht ... höre ihm jedoch gerne zu, wenn er von uns spricht, wie er uns sieht und wohin wir noch überall gehen können ...

... er macht es mir nicht einfach ... wollte endlich mal egoistischer sein, doch irgendwie gefällt mir dies nicht ... ist es denn so falsch, auch die wünsche und bedürfnisse anderer zu respektieren? genau dem mann respekt aufzubringen, der einem so verletzt hat? ... werde mich wohl nie andern ... muss ich dies überhaupt? denn schlussendlich, muss er mit sich leben und sehen, wie er dies in sein leben integriert ... und so wie er jetzt die welt sieht, hat er "verdammt" viel mühe damit ... vielleicht trägt er in sich sogar noch das grössere leid als ich ...

am liebsten würde ich alles hinter mir lassen und dem genzen nicht so viel macht geben, denn es verdient es nicht. doch die angst, wieder verletzt zu werden liegt tief in den knochen ...

muschu ...

muschu
27.05.2009, 09:49
... meine frage bleibt unbeantwortet ... glaubt ihr, dass es möglich ist, dass sich ein mensch, von einer minute auf die andere, so tief verändern kann? ...

genau dieser punkt gibt mir keine ruhe. einerseits kann ich es nicht glauben, auf der anderen seite lebe ich es täglich ... und eigentlich warte ich darauf, dass er endlich "kippt" ... in die alte muster von zwängen, grenzen, überforderungen usw. rutscht.

diese durchgehende offene und liebevolle art ... dieses klare signalisieren was ihm wichtig ist, und sein auf meine bedürfnisse eingehen ... ist mir einfach fremd ...

es ist, als hätte ich einen ausgewchselten menschen neben mir ... der umgang entspricht sehr meinen vorstellungen ... es verwirrt mich sehr.

sitze ich auf eine "zeitbombe"? ... ist es die ruhe vor dem sturm? ...

irgendwie ist es mir unheimlich ... das gefällt mir nicht ...

muschu

themir
27.05.2009, 09:55
... und eigentlich warte ich darauf, dass er endlich "kippt" ... in die alte muster von zwängen, grenzen, überforderungen usw. rutscht.

sitze ich auf eine "zeitbombe"? ... ist es die ruhe vor dem sturm? ...

irgendwie ist es mir unheimlich ... das gefällt mir nicht ...




... ich muss gleich los, daher nur kurz ...








-> ... wenn Du darauf wartest, dass er/es "kippt", wird es auch passieren!
... Konzentrier´ Dich auf das Gute und ENTSCHEIDE Dich für das Vertrauen :blumengabe: :smirksmile: !! -> ... (Alles andere geht nach hinten los ... .)

kessie23
28.05.2009, 08:18
... meine frage bleibt unbeantwortet ... glaubt ihr, dass es möglich ist, dass sich ein mensch, von einer minute auf die andere, so tief verändern kann? ...

genau dieser punkt gibt mir keine ruhe. einerseits kann ich es nicht glauben, auf der anderen seite lebe ich es täglich ... und eigentlich warte ich darauf, dass er endlich "kippt" ... in die alte muster von zwängen, grenzen, überforderungen usw. rutscht.

diese durchgehende offene und liebevolle art ... dieses klare signalisieren was ihm wichtig ist, und sein auf meine bedürfnisse eingehen ... ist mir einfach fremd ...

es ist, als hätte ich einen ausgewchselten menschen neben mir ... der umgang entspricht sehr meinen vorstellungen ... es verwirrt mich sehr.

sitze ich auf eine "zeitbombe"? ... ist es die ruhe vor dem sturm? ...

irgendwie ist es mir unheimlich ... das gefällt mir nicht ...

muschu



Liebe muschu,

WAS genau gefällt dir nicht? Dass er sich so geändert hat oder dass seine Veränderung nicht annehmen willst?

Du fragst: Kann sich jemand so ändern? Ich denke: ja!!!

Möglicherweise hat schon vor langer Zeit eine Änderung in kleinen Schritten begonnen, die du nur nicht bemerkt hast. So wie ein Kind Tag für Tag millimeterweise wächst, man das aber erst realisiert, wenn die Hosen mächtig kurz geworden sind.

Darf ich zu dir ehrlich sein? Du hast eine Menge durchmachen müssen. Du hast jedes Recht auf Erschöpfung, ABER: bitte versuch aus der Opferrolle heraus zu kommen.

Wenn ich es völlig überspitzt einmal formuliere, dann liest es sich ein wenig so, als hättest du Angst, ihm seine Veränderungen zu glauben und anzunehmen, weil du ja dann auch DEINE Position überprüfen müsstest. Nochmal: das war jetzt sehr drastisch formuliert!!! Aber ich denke, du weisst, was ich dir damit sagen möchte.

Alles, alles Gute für dich und für euch!!!

LG, Kessie

muschu
28.05.2009, 09:38
liebe kessie23 ... klar darfst du ehrlich sein, ich wünsche es mir sogar!

diese veränderung kam wirlich von einer minute zur nächsten ... es war an jenem anbend, als alles rauskam. plötzlich hat er radikal seine sichtweise geändert ... was er noch anfangsgespräch sagte, galt plötzlich nicht mehr. sogar sein gesicht hatte eine andere farbe angenommen ... auf fragen, sagt er nur, dass er nicht weiss, was ihn so lange "geritten" habe und dass er angst bekommen habe, mich zu verlieren. ja, die angst hat eine so grosse macht ... und das ist weder gesund noch nachhaltig. oder gibt es noch was anderes, dass so eine veränderung auslösen kann?

ich möchte vertrauen geben, auch weil es sich besser lebt damit ... und vertrauen ist ein konstrukt, dass von sich selber nährt. man muss vertrauen geben, um es zu haben ... doch bin ich einwenig misstrauisch was diese veränderung angeht ...

jahrelang stand er und seine schwierigkeiten im mittelpunkt der gespräche. wieviele stunden haben wir über ihn gesprochen ... und jetzt haben sich einfach so alle knoten gelöst? er lächelt über sein altes "ich" und sagt heute, es nützt nichts sich dagegen zu wehren, man muss lernen es anzunehmen und heute kann ich das.

ich möchte ihm glauben! denn es ist wirklich schön so wie es jetzt ist ... doch die angst ist da - berechtigt oder nicht, sie ist einfach da ...

ich glaube nicht, dass ich noch in der opferrolle stecke ... agiere wieder und das lebt sich gut und fühlt sich auch gut an ... bringe mich auch aktiv in die beziehung ein ... doch eben nicht ganz ... bereite mich innerlich auf alle möglichen szenarien vor, weil das vertrauen fehlt ... weil ich es noch nicht verstehen kann ... weil die angst lähmt ... irgendwie, kann nur die zeit mir die antworten geben ... doch was ist inzwischen? ...

eine verwirrte muschu ...

themir
28.05.2009, 09:56
und dass er angst bekommen habe, mich zu verlieren



ich möchte vertrauen geben, auch weil es sich besser lebt damit ...
... das Vertrauen ist erst mal weg ... - ganz natürlich nach solch schwieriger Situation ...

Da muss/wird doch erst mal langsam etwas "nachwachsen" ... !




jahrelang stand er und seine schwierigkeiten im mittelpunkt der gespräche. wieviele stunden haben wir über ihn gesprochen ... und jetzt haben sich einfach so alle knoten gelöst?
... ich wär wahrscheinlich auch misstrauisch :knatsch: ...




ich möchte ihm glauben! denn es ist wirklich schön so wie es jetzt ist ... doch die angst ist da - berechtigt oder nicht, sie ist einfach da ...
... aufgrund der alten "Erschütterungen" ist es ganz normal, dass die Angst da ist ...

Wenn Du mit ihm zusammen bleiben möchtest, ist es allerdings vielleicht sinnvoller, wenn Du Dich da wieder emotional "hineinbegibst" - und nicht mit "angezogener Handbremse" lebst ... .

Das dauert halt alles seine Zeit, bis sich das Gewesene abschwächt ... .





... irgendwie, kann nur die zeit mir die antworten geben ... doch was ist inzwischen? ...
Inzwischen bist Du am Leben :blumengabe: !



.

bifi
29.05.2009, 19:03
@muschu

ich möchte ihm glauben! denn es ist wirklich schön so wie es jetzt ist ... doch die angst ist da - berechtigt oder nicht, sie ist einfach da ...
ja, aber wissen kannst du es nicht! :smirksmile: und du hast auch keinen einfluss darauf, ob dein mann sich nochmal irgendwann fremdverliebt und dem dann nachgibt. das hat keiner von uns.

deine letzten post kommen mir so vor, als wolltest du eine garantiekarte über sein treueversprechen. er kann nichts mehr tun, dass deine angst weniger wird! es ist deine angst und dein kontrollbedürfnis, und dein sicherheitsdenken.

ich finde du solltest dieser angst nicht so sehr großes gewicht beimessen. immer wieder spüren: ja; aber nicht dran kleben bleiben, sondern weiter gehen.

man soll keine angst vor den dingen haben. die dinge sind wie die hunde. sie werden frech, wenn sie die angst im auge des gegenübers sehen.
weißt du was ich meine?

:blume: bifi

muschu
02.06.2009, 10:09
@ bifi,
danke für deine antwort :smile:

es ist eine andere angst ... es die angst, dass er von einem extremen ins andere geht ... er brauchte immer sehr viel zeit für sich und nahm meine aufmerksamkeit sehr in anspruch. er überschüttete mich regelrecht mit seinen ängsten, schwierigkeiten, leidenschaften usw. es drehte sich stets alles um ihn. plötzlich, seit jenem abend hat sich alles verändert ... das macht angst, verunsichert ... habe mir echt sorgen gemacht!

doch dieses wochenende ist mir was bewusst geworden ... er hat sich verändert, weil ich mich verändert habe ... in einem zentralen punkt ... der schwachpunkt unserer beziehung ... ich lasse endlich nähe zu - körperliche ... er hat stets das bedürfnis mich zu berühren, zu streicheln, zu packen, zu küssen ... und irgendwie bin ich sehr müde (von der krankheit) und weiche nicht mehr ständig aus ... lasse es einfach zu. er weicht mir nicht mehr von der seite ... und will mich stets neben sich haben. gestern wollte ich noch bügeln, doch er sagte, ich solle doch mit ihnen gehen, das bügeln könne warten ... früher wäre ich bügeln gegangen ... warum ich jetzt stets nachgebe, habe ich noch nicht herausgefunden ...

an jenem abend, sagte ich zu ihm er solle doch endlich locker sein und aufhören zu weinen und sich mal die zukunft vorstellen ... ich mit einem anderen mann und er mit seiner geliebten ... das wäre doch toll ... eine grosse glückliche familie ... wo liege das problem? ... er hätte ja alles schon in die wege geleitet, also auch durchziehen ... jeder ist ersetzbar, auch er ... dann sagte er was, was ich erst jetzt verstanden habe ... er sagte, ich habe immer nur eins gewollt und gesucht ... dich ... :knatsch: ... mir ist das erst jetzt bewusst geworden ...

es scheint, als habe die stunde der "mia culpa" geläutet ... :knatsch:

muschu
28.07.2010, 10:56
Hallo Zusammen,

es ist über ein Jahr vergangen seit meinem letzten Beitrag :peinlich: ... in der Zwischenzeit läuft die Beziehung gut - er ist bemüht, dass es uns gut geht und ist lieb und aufmerksam.

Trotzdem ... ich kann nicht ganz vergessen. Denke nicht ständig daran, doch die Erinnerungen kommen immer wieder hoch.

Gesundheitlich geht es mir besser. Noch etwa ein Jahr Behandlung, dann sollte ich wieder ganz gesund sein. Da überlege ich mir manchmal schon, ob ich diese Zeit nicht ausnützen sollte, um mich zu organisieren (Arbeit und Wohnung suchen, meine Sachen in Ordnung bringen usw.), um zu gegebener Zeit zu gehen. Führe keine Gespräche oder Andeutungen, dass für mich noch nicht alles überstanden ist ....

Vor zwei Tagen habe ich ganz überraschend ein Anruf von einem alten Schulkollege erhalten. Nach langem Quatschen habe ich ihn dann gefragt, was aus "Tobias" geworden ist. Tobias war meine erste grosse Liebe ... Er hat mir die Adresse und Telefonnummer gegeben. Am Abend habe ich ihm eine SMS gesendet und gestern haben wir über zwei Stunden zusammen telefoniert. Es war sehr schön nach 20Jahren ihn wieder zu hören ... wir wollen uns so bald wie möglich wieder sehen ... wohin dies führen soll, weiss ich nicht. Es tut einfach nur gut ... ich weiss, es ist nicht sehr "sauber" .... es ist mir doch irgendwie egal ...

muschu

bifi
29.07.2010, 19:24
@muschu

ich weiss, es ist nicht sehr "sauber" .... es ist mir doch irgendwie egal ...
und "irgendwo" fies von dir. willst du dich rächen?

:blume: bifi

muschu
30.07.2010, 09:07
Hallo Zusammen,

nein, mit Rache ausüben hat das nichts zu tun.

Ich lebe total isoliert und zurückgezogen - ausser wenn ich an die Uni gehe. Habe mich entschieden, den Abschluss nachzuholen. Wenn ich frei habe, komme ich nicht aus dem Bett ... bin apathisch und mir ist alles egal. Das Ganze war für mich einfach zu viel und den Betrug und wie er sich während dieser Zeit benommen hat, hat mir den Rest gegeben. Bin wortwörtlich innerlich gebrochen ... bin auch in Behandlung deswegen.

Will wieder agieren im Leben! Will wieder lachen, empfinden, hundert Ideen im Kopf haben ... will wieder Leben können. Als mich dieser alte Schulkollege angerufen hat, habe ich etwas empfunden ... es tat einfach gut ... ohne mir genau zu überlegen, was ich eigentlich will und was das soll, habe ich meinen Ex kontaktiert ... seine Reaktion hat mich überrascht und ich habe Nähe zugelassen ...

Ob ich dabei meinen Mann verletze, ist mir, ganz ehrlich gesagt, egal. So einen Mist löst man nicht zu zweit ... die ganze Arbeit bleibt bei dem Betrogenen hängen ... ich muss Vertrauen, Respekt, Geborgenheit, Sicherheit usw. wieder aufbauen! Sein Beitrag ist, dass er sich gut verhält. Wow, was für eine Leistung! Ja, genau, es geht um mich und nicht um ihn. Ich will wieder Lieben, Leben und Lachen können ...

Ich schreibe hier, um einen Austausch zu haben, da ich mich komplett verloren habe ... und durch Denkanstösse ich mir erhoffe, Möglichkeiten zu erkennen, die ich nicht in Betracht gezogen habe ...

Muschu

Inaktiver User
30.07.2010, 11:22
Das Ganze war für mich einfach zu viel und den Betrug und wie er sich während dieser Zeit benommen hat, hat mir den Rest gegeben. Bin wortwörtlich innerlich gebrochen ... bin auch in Behandlung deswegen.

Ob ich dabei meinen Mann verletze, ist mir, ganz ehrlich gesagt, egal. So einen Mist löst man nicht zu zweit ... die ganze Arbeit bleibt bei dem Betrogenen hängen ... ich muss Vertrauen, Respekt, Geborgenheit, Sicherheit usw. wieder aufbauen! Sein Beitrag ist, dass er sich gut verhält. Wow, was für eine Leistung!

Ja, genau, es geht um mich und nicht um ihn. Ich will wieder Lieben, Leben und Lachen können ...

Ich schreibe hier, um einen Austausch zu haben, da ich mich komplett verloren habe ... und durch Denkanstösse ich mir erhoffe, Möglichkeiten zu erkennen, die ich nicht in Betracht gezogen habe ...

Muschu



Warum trennst Du dich nicht von deinem Mann, und fängst ein neues Leben an, euch verbindet doch nichts mehr, und Du wirst so nicht deine Gesundheit wieder erlangen.

Was hindert dich daran, dieser Farce ein Ende zu setzen?

lg bujo

muschu
30.07.2010, 12:56
Was hindert dich daran, dieser Farce ein Ende zu setzen?

lg bujo


Hallo Jobu,

ganz ehrlich? Vier Gründe:
- Meine finanzielle Situation: Habe schon mal ganz zu Beginn geschrieben, dass wenn ich unabhängig gewesen wäre, dann wäre ich gegangen. Ich kann nicht für mein Kind und mich sorgen und dieses Defizit bin ich am nachholen. Zuerst hatte ich mich umgeschaut, was für Chancen ich auf dem Arbeitsmarkt habe. Ohne Abschluss verdiene ich nicht einmal die Hälfte und reicht hinten und vorne nicht. Also habe ich mich entschlossen dies nachzuholen. Werde bald abschliessen.
- Eigentlich liebe ich meinen Mann noch. Doch ich kann ihm nicht verzeihen. Immer wieder hoffe ich, dass ich es schaffen werde, über meinen Schatten zu springen. Solange ich beschäftigt bin, geht es. Erledige, organisiere und plane. Auch das Zusammenleben ist sehr harmonisch und wir unternehmen sehr viel zusammen. Eigentlich hat er meine Bedingung eingehalten ... trotzdem ... sobald ich still stehe, kommt alles wieder hoch und am liebsten würde ich die Augen schliessen und nicht mehr erwachen wollen ...
- Meine Gesundheit: Ist nicht zu unterschätzen. Jetzt schaffe ich es gerade den Abschluss zu machen und mich um meine Familie zu kümmern. Mehr liegt im Moment noch nicht drin. Einen Rückfall würde ich nicht verkraften ... das ist ernst gemeint.
- Die Beziehung zwischen Vater und Tochter: Endlich ist er der Vater, den ich immer für meine Tochter gewünscht habe. Er nimmt aktiv an ihr Leben teil unt teilt ihre Sorgen usw. Die zwei sind ein Herz und eine Seele geworden ...

Es ist nur halbwegs eine Farce. Ich bin das Problem ... ich komme aus meinem Zustand nicht heraus. Die Verzweiflung bringt mich soweit, dass es mir egal ist, ob ich meinen Mann verletze. Es ist mir egal, weil ich weiss, dass er stark ist und dies vielleicht sogar verstehen könnte. Ich will ihn nicht betrügen, ich will nur wieder ins Leben zurück finden ... mich aus dieser Lethargie wachrütteln ... wieder agieren. Habe alles mögliche versucht ... Rosen gepflanzt, das Haus neu eingerichtet, den Schuppen neu gestrichen usw. es nützt nichts ... ich bin innerlich leer und zersplittert ... meine Seele hat es einfach nicht verkraftet ...

manchmal zähle ich die Jahren, bis meine Tochter gross genug ist, um auf sich selber aufzupassen ... dann wäre ich frei und könnte endlich die Augen schliessen ...

muschu

anahr
30.07.2010, 14:05
manchmal zähle ich die Jahren, bis meine Tochter gross genug ist, um auf sich selber aufzupassen ... dann wäre ich frei und könnte endlich die Augen schliessen ...

muschu

Hallo Muschu,

ich habe leider nicht alles lesen können in Deinem Strang aber Deine letzten Worte machen mich doch sehr betroffen!

Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, ich wurde auch betrogen...
Trotzdem bitte ich Dich, nicht zu vergessen, dass Du nicht für Deine Tochter oder für Deinen Mann "weitermachst", sondern für DICH! Dein Leben ist noch lange nicht vorbei und da ist noch soviel das es im Leben zu entdecken gibt!!
Es gibt keine Garantie für Glück aber es gibt immer wieder Zeiten in denen man das Glück fühlen kann und in denen man fühlt, wie schön es ist am Leben zu sein. Nimm Dir nicht die Möglichkeit diese Momente zu erleben:in den arm nehmen:

Und auch wenn Deine Tochter alt genug wäre um auf sich selbst aufzupassen würde sie es NIE verkraften wenn Du Dich einfach so "aus dem Staub machst"!! Das kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen!

Lieber Gruss
Ana:blumengabe:

bifi
30.07.2010, 16:39
dir geht es nicht gut, weil du krank bist, und weil immer wieder die alte betrugsgeschichte von deinem mann hoch kommt. und damit du "wieder lebendig sein" kannst, bandelst du jetzt mit einem anderen an?

wenn du deinen mann verletzt, dann sei dir das egal. mit sich rächen habe das nichts zu tun.

menno, dann sei doch wenigstens ehrlich zu ihm. :grmpf:

:blume: bifi

Inaktiver User
30.07.2010, 22:58
manchmal zähle ich die Jahren, bis meine Tochter gross genug ist, um auf sich selber aufzupassen ... dann wäre ich frei und könnte endlich die Augen schliessen ...

muschu


Hör auf mit solchen Gedanken, sondern hole dir professionelle Hilfe für dich. Alleine scheinst Du dir sehr schwer mit der Verarbeitung zu tun.

Wenn Dir der Kontakt zu Tobias etwas Lebensfreude bringen kann, ist das ein durchaus nachvollziehbarer Weg, den Du auch deinem Mann mitteilen kannst.

Besser wäre m.E. dennoch ein gemeinsame Therapie, bevor Du eine weitere Ablenkung suchst.

Ich kann dir nur die Kraft und den Mut wünschen, dir entsrechende Hilfe zu holen.

lg bujo

muschu
02.08.2010, 09:42
Hallo Zusammen,

... Danke für die Antworten ...

Ich bin in Behandlung und es ist gut, dass ich einen Ort habe - ausser diesen - an dem ich meine Gedanken, Ängsten, Befindlichkeiten äussern kann. Mein Therapeut meint, ich sei nicht depressiv, sondern, dass ich neben meiner Krankheit auch noch ein Burnout habe - he, ausgebrannt von meinem Leben und von dem kann ich mich nicht distanzieren. Wenn ich auf mein Leben zurück blicke, dann sehe ich eine junge Frau, die intensiv gelebt hat und viele Schicksalsschläge einkassiert hat. Bin Zielstrebig, Pflichtbewusst und ein Mensch mit sehr viel Antrieb und Leidenschaft. Die Neuorientierung fällt mir schwer, weil ich leer bin ... weil ich nicht abwägen kann ... keine Ziele und Zukunftsbilder sehe. Ich funktioniere nur noch, weil der Verstand noch da ist und mir sagt, dass ich nicht aufgeben darf.

Seit über einem Jahr bin ich innerlich tod. In mir ist nichts mehr und der Auslöser war nicht der Betrug. Der Betrug hat mir einfach noch den letzten Schlag gegeben und mich endgültig KO geschlagen.

Die Idee meinen Ex zu treffen habe ich verworfen. Das Telefonat mit dem alten Schulkollegen hatte in mir die Hoffnung geweckt, dass durch den Austausch von Erinnerungen usw. die "alte Muschu" plötzlich wieder erwachen könnte. Dafür wäre mein Ex perfekt gewesen, da sehr viel Vertrautheit und Zuneigung zwischen uns bestand. Doch seine Antwort und das Telefonat deuteten auf eine Ebene hin, die mich nicht interessiert. Schade, wäre ein Versuch wert gewesen ... aber ich will nicht schlafende Hunde wecken...

Habe es meinem Mann erzählt. Es hat ihn verletzt. Dann habe ich es ihm erklärt, was mein Anliegen war und er hat es halbwegs verstanden, doch Schwierigkeiten es zu akzeptieren ... hatte keinen Nerv für solche Eifersuchtsspiele und habe es ihm gesagt. Wir haben dann lange geredet und dann habe ich ihm mitgeteilt, dass ich einen Ehevertrag will – da soll alles was wir an Besitz haben gleichberechtigt aufgeteilt sein. Wer weiss, vielleicht nützt dies ein wenig, um mein Selbstwertgefühl zu stärken. Habe auch klar gesagt, warum ich dies gerne möchte: Wenn es zwischen uns nicht klappen sollte, will ich den Teil, der mir zusteht … habe schliesslich beigetragen. Er war zuerst entsetzt, dass ich solche Gedanken habe. Dann habe ich ihm erklärt, dass ich mich absichern will … ich will Sicherheiten im Leben! Habe viel geleistet und gegeben, nicht damit ich am Schluss der Parade ohne nichts und wieder von Null anfangen kann! Schliesslich hat mir das Leben belehrt, dass Vertrauen zu haben zwar was sehr schönes ist, doch dumm darf man dabei nicht sein. Das hat dann wieder ein langes Gespräch mit sich gezogen. Am Schluss hat er meine Ängste verstanden und er will dies in Angriff nehmen. Das ist nicht gut!!!! Warum hat er gezögert? Vielleicht weil er ganz tief in sich weiss, dass ich unter anderem aus existentiellen Ängsten geblieben bin? Oder sind diese Ängste nur eine Ausrede, um nicht die Konsequenzen ziehen zu müssen? ... Wie auch immer, wenn ich es wissen will, muss ich mich von all den Unsicherheiten und Ängsten befreien und endlich Selbständig - im finanziellen Sinn - werden und alles regeln.

... Habe einfach keine besseren Ideen, wie ich mich "wach rütteln" kann ...

muschu

bifi
02.08.2010, 17:11
Vielleicht weil er ganz tief in sich weiss, dass ich unter anderem aus existentiellen Ängsten geblieben bin? ja. halte ich für wahrscheinlich.


... Habe einfach keine besseren Ideen, wie ich mich "wach rütteln" kann ...
nun ich finde diese "idee" mehr als gut. wesentlich besser als die idee mit dem schulfreund.

:blume: bifi

muschu
05.08.2010, 11:04
Hallo Zusammen,

Danke bifi für deine Geduld ... :blumengabe: ...

Wie ich mich innerlich auch entscheide, es fühlt sich überhaupt nicht gut an.
Einerseits ist mir klar, dass ich es nicht verzeihen kann. Da frage ich mich schon, ist es nicht genausoschlimm wie ein Betrug, dass ich mich für eine Trennung vorbereite? ... Abschluss ... Ehevertrag ... Das ist es doch? Andererseits ist mir auch klar, dass ich es weiterhin versuchen sollte ... dass ich mehr an mir arbeiten muss, um zu lernen wie man verzeiht ... nur, wie macht man das? Beides fühlt sich falsch an ... fühlt sich nicht gut an.

Gestern sassen wir am Tisch und er hat viel über seine Arbeit erzählt. Da habe ich mir überlegt, dass ich dies sehr vermissen würde und dass dies eine schöne Eigenschaft von ihm ist: Sich stets mitzuteilen, erzählen was ihn bewegt und beschäftigt ... Ich höre sehr gerne zu. Auch in anderen freundschaftlichen Beziehungen bin ich die Zuhörerin. Erzähle erst etwas von mir, wenn die Schwierigkeiten überstanden sind. Da diese Zeit so lange andauert, spreche ich mit niemandem ... ich kann das nicht ... empfinde auch sehr viel Scham für meine Situation.

Habe auch sehr starke Schuldgefühle. Wenn ich mich nur informiert und nicht einfach dem Arzt vertraut hätte, dann wäre ich nicht krank geworden ... dann wäre alles beim alten ... und ich hätte eine Zukunft. Was habe ich nur angerichtet?

muschu ...

bifi
06.08.2010, 20:29
@muschu

bitte schreib nochmal, weswegen du erkrankt bist. ist schon so lange her.

also, wenn du magst.

muschu
09.08.2010, 08:32
hallo zusammen,

es ist mir hier zu öffentlich darüber zu berichten, was es genau ist - ist auch nicht relevant. habe vor einigen jahren mich für ein problem behandeln lassen und bin dann an den nebenwirkungen dieser behandlung stark erkrankt.

ich mach mir den vorwurf, dass ich ohne gross zu überlegen und ohne dass ich mich informiert hätte oder eine zweite meinung eingeholt hätte, dieser behandlung zugestimmt habe. dabei habe ich mich aus dem leben geworfen ...

was mir mühe macht, aus meiner situation rauszufinden, ist, dass das zusammentreffen von krankheit, abbruch des studiums und betrug, mich lahm legen. muss mein leben wieder auf die reihe kriegen und es ist nicht einfach. immer wieder kommt die tiefe trauer hoch, wie ich allein gelassen wurde während dieser zeit - krankheit - wie ich alleine hab kämpfen müssen, wie ich ziemlich "dreckig" betrogen wurde ... es tut nicht nur weh, es lähmt mich immer wieder aufs neue.

wenn ich frage, was hat in unserer beziehung nicht gestummen, was hat dir gefehlt, wo liegen meine fehler usw. kommt als antwort: ich hätte nichts falsch gemacht, er sei einfach ein A... und mit der situation überfordert gewesen. wie geht man mit sowas um? wo bleibt meine rolle in dieser ganzen geschichte? ...

muschu

anahr
09.08.2010, 09:48
hallo zusammen,


wenn ich frage, was hat in unserer beziehung nicht gestummen, was hat dir gefehlt, wo liegen meine fehler usw. kommt als antwort: ich hätte nichts falsch gemacht, er sei einfach ein A... und mit der situation überfordert gewesen. wie geht man mit sowas um? wo bleibt meine rolle in dieser ganzen geschichte? ...

muschu

Liebe Muschu

beim lesen deiner Beiträge scheint es mir, als ob Du mit Deinen Gefühlen, Gedanken irgendwie in der Vergangenheit festhängst!?

Bitte nicht falsch verstehen aber solange Du Dich drehst und wendest und immer wieder zurück gehst an gewisse schmerzhafte Punkte in Deinem Leben, wirst Du nie den Schritt in eine bessere Zukunft machen können... Die Vergangenheit lähmt Dich, nimmt Dir alle Kraft die Du JETZT brauchst!

Es ist gut gewisse Dinge zu verarbeiten, sich mit Schmerz und Trauer zu beschäftigen, dann muss aber irgendwann der Punkt kommen, an dem man die Dingen die man nicht mehr ändern KANN, probiert zu akzeptieren und ihnen eine Platz in seinem Leben zuordnet, damit es irgendwie weitergeht!

Das ist nur eine kleine Anregung meinerseits...:blumengabe:

Lieber Gruss
Ana

muschu
09.08.2010, 11:23
hallo anahar,

es stimmt. die vergangenheit holt mich ständig wieder ein. wahrscheinlich, weil ich sie einerseits nicht richtig verarbeitet habe und andererseits übt sie immer noch einen konkreten einfluss in meinem alltag aus ... schränkt mein wille und handeln ein.

mir dauern diese prozesse einfach zu lange an, bevor ich nach meinen vorstellungen und meinem wille handeln kann.

muss kompromisse eingehen, welche schwierig mit meinem gewissen zu vereinbaren sind. wähle einfach, das für mich mindere übel aus ... fühlt sich aber nicht gut an. ist es denn berechtigt, dass ich meinen partner über eine gemeinsame zukunft träumen lasse, während ich nicht daran glaube? ist es berechtigt, dass ich mich organisiere und nur noch abwarte, bis ich mit der ausbildung fertig bin und bis ich wieder gesund bin, um weg zu gehen? mich "kotzt" diese wahrheit an, dass ich zu so einem menschen geworden bin. sehe einfach keine andere möglichkeit, um wieder frei sein zu können ... um wieder leben zu können ...

wenn ich ihn frage, was falsch gelaufen ist in unserer beziehung, kommt nichts! wo bleibt meine schuld ... mein anteil, an dem ich arbeiten könnte? wo bleibt mein wachstum? ... ich erkenne das positive nicht ... denn, wenn es auf die tatsache beschränkt wird, "dumm gelaufen", dann ist für mich mitlerweile klar, dass ich es nicht akzeptiere ...

anscheinend will mir das leben in etwas belehren ... nur, was ist es?

mein therapeut meint, es sei gut, wie ich handle. wir haben einige szenarien durchgespielt, wie es ausgesehen hätte, wenn ich gleich gegangen wäre ... einfach "schei**e" ... vor allem für meine tochter. er ist auch der meinung, dass ich mein vorhaben im moment meinem partner noch nicht mitteilen sollte ... ich soll die ruhe und harmonie, die in der beziehung herrschen, geniessen und mich auf meine ziele konzentrieren ... es sei egoistisch, aber wenn ich wieder ins leben zurückfinden will, muss ich jetzt nur auf mich achten ... ist nicht so einfach, wie es sich schreiben lässt ...



muschu

anahr
09.08.2010, 13:22
mich "kotzt" diese wahrheit an, dass ich zu so einem menschen geworden bin. sehe einfach keine andere möglichkeit, um wieder frei sein zu können ... um wieder leben zu können ...

Das ist völlig legitim, es geht um Dein Ueberleben und das Deines Kindes! Deshalb mach Dich nicht schlechter als Du wirklich bist! Du handelst überlegt und machst Dir Gedanken über die Konsequenzen Deines Handelns...

wenn ich ihn frage, was falsch gelaufen ist in unserer beziehung, kommt nichts! wo bleibt meine schuld ... mein anteil, an dem ich arbeiten könnte? wo bleibt mein wachstum? ... ich erkenne das positive nicht ... denn, wenn es auf die tatsache beschränkt wird, "dumm gelaufen", dann ist für mich mitlerweile klar, dass ich es nicht akzeptiere ...

Das sollst Du auch nicht akzeptieren... Es geht schlussendlich darum, ob Du mit dem was geschehen ist leben kannst oder eben nicht. Jedwede Erklärung seinerseits macht die Sache auch nicht besser!

anscheinend will mir das leben in etwas belehren ... nur, was ist es?

Für mich hatte diese ganze Fremdgehgeschichte meines Mannes zur Folge, dass ich mir darüber im Klaren wurde, dass ich auf MICH und meine Gefühle mehr acht geben soll. Dass ich gefühlsmässig auch OHNE IHN existieren könnte und nicht immer auf ein Feedback oder eine Rettung von ihm angewiesen bin um meine Aengste in den Griff zu bekommen. Das hat zur Folge, dass ich mehr selbstbestimmt handeln kann und nicht immer meine auf alles was er tut reagieren zu müssen oder es zu interpretieren. Solange Du die RUHE und den FRIEDEN nicht in Dir selbst findest, wirst Du immer nur auf alles reagieren was von aussen kommt!

mein therapeut meint, es sei gut, wie ich handle. wir haben einige szenarien durchgespielt, wie es ausgesehen hätte, wenn ich gleich gegangen wäre ... einfach "schei**e" ... vor allem für meine tochter. er ist auch der meinung, dass ich mein vorhaben im moment meinem partner noch nicht mitteilen sollte ... ich soll die ruhe und harmonie, die in der beziehung herrschen, geniessen und mich auf meine ziele konzentrieren ... es sei egoistisch, aber wenn ich wieder ins leben zurückfinden will, muss ich jetzt nur auf mich achten ... ist nicht so einfach, wie es sich schreiben lässt ...

Kann ich ihm nur zustimmen!


Lieber Gruss:blumengabe:
Ana

bifi
09.08.2010, 17:27
liebe ana,


Für mich hatte diese ganze Fremdgehgeschichte meines Mannes zur Folge, dass ich mir darüber im Klaren wurde, dass ich auf MICH und meine Gefühle mehr acht geben soll. Dass ich gefühlsmässig auch OHNE IHN existieren könnte und nicht immer auf ein Feedback oder eine Rettung von ihm angewiesen bin um meine Aengste in den Griff zu bekommen. Das hat zur Folge, dass ich mehr selbstbestimmt handeln kann und nicht immer meine auf alles was er tut reagieren zu müssen oder es zu interpretieren.

dies ist der schönste teil deiner antwort, finde ich. danke :Blumengabe:

:blume: bifi

Chrissiebabe234
09.08.2010, 17:35
wenn ich ihn frage, was falsch gelaufen ist in unserer beziehung, kommt nichts! wo bleibt meine schuld ... mein anteil, an dem ich arbeiten könnte? wo bleibt mein wachstum? ... ich erkenne das positive nicht ... denn, wenn es auf die tatsache beschränkt wird, "dumm gelaufen", dann ist für mich mitlerweile klar, dass ich es nicht akzeptiere ...

anscheinend will mir das leben in etwas belehren ... nur, was ist es?dass dein leben leichter und schöner wird, wenn du dich von diesem mann getrennt hast.

muschu
12.08.2010, 08:15
hallo zusammen,

vielen dank für die antworten!!! haben mich zum nachdenken angeregt und bin irgendwie weiter gekommen ... merci :blumengabe:

emotional bin ich nicht so sehr von ihm abhängig. ich richte mich nicht nach ihm ... mir war schon immer wichtig, dass neben ein "wir" es auch ein "du" und "ich" gab. in dieser hinsicht bin eher von meiner tochter abhängig ... sehr abhängig ... beeinflusst mich sehr. sie ist ja, unter anderem, der grund warum ich nicht gegangen bin ... habe ihr wohl vor meines gestellt.

die frage, die bei mir nun ansteht ist, wie überbrücke ich die zeit, bis ich unabhängig bin? wie wird das ganze ablaufen? denn ich habe innerlich eine entscheidung getroffen und ein ablösungsprozess findet automatisch statt. werde ich ihn einfach vor vollendeten tatsachen stellen? ... :knatsch: ... das ist nicht sauber ... dass ist sehr gemein!

habe versucht eine andere perspektive einzunehmen ... bzw. ich wurde vor vollendeten tatsachen gestellt und dies ist meine reaktion darauf ... diese versuche, mein vorgehen schönzureden, nützen nur vorübergehend ... frage mich schon, ob ich einfach lernen muss, egoistisch zu sein ... ich frage mich schon, wie ich diese zeit nun überbrücken soll? ...

muschu

Charlotte03
13.08.2010, 06:06
Hallo muschu,

wenn Du gehen möchtest, kannst Du ihn nur vor vollendetet Tatsachen stellen.

Alles andere geht doch gar nicht!


Für mich hatte diese ganze Fremdgehgeschichte meines Mannes zur Folge, dass ich mir darüber im Klaren wurde, dass ich auf MICH und meine Gefühle mehr acht geben soll. Dass ich gefühlsmässig auch OHNE IHN existieren könnte und nicht immer auf ein Feedback oder eine Rettung von ihm angewiesen bin um meine Aengste in den Griff zu bekommen. Das hat zur Folge, dass ich mehr selbstbestimmt handeln kann und nicht immer meine auf alles was er tut reagieren zu müssen oder es zu interpretieren.

Dies ist sehr wichtig - unabhängig von weiterem Zusammenleben oder nicht.

Gruß

C.