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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Respekt vor dieser Aktion



Inaktiver User
10.01.2009, 10:31
Als ich grad die Nachrichtenseiten abklapperte, fiel mir auf heute.de dieser Artikel auf:

Brüsseler Hotel lädt Obdachlose ein (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/12/0,3672,7503212,00.html)

Wie ein zweites Weihnachtsfest: Wegen der Jahrhundertkälte hat ein Brüsseler Hotelier 60 Obdachlose von der Straße geholt und in sein Hotel eingeladen. Bis zu einer Woche können sie nun dort wohnen - inklusive Frühstück mit den Hotelgästen ...
Ich empfinde wirklich grossen Respekt vor dem Mann und seiner Haltung.

So macht Nachrichten lesen Spass :smile:

Inaktiver User
10.01.2009, 10:35
Ist wirklich eine gute Sache, Baselitz, nur:

ich wüsste gerne, wann sich die ersten "normalen" Gäste beschweren, dass sie mit Obdachlosen zusammen frühstücken sollen... Sowas kennt man ja leider eigentlich zur Genüge z.B. von Urlaubern und Behinderten.

Wäre schön, wenn meine Befürchtung nicht eintreffen würde.

Inaktiver User
10.01.2009, 10:48
ich wüsste gerne, wann sich die ersten "normalen" Gäste beschweren, dass sie mit Obdachlosen zusammen frühstücken sollen...

Sicher ... und bestimmt wird auch der ein oder andere zahlende Gast die Koffer packen oder gepackt haben.
Aber für mich klingt es in dem Artikel so, als könne der Mann seine Haltung und sein Handeln durchaus transportieren.

Und wenn er auch nur die Hälfte seiner "normalen" Gäste erreicht, darf er sich da durchaus nen doppelten Erfolg zusprechen.
Nämlich geholfen UND Toleranz erwirkt zu haben.

brighid
10.01.2009, 10:51
toll!

und ich bin mir sicher, auf jegliche gäste, die darauf hin ihre näschen rümpfen- auf die kann so jemand verzichten.

dafür kommen andere. nämlich die, die ihn und seine idee unterstützen.

tolle aktion.

Inaktiver User
10.01.2009, 11:15
toll!

und ich bin mir sicher, auf jegliche gäste, die darauf hin ihre näschen rümpfen- auf die kann so jemand verzichten.

dafür kommen andere. nämlich die, die ihn und seine idee unterstützen.

tolle aktion.

Glücklich, wer das in solchen schlechten Konjunkturzeiten kann... der Mann ist nämlich doppelt mutig, wenn er gleichzeitig riskiert, dass zahlende Gäste wegbleiben. Und so schnell kommen da nicht unbedingt neue, oder würdest du aus purer Unterstützung schnell mal eben nach Belgien fahren und dort übernachten wollen?

Inaktiver User
10.01.2009, 11:25
Sei nicht so pessimistisch, Joanna.

Durch diese Aktion macht der Hotelier (wobei er das wahrscheinlich gar nicht beabsichtigt) auch ein gute Reklame für sich.

Inaktiver User
10.01.2009, 11:29
Sei nicht so pessimistisch, Joanna.



Mein zweiter Name ist Kassandra :Sonne:

Inaktiver User
10.01.2009, 11:32
Mich würde mal interessieren, wieviele Obdachlose dieses Angebot auch annehmen bzw. schon angenommen haben.

Vor einigen Tagen im TV gesehen: eine soziale Einrichtung in Berlin klapperte mit einem Bus die von Obdachlosen häufig besetzten Plätze ab, um diese Leute "einzusammeln" und zu einem Obdachlosenheim (oder ähnliches) zu bringen, damit sie bei dieser Kälte nicht draußen übernachten müssen. Das ganze geschah natürlich auf freiwilliger Basis, niemand MUSSTE mitkommen.

Berlin ist wohl auch die Hauptstadt der Obdachlosen, wurde in diesem Bericht gesagt. Viele Obdachlose wollten nicht mitfahren; einige sagten in die Kamera, daß sie echte Obdachlose sind und die übernachten nunmal auf der Straße... :ooooh:

brighid
10.01.2009, 11:37
, oder würdest du aus purer Unterstützung schnell mal eben nach Belgien fahren und dort übernachten wollen?

sollte ich irgendwann in brüssel unterwegs sein, wird dieses hotel zumindet auf meiner liste stehen: muss ich mal hin.

belonya
10.01.2009, 11:39
toll!

und ich bin mir sicher, auf jegliche gäste, die darauf hin ihre näschen rümpfen- auf die kann so jemand verzichten.

dafür kommen andere. nämlich die, die ihn und seine idee unterstützen.

tolle aktion.


Ich habe gerade gestern das Abteil der U-Bahn gewechselt, weil ein junger bettelnder Obdachloser so gestunken hat, dass bei mir der Würgereflex ausgelöst wurde.

Tut mir leid, aber mit solch einer Person möchte ich mein Frühstück am gleichen Tisch nicht teilen wollen.

brighid
10.01.2009, 11:41
lest doch bitte den artikel ganz durch.

der hotelier sagt ganz klar: sie haben übernachtung und frühstück, bis zu einer woche so lange sie die anderen gäste nicht belästigen.

und ich bin mir sicher, dass diese im hotel untergebrachten obdachlosen nicht "mehr" stinken.

Inaktiver User
10.01.2009, 11:44
Mich würde mal interessieren, wieviele Obdachlose dieses Angebot auch annehmen bzw. schon angenommen haben.

. Viele Obdachlose wollten nicht mitfahren; einige sagten in die Kamera, daß sie echte Obdachlose sind und die übernachten nunmal auf der Straße... :ooooh:

Vielleicht eine Art "Ehrenkodex" ??

Ich habe einmal gelesen, dass viele Obdachlose ein solches Angebot nicht annehmen, weil sie in die meisten Einrichtungen ihre Hunde nicht mitnehmen dürfen. Umso schöner finde ich, dass im Ausgangsfall die Leute ihre Hunde mit ins Hotel nehmen dürfen.:smile:

Edelherb
10.01.2009, 15:43
Vielleicht eine Art "Ehrenkodex" ??

Ich habe einmal gelesen, dass viele Obdachlose ein solches Angebot nicht annehmen, weil sie in die meisten Einrichtungen ihre Hunde nicht mitnehmen dürfen. Umso schöner finde ich, dass im Ausgangsfall die Leute ihre Hunde mit ins Hotel nehmen dürfen.:smile:

Die Hunde sind sicher ein Grund, ein anderer z.B. auch, dass in den Obdachlosenunterkünften viel geklaut wird.

Sentenza
10.01.2009, 15:43
Ich habe gerade gestern das Abteil der U-Bahn gewechselt, weil ein junger bettelnder Obdachloser so gestunken hat, dass bei mir der Würgereflex ausgelöst wurde.

Tut mir leid, aber mit solch einer Person möchte ich mein Frühstück am gleichen Tisch nicht teilen wollen.

Wäre vielleicht eine gute Idee gewesen, die äußeren Schichten mal zu durchdringen. Wer weiß, was für ein Mensch sich darunter verbirgt.

Inaktiver User
10.01.2009, 15:48
Für mich ist es eine typisch deutsche Eigenschaft, sich über das Anderssein von Menschen zu äussern oder aufzuregen. Und da ist es relativ egal, ob anders für obdachlos, behindert, krank,zu dick, zu dünn, zu klein, zu groß, oder sonst was steht. Des Deutschen Krämerseele ist nun mal ordentlich, sauber und spiessig. Ich wette, auch in Brüssel würden sich wenn, dann nur deutsche Gäste beschweren.

So sind vergleichbare Aktionen in Deutschland auch anders. Hunde müssen draussen bleiben, dieses und jenes darf man nicht - es gibt erstmal eine Reihe Normen, in die Jeder eingepasst wird. Und danach gibts was zu essen und ein Bett.

belonya
10.01.2009, 18:34
Wäre vielleicht eine gute Idee gewesen, die äußeren Schichten mal zu durchdringen. Wer weiß, was für ein Mensch sich darunter verbirgt.


Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du aus humanitären Gründen die Nähe so eines Menschen suchen würdest. Wir leben in einem Land, wo Wasser und Seife zu haben ist. Hier in Hamburg gibt es auch für Obdachlose Einrichtungen, wo die Nutzung derartiger Dinge möglich ist.

Dieser junge Mann hat es sich selbst ausgesucht, so stinkig rumzulaufen.

Ich habe es mir dagegen ausgesucht, diesen Dunstkreis zu verlassen.

Hier geht es um das Äußere. Und der Eindruck reichte mir. Auf eine Auseinandersetzung mit den inneren Qualitäten des Stinkers hatte ich weiß Gott keinen Bock. Im Gegenzug setzt dieser Mensch sich ja auch nicht mit mir auseinander, außer er annimmt, man könne ihm ja mal nen Euro zukommen lassen.....

Inaktiver User
10.01.2009, 19:00
Viele Obdachlose wollten nicht mitfahren; einige sagten in die Kamera, daß sie echte Obdachlose sind und die übernachten nunmal auf der Straße... :ooooh:

Es gibt diesen Codex. Es gibt eine gewisse Ideologie unter aus dem Sozialen ausgestiegenen Menschen und die setzen sich nicht in einen Bus, um sich verköstigen zu lassen. Man darf das nicht als Undankbarkeit interpretieren. Es sind Menschen, die einen anderen Lebensentwurf praktizieren als wir.




Und ich finde diese Aktion auch absolut Spitze. :allesok:

Inaktiver User
10.01.2009, 19:04
Dieser junge Mann hat es sich selbst ausgesucht, so stinkig rumzulaufen.

Ich habe es mir dagegen ausgesucht, diesen Dunstkreis zu verlassen.

Es gibt zig Gründe, warum er das tut.

...andere Prioritäten, das Wahrscheinlichste. Oder wie wäre es damit: er hat einen Heidenspass an verkniffenen Gesichtern wie deinem? :smirksmile:

Entschuldige, konnte ich mir jetzt nicht verkneifen...

Inaktiver User
10.01.2009, 19:09
Ich habe gerade gestern das Abteil der U-Bahn gewechselt, weil ein junger bettelnder Obdachloser so gestunken hat, dass bei mir der Würgereflex ausgelöst wurde.

Tut mir leid, aber mit solch einer Person möchte ich mein Frühstück am gleichen Tisch nicht teilen wollen.

Vielleicht nutzen die Obdachlosen im Hotel auch mal die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Bad. :smirksmile:

Kitta
10.01.2009, 19:14
Niemand ist freiwillig obdachlos. Viele sind durch irgendeinen Schicksalsschlag dorthin gekommen und schaffen es nicht mehr, aus eigener Kraft da heraus zu kommen. Der Anteil der Lebensuntüchtigen ist unter den Obdachlosen sehr hoch. Aber gerade deshalb brauchen diese Leute Hilfe und nicht Verachtung.
Bei den Junkies bin ich allerdings nicht so verständnisvoll.
Kitta

Inaktiver User
10.01.2009, 19:18
Niemand ist freiwillig obdachlos.

Doch, Kitta. Das gibt es wirklich.



Der Anteil der Lebensuntüchtigen ist unter den Obdachlosen sehr hoch. Aber gerade deshalb brauchen diese Leute Hilfe und nicht Verachtung.

Dem wiederum stimme ich absolut zu.

belonya
10.01.2009, 19:57
Ich bleibe dabei: Ungepflegtheit ist eine ureigne Entscheidung, die man für sich allein trifft, egal ob nun obdachlos oder nicht.

Es ist müßig, sich dauernd darin zu ergehen, was dahinter steckt.

Ich habe mich entschieden, gepflegt zu sein und wenn ich mich dann frei entscheide, stinkige Dunstkreise augenrollend zu verlassen, ist das mein ureigenes Recht.

Ich habe dem Typen ja keine Vorschriften gemacht und bin ihm auch nicht auf die Füße getreten, ich habe mich auch verbal nicht geäußert.

Ich bin einfach an der nächsten Station ausgestiegen und in ein anderes Abteil gegangen. Welch eine Verwerflichkeit. In der Tat. Ungeheuerlich. Und ich war es nicht einmal allein, die die Nase voll hatte. Es folgten mir 2 andere Frauen, wir zuckten uns mit der Schulter zu. Schlimm, schlimm. Wirklich.

Inaktiver User
10.01.2009, 20:05
Ich habe neulich mal die Supermarktschlange gewechselt, weil die Dame vor mir ein Parfüm nicht gesprüht, sondern gekippt hatte. Und ich stimme dir zu, ich habe mir keinerlei Gedanken darüber gemacht, wieso sie mich eigentlich mit ihrer Reinlichkeit belästigt hat.

Sentenza
10.01.2009, 20:46
Nimm doch mal manche Obdachlose. Da ist ihr (Selbst)Hass zu spüren, all ihre von uns abgelehnte zerstörerische Wut. Doch dann kann man in diesen Menschen die nächste (verborgene) Schicht erreichen, ihre Ängstlichkeit (da werden sie schon sympathischer) - und schließlich erreicht man auch bei diesen Menschen letztendlich das Licht. Man würde sie - diese Obdachlosen - zu seinen liebsten Freunden machen wollen.

Wir sind wie eine Zwiebel. Die äußere Schicht, ist die, in der wir leben. Als gut oder böse wahrnehmbar. Aber je mehr Schichten wir abpellen, desto klarer und reiner wird die Schicht. Äußerer "Schmutz" ist da nicht mehr vorhanden.

Am Ende ist eine Erkenntnis, die nichts mehr mit dem kleinkarierten Denken der Menschheit zu tun hat.

Unsere äußere, eben sehr menschliche Schicht, für jeden wahrnehmbar, kann einen Menschen für uns unerträglich machen. Ob dieser im Extremfall obdachlos wurde - wir lehnen ihn mit unserer Menschlichkeit ab.

Wer sich konzentriert, kann tiefer schauen und wird immer den liebevollen Kern finden - und kann diesen Menschen annehmen. Und er kann, da hier nur Liebe ist, auf dieser Ebene verzeihen, was auf der menschlichen nicht möglich ist.

Aber das ist eben anstrengend und trotzdem: jederzeit durchführbar.

Menschen schwächeln eben, aber sie haben auch ihre Stärken.

Kitta
10.01.2009, 21:02
Ich bleibe dabei: Ungepflegtheit ist eine ureigne Entscheidung, die man für sich allein trifft, egal ob nun obdachlos oder nicht.[QUOTE]


Ich finde diese Einstellung zynisch. Wenn man auf einer Parkbank schläft, wird man schmutziger als wenn man im Bett schläft. Wenn man nur eine Hose hat, kann man sie nicht wechseln, auch wenn man sich im Suff bepinkelt hat.

Atis
10.01.2009, 21:53
Nimm doch mal manche Obdachlose. Da ist ihr (Selbst)Hass zu spüren, all ihre von uns abgelehnte zerstörerische Wut. Doch dann kann man in diesen Menschen die nächste (verborgene) Schicht erreichen, ihre Ängstlichkeit (da werden sie schon sympathischer) - und schließlich erreicht man auch bei diesen Menschen letztendlich das Licht. Man würde sie - diese Obdachlosen - zu seinen liebsten Freunden machen wollen.

Wir sind wie eine Zwiebel. Die äußere Schicht, ist die, in der wir leben. Als gut oder böse wahrnehmbar. Aber je mehr Schichten wir abpellen, desto klarer und reiner wird die Schicht. Äußerer "Schmutz" ist da nicht mehr vorhanden.

Am Ende ist eine Erkenntnis, die nichts mehr mit dem kleinkarierten Denken der Menschheit zu tun hat.

Unsere äußere, eben sehr menschliche Schicht, für jeden wahrnehmbar, kann einen Menschen für uns unerträglich machen. Ob dieser im Extremfall obdachlos wurde - wir lehnen ihn mit unserer Menschlichkeit ab.

Wer sich konzentriert, kann tiefer schauen und wird immer den liebevollen Kern finden - und kann diesen Menschen annehmen. Und er kann, da hier nur Liebe ist, auf dieser Ebene verzeihen, was auf der menschlichen nicht möglich ist.

Aber das ist eben anstrengend und trotzdem: jederzeit durchführbar.

Menschen schwächeln eben, aber sie haben auch ihre Stärken.Danke, Sentenza. :wangenkuss:

Inaktiver User
10.01.2009, 22:13
Im Radio wurde gestern oder vorgestern gemeldet, dass eine Frau erforen ist, die bei dieser Kälte in einem Zelt überwintert hat. Der Partner ist noch am Leben.
Ein Hotelier hatte der Frau auch angeboten in sein Hotel zu gehen, solange die Kälte anhält. Die Frau hat abgelehnt.
edit Der Mann hätte mitdürfen. Hätte sie es mal getan.

Quelle (http://www.volksfreund.de/totallokal/region/Region-Trier-Erfroren-Obdachlose-Kaeltetod-Igel-Tod-Wetter-Polizei;art1129,1942254)

belonya
11.01.2009, 17:39
Zitat Setenza:


Nimm doch mal manche Obdachlose. Da ist ihr (Selbst)Hass zu spüren, all ihre von uns abgelehnte zerstörerische Wut. Doch dann kann man in diesen Menschen die nächste (verborgene) Schicht erreichen, ihre Ängstlichkeit (da werden sie schon sympathischer) - und schließlich erreicht man auch bei diesen Menschen letztendlich das Licht. Man würde sie - diese Obdachlosen - zu seinen liebsten Freunden machen wollen.

Wir sind wie eine Zwiebel. Die äußere Schicht, ist die, in der wir leben. Als gut oder böse wahrnehmbar. Aber je mehr Schichten wir abpellen, desto klarer und reiner wird die Schicht. Äußerer "Schmutz" ist da nicht mehr vorhanden.

Am Ende ist eine Erkenntnis, die nichts mehr mit dem kleinkarierten Denken der Menschheit zu tun hat.

Unsere äußere, eben sehr menschliche Schicht, für jeden wahrnehmbar, kann einen Menschen für uns unerträglich machen. Ob dieser im Extremfall obdachlos wurde - wir lehnen ihn mit unserer Menschlichkeit ab.

Wer sich konzentriert, kann tiefer schauen und wird immer den liebevollen Kern finden - und kann diesen Menschen annehmen. Und er kann, da hier nur Liebe ist, auf dieser Ebene verzeihen, was auf der menschlichen nicht möglich ist.

Aber das ist eben anstrengend und trotzdem: jederzeit durchführbar.

Menschen schwächeln eben, aber sie haben auch ihre Stärken.

Genau. Menschen schwächeln eben. Sonst würde ja auch ich mit meinem Beitrag in diesem Licht betrachtet werden.... . :freches grinsen:

Überhaupt habe ich - fast wortwörtlich - genau das mit der Zwiebel und dem Licht vor ein paar Tagen im Stammtisch Grenzerfahrungen geschrieben.... Ist das nicht witzig?????

Gerade weil es mir möglich ist, tiefer zu sehen, stößt mich aber die Gegenwart oder jetzige Ebene eines ungepflegten Menschen ab.

Wer weiß es denn schon, ob man nicht diese Ebene bereits in einem anderen Leben gelebt hat, sie daher jetzt als nicht erstrebenswert ansieht und auch als weitere Erfahrung ablehnen soll?

Man geht einen Weg ins Licht nicht über Dreck, gerade die Reinheit wird größer, je mehr man den Schmutz hinter sich läßt....

Und den Wandel kann man nur erreichen, indem man ihn für sich selbst beschließt. Egal, ob obdachlos oder nicht....

Kitta
11.01.2009, 21:20
Sorry, da kann ich nicht mithalten. Ich bin mehr für ganz banale Hilfe im Hier und Jetzt wie Essen, Kleidung etc. und neue Lebensperspektiven.

Inaktiver User
11.01.2009, 21:28
Sorry, da kann ich nicht mithalten. Ich bin mehr für ganz banale Hilfe im Hier und Jetzt wie Essen, Kleidung etc. und neue Lebensperspektiven.

Als eine Bekannte unterwegs mal von einem Obdachlosen angeschnorrt wurde, bot sie statt Geld einen Apfel an (sie hatte grad einen dabei für's Büro). Den lehnte der Mann ab.

Eva2
11.01.2009, 21:48
auch meinen respekt.

mit den ausbleibenden gästen, da hätte ich noch die geringste befürchtung.
eher hätte ich bissi schiss, dass sie im vollrausch was *verdrecken*
:peinlich:
passiert aber auch bei anderen gästen.
dass die dusche KEIN klo ist, wusste ein russe anscheinend nicht...
und gestern sind nach einer feier, einem gast (ganz normal, gepflegt, gut situiert :zwinker:) noch die letzten bier aus dem gesicht gefallen... gütigerweise haben wir ersatz-matrazen.

ich *kenne* persönlich nur einen obdachlosen, der war bis letztes jahr immer hier drüben im parkhaus... der WOLLTE kein zimmer, keine wohnung, keine unterkunft...
gerne hat er die *reste* vom frühstück geholt. und mit glubsch-augen gefragt: hättste noch ein bierchen :freches grinsen:

Almira
13.01.2009, 07:33
Als eine Bekannte unterwegs mal von einem Obdachlosen angeschnorrt wurde, bot sie statt Geld einen Apfel an [...]. Den lehnte der Mann ab.
Die Geschichte kenn ich! Die wird in ganz vielen Varianten erzählt. Sind immer seeehr gesunde Sachen, die die guten Leute dem undankbaren Obdachlosen angeboten haben. Und meist wird die Geschichte mit so einem Na-siehste-Blick erzählt. Na-siehste-die-haben-gar-keinen-Hunger! Na-siehste-die-wollen-mein-Geld-ja-nur-versaufen! Und dann gibt einem die tausendmal erzählte Geschichte mit dem guten Äpfelchen und dem undankbaren Penner eine wunderbare Rechtfertigung, den Schnorrern schon aus erzieherischen Gründen nie mehr was abzugeben.

Sag mal, Zeta, kannst du dir vorstellen, dass auch Obdachlose mal andere Bedürfnisse haben als Hunger? Und dass der Mann vielleicht einfach enttäuscht war, weil er gehofft hatte, etwas Geld zu schnorren, um sich davon kaufen zu können, was er mag und nicht unbedingt das, was Mama empfiehlt?
Ich nehme an, er hatte das Gefühl, sie wolle an ihm herumerziehen ("Essen Sie mal lieber was Gesundes, junger Mann, anstatt ständig diesen schrecklichen Schnaps zu trinken!".

Natürlich musst du so ein unordentliches Leben nicht unterstützen, wenn du's nicht willst.

Ich lebe lieber in einer Welt, in der es möglich ist, sich auch mal durchzuschnorren, wenn man den Alltag einfach nicht auf die Kette kriegt und den herrschenden Normen und Leistungsanforderungen - aus welchen Gründen auch immer - nicht entspricht.

Und es gefällt mir sehr, wenn jemand, wie der Hotelier in Brüssel, einfach hilft, wenn Hilfe dringend gebraucht wird.

-------------------------------
OT: Übrigens halte ich die Äpfelchengeschichte für eine echte "Spinne in der Yuccapalme".

Inaktiver User
13.01.2009, 09:01
Die Geschichte kenn ich! Die wird in ganz vielen Varianten erzählt. Sind immer seeehr gesunde Sachen, die die guten Leute dem undankbaren Obdachlosen angeboten haben. Und meist wird die Geschichte mit so einem Na-siehste-Blick erzählt. Na-siehste-die-haben-gar-keinen-Hunger! Na-siehste-die-wollen-mein-Geld-ja-nur-versaufen! Und dann gibt einem die tausendmal erzählte Geschichte mit dem guten Äpfelchen und dem undankbaren Penner eine wunderbare Rechtfertigung, den Schnorrern schon aus erzieherischen Gründen nie mehr was abzugeben.

Sag mal, Zeta, kannst du dir vorstellen, dass auch Obdachlose mal andere Bedürfnisse haben als Hunger? Und dass der Mann vielleicht einfach enttäuscht war, weil er gehofft hatte, etwas Geld zu schnorren, um sich davon kaufen zu können, was er mag und nicht unbedingt das, was Mama empfiehlt?
Ich nehme an, er hatte das Gefühl, sie wolle an ihm herumerziehen ("Essen Sie mal lieber was Gesundes, junger Mann, anstatt ständig diesen schrecklichen Schnaps zu trinken!".

Natürlich musst du so ein unordentliches Leben nicht unterstützen, wenn du's nicht willst.

Ich lebe lieber in einer Welt, in der es möglich ist, sich auch mal durchzuschnorren, wenn man den Alltag einfach nicht auf die Kette kriegt und den herrschenden Normen und Leistungsanforderungen - aus welchen Gründen auch immer - nicht entspricht.

Und es gefällt mir sehr, wenn jemand, wie der Hotelier in Brüssel, einfach hilft, wenn Hilfe dringend gebraucht wird.

-------------------------------
OT: Übrigens halte ich die Äpfelchengeschichte für eine echte "Spinne in der Yuccapalme".

Eine Studentin, mit der ich mal zusammen gewohnt habe, hat mir das erzählt. Daß sie nicht mal eben einen Euro gibt, weil sie selbst jeden Cent umdrehen muß, sehe ich ein. Und daß sie immer Obst dabei hatte, wußte ich ebenfalls. Ich wüßte nicht, warum ich ihre Geschichte anzweifeln sollte.

Ich wäre übrigens auch eher bereit, einem Obdachlosen eine Currywurst (oder was immer er essen mag) auszugeben als Geld für neuen Fusel beizusteuern. Wenn der Obdachlose sagen würde, daß er aber dringender XYZ braucht, hätte ich ebenfalls kein Problem damit - sofern im finanziellen Rahmen - ihm das zu kaufen.

Dem Mann aber einfach 10 Euro in die Hand zu drücken: ja, damit habe ich ein Problem!

Mocca
13.01.2009, 09:52
Komisch, bei mir hat noch nie jemand ablehnend geguckt, wenn ich statt einer Geld- lieber zur Sachspende gegriffen habe.
Vor "meinem" Lidl sitzt im Sommer häufiger ein Obdachloser direkt bei den Einkaufswagen, er bekommt von mir regelmäßig entweder Brötchen oder Getränke (nicht alkoholischer Art notabene :smirksmile:), außerdem habe ich es schon mehrfach fertig gebracht, einer bettelnden Mutter mit Baby auf dem Arm ein Alete- Gläschen für das Kind in die Hand zu drücken... Aber ich bin wohl von meiner Mutter verdorben worden, die immer sagte: "Bei uns verlässt niemand das Haus ohne etwas zu essen, nur Geld gibts nicht!"

Mocca


P.S.: Neulich berichtete mir eine Kollegin, sie habe kurzerhand einen bettelnden Obdachlosen in ihr Auto geladen und ihm zu Haus erst mal eine warme Mahlzeit gekocht... So viel "Traute" hatte ich noch nicht :peinlich:

Almira
13.01.2009, 09:58
Dem Mann aber einfach 10 Euro in die Hand zu drücken: ja, damit habe ich ein Problem!Ach so ein Quark - verlangt das denn irgendwer von dir?

Was du oder die arme Studentin, die jeden Cent umdrehen muss, nicht geben könnt oder wollt, da hat euch doch keiner reinzureden. Glaubst du vielleicht, ich verschenk mein leztes Hemd? Ich bin doch nicht blöd!

Jetzt war's aber wirklich saukalt. Da freue ich mich doch, wenn sich jemand von ganz natürlichem Mitleid zu so außergewöhnlich großzügiger Hilfe bewegen lässt und rücke die Hilfe nicht durch so eine Geschichte vom undankbaren Penner in ein schräges Licht. Die Geschichte lässt die, die helfen, als Deppen dastehen, die sich vom undankbaren, in Wirklichkeit gar nicht so armen Penner abzocken lassen. Das finde ich wenig hilfreich.

Inaktiver User
13.01.2009, 10:00
Als ich grad die Nachrichtenseiten abklapperte, fiel mir auf heute.de dieser Artikel auf:

Brüsseler Hotel lädt Obdachlose ein (http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/12/0,3672,7503212,00.html)

Ich empfinde wirklich grossen Respekt vor dem Mann und seiner Haltung.

So macht Nachrichten lesen Spass :smile:

..schöne Beschreibung dieses " wuseligen Machers " aus Marokko, dem wohl manches " Ja-aber " zum Glück fremd zu sein scheint und er einfach macht..

Ein wenig " Würde " zurückgeben, finde ich gut : ich gebe zum Beispiel mein Geld für Bettler auch damit sie damit tun können was sie wollen..

Vor einigen Jahren bemalte ich mit Kindern im Rahmen einer Kunstaktion eine hässliche Tiefgarage in der Stadt ( durfte ich..:lachen: ) : diese lag in der Nähe eines Aufenthaltsorts einiger Obdachtloser und ich lernte einige kennen : das ist auch keine homogene Masse, das sind Einzelwesen und sehr, sehr interssante Lebensgeschichten kann man hören, wenn mancher erzählt : sehr kultivierte Leute manchmal : wunderbar, wenn man ihnen ihre Würde lässt : auch ihre Entscheidung nicht sesshaft sein zu wollen, lässt : so schwer es auch fallen mag...

Nicht jeder wartet auf " unsere Rettung "..mancher will unsere Art von Leben nicht..aus verschiedenen Gründen..und mancher schafft es nicht mehr hinein..

Inaktiver User
13.01.2009, 10:02
Ach so ein Quark - verlangt das denn irgendwer von dir?

Was du oder die arme Studentin, die jeden Cent umdrehen muss, nicht geben könnt oder wollt, da hat euch doch keiner reinzureden. Glaubst du vielleicht, ich verschenk mein leztes Hemd? Ich bin doch nicht blöd!

Jetzt war's aber wirklich saukalt. Da freue ich mich doch, wenn sich jemand von ganz natürlichem Mitleid zu so außergewöhnlich großzügiger Hilfe bewegen lässt und rücke die Hilfe nicht durch so eine Geschichte vom undankbaren Penner in ein schräges Licht. Die Geschichte lässt die, die helfen, als Deppen dastehen, die sich vom undankbaren, in Wirklichkeit gar nicht so armen Penner abzocken lassen. Das finde ich wenig hilfreich.

Ich habe den Obdachlosen, der den Apfel ablehnte, nie als "undankbaren Penner" (Deine Wortwahl!) dargestellt. Es wäre schön, wenn Du die Tatsachen nicht verdrehen würdest!

Kraaf
13.01.2009, 10:07
Im Zivildienst hatte ich aushilfsweise über Weihnachten/ Neujahr mal ein Männerwohnheim gehütet. Keine Obdachlosen also, die meisten hatten eine geregelte Arbeit, usw.

Trotzdem bzw. genauer deswegen, sage ich mal - mutige Aktion! Respekt! :freches grinsen:

Inaktiver User
13.01.2009, 10:12
Ich denke, was die Hilfe des Hoteliers zu etwas aussergewöhnlichem macht, ist, dass er nicht nur Hilfe angeboten hat (indem er bei der extremen Kälte einen warmen Schlafplatz und ner Grundlage im Magen sorgte) sondern diese Hilfe auch noch in ein echtes Erlebnis packte.

Denn es ist so wie Almira sagt: (unfreiwillig) Obdachlose möchten es nicht nur warm und satt haben ... ab und zu möchten sie's einfach auch mal nur angenehm haben ... so'n bisken Luxus, den man sich gönnt.

Und wenn man nicht grad ein Hotelzimmer anbieten kann, dann kann man einem Obdachlosen ein wenig Luxus gönnen, indem man ihm nicht den Apfel in die Hand drückt, sondern 2 Euro (oder was man eben bereit ist zu geben) damit er wählen kann, was er grad mag.

Nur weil ich grad in Laune bin, und was übrig habe, macht mich das noch längst nicht zum Erziehungsberechtigten.

Inaktiver User
13.01.2009, 10:12
Ich habe den Obdachlosen, der den Apfel ablehnte, nie als "undankbaren Penner" (Deine Wortwahl!) dargestellt. Es wäre schön, wenn Du die Tatsachen nicht verdrehen würdest!

..Zeta1973

Du bist eben eine Vertreterin der " MirschenktauchkeinerGeld " -Fraktion..

Ist doch auch o.k ..

solltest Du einmal kein Geld , kein Heim etcmehr haben ( was jedem geschehen kann, so weiß ich durch die Geschichten mancher.. ) aber Lust auf Make-up und Haarkur hast, würde ich Dir aber nur ein Vollkornbrötchen reichen, vielleicht verstehst Du dann was " Würde " heißt..

Wenn Du nun entgegnen würdest, dass sich noch keiner totgeschminkt, wohl aber totgetrunken hat, dann weiß ich, dass Du immer noch nicht verstehst.. ;-) : was auch nicht schlimm ist..

Inaktiver User
13.01.2009, 10:23
..Zeta1973

Du bist eben eine Vertreterin der " MirschenktauchkeinerGeld " -Fraktion..

Ist doch auch o.k ..



Ganz falsch, meine Liebe!

Deine pseudo-psychologischen Einschätzungen meiner Person in div. Strängen finde ich zwar immer wieder interessant, aber erstaunlicherweise liegt Du immer daneben.

Macht aber nichts, schließlich kennst Du mich nicht. Es wäre nur schön, wenn Du das unterlassen würdest.

Danke.

Inaktiver User
13.01.2009, 10:27
Ganz falsch, meine Liebe!

Deine pseudo-psychologischen Einschätzungen meiner Person in div. Strängen finde ich zwar immer wieder interessant, aber erstaunlicherweise liegt Du immer daneben.

Macht aber nichts, schließlich kennst Du mich nicht. Es wäre nur schön, wenn Du das unterlassen würdest.

Danke.

Zeta1978

ich beziehe mich auf Deine Äußerungen hier im Strang..

Du gibst Currywurst und möchtest nicht, dass jemand Geld von Dir bekommt und sich dafür dann das kauft wonach ihm ist..

das könnte Alkohol oder Kosmetika sein : ich tippe bei Dir eben so aus dem Bauch heraus eher auf Kosmetika :lachen: ( Blick auf die Signatur .. Helena Rubinstein, die große Philosophin oder anderen auch als Grande- dame eines Kosmetikimperiums bekannt )

natürlich kann ich mich irren und es wäre eine Theaterbesuch mit Fritzi Haberland als Hauptdarstellerin :-) : das würde ich Dir dann schenken ;-))))

( ..wenn Du magst kannst Du mir auch per PN " pseudo-psychologisches Zeug " im Hinblick auf die Idee definieren, dass jemand Signaturen und Postings lesen kann)

Inaktiver User
13.01.2009, 10:38
Wenn Du nun entgegnen würdest, dass sich noch keiner totgeschminkt, wohl aber totgetrunken hat, dann weiß ich, dass Du immer noch nicht verstehst.. ;-) : was auch nicht schlimm ist..

Nicht notwendigerweise versteht sie es nicht (wobei ich es schon ein klitzelein wenig vermessen finde, das vorauszusetzen), vielleicht möchte sie es auch nicht. Genau wie der Obdachlose sich aussuchen mag, was er mit geschenktem Geld anstellt, mag ich es mir aussuchen, was ich geben möchte.

Immer diese Unterstellungen!

Inaktiver User
13.01.2009, 10:46
Ich wäre übrigens auch eher bereit, einem Obdachlosen eine Currywurst (oder was immer er essen mag) auszugeben als Geld für neuen Fusel beizusteuern.


Zeta1978

ich beziehe mich auf Deine Äußerungen hier im Strang..

Du gibst Currywurst und möchtest nicht, dass jemand Geld von Dir bekommt und sich dafür dann das kauft wonach ihm ist..

das könnte Alkohol oder Kosmetika sein : ich tippe bei Dir eben so aus dem Bauch heraus eher auf Kosmetika :lachen: ( Blick auf die Signatur .. Helena Rubinstein, die große Philosophin oder anderen auch als Grande- dame eines Kosmetikimperiums bekannt )

natürlich kann ich mich irren und es wäre eine Theaterbesuch mit Fritzi Haberland als Hauptdarstellerin :-) : das würde ich Dir dann schenken ;-))))

( ..wenn Du magst kannst Du mir auch per PN " pseudo-psychologisches Zeug " im Hinblick auf die Idee definieren, dass jemand Signaturen und Postings lesen kann)

Ich bin wirklich entsetzt, Klee. :knatsch:

Inaktiver User
13.01.2009, 10:52
Ich bin wirklich entsetzt, Klee. :knatsch:

weil ich nur die Currywurst erwähnte und nicht dass es noch andere Essensangebote gab ?

Dann hast auch Du nicht verstanden..

was ja nicht schlimm ist..

Es ging um Würde und dass man sie den Menschen lässt..

Ich bin langsam angenervt von dem " Entsetzen " : in Baselitzens Artikelbeispiel ging es um etwas anderes..

und sofort kamen die Jaabers..

und die üblichen Diskussionensansätze ( die immer kommen wie das Amen in der Kirche )

Und der Mann , dem das kuriose Hotel gehört, tat was er tat und es war gut so..

vielleicht erfror ein Mensch weniger..

und mit Jaaber wäre mancher tot..

Er hatte Möglichkeiten zu helfen und handelte : mancher handelt vor lauter Jaaber aber nicht ( mehr ) ..

Inaktiver User
13.01.2009, 10:56
Es ging um Würde und dass man sie den Menschen lässt..

Was Dir gerade hier im Strang ja ganz toll gelingt! Kompliment!

Inaktiver User
13.01.2009, 11:00
Ich hörte von einer Aktion im Rahmen des Religions-Ethikunterrichts :

Jugendliche begaben sich für einen Tag in die Rolle von Obdachlosen.. ( mit zivilem Polizeischutz )

Was zuerst nach Spaß aussah, hat die fast Erwachsenen sehr nachdenklich gemacht..

und ihnen viele Facetten dieses Lebens gezeigt, das sie völlig neu blicken ließ..

Der Sohn einer Freundin redete erst einen Tag gar nicht darüber : es war einfach zu viel..zu aufwühlend ..zu komplex.. : anders als die Klischees..: Einzelschicksale..

Inaktiver User
13.01.2009, 11:02
Es ging um Würde und dass man sie den Menschen lässt..

Du hast natürlich Recht Klee ... nur sollte man auch dem Gebenden die Entscheidung zubilligen, was dieser geben mag.

Was ICH jedoch nicht mag, sind dann ... na ... leicht moralinsaure Sprüche a la: essen/trinken sie mal etwas Gesundes ... während man Obst/Fruchtsaft/Milch überreicht.
Man legt es dahin, und gut.

In unserem Dorf sitzt auch (fast) immer derselbe Mann (ob er obdachlos ist, weiss ich gar nicht, glaubs aber nicht) der ist sehr nett und freundlich, und er bekommt oft den wöchentlichen Pfandschein des Leeergutes von mir (er sitzt meist vor meinen Joghurt-Dealer)
Da frag ich auch nicht danach, was er damit eintauscht.

Inaktiver User
13.01.2009, 11:16
" Entscheidung zubilligen "


Was bedeutet das im Konkreten in einer Diskussion ?

Unterschiedliche Meinungen und Haltungen stehen nebeneinander : eine Oberinstanz des Billigenden gibt es nicht..

Ich verstehe doch auch die Haltung mancher, die ist genau so o.k wie die derer, die sich für gegebene 2 Euro etwas besser fühlen..

Ich gebe zu, dass mir dieses Geben das Gefühl gibt, nur ein kleines Bisschen was tun zu können..: und nicht durch Geld, sondern die Geste..

Der Punker, der mich ansprach...der 40 Cent haben wollte und ich ihm 2 Euro gab und er zurück lächelte..

Ich wünsche den Leuten immer mit Blick in die Augen ohne große Geberattitude einen " Schönen Tag " und der stolze Blick auf Augenhöhe Blick erwärmt mein Herz.. : dann denke ich, dass ich tatsächlich was geben konnte..

und mich die Bettelnden nicht verachten..ich die Frau, die für ein! Biobrötchen fast 2 Euro ausgibt..von Lippenstift etc gar nicht zu reden ;-)

Ich habe Glück gehabt im Leben : mit meinem Elternhaus..Schicksal etc etc : manche nicht..

Almira
13.01.2009, 11:49
Ich habe den Obdachlosen, der den Apfel ablehnte, nie als "undankbaren Penner" (Deine Wortwahl!) dargestellt.
Ja, da hast du Recht, das war meine Wortwahl, nicht deine. Leichte Übertreibung, fand ich, verdeutlicht dir, wie deine Geschichte in diesem Zusammenhang auf mich gewirkt hat.

Inaktiver User
14.01.2009, 09:24
Heute ist ein Filmbericht auf heute.de zu dieser Aktion *klick* (http://wstreaming.zdf.de/zdf/veryhigh/090113_sonnewald_hjo.asx)

Ich kann dazu leider nichts sagen, da ich es im TV nicht sah, und im web die Videos nicht untertitelt werden.