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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie geht man mit so jemanden um?



Katja_71
15.12.2008, 13:28
Mein Problem ist schwer zu beschreiben und ich weiß auch nicht ob ich hier an der richtigen Stelle bin, aber ich kann es versuchen. Vielleicht hat ja doch der eine oder andere einen hilfreichen Tipp.

Vor etwa einem halben Jahr habe ich über das Internet einen Mann kennengelernt. Er kam mir von Anfang an sehr schwermütig vor, aber in seinem Leben ist eine Menge schief gegangen, viele Sachen für die er nichts kann (z.b. eine schwere Krankheit, die er zwar überwunden hat, die ihn aber beruflich und privat sehr, sehr viel gekostet hat) - Er meinte auch selbst das wird schon und ich dachte mir, mit etwas Hilfe wird er das Lachen schon wieder lernen.

Auf jeden Fall verliebten wir uns nur ... leider ging überhaupt nichts gut, was jetzt ja gar nicht so schlimm wäre, wenn man den Mut nicht verliert, das positive sieht etc. Das ist ihm aber nicht möglich und ich kann irgendwann auch nicht mehr - Letztendlich geht in meinem Leben auch nicht immer alles perfekt und ich brauche dann ab und zu jemanden der mich aufbaut, nicht noch runterzieht.

Ich habe dann noch den Fehler gemacht ihm das zu sagen - das Ergebnis war eigentlich der "totale Zusammenbruch" bei ihm. Immer wenn wir reden kommt etwas weiteres aus seinem Leben und ich verstehe dass er so ist wie er ist, nur macht es weder ihn noch mich glücklich.

Ein weiteres Problem ist, dass es sich um eine Fernbeziehung handelt (mit eines der Dinge die ständig schief gingen, wir konnten uns nur sehr selten sehen, manchmal nur einen Abend in 3 Wochen und dann war ich manchmal auch schon so am Ende ... weil irgendwie die ganze Zeit davor alles schief gegangen war, dass ich dann auch nicht von einer Sekunde zur nächsten "Mrs. Sonnenschein" spielen konnte) - Wenn ich ihn mal für längere Zeit bei mir hatte, ging es .... es war dann immer ein ziemlicher Kampf am Anfang (den ersten Tag), dann machte er endlich auf, beruhigung auf beiden Seiten und dann mußte er schon wieder nach Hause fahren.

Auf jeden Fall haben wir uns jetzt entschieden dass es so nicht gehen kann - das macht uns ja beide fertig. Nur ... ich hab ihn wirklich total gern und mache mir jetzt schlicht und einfach Sorgen um ihn - Als Partner kommt er so wie er ist im Moment nicht in Frage, das ist mir klar...

Freundschaft würde gehen - nur hat er furchtbare Angst davor, dass ich jemand anderen kennenlerne (und ich kann ihm natürlich nicht das Gegenteil versprechen, denn natürlich will ich mein Leben auch nicht alleine verbringen) - Ich weiß oft nicht was ich tun soll und wie ich mich richtig verhalten kann oder soll.

Egal ist er mir nicht, ich kann und will auch nicht so tun als ob.

Ich glaube auch dass er eine schwere Depression hat und eigentlich Medikamente nehmen sollte. Er hat auch schon oft gesagt, dass er das tun wird, nur .... er fängt nicht wirklich damit an ... aber immer wieder kommen solche Bemerkungen dass er nicht sehr am Leben hängt, sich nicht liebenswert findet.

Erschwerend hinzu kommt eben noch, dass wir nicht in der selben Stadt wohnen, sonst würde mir ja etwas einfallen, ich würde schon bei ihm auf der Dacke stehen und dafür sorgen dass er was tut oder ihn zum nächsten Arzt schleppen - aber ich kann ihn nichtmal besuchen da er derzeit bei seinen Eltern wohnt (durch seine Krankheit mußte er auch aus seinem haus ausziehen.)

Es ist schlicht und einfach klar, dass er jetzt erstmal sein eigenes Leben wieder in Griff bekommen muss und da kann er nicht auch noch für mich da sein. Was ich ja auch nicht verlange -aber wenn sich dann (natürlich) auch noch Eifersucht dazu gesellt (natürlich aus der Angst mich zu verlieren) etc. geht es nicht mehr.

Ich kann doch nicht die nächsten 2 Jahre wartend zu Hause verbringen, mich von allen Versuchnungen fernhalten und darauf hoffen, dass er das alles alleine schafft.

Er versteht das ja auch alles - nur emotional schafft er es nicht ...

Vielleicht kann mir hier irgendjemand sagen, jemand der selbst von Depressionen betroffen ist, jemand der selbst mal eine schwere Kise durchgemacht hat ....

Was kann ICH tun ... Soll ich ihn anrufen, wenn er sich in sein Schneckenhaus zurückzieht und ihn da rausholen? Oder mische ich mich dann zu sehr ein (wobei ... wenn er Depressionen hat, dann muss sich jemand einmischen, alleine kommt man da nicht raus) und für viele andere in seinem Leben sind seine Bemühungen "immer zu funktionieren" ja ausgesprochen praktisch - die werden den Teufel tun und ihn davon abbringen ....

Irgendwelche Tipps, Ratschläge, Erfahrungen? Wäre wirklich dankbar.

Liebe Grüße
Katja

nonsparkling
16.12.2008, 19:57
vermutlich kann man gar nicht helfen :regen:

der mann mit dem ich lange zusammen war (und vielleicht auch wieder zusammen sein werde :liebe: )ist leider ganz ähnlich. ich halte ihn auch für depressiv (vlt. auch manisch- depressiv) und er sieht zwar das porblem aber er meint er würde nicht mit fremden über seine probleme reden -> therapie in welcher form auch immer kommt nicht in frage :wie?:

ich fürchte ich kann dir nicht helfen- ich wollt nur sagen: du bist nicht allein :wangenkuss:

sparkling

Inaktiver User
16.12.2008, 20:03
Also, ich kenne mich mit Depressionen nicht wirklich aus (auch wenn ich z.Zt. nicht so fit bin, aber das hat andere Gründe).

Allerdings weiß ich schon so viel:
Wenn ich das Gefühl habe, ich hätte wirklich welche, würde ich
a) zum Psychiater gehen und das abklären lassen
b) falls erforderlich Medikamente nehmen
c) eine begleitende Therapie machen

Und genau das muss auch dieser Mann tun.
Er muss da selbst drauf kommen, bzw. du solltest es ihm nochmal durch die Blume mitteilen, dass du kein Therapeut bist und das nicht leisten kannst, dass er Hilfe von außerhalb braucht und die sich bitte holen soll.