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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Todessehnsucht oder Melancholie?



Inaktiver User
18.11.2008, 18:52
Ok, ich bin davon überzeugt, dass es mit mir aufwärts geht.
Ich blicke optimistisch in die Zukunft, habe hoffentlich nun die richtige Therapeutin gefunden und mache auch wieder mehr Sport. :blumengabe:

Nichts destotrotz:
Mich überrollt seit letzter Woche in regelmäßigen Abständen eine Todessehnsucht. Nicht, dass ich unbedingt sterben will, es ist nur plötzlich so ein seelischer Schmerz der hochkommt, und das so heftig, dass ich plötzlich alles hinschmeissen will.

Heute war es wieder beim Autofahren. :ooooh:
Es regnete und ich dachte schon wieder zu viel nach, und dann kam wieder dieser komische Schmerz hoch (vielleicht ist es Melancholie??) und da ich den Schmerz in seiner Heftigkeit nicht aushalten kann, kommt der Todesgedanke.

Voller Euphorie habe ich nun gestern das Buch "Ich bring mich um die Ecke" gekauft, wo auf ironische Art ein Mädchen ihren Abgang plant - was aber nicht funktioniert. Das Buch lenkt mich ganz gut ab... :kuss:
Und in dem Buch wird auch beschrieben, dass die Menschen i.d.R. gar nicht sterben wollen, nur sie können den Schmerz nicht mehr aushalten.

Für mich ist dieser seelischer Schmerz vollkommen neu.
Ich kann das nicht wirklich einsortieren.
Es ist nicht keine Trauer, auch keine Wut.
Ist das ein Phänomen der Ü40iger??

HILFE! Kann mich jemand verstehen??

SanchoPansa
18.11.2008, 19:31
Ich kann Dich bestens verstehen, mein seelischer Schmerz kommt von starkem Liebeskummer. Es ist, als ob sich ein dolch in mein Herz bohrt, dann dieses ziehen, ein Gefühl jeden moment kotzen zu müssen, allgemeine Schwäche... Mich hält aber mein Söhnchen am Leben, er ist ein Sonnenschein. Ansosnten stecken wir beide wohl in der sogenannten midlifecrisis, wobei selbst das geschönt ist, denn dann müßte ich 92 werden. Ohne mich, vorher gehe ich schwimmen...nach Amerika.

LG
Sancho

florales
19.11.2008, 15:14
Und in dem Buch wird auch beschrieben, dass die Menschen i.d.R. gar nicht sterben wollen, nur sie können den Schmerz nicht mehr aushalten.

Im Volksmunde heißt es "sich das Leben nehmen"

und genau das ist es: das bisherige Leben ist ohne Veränderung schwierig oder nicht mehr möglich. Wenn Du Dir das "Leben nimmst" steuerst Du eine Veränderung an, die immer mit Abschied zu tun hat. Deswegen der Schmerz oder die Trauer.

Nur bei einigen Leuten kommt eine Kurzschlussreaktion dazu und dann ist es vorbei mit dem Leben.

Gäbe es für diese Menschen in diesem Moment ein Gegenüber, der Fragen zum Leben stellt, wäre die Kurzschlußdramatik schnell vorbei und der Mensch noch am Leben um sich sein "Leben" zu nehmen.

Hoffentlich ist das verständlich, kann es nicht anders ausdrücken.

Inaktiver User
19.11.2008, 18:51
Das tut mir leid, Dobby, dass es Dir so schlecht geht.:blumengabe:

Aber das gibt es auch U40, glaub mir.:smirksmile: Ich spreche aus Erfahrung. Florales bringt aber dazu sehr wichtige und gute Punkte auf den Tisch. Ich stecke auch gerade in einer Veränderungsphase, weil die ich die bisherige nicht mehr "leben" möchte.
Gut ist schonmal, dass Du Dir darüber im Klaren bist und darüber sprichst.:blumengabe:

Inaktiver User
19.11.2008, 19:00
hallo Dobby_lieb,

wenn du das liest, geht es dir hoffentlich besser! :blumengabe:

Ich kenne solche Gedanken auch. Ich wüsste auch genau, wie ich mir das Leben nehme - und das gute daran ist, dass es zwar schmerzlos und einfach, aber nicht für eine Kurzschlusshandlung geeignet wäre.

Mir gibt dieser Gedanke eine gewisse Autonomie.

Ich könnte, wenn ich wollte. Aber bisher war das Leben doch immer noch zu schön, und solche traurigen und schmerzhaften Gedanken kamen und gingen.

Ich wünsch dir alles Gute für den Weg aus dem Tal!:blumengabe:

Inaktiver User
19.11.2008, 20:07
... danke ihr Lieben..... :blumengabe:

Ich könnte, wenn ich wollte. Das gibt mir auch ein gutes Gefühl, dass es in meiner Hand liegt.

Ich kann florales auch zustimmen, wenn in jedem Moment ein Gegenüber da wäre, gäbs keine Kurzschlussdramatik.

Es ging heute nicht wesentlich besser.
Ich saß bei der Arbeit, war gerade im Gespräch, und der Schmerz kam schon wieder hoch.

Ich befürchte momentan, dass irgendwas seelisches in mir stirbt, vielleicht ein Teil meiner Seele, vielleicht ist das aber auch wie die Phase beim Schmetterling.
Und ich bin jetzt gerade in der Schlüpfphase..... :lachen:

Inaktiver User
19.11.2008, 20:14
Dann finde heraus, was es ist, denke nach, reflektiere. Und wenn die Wände wieder einstürzen, dann kotz Dich hier einfach aus.:smirksmile:

Wir sind da und können das ab.:blumengabe:

Beschäftige Dich mit Dir selber und überdenke alles, was Dir einfällt (meist ist das erste die richtige Lösung). Überlege dann, was Du ändern kannst.

Inaktiver User
12.12.2008, 17:07
Ich möchte kurz berichten, dass etwas sehr Erfreuliches passiert ist und dieses komische Gefühl komplett verschwunden ist, auch der Schmerz im Bauch.

So kann es gehen :jubel: :allesok:

Inaktiver User
15.12.2008, 09:48
:Sonne::blumengabe:

Golem
16.12.2008, 14:11
Hallo Dobby, durch welches Ereignis ist der Schmerz verschwunden? Wenn ich fragen darf ...
Ich habe denselben Schmerz seit 3 Monaten, hört nicht auf und möchte ihn abstellen, denke daran, am liebsten sterben zu wollen. Was könnte es sein, wodurch der Schmerz aufhört?

Ich gönne Dir von Herzen ein luftiges, leichtes Lebensgefühl!

Bienchen71
16.12.2008, 18:13
Hallo Dobby,

na, dann hoffe ich für Dich, dass das Gefühl anhält bzw. der Schmerz nicht zurückkehrt...

Ich kenne das auch. Morgens aufwachen und unglücklich sein, weil man wieder mal aufgewacht ist... Ein Stich voll Neid, wenn jemand anders mit dem Auto verunglückt - warum darf derjenige gehen und ich nicht? Aber den Mumm, den letzten Schritt zu gehen, hab ich nicht. Gott sei Dank vielleicht, ich hoffe, dass ich aus diesem Loch mal wieder rauskomme...

Irgendwas müsste ich ändern an meinem Leben. Aber was? Schwierig...

Ich bin froh, dass ich diesen Strang gefunden habe und sehe, dass es noch mehr Menschen gibt, denen es so geht...

Inaktiver User
16.12.2008, 19:22
Hallo Dobby, durch welches Ereignis ist der Schmerz verschwunden? Wenn ich fragen darf ...
Ich habe denselben Schmerz seit 3 Monaten, hört nicht auf und möchte ihn abstellen, denke daran, am liebsten sterben zu wollen. Was könnte es sein, wodurch der Schmerz aufhört?

Ich gönne Dir von Herzen ein luftiges, leichtes Lebensgefühl!

Golem,

ich war sehr heftig gefangen in so einer unglücklich-beendeten Beziehung, die mich in der ganzen Heftigkeit mit Sehnsucht, Liebeskummer, unerfüllte Familienpläne etc. noch nach Jahren überrollt hat.
Seit ich das ganze Gebilde (sprich den Typen) klarer formuliert habe, auch für mich persönlich zu der inneren Distanz gekommen bin und ganz zufällig weitere, sehr abstoßende Dinge über meinen Ex erfahren habe, war das Gefühl und die Sehnsucht nach diesem Typen schlagartig verschwunden.

Ich trauere nicht mehr um ihn. Daher will ich auch nicht sterben.

Nichtsdestotrotz muss mein Leben besser, schöner, heller und lebendiger werden. Auch ohne ihn.
Auch wenn ich nicht weiß, ob ich jemals wieder so lieben kann.....

Ich habe Pläne für 2009. Ein paar, kleine, für Außenstehende vielleicht unwichtige.

Auch wenn ich z.ZT. nur beabsichtige, von einem Tag zum nächsten zu planen.

Alles Liebe euch :blumengabe:

Bienchen71
17.12.2008, 09:01
...Nichtsdestotrotz muss mein Leben besser, schöner, heller und lebendiger werden. Auch ohne ihn.
Auch wenn ich nicht weiß, ob ich jemals wieder so lieben kann.....




Der Absatz hätte von mir stammen können, so geht's mir auch... Und so lange ich nicht weiß, ob ich jemals wieder so lieben kann, werde ich's auch nicht mehr versuchen. Ein diesbezüglicher Versuch ist gerade mit Schwung nach hinten losgegangen...

Nur hab ich keine Ahnung, wie man das Leben besser, schöner, heller und lebendiger gestaltet. Pläne habe ich auch, und Ideen, was ich ausprobieren möchte. Aber ist das nicht eher nur an der Oberfläche die Kratzer beseitigen? Muss man nicht ganz tief drinnen erstmal aufräumen? Nur wie?

Inaktiver User
18.12.2008, 19:05
Der Absatz hätte von mir stammen können, so geht's mir auch... Und so lange ich nicht weiß, ob ich jemals wieder so lieben kann, werde ich's auch nicht mehr versuchen. Ein diesbezüglicher Versuch ist gerade mit Schwung nach hinten losgegangen...

Danke, mir gehts ja genauso.
Z.Zt. ist das überhaupt nicht denkbar, und ich will auch nicht auf Teufel komm raus irgendwas arrangieren, so merke ich gerade, so lange ich noch nicht dazu bereit bin.
Ich weiß, dass ich mich damit ja selbst blockiere, aber es ist nunmal so.....
Vielleicht bringt der Frühling wieder neue Power, mehr Licht und Energie....

Ich glaube, dass manche Menschen nur einmal im Leben so heftig überhaupt lieben können, wobei: ich weiß es nicht wirklich.....




Nur hab ich keine Ahnung, wie man das Leben besser, schöner, heller und lebendiger gestaltet. Pläne habe ich auch, und Ideen, was ich ausprobieren möchte. Aber ist das nicht eher nur an der Oberfläche die Kratzer beseitigen? Muss man nicht ganz tief drinnen erstmal aufräumen? Nur wie?

Ich denke vor allem an mich, was mir gut tut, was ich gerne Neues ausprobieren möchte, ohne irgendwelche Hintergedanken. Mir ist z.Zt. eher lästig, ich will mich ausschließlich in mich selbst verlieben, ich will niemandem gefallen oder so ein Blödsinn (weder Männern noch Frauen).
Ich bin z.Zt. der totale Egoist, ist mir auch egal, was jetzt andere davon halten.

Damit bekomme ich auch mehr Leichtigkeit und Freude.

Dass ich nebenbei auch innen drin aufräumen muss, ist mir auch klar, aber ich hatte bisher (s. anderer Strang) mit den Therapeuten viel Pech und nun gerade keine Energie, mir schon wieder jemand Neues anzuschauen..... :knatsch:

Bienchen71
23.12.2008, 09:34
Hallo Dobby und alle anderen,

mir geht's im Augenblick saugut (sorry!), kein Vergleich zu letzter Woche... Ich hab mich am Freitag in den Flieger gesetzt und bin nach Wien zu meiner Freundin geflogen. Und dort war ich ständig beschäftigt, hab viele Leute getroffen, nach einer kleinen Operation zum ersten Mal wieder richtig Sport getrieben, viel gesehen und unternommen und viel frische Luft abgekriegt. Ein paar kleine Sachen gemacht, die ich schon immer mal machen wollte (auf einem Wiener Weihnachtsmarkt einen Glühwein trinken, und ich hab die erste Käsekrainer meines Lebens gegessen - lecker!!). Diese vier Tage Abstand haben mir so unglaublich gutgetan, dass ich mich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder richtig glücklich fühle...

Jetzt muss ich zusehen, dass das anhält. Meine Freundin bemüht sich jeden Abend, sich Zeit für sich zu nehmen und wieder "runterzukommen" vom Tag. Sie legt eine Wellness-Musik-CD ein und liest eine halbe Stunde im Bett, bevor sie das Licht ausschaltet. Ich wusele ständig herum und lege mich dann aus dem Gewusel ins Bett, kann dann nicht einschlafen und ziehe mich mit schlechten Gedanken dann selbst runter... Also hab ich mir gestern auch eine Meditations-CD gekauft und gleich zwei Bücher mit Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene gekauft und vor dem Schlafengehen noch eine Geschichte gelesen. Dann entspannt das Licht ausgemacht und geschlafen.

Zukünftig werde ich mir jeden Tag eine halbe Stunde nur zum Entspannen nehmen. Mir Kerzen anzünden und Musik hören und einfach nur auf dem Teppich vor dem Kamin liegen. Und drauf achten, dass mein Sport nicht zu kurz kommt bei allen anderen möglichen Terminen und Vorhaben. Ich werde versuchen, meinen Tag besser zu strukturieren, damit nichts mehr in Stress ausartet.

Soweit jedenfalls erstmal die Vorsätze... :smirksmile:

In mich selbst verlieben, Dobby, das ist auch noch ein schöner Vorsatz, den ich noch dazupacke... Überhaupt mehr an mich denken und daran, was mir gut tut, egal was andere davon halten...

Ich habe mir felsenfest vorgenommen, 2009 zu MEINEM Jahr zu machen!! Und dafür fange ich jetzt an den letzten Tagen im alten Jahr an zu üben. Und Silvester fliegt eine Flasche mit meinem alten Leben, das ich nicht mehr haben will, fest verstöselt, damit es bloß nicht mehr rauskommt, in die Donau... Weg damit!! :smile:

Inaktiver User
23.12.2008, 09:57
Ich habe mir felsenfest vorgenommen, 2009 zu MEINEM Jahr zu machen!! Und dafür fange ich jetzt an den letzten Tagen im alten Jahr an zu üben. Und Silvester fliegt eine Flasche mit meinem alten Leben, das ich nicht mehr haben will, fest verstöselt, damit es bloß nicht mehr rauskommt, in die Donau... Weg damit!! :smile:

Klasse, viel Spaß beim in die Donau-werfen :wangenkuss: :freches grinsen:

Sumpfhuhn75
23.12.2008, 19:46
Ist das ein Phänomen der Ü40iger??



Nein. Suzidgedanken sind immer ein Zeichen, dass seelisch etwas aus dem Lot ist. Du solltest deine Gedanken unbedingt mit deiner Therapeutin besprechen.

alles Gute!