Antworten
Seite 45 von 46 ErsteErste ... 3543444546 LetzteLetzte
Ergebnis 441 bis 450 von 460
  1. Inaktiver User

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Ja, das BriTeam hatte ich ja verständigt
    nachdem herbstblatt ihren bodenlosen Beitrag # 373 hier vom Stapel gelassen hatte.

    Bei so einem "brisanten" Thema wäre es doch ganz von Vorteil, ein Mod oder Vip sähe ab und zu mal danach.

  2. VIP

    User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Sei Dir gewiss, dass immer irgendwer mitliest und die Entwicklung eines Stranges beobachtet.

    Für jeden Pieps muss aber auch nicht gleich die NUB-Keule geschwungen werden. Wir hoffen erst einmal - wohl im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in der ehemaligen DDR - auf die Souveränität erwachsener User, die ja auch nicht zwangsläufig über jedes Stöckchen springen müssen.

    Zum Glück hoffen wir nur selten vergebens.

    Ich schweife ab... und gebe ans Thema zurück.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



  3. User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ihr seid so toll am schreiben und analysieren, es dauerte jetzt eine stunde, das nachzulesen, was ich seit gestern "versäumt" hatte....
    und auch ich habe bislang selten eine so spannende auseinandersetzung hier verfolgt.


    hansdampf, zitronenmond hat (wieder mal...) sehr fein analysiert, worum es mir ging: um eine rechtlich-historische dimension.

    und die schuld der kirche (als staatstragendes system) ist zwar schon älter, wenn ich mir aber die geschichte der gegenreformation in österreich (z.B.) ansehe, dann ist der staatliche zwang ein mindestens ebenso großer gewesen, bespitzelung, ausweisung in kronländer, sippenhaftung etc...gabs alles in der katholischen kirche und den ihr zugehörigen habsburgerländern über jahrhunderte....

    nur so als beispiel, für die "schuld" der kirche einerseits, für "ethische werte" als historisch flexiblen fakor andererseits.

    hier im süden wirkte die macht der katholischen kirche noch bis ins späte 20. jahhundert nach, sie hatte massiven einfluss auf das leben der menschen, wirtschaftlich, gesellschaftlich. wer sich nicht unterwarf, nach den vorgegebenen regeln lebte, wurde zwar im 20. jahrhundert nicht mehr verbrannt, stand aber unter gesellschaftlicher, und damit verbunden auch oft wirtschaftlicher ächtung.

    der vergleich hinkt also keineswegs, wenn man die historische dimension ein klein wenig verschiebt.
    der Vergleich mit anderen autoriären und diktatorischen Staatsgebilden in Gegenwart und Vergangenheit hinkt natürlich nicht.

    Das katholische Oberbayern in den 80er Jahren des 20. JH hatte aber meinem Empfinden nach eine andere Qualität von Unrecht als die DDR zur gleichen Zeit.

    Was die historische und ethisch/moralische Bewerung der Rolle der katholischen Kirche in der Vergangenheit nicht ändert.

    Hans

    Die
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  4. Inaktiver User

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Zitat Zitat von Rotfuchs
    Sei Dir gewiss, dass immer irgendwer mitliest und die Entwicklung eines Stranges beobachtet.

    Für jeden Pieps muss aber auch nicht gleich die NUB-Keule geschwungen werden. Wir hoffen erst einmal - wohl im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in der ehemaligen DDR - auf die Souveränität erwachsener User, die ja auch nicht zwangsläufig über jedes Stöckchen springen müssen.

    Zum Glück hoffen wir nur selten vergebens.

    Ich schweife ab... und gebe ans Thema zurück.
    darauf ein Kommentar per PN, ok?

  5. User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    du bist aber nicht als kleinhäusler in der traditionellen landeskultur in einer klassischen dortigen familienstruktur aufgewachsen.
    das ändert den blickwinkel immens....
    das, zwischenrose, ist aber eine andere Diskussion.
    Natürlich übt die soziale Umgebung, in der man aufwächst, immer einen mehr oder weniger starken Zwang auf das Individuum aus. Das ist aber mit einem staatlichen Zwang nur sehr bedingt zu vergleichen. Die Loslösung aus meiner Herkunftswelt ist in erster Linie ein inneres Problem (da ich mich aus Vertrautem löse und Unsicherheit empfinde und mit Konsequenzen für die Beziehungen zu den Menschen meiner Herkunftswelt zu rechnen habe.)

    Die DDR Bürger waren niemals eine homogene Masse. Weder von ihren politischen Überzeugungen her noch von ihrer Herkunft. Es gab immer einen großen Anteil von Menschen, die sich nicht mit der DDR als Staat identifiziert haben (und die daher mit der Nichtanerkennung der DDR durch die BRD kein Problem hatten) und die diesem Staat die Legitimität abgesprochen haben. Es gab also keine traditionelle DDR-Landeskultur, der man entwachsen mußte, sondern das individuelle Schicksal des Geburtsortes, der über das Maß an Freiheit und Unfreiheit entschied.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  6. User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Zitat Zitat von Sprachlos
    Dass sich einige körperlich doch entzogen haben wurde hier schon beschrieben, war sicher nicht einfach.
    In der DDR haben sich viele aber in die Kirchen zurückgezogen.

    Der Aspekt des Sich-Emotional-Nicht-Entziehen-Könnens ist aber gerade bei der Kirche auch vorhanden, nicht für dich natürlich, wenn du nicht dazu gehörst.
    Das verstehe ich nicht.

    Der Rückzug in den kirchlichen Raum war in der DDR immer nur ein partieller. Trotzdem mußte man als Kind in der Schule staatliche Losungen nachplappern, mußte der Vorteile willen heucheln, und mit drastischen Sanktionen rechnen (die meist ausblieben, als Bedrohung aber gegenwärtig waren).

    Wenn ich mich in der Kirche nicht wohl fühle, deren Dogmen nicht glaube - dann kann ich mich zurückziehen. Das wird schmerzhaft sein für einen Gläubigen, aber niemand (erst recht nicht kein Staaat mit seinem Gewaltmonopol) kann mich daran hindern, diesen "Kulturraum" zu verlassen.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  7. User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ach Mensch, Hans, du machst es aber auch extra kompliziert, jetzt echt mal.Natürlich nicht HEUTE, nicht in einer GROSSSTADT, nicht FÜR ALLE. Den Kirchen laufen die Mitglieder in Scharen davon, das wissen doch wohl alle.

    Ich bemühe den Vergleich, um klar zu machen, dass es Indoktrinierung nicht nur in der DDR gab, herrgottszeiten, nur darum ging es. Und natürlich geben sich auch Kindergärten - übrigens nicht nur konfessionelle - erzieherische Richtlinien, die der eigenen Philosophie entsprechen.

    Und wenn du kirchliche Indoktrinierung für lächerlich wenig wirksam hältst, da gibt es genug Beispiele, die jederzeit mit dem mithalten können, was Gruseliges über DDR-Kindergärten erzählt wurde. Hörte ich bereits von Menschen, die in solchen Einrichtungen Schäden davontrugen, die sie heute noch die Kirche hassen lassen. Ich gehöre zum Glück nicht dazu, war nie in der Kirche.
    Ich mußte es so kompliziert machen, da du nirgends erwähnt hast, daß Du die DDR mit dem katholischen Mittelalter vergleichst. Ich dachte, es geht um heute, hier und jetzt. Um den Systemvergleich DDR und BRD, speziell in den 80er jahren.

    So haben wir aneinander vorbei geredet.
    Gut, daß das nun geklärt ist!



    Hans

    P.S. Gesellschaften, die ohne Doktrinierung auskommen, gibt es eigentlich erst seit dem Zweiten Weltkrieg. Das war ja das Schlimme für manchen DDR Bürger: Das man als Mensch (einigermaßen) frei und mündig leben konnte auf dieser Welt - nur nicht in diesem Staat.
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  8. User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Jetzt habe ich nicht rechtzeitig gelesen, daß sich (fast) alle verabschiedet haben und poste fröhlich weiter. Schade.

    Eine schöne Zeit allen hier.

    Danke

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  9. User Info Menu

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @bignosekate,
    ich habe dich gebeten hier, dich nicht aus dem Strang zurückzuziehen, weil ich viele deiner Gedanken und Fragen nicht als beleidigend, sondern als Fragen zum Verständnis sehe.
    Du willst etwas wissen, du wunderst dich über die Äußerung deiner Kollegin/ Bekannten und plötzlich prasselt es hier genauso geballt auf dich ein.
    Ein bisschen kann ich dein Erschrecken schon nachvollziehen.

    Aber kate,
    du hast doch die Frage hier nicht gestellt um eine *linientreue* Antwort zu bekommen?
    Wenn ich die Beiträge überfliege, so hat dir niemand vehement widersprochen, sondern es sind Erklärungen versucht worden.

    Aus unterschiedlichsten Ecken, es sind Antworten dabei von Leuten, die vor dem System geflohen sind, es sind Antworten von Leuten gekommen, deren persönliche Rechte in welcher art auch immer massiv beschnitten wurden und es hat Antworten gegeben von Leuten, die manches nicht so sehen.
    Ich weiß, Vergleiche hinken, aber erlaube mir bitte einen.
    Als Moderator betreue ich die Foren Trennung und Scheidung, die Alleinerziehenden und den gebrauchten Mann.

    Es sind Bereiche, in denen ich über eine große persönliche Erfahrung verfüge und die mir persönlich sehr am Herzen liegen. ich bin aber schon viele Schritte weiter, als die, die dort ihre Beiträge schreiben. Ich seh also von außen drauf, stoße viel schneller auf den Punkt. Weil ichs von außen sehen kann!

    So wie du in unsrem Fall.

    In das Thema DDR bin ich persönlich sehr stark involviert, ich habe dort nicht gelitten, ich habe aber auch nicht hinterfragt.

    Ich war ein Traumtänzer, ich liebte Theater, Malerei und Literatur, ich wußte wie man da ran kam ohne jemanden ans Messer liefern zu müssen. Es hat auch nie jemand mich dazu überreden wollen. Ich bin 1989 nicht zur Wahl gegangen, ob da jemand anschließend mit dem Lada vor der Tür stand ???
    Habe ich nie drauf geachtet.
    Vielleicht habe ich auch nicht sehen wollen, was nicht sein sollte. Allerdings ich konnte nicht so recht verstehn, warum man Ausreisewillige nicht gehn ließ.
    Ob die DDR wirklich ausgeblutet wäre?
    Ökonomisch so oder so, mit Aluchips kann man eben nur Mercedestürklinken machen.

    Die Wende hat mein komplettes Leben umgeworfen, Arbeitsplatzverlust incl. einer Scheidung. Für mich fällt da also schon mal gar nichts positives in diese Zeit.

    Ob ich nun die DDR als Staatssystem wiederhaben will, nein!

    Weil's so nicht geht.

    Fritte schrieb hier mal vom unmündigen Bürger und das sehe ich auch so.

    Die geistige Freiheit, na ja, wenn meine Kinder irgendwann mal auf eigenen Füßen stehen können, dann werde ich die Freiheit ohne Cent in der Tasche, aber mit einem guten Buch auf der Bank wesentlich ruhiger genießen.

    bignosekate,
    entschuldige bitte, wenn ich dir zu rotzig rüberkam, das war nicht so gemeint Und diese komische Kollektivschulddenken, naja ich hatte es ja schon erwähnt.
    Und irgendwie will ichs ja eigentlich nicht, weil ich eben nicht mehr als 20 Jahre meines Lebens wegwerfen, als Unrecht pauschalieren will.
    Ist alles nicht so einfach und manchmal überschüttet der Alltag vieles, der Mensch verdrängt gern, ich glaub das hängt nicht vom Geburtsort ab.

    Willi Brand ist in Warschau damals auf die Knie gegangen und hat sich für die Greueltaten der Nazis entschuldigt, Willi Brand war kein Nazi und im 3. Reich sogar emigriert.

    Nun habe ich nicht die politische Größe von Willi Brand und es interessiert die Welt auch nicht, was meine Meinung ist, aber ich kann mich auch nur bei all denen entschuldigen, denen im Namen des Staates in dem ich aufgewachsen bin, Unrecht getan wurde.
    Wiedergutmachen kann ich es nicht. Vielleicht ist meine wiederholte Existenzangst, der Preis den ich dafür zahle.

    Hilly
    Hillary,
    Danke für dieses Post in seiner klaren Aussage und seinem versöhnlichen Ton.

    Hans

    P.S. Zu Willy Brandt und seinem Kniefall in Warschau: Es war die kollektive Entschuldigung der Bundesrepublik als Nachfolgestaat des 3. Reiches mit W. Brandt als Repräsentant. Nicht die individuelle Entschuldigung von Brandt. Die, da er keine Schuld trug, sinnlos gewesen wäre.
    In diesem Sine wäre eine Entschuldigung von Walter Ulbicht gegenüber den Polen und Juden (und anderen) ebenfalls sehr angebracht gewesen, denn auch die DDR war ein Nachfolgestaat des 3. Reiches, in dem viele Menschen lebten, die sich schuldig gemacht hatten.
    Und auf die Entschuldigung von E. Mielke, E. Honnecker und E. Krenz warte ich eigentlich heute noch.
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  10. Inaktiver User

    AW: Die DDR war kein "Unrechtsstaat"

    Gesellschaften, die ohne Doktrinierung auskommen, gibt es eigentlich erst seit dem Zweiten Weltkrieg. Das war ja das Schlimme für manchen DDR Bürger: Das man als Mensch (einigermaßen) frei und mündig leben konnte auf dieser Welt - nur nicht in diesem Staat.
    ha!
    veto!


    das kapitlisitische system HAT indoktrinierung!
    genau darüber tippen wir uns ja die finger wund...

    die westliche systeme beinhalten persönliche freiheit, reisefreiheit, freiheit auf verlust des arbeitsplatzes.
    ja.

    ich lebe ganz gern im kapitalismus, teilweise, keine frage. ist gemütlich, wenn man sichs halbwegs eingerichtet hat / einrichten konnte.

    aber dass der westen frei von indoktrinierung oder manipulation ist, das kann ich nicht unterschreiben.

Antworten
Seite 45 von 46 ErsteErste ... 3543444546 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •