Song
When I am dead, my dearest,
Sing no sad songs for me;
Plant thou no roses at my head,
Nor shady cypress tree:
Be the green grass above me
With showers and dewdrops wet;
And if thou wilt, remember,
And if thou wilt, forget.
I shall not see the shadows,
I shall not feel the rain;
I shall not hear the nightingale
Sing on, as if in pain:
And dreaming through the twilight
That doth not rise nor set,
Haply I may remember,
And haply may forget.
Christina Georgina Rossetti
(5.12.1830 - 29.12.1894)
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Thema: Gedicht des Tages (17)
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19.07.2008, 12:36
AW: Gedicht des Tages (17)
There are a hundred paths through the world that are easier than loving. But, who wants easier?
Mary Oliver
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20.07.2008, 00:11
AW: Gedicht des Tages (17)
Alles hat seine Zeit und jegliches Vornehmen unter dem Himmel seine Stunde.
Geborenwerden hat seine Zeit,
und Sterben hat seine Zeit;
Pflanzen hat seine Zeit,
und Gepflanztes ausreißen hat seine Zeit.
Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit;
Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit.
Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit;
Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit.
Steine schleudern hat seine Zeit,
und Steine sammeln hat seine Zeit;
Umarmen hat seine Zeit,
und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit.
Suchen hat seine Zeit,
und Verlieren hat seine Zeit;
Aufbewahren hat seine Zeit,
und Wegwerfen hat seine Zeit.
Zerreißen hat seine Zeit,
und Flicken hat seine Zeit;
Schweigen hat seine Zeit,
und Reden hat seine Zeit.
Lieben hat seine Zeit,
und Hassen hat seine Zeit;
Krieg hat seine Zeit,
und Friede hat seine Zeit.
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20.07.2008, 10:25
AW: Gedicht des Tages (17)
Du und ich
Du und ich!
Wunschlose Seligkeit
Strömt deine Nähe über mich.
Der Alltag wird zur Sonntagszeit,
Unsterblich schlingt das Leben sich
Um uns. Und Menschengöttlichkeit
Fühl' ich bei dir durch dich.
Was einst gewesen, weiß ich kaum.
Die enge Welt wird weiter Raum.
Und Holz wird Eisen, Eisen Holz
Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.
Gar wunderbare Weisen
Singt dann bei seinen Kreisen
Mein Blut im Paradies für mich.
Es haben alle Wünsche Ruh', -
Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du.
Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich.
(Max Dauthendey)Gehe Achtsam mit der Natur, deinen Mitmenschen und auch mit dir selbst um.
見ざる、聞かざる、言わざる
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21.07.2008, 00:33
AW: Gedicht des Tages (17)
Im Arm der Liebe schliefen wir selig ein.
Am offnen Fenster lauschte der Sommerwind,
und unsrer Athemzüge Frieden
trug er hinaus in die helle Mondnacht. -
Und aus dem Garten tastete zagend sich
ein Rosenduft an unserer Liebe Bett
und gab uns wundervolle Träume,
Träume des Rausches - so reich an Sehnsucht!
Otto Erich HartlebenIm Herbst sammelte ich alle meine Sorgen und vergrub sie in meinem Garten. Als der Frühling wiederkehrte - im April - da wuchsen in meinem Garten schöne Blumen (Khalil Gibran)
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21.07.2008, 04:54
AW: Gedicht des Tages (17)
Kleine, sonnenüberströmte Gärten
mit bunten Lauben, Kürbissen und Schnittlauch.
Noch blitzt der Thau.
Über den nahen Häuserhorizont ragen Türme.
Durch das monotone Geräusch der Neubauten,
ab und zu,
pfeifen Fabriken,
schlagen Glocken an.
Auf einer Hopfenstange sitzt ein Spatz.
Ich stehe gegen einen alten Drahtzaun gelehnt
und sehe zu, wie über einem Asternbeet
zwei Kohlweißlinge taumeln.
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Arno Holz****"Leben allein genügt nicht", sagte der Schmetterling, "Sonnenschein, Freiheit
und eine kleine Blume muss man haben." (H. Chr.Andersen)
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21.07.2008, 09:26
AW: Gedicht des Tages (17)
Oh ja, wunderschön, von Arno Holz fällt mir dieses ein.
Mählich durchbrechende Sonne
Schönes, grünes, weiches Gras.
Drin liege ich.
Mitten zwischen Butterblumen!Über mir
warm
der Himmel:
ein
weites, zitterndes Weiß,
das mir die Augen langsam, ganz langsam
schließt.Wehende Luft, . . . ein zartes Summen.Nun bin ich fern
von jeder Welt,
ein sanftes Rot erfüllt mich ganz,
und deutlich spür ich,
wie die Sonne mir durchs Blut rinnt -
minutenlang.Versunken alles. Nur noch ich.Selig.Geändert von Manava (21.07.2008 um 09:31 Uhr)
Gehe Achtsam mit der Natur, deinen Mitmenschen und auch mit dir selbst um.
見ざる、聞かざる、言わざる
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21.07.2008, 16:39Inaktiver User
AW: Gedicht des Tages (17)
ERINNERUNG
Ich denke dein im trauten Kreis der Freunde,
Ich denke dein in dem Gewühl der Schlacht,
Ich denke dein beim Neidgezisch der Feinde,
Und wenn die Felsenkluft vom Donner kracht.
Ich denke dein im finstern Stadtgewühle
Und in dem Tal, wo nur der Hirte pfeift,
Ich denke dein in sehnsuchtsvoller Stille
Und auf dem Feld, wo schon die Ähre reift.
Ich denke dein, ich sitze oder stehe,
Du schwebst, o Traute, überall um mich
Und, wenn in stiller Schwermut leis ich gehe,
Vergeß ich alles, alles; nur nicht dich.
Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848)[/
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22.07.2008, 05:06
AW: Gedicht des Tages (17)
Über die Stille
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Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre verstummte
und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen -
Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken
bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.
Rainer Maria Rilke
****"Leben allein genügt nicht", sagte der Schmetterling, "Sonnenschein, Freiheit
und eine kleine Blume muss man haben." (H. Chr.Andersen)
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22.07.2008, 05:11
AW: Gedicht des Tages (17)
Jaaa, einfach klasse!
Zitat von Manava
****"Leben allein genügt nicht", sagte der Schmetterling, "Sonnenschein, Freiheit
und eine kleine Blume muss man haben." (H. Chr.Andersen)
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23.07.2008, 00:04
AW: Gedicht des Tages (17)
Ballade
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Und die Sonne machte den weiten Ritt
Um die Welt,
Und die Sternlein sprachen: "Wir reisen mit
Um die Welt";
Und die Sonne, sie schalt sie: "Ihr bleibt zu Haus!
Denn ich brenn euch die goldnen Äuglein aus
Bei dem feurigen Ritt um die Welt."
Und die Sternlein gingen zum lieben Mond
In der Nacht,
Und sie sprachen: "Du, der auf Wolken trohnt
In der Nacht,
Laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,
Er verbrennet uns nimmer die Äugelein."
Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.
Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond,
In der Nacht!
Ihr versteht, was still in dem Herzen wohnt
In der Nacht.
Kommt und zündet die himmlischen Lichter an,
Daß ich lustig mit schwärmen und spielen kann
In den freundlichen Spielen der Nacht.
Ernst Moritz Arndt
(1769-1860)
****"Leben allein genügt nicht", sagte der Schmetterling, "Sonnenschein, Freiheit
und eine kleine Blume muss man haben." (H. Chr.Andersen)


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