Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 10
  1. User Info Menu

    Wie in "The good Place"

    Kennt jemand die Serie "The good Place"?

    In dieser Serie wacht Eleanor nach ihrem Tod auf der anderen Seite auf.
    Der Ort, an dem sie ist, nennt sich "The good Place".
    Hier ist sie, die eher kein guter Mensch war, in einer Art "Belohnungshimmel" gelandet.
    Es handelt sich um eine Verwechslung, und sie schweigt zunächst dazu.
    Sie erhält ein Haus, einen Seelenverwandten und Nachbarn.

    Doch irgendwie ist etwas nicht in Ordnung.

    Bis ihr ein Licht aufgeht: Dies ist NICHT The good Place. Im Gegenteil.

    Michael, so eine Art Bürgermeister, ist in Wirklichkeit ein Dämon aus der Hölle.
    Er fand es auf die Dauer langweilig, die Menschen mit Feuer und Folter zu quälen und dachte sich etwas perfideres aus: eine scheinbar Heile Welt, in der Folter und Qual quasi von hinten durch die Brust ins Auge trifft.
    Eleanor und ihre Nachbarn sind die betroffenen Menschen, während alle anderen von Dämonen gespielt werden.

    Mir geht es nicht um die Serie an sich, von der ich nur die Folgen gesehen habe, die auf Sixx ausgestrahlt wurden.
    Mir geht es um den Grundgedanken.

    Weil ich seit einiger Zeit das Gefühl habe, das wir auch in so einem Pseudo -good - Place sind.

    Gehts es nur mir so?
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  2. 21.11.2021, 13:02


  3. User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Hallo Gala12!

    Für mich fühlt sich alles manchmal an, als ob ich in der Hölle wäre.
    Einer gut getarnten.
    Blumen blühen, Wasserfälle, alles fein -
    Und dann soviele Kriege und Krisen. Die Flut in der Eifel. Der Klimawandel.
    So viele Menschen im Elend und so viele, die sie kalt lächelnd abservieren.
    Corona..
    Die tragischen Geschichten in meinem Leben/dem Leben meiner Leute..

    - also ich habe keinen Realitätsverlust-
    aber es fühlt sich für mich manchmal so an, wie im ersten Beitrag beschrieben.

    Ca seit 10 Jahren.
    Die Menschen entwickeln sich zurück, Vernunft ist out (lokal und global).

    Gutmensch ein Schimpfwort.

    Ich fühle mich manchmal wie im falschen Film.


    Vieleicht bin ich damit nicht alleine?

    (Wie die Serie ausging, weiß ich ja leider nicht, aber ein großes Schlagwort zur Überwindung des höllischen Good-Place war Ethik.)
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  4. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Oh je, das tut mir Leid liebe Kaffeesahne. Ich glaube, ich verstehe, was Du sagen willst. Einerseits haben wir in Mitteleuropa so ein privilegiertes Leben, und andererseits möchte man manchmal verzweifeln. Musst Du hier nicht öffentlich beantworten, aber habe ich das richtig in Erinnerung, dass Du heuer auch erst einen Trauerfall in der Familie hattest?

    Und ich kann nachfühlen was Du dazu schreibst, dass Ethik, Solidarität und Mitgefühl aus der Mode zu kommen scheinen.

    Vielleicht ist es in gewisser Hinsicht tröstlich, dass es Menschen immer wieder so ging. Ich musste bei Deiner Beschreibung an Erich Kästner denken, auch wenn er sich auf andere Probleme bezog:
    "Ein guter Mensch gilt hierzulande
    als Dummheit, wenn nicht gar als Schande."
    (Aphorismen, Erstveröffentlichung weiß ich gerade leider nicht, irgendwann im dritten Reich)

    Oder aus der "Konferenz der Tiere" (1949), wo das Giraffenmännchen über die Menschen bemerkt:
    "Schreckliche Leute! Und sie könnten's so hübsch haben! Sie tauchen wie die Fische, sie laufen wie wir, sie segeln wie die Enten, sie klettern wie die Gämsen und fliegen wie die Adler, und was bringen sie mit ihrer Tüchtigkeit zustande?"

    Manchmal ist eben gerade alles Mist...

    Aber ich kann Dir verraten, wie "The Good Place" endet, eine tolle Serie, und richtig lustig.
    Ich mache den Spoiler weiß, beim Zitieren sollte er sichtbar werden:
    Die Menschen, und dann auch Michael, schaffen es schließlich die Autoritäten davon zu überzeugen, dass gute Absicht und das andauernde Bemühen und Ringen darum das Richtige zu tun, das sind, was wirklich zählt. Zusammen werden sie in den tatsächlichen "Good Place" gelassen, aber auch da ist die ewige Seeligkeit gar nicht gut für die Bewohner. Am Ende erschaffen sie aber das rechte Paradies.
    Geändert von Flau (22.11.2021 um 11:03 Uhr)
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

  5. 21.11.2021, 19:35


  6. User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Oh je, das tut mir Leid liebe Kaffeesahne. Ich glaube, ich verstehe, was Du sagen willst. Einerseits haben wir in Mitteleuropa so ein privilegiertes Leben, und andererseits möchte man manchmal verzweifeln. Musst Du hier nicht öffentlich beantworten, aber habe ich das richtig in Erinnerung, dass Du heuer auch erst einen Trauerfall in der Familie hattest?

    Und ich kann nachfühlen was Du dazu schreibst, dass Ethik, Solidarität und Mitgefühl aus der Mode zu kommen scheinen.

    Vielleicht ist es in gewisser Hinsicht tröstlich, dass es Menschen immer wieder so ging. Ich musste bei Deiner Beschreibung an Erich Kästner denken, auch wenn er sich auf andere Probleme bezog:
    "Ein guter Mensch gilt hierzulande
    als Dummheit, wenn nicht gar als Schande."
    (Aphorismen, Erstveröffentlichung weiß ich gerade leider nicht, irgendwann im dritten Reich)

    Oder aus der "Konferenz der Tiere" (1949), wo das Giraffenmännchen über die Menschen bemerkt:
    "Schreckliche Leute! Und sie könnten's so hübsch haben! Sie tauchen wie die Fische, sie laufen wie wir, sie segeln wie die Enten, sie klettern wie die Gämsen und fliegen wie die Adler, und was bringen sie mit ihrer Tüchtigkeit zustande?"

    Manchmal ist eben gerade alles Mist...

    Aber ich kann Dir verraten, wie "The Good Place" endet, eine tolle Serie, und richtig lustig.
    Ich mache den Spoiler weiß, beim Zitieren sollte er sichtbar werden:
    Die Menschen, und schließlich auch Michael, schaffen es schließlich die Autoritäten davon zu überzeugen, dass gute Abdichz und das andauernde Bemühen und Ringen darum das Richtige zu tun, das sind, was wirklich zählt. Zusammen werden sie in den tatsächlichen "Good Place" gelassen, aber auch da ist die ewige Seeligkeit gar nicht gut für die Bewohner. Am Ende erschaffen sie aber das rechte Paradies.
    Danke, liebe Flau!
    Das ist ein gutes Ende!

    Und danke, das du mich verstehst!
    Über die Jahre habe ich deine Sensibiliät und deine Menschlichkeit immer bewundert!
    Ich will mich noch nicht verabschieden, aber dir DANKE sagen.

    Da ist quasi die Schließung der Bri das Sahnehäubchen.
    Geändert von kaffeesahne (13.12.2021 um 02:08 Uhr)
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  7. User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Hallo Gala12,
    Du hast natürlich Recht.
    Geschichte interessiert mich sehr, und es ist, wie du geschrieben hast.

    Ja, es ist möglich, das es lediglich mein ganz persönlicher Fokus ist.

    Aber was sich geändert hat, ist, das wir inzwischen Informationen an der Hand haben, das eine oder andere Problem zu lösen.
    Unzählige Menschen versuchen dies,
    Andere leider nicht. Damit meine ich nicht nur im Alltag, sonder Entscheidungsträger, deren Handeln einen Einfluss auf die Welt hat.

    Ich hatte gehofft, wir würden lernen.
    Aber im endeffekt sind wir einfach nur Raubtiere.
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  8. User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    klingt interessant, die Serie, muss ich gleich mal googeln gehen.

    Den Gedanken kenne ich. Ich hab schon mal gedacht, was wenn wir es verwechseln? Wenn das nicht das Leben ist, sondern die Hölle?

  9. User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Den Gedanken kenne ich. Ich hab schon mal gedacht, was wenn wir es verwechseln? Wenn das nicht das Leben ist, sondern die Hölle?
    Genau das ist einer meiner Gedanken.
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  10. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Kaffeesahne, es tut mir leid, dass du so ein heftiges Jahr hattest und die Serie noch nicht abzureissen scheint. Das alles und eine Pandemie muss man erstmal ertragen lernen.
    Ich kann nachfuehlen, wie es dir grad geht.

    Ich glaube nicht, dass das momentan eher die Hoelle ist. Ich glaub, das ist einfach das Leben. Mehr nicht.

    Ich hab schon ein paarmal gedacht, dass wir in den Erstweltlaendern in den letzten Jahrzehnten in einer Bubble gelebt haben, wie immer man sie auch nennen mag.

    Uns gings gut und wir dachten, das ist normal, das muss so und das wird immer so weitergehen.

    Es sind weniger Leute um uns herum gestorben oder schwer krank geworden - obwohl, wenn ich so nachdenke, stimmt das nicht ganz. Es sind genauso Viele gestorben oder sogar noch mehr, wir haben es vielleicht nur weniger wahrgenommen, weil wir in einer anderen Lebensphase waren. Mir ging es jedenfalls so, bis ich so ca 40 war. Dann kam es Schlag auf Schlag, bis heute.

    Arme Laender und ihre Sorgen waren weiter weg und nicht so medial praesent wie heute und ihre Sorgen waren ja schon eher abstrakt, da stand noch keine Fluechtlingswelle vor der Grenze. Die Kinder in Afrika, wegen denen wir aufessen sollten, kannten wir ja nur von den Patenschafts-Hochglanzbroschueren.

    Aber ich glaube, wenn meine Urgrossmutter, die um 1880 geboren wurde, zwei Weltkriege und eine Pandemie als Erwachsene mitgemacht hat, Kinder und Mann verloren hat, lange keine Bequemlichkeiten im Leben hatte und viel Arbeit, wenn die heute uns sehen koennte, wuerde sie nur laecheln und einen entsprechenden Spruch drauf haben (sie ist uebrigens mit 98 friedlich gestorben und hatte ihren Humor nie verloren).

    Vielleicht muss es nach einer langen vermeintlich guten Zeit, wo Uebermass herrschte, einfach mal knallen, damit sich alles wieder ausbalanciert.

    Vielleicht ging es uns die ganze Zeit zu gut und wir wussten es nur nicht.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  11. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Herzlichen Dank, Kaffeesahne, fuer Deine freundlichen Worte!

    Dass es soooo mega-heftig bei Dir zuging (also quasi in Dauerbeschuss) war mir auch nicht bewusst. Ganz ehrlich, da halte ich es nur fuer ein Zeichen von Normalitaet und geistiger Gesundheit, dass man denkt: "Das kann doch alles nicht ernsthaft wahr sein!", und natuerlich ist das "hoellisch". Vielleicht sind weder Himmel noch Hoelle endgueltige Dinge, vielleicht sind es tatsaechlich Zustaende, die wir erleben. Teil des Lebens, so wuerde es zu dem passen, was frangipani schreibt. Das macht es aber nicht weniger schlimm, wenn man gerade "durch die Hoelle" muss, ich will das jetzt nicht "normalisieren" und abbuersten. Ich denke hier nur ein bisschen unqualifiziert mit Dir herum, denn das einzige was wir Dir anbieten koennen ist, dass Du nicht ganz mutterseelenalleine damit bist.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

  12. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wie in "The good Place"

    Ganz bestimmt bist du nicht allein, Kaffeesahne.

    Ich kann mir vorstellen, dass es uns so heftig mitreisst (ich nehm mich da gar nicht aus), weil es eben relativ ungewohnt ist, dass soviel Schlimmes gleichzeitig passiert. Die Altvorderen waren möglicherweise abgestumpfter oder stoischer oder haben nicht rausgelassen, wie mies es ihnen wirklich ging. Oder 'man tat es einfach nicht'.
    Ich bin froh, dass man heute viel mehr drüber reden kann, wenn's einem scheixxe geht, wenn es zuviel wird.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •