Antworten
Seite 1 von 41 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 401
  1. User Info Menu

    Welches Schulwissen braucht man später?

    Die Frage ergab sich aus einem anderen Strang.


    Es geht hier um nicht um Berufsschulen, sondern um Grundschulen, Haupt - und Realschulen, Gymnasium und ggf. andere Schulformen, die zu denselben Abschlüssen führen.

    Ich stellte für mich irgendwann fest, dass alles, was ich aus der Schulzeit je beruflich/ausbildungstechnisch wiederverwendet habe, das folgende war:

    -Mathe bis Klasse 8
    -Englisch
    -Fast alles aus der Grundschule


    Ich kenne auch niemanden, bei dem das anders wäre.

    Nun wurde sinngemäß geschrieben, das stimme so nicht, es sei durchaus realistisch, dass man in Berufsschule oder Studium noch anderes Schulwissen zwingend brauche und das eben nicht in der jeweiligen Berufsschule/Hochschule nochmal durchgenommen würde.



    Ich bin neugierig - für welches Fach/Ausbildung gilt das denn so?



    Am Ehesten würde mir noch ein Sprachstudium einfallen, bei dem man die Fremdsprache schon können muss, sonst?

  2. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Latein, Chemie, Biologie neben den von Dir genannten für Medizin.
    Aber auch Gesellschaftswissenschaft für die Fähigkeiten, sich weiteres Weltwissen aneignen zu können- auch sehr wichtig, wenn man mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zu tun hat.
    Abgesehen davon, dass es mir auch hilft, mich gut in der Welt zurechtzufinden.
    Deutschunterricht, da ich öfter auch mal etwas schreiben muss, auch um ein Gefühl für unterschiedliche Sprachebenen, Codes und Soziolekte zu bekommen.

  3. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Ich stellte für mich irgendwann fest, dass alles, was ich aus der Schulzeit je beruflich/ausbildungstechnisch wiederverwendet habe, das folgende war:
    Worum geht es dir eigentlich genau? Um das Wissen, dass man später braucht (Strangtitel), oder um das Wissen, dass man für die Ausbildung braucht (dein Eingangsbeitrag)? Das ist ja nicht dasselbe, das Leben besteht schließlich aus mehr als aus Beruf und Ausbildung.

    Man muss sich erstmal ansehen, was man in der Schule ab Klasse 8 so treibt. Da geht es zu einem ganz großen Teil darum, sich komplexe Sachtexte zu erarbeiten (Geschichte, Gemeinschaftskunde, Deutsch) oder mathematische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen (Physik, Chemie, Mathematik, Biologie).

    An die meisten Details wird man sich später nicht erinnern können. Aber dass man die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, in der Ausbildung und im Studium nicht gebrauchen könnte, halte ich für ein Gerücht.

    Und: In vielen Studiengängen geht man schrecklich baden, wenn man die Oberstufenmathematik nicht drauf hat (Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften). Die hohen Abbrecherquoten sind bekannt.

    Ich kenne auch niemanden, bei dem das anders wäre.
    Du kennst keinen Ingenieur, keinen Wirtschaftswissenschaftler, keinen Psychologen, keinen Mediziner, keinen Historiker...

    Das finde ich erstaunlich.

  4. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Die Idee der allgemeinen Schulpflicht war wohl, dass alle Menschen lesen, schreiben und rechnen können sollten. Das machte sie unabhängig von "Wissenden". die ihre persönliche Auffassung verbreiteten.

    Jede weitere Schul- und Hochschulausbildung bildet die Grundlage für berufsspezifische Kenntnisse. Aber im Gegensatz zu einer handwerklichen und betrieblichen Ausbildung, die gleichzeitig Grundkenntnisse sowie Umsetzung des Gelernten in Produktion lehrt, ist Hochschulwissen nur das theoretische Wissen, die Umsetzung erfolgt erst in der Berufsausübung.

    Aber viele Fächer der schulischen Ausbildung dienen auch der ethischen und moralischen Ausrichtung. Notwendig, wenn man ein gedeihliches Miteinander in einer Gesellschaft erreichen möchte. Eine nur auf berufliche Effektivität ausgerichtete Ausbildung würde Elfenbeinturm und Ausbeutung hervorbringen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Aber viele Fächer der schulischen Ausbildung dienen auch der ethischen und moralischen Ausrichtung. Notwendig, wenn man ein gedeihliches Miteinander in einer Gesellschaft erreichen möchte. Eine nur auf berufliche Effektivität ausgerichtete Ausbildung würde Elfenbeinturm und Ausbeutung hervorbringen.
    Das unterschreibe ich ganz dick.

  6. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Super Idee, MrsBingley

    Das ist wirklich toll an/in der Bri, immer wieder neue Themen
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

  7. Moderation

    User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Brauchen ist ein schwieriger Begriff dabei.

    Als Juristin bräuchte ich vermutlich strenggenommen nicht mehr als Lesen und Schreiben.
    Aber es war doch sehr hilfreich, dass ich auch SoWi, Geschichte, Erdkunde, Religion und Philosophie schon in der Schule hatte, vieles in der Juristerei geht über das rein sprachliche Erfassen von Gesetzestexten hinaus und eine Einordnung in einen größeren Zusammenhang ist nüzlich.

    Für mein Berufsleben waren Mathe, Physik, Biologie und Chemie überflüssig, aber die helfen wir manchmal durchaus im allgemeinen Leben, beim Kochen und Backen, beim Verständnis für die Coronaentwicklung und den Impfstoff, dass ich Latein und moderne Fremdsprachen gelernt habe hilft mir heute beim Erlernen weiterer Sprachen, bei Reisen, beim Lesen von Literatur oder Gebrauchsanleitungen in Originalsprache.


    Und schon das Lernen des Lernen, dass man in der Schule idealerweise lernt, hilft mir bis heute.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  8. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von PollexNiger2 Beitrag anzeigen
    Worum geht es dir eigentlich genau? Um das Wissen, dass man später braucht (Strangtitel), oder um das Wissen, dass man für die Ausbildung braucht (dein Eingangsbeitrag)? Das ist ja nicht dasselbe, das Leben besteht schließlich aus mehr als aus Beruf und Ausbildung.

    Letzteres. Ich gehe davon aus, wenn ich die Ausbildung abgeschlossen habe, bin ich "gut genug zum Weiterlernen" (ähnlich wie beim Führerschein), wenn es also reicht, um die Ausbildung zu bestehen, reicht es auch für weiteren beruflichen Kontext.
    An die meisten Details wird man sich später nicht erinnern können. Aber dass man die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, in der Ausbildung und im Studium nicht gebrauchen könnte, halte ich für ein Gerücht.
    Achso. Also mehr die Art des Lernens als der Stoff?

    Und: In vielen Studiengängen geht man schrecklich baden, wenn man die Oberstufenmathematik nicht drauf hat (Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften). Die hohen Abbrecherquoten sind bekannt.
    Das habe ich tatsächlich anders erlebt.

    Du kennst keinen Ingenieur, keinen Wirtschaftswissenschaftler, keinen Psychologen, keinen Mediziner, keinen Historiker...

    Das finde ich erstaunlich.
    Ich kenne glaube ich keinen Wiwi, auch keinen Psychologen (jedenfalls keinen den ich gefragt hätte), schon Mediziner, und ich müsste überlegen ob Historiker, da war ich aber im Rahmen des Studium generale selbst in Veranstaltungen, und ich muss sagen, für nichts davon hätte ich Schulgeschchtsbuchwissen gebraucht, wenn, war das eher sehr hinderlich, weil der Blickwinkel iin den Univeranstaltungen viel weiter ging und dem der Schule teilweise widersprach.


    "Ingenieur" - ich habe Informatik studiert, je nachdem, wen man fragt, bin ich damit selbst Ingenieur (ok, im deutschen Sprachraum eher nicht), und nein, ich habe keinerlei Schulstoff (außer dem genannten) für mein Studium gebraucht.




    Ganz generell habe ich mich (ich habe ja das Fach gewechselt) im Erststudium ganz gehörig auf die Nase gelegt, bis ich an einen Dozenten geraten bin, der darauf bestand, mit jedem Studenten ein Einzelgespräch zu führen, und der mir dann erklärte, wie Univeranstaltungen strukturiert waren.

    Ich war gewöhnt, eigene Schlüsse zu ziehen und zu verschriftlichen und kam mir bei all dem "nennen sie Quellen" immer wie ein Betrüger vor, denn für mich war es keine "eigene Arbeit", die Gedanken anderer zu zitieren.

    Im Nachhinein doof, ich war eben jung. Allerdings hat mich die Art und Weise, wie Schule Wissen vermittelt, da eher sehr behindert..

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Ich würde aus der Sekundarschule auch durchaus die Lernfähigkeit an sich anzunehmen, also sich selbständig etwas aneignen können.

    Ich benutze als Sprachwissenschaftlerin tatsächlich meine Kenntnisse aus Syntaxanalyse, um mir im Beruf komplexe Texte zu erschließen. Das ginge auch anders, aber da ich Satzanalyse nun mal gelernt habe, hilft das tatsächlich kompliziertere Sätze in mir fremden Fachgebieten zu verstehen.

    Auch nutze ich natürlich Kenntnisse aus Geschichte und Sozialwissenschaft im täglichen Leben. Auch wenn man dafür nicht direkt bezahlt wird, muss man ja aktuelle Ereignisse irgendwie einordnen.

    Wissen aus Biologie, z.B. Neurologie, hilft mir auch heute noch z.B. beim Lernen (also Wissenserwerb).

    Dinge aus Philosophie brauche ich auch ständig im persönlichen und gesellschaftlichen Diskurs. Ich halte es überhaupt für ein großes, hausgemachte Übel, dass jahr(zehnt?)elang "Laberfächer" abgewertet wurden und werden, aber das Lamento groß ist, dass gewisse Gruppen keine logischen Zusammenhänge erkennen und nicht konstruktiv diskutieren können. Gerade jetzt während der Pandemie sieht man es ja wieder sehr deutlich. Tja, auch nicht-mathemagische Logik ist relevant und will erlernt werden.

    Je länger man nachdenkt, desto mehr Dinge fallen einem ein, die man täglich anwendet bzw auf die man aufbaut. "Welche Lehrbuchinhalte nutze ich zur Erwerbsarbeit", wäre da zu kurz gegriffen, aber so eng hatte ich das EP auch nicht verstanden.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  10. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Doch, das Eingangsposting war tatsächlich so eng gemeint.



    Hintergrund war, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass der aktuelle Zeitverlust durch Corona heutigen Schülern wirklich so viel schadet - sozial vielleicht, aber die Sozialkontakte reißt man überwiegend auch mit Homeschooling nicht raus, sondern fachlich.


    Denn: Ja nun, dann haben sie eben den Stoff eines Jahres für viele Fächer nicht gemacht. Und? Brauchen sie sowieso nie wieder, in vielen Fächern nicht mal als Grundlage fürs nächste Schuljahr, erst recht nicht im Berufsleben!

Antworten
Seite 1 von 41 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •