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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Ich persönlich habe sehr viel aus meiner Schulzeit in Berufsausbildung, Arbeitsleben, Alltagsleben und zwei völlig unterschiedliche Weiterbildungen mitnehmen können.
    Allerdings bin ich gerne zur Schule gegangen, habe so gut wie alles wie ein Schwamm aufgesogen.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  2. Moderation

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Dieses Jahr konnte man (auch beim Zeitunglesen) ganz gut feststellen, dass viele Menschen in Mathematik nur ungenügend gebildet sind. Themen wie "exponentielle Steigerung" oder Wahrscheinlichkeitsrechnung beherrschen wirklich viele Leute nicht. Gerade in der Medizin kommt man damit öfter in Berührung und die Menschen sind total überfordert oder haben ein fatales Halbwissen (so zu beobachten in den Schwangerschaftsforen: "Ein Risiko von 1:20 auf eine Trisomie - das heißt, das Kind ist zu 20 Prozent behindert" o. ä.).

    Auch Themen wie Zinseszins braucht man dauernd im Leben. Die Oberstufengeometrie dagegen war bei mir komplett für die Tonne.

    Das allerunnötigste Schulfach - Latein - dagegen hilft mir überraschend oft. Wir hatten aber auch einen großartigen Lehrer.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Wenn ich das wissen möchte, kann ich das doch jederzeit nachlesen.

    Gekürzt von mir.

    Ich habe lange Jahre im Zweiten Bildungsweg mit Menschen gearbeitet, die aus welchen Gründen auch immer gerade mal die siebte oder achte Klasse absolviert hatten und danach nicht mehr in die Schule gingen. Und nein, die meisten davon hätten eben auch als Erwachsene nichts "nachlesen" können - lesen natürlich schon, verstehen eher nicht. Ihnen fehlten schlicht die einfachsten Voraussetzungen. Über das Europaparlament - um mal bei dem Beispiel zu bleiben - hätten sie sich nicht selber informiert, weil sie schlicht nicht mal gewusst hätten, dass es ein Europaparlament gibt. Von der Auswahl der Informationsquellen und deren kritischer Betrachtung ganz zu schweigen.

    Erst, seitdem ich Menschen mit wirklich schlechter Schulbildung näher kennengelernt habe, weiß ich tatsächlich zu schätzen, was ich in der Schule gelernt habe. Wie hier schon angemerkt wurde, geht es dabei nicht ums Faktenwissen, sondern darum, den eigenen Wissensstand realistisch einzuschätzen, zu erkennen, wo man dazulernen könnte oder sollte und das dann auch tatsächlich selbständig tun zu können.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von noshrimps Beitrag anzeigen
    ...Und nein, die meisten davon hätten eben auch als Erwachsene nichts "nachlesen" können - lesen natürlich schon, verstehen eher nicht. Ihnen fehlten schlicht die einfachsten Voraussetzungen. Über das Europaparlament - um mal bei dem Beispiel zu bleiben - hätten sie sich nicht selber informiert, weil sie schlicht nicht mal gewusst hätten, dass es ein Europaparlament gibt. Von der Auswahl der Informationsquellen und deren kritischer Betrachtung ganz zu schweigen.

    ....

    Wie hier schon angemerkt wurde, geht es dabei nicht ums Faktenwissen, sondern darum, den eigenen Wissensstand realistisch einzuschätzen, zu erkennen, wo man dazulernen könnte oder sollte und das dann auch tatsächlich selbständig tun zu können.
    Von mir hervorgehoben



    Und meine Hochachtung für deine Tätigkeit!
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.


    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Perlmann machen.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Mein Problem damit:

    In der Schule bekommt man z.B. eine Karrikatur, man hat ein bisschen historischen Kontext, und dann soll man die Karrikatur interpretieren.

    An der Uni muss man stattdessen Quellen heraussuchen, in denen steht, wie andere Leute die Karrikatur interpretiert haben.
    Das sind doch erstmal zwei verschiedene Fragestellungen, die beide legitim sind.

    Ich habe in der Oberstufe eine Karikatur deuten müssen und bin davon ausgegangen, der Karikaturist wäre der politischen Linken zuzuordnen. Ich konnte diese Einschätzung durchaus schlüssig begründen. Damit habe ich unter Beweis gestellt, dass ich ein gewisses grundlegendes Wissen über die politische Landschaft in der Weimarer Republik habe.

    In Wahrheit ist die Karikatur aber in einer Schrift aus dem monarchistischen Spektrum erschienen. Und in den Geschichtswissenschaften ist diese Originalquelle natürlich zentral - nicht die subjektive Interpretation des Historikers.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Ich stimme Carcassonne mit dem Handwerkszeug zu.
    Mein Handwerkszeug aus zum Beispiel Textaufgaben in Mathematik war eine gute Basis für den Aufbau von Datenbanken.
    Aufsätze und Erörterungen die Basis für struktiertes Arbeiten mit Texten, den Aufbau von Websites, das Erstellen von neudeutsch Handouts.
    Technisches Zeichnen zum Erstellen von Plänen, Skizzen und heute Schnitten für Nähprojekte.
    Handarbeiten mitunter während der Schulzeit verhasst, zu Hause gefordert und gefördert, noch heute häufig angewandt.
    Geschichte, seit gefühlt schon immer meine "Welt".
    Auf den Feldern der Völkerschlacht habe ich gemeinsam mit meinen Mitschülern Rüben verzogen. Heute ein Ort für archäologische Ausgrabungen und Forschung.

    Mir fällt so vieles ein, doch einen Roman will ich hier nicht hinterlassen.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Ich kenne den Ausspruch: Ich muss nichts wissen, ich muss nur wissen, wo es steht.

    Der hat seine Berechtigung, aber nicht als grundsätzliche Lebensform.

    Heutzutage kann jeder alles googeln. Er kann nur nicht einordnen, ob das überhaupt stimmt. Oder es fehlt weiteres Verständnis.
    Mitten in einem Gespräch (von Smalltalk bis Fachgespräch) ist es auch eher hinderlich.

    Vieles in der Schule ist auch Erziehung, Gruppendynamik, Durststrecke, Leiden, Erfolge, Durchbeißen,...
    Das finde ich schon gut. Es fördert auch die Persönlichkeitsentwicklung. Zusätzlich kommt die Art des Lernens (und unterschiedliche Lehrende) nicht zu kurz.
    Die Schulpflicht finde ich sehr gut, auch, dass sie so lange ist (nicht nur wie früher bis zur Volksschule).
    An vieles kann ich mich gar nicht mehr erinnern, meist an das, was ich jetzt noch täglich brauche. Manches sollte besser noch dazukommen. Weniger sollte es aber nicht werden.
    Am Ende meines Lebens will ich nicht sagen: Allen hat mein Leben gefallen, nur mir nicht!

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Ich habe im Handarbeitsunterricht der Grundschule flechten und häkeln gelernt (nur Luftmaschen und feste Maschen), aber nicht, wie man Knöpfe annäht oder Strümpfe stopft oder wenigstens strickt! Ärgert mich heute noch.

    Also klar, lässt sich nachlernen.
    Oh ja, ich bin in den 80ern auf einem humanistischen Gymnasium gewesen und war stinkewütend darüber, dass wir Mädchen Handarbeit und Hauswirtschaftsunterricht hatten, während die Jungs werken durften. Häkeln, stricken und sticken fand ich sowas von doof und die Nähmaschine war a) Teufelszeug und b) war der Unterricht von vorneherein diskriminierend, weil sowohl die Maschenzahl für den Pullover als auch der Schnittmusterbogen für die Küchenschürze (!!!!) nur schlanke Kinder vorsah, für Pummel wie mich gab es da nicht einmal Hilfe. So hatte ich in meinem denkwürdigsten Jahr neben zahlreichen 5ern (Geschichte, Englisch, Französisch, Chemie, Physik und Sport) und einer 6 (Mathe) dann also auch noch eine 4 in diesem Fach im Zeugnis stehen. Dabei hätte ich lieber Werken gehabt um zu lernen, wie man einen Schrank zusammenbaut oder mit der Laubsäge umgeht.

    Schule war aus verschiedenen Gründen für mich die Hölle auf Erden. ABER ich habe dort nicht nur Wissen erlernt, sondern auch Durchsetzungsvermögen, Umgang mit Mobbing und solche Sachen. Ja, ich brauche die binomischen Formeln wirklich nicht mehr, aber den Dreisatz dafür umso häufiger und die Grundlagen von Physik, Chemie und Biologie sind durchaus auch gut zu haben.
    Ich bin eine Fee! Eine KatastroFEE!

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen

    Ich stellte für mich irgendwann fest, dass alles, was ich aus der Schulzeit je beruflich/ausbildungstechnisch wiederverwendet habe, das folgende war:

    -Mathe bis Klasse 8
    -Englisch
    -Fast alles aus der Grundschule


    Ich kenne auch niemanden, bei dem das anders wäre.
    Du bist also der Meinung, Schule ab Klasse 8 könnte wegfallen?
    Alles weitere kann man auch in Ausbildung oder Studium lernen?
    Und damit könnte man auch schon nach der 8. Klasse beginnen?

    Oder wie sähe die ideale Schule und die Länge der Schulzeit für dich aus?

    Ich wusste bis zur 8. Klasse nicht, was ich einmal werden will, also war auch nicht klar, welches Wissen ich dafür brauchen werde.

    Ich möchte auch nicht, dass Menschen zu Fachidioten werden, weil sie schon zu einem ganz frühen Zeitpunkt nur noch das gelernt haben, was ihnen beruflich nützlich ist.

    Niemand weiß oder kann genau benennen, welche Lehrinhalte ihn wie geprägt haben, aber dass eine Prägung stattfindet, steht außer Frage.
    Ohne meine Schulbildung wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin. Und allein das reicht mir als Berechtigung für fast alles, was mir die Schule, gerade auch in der Oberstufe, vermittelt hat.

    Und erst diese Schulbildung hat mich überhaupt in die Lage versetzt, meine Stärken zu erkennen und den für mich richtigen Lebensweg zu wählen.
    Geändert von Macani (30.12.2020 um 13:58 Uhr)

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen



    Und meine Hochachtung für deine Tätigkeit!
    Danke schön!

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