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  1. User Info Menu

    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von MrsBingley Beitrag anzeigen
    Letzteres. Ich gehe davon aus, wenn ich die Ausbildung abgeschlossen habe, bin ich "gut genug zum Weiterlernen" (ähnlich wie beim Führerschein), wenn es also reicht, um die Ausbildung zu bestehen, reicht es auch für weiteren beruflichen Kontext.
    Das beantwortet meine Frage nicht. Das Leben besteht ja nicht nur aus dem Beruf.
    Zitat Zitat von MrsBingley
    Zitat Zitat von PollexNiger2
    Und: In vielen Studiengängen geht man schrecklich baden, wenn man die Oberstufenmathematik nicht drauf hat (Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften). Die hohen Abbrecherquoten sind bekannt.
    Das habe ich tatsächlich anders erlebt.
    Mag sein. Ich habe mehrere Jahre lang an verschiedenen Unis Mathematik für Ingenieure/Informatiker/Elektrotechniker unterrichtet, habe gesehen, welche Lücken die Studenten hatten und habe Klausuren mitkorrigiert.

    für nichts davon hätte ich Schulgeschchtsbuchwissen gebraucht,
    Wie gesagt: Im Geschichtsunterricht geht es nicht um das Auswendiglernen von Faktenwissen, sondern um die Fähigkeit, sich mit Quelltexten auseinanderzusetzen. Zumindest in der Oberstufe. Und diese Fähigkeit braucht man im Studium beständig.

    Im Nachhinein doof, ich war eben jung. Allerdings hat mich die Art und Weise, wie Schule Wissen vermittelt, da eher sehr behindert..
    Man hat halt keine Vergleichsgruppe. Ich habe einen Neffen in Klasse 8, und ich möchte behaupten, dass man den Burschen mit seinem jetzigen Wissensstand nicht auf die Uni schicken könnte.

    Viele Leute glauben, dass sie in der weiterführenden Schule eigentlich nichts gelernt hätten. Aber wer hat denn eine realistische Vorstellung davon, wo er ohne die höhere Schulbildung stehen würde?

  2. Moderation

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Ach so.
    Hm, die Einstellung finde ich tatsächlich bedenklich. Denn auch außerhalb des Jobs funktionieren wir und nehmen wir Einfluss. In Deinem Job brauchst Du, nehme ich an, z.B. null Wissen über Geschichte (außer vielleicht sehr fachspezifischer). Ist es deswegen völlig verzichtbar? (Wir sahen gerade, welche Auswüchse das annehmen kann!)

    In deinem Job brauchst du auch nicht zu wissen, wie die Bundesregierung oder gar das Europaparlament funktioniert. Sehen wir ebenfalls, was passiert wenn das allen egal wäre.


    Wo ich Dir Recht gebe ist, dass der derzeitige Unterrichtsausfall, bzw. die Lücken in kognitivem Wissen durchaus unhysterisch gemanagt werden können.
    Aber die richtig negativen Folgen des Schulausfalls sind ja vielfach sozialer Art: Kinder und Jugendliche, denen die Erfahrungen in bzw. das Korrektiv für Sozialverhalten fehlt. Fehlende Auszeiten für Kinder in destruktiven Strukturen, oder für junge Pflegende. Wir wissen von jüngeren Kindern, die in der Isolation einen regelrechten Regress durchmachen, bis hin zum Verlernen von Tischmanieren oder sogar im Spracherwerb. Also auch hier ein Beispiel dafür, dass man den Menschen nicht auf den (späteren) Berufstätigen beschränken sollte.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Da man "später" nicht kennen kann, lässt sich diese Frage nicht beantworten ?

    Evtl würde man von vom Pflichtfach Heuristik am meisten profitieren "später"

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Wissen, auch Schulwissen, dient in seiner ganzen Breite dazu, dass die SuS zahlreiche Ausbildungsmöglichkeiten ergreifen können.

    Seltenst bleibt der Berufswunsch eines Grundschülers gleichermaßen bis zum Schulabschluss in späteren Jahren bestehen.

    Lernen lernen umfasst einen weiteren Teilaspekt.

    Verstehen zu können, kritisches, eigenes Denken etablieren, hinterfragen zu können, eigene Entscheidungen fällen zu können und dabei erfahrenes Wissen einfließen zu lassen, ist ebenfalls Zweck schulischer Ausbildung.

    Letztlich soll auch erreicht werden, dass Wissen nicht als Handwerkstool betrachtet wird, sondern als Gut, was den Menschen befähigen soll, mehr als ein reiner Fachidiot zu werden.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.


    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal den Perlmann machen.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Letztlich soll auch erreicht werden, dass Wissen nicht als Handwerkstool betrachtet wird, sondern als Gut, was den Menschen befähigen soll, mehr als ein reiner Fachidiot zu werden.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Auch wenn ich die Integralrechnung, Kurvendiskussionen, Vektorberechnungen usw. nie mehr gebraucht habe, haben sie mir doch zu logischem Denken, zur Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen, zur Neugierde auf Neues und auf neue Lösungswege usw. verholfen. Das sollen nur ein paar Möglichkeiten sein. Von den anderen Fächern ganz zu schweigen. Ich kann in den 13 Jahren meines Schullebens eigentlich nichts finden, was unnütze gewesen war.
    "Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen!"
    Dalai Lama (geb. 1935)

    "Warum denn immer gleich so sachlich werden, wenn es doch auch persönlich geht!"

    André Heller (geb. 1947)
    in der BriCom als Hillie unterwegs seit 2003

  7. VIP

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Bildung ist etwas, das man hat. Dazu gehört auch Schulwissen. Dies nimmst du überall hin mit - an machen Orten kannst du viel davon gebrauchen, an anderen Orten weniger. Man lernt dazu und oft baut sich neues Wissen, auf schon bestehendem Wissen auf. Sie ist vielseitig anwendbar, nur geschieht das oft nicht bewusst wie „Ah, Bio bei Herrn Müller 8.Klasse“, sondern unbewusst. Das Gehirn baut Routinen aus deinen Erfahrungen, deinem Schulwissen, deiner Bildung auf, über die du nicht mehr nachdenken musst, damit Platz ist für neues.

    Dein Schulwissen und deine Bildung kann man dir nicht wegnehmen.

    Corona nimmt den Kindern auch nicht ihr Schulwissen weg. Sie lernen nun andere Dinge. Vielleicht nicht so schön messbar wie in Noten, aber sie lernen.

    Ebenso könnte man den Schulausfall anders gestalten, um anders zu lernen und anders zu bewerten.
    Manchmal kann man nichts machen, außer weiter.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Aber viele Fächer der schulischen Ausbildung dienen auch der ethischen und moralischen Ausrichtung. Notwendig, wenn man ein gedeihliches Miteinander in einer Gesellschaft erreichen möchte. Eine nur auf berufliche Effektivität ausgerichtete Ausbildung würde Elfenbeinturm und Ausbeutung hervorbringen.
    Genau diese meist unbemerkten Effekte machen den hauptsächlichen Sinn der (guten) Schulbildung aus. Das kann man mit Grundschulbildung alleine nicht erlangen.

    Im Laufe der Schulzeit entwickeln sich ja auch erst die Fähigkeiten, die einen in die Lage versetzen, Diskussionen zu führen, diplomatisch zu agieren, gewisse Literatur und Aussagen zu verstehen etc.

    Es ist nicht damit getan, abzugleichen, was man eins zu eins davon benötigt, um den Beruf auszuüben. Das ist wirklich viel zu simpel gedacht.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Man braucht auch Kenntnisse in Geschichte, Musik, Religion etc. um Sprache zu verstehen, Redewendungen anwenden zu können.
    Gilt für die eigene Sprache wie für Fremdsprachen. Das hilft auch ungemein, über das reine Übersetzen hinaus andere Kulturen zu verstehen.

    Ich überlege gerade, was ich Unnützes in der Schule gelernt habe.

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    AW: Welches Schulwissen braucht man später?

    Zitat Zitat von Tirili Beitrag anzeigen

    Ich überlege gerade, was ich Unnützes in der Schule gelernt habe.
    Wir hatten Staatsbürgerkznde in der Schule. Darüber habe ich mich sehr geärgert als Jugendliche. Wir mussten dafür extra Sonnabend in die Schule gehen. Aber selbst da kann ich mich an Hausaufgaben erinnern, die nicht einfach waren. Verschachtelte Sätze auseinander nehmen, um irgendeinen Sinn zu erkennen. Das war eine riesige Herausforderung, der ich mich auch gestellt habe. Ich wollte dieseSätze knacken und bin von Mitschülern gefragt worden, ob sie mit mir zusammen diese Hausaufgaben machen können. Dabei bin ich immer kritisch geblieben.

    So sinnlos dieser Stoff auch war, ich habe trotzdem dabei gelernt, kritische Aussagen zu formulieren und Texte zu entwirren.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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