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    Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Weil der Nachbarstrang (der hier: Eingeladen - WÜRG) immer wieder abdriftet zur Diskussion über Gerichte, die für manche ein Hochgenuss sind, bei anderen aber Brechreiz auslösen.... lasst uns doch einen eigenen Strang aufmachen.

    Ich fang mal an: Ich komme aus Franken, und da bisweilen sehr deftig gegessen. Das Prinzip "From nose to tail" hat man das schon vor Generationen beherzigt. Und so gab und gibt es traditionelle Gerichte mit Innereien oder weniger edlen Teilen. Auch Blut spielt bisweilen eine Rolle.
    Für mich völlig normal und je nach Zubereitungsart ein Genuss. Wenn ich an eine Schlachtschüssel denke mit Schweineschwarte, Füßchen, Kopffleisch - mir läuft das Wasser im Mund zusammen.ö

    Vor einigen Jahren war ich mit einer Reisegruppe (alle aus der Region) in Irland. Unsere Reiseleiterin war eine Deutsche, die seit Jahren in Irland lebte. Vor dem ersten Hotelfrühstück empfahl sie uns mit einem leicht süffisanten Lächeln den "black pudding" und den "white pudding". Am nächsten Morgen standen auf dem Frühstückbuffet Scheiben von etwas, was wir Oberfranken als eine Art roten und weißen Pressack identifizierten - und mit Appetit verspeisten. Kommentarlos. Zur Verblüffung der Reiseleiterin, die üblicherweise mit der Information über die Inhaltsstoffe bei ihren Gästen blankes Entsetzen auslöste. Dabei war es doch dasselbe wie bei uns auf der Brotzeitplatte, nur mit irgendwelchen Getreidebestandteilen angereichert.
    Ich gehe davon aus, dass es manche von Euch jetzt schüttelt....

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Ja, es würde mich schütteln. Genau die aufgezählten Gerichte plus Leber, Niere, fetter Speck und Wellwürste jagen mir den eiskalten Schauer über den Rücken. Ich bin meinem Schicksal, oder wer immer da zuständig ist, so dankbar, dass wir hier keine Hungersnot haben/hatten.
    Hier im Rheinland gibt es"Himmel un ÄÄd". Das ist gebratene Blut- und Leberwurst mit Kartoffelpüree und Apfelmus.....uuuuuu.

    Inzwischen kann ich wenigstens sitzen bleiben, wenn jemand das isst. Früher undenkbar.

    In meinem Kopf gibt es solche Zustände/Aversionen nur bei tierischen Produkten. Aber ich hatte früher eine Freundin, die angesichts einer (natürlich unsagbar leckeren) Spinatquiche, die ich zu meinem Geburtstag auftischte, original sagte: "Bäääh, tu das weg, ich muss kotzen!"

    Sie war so ein Unikum, dass weder ich noch jemand anders ihr das verübelt hätte. Im Gegenteil, sie löste einen Lachanfall von neun Personen aus.

    Nie hätte ich gedacht, dass man sich vor etwas Pflanzlichen ekeln könnte.

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Zitat Zitat von GuteLaune Beitrag anzeigen
    (...)
    Ich gehe davon aus, dass es manche von Euch jetzt schüttelt....
    ja. Ich habe es auch nicht so gründlich gelesen

    Was ist deine Frage?

    Geschmäcker sind verschieden....

    Ich esse sehr gerne Käse. Eine Kollegin aus Asien kann da nicht zusehen. Nicht nach Jahren in Europa.
    "Schlachtschüssel" Effekt kann man mit allem Möglichen erzielen.

  4. Moderation

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Zitat Zitat von Rene66 Beitrag anzeigen
    Nie hätte ich gedacht, dass man sich vor etwas Pflanzlichen ekeln könnte.
    Natto.

    Hm, meine drei "aber so gar nicht" sind alle pflanzlich... aber Natto ist das einzige, wo mir schon beim Anblick anders wird und nicht erst beim Geruch oder Geschmack.

    Früher wurde ich von Spinat und Blumenkohl so gemüsefarben (grün oder grauweiß) im Gesicht, nachdem ich die Küche meiner Kindheit mehrere Jahrzehte hinter mir gelassen habe, ist das besser geworden.

    In Finnland hatte ich mal ein Milchprodukt, bei dem wurde mir schon ein bißchen anders. Ich dachte, es wäre Joghurt, aber es zog Fäden. Der Hunger hat's reingetrieben. Keine Ahnung, was das war.

    ***

    Zu "black and white pudding" stehe ich wie GuteLaune! Nur der erhöhte Getreidegehalt sagt mir nicht so zu. Dann doch lieber fränkisch...
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Blutwurst fand ich als Kind auch fies, wenn mein Großvater sich die gewünscht hat, und bei der herstellung mag ich heute auch nicht zusehen, aber ich esse sie inzwischen sehr gerne.

    Innereien sind auch selten ein Problem. Nierchen esse ich nicht überall bzw. rieche erstmal genau hin. Wer schonmal welche hatte, die nucht gut geputzt/gewässert waren, versteht, was ich meine.
    Zunge ist noch so'n Klassiker, den ich mag, bei dem aber viele weglaufen.
    Nur mit Hirn hab ich Berührungsängste. (Aus dem Zusammenhang gerissen kann der Satz jetzt natürlich ganz toll weiterverwendet werden...

    Froschschenkel wollte ich nicht probieren, als ich die Gelegenheit dazu hatte, Schnecken brauch ich auch nicht, und dann noch ein paar Sachen, die ich wegen Tierquälerei ablehne. (Stopfleber, oben erwähnte Froschschenkel, 'frischer' Hummer und so)

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Ich wollte es schon drüben schreiben.

    Meine Freundin war mal in einer Hilfsorganisation in Tansania mit Anfang 20.
    Da ist ihre Oma gestorben und sie hat per Telefon davon erfahren. Zum Trost hat eine tansanische Frau eine ziegensuppe für sie gekocht. Mit allem drin von der Ziege. Auch Augen sind rum geschwommen.

    Sie hat sie tapfer gegessen, wollte nicht unhöflich sein. Aber ihr ging es dadurch noch elendiger.
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Zitat Zitat von Rene66 Beitrag anzeigen
    Nie hätte ich gedacht, dass man sich vor etwas Pflanzlichen ekeln könnte.
    Linsen- oder Erbseneintopf. Sieht für mich aus wie schon mal gegessen... krieg ich nicht runter. Kann ich nicht mal wirklich zuschauen, wenn das jemand anderes am Tisch isst, einfach wegen der Optik.
    Porridge, gleicher Effekt.

    Dafür gehen Leber und Zunge, wobei ich Zunge lieber geräuchert und aufgeschnitten als Brotbelag mag, Blutwurst, Presskopf - alles kein Thema. Nierchen bräuchte ich jetzt nicht und Hirn auch nicht.
    *lost in the woods*

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Ich habe als Kind für mein Leben gerne Blutwurstsuppe gegessen, auch Nieren bzw andere Innereien.
    Heute würde ich das nie nie mehr essen.
    Der Gedanke daran....

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Ich habe keine Probleme mit Innereien, im Gegenteil, ich geniesse Leber, Nieren, Herz, auch Zunge, Hirn, Bries. Wobei Hirn und Bries mir nur noch aus Kindheitstagen im Gedächtnis ist, aber lecker fand ich das auf jedenfall. Mit Blutwurst dagegen konnt man mich als Kind jagen...heute schmeckt sie mir kalt oder warm gleichermaßen gut. Froschschenkel nur einmal gegessen, für sehr lecker empfunden, aber an Hähnchenschenkel ist mehr dran.
    Mit Augen, Heuschrecken und andren Insekten hätte ich Probleme! Warum? Vielleicht weil was der Bauer nicht kennt frisst er nicht?
    Hmm...Erbsensuppe kannte ich... ich mochte sie aber trotzdem nicht und es war jedesmal ein Kampf bis der Teller geleert war, manchmal ging es einfacher, wenn Mutter in der Küche verschwand, da konnte ich den Inhalt des Tellers in Tempos in der Eckbanktruhe Zwischenlagern und später aus der Wohnung schmuggeln
    Aber sonst aß ich alles ausser... Zwiebel Tomate Rosinen Dörrpflaume Käse Sardellen Sardinen Hering Spargel Rosenkohl Chiccore ...

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    AW: Essen - Ekel oder Hochgenuss?

    Also, bei mir kommts auf die Konsistenz an. Und natürlich auf den Geschmack.

    Black Pudding, Haggis, Pressack finde ich klasse.

    Ich finde Ekel zwar nachvollziehbar, mich nervts dann aber auch bisweilen, wenn die "Ess ich nicht-Donts" zum Politikum werden und zur "Grundsatzfrage" deklariert wird.
    Beispielsweise, dass man keine Lämmer ist, sich aber gleichzeitig Discounter-Aufschnitt reinhaut (wo man ja nun gar nicht mehr weiss, was drin ist).

    Herr Sugarnovus hat in Asien tatsächlich schon Grillen etc. verspeist und fands gut. Bei uns im Supermarkt gabs das tatsächlich auch schon mal, muss ich mich mal "rantrauen". Wegen der Proteine gar keine so schlechte Lösung.

    Essen MUSS bei mir schön angerichtet werden, aber dass eine noch stückige Gemüsesuppe halt anders aussieht als eine Consomme ist mir auch klar.
    Geändert von Sugarnova (29.09.2020 um 23:13 Uhr)

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