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    Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Moin,
    ich werfe jetzt mal beides in einen Topf- auch bei Spargelhöfen wurden bereits mangelhafte Zustände fest gestellt. Aber dort sind auch keine Kontrollen vorgeschrieben.

    Wenn ich höre das es angeblich nicht genügend Wohnraum für die Schlachthofhelfer gibt, geht mir die Hutschnur hoch.
    Auch hier wäre Unterbringung in Containern möglich, ähnlich wie es zur Zeit einige Schulen praktizieren.

    Letztendlich geht es nur um eins: billig, billig, billig

    Der Milchpreis liegt bei 27 Cent(kostendeckend für den MIlchbauern rund 45 Cent)

    Bauern können ihre Schweine nicht an die Schlachthöfe abliefern, weil die geschlossen sind.
    Es gab sofort weitere Abzüge für (leichte) Schweine. Dabei geht es hier nur um wenige Kilo. Einge Bauern wollten einfach Platz schaffen.
    Das heißt es werden zur Zeit mehr Tiere als üblich auf die gleiche Fläche untergebracht.
    Bei einem "Produktionszyklus" von 4-6 Monaten, kann doch gar nicht so schnell reagiert werden.
    Und alles nur damit das Kilo Hack 2,99 € kostet

    Ich bin sicherlich kein Freund dieser Haltungsbedingungen und von Tier und Mensch, halte aber artgerechte (!)Tierhaltung erforderlich für menschliche Ernährung und Erhalt unserer Biodiversität.

    Deshalb möchte ich hier keine religös/fanatischen Diskussionen über vegane Ernährung, aber diese Billigmentalität zu Lasten von Mensch, Tier und Boden geht doch so nicht weiter!
    Und machen wir uns doch nichts vor, beim Gemüse sieht es doch nicht besser aus.

    Wie viel Prozent eures Einkommens gebt ihr jetzt für Tierische Produkte und für Gemüse aus und was wäre für euch die Obergrenze?
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Zitat Zitat von charly798 Beitrag anzeigen
    Wie viel Prozent eures Einkommens gebt ihr jetzt für Tierische Produkte und für Gemüse aus und was wäre für euch die Obergrenze?
    Das kann ich so nicht sagen.
    Aber wir kaufen unser Fleisch grundsätzlich bei Metzgern unseres Vertrauens. Der eine hat sogar seine eigenen Tiere nicht weit vom Betrieb auf seinen Weiden laufen.

    Ich kenne aber etliche Leute, die gern beim Discounter verpacktes Fleisch kaufen, oder bereits fertig paniertes Schweineschnitzel zum Mega-Billigpreis beim Restpostenmarkt.

    Es gibt unheimlich viele, die sich darüber immer noch keine Gedanken machen.
    Bevor ich mich jetzt aufrege,
    isses mir lieber egal.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Ich esse gar kein Fleisch, aus genau diesen Gründen. Fleisch für den Rest der Familie kaufe ich nebenan beim Metzger, die stehen alle auf der Weide.
    Obst und Gemüse versuche ich immer regional und bio zu kaufen. Ich bezahle gerne mehr.
    Wir haben hier auch einen großen Schlachtbetrieb und ich kenne die Zustände der Unterbringung der...meist...rumänischen Helfer. Früher haben dort nur ausschließlich Einheimische gearbeitet, der Job ist mittlerweile so dermaßen schlecht bezahlt, das da keiner mehr hin will.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Ich weiß nicht ob es nur Gedankenlosigkeit ist oder ob es einfach zu abstrakt ist.
    Das Schnitzel in der Pfanne mit dem Werdegang im Blick zu haben.
    Landwirtschaft ist komplex und wenn man nicht gerade Selbstversorger ist, ist es doch unheimlich schwer die ganzen Wege zu durchblicken.

    Ich habe auch oft den Eindruck viele Menschen würden mehr ausgeben, wenn sie sicher sein könnten, das das Lebensmittel nachhaltig produziert wurde.
    Den Bio ist keine Garant für gut und konventionell muss nicht zwangsläufig schlecht sein

    Mich hat heute auch einfach völlig entsetzt, das auf den Schlachthöfen positive von negativen Arbeitern nicht getrennt werden können.
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Ich kann das auch nicht sagen, wir haben auch ein hohes Haushaltseinkommen, gleichzeitig relativ geringe Ansprüche an Auto und Kleidung z. B., und bei Lebensmitteln achten wir größtenteils auf die Herkunft, allerdings noch mehr auf die Qualität. Allein, was wir für bestimmte Bio-Kartoffeln ausgeben würde wohl manch anderen Haushalt grausen. Auch für Bio-Eier aus dem Bio-Supermarkt, die dieser aber von einem Hof bezieht, wo wir tatsächlich die Haltungsbedingungen kennen.

    Wir kaufen noch relativ viel "konventionelles" Fleisch, meist beim Fleischer unserer Wahl, aber durchaus auch bei ausgewählten Supermärkten direkt an der Fleischtheke, wo teilweise auch direkt verarbeitet wird (das Geheimnis unserer guten groben Bratwurst, wo viele fragen "wo hast Du die her" ist nicht die Supermarktkette, sondern ein ganz bestimmter Fleischer, der sie mit seiner eigenen Gewürzmischung dort vor Ort frisch macht). Manchmal auch im Bioladen, aber da kämpfen dann zwei Seelen in meiner Brust - der hat nur abgepacktes Fleisch, und eigentlich mag ich abgepacktes Fleisch gar nicht kaufen.

    Ein viel schlechteres Gewissen habe ich beim Essen in Mensa, Kantine oder auch in vielen Lokalen, da weiß man ja gar nicht, wo das Fleisch herkommt. Wobei ich bei großen Uni-Mensen zumindest weiß, dass die tatsächlich ganze Hähnchen oder Schweinehälften kaufen und selbst verarbeiten.
    Geändert von Tigerente (13.05.2020 um 09:54 Uhr)

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    der Job ist mittlerweile so dermaßen schlecht bezahlt, das da keiner mehr hin will.
    Ist beim Gemüse nicht anders.
    Wenn ich diesen Quatsch höre, das einheimische Erntehelfer nicht genug wären......
    Die Ansprüche sind zu hoch und einheimische lassen sich nicht ausbeuten
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Zitat Zitat von charly798 Beitrag anzeigen
    IDie Ansprüche sind zu hoch und einheimische lassen sich nicht ausbeuten
    Ja, so ist es.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Tigerente- selbst wenn sie die Mensa die Hälften selber verarbeitet- sie werden sie bestimmt von irgendeinem Schlachthof beziehen, der wiederum über die Viehvermarktung von einem Konvi-Mastbetrieb bezieht.

    Ist ja wie mit Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen- da esse ich auch nie Fleisch aus diesem Grunde

    Lässt sich der Weg nicht irgendwie nachvollziehen? Irgendeiner muss es doch wissen.

    Bei Bioläden ist oft so das eine nicht abgepackte Fleischtheke höheren Kosten/Personalaufwand bedeutet.
    Und machen wir uns nichts vor, fast immer wird das Fleisch abgepackt in Kisten von den Schlachthöfen geliefert.
    Das schreiben schon die Hygieneregeln vor.
    Nur weil es ausgepackt wird, ist nicht weniger Müll
    Das entfällt nur, wenn ein Betrieb selber schlachtet
    Lieber im Regen tanzen, als auf die Sonne warten.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Charly
    Danke für das Thema.

    Das Schnitzel hat keine Augen, die dich anschauen. Dh : Verdrängung funktioniert.

    Wir können uns heimische Lebensmittel von umliegenden Höfen leisten.
    Biliges Fleisch vom Discount oder SM gehört nicht dazu (meine Grosseltern hatten einen Hof). Schon auf dem Prospekt finde ich es unappetitlich.
    Dass man auch mit wenig Geld ökolog.und gesund kochen kann, zeigen mir meine Kinder. Man muss halt Prioritäten setzen: teurer Fummel, teure kosmetik o Friseur, anständig hergestellte Lebensmittel, Reise, teure Autos...irgendwo muss man Abstriche machen.

    Im Gegensatz zur Energiepreiserhöhung, wo man nur in Massen einyparen kann, wird dann bei LEBENsmittel gespart.

    Wir versuchen gerade nachzuvollziehen, wo die Hühner unseres Eier-Bauern stehen. Schon das ist schwierig (ich bin misstrauisch).
    Im KH oä wähle ich auch keine Fleischspeise.

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    AW: Schlachthöfe, Erntehelfer -steigende Infektionszahlen

    Zitat Zitat von charly798 Beitrag anzeigen
    ...Wie viel Prozent eures Einkommens gebt ihr jetzt für Tierische Produkte und für Gemüse aus und was wäre für euch die Obergrenze?
    Prozentual kann ich das garnicht festmachen, ich kann nur sagen, dass ich das wenige Fleisch, das hier gegessen wird, beim Metzger meines Vertrauens um die Ecke kaufe und Gemüse frisch und regional auf dem Wochenmarkt.

    Die ganze Schxxxxx, die wir grade haben ist für mich ein gesellschaftliches "Gesamtpaket". Gestern war der Internationale Tag der Pflege, an dem die Leistung der Pflegekräfte mal wieder artig gewürdigt wurde, aber angemessene Bezahlung ? Angemessen im Sinne von gleichwertig mit einer gleichwertigen Ausbildung "an der Maschine".

    Es ist klar, dass ein mies bezahlter Arbeitnehmer fast nur Billigfleisch und andere Produkte kaufen kann. In der Tat kaufen auch sehr viele Menschen, die das Geld hätten, "fair" einzukaufen, trotzdem beim Discounter. Umgekehrt gibt es viele schlecht bezahlte Menschen, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemühen, ordentlich einzukaufen.

    Lebensmittel sind in Europa nirgends so billig wie in Deutschland und der prozentale Anteil an Ausgaben für Lebensmittel nirgends so niedrig. Die Billigwelle an Lebensmitteln haben vor Jahrzehnten Leute wie die Familien Albrecht und Schwarz eingeläutet. Sie haben privat Millionen wenn nicht Milliarden angehäuft, Steuern über irgendwelche Beteiligungsgesellschaften und Stiftungen verschoben. Und: Lieferanten unter Druck gesetzt, MitarbeiterInnen schlecht behandelt und bezahlt.
    Das ist hinlänglich bekannt, "boykottiert" werden diese Läden nicht. Das kann sich doch jeder auch mit kleinstem Verstand denken, dass die Produktions- und Arbeitsbedingungen für Mensch und Tier dabei miserabel sind. Ab und an gibt es ja auch mal Berichte dazu im Fernsehen etc. Jetzt tun alle wunder wie, weil es zu Infektionen in der unwürdigen Unterbringung der Schlachthofbeschäftigten gibt. Scheinheilig.

    Es ist eine Katze, die sich in Schwanz beisst: Arbeitnehmer/innen und Produzenten (egal woher sie kommen) müssen angemessen bezahlt werden. Klar werden die Waren dann für alle teurer, möglicherweise sind dann nicht mehr für jeden zwei Flugreisen pro Jahr drin, aber die Gesellschaft muss überlegen, wie sie zukünftig leben will.

    Ich persönlich befürchte, dass sich auch nach der Krise nur wenig ändern wird. Kein Politiker wird sich trauen, "Verschlechterungen" zu verkündigen, denn die nächste Wahl ist nicht weit.

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (13.05.2020 um 10:24 Uhr)
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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