So denke ich mir das auch. Ich hab ja bislang nur eine Person beim Sterben begleitet, mene Mutter, 6 Tage und 5 Nächte. Das war so, wie du es beschreibst. Aufgrund ihres Krankheitsbildes war die ganze Zeit kein verbaler Austausch möglich, lediglich Handdrücken und in den letzten 3 Tagen gar nichts mehr.
Inwieweit sie was bewusst erlebt oder durchlebt hat, das weiss keiner. Und das ist auch gut so, das ist privat, finde ich.
Ich will vom Tod auch nichts haben. Wenn er da ist, bin ich nicht mehr. Ich will vom Leben etwas haben.
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Thema: Wann sterben?
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10.04.2020, 12:54
AW: Wann sterben?
"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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10.04.2020, 20:01
AW: Wann sterben?
Viele Ansichten, Überzeugungen und Wünsche!
Der Tod ist nach wie vor die große Unbekannte, und Genaues wissen wir erst, wenn wir ihn erleben oder hinter uns haben.
Ein großes Mitspracherecht haben wir nicht, es sei denn, wir machen es wie Gunter Sachs, wenn wir merken, dass es rapide bergab geht und wir noch klare Entscheidungen treffen können und Suizid für unser Menschenrecht halten.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
er braucht auch die Literatur
by me ...
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10.04.2020, 20:07Inaktiver User
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11.04.2020, 15:07
AW: Wann sterben?
Am besten kommt es gar nicht erst zu Zuständen, die den Suizid als Freund und Helfer erscheinen lassen.
Aber tröstlich, dass es die Option immerhin gibt und dass der Gesetzgeber keine rigide Haltung mehr dazu einnimmt.
Seit acht Jahren werde ich zunehmend mit dem Thema Tod konfrontiert.
Erstens das Pflegeheim, zweitens die Seniorenwohnanlage, in der alle Nachbarn ein Mindestalter ab 60 haben.
In dieser Zeit sind viele mir bekannte Menschen gestorben.
Das lässt überdeutlich erkennen, wie endlich das Leben ist.
Ich habe, wie gesagt, keine Angst vor dem eigenen Tod, aber davor, allein auf weiter Flur zurückzubleiben.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
er braucht auch die Literatur
by me ...
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11.04.2020, 17:51Inaktiver User
AW: Wann sterben?
Hast du keine engen Freundschaften, wo euch emotional was verbindet?
Ohne ist oder kann es schwer werden.
Manchen Menschen helfen (einigermaßen) in solchen Situationen Tiere, vor allem ein Hund.
Und, wenn man es kann und möchte, ein Ehrenamt. Gerade auch mit jüngeren Menschen, insbesondere auch mit Kindern.
Aber das muss man natürlich auch wollen. Sonst ist es nichts.
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11.04.2020, 18:18
AW: Wann sterben?
Ich hoffe sehr, dass ich den richtigen Zeitpunkt einmal finde, wann auch immer der sein wird.
Ich habe allerding auch gelernt, dass man den in jungen Jahren viel "früher" verortet, als in späten. Weil man sich doch an viele Einschränkungen, von denen man heute sagt, "das kann ich nicht ertragen" quasi hineinwächst und sich Prioritäten verschieben.
Meine eine Großmutter hat immer gesagt, - als sie jung war - "ach wenn ich siebzig werde, das reicht dann ..." ihr eigenen Eltern und Großeltern sind deutlich vor 70 verstorben und wie soll ich sagen, früher war man mit siebzig ja auch wirklich alt.
Meine Großmutter gehörte dann zu der Generation, die mir siebzig noch ziemlich jung war und mit siebzig gab es bei ihr noch viele Aktivitäten und keinen Gedanken an das Altwerden oder Sterben ... auch wenn mein Großvater sie regelmäßig im Scherz daran erinnert hat, was sie ihm mal versprochen habe ...
Und meine älteste Freundin zeigt mir ganz aktiv, dass das Leben auch mit 100 noch nicht vorbei sein muss, sondern noch Spaß macht, wenn auch immer weniger. Aber als ihr Mann vor fast zwanzig Jahren verstorben ist, hat sie nochmal "so richtig aufgedreht" und ganz viele Dinge getan, die sie wegen seiner Behinderung vorher mit ihm nicht machen konnte. Sie hat ihn geliebt, er war ihr Lebensmensch, aber sie hat auch gesagt, dass sie ihn zwar sehr vermisst, aber keine Zeit hat, jetzt lange zu trauern ... sie hätte ja vielleicht nicht mehr viel Zeit und wolle JETZT leben. Und das tut sie nun seit zwanzig Jahren, so wie in den achtzig davor.
Und ich nehme mir das auch schon jetzt (viel jünger als sie) zum Vorbild.
Ich habe "meine Angelegenheiten geregelt" sprich Patientenverfügung, Testament und Vorsorgevollmacht - und nu ist Zeit mein Leben zu genießen und zwar jeden Tag und auch jeden Tag für Kleinigkeiten dankbar zu sein und fröhlich. So dass ich dann - wann auch immer - wirklich sagen kann "war schön, jetzt isses genug".
Da kann bei einer schweren Erkrankung in ein paar Wochen sein, es kann aber auch erst in 50 Jahren sein, keine Ahnung.
Und nein definitiv, ich will meine Sterben nicht auskosten und miterleben - am liebsten wäre mir abends müde einzuschlafen und morgens nicht mehr aufzuwachen.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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11.04.2020, 18:46Inaktiver User
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11.04.2020, 20:17
AW: Wann sterben?
Ich sehe es eher als Inspiration für ein zufriedenes und glückliches Leben.
Der Tod wird nur einen sehr kleinen Anteil meines Lebens ausmachen - ich konzentriere ich daher lieber auf das Leben.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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11.04.2020, 21:41
AW: Wann sterben?
Erstaunlich ist, dass sich Menschen in den Heimen nicht allzuviel mit anderen Bewohnern solidarisieren und mehr oder weniger alleine vor sich hin machen.
Kommen ja wieder andere nachIch habe, wie gesagt, keine Angst vor dem eigenen Tod, aber davor, allein auf weiter Flur zurückzubleiben.
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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11.04.2020, 21:43



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