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Thema: Wann sterben?

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    AW: Wann sterben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In England wurde der Suizid als Straftat in den sechziger Jahren abgeschafft.
    Dass die Menschen dafür ins Gefängnis kamen kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen.
    Wo hast du das gelesen, Fyona?
    Ich weiß nicht mehr, woher, aber mir ist seit langer Zeit bekannt, das ein Suizidversuch in England strafbar war.
    Und irgendwie habe ich auch im Kopf, dass der Mensch durchaus im Gefängnis landen konnte.
    Beschwören kann ich es aber nicht!

    Sind hier Juristen, die sich da historisch auskennen?

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

  2. Moderation

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    AW: Wann sterben?

    Tiefgreifendes Thema, das es wert ist, länger drüber nachzudenken.

    Ich würde gerne so alt werden und sterben wie meine Urgrossmutter, die sich vor 40 Jahren mit Ende 90 ins Bett legte, verkündete, dass sie keine Lust mehr hätte und müde sei, nichts mehr ass und nach ein paar Tagen morgens einfach nicht mehr aufwachte. Bis dahin war sie rege, körperlich und geistig.

    Aber da ich auch miterlebt habe und gerade miterlebe, dass das Lebensende ganz anders laufen kann als gedacht oder geplant, auch dass es einen ausserfahrplanmässig ganz hinterrücks überfallen kann, frage ich mich, inwieweit man sich überhaupt vorbereiten kann oder sollte. Das sind wahrscheinlich philosophische Fragen, die sich der Mensch schon immer gestellt hat. Und was man ja auch nicht verallgemeinern kann, da jeder Tod individuell ist.

    Vorbereiten kann man sich vielleicht insofern, dass man manche Dinge zu Lebzeiten sortiert, so wie Sternenfliegerin das ansprach. Und wenn etwas zu vererben da ist, das regelt. Die Patientenverfügung organisiert.

    Und ansonsten so leben, dass man abends einigermassen zufrieden ins Bett geht.

    Angst vorm Sterben habe ich nicht, nur vor eventuellem Leid auf dem Weg dorthin. Ich vertraue darauf, dass in dem Moment alles gut sein wird. Ich muss auch nicht bewusst 'dabei' sein, denn es wird wohl keine Gelegenheit geben, wo ich das Erlebte dann später rekapitulieren kann. Ich glaube, dass in dem Moment eh ein Hormon- oder Nervenreizcocktail dafür sorgt, dass alles ok ist.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  3. Inaktiver User

    AW: Wann sterben?

    Ich wollte nie so mit dem Tod umgehen wie ich es in der vorhergehenden Generation oft erlebt hatte. Deren Rezept hieß in erster Linie Verdrängung.
    Ich wollte mich mit dem Tod vertraut machen und begann daher vor 10 Jahren mit der Hospizarbeit.
    Für mich war das richtige Weg zur „Vorbereitung“.
    Geändert von Inaktiver User (09.04.2020 um 17:01 Uhr)

  4. Moderation

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    AW: Wann sterben?

    Jofi, an dem Gedanken ist was dran -- ich denke grad an die vorhin erwähnte Uroma. Sie war in den 80ern des 19. Jahrhunderts geboren, 2 Weltkriege, auf dem Dorf gelebt .. der Tod war da Teil des Alltags.
    Es wurde vielleicht nicht so offen über Ängste geredet oder begleitet, einfach weil keine Zeit war, aber man hat den Tod nicht versteckt. Die Toten wurden zB noch tagelang zuhause aufgebahrt.

    Hospizarbeit finde ich wichtig. Für beide Seiten.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  5. Inaktiver User

    AW: Wann sterben?

    Kleine Zwischenfrage:
    Wohin ist eigentlich unsere Strangeröffnerin abhanden gekommen?

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    AW: Wann sterben?

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Tiefgreifendes Thema, das es wert ist, länger drüber nachzudenken.

    Angst vorm Sterben habe ich nicht, nur vor eventuellem Leid auf dem Weg dorthin. Ich vertraue darauf, dass in dem Moment alles gut sein wird. Ich muss auch nicht bewusst 'dabei' sein, denn es wird wohl keine Gelegenheit geben, wo ich das Erlebte dann später rekapitulieren kann. Ich glaube, dass in dem Moment eh ein Hormon- oder Nervenreizcocktail dafür sorgt, dass alles ok ist.
    Ich denke, dass es besser ist den Sterbeprozess bewusst zu erleben. Der letzte weltliche Eindruck wird entscheidend sein, auch um noch angenehme Wahrnehmungen erfahren zu können, welche man vielleicht so nicht kennt. Die "Umweltwahrnehmung" wird durch den persönlichen Zeitstillstand / Verlangsammung eine andere sein, bei bewusstem Sterben. Dein eigener Hormoncocktail funktioniert vielleicht entsprechend nur im bewussten Zustand. Wahrscheinlich werden auch die Abwesenden durch körpereigene Biochemie vor Verzweiflung oder anderer Not geschützt.

    PS: So in dem Sinn: Ich will ja vom Tod noch was haben. Ein nur menschliches Verlangen, wenn es denn schon sein muss.
    Geändert von Akzent (10.04.2020 um 02:21 Uhr) Grund: PS eingefügt

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  7. Inaktiver User

    AW: Wann sterben?

    Ich weiß nicht wie ihr euch das vorstellt, den Tod bewusst zu erleben.
    Meistens beobachte ich, dass Menschen sich in den letzten Tagen völlig aus der Außenwelt zurückziehen, nicht mehr ansprechbar sind.
    Allerdings suchen viele die körperliche Nähe eines Menschen, z.B. Hand halten.

    Solche Film-, Bühnen- und Romantode, in denen der Sterbende noch ein paar mehr oder weniger wichtige Worte von sich gibt, mag es geben. Ich habe es noch nicht erlebt.

  8. Inaktiver User

    AW: Wann sterben?

    ICH verbinde mit dem Tod auch nix esoterisches (mehr). Das man kurz vor dem absoluten Ende sowas wie den Schlüssel der Weisheit oder Erkenntnis erlangt, glaube ich auch nicht. Nahtoderfahrungen, an die sich betroffene später erinnern, ist für mich nichts anderes als dass "oben der Strom wieder fließt" und die Synapsen anfangen, die "Archive" zu sortieren.

    Ich denke, der Tod hat so gar nix großartiges sondern unterm Strich was ganz banales.
    Der Sterbeprozess ist natürlich ne andere Geschichte ...

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    AW: Wann sterben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht wie ihr euch das vorstellt, den Tod bewusst zu erleben.
    Meistens beobachte ich, dass Menschen sich in den letzten Tagen völlig aus der Außenwelt zurückziehen, nicht mehr ansprechbar sind.
    .
    Rückzug bedeutet ja nicht, dass man keine Wahrnehmungen mehr hat. Das wird sehr individuell von den Sterbenden erfahren werden. Rückzug bedeutet ja auch Kraftlosigkeit. Das Bedürfnis sich mit der Außenwelt auseinander zu setzen wird eine andere Qualität haben, welche den Begleitern weitgehend verborgen bleibt. Ich denke am allerwenigsten erwartet der Sterbende in dem Prozess von der Außenwelt. Das sollte vorher geregelt werden. Da wird sich eine gewisse Gleichgültigkeit zur Außenwelt gegenüber bemerkbar machen.

    Du kennst sicher die klasischen Sterbephasen, wenn du Hospizdienst leistest. Die letzte Phase dürfte für die Begleiter am schwierigsten sein, da die Möglichkeit der Mitteilung dem Sterbenden gegenüber ethisch und menschlich all das Vorhergehende im Sterbeprozess, welche gefühlt (die letzte Phase) am längsten dauert, nicht mehr möglich ist - im Vergleich der noch aktiven ersten Phasen.
    Geändert von Akzent (10.04.2020 um 10:56 Uhr)

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    von Bruce Lee



  10. User Info Menu

    AW: Wann sterben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich denke, der Tod hat so gar nix großartiges sondern unterm Strich was ganz banales.
    Der Sterbeprozess ist natürlich ne andere Geschichte ...
    Ich denke auch, mit Sehen hat der Tod überhaupt nichts mehr zu tun so wie in den Nahtoderfahrungen erzählt wird. Nahtoderfahrungen sind Momentaufnahmen, welche bei Rückführung erinnert wird. Da verarbeiten die Hirnströme Bilder verursachen Lichteffekte und eine andere Sicht auf die Umwelt in Abgrenzung an die Umwelt. Abgrenzung vermutlich sehr stark. Solange während einer Nahtoderfahrung das lebenserhaltende Organsystem funktioniert, ist man in der "Nähe" des Todes.

    Da sollte man sich vielmehr fragen, wie lange dauert eine Nahtoderfahrung. Das ist wie mit einem Traumeffekt. Da kann es sein, dass die eigentliche Traumgeschichte sehr kurz verläuft und letztendlich hat man die ganze Nacht damit zu tun gehabt.

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